Rupert Spira: Warum bin ich immer noch nicht erleuchtet?



Spira versucht ziemlich verzweifelt, einer Interview- Partnerin den Unterschied zwischen objekt- besetztem Denken und Erwartungen zu einer nüchternen Gegenwärtigkeit klar zu machen- ganz offensichtlich vergeblich. Er benutzt das Bild des Fernsehers- der Zuschauer sei so sehr auf das Gezeigte fixiert, dass er den Bildschirm selbst vergisst - oder zu übersehen beginnt. Das ist für Spira eine Analogie zum Bewusstsein, das seiner selbst nicht mehr gewahr wird, weil ganz auf das Gedachte und Wahrgenommene konzentriert ist. "Erleuchtung" ist in diesem Sinne ein seiner selbst Gewahrwerden- nichts Neues, nichts Hinzugedachtes, nichts wieder objekthaft Vorgestelltes.

Kommentare

  1. Es soll Menschen geben, die gehen durchs Leben und reden sich den Mund fusselig, dass sie nicht mit den Erwartungen anderer überlagert werden wollen. Man nimmt sich das Erlebnis des Momentum genau dadurch.

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  2. "Er benutzt das Bild des Fernsehers- der Zuschauer sei so sehr auf das Gezeigte fixiert, dass er den Bildschirm selbst vergisst.."
    Interessanter Gedanke, der seinen einzigen aber auch unverzichtbaren Wert darin hat, dass er ein Auwachmoment darstellt.
    Man glaubt zunächst, eine Illusion durchschaut zu haben und wacht daran auf. Verfolgt man ihn aber weiter, schlittert man sofort in die nächste Illusion: Man kommt zu den Bildpunkten, zur Netzhaut, zum Gehirn, erinnert sich daran, dass eigentlich alles auf dem Kopf stehen müsste und schliesslich fällt einem vielleicht noch die Hohlwelttheorie ein.
    Da steh' ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!
    Aber das eigentlich Wertvolle an solchen Gedanken ist eben, dass man an ihnen lernen kann, auch mit unbestimmten Zuständen gut zu leben...

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  3. Als Fußnote erlaube ich mir, folgendes Video beizutragen http://www.youtube.com/watch?v=TGCZtmWD568

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