Das bin ich - Tat Tvam Asi

Es gibt solche und solche Lehrer im Leben und in der geistigen Entwicklung. Lernen von ihnen kann man immer. Ich habe mir immer schon reziproke Lehrer gegönnt- nicht nur, aber auch; solche an denen ich mich rieb, an denen mir aber auch klarer wurde, worum es mir ging. Die Inhalte ihrer Belehrungen interessierten mich nicht; sehr wohl aber die Form, die Botschaft, die Art der Repräsentation. Es gab da Osho, zum Beispiel, einige ungenannt bleibende Suggestive mit Machtgelüsten, die verstellte Güte in Machtmenschen wie Benesch- überhaupt einige Köpfe der Anthroposophischen Szene, und einige darin wirkmächtige Cliquen mit ihren jeweiligen Figuren. Mich interessierten auftretende anthroposophische Mini- Gurus, die mich innerlich zu intensiverer innerer Arbeit brachten - schon alleine um ihre Entwicklungen zu verstehen, nachvollziehen zu können. In letzter Zeit war Judith von Halle ein Fokus meiner Betrachtung, wie Viele wissen- gerade um die Umstände ihres visionären Tuns nachvollziehen zu können, aber auch um die Elemente, an denen der Kern ihres erdflüchtigen Wirkens wenigstens etwas zu fassen ist, zu verstehen.

Vielleicht wird die Art der Auseinandersetzung an einem Beispiel deutlich- etwa wenn sie richtig schreibt, aber wiederum einseitig betont: „Einzig durch die Ent- Täuschung kann er jedoch seinen eigenen Abgrund überwinden, die ihn bislang von der Wahrnehmung der geistigen Welt, der Welt der Realität, trennte. Erst in ihr erhält er Auskunft über sein wirkliches Wesen, das über der Stoffeswelt steht.“*

So, steht es darüber?** Das Gegenteil ist der Fall. Der Mensch steht mit all seinen Sinnen, gerade auch mit den unteren, wie dem Gleichgewichtssinn, vollkommen in der "Stoffeswelt"- der Welt, die ihm sinnlich entgegen tritt, aber keinesfalls nur "stofflich" ist. Der Mensch konstituiert sich und seinen aufrechten Gang anhand und durch die Schwere, er bildet seine Augen durch das Licht, er erlernt Sprache anhand der Differenziertheit der Objekte, er ist im Lauschen an sie hingegeben, und er lernt das Denken und Verstehen von den menschlichen Subjekten, die seinen Weg kreuzen, indem er sie kennen lernt.

Mit der geistigen Arbeit lernt er die "Stoffeswelt" kennen als etwas, was besteht aus göttlichem Willen, der sich in sie ausgegossen hat, aber zugleich durch dringt in die Welt und sich auf der Ebene der lebendigen Kräfte, die sie bilden, immer weiter entfaltet. Dieselben Kräfte hat der Mensch in sich; einerseits indem sie auch ihn schaffend tätig als lebendiges Wesen erhalten, aber auch durch die besondere menschliche Konstitution (die "Ätherisation des Blutes"), die die gebundenen Naturkräfte in ihm befreit und ihm so durch Bewusstsein, Denken und Reflexion die Möglichkeit bietet, sich einerseits seiner selbst gewahr zu werden- andererseits sein Denken willentlich so zu stärken, dass er die Lebenswelt denkend- meditativ in sich realisiert.

Die Entdeckung, die dadurch möglich wird, ist die, dass die Trennung zwischen innerem Lebensleib und dem Leben in der Natur illusorisch ist. Durch das einsichtig werdende Bewusstsein wird ihm deutlich, dass der eigene Lebensleib eine vollendete Spiegelung der Lebenskräfte der scheinbar nur umgebenden Erde ist. Die Kluft, die auch von Halle meint, kann durch die sich wandelnde, lernende, weicher und willenhafter werdende Erkenntnis übersprungen werden. In diesem Augenblick beginnt das Verhältnis zur Natur - zum „Kosmos“ - sich zu wandeln. Auf der verständig gewordenen Willensebene ist die umgebende Natur eben nicht „das Andere“; die in ihr immanente Weisheit beginnt sich zu enthüllen - dadurch dass der Lernende ein Denken entwickelt, das im Lebendigen bestehen kann. Dann fällt die Objekt - Subjekt- Differenz in sich zusammen, die Dualität erweist sich als eine Illusion. Der Mensch beginnt die Konstellation des Mondes im Frühling, das Ganze einer Blüte, einer Landschaft mitsamt dem Spiel des Lichtes, den hängenden Wolken und dem spezifischen Wind, tief mit zu empfinden, als sprächen sie zu ihm. Es beginnt eine Form der Verehrung und der neuen Wahrnehmung der Schönheit durch die Ahnung, dass ein lebendiger, warmer Geist die Natur wie ihn selbst durchdringt, und Dankbarkeit, dass er daran partizipieren, dass er dies endlich ein Stück weit in sich realisieren kann. Das Glück, das damit verbunden ist, ist eine erste Ahnung des den ganzen Lebensorganismus durchdringenden Auferstandenen.

Nein, der Mensch steht nicht „über der Stoffeswelt“- sie ist nachts sein geistiger Lebensraum, aber im erwachenden Verstehen auch am Tage. Der Riss des Missverstehens geht durch den Menschen selbst, besteht nicht zwischen ihm und der umgebenden Natur. Er ist ganz gewiss nicht innerlich getrennt von ihr. Er selbst ist „geistige Welt“, und die Natur ist es ebenso.

___
*Judith von Halle, Der Abstieg in die Erdschichten auf dem anthroposophischen Schulungsweg, Dornach 2009
**Bei von Halle betritt der Schüler dann die ""heiligen Hallen" der höheren Erkenntnis" und hört den Ruf des "Hüters": "Das Welten-Ich ist mein Ich." (S. 31) Damit erreiche er dann die "Kontinuität des Bewusstseins".

Kommentare

  1. Lieber Michael,

    ...endlich mal was (über(s)Persönliches, dank Dir, das tut gut :-)

    Allerdings denke ich schon, dass der wirkliche Mensch über der Stoffeswelt steht, der, der sich in mir entfaltet und mich begleitet auf meinen Inkarnationen als dadurch Werdender und dem an ihnen sich Entfaltendem.

    Dem, was und wie Du schreibst kann ich allerdings ebenfalls zustimmen, aber das wäre halt "bloss" das Erleben und die Schulung DURCH die für uns nötigen Inkarnationen, aus dieser "Perspektive" betrachtet und erlebt. Ich würde daher weder die eine noch die andere Sichtweise als eine/die richtige hinstellen wollen. Womöglich für Kees wieder ein Schweberproblem ? :-)

    In Materie und Stoffeswelt sehe ich immer das Wesen von Gewordenem und Gewordenes hat einen Schöpfer als beDINGenden Urgrund, Urimpuls, schöpferischem Prinzip halt, an dem der wahre Mensch auch seinen Anteil hat und immer mehr bekommen wird. Vielleicht könnte man daher auch sagen, er, der Mensch, stünde nicht über, sondern "vor" der Stoffeswelt, also wirklich dem Stoffe selbst -- ? Und meinen geistigen Lebensraum würde ich setzen wollen in den transzendental erlebten Bereich im Verhältnis zur Stoffeswelt.

    "Er selbst ist „geistige Welt“, und die Natur ist es ebenso."

    Unterscheidest Du nicht bei einem von Dir geschaffenen Gemälde Dich als Schöpfer und das Bild als Schöpfung? Ist das für Dich einerlei?

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    1. Auf der Ebene der Wärme bin ich das Geschöpfte.

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    2. ...als hierarchisches Wesen betrachtet, oder wie meinst Du es?

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    3. Dieser Aspekt ist für mich schwierig zu formulieren, ohne in bestimmte sprachliche Schablonen zu fallen. Deshalb lasse ich es lieber so offen stehen. Aber es ist wahr, der Blickwinkel geht mehr auf sich selbst als Geschöpf.

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  2. Lieber Michael,

    evtl. habe ich auf den gleich nachfolgenden Steinerpassus, hier im Blog, bereits hingewiesen. Sei`s drum. Durch den heute von dir gegebenen Anlass kommt er mir wiederum in die Erinnerung und ich erachte ihn erneut als erwähnenswert. In Besonderen von daher, das Rudolf Steiners der uns verbindende Lehrer ist. Ohne seine Anthroposophie gäbe es diesen Blog nicht. Deine persönliche Schilderung habe ich mit Freude lesen können. Danke.


    Aus: R. Steiner - Mein Lebensgang, Kap. 25

    „Denn niemand hätte mich verstanden, wenn ich gesagt hätte: dem, was am Menschen als Geist erscheint, und der Natur liegt etwas zugrunde, das weder Geist, noch Natur ist, sondern die vollkommene Einheit beider. Diese Einheit: schaffender Geist, der den Stoff in seinem Schaffen zum Dasein bringt und dadurch zugleich Stoff ist, der ganz als Geist sich darstellt: diese Einheit wird durch eine Idee begriffen, die den damaligen Denkgewohnheiten so fern wie möglich lag. Von einer solchen Idee aber hätte gesprochen werden müssen, wenn in geistgemäßer Anschauungsart die Urzustände der Erd- und Menschheitsentwickelung und die heute noch im Menschen selbst tätigen geist-stofflichen Mächte hätten dargestellt werden sollen, die auf der einen Seite seinen Körper bilden, auf der andern das lebendig Geistige aus sich hervorgehen lassen, durch das er die Kultur schafft."

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    1. Mir war es gegönnt, vorhin bei Gott vorzusprechen, er hatte ein wenig Zeit für mich und kam selbst an die Tür an die ich klopfte. Ich hatte mich kurz entschuldigt, ich sei gerade und ich würde,... ich wollte ihn mal fragen, was Materie ist. Es huschte ganz kurz durch seinen Blick, wodurch ich vernahm, dass er gar nicht wusste, was Materie ist, er kannte den Begriff gar nicht, aber er verstand natürlich mich und lächelte mir voller Verständnis zu, er sah mir bis auf den Grund meiner Seele und sagte: "Weisst Du, Materie gibt es eigentlich gar nicht, das ist eine Erscheinung, die Dir dabei hilft Dich zu erinnern, sie lagert Dir ein, einem Echo geich, was Du getan und gibt Dir dadurch eine Gewissheit von Dir selbst, um Dich zu finden und zu erkennen... -- " In mir tat sich ein riesiger Raum auf, es war ganz hell, klar und strahlend und ich hatte keine Frage mehr, keine...

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    2. Hallo Manfred,

      woher holst Du denn jetzt das Wort „Materie“? Geht es doch hier, meines Erachtens, um das Thema: Wesen und Erscheinung. Gut, ich sehe, Du selbst hast das Wort hier eingeführt. Hiermit: “In Materie und Stoffeswelt sehe ich immer das Wesen von... „. Michael wie Steiner, beide sehen das tätige „Wesen“ in der „Erscheinung“. Statt dieser Worte sagt Steiner: Geist und Stoff. Also bitte, frage bei deinem Gott doch noch einmal nach, ob er sich selbst auch als Stoff kenne. Denn ansonsten wäre das Folgende deinerseits ein unmöglicher Vorgang: Dieses: „...das ist eine Erscheinung, die Dir dabei hilft Dich zu erinnern, sie lagert Dir ein, einem Echo geich, was Du getan und gibt Dir dadurch eine Gewissheit von Dir selbst, um Dich zu finden und zu erkennen."

      Weiterhin andernorts spricht Steiner davon: Geist = Urphänomen - Stoff = abgeleitetes Phänomen. Und die Aufgabe des Erkennens besteht darinnen, den Zusammenhang der abgeleiteten Phänomene anhand der Urphänomene zu bestimmen.

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    3. Lieber manroe,
      ich finde diese kleine Erzähnlung wirklich sehr schön und auch gehaltvoll (nicht nur Seelenbalsam).

      {Lieber Burghard, widersprich mir als Künstler, wenn ich mich irre!}

      Ich möchte behaupten, dass Materie (als Stofflichkeit) in dem Augenblick aufhört zu existieren , da ich wirklich mit ihr arbeite - sie existiert eigentlich nur solange ich mich durch ihre Rätselfragen gequält/herausgefordert fühle.
      [Damit meine ich nicht, dass Stofflichkeit durch 'Ignorieren' beseitigt werden kann.]
      Aber das eigentliche Stofferlebnsi haben wir doch durch die Eigenschaft der Materie, dass sie uns in unserer Bewegung ausbremst und zum erstarren bringt.
      Insofern existiert 'Materie' eben nicht als solches, sondern ist erlebter Ausdruck unseres 'ausgebremst werdens' (ein Bild, das dadurch entsteht).

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    4. Lieber Stephan,

      um mich geht`s hier nicht. Sondern, aus meiner Sicht, im Kontext der Anthroposophie, hierum:

      Rudolf Steiner - „Das Urphänomen“ - "Einleitungen in Goethes naturwissenschaftliche Schriften"

      Darinnen steht:“ Das sinnenfällige Weltbild ist die Summe sich metamorphosierender Wahrnehmungsinhalte ohne eine zugrunde liegende Materie.“

      Es ist gut, sich einmal dem Text in Gänze zuzuwenden.

      Obwohl sich das Wort „Materie“ aus dem lat. materia = Stoff herleitet, wird in der modernen Naturwissenschaft eine Materie statuiert. Und als das, als ein dem Geist entgegenstehendes gedacht
      und damit als ein unüberbrückbarer Dualismus gesetzt.

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    5. Da die Bedeutung des Wortes „Stoff“, für ein jeweiliges Verständnis des eingängigen Textes von Michael, ausschlaggebend ist, will ich etwas ergänzen. Noch in der deutschen Klassik und dort im Besonderen in den „Erziehungsbriefen“ Schillers, war vollkommen klar, das Stoff „ein“ Geschehen im Willensleben ist. Schiller schrieb Schicksalsdramen. Wir kennen das Wort „Schicksalsfäden“. Früher bestand ein jeder Stoff aus Fäden. Ein heutiger Nachklang des damaligen Verständnisses findet sich wie beispielhaft noch im Wort „Lernstoff“. Und der ist zusammengesetzt, sowohl aus Mathematik, wie aus Handarbeit oder dem Romanstoff eines Thomas Mann.

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    6. Hallo Burghard,

      ...mehr als Materie geht nicht, es liesse sich auch sagen, weniger als Materie geht nicht, weil, Materie ein zu Ende gekommener Prozess ist, wirklich ausgeformter Wille. Dazwischen, also ausgehend vom Willensbeginn, läge der (")Stoff("). Die ganze "Kette", von einem jeweiligen Ursprung, Urbeginn, endet in der Materie. Der jeweils schöpfende Geist impulsiert eine solche "Strecke" mit/durch seinen Willen. Das Resultat wäre kein "unüberbrückbarer Dualismus" sondern der in die Form geronnene Urimpuls, genannt Materie. Dieses Bild bis hierhin würde aus unserer Sicht so anzusehen sein, also aus der Sicht eines Inkarnierten.

      Mein wahres Wesen entlässt mich zur Inkarnation und holt mich wieder ab, wenn ich meinen Leib verlasse. Meine eigentliche Heimat befindet sich also im "Jenseits", der Ewigkeit, der Transzendenz... Von dort aus angeschaut, also hier in meiner Heimat, gibt es keine Materie, sie dient allem Inkarnierten auf deren Reise als Gegenstand einerseits und dieser dann zum "Ausbremsen", Verdichten von Erfahrung durch Gegen-/Widerstand und dadurch der Selbsterkenntnis. Um den Menschen zu sehen, ihn zu verstehen, muss ich zusammenschauen seinen Aufenthaltsort im "Jenseits" (uninkarniert) und seinen Aufenthaltsort im Leibe (inkarniert). Der eigentliche Mensch geht zur Schule, indem er sich inkarniert.

      Stelle Dir vor, Du könntest durch jegliche Sichtbarkeit hindurchgehen, wie mit dem Finger durch eine Flamme, es wäre Dir unmöglich wirkliche Erfahrungen zu machen von dem, was Du wahrnimmst.

      Stoff wäre mir jene "Substanz" die mir meinem Willen zur Formung "gegeben" ist und in der Materie, ausgeformt, sein Ende findet. Stoff ist kein Geschehen im Willensleben, sondern jene Substanz in die hinein er sich verwirklicht, vermittels der er schafft.
      -----

      "Das sinnenfällige Weltbild ist die Summe sich metamorphosierender Wahrnehmungsinhalte ohne eine zugrunde liegende Materie"

      Mit der Materie selbst kann ich ja schliesslich auch gar nicht schöpferisch sein, das Schöpferische aber drückt sich in ihr aus, gerinnt in sie hinein. Ein jeglicher schöpferischer Vorgang selbst findet statt im Nichtmateriellen.

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    7. @Burghard

      Lieber Burghard, natürlich geht es nicht um Dich, sondern um die Sicht des Künstlers der den Stoff be/durch-arbeitet - repräsentiert durch Dich.
      Bei aller Objektivität der Anthroposophie bleiben ja doch die unterschiedlichen Lebensblickwinkel bestehen...

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    8. Lieber Stephan,

      Du sagst: "Ich möchte behaupten, dass Materie (als Stofflichkeit) in dem Augenblick aufhört zu existieren , da ich wirklich mit ihr arbeite."

      Dazu kann ich aus Erfahrung sagen: Der Macher steht dem ihm gegebenen Stoff zunächst wie gegenüber in "seelisch-geistiger" Weise. So dastehend wählt er für seine Intentionen diejenigen Stoffe aus, die ihm entsprechen. In Folge vertief er sein Stofferleben so, dass, so es dabei gut geht, er im Stoff verschwindet. Und darinnen seiend, sich weiterhin, nun in "geistig-seelischer" Weise betätigt. Stephan, dies als kurzer Anriss dafür, dass für dich ersichtlich werden kann, nicht der Stoff, sondern der Macher verschwindet. Im Stoff.

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    9. Ja, genau so habe ich es auch gemeint; der Macher verschwindet schaffend im Stoff.

      Und in dem Augenblick, wo er ganz verschwunden ist (sich nicht mehr erlebt), verschwindet eben auch die eigentliche(phänomenologisch erlebbare) stoffliche Qualität des uns in 'schaffender Bewegung ausbremsenden'...

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    10. Ergänzend sei gesagt: So manche Macher kommen manchmal sehr schwer wieder heraus aus dem Stoff, da der eine enorme "Haltewucht" entfalten kann. Das rührt daher, dass durch die Hingabe des freien Willens eines Machers an den Stoff, dass der so allein seinen Willen entfachen kann. Was vom Macher auch so gewollt ist. Schließlich bedarf er doch der vollen Kraft, so er nicht saftlos herumpinseln will. Daher stammt die Formulierung: Sich von etwas wiederum losreißen können.

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    11. Weitere Ergänzung:

      Stephan, Du sagst: "Und in dem Augenblick, wo er ganz verschwunden ist (sich nicht mehr erlebt)," Sich nicht mehr erlebt? :-) Das "sich", also das "sein Ich" erleben, eben das Icherlebnis, das findet genau dabei, immer wiederrum in Erneuerung, seinen Anfang.

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    12. Ich würde nicht sagen, dass "der Stoff" - was immer es ist, das da gestaltet wird- die eigentliche "Haltewucht" hat, sondern die erfolgreiche Beendigung des Prozesses; das fertige Produkt - womöglich auch etwas Kommunikatives wie eine Supervisions- Technik- hat zum Erfolg geführt. Das ist das Verführerische- nicht immer neu zu beginnen, sondern es wiederholen zu wollen; in Produktion und Manierismus einzutreten. Das ist auch eines der großen Probleme bei der meditativen Arbeit. Wiederholen geht hier noch weniger; das "Produkt" entzieht sich, der Prozess benötigt stetige Neuerfindung. Es gibt, freilich auch eine Professionalität darin; ein Offenlassen- Können, eine stete pure Aufmerksamkeit und Bereitschaft zur Improvisation. Bis dahin ist es ein weiter Weg.

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    13. Michael, sicherlich kann ein guter Erfolg dazu veranlassen, ihn halten zu wollen. Darin Unerfahrene meinen, das durch Wiederholung bewerkstelligen zu können. Aber: Dabei ist der Macher der Halter. Oben ist meinerseits hingewiesen auf die "Haltewucht" des Stoffes.

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    14. Ja, ich weiß, ich kenne das. Man ist dabei vollkommen involviert, vollständig ausgegossen. Das ist merkwürdig körperlich anstrengend, aber auch beglückend.

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    15. Das Wichtigste ist wohl, dass man seinen Schwung nicht verliert, sich von der Dichten Materie nicht (ganz) ausbremsen lässt, nicht in die Erstarrung gerät.
      Auch bei dem Versuch, den Erfolg halten zu wollen, kann man leicht zum Stillstand kommen...

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    16. Beschreibt ihr die Hingabe -- ? Der Macher verschwindet im Stoff? Ich habe eher den Eindruck, dass er durch ein/das vermeintliche "Verschwinden" geradezu wird, zu einer fast höchsten Präsenz. Den Macher, habt ihr den schon mal gesehen??

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    17. ...wollte nur sagen:
      Die stoffliche Welt ist keine Bushaltestelle wo man rumsitzt und wartet, bis man vom Stoff abgeholt wird...

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  3. Guten Morgen Burghard,

    "dem, was am Menschen als Geist erscheint, und der Natur liegt etwas zugrunde, das weder Geist, noch Natur ist, sondern die vollkommene Einheit beider. Diese Einheit: schaffender Geist, der den Stoff in seinem Schaffen zum Dasein bringt und dadurch zugleich!! Stoff ist, der ganz als Geist sich darstellt:"

    Was schlussfolgerst Du denn aus dieser Aussage Steiners, was zeigt sich Dir daraus als leitende Vorstellung? Möglichst in Form eines sich entfaltenden Filmes, vom Beginn einer Schöpfung bis hin zu seinem Werk?

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  4. „Der Mensch muß sich so schulen, daß er bei jeglichem Dinge, das ihm gegenübertritt, ganz wie selbstverständlich unterscheidet zwischen dem, was unwesentlich ist, und dem, was Bedeutung hat.” (GA 10). Entwickeln sich ohne genügende Vorbereitung beim wachenden Menschen Illusionen wie Spiegelsehen (Deuteroskopie)?

    “Durch die erste «Unterscheidung des Wahren von der Erscheinung» wird der gekennzeichnete Mittelpunkt im Kopfe erzeugt und der im Kehlkopf vorbereitet.“ … “Würde gleich vom Anfang an der Mittelpunkt in die Herzgegend verlegt, so könnte der angehende Hellseher zwar gewisse Einblicke in die höheren Welten tun; er könnte aber keine richtige Einsicht in den Zusammenhang dieser höheren Welten mit unserer sinnlichen gewinnen.“ (GA 10, vgl. GA 13)

    Die Scheitellotus (Zirbeldrüse) wird hier von Steiner nicht direkt erwähnt, jedoch beschrieben als ‘vorläufiges Mittelpunkt im Kopfe‘. Es geht hier wohl um die Stufe der Vorbereitung (Reinigung, Katharsis, Studie, materielle Erkenntnis, gegenständliches Bewußtsein).

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  5. In die Runde:

    Nehmt bitte einfach den Text von Michael zur Kenntnis. Schwerpunktmäßig ab: „So, steht es darüber? Das Gegenteil ist der Fall.“

    Ich selbst habe den weiter folgenden Schilderungen seinerseits nichts hinzuzufügen. Alles weitere hier ist, mal wieder, bereits eine sich anbahnende Megadiskussion. Und wiederum so eine, die sich so gebärdet, als hätte Michael hier „kein“ Textangebot in die Öffentlichkeit gestellt.

    P.S.

    Thema ist: Geistwelt – Stoffwelt. Beides ist jeweilig ein Bewußtseinsvorgang. Dazu Steiner: Schiller unterscheidet zwei Bewußtseinszustände, in denen der Mensch sein Verhältnis zur Welt entwickelt.“ Bei Schiller so benannt: Stofftrieb – Formtrieb. Das das Wort Stoff sich von lat. materia herleitet, schrieb ich bereits. Zur „Materie“ sagt Schiller, im 12ten der hier bereits erwähnten „Erziehungsbriefe: „

    „Zur Erfüllung dieser doppelten Aufgabe, das Nothwendige in uns zur Wirklichkeit zu bringen und das Wirkliche außer uns dem Gesetz der Nothwendigkeit zu unterwerfen, werden wir durch zwei entgegengesetzte Kräfte gedrungen, die man, weil sie uns antreiben, ihr Objekt zu verwirklichen, ganz schicklich Triebe nennt. Der erste dieser Triebe, den ich den sinnlichen nennen will, geht aus von dem physischen Dasein des Menschen oder von seiner sinnlichen Natur und ist beschäftigt, ihn in die Schranken der Zeit zu setzen und zur Materie zu machen, nicht ihm Materie zu geben, weil dazu schon eine freie Thätigkeit der Person gehört, welche die Materie aufnimmt und von sich, dem Beharrlichen, unterscheidet. Materie aber heißt hier nichts als Veränderung oder Realität, die die Zeit erfüllt; mithin fordert dieser Trieb, daß Veränderung sei, daß die Zeit einen Inhalt habe. Dieser Zustand der bloß erfüllten Zeit heißt Empfindung, und er ist es allein, durch den sich das physische Dasein verkündigt.“

    Ich wiederhole: Materie aber heißt hier nichts als Veränderung - Dieser Zustand.....heißt Empfindung“

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    1. Weiterführung:

      Zur Empfindung sagt Steiner, in dem wiederum bereits hier von mir erwähnten Text - Das Urphänomen:

      „Was erfahre ich aus der Untersuchung eines Dinges, das von einem Prozesse, der in meinem Bewußtsein als Empfindung auftritt, ergriffen wird? Ich erfahre nicht mehr als die Art und Weise, wie jenes Ding auf die Aktion, die von der Empfindung ausgeht, antwortet, oder mit anderen Worten: wie sich eine Empfindung in irgendeinem Gegenstande der räumlich-zeitlichen Welt auslebt. Weit entfernt, daß ein solcher räumlich-zeitlicher Vorgang die Ursache ist, der in mir die Empfindung auslöst, ist vielmehr das ganz andere richtig: der räumlich-zeitliche Vorgang ist die Wirkung der Empfindung in einem räumlich-zeitlich ausgedehnten Dinge. Ich könnte noch beliebig viele Dinge einschalten auf dem Wege von dem Erreger bis zu dem Wahmehmungsorgane: in jedem wird hierbei nur dasjenige vorgehen, was in ihm vermöge seiner Natur vorgehen kann. Deshalb bleibt aber doch die Empfindung dasjenige, was sich in allen diesen Vorgängen auslebt.“

      Ich will anmerken: Was also lebt sich in der „Materie“ aus? Die Empfindungseele. Zu ihr sagt Steiner:

      "Wenn wir zunächst von der Empfindungsseele sprechen, so meinen wir nicht nur dasjenige in unserer Seele, was sich durch Wahrnehmung, durch Sinneseindrücke in Verbindung zu setzen vermag mit der äußeren Welt, sondern wir meinen auch den Sitz von allem, was wir nennen können Triebe, Begierden, Leidenschaften, auch den Sitz von allem, was Willensimpulse in der menschlichen Seele sind. Am zweckmäßigsten ist es sogar, will man sich eine Vorstellung verschaffen von dem, was eigentlich innerhalb unseres seelischen Lebens die Empfindungsseele ist, daß man sich vorstellt, wie alles Willensartige, alles was uns von innen heraus Anstöße gibt, ein Verhältnis zur Außenwelt zu suchen, das Wesentliche in der Empfindungsseele ist, und wie es an der Empfindungsseele hängt, daß sie die wichtigste Vermittlerin ist auch des Empfangens von äußeren Eindrücken des Wahrnehmens. Deshalb wird sie Empfindungsseele genannt. Wenn der Mensch einen Ton- oder einen Farbeneindruck empfängt, waltet die Empfindungsseele. Auch wenn die Leidenschaften aufsteigen, bei Affekten, Zorn, Furcht, Angst, waltet im wesentlichen die Empfindungsseele." GA 127

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    2. Es ist vielleicht etwas implizit, aber ich sehe als themenbezogen (Wesen-Erscheinung): die Unterscheidung des Wahren von der Erscheinung in der Schulung. Das ist auch organisch bezogen auf der Zirbeldrüse (Mittelpunkt des Kopfes) und da gibt es auch irreguläre Entwicklungen (fern sehen). Philosophisch explizit sind schon die Themen Dualismus/Monismus, Qualia und Natur/Kultur.

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    3. Weiterführung:

      Zur Empfindungsseele sagt der Rudolf Steiner – Schüler, Karl Ballmer:

      „Hier zunächst die Definition des theosophischen Begriffes der Empfindungsseele aus dem Buche „Theosophie“ von 1904

      „Man stelle sich den Menschen vor, wie er von allen Seiten Eindrücke empfängt. Man muss sich ihn zugleich nach allen Richtungen hin, woher er diese Eindrücke empfängt, als Ouell der bezeichneten Tätigkeit ( gemeint: Die Tätigkeit, durch welche die Empfindung zur Tatsache wird, Anmerk. K.B.) denken. Nach allen Seiten hin antworten die Empfindungen auf die Eindrücke. Dieser Tätigkeitsquell soll Empfindungsseele heißen.“ (Steiner, Theosophie)

      Weiter Karl Ballmer: „Ich bin nicht sicher, ob diese Definition schon öfter genau und ernsthaft so gelesen worden ist, wie sie seit 1904 im Buche steht. ----- Unter Tätigkeitsquell habe ich unvermeidlich das Woher meiner Empfindungen zu verstehen, und dieses Woher fällt zusammen mit den Dingen und Vorgängen der Außenwelt. Die Definition besagt also: der Veranstalter der äußeren Wahrnehmungen und der die Eindrücke Empfangende sind EINER. ----- unterder Voraussetzung einer Vielzahl von Subjekten der Wahrnehmungstätigkeit – tritt in der Definition der theosophischen Empfindungsseele nun die Welt SELBST als das originäre und singuläre Subjekt auf. Die Welt ist Empfindungsseele.“ (Karl Ballmer: „Abschied vom Leib-Seele-Problem“ S. 34-35


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    4. Entschuldige bitte, Burghard, ich hatte übersehen, dass Michael bereits gedacht hatte und uns wiedereinmal einen so gehaltvollen Text vorgelegt hat, der nicht in der Lage war mein ungestümes Denken im Zaume zu halten. Und was immer Schiller und Goethe gesagt haben, es wird in alle Zeiten das Mass der Dinge beschreiben. Insbesondere jenes der Empfindungsseele, ja, man übersieht es leicht.

      Also, schön nachlesen -- und nicht von der Spur kommen!! Warum ist es bloss so schwer zu begreifen, was uns Michael und Burghard sagen -- ?

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    5. @Ton: Der springende Punkt im Unterschied zur "irregulären" Entwicklung liegt mMn im Verstehen, Erkennen; auch eine Imagination ist kein "Bild" oder "Symbol", sondern ein verdichteter Gedanke; mehrdimensionales, strukturiertes Verständnis. Das Irreguläre arbeitet mit Impulsen, die höchstens im Nachhinein interpretiert werden können; sie sind nicht in sich transparent. Beispielsweise werden Kundalini- Impulse direkt aufgerufen und überfluten die oberen Chakren; es ergeben sich Erleuchtungs- und Lichterfahrungen mitreissender Art, Visionäres, Bilderfluten. Es ist eigentlich eine Flut gelöster sexueller Weisheit, die das Ich nur - falls überhaupt- indirekt gedanklich auflösen kann; der Pythia- Effekt. Die Erkenntnis ist prinzipiell verschmutzt, in diesem Fall, und durchsetzt von Unrat. Steiner beschreibt es als eine Art Korruption.

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    6. @Ton: Du sagst: “Es ist vielleicht etwas implizit, aber ich sehe als themenbezogen (Wesen-Erscheinung): die Unterscheidung des Wahren von der Erscheinung."

      Ton, ich übertrage jetzt Wesen und Erscheinung einmal auf das Denken. Des Denkers Können zeigt sich z.B. dabei, solche Gedanken zu bilden, die den Zusammenhang von Vorgängen erhellen können. Hierbei zeigt sich dessen Können in der „Erscheinung“ solcher Gedanken. Die Fähigkeit, denkend Gedankenfolgen zu bilden, die ist unerschöpflich, mithin unendlich. Da das so ist, daher könnte man „meinen“, er gäbe so ein Denken, das jenseits aller Gedankenbildung, in seinem wahren „Wesen“ erlebbar wäre. Also in einer Selbstunterscheidung von allem bereits Gedachtem wie von all dem, das weiterhin bedacht sein könnte.

      Nun ist klar, jemand denkt. Wer? Gemeinhin heißt das: Ich denke. Wir können also zudem auch noch dieses Ich vom Denken unterscheiden. Denn, es kann das Denken auch bleibenlassen. Wir kommen also zuletzt auf ein Ich – Wesen. Und, es ergibt sich die Frage: Ist dieses Wesen in seiner wahren Natur, so es sich unterscheidet von seinem, sich in Tatsächlichkeit „erscheinenden“ wie darlebenden Können? Das Können ist? Sich für anderes wandeln zu können. Wobei ein jegliches Können eben bereits eine „Erscheinung“ desselben ist.

      Die Frage beantwortet sich, indem man den Wesensbegriff umschreibt. Dem Wesen des Ich ist zugehörig, Denktätigkeit als Gedankenfolgen in die Erscheinung heben zu können. Am Ich-Wesen ist ersichtlich: Das Wesen eines Wesens „erscheint“, ich sage jetzt: "erzeugt" sich stets wiederum in Selbsterneuerung dabei, wie es sich in Andersheit, oder für anderes, darlebt. Beispiel: Das Wesen eines Stuhles „erscheint“, indem sich jemand auf ihn setzt. Jeder kennt das: Man kann solche möblierten Räume betreten, wobei man empfindet: Der Raum ist unbelebt. Weiteres Beispiel:Das Wesen eines Medikamentes erscheint, also ist erzeugt, indem es jemand zu sich nimmt. Ect.

      Letzteres besagt: Die „wahre“ Natur eines jeglichen Wesens ist dessen „Erscheinung“ in Selbsterzeugung durch Andersheit. Da das so ist, daher erklärt sich die Mission der Kulturschaffenden. Solche Menschen heben Wesen so in die Erscheinung, das jeglich dafür dienender Stoff dabei so erscheinen kann, das er dabei wiederum sein Wesen so entfalten kann, das der Zusammenklang aller, so einem Vorgang dienender Stoffe, ebenso so ein in Andersheit tätig sein ist, wie es das Tun des Ich selbst ist.

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    7. @Michael
      Kann man die irreguläre, korrumpierte spirituellen Entwicklung nicht differenzieren? Neben visionär-mystischen Impulse gibt es dann den magisch-willenhaften Weg mit Spiritismus, Mediamismus und Somnambulismus (GA 243, Koulias), wie bei Swedenborg, Langsdorff, Crooke.
      Ebenso steht in der regelrechten Entwicklung neben ‘Ich bin das All‘ (Brahman, Weg nach innen) Von Halles ‘Das Welten-Ich (das Es) ist mein Ich (bin ich)‘ oder ‘Das (Tat) bist Du selbst‘ (Tat, Weg nach außen, s. GA 113).

      @Burghard
      Deshalb kann man etwas bedenken,was man will, aber wahrnehmen nicht; dann muss das Wahrnehmbare vorhanden sein. (Aristoteles, Über die Seele, II.5).
      Denn bei den Dingen ohne Stoff ist das Denken und das Gedachte dasselbe (III.4).

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    8. Ich kann die Formen korrumpierter Entwicklung nicht durch eigene Erfahrung abdecken- nur fehlt mir in Deinen Darstellungen der unmittelbare magische Eingriff einer äußeren Macht, der direkt die Erfahrung der Erleuchtung vermittelt- vermutlich via Kundalini. Die extreme Macht, der auch extrem schwer zu widerstehen ist, kenne ich; ich habe sie immer verglichen mit einer Eisenbahn, die direkt aus dem unteren Rücken angreift. Das wird gern beschworen in Zeremonien, die Menschen gar nicht realisieren- etwa in Veranstaltungen heute zur Tibethilfe, in denen gern spontane Gruppenmeditationen veranstaltet werden, als eigentliches okkultes Kampfmittel. Aber auch in magischen Kreisen anderer Art. Inzwischen scheint so etwas auch über das Internet praktiziert zu werden (Zehntausende zur gleichen Zeit am Rechner meditierend). Die "Abrichtung" zu Medien wurde in den Pseudo- Rosenkreuzer- Kreisen der vorletzten Jahrhundertwende praktiziert, auf die sich Jv Halle bezieht im Emmerich-Buch; Edith Maryon hat ja offenbar dort ihre okkulte (aber gefährdete) Praxis erworben; sie stand daher unter besonders aufmerksamer Aufsicht Rudolf Steiners.

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    9. Ergänzung zu meinem obigen Beitrag v. Dienstag, 27.5.14. - 16.11°°

      Dort schrieb ich:

      Am Ich-Wesen ist ersichtlich: Das Wesen eines Wesens „erscheint“, ich sage jetzt: "erzeugt" sich stets wiederum in Selbsterneuerung dabei, wie es sich in Andersheit, oder für anderes, darlebt.

      Eben noch, in meiner Facebook-Seite mich ergehend, trat ich in den nachstehenden Rudolf-Steiner-Satz.

      "Das Ich erhält Wesen und Bedeutung von dem, womit es verbunden ist"

      (Aus der Schrift: Theosophie)

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  6. Hallo Manfred,

    Du sagst: "Möglichst in Form eines sich entfaltenden Filmes, vom Beginn einer Schöpfung bis hin zu seinem Werk?" s. 27.5. 8.00°°

    Anfang und Werk ist mir dasselbe. Das besagt: Der Anfang ist stets jetzt. Damit zeigt sich mir der Anfang als das Wesen, das in seinen Schöpfungen "sich" in stetiger Selbstschöpfung erneuert.

    Diesen seinen Schöpfungen also innewohnend, überträgt der Anfang dabei zugleich sein Wesen in seine Werke. Dadurch bezeugen seine Werke sein Wesen. Das da ist: Sich stets in Andersheit darleben zu wollen.

    So, für sein anderes Sein in Tätigkeit, sind seine Schöpfungen ebenso solche Wesen, die der Anlage nach ihr Wesen dabei erzeugen, indem sie es so darleben, dass sie dabei das Wesen des Anfangs bezeugen, indem sie füreinander Wesen entfaltend tätig sind. Für die Flamme ist deren Wesen entfaltend z.B. die entflammte Kerze. Für die wiederum ist deren Wesen entfaltend ein erhellter Raum. Für den wiederum Wesen entfaltend sind solche Wesen, die in Helligkeit, z.B. ein Gemälde an einer Wand, so erscheinen, das ein möglicher Betrachter dessen Wesen dabei entfaltet, indem er sich in Folge der Tätigkeit als Maler zuwendet. Beispielhaft soll das bisherige genügen.

    Dadurch, das ein jegliches Wesen in Andersheit zur Entfaltung kommt, dadurch ist das immerwährende Können des Anfangs, stets aus sich selbst, für seine Selbsterneuerung, durch sich selbst und seine Taten, herausgefordert. Kurz gesagt: Selbstherausforderung. Denn, so die Schöpfungen des Anfangs sich in sich selbst wesenhaft erschöpfen täten, so wäre das der Anfang des Endes vom Anfang.

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    3. Das ist wunderbar!
      Man stelle sich einen gegenwärtigen Ursprung vor den der Mensch kontakten kann. Das wäre ein Ding!

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  7. Hallo Manfred,

    Du sagst: "wir haben uns hier immer stets in Ruhe gelassen," Eben! Also halte dich bitte auch weiterhin daran.

    ~ Burghard

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