Rudolf Steiner: Grotesk

"Das Groteskeste ist, wenn innerhalb der geisteswissenschaftlichen Strömung der Glaube auftritt, dass jemand, der ein gewisses Hellsehen hat, ohne in die Geisteswissenschaft eingedrungen zu sein, früher etwas Bedeutenderes gewesen sein muss. Er ist sicher etwas Unbedeutenderes als der, welcher ein gesundes Urteil über die Dinge hat."

Rudolf Steiner, Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?, 154, Dornach 1973, S. 25

Kommentare

  1. Urteil heisst hier sicher nicht Bewertung, sondern ist im Sinne von Einschätzung, Erfahrung gemeint.

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  2. So allmählich habe ich den Eindruck, es verbreitet sich hier ein gewisser ahrimanisch gefärbter Furchtschatten, was geistige Erlebnisse betrifft. Erlaubt scheint wohl nur noch zu sein, was sich irgendeiner merkwürdigen Phantasie ergibt, wie z.B. beim "Muschelmund..." wo ich mich dann doch gefragt habe, ob hier nicht doch ein Nuschelmund gemeint war -- ? Da würde ich dann doch lieber solchen Gebilden an den Hals gehen wollen, statt dies womöglich noch als Kunst durchgehen zu lassen.

    Wie sieht denn dann eine angeblich wissenschaftlich errungene Frucht aus, die von einer Wissenschaftsharke gnädig für gut befunden wird und den entsprechenden Passierschein ausgehändigt bekommt?

    Immer nur Fakten jagen, das kann es doch nicht sein!? Wie ist es denn um das bestellt, was eines guten Tages als Fakt sich zeigt?

    Wenn man nicht erkennt, daß, so stellt es sich mir zumindest dar, die sogenannte Geisteswissenschaft auch lediglich ein Übungsweg ist, wird man eh nicht weiterkommen können.

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  3. Good quote of Rudolf Steiner. I fully agree with that! Better to have a good spiritual scientist, non clairvoyant, then a spiritual researcher (clairvoyant) without healty judgements, enough patience, moral sense and understanding et cetera. See my remark in an other (broather) context here on Egoisten.

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    1. Es ist doch sehr aufschlussreich, die Biografie Crowleys zu lesen - https://kindle.amazon.com/post/coyxYleGRa-IeDOL1F-EBQ -, um zu studieren, wie durch ihn oder durch andere Anlässe Menschen, die nichts davon wussten, plötzlich und unerwartet vollkommen hellsichtig wurden, im Sinne eines Mediumismus. Crowley wusste das durch Champagner und Sex (er war tantrisch geschult) zu wecken und es dann zu benutzen, um direkte Informationen zu und von Geistwesen zu erlangen. Mehrere seiner Frauen (es waren nicht nur Frauen) haben das allerdings teuer bezahlt. Meist kam die Tendenz auf, sich dauerhaft zu alkoholisieren, um das "Loch" wieder zu schließen- sie kamen damit nicht zurecht. Crowley ließ sie dann fallen und überließ sie ihrem Schicksal.

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    2. Thank you for the book recommended: Revised and Expanded Edition: The Life of Aleister Crowley - Amazon - With Notes & Highlights from Michael Eggert and others. Interesting commentes there. Crowly is om my radar also for some time now. On Youtube the documentaries about the man are often of poor quality. But one I saved in my Youtube Channel. In that documentary (somewhat naive but deeper going then usual) a journalist I respect, Colin Wilson, give some comments about Crowley also. They specialy talk about rituals Crowley undertook in the house Boleskine. A ritual of luciferic (good)-Ahrimanic (evil) nature(thus without Christ in the middle): Aleister Crowley and his unfinished ritual (Youtube).

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    3. Danke, das werde ich mir gerne ansehen. Es war sicherlich extrem schwierig, eine derart umfassende Biografie Crowleys zu schreiben wie die vorliegende- vor allem deshalb, weil viele seiner zahllosen Schriften in winzigen, exklusiven Auflagen erschienen, aber häufig kaum verschlüsselt autobiografisches Material enthielt. Außerdem empfand er stets das boshafte Vergnügen, intime oder verstörende Details aus dem Leben Anderer zu publizieren. Die Gesamtschau blickt daher auf die gesamte esoterische Szene seiner Zeit und enthüllt Verbindungen, die bislang nicht bekannt waren. Er war ein wirklich bedeutender Mann, der das Experimentaltheater erfand, vielseitig begabt war, einer der besten Bergsteiger aller Zeiten, ein extrem weltkundiger Mann, und vollkommen gewissenlos. Außerdem ein Dichter der besonderen Klasse, ein Künstler, der mit Jedem und Allem bekannt war. Insofern schaut man durch die Biografie tief in diese Zeit.

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    4. I will take a look in (digital) bookstores here in Holland. A google book version is available on the internet: Perdurabo: The Life of Aleister Crowley by Richard Kaczynski (Incomplete of course.)

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    5. Natürlich - dies für Mitleser- ist das ganze Thema mit Vorsicht zu lesen und führt in pure Abgründe. Es handelt sich um das Gegenbild jeder legitimen Geistesforschung- auch wenn es letzte Grenzen für Crowley sehr wohl gab. Eine Buchempfehlung ist es unter den Voraussetzungen, dass man weiß, was man da anfasst.

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    6. Was mir an der Anthroposophie so gut gefällt ist, wie wir uns wirklich in unseren geistigen Bedürfnissen unterstützen. Man kann auch wirklich alle Gebiete ausloten. Ein wenig krass kommt mir allerdings schon vor, dass du auf dieser Seite sagst, Crowley sei der wahre Meister des Rosenkreutzertums, nicht von Halle. Worauf genau stützt sich diese Behauptung?
      Nun, ich bin auch der Ansicht dass es wohl sein kann, dass er eine gewisse Größe hat. In gewissem Sinn. Nur wenn man so überhaupt keine Werte, keine Moral sich entwickelt, wie kann man dann Meister sein? Ich wüsste zu gerne, was in dem von Halle Buch diesbezüglich drinsteht. Vielleicht brauch ich auch nur eine genauere Erklärung, wie das alles jetzt gemeint ist.
      (Ich les sie jedenfalls sehr gern, den Steiner, und die Evangelien) Was Einweihungswege angeht, habe ich den anthroposophischen gesehen, und wenn der schon manchmal so unerträglich ist, wieso sollte man dann ausgerechnet einen ahrimanischen Weg noch besser finden?

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    7. Das hast Du restlos falsch verstanden. Es gibt zahllose Gruppierungen und Logen, die sich als "rosenkreuzerische" verstehen. Crowley verstand sich als Meister in Bezug auf eine rein magische Richtung. Das, was er suchte und Tat, war das vollkommene Gegenbild dessen, was Anthroposophie ist. Niemand empfiehlt so etwas. Man kann es aber studieren, um aus der Sicht dieser Biografie heraus den gemeinsamen Ursprungspunkt - etwa die Vorgänge um das, was sich aus der Theosophie der Blavatsky entwickelte- besser zu verstehen.

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  4. Ja, im Internet findet man leicht sehr viele Richtungen. Aber ich finde es sehr interessant zu sehen wie das Gute auch durch das Dasein des Bösen nur gestärkt wird. Es ist leicht, dem Guten gut zu sein. Aber dem, das es gar nicht verdient hat? Das Universum ist zu allen gleich. Es geht ja darum, in jedem Fall sich selbst treu zu sein, das erlebt man an allen Menschen.

    Man kann leicht einsehen, dass das am besteht da geht, wo es sehr gefordert wird. Ein von Halle Buch fordert beispielweise nicht meinen Widerstand heraus. Man liest es, und unterhält sich über den Gehalt, sicher kann man auch vieles darin erleben, erfahren usw. Dagegen bei den Schwarzen fühlt man sich so richtig gegen den Strich gebürstet, erst da rentiert es sich doch so richtig. Der beste Widerspruchsgeist ist doch der gegen die, bzw das ganze dann auch so zu gestalten, dass man auch diese Menschen als Individuen so annimmt wie sie es (nicht) verdienen. Denn darin zeigt man ja auch wer man ist.

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    1. Beim Lesen kann man sich gut zu Gutem sein, im konkreten Leben hakt es dann, vor allem, wenn man Widerstände erlebt. Die Frau von Halle ist wie ein Bibelstündchen mit Karl May, mit abenteuerlichen Enthüllungen, plätschert aber so im Grunde so dahin, ohne dass man hätte denken müssen. So manches findet die Spiesserseele fromm und gut, und Steiner hätte es vielleicht ähnlich gesagt. Natürlich ist das bei echten anthroposophischen Werken anders, da schwimmt es zwischen den Zeilen, man muss sich anstrengen und fragt sich dennoch, wie das gemeint ist.

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    2. Mag sein. Ab da muss ich allerdings wieder passen, denn ob gut oder schlecht, wenn es zu sehr ins Detail geht, kenn ich mich nicht mehr aus.

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    3. Find ich bemerkenswert übrigens, dass du den Karl May hier richtig einsortierst, als Bibl.Ass. hätten wir ihn auch als E-Literatur einsortiert, und zähneknirschend ins Regal gestellt, um Leute anzulocken, dass sie auch bessere Bücher lesen.

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  5. Es sollte natürlich U-Literatur heissen, bin auch heute schon wieder leicht gestresst...

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  6. Sie alle sind furchtbar zerstreut.

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