Wisnewski, Die Europäer & andere Widerwärtigkeiten

Gerhard Wisnewski gehört zu den ersten Referenzadressen für Verschwörungstheoretiker und solche, die es werden wollen. Er gehört zu den Autoren des notorischen Kopp- Verlages, zusammen z.B. mit dem Ufo- Experten Armin Risi ("Um das Phänomen der außerirdischen Zivilisationen verstehen zu können, brauchen wir ein erweitertes Weltbild. Das materialistisch-empirische Weltbild kann uns nicht weiterhelfen, denn es kann nur dank der Ausgrenzung und Unterschlagung vieler Fakten leben.") und dem ehemaligen "Geheimdienstexperten" Udo Ulfkotte. Wisnewski und die Seinen hat es seit 9/11 seltsam aus der Bahn geworfen, waren einige doch tatsächlich einmal Journalisten. Heute führen sie einen scheinheiligen Krieg gegen "unsere Medien", die der verlängerte Arm der NATO- Pressestelle seien. Solches Gebrabbel verkauft Ulfkotte als Hintergrundinformationen aus Geheimdienstkreisen. Der verschwundene Flieger der Malaysian Airlines etwa ist, völlig klar, von Amerikanern abgeschossen worden (ebenso wie sie die Twin Towers selbst gesprengt haben sollen), was aber vertuscht werden sollte: "In Geheimdienstkreisen nimmt man die Ausführungen von Olivier Rimmel sehr ernst. Flug MH 370 wurde bei einem Waffentest versehentlich abgeschossen. Und die Amerikaner haben versucht, zu vertuschen, was niemals hätte passieren dürfen. Kein Wort dazu in unseren Nachrichtensendungen. Warum? Weil die Meinungsmacht aus der NATO-Pressestelle gesteuert wird." (Quelle)

In anthroposophischen Kreisen gehört zu den Gläubigen derart primitiver Verschwörungstheorien vor allem Thomas Meyer mit seinen Autoren von "Die Europäer". Er bezieht sich gern auf Gerhard Wisnewski, hier etwa in einem Interview, in dem Meyer den Populisten "einen der führenden investigativen Journalisten Deutschlands" nennt, ihn als "Aufklärer" und Demaskierer preist. Wisnewski versteht den Anschlag auf die Twin Towers als Inszenierung der USA.

In einem aktuellen Beitrag im Kopp- Verlag, als "Enthüllungen" dargeboten, entblödet sich Wisnewski nicht, ähnliche widerliche Behauptungen über den Abschuss der MH 17 über der Ukraine aufzustellen. Demnach sei "Dosenfleisch" an Bord der Maschine gewesen, das heißt tote Menschen. Als Beleg werden Propaganda- Artikel russischer Medien heran gezogen: "Die Sache wäre heute natürlich längst vergessen, wenn, ja, wenn da nicht ein »prorussischer Rebellenführer« namens Igor Girkin wäre, der auf der Webseite Russkaja Wesna über die Absturzstelle aus dem Nähkästchen plauderte. Demnach hätten ihm Leute von der Absturzstelle erzählt, dass »viele der Passagiere von Flug MH 17 bereits tot waren, bevor die Maschine abhob«, wurde Girkin von der Website N24 zitiert: »Er habe von Leuten am Absturzort gehört, dass ›eine erhebliche Zahl der Leichen nicht frisch waren‹, sagte er der Webseite Russkaja Wesna.«" In einer Art Zirkelschluss verweist Wisnewski auf die eigenen Verschwörungstheorien bzgl des 11/9: "Wenn da nicht dasselbe Phänomen am 11.9.2001 zu beobachten gewesen wäre." Und wieder werden die "NATO- Medien" als in diesen Augen gleich geschaltete, totalitäre Presseorgane verhöhnt.

Bildquelle Kopp- Verlag
Perseus mit den "Europäern" bläst in das gleiche anti- europäische, anti- amerikanische Horn: "Heute stehen wir vor einer neuen akuten Gefahr in dieser Richtung. Der 70 Jahre bolschewisierte Osten wurde nach 1989 überwiegend mit ökonomischen, militärischen und geopolitischen Interessen überschwemmt. Der Marsch der NATO nach Osten trägt neue Kriegsimpulse in die Ukraine und nach Russland. Im Juli werden in den an die Ukraine grenzenden osteuropäischen Gebieten provozierende Manöver durchgeführt. Das 1949 entstandene Militärbündnis hatte nach den Worten des ersten britischen Generalsekretärs der NATO und persönlichen Stabschef Churchills, General Ismay, einen dreifachen Zweck: «to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down». Alle drei Ziele wurden fast vollständig erreicht." Allerdings überhöhen "Die Europäer" ihre politischen Positionierungen als Behauptung einer "spirituellen Ur- Katastrophe" und belegen ihre Verschwörungstheorien scheinbar mit Zitaten Rudolf Steiners.
Ob die widerliche "Dosenfleisch"- Theorie des Kopp- Verlages, die nahelegen möchte, die Toten des früher verschwundenen Malaysian Airlines- Fluges seien aus propagandistischen Gründen des Westens über der Ukraine "entsorgt" worden, von den "Europäern" in ihr Weltbild eingebaut werden? Wir werden sehen, wie weit der Irrsinn geht.

Kommentare


  1. Menschlicher Irrsinn kennt bekanntlich keine Grenzen.
    Was aber der grössere Irrsinn ist, die Dosenfleischtheorie oder die Brandmarkung des "Anti-Amerikanismus" - nachdem die Amerikaner seit genau 100 Jahren nichts anderes tun als die Europäer zu entzweien, gegeneinander aufzuhetzen und auszuspielen, und jüngst erneut mit einer schier unglaublichen Lügenflut versuchen Europa inkl. Ukraine gegen Russland aufzubringen, das ist hier die schon fast existenzielle Frage?
    Bei deren Beantwortung könnte sicherlich die "cui bono" -Methode hilfreich sein, sollte man dies denn ernsthaft vorhaben.

    Aber da gibt es ein Problem. Wer ist denn heute noch zum Gebrauch seiner simpelsten Gehirnfunktionen fähig? 100 Jahre Propagandamedien-Trommelfeuer weisen eben menschliches Denkvermögen und auch jeden kritischen Geist in seine Schranken. Was nicht sein darf das kann auch nicht sein....alles dumme Verschwörungstheorien. Da schütten wir doch gerne das Kind mit dem Bade aus.

    Und damits wirklich niemandem auffällt, setzen wir dem ganzen Irrsinn noch eine weitere Krone auf und bemühen noch "spirituelle Ur-Katastrophen".

    Ob aber in solchen Zusammenhängen nicht die an die Stelle simpelsten Denkens gesetzte "Spiritualität" die eigentliche "Ur-Katastrophe" ist, das wäre eine weitere Frage.

    Ach was, sicher wieder nur so eine dumme Verschwörungstheorie.....steht ja nichts darüber in "unseren Medien".

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    1. Dieses Gejammere über die eigene geistige Autonomie - wegen angeblicher totaler Indoktrination durch die "Medien" (als gäbe es nicht zahlreiche mediale Kontexte) habe ich noch nie verstanden. Die Behauptung, seit 100 Jahren seien alle "Propagandamedien" (dies selbst ein proagandistischer Begriff) seien weltweit gleich geschaltet, erscheint mir absurd und paranoid. Das Leugnen einer in der Breite freien Presse und einer demokratischen Grundstruktur unserer Gesellschaft deutet auf ein Problem im demokratischen, offenen und selbstbestimmten Selbstverständnis dessen hin, der solches eben behauptet. Die Selbstkastration in Bezug auf die geistige Autonomie hat womöglich etwas von einer self- fulfilling prophecy. Und ja, wir haben tatsächlich Probleme - das Ausmaß der NSA- Überwachung und die schlichte Desorganisation unserer eigenen Dienste haben wir nicht voraus gesehen. Wir- ich meine "uns" als Demokraten. Jammern bewirkt allerdings wenig- lesen wäre deutlich besser. Wen es interessiert, könnte ja mal beginnen mit seriösen Recherchen bzgl der Aktivitäten der Geheimdienste- nehmen wir nur als Beispiel Gordon Thomas´"Gideon's Spies: The Secret History of the Mossad". Darin erfährt man z.B. das Nötige über die Verbreitung der NSA- Software, in die übrigens auch Mossad beteiligt war- sogar eine Backdoor darin eingebaut hat.

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    2. Ach ja, und die eurozentrische Sorge Rudolf Steiners (vor 100 Jahren), Deutschland sei ein notwendiger Mittelpunkt zwischen Ost und West ist sowohl durch die nazistische Barbarei als auch durch die seit Steiners Zeit völlig veränderte Dominanz der politisch- wirtschaftlich- kulturellen Kräfte völlig obsolet. Man kann nicht 100 Jahre alte Machtvorstellungen, die selbst schon - sagen wir vorsichtig- einseitig waren, auf die globale Realität von heute überstülpen. Man erweist sich sonst als realitätsblinder Polit- Nostalgiker und ist vielleicht wirklich besser bei den "Europäern" aufgehoben.

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    3. Habe schon lange nach einem befriedigenden Ausdruck für eine mich (zunehmend) befremdende Art der Geschichtsbetrachtung gesucht.
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      Polit-Nostalgiker trifft da sehr gut!

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    4. Stephan, und Du meinst also, wenn ich Dich richtig verstanden habe (nachdem ich das Video gesehen habe), in dem Begriff Geschichtsnostalgiker eine erleuchtende Antwort für Dich gefunden zu haben? Wofür?? Meinst Du nicht eher doch, dass Du vielleicht den/einen Geschichtsverlauf an sich verwechselst mit dem -- was zumeist (zunächst) leider verborgen ist -- was Geschichte bewirkt?

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    5. Nostalgie zeichnet sich dadurch aus, dass ich an länger vergangenem hänge, es umkreise aber nicht weiter entwickeln kann - mich nur in Wechselbädern aus Verherrlichung und Beklagung suh­le.
      Bezeichnend ist, dass ich alles zwischen DAMALS und JETZT ausblende (negiere) um nicht anerkennen zu müssen, dass es sich eben um ein DAMALS handelt...

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    6. Lieber Manroe,
      ich glaube einer der größten unterschiede zwischen uns beiden ist, dass Du stets auf der Suche nach der 'unmittelbaren Erleuchtung' oder zumindest nach einer 'erleuchtenden Antwort' bist, während ich mich mit einem (mir bewussten) blinden Tappen in Phänomenologien begnüge.
      Darum habe ich auch von 'befriedigendem Ausdruck' und nicht von 'erleuchtender Antwort' gesprochen.
      Als befriedigend empfinde ich alles, was mich wieder etwas von der Stelle bringt, meinen Horizont und meine Perspektiven erweitert/bereichert.
      Ich habe dabei keinerlei Anspruch, dass es in irgendwelche festvorgestellten Erleuchtungserwartungen (beispielsweise 'Berliner Art') passen muss.

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    7. ...wenn Du das mit "der Berliner Art" rauslässt, stimme ich Dir zu und vermag Dir aufrichtigst zuzulächeln, ja, das ist mein Sinnen, ist veranlagt gewesen von klein auf an ...

      Daher ist, bzw. könnte es ja eigentlich ziemlich fruchtbar werden, weil ich mich wegen meiner Veranlagung von Beginn an mit anderen Fragen beschäftigt habe und so gewisse "Bildungsinhalte" eigentlich nicht so benötige und auch nicht zur Verfügung habe :-)

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    8. Ich habe auch das Gefühl, dass ich gewisse 'Bildungsinhalte' eigentlich nicht benötige und sie wurden mir auch nicht in die Wiege gelegt.
      Aber ich fühle mich von gewissen Bildungsinhalten derartig (unangenehm) bedrängt, dass ich sie von Zeit zu Zeit eben doch immer mal in die Hand nehme um zu schauen, was mich denn da so bedrängen (respektive unbedingt in eine bestimmte Richtung drängen) möchte.
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      Geschichtserklärung hat (nach meinem Empfinden) in den meisten Fällen ohnehin nicht die Absicht 'etwas zu (er)klären', sondern den Lauf der Dinge in eine bestimmte Richtung zu lenken/beeinflussen.
      Im günstigen Fall ist es der Versuch, aus dem Status Quo Wegbeschreibungen für ein fruchtbares Weiterschreiten zu entwickeln.
      Den ungünstigeren Fall sehen wir ja auch überall....

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    9. ... ja, zumeist leider den ungünstigsten Fall und weil dem so ist, zumeist, entstehen bei all den Fragen, die man geneigt ist auf den Tisch zu legen bei mir fast augenblicklich die wirk-lich eigentlichen Fragen die sich in den vodergründigen verpuppt haben.

      Ich sehe es fast schon so, dass all die ach so wichtigen Fragen uns in Wahrheit ablenken, weil es nicht die wirklichen "Bilder" sind, die uns da angrinsen und von unserer Kritk begrapscht werden, die fühlen sich dann eher wohl, eben weil sie es geschafft haben uns vom Wirk-lichen erfolgreich abgelenkt zu haben, grins, grins...

      Geschichtserklärung in diesem Sinne ist mir ein hineinleuchten in die verschlafenhabenden Gegenwarte von seinerzeiten -- UND -- wir lernen weiterhin fast wirklich nicht, gegenwärtig wach zu sein, woraus folgt, dass wir Geschichte weiterhin betreiben. Ist jetzt drastisch verkürzt, aber das Prinzip dadrin, das stimmt, würde ich sagen.

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    10. "Propaganda-Presse" steht für eine Presse, die eine gewisse Funktion ausübt, oder auch für die Funktion selbst, welche ein Presseorgan wahrnehmen kann. Um diese effizient wahrzunehmen, muss sich eine solche Presse zwangsläufig verschiedener Methoden unobjektiver und einseitiger Berichtertsattung, psychologischer Tricks bis hin zu Unlauterkeit und dem Verbreiten bewusster und gewollter Lügen bedienen.
      Das Gegenstück zu einer solchen Presse ist aber keineswegs eine "freie Presse".
      Der Begriff "freie Presse" dürfte nach dem Ende der bipolaren Welt vor einem Vierteljahrhundert heute nicht viel mehr als eine abgedroschene Floskel, also eher ein politisches Schlagwort darstellen, noch dazu ein überholtes und ganz und gar nicht mehr zeitgeistkonformes.

      Wir sollten uns abgewöhnen in historisch längst überwundenen und überholten Denkschablonen zu verharren und daraus abgeleitete Begrifflichkeiten zu verwenden, das bringt uns nicht weiter.

      Mal abgesehen von der nicht wegzuleugnenden enormen eigentümermässigen Konzentration und ausrichtungsmässigen Gleichschaltung der Presse in den wichtigsten heutigen "Demokratien", mag diese zwar formell, also formaljuristisch "frei" sein.
      Diesen Tatbestand aber gleichzusetzen mit der Annahme, sie hätte deswegen eine möglichst objektive und wahrheitsgemässe Berichterstattung zum Ziel, hätte sich Un- und Überparteilichkeit auf ihre Banner geschrieben hätte, halte ich gelinde ausgedrückt, doch für etwas blauäugig.

      Nein! So einfach ist die Welt heute nicht mehr!

      Frei sein allein kann unmöglich gleichgesetzt werden mit im journalistischen Zusammenhang positiv besetzten Werten!
      Oder werden etwa alle Menschen die lügen, dazu gezwungen?

      Das wäre folgerichtig ein objektiver Fehlschluss.
      Von der gleichen Sorte wie jemandem, der nicht uneingeschränkt von der objektiven Berichterstattung unserer "freien Presse" überzeugt ist, ein Problem "im demokratischen, offenen und selbstbestimmten Selbstverständnis" vorzuhalten.

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    11. Hier im Blogbeitrag ging es nicht um ideologische Positionierungen, sondern konkret um den hanebüchenen und geschmacklosen Unsinn von Wisnewski.

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    12. Dass es sich im konkreten Fall um Unsinn handelt, darin stimme ich vollkommen überein.

      Wenn jemand,der sich wie Wisnewski darauf verlegt hat vom Verbreiten von Verschwörungstheorien zu leben, dann ist es nicht verwunderlich, wenn er aufgrund der Marktgestze seiner eigenen Existenzgrundlage mal den Bogen überspannen muss oder auch von anderen Kräften in eine Rolle hineingedrängt wird, wo wiederum - ob bewusst freiwillig oder unbewusst, was aber auch schon egal ist - ein mehr oder weniger starker Realitätsverlust die Folge ist.


      Auch klar, dass es keinesfalls um Ideologische Positionen geht, genau das wollte ich auch zum Ausdruck bringen. Dass eine "freie Presse" die Wahrheit schreibt, wäre nämlich genau so eine überholte ideologische Position.

      Jedem auch nur einigermassen informierten und bewusst denkend analysierendem Zeitgenossen ist dies sonnenklar, gerade wieder am Unsinn den die "freie Presse" bzgl. des Ukraine Konflikts schreibt, beispielhaft erkennbar. Es geht wieder einmal ganz klar um amerikanische Geo-Politik, mit dem Ziel andere konkurrenzierende Weltmächte (Russland, China) in die Schranken zu weisen, sie an Bündnissen mit Europa zu hindern und die Europäer einmal mehr wieder in Uneinigkeit bezüglich ihrer Haltung zum Konflikt und den Beziehungen zu Russland zu spalten. Das sind wirklich keine Verschwörungstheorien, das ist knallharte Welt-Realpolitik, selbst Unfug stiften, seinen Gegnern die Schuld für negative Auswirkungen in die Schuhe schieben, und die Wahrheit als Verschwörungstheorie hinstellen. Ein uralter Trick schon seit Kaiser Nero.

      Aber das Zeitalter der Ideologien neigt sich nun mal dem Ende zu. Vermutlich haben die neuen Möglichkeiten der Massenkommunikation dabei geholfen diesen Trend zu verstärkeb und zumindest Teilwahrheiten der Verbannung ins Reich der Verschwörungstheorien zu entreissen.
      Exemplarisch zeigt sich dies ja in der Tatsache, dass beispielweise die Verschwörungstheorie, dass nicht alle (bisherigen) Verschwörungstheorien falsch waren, heute bereits durchaus "mainstream" geworden ist. Ideologisch festgeschriebene Dogmen bröckeln.

      Der Kern also: Wenn man versucht anhand einer einzelnen Dummheit eines Wisnewski - der ja auch viel durchaus lesbares und gut recherchiertes geschrieben hat - diesen in seiner Gesamtperson und mit ihm gleich alle "Verschwörungstheorien" undifferenziert an den Pranger zu stellen, dann und gerade dann würde man so eine "ideologische Positionierung" vollführen.

      Und da stimmten wir ja überein, dass dies hier nicht stattfinden sollte.

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  2. Michael, Du solltest vielleicht mal etwas zum TTIP Abkommen schreiben, hab da gestern im Fernsehen schauerliches zu sehen bekommen.

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    1. Ich bin da nicht im Thema, was wegen der vielen geheimen Verhandlungen auch nicht so einfach sein dürfte.

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    2. ...man kann schon einiges wissen, hast du das hier in 3SAT gesehen?

      http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=42403

      Und ausserdem dachte ich immer, dass Dich genau das interessiert, was "man" geheim hält :-)

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    3. Alles nur 'Verstandessalat' !?!
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      Wichtig ist, dass man zwischen der (sicher vermuteten) 'Wirklichkeit' und dem 'Verstand(esdenken)' eine (den Verstand zügelnden) überschauenden Reflexion pflegt.
      Existiert diese Ebene nicht (oder ist sie zu dünn), dann ist die Zündschnur des Verstandes so kurz, dass die Wirklichkeit im Verstand ununterbrochen Fehlzündungen produziert - schließlich irgend wann das Verstandesgebäude zur kompletten Detonation bringt.

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    4. Dein 3Sat-Link (und alles, was ich zu dem Thema kenne) sind doch nur komprimierte Verstandes-Fakten, zwingend logische Verknüpfungen, reißerisch als große Enthüllung inszeniert....
      Mich wunderte eben, gerade von Dir den Ruf nach 'journalistischer Aufbereitung' dieses Themas zu hören, wo Du mir (und anderen) doch immer die 'journalistische Betrachtungsweise' verübelt hast und für ein von den Fakten unbehelligtes geistig-transparentes Hindurchschauen auf die Wirklichkeit plädiert hast.

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    5. Wenn man in den Dimensionen von Verschwörungstheorien denkt, dann sind die Enthüllungen eben inegraler Bestandteil der Verschwörung selbst - von den 'Verschworenen' beabsichtigt oder berücksichtigt.
      Ein Element, mit dem man (beispielsweise) den manroe zu einem ganz genau kalkulierten Moment in den Zustand des 'Schauderns' versetzt, um dann andere Dinge mit ihm (oder ohne ihn) vornehmen zu können...

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    6. Z I T A T

      "Und aus der Erde wird aufsprießen ein furchtbares Gezücht von Wesenheiten, die in ihrem Charakter zwischen dem Mineralreich und dem Pflanzenreich drinnenstehen als automatenartige Wesen mit einem überreichlichen Verstande, mit einem intensiven Verstande. Mit dieser Bewegung, die über der Erde Platz greifen wird, wird die Erde überzogen werden wie mit einem Netz, einem Gewebe von furchtbaren Spinnen, Spinnen von einer riesigen Weisheit, die aber in ihrer Organisation nicht einmal bis zum Pflanzendasein heraufreichen, furchtbare Spinnen, die sich ineinander verstricken werden, die in ihren äußeren Bewegungen alles das imitieren werden, was die Menschen ausdachten mit dem schattenhaften Intellekt, der sich nicht anregen ließ von demjenigen, was durch eine neue Imagination, was überhaupt durch Geisteswissenschaft kommen soll. All dasjenige, was die Menschen an solchen Gedanken denken, die irreal sind, das wird wesenhaft. Die Erde wird überzogen sein [...] mit furchtbaren mineralischen-pflanzlichen Spinnen, die sehr verständig, aber furchtbar bösartig sich ineinanderspinnen. Und der Mensch [...] wird sein Wesen mit diesen furchtbaren mineralisch-pflanzlichen Spinnengetieren vereinigen müssen." (5) Diese Spinnengetiere werden dann ausgesprochen ahrimanischen Charakter haben."

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  3. Hallo Michael Eggert,
    deine Einschätzung des politischen Standpunktes von Steiner finde ich traurig. Offenbar hast du dich, im Gegensatz zu z.B. Thomas Meyer weder mit den sozialwissenschaftlichen noch mit den zeithistorischen Texten/Vorträgen Steiners ernsthaft befasst.

    Deine Abwehr der Meyerschen Standpunkte KANN ich insofern nachvollziehen, als Meyer eine gewisse Neigung zur überspannten Vortragsweise aufweist. Gedanken, die als Hypothesen interessant sind, werden bei ihm schnell mit irgendeiner Tagebucheintragung von Walter Johannes Stein "belegt" und gelten dann als unverrückbar. Wer sie nicht vertritt, wird leicht der "inneren" oder "äußeren" Gegnerschaft bezichtigt. Ich habe viele von Meyers Veröffentlichungen aufmerksam gelesen: die Gedanken und Hypothesen, die er vertritt sind letztlich nicht dumm. Sie zeigen Steiner-Kenntnis und Steiner-Verständnis - nur wird eben die Überspanntheit immer mitgeliefert.

    Zu Steiner stelbst: die Behauptung er habe eine Art "eurozentrische Sorge" gehabt, die mit "Machtvorstellungen" und "Einseitigkeit" verbunden gewesen sei, ist ein ziemliches Missverständnis des eigentlichen Steinerschen Standpunktes. Mir tut das sehr leid, weil dadurch das eigentlich Zukunftsweisende der diesbezüglichen Überlegungen Steiners übersehen wird. Leider kämpfen Typen wie Zander oder Ansgar Martins (aus einer Art Ignoranz heraus) heftigst dafür, dass das so bleibt. :(

    Steiner will im Rahmen des sozialen Dreigliederungsimpulses gerade das Volks-Kulturelle aus dem politisch-staatlichen Leben heraustrennen. Deshalb lehnt er den klassischen Nationalstaat ab. Die Staatsmacht soll z.B. nicht "deutsch" sein, sondern ebenso, wie sie religiös neutral ist, auch volks-kulturell neutral werden. Die Aufgabe der Deutschen oder der Europäer zwischen Ost und West ist eine rein Kulturelle. Dieses Kulturelle soll sich gerade aus sich selbst heraus zur Geltung bringen, OHNE dafür äußere politische Machtmittel zu gebrauchen und anderen Kulturen zu schaden! DAS ergibt sich aus der sozialen Dreigliederung - nicht irgendwelche ewiggestrigen Nationalismen!

    Übrigens wird dieser Standpunkt mMn auch beim "Europäer", den du so unmöglich findest, vertreten. Die Ansgar-Martinssche Einordnung des "Europäers" in ein "rechtes" anthroposophisches Spektrum ist sachlich grober Unfug. Martins lässt sich auf Seiners Überlegungen nie wirklich ein. Er kriegt seinen ganzen Scharfsinn nicht aus den Schubladen heraus, die er im Gehirn hat. Daher versteht er auch Meyer nicht.

    Letztlich stellt sich natürlich die Frage, was der eigentliche kulturelle Impuls Deutschlands oder Europas eigentlich ist oder einmal war. Wenn man nun der Meinung ist, dass wir von "amerikanischem Geist" überrollt werden, so ist das in diesem Zusammenhang immer noch kein politisch "rechter" Standpunkt. Der englisch-amerikanische Volksgeist ist eben ein anderer als der deutsche. Das Problem ist - wenn man Steiner folgt - nicht, dass der Amerikanische da ist, sondern dass der richtige deutsche NICHT da ist. Dann würden sich nämlich bestimmte Gegensätze ausgleichen. Sehr klare und richtige Überlegungen dazu bringt Johannes Mosmann vom Berliner Institut für Soziale Dreigliederung in einem Aufsatz. Wer ihn lesen möchte, es geht um Ost und West und den Ukraine-Konflikt: http://www.dreigliederung.de/essays/2014-04-001.html

    Ich weiß nicht, ob man hier das Reden von Volksgeistern sofort für Nationalismus oder ich weiß nicht was hält. Wenn dem so wäre, dann hätte ich wohl nicht schreiben brauchen. Mir ist das Thema wichtig, weshalb ich auch Meyer trotz seiner Überspanntheit und seiner bisweilen merkwürdigen Allianzen mit Interesse lese. Wer einfach glaubt, aus Amerika und von der NATO komme die Freiheit, der ist in meinen Augen naiv.
    Beste Grüße aus Mannheim Stefan Oertel

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    1. Einschätzungen von einzelnen sind meist traurig (weil einseitig) - das gehört aber auch so in einem Requiem...
      //
      Ich persönlich habe recht wenig Bezug zu 'politischem Denken' und bin darum für solche Ausführungen (Erweiterungen), die über verschwörungstheoretischen Fatalismus hinausschauen sehr dankbar.
      Würde mich über weitere Beiträge Ihrerseits freuen...

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    2. Nein, von der NATO kommt sicherlich nicht nur die Freiheit. Aber der Schutz gegen eine imperiale russische Macht ist eben doch ein Garant - denken wir nur an den Staatsterrorismus, den Putin in Tschetschenien u.a. betrieb, seine schrecklichen Statthalter, die den Status von Massenmördern haben, die Ausschaltung der Pressefreiheit, die Destabilisierung ganzer Regionen, die reaktionären und panslawischen Untertöne, die systematische Ermordung von Menschenrechtlern wie Politowskaja (http://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Stepanowna_Politkowskaja). Angesichts dieser Aussichten und Ansichten einer Politik, die ihren mörderischen Arm ja bis nach Syrien trägt, erscheint das Verständnis für Putin, das Mosmann darlegt, zumindest in Teilaspekten als ziemlich zynisch: "Putin will die Ukraine, weil er von der Idee eines einheitlich wirkenden Reiches ergriffen ist. Ihm geht es im wesentlichen um eine geistige Gemeinschaft. Auch wenn das in der Praxis häufig gerade zur Unterdrückung ethnischer Minderheiten führt – gemeint ist zunächst das genaue Gegenteil einer Expansion, nämlich die Integration, die Einladung der Welt zur Bruderschaft mit dem Slawentum." Auf diese "Bruderschaft" möchte die Welt doch lieber verzichten. Als Innenwelt, als Selbstbild der russischen Seite dagegen erscheint die Schilderung stimmig. Überhaupt gibt er komplexe Artikel viele Denkanstösse- auch wenn ich persönlich nicht denke, dass dem pazifischen, islamischen, südamerikanischen, australischen Raum in der Systematik genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Daher der Eindruck eines eurozentrischen Blickwinkels.

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    3. Ich kann Herrn Oertel nur beipflichten, bzgl. seiner Ansicht zu NATO.

      Es muss eine zentrale Zukunftsaufgabe für die europäischen Völker werden, ihr eigenes Bewusstsein und ihre Rolle im Weltmasstab neu zu verorten, will man nicht spirituell, kulturell und in der Folge auch ökonomisch zwischen dem einzigen verbliebenen wirklichen Imperium, nämlich dem angelsächsish-amerikanischem Block und den anderen aufstrebenden "Imperien" , allen voran Russland und China, vollends aufgerieben werden.
      Dazu gehört es natürlich auch den sogenannten "Eurozentrismus" mancher über den Tellerrand der US-Propaganda hinausdenkenden unf fühlenden Europäer nicht mehr negativ zu bewerten und von der Aura eines unterstellten, im Grunde aber inexistenten Nationalismus zu befreien.

      Herr Eggert hat natürlich auch Recht mit dem was er über russische Imperialpolitik schreibt (mit Ausnahme ihres Einflusses in Syrien). Jede Grossmacht gründet letztlich auch auf Gewalt.
      Aber die Angstmache vor dem russischen Bären trifft ins Leere. Genau was Russland vorgehalten wird, geht in mindestens zehnfacher Intensität von den USA und der Nato aus.
      Die USA haben seit Ende des zweiten Weltkriegs in ca. 50 Kriegen und Militäreinsätzen ein Vielfaches an Menschenleben vernichtet als jemals auf Russlands Konto gehen können. Wieviele Morde in aller Welt auf das Konto US-amerikanischer Geheimdienstoperationen gehen, lässt sich nicht annähernd schätzen.

      Der Hinweis auf den nicht einmal alle slawischen Völker vereinnahmenden "Panslawismus" Putins mutet gegenüber dem so gut wie die ganze Welt umklammernden angelsächsischen Kulturimperialismus geradezu skurril an.

      Nein, Putin will auch nicht die Ukraine. Vielleicht möchte er völkische Russen beschützen, die vollkommene Vereinnahmung der Ukraine durch den Westen verhindern und seine wirtschaftlichen Interessen vor seiner Haustür wahren. Tuen so etwas "der Westen" und die USA denn nicht?
      Nehmen wir an, Russland hätte in Mexiko einen prorussischen Regierungswechsel finanziert und das Land in seine Abhängigkeit gebracht.....jeder intelligente Mensch würde ohne jeden Zweifel der Meinung sein, dass die USA umgehend Mexiko in die Steinzeit und Russland ins Mittelalter zurückbomben würden.

      Diese Unterschiede zwischen "westlichem" und russischem Imperialismus nicht erkennen zu wollen, das ist es, was ich nicht nur für naiv halte, sondern für zutiefst beängstigend.

      Für Europa könnte es zu einer existenziellen Überlebensfrage werden, diesen "spirituell-kulturellen Sündenfall" einfach nicht überwinden zu wollen, der darin besteht vor einer überseeischen Macht zu kuschen und sich gleichzeitig selbst durch innere Zerwürfnisse und einer Gegnerschft zu Russland zu vernichten.

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    4. (Habe gestern abend schonmal gepostet, aber scheinbar hat der Browser meinen Text geschluckt. Zweiter Versuch.)

      @Michael Eggert: Deiner Kritik an Putin stimme ich zu, wobei ich sicher bin, dass auch Mosmann diese Probleme sehr ernst nimmt. Er erklärt Putin nicht zum Menschenfreund oder zum "guten" Staatsmann, sondern meint lediglich, dass auch jener aus gewissen Empfindungen heraus handelt, die Mosmann (und auch Steiner) als charakeristisch für den Osten ansehen. Es ist im Artikel explizit erwähnt, dass gerade diese östliche Blickweise sehr menschenfeindlich sein kann, weil sie das Individuum der Idee unterordnet. Das ist bei Putin so und soll ja gerade durch den aus Europa kommenden Rechtsimpuls gewandelt werden.

      Was mich erstaunt, ist, dass du den westlichen "Schützern" vor der imperialen russischen Politik nicht gleichermaßen kritisch gegenüber zu stehen scheinst. Wie tief steht zum Beispiel ein George W. Bush im Blut? Ist doch ganz gut mit Putin vergleichbar, oder? Glaubst du wirklich an das Märchen vom "Kampf gegen den Terror" und die "Verteidigung der Menschenrechte" in Afghanistan, im Irak, in Libyen, in Syrien, in der Ukraine usw.?

      Ich unterstelle jetzt mal probehalber, dass du eher die Mainstream-Medien liest und schaust? Die halte ich übrigens im Westen NICHT für gleichgeschaltet. In Russland sind sie das höchstwahrscheinlich. Aber die westlichen Medien werden anders gesteuert: Regierungen und Geheimdienste haben Sinn für Öffentlichkeitsarbeit entwickelt, wissen wie man durch geschickte Phrasendrescherei den Menschen das Bewusstsein vernebelt, kennen die Trigger ("Menschenrechte"), mit denen man die Leute mobilisieren kann. Nein, das ist keine Gleichschaltung, das ist subtiler. Und solange die Menschen im Westen und in Europa mit einer gewissen Schläfrigkeit mediale Informationen konsumieren, kriegt man sie so auf Kurs. In den Redaktionen fehlt zum Teil das Geld (und vielleicht auch die Motivation? ich weiß es nicht) investigativ zu recherchieren. Man plappert lieber die dpa nach, peppt das Ganze sensationell auf und hofft auf Klicks für den Artikel. Wenn man mit Sinn für solche Dinge, die westliche mediale Berichterstattung zu den letzten Kriegen verfolgte, sprang einen die Einseitigkeit der Darstellung geradezu an.

      Insofern hilft die Lektüre von Verschwörungstheorien, egal wie blöd sie scheinen. Sie helfen bestimmte etablierte Ansichten grundsätzlich zu hinterfragen - wenn man dafür offen ist. Und ja, auch ohne Verschwörungs-Hysteriker zu sein, kann einem der verdammte Gedanke kommen, dass bestimmten amerikanischen Kreisen 9/11 gerade recht war!

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    5. @Rudolf: Danke für den Beitrag, ich kann da gut mitgehen und sehe manches ähnlich. Allerdings meine ich, dass von Amerika kein Kulturimperialismus sondern ein ökonomischer Imperialismus ausgeht. Zwar versuchen die Amis auch eine gewisse Art Kultur ("Demokratie", "Menschenrechte") zu verbreiten, aber das ist aufgesetzt. Und die Tatsache, dass wir in Deutschland so viele amerikanische Kulturprodukte konsumieren (Hollywood-Filme u.v.m.) und im Grunde ganz angelsächsisch zu denken gewohnt sind, ist letztlich nicht die Schuld der Amis oder Engländer. Es sind wir Deutschen, die nichts tragfähiges, eigenes zustande bringen. Darum hat Steiner ja gerade auf Goethe und den Goetheanismus verweisen wollen. Nur was das sein soll, dieser Goetheanismus, begreift ja bisweilen selbst in anthroposophischen Kreisen kaum noch einer.... Da ist viel Arbeit zu tun.

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    6. Ich vermag zwar die Inhalte von Stefan und Rudolf nicht so zusammenzutragen, aber ich verspüre sehr genau, dass sie aussprechen worum es geht, dass eine, ja die Mitte es ist, an der Impulse gesunden, weil sie einen solchen Filter passieren und sich daher wandeln könnten, allerdings nur, wenn unser mitteleuropäischer Geist bemerkt, was das überhaupt sein könnte. Es ist wohl auch deshalb so schwer, weil es eine Mitte an sich, so wie die beiden Gegensätze, nicht gibt, sondern sie ersteht dadurch, dass man klar denkt auf Basis dessen, was und dass man unvoreingenommen wirklich schaut, was geschieht, statt einfach nur hinterherzulaufen diesen eigentlichen Schatten in Form von Gegensätzen. Zander und Martins, wenn man doch zumindest mittig spüren könnte, was von denen ausgeht, nichts Gutes zumindest.

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    7. Sergei Prokoviev ist gestern verstorben ---

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    8. Vielen Dank Stefan und manroe,

      Ja tatsächlich, Europas Bestimmung für einen Ausgleich zu sorgen droht im Orkus des Selbstvernichtungswahns unterzugehen.
      Obwohl ich nicht der Meinung bin, dass die Europäer nichts eigenständiges auf die Reihe bekommen würden, sie werden mit allen möglichen Mitteln daran gehindert.
      Das ist auch ein Teil der "amerikanischen Kultur". Nur sie sind zur Führung bestimmt, nur sie vertreten Menschenrechte und Demokratie.
      Die Amis haben es doch tatsächlich fertig gebracht, diese Begriffe zu sinnentleerten Worthülsen und geradezu religiös dogmatischen und daher unanzweifelbaren ideologisch politischen Schlagwörtern verkommen zu lassen.

      Das ist nicht nur ihre Kultur, das ist auch ihr Imperialismus, nämlich einer des Geistes. Im Namen dieser Schlagwörter darf man alles, betrügen...morden....d.h. mit einer kleinen Einschränkung, nur sie dürfen es, die Amerikaner, die wahren Garanten der Demokratie, Menschenrechte und Freiheit. Das ist Bestandteil ihrer Kultur. Das ist ihre Religion.

      Wer das demokratische Selbtverständnis der Amis kritisiert und ihre Definition der Menschenrechte sowie ihre Art der gesamten Welt ihre Herrschaft überzustülpen in Zweifel zieht,ist im besten Fall ein Irrer, ein Rechter, ein Verschwörungstheoretiker und dgl. mehr, im schlimmsten Fall ein Terrorist, am besten auf der Stelle standrechtlich zu erschiessen.
      Und dies ist in der Tat nicht einmal eine so gewaltige Übertreibung.

      Gesinnungsdiktatur pur, die weltweit ihresgleichen nicht kennt, mal von Nordkorea abgesehen..;-)
      Wahrhaft europäisch denkenden und handelnden Menschen drohen heute überall unzählige "Nazi- und Nationalismusgesinnungskeulen", natürlich im Namen der "westlich demoratischen Grundwerte" usw usw usw...

      Steiner war sich der Rolle Deutschlands und Europas als ausgleichende Kraft sehr wohl bewusst, er versuchte diesem in perversen und fehlgeleiteten spirituellen Überlegenheits-Wahnvorstellungen der Angelsachsen wurzelnden Führungsanspruch (angeblich kulturepochenbedingt, also in der "geistigen Welt" unverrückbar festgeschrieben) etwas entgegenzusetzen.
      Wohlwissend, dass das Zeitalter der (politisch wirtschaftlichen) Imperien einem Ende entgegensieht.

      Es geht also letztlich um die mentale und geistige Überwindung abgrundtief verfehlter und irregeleiteter von den Angelsachsen in die Welt gesetzter geistiger Impulse.

      Das ist die Bestimmung Europas. Wenn Europa dies nicht zu verinnerlichen imstande sein sollte, auch über die Suche nach Verbündeten im Geiste, beginnen in der Tat düstere Zeiten.

      Und dies sage nicht ich, das war eine der wichtigsten Mahnungen des späten Rudolf Steiners an seine Zeitgenossen.

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    9. Lieber Rudolf,
      den Zorn auf die Kreuzzüglerei der amerikanischen Regierungen kann ich nachvollziehen. Ich sehe die Sache aber etwas anders. Unten haben wir das Beispiel Newton-Goethe. Ehrlich: welcher Amerikaner oder Engländer zwingt die deutschen Physiker und Denker dazu, Newton zu folgen anstatt Goethe? Die Deutschen folgen dem Newton, weil dessen Theorie bequemer ist. Sie entspricht dem materiell-gegenständlichen Erfahrungsfeld des modernen Menschen. Goethes Logik stellt höhere Ansprüche, sie fordert regelrechte seelische Anstrengung. Dass die Deutschen sie nicht unternehmen, können sie nicht den Amis zuschieben. Im Gegenteil: die Amis und Engländer sind Pragmatiker. Von einer praktisch brauchbaren Theorie kann man sie gut überzeugen. Man muss sie aber erst mal selbst denken.

      Hast du den Artikel von Mosmann gelesen? Er stellt mit seinen eigenen Worten Gedanken dar, die sich bei Rudolf Steiner auch finden (GA-Nummer müsst ich suchen). Denn außer dem, dass Rudolf Steiner in anglo-amerikanischen Einflüssen eine Bedrohung sieht (der "Europäer" pocht gern darauf), artikuliert er gelegentlich auch, dass es geradezu notwendig ist, dass die Amerikaner so handeln, wie sie es tun. Man könne das nicht moralisch bewerten. Die Impulse des Westens sind eben so, wie sie sind.

      So wie z.B. das Nervensystem den Menschen einseitig mit Nervenfunktionen überrollen müsste, wenn das mittlere System zu schwach ist, überrollen die Amis die Welt eben mit ihrem Zeug. Ist das dann die Schuld des Nervensystems resp. der Amis? Zugegeben, es geht eine Art Unterdrückungs-Impuls von Amerika aus. Man kann aber nicht erwarten, dass der jetzt von selbst weggeht. Man muss ihn mMn nicht mal direkt bekämpfen. Wichtiger ist, dass man selbst in die Lage kommt, goetheanistisches Denken wirklich zu praktizieren. Dann ergibt sich der Rest von selbst.
      Viele Grüße Stefan Oertel

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    10. Am Umgang mit dem Wissen kann man im Grunde auch die Ost-West-Problematik ablesen, man bewegt sich zwischen Unwissenheit und Wissen hin und her und versteht nicht so recht den geistigen Verdauungsvorgang, der vom Wissen eingefordert wird, der die Mitte bilden täte und man dadurch "dem guten Willen" nahestünde und ein geistiges Erwachen einläuten würde.

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    11. Lieber Stefan Oertel,

      ich halte Pragmatismus ebenfalls für ein nachvollziehbares durchaus berechtigtes Schlüsselelement.
      Es besteht eben auch die Frage: ' Wie könnte es denn funktionieren' und nicht nur 'Wie könnte man es denn goetheanistisch-geisteswissenschaftlich begriefen.

      Diese 'sozialistischen Experimente' bieten eben weder von der Erkenntnistheoretischen noch von der Lebenspraktischen Seite her erstrebenswerte Perspektiven...
      //
      Natürlich gibt es das Alle-werden-glücklich-Modell nicht einfach so und man kann auch viele Kausalitäten nebeneinander halten um 'erklären zu wollen' (nicht zu erklären), wie welche Verhältnisse durch welchen Schurkenstaat(smann) (mehr oder weniger verschwörungstheoretisch gesehen) inszeniert sind.
      Aber wenn etwas funktioniert, dann überzeugt es eben erst mal (ganz wertungsfrei)...

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    12. Und lieber Manroe,
      ich kann nur zum wiederholtesten Male betonen, wie einig ich mit Deiner Ansicht bin, dass wir uns hier allesamt mit unseren isolierten chirurgischen Überlegungen zu 'Einzelaspekten' (natürlich mit der grossen Sehnsucht nach 'Ganzheit') im Reich spinnenartiger Chi­mä­ren Bewegen.
      Aber Du weist auch, dass der Fliege das blinde Zappeln im Spinnennetz nur noch mehr zum Verhängnis wird....

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    13. Manroe,
      weiss man denn was Herrn Prokoviev geschehen ist?
      Danke.

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    14. '...nach dreijähriger schwerer Krankheit früh am Morgen des 26. Juli 2014 über die Schwelle in die geistige Welt getreten.'

      Er wünscht sich statt Blumen, die Anthroposophische Gesellschaft in Russland zu bedenken.

      Siehe Goetheanum

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    15. Nachtrag zu Schlüsselelement 'Pragmatismus':

      Man kann natürlich leicht von Opportunismus reden:
      'Bequem auf den fahrenden Zug aufspringen, anstatt einen stehenden Zug selbst anzuschieben';
      'Die Fahne in den Wind hängen' etc.

      Andererseits hat aber selbst Rudolf Steiner die Anthroposophie nicht aus dem Nichts heraus
      (oder aus irgend einem Kegelclub) begründet, sondern aus einer bestehende Bewegung
      aufgebaut.

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    16. Danke für den Link, Stephan.
      selbst muss ich zugeben, es wird wirklich zuerst mal schwieriger, wenn man mehr Menschen kennt und auch, wie sie natürlich mit Liebe an ihrer Weltsicht hängen. Am Anfang habe ich überhaupt nicht unterschieden, sondern mir hier und da ein Buch gekauft, wenn ich wusste das ist ein Anthroposoph, und mich der Titel ansprach. Heute muss ich mir verbieten, die Leute nach Strömungen zu sortieren und dann zu entscheiden, ob ich was lesen will.
      Vor Kurzem habe ich mich über eine Sendung des Professor Lesch geärgert, den ich ansonsten recht gerne schaue. Er möchte nicht von denjenigen angerufen werden die von den Kräften zwischen den Himmelskörpern wissen wollen und ihre Fragen an ihn richten. Er könne keine Kräfte messen mit seinen Maschinen, die Abstände zwischen den Planeten seien zu groß, wenn ich es richtig verstanden habe. Mir kam er in dem Moment vor, wie ein Vertreter alter europäischer Geistigkeit, der glaubt, wer sich Gedanken machen will über das Leben und das Universum, muss Fachmann sein, sonst dürfe das keiner oder sei nicht der Beachtung wert. Allein, wir alle leben ja hier, und alle sind Spezialisten darin also.
      Nun, der Effekt ist dann doch nur, dass die Leute eben anderswo hingehen, wo man sie in die Projekte angemessen einbezieht. Unterschiede bestehen dann nur im Grade des Wissens und der Weisheit, aber jeder ist selbstverständlich mit im Boot.
      Heute habe ich von einer christlichen Gruppe gelesen: "Wir wissen nicht, ob wir Christen sind". Je nun. Das kommt mir wieder vor, wie aus der Selben Ecke kommend. "Wir wissen nicht". Ich muss sagen, als Lebensweisheit ist mir das zu wenig. Kann man denn nicht sein, was man ist, und nicht immer in Konterreaktion auf Sündenfälle anderer reagieren müssen? Warum gehen wir nicht so auf Glaubende aller Kulturen zu, als ob es das Böse nie gegeben hätte? Das ist nämlich die Kunst, die Arbeit, zu überwinden, aufzugreifen und zu verwandeln, und so funktioniert es ja.
      Bald werde ich aufs neue die Bücher im Regal sortieren, das ist jetzt Zeit

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    17. "Am Anfang habe ich überhaupt nicht unterschieden, sondern mir hier und da ein Buch gekauft, wenn ich wusste das ist ein Anthroposoph, und mich der Titel ansprach."

      !!! KENN ICH !!!

      ...und dann erfährt man mal zufällig nebenbei, dass sie sich untereinander teilweise ächten!

      Ich hätte kein Problem damit gehabt, sowohl mit Trado- als auch mit Proko-Büchern zu leben.
      Unplausibles hätte ich einfach ausgeblendet...

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    18. Lieber Stefan Oe.,

      ja, ich habe den Mosmann-Artikel gelesen. Mit vielem stimme ich überein, aber sicher nicht mit allem.
      Vor allem über das was er über die Ukraine schreibt, habe ich grosse Zweifel. Woher wollen "wir", der "Westen" oder auch nur "europäisch" gedacht wissen, was die Mehrheit der Ukrainer so empfindet. Reine Spekulation, würde ich mal sagen. Ob sie ihre Vereinnahmung durch die USA oder die EU als freiheitsbringend empfindend, da habe ich sehr starke Zweifel.
      Schliesslich hatten sie ja in Freiheit und aus Freiheit den nunmehr verjagten Präsidenten selbst gewählt. In Anbetracht dieser Tatsache empfinde ich die Schlussfolgerung Mosmanns, sie hätten die Entwicklung welche sie numehr überrollte aus einem Freiheitsdrang heraus herbeigesehnt, als reichlich überzogen. Das riecht nach Instrumentalisierung ihres Freiheitsdranges im Sinne westlicher Impulse.

      Überhaupt sind Aussagen, noch dazu mit Bezug auf Rudolf Steiner, als sehr problematisch anzusehen, welche die Impulse Amerikas im Sinne der Freiheit versuchen darzustellen. So als ob wir alles amerikanische was uns überrollt bräuchten, nur um der Notwendigkeit der Freiheit gewahr zu werden. Und in der Folge dann alle Absurditäten und Schlechtigkeiten zu akzeptieren und zu rechtfertigen.....weil die "Impulse des Westens" eben diejenigen sind, die sie sind.
      Nein, das ist zu gefährlich und endet in Beliebigkeit. Die Leugnung von Kategorien - auch im internationalen Recht sich manifestierend - ist gefährlich, ganz egal ob dies geisteswissenschaftlich oder kulturell-religiös-historisch irgendwie begründbar erscheint.

      Brauchen wir denn Kriminelle, die sich jede Freiheit aus Eigennutz einfach nehmen, ohne Rücksicht auf die Rechte anderer? Nur um uns den Begriff der Freiheit zu vergegenwärtigen? Allein der Gedanke wäre absurd! Mit Sicherheit nicht - ohne jetzt moralisierend wirken zu wollen - aber es gibt nun mal Kategorien.

      Solche finden Eingang in internationales Recht. Im übergeordneten Sinne ist in einer vernetzten Welt ein Zusammenleben ohne die Einhaltung dieser Rechtsnormen seitens aller Rechtssubjekte, also auch der USA, nicht denkbar und nicht befürwortbar.

      Die nicht abreissende Serie von Rechtsbrüchen des internationalen Rechts seitens der USA kann nicht hingenommen, relativiert oder gerechtfertigt werden. Erst recht nicht, wenn man von der Mission Europas überzeugt ist, einen Ausgleich zu schaffen, zwischen Ost und West, alt und neu oder wie immer man Gegensätze nun mal bezeichnen möchte.

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    19. Hm, irgendwie verstehe ich das anders als du. Du argumentierst auf der Grundlage von Rechtsnormen, internationalem Recht usw. Mosmann und mMn auch Steiner beschreiben hingegen, womit man ihrer Meinung nach *rechnen* muss. Ich meine wie du, dass die Amis gefälligst allgemeines Recht akzeptieren sollten, gehe aber nicht davon aus, dass sie es tun werden. Die Frage ist nicht: wie sollte die Welt wünschenswerter Weise sein, sondern: welche Kräfte wirken aktuell in ihr und wie kann man die beeinflussen? Und ich verstehe Steiner so, dass er davon ausgeht, dass der richtige Einfluss von Europa her, die Kräfte, die von Westen her kommen und die eben einen gewissen Charakter haben, läutern kann. Es geht also nicht darum, die Missetaten der amerikanischen Regierung (oder andererseits eines Putin) irgendwie zu rechtfertigen. Es geht eher darum, dass man in versteht, aus welchen Untergründen es zu solchen Missetaten kommt. Auch den Verbrecher kann man ja verstehen! Das ist überhaupt der wirksamste Weg das Verbrechen zu bekämpfen. Meine jedenfalls ich.

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    20. 'Auch den Verbrecher kann man ja verstehen! '
      Vielleicht wird jeder Staat zum Schurkenstaat und jeder Staatsmann zum 'Schurken', wenn der Staat(smann) - unglüglicherweise oder diplomatisch beabsichtigt- in eine bestimmte Situation gedrängt wird, die mit den charakteristischen Qualitäten des Staates (der ja auch noch Volkscharakter hat) unvereibar ist.

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    21. Ein Staatsmann hat da doch die Fluchtmögichkeit des Zurücktretens...

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    22. Ein ganzer Staat kann nicht einfach zurücktreten - es kommt dann der nächste Staatsmann (der vielleicht weniger 'Bedenken' hat)...

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    23. Verstehen schon, ok.
      Jeder Verbrecher handelt von dem Standpunkt aus, den er für sich selbst als nützlich ansieht, und daher fogerichtig, bzw. pragmatisch. Sein Standpunkt ist seine Rechtfertigung für seine Taten und auch sein Beweggrund. Das kann man verstehen, ja!

      Aber deswegen auch akzeptieren? Wohl kaum! Es sei denn, man wäre selbst einer! ;-)

      Entscheidend sind ausserdem die Hintermänner der Staatsmänner. Solange diese im Verborgenen agieren (können), brauchen und werden sie auch kaum zurücktreten.

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    27. Ich möchte an dieser Stelle nur kurz zum Ausdruck bringen, dass meiner Ansicht nach nur allzuoft Ursache und Wirkung verwechselt werden. An erster Stelle sind die Verbrecher die Verbrecher, und nicht die Vertreter der westlichen Welt, die darauf reagieren (oft mit Mitteln, die auch ich nicht gutheissen kann). Wovon reden wir eigentlich gerade: Ukraine oder Naher Osten, früher mal oder heute?

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    28. Im Fall der Ukraine scheint meiner Ansicht nach vieles gar nicht so schlecht zu laufen. Zum einen gibt es eine moralische Verantwortung: man kann doch so ein kleines Land nicht einfach sich selbst überlassen, das aus eigenem Antrieb der westlichen Welt angehören möchte. Die frühere Einverleibung durch die UdSSR war doch imperialistisch gewesen, das ist doch nicht Recht. Dennoch haben wir auch die Verpflichtung, den Frieden zu halten, den wir heute haben, um fast jeden Preis.
      Sicher ist euch auch aufgefallen, dass die Balance in Vielem stimmt, auch wenn sie doch fragil ist. Der Weg, über das Wirtschaftssystem auf Russland einzuwirken, scheint der richtige zu sein, die Oligarchen wollen offensichtlich Stabilität, genau wie wir. Und da scheinen auch Kanäle zu sein, die offenstehen und auch genutzt werden.

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  4. Stephan O. fragt: „Nur was das sein soll, dieser Goetheanismus, ( B.S. - als eine „Mitte“ zwischen „Ost“ und „West“ ) begreift ja bisweilen selbst in anthroposophischen Kreisen kaum noch einer“

    Manfred sagt:

    „...weil es eine Mitte an sich, so wie die beiden Gegensätze, nicht gibt, sondern sie ersteht dadurch, dass man klar denkt auf Basis dessen, was und dass man unvoreingenommen wirklich schaut, was geschieht...“

    Danke! Hier von Manfred angerissenes ist der erste Schritt im „Goetheanismus“. Eben das man die Phänomene sich selbst aussprechen lässt. Dadurch, dass man ihnen zudem klares Denken zugesellt.

    Phänomenal ist nun, dass das Bestreben der „Fädenzieher“ darauf hin ausgerichtet ist, Phänomene für andere gezielt so zu manipulieren, dass die in einem jeden Phänomen wirkenden Geistvorgänge nur für daraufhin „Eingeweihte“ zu gewahren sind.

    Mit der Folge: Man „diskutiert nicht die Phänomene“, sondern wessen Fakten denn überhaupt als Grundlage für eine Urteilsbildung dienen können. Daher das weitere Bestreben, unmanipulierte Phänomene erkunden zu wollen.

    Der tatsächliche Machtkampf der Gegenwart ist also der Kampf um die Phänomene. Daran wird ersichtlich, der „Goetheanismus“ wird bereits sehr „folgenreich“ praktiziert. Im Gegensatz zu Goethe allerdings so: Goethe selbst wollte das offenbare Geheimnis.

    Damit ist gesagt: Grundlegend für einen Goetheanismus ist der gute Wille. Und den trägt, der Anlage nach, ein jeder Mensch in sich.

    Im Bunde mit Goethe verfasste Schiller daher seine „Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen“ eben genau dafür, das und wie der in jeden Menschen gelegte Freiheitskeim des guten Willen zur Entfaltung kommen kann.

    Folglich: Das Mitgefühl für Phänomene frei setzen zu können. Und genau das ist auch die Botschaft von Daniel Barenboim, hinblickend auf Israel und Palästina.

    Also diese:

    „Der Kern der so unabdingbaren Annäherung ist die Notwendigkeit, Mitgefühl miteinander zu haben. Meiner Meinung nach ist Mitgefühl nicht nur eine Empfindung, die aus dem psychologischen Verständnis der Notlage eines anderen Menschen resultiert – es ist vielmehr eine moralische Pflicht. Nur wenn wir versuchen, die Misere der anderen Seite zu verstehen, können wir einen Schritt aufeinander zugehen. Wie Schopenhauer schrieb: "Nichts kann einen Menschen so leicht auf die Bahn der Gerechtigkeit zurückbringen, wie die Vorstellung der Sorge, des Herzeleids und der Wehklage des Verlierers." In diesem Konflikt sind wir alle Verlierer. Wir können diesen traurigen Zustand nur überwinden, indem wir endlich das Leiden und die Rechte der anderen Seite zu akzeptieren beginnen. Nur mit einem solchen Verständnis können wir uns daran machen, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.“ ( Daniel Barenboim )




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    1. Hallo Burghardt Schildt,
      ich meine deinen Ausführungen folgen zu können. Schön auch das Zitat.

      Goetheanismus kommt in der Tat zunächst dadurch zustande, dass man sich in Bezug auf Begriffsbildung und Denken an die Phänomene hält. Weil beispielsweise Newton in seiner Lehre vom Licht nicht dementsprechend vorging, hat Goethe so gegen ihn polemisiert. Newton behauptete einfach, die Farben seien in dem weißen Licht "enthalten", wie bunte Steine in einem Kasten. Er übetrug eine Erfahrung, die ursprünglich nur die Leibessinne haben können (Drinnen-sein und Draußen-ein) rein intellektuell-theoretisch auf die Farbenwelt. Das *klang logisch* und man hat es ihm deshalb geglaubt. Jeder kennt ja das Erlebnis des Enthalten-Seins von etwas in etwas anderem aus dem gegenständlichen Alltag. Dass die reine Farb-Phänomenalität (Blau, Rot, Lila,...) aber eigentlich gar nicht in solche gegenständliche Begriffsmuster hineinzupressen ist, entging Newtons Denken. Es entgeht der Schulphysik im Grunde bis heute. Die eigentlichen Phänomene bleiben ungewürdigt, weil wir alle in der Schule lernen, uns vom logischen Klang der Newtonschen Theorie überzeugen zu lassen. Vom Standpunkt eines unbefangenen Denkens her ist sie falsch, weil sie zu den Phänomenen eine materialistische Hinterwelt hinzudichtet, die sich aus der Beobachtung gar nicht ergibt. Die ganze Atomtheorie ist übrigens so ein hypothetisches Modell-Gespinst.

      Zu den "Fädenziehern", die Phänomene "manipulieren" sollen: im Grund kann man Phänomene nicht manipulieren. Auch eine mediale Lüge ist ein Phänomen. Wir sind nur viel zu sehr gewohnt uns etwas sagen zu lassen und es dann für das Phänomen zu halten, von dem gesprochen wird (siehe bei Newton oben). Wenn uns jemand etwas über irgendeine Situation in der Welt sagt, müssen wir eben in Betracht ziehen, dass es nur gesagt ist. Wir waren nicht dabei. Was wir aber können: die Gesinnung des anderen aus seinen Äußerungen herauslesen. Man kann das mit einem gewissen psychologischen Gespür. Dann weiß man auch, wem man eher vertrauen kann und wem eher weniger.

      Wir müssen alle wieder tatsachengemäß beobachten lernen.
      Bester Gruß Stefan Oertel

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    2. Nachgeburt zu 27. Juli, 13.36°°

      Im Bereich der Handlungen des Menschen sagen wir statt Phänomen – die Motivsphäre. Auf deutsch: Himmlische Bewegung. Im hebräischen Wortschatz bedeutet Sphäre: Nichts = göttliche Emanation, also Quelle.

      Woher kommen also die tatsächlichen Geschehnisse? Aus dem Quell des Lebens. Wo ist also die Baustelle für jegliche Wandlung, will man nicht bloß als kommentierender Zuschauer tätig sein? Also als jemand, der von außen auf das Geschehen blickend, sich lediglich „seine“ Gedanken dazu macht. Also stellt sich die nächste Frage:

      Welche gewichtigen Beweggründe können, in der Gesamtkräftekonstellation (Stella = Stern) solche Erwägungen einleiten, anhand derer das zu Erwägende zunehmend so erwogen werden kann, dass dabei, mehr und mehr, ein freies Kräftespiel mitwirkend ist?

      Das eben besagte Spiel ist bereits die Antwort in der Frage. In ihm sind Kräfte so gehalten, dass sie sich, statt gegeneinander, nun miteinander für einen Bildeprozess so verhalten, dass dabei der Eigner all dieser Kräfte, sind sie doch nichts anderes denn dessen Eigenschaften, sich als das Lebewesen erweisen kann, das sich in der Gestalt eines sozialen und dazu seinem Wesen gemäß, also einem dreigegliederten Organismus, darleben will.

      Der erste Schritt im Goetheanismus ist anschauliches Denken. Im zweiten ist das Anschauen auf das Denken selbst hin ausgerichtet. Dadurch erfasst es sich als das Wesen, das, in einem dritten Schritt, die Kernpunkte seines sozialen Fragens so zu bedenken vermag, das dabei der Denker selbst sich als der Eigner all derjenigen Eigenschaften gewahrt, die miteinander so einen Zusammenklang bilden können, der den Einklang jeglicher Klänge, des Lebens selbst, bezeugen kann.

      Will man also, im Sinne eines freien Kräftespieles, sich in so eine Tätigkeit versetzen, die beiträgt zur Ausgestaltung desjenigen sozialen Organismus, der jegliche Verschiedenheit als sein wahres Wesen willkommen heißt, so gilt es, für diejenigen Kräfte, in die ein jeder gestellt ist, dasjenige Maß zu finden, von dem Goethe sagen konnte:

      Genieße mäßig Füll und Segen, Vernunft sei überall zugegen, wo Leben sich des Lebens freut. Dann ist Vergangenheit beständig, das Künftige voraus lebendig, der Augenblick ist Ewigkeit.

      Das dazugehörige Maß bezeugt den „Maßstab“. Also dasjenige Lebewesen, das Maß halten kann. Einfach dadurch, dass es, sich selbst angemessen, also am Lebensgeschehen ablesend, handelt.


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    3. Bemerkung zu Burghard´s Nachgeburt

      ...tauche ich ganz tief ab in (meine) Gedanken, so tief, bis ich "hinter" ihnen wieder auftauche, dann erlebe ich sie gleichsam schwimmend in jenem Kosmos, der sie trägt und ihnen ihren Namen gibt, sie zu Begriffen zusammenschliesst und aus jenen Gebilden dann Prinzipien formt, Ich habe sie dann vor mir und sehe, dass ich deren Eigner bin, deren Schöpfer, ich bin es, der denkt, in diesen Kosmos hinein, in dem wir uns alle begegnen können, wenn wir uns in dem Gestrüpp umherfliegender Gedanken nicht zu sehr verheddern oder hängenbleiben. Wenn wir uns in diesem einenden Kosmos begegnen, werden wir sehen, dass es eigentlich nur eine wirkliche Tat gibt zwischen Menschen, die wirklichen Sinn ergibt, nämlich mit-ein-an-der zu sprechen und uns aus-zu-tauschen, von Ich zu Ich, von Eigner zu Eigner. Das wäre wahre Selbst-Erkenntnis, die dadurch lebt, indem ich auch den anderen zu erkennen strebe. Denn, "...wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind..."

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    4. Entschuldigung, ich kann ehrlich gesagt gerade nicht mehr folgen... :) Aber wenn ich so generell die Kommentare lese, die in diesem Blog veröffentlicht werden, habe ich den Eindruck, dass hier eh gerne geträumt, assoziiert, gedanken-gespielt wird, hm? Kann mich auch täuschen. Ach ja, und Judith von Halle taucht immer wieder auf. Aber DIE Diskussionen mag man eigentlich gar nicht mehr lesen...

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    5. Hallo Stephan,

      wo hast Du denn zuletzt die Spur noch im Blick gehabt? - Weiterhin zu mir: Ich träume hier nicht vor mich hin - Assoziationen sehe ich in deinem letzten Kommentar - Gedankenspiele liegen mir fern - So Du also noch weiterhin hier deinen Brast loswerden willst, in Zukunft bitte nicht unter Beiträge meinerseits!

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    6. Hi Burghardt,
      stimmt, assoziiert habe ich, und zwar ziemlich heftig. Nur "Brast" ist da keiner. Die Spur verlor sich mit der Nachgeburt. Und gut, vielleicht bin ich ja zu blöd zum Folgen. In diesem Fall nehme ich die Behauptungen zu den Assoziationen, Gedankenspielen und Träumen zurück. Offenbar war's der direkte Tritt in's Fettnäpfchen. :( Obwohl... ...egal, bleiben wir beim "Europäer" und seinen Theorien.
      Gruß Stefan Oertel

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    7. Lieber Burghard,
      wenn Du 'Hallo Stephan' (Stephan mit 'PH') schreibst, fühle ich mich angesprochen; dem Kontext nach meinst Du aber wohl 'Stefan Oe' mit 'F'...

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    8. Hm, na ja. War schon frech, wie ich das mit der Träumerei und so geschrieben habe. Ich entschuldige mich hiermit in aller Förmlichkeit bei den Forumsteilnehmern. :/

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    9. Guten Morgen Stefan,

      ...wie ist es Deiner Einschätzung nach denn um Deine Träumerei bestellt, bzw. wie würdest Du benennen, was keine wäre und warum? Entschuldigungen ändern ja nichts am Kern selbst und schon gar nicht gepaart mit Förmlichkeiten :-)

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    10. Guten Tag manroe,
      Ich finde manche von Michaels Blog-Beiträgen sind recht pfeffrig und klar geschrieben. Mich hat seine Abwatsche in Richtung Thomas Meyer provoziert, ebenso dass er meiner Empfindung nach Steiner da nicht ernst genug nimmt. Aber für so einen Typen wie Ansgar Martins hat er nette Wort übrig. Brrr...

      Ich sagte bereits: mich stimmt das traurig. Aber ich hatte wohl außerdem - Brast! Geb' ich jetzt zu. Entsprechend nachdrücklich habe ich zu argumentieren versucht. Der direkte, scharfe Austausch von Gedanke und Gegengedanke war aber in manchen Beiträgen von Forennutzern gar nicht das, was mir inhaltliche Absicht schien. Ist ja auch niemand dazu gezwungen. Mich hat das nur eben dazu gebracht von Träumerei usw. zu reden, zumal ich kurz zuvor auch in anderen Diskussionen hier im Blog herumgelesen hatte (daher dann der Bezug auf JvH... bitte vergessen!). - Wie gesagt, kann sein, dass ich Burghards Gedanken nicht verstanden habe, da will ich das mit der Träumerei usw. natürlich zurücknehmen. Für andere Beiträge im Forum gilt das Gesagte mMn schon.

      Und nein, mein Argumentieren ist insofern keine Träumerei. Ich bin sicher nicht erleuchtet und nicht in Bezug auf alle oder viele oder wenigstens wenige Dinge wachend, aber ich bemühe mich um Wachheit im Beobachten und Denken so gut es geht.
      Unförmliche Grüße Stefan

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    11. Lieber Stefan Oe,
      Ihr erster Beitrag hat mich nochmal dazu gebracht, mich mit Dreigliederung zu beschäftigen (hatte bisher wenig Bezug dazu - Ihre kurze Skizze war mir nochmal richtungsweisend).
      Für mich war Ihr Brast-getriggerter Beitrag darum trotzem wertvoll.
      Ausserdem erfuhr ich nebenbei Durch Sie, was mein Schulkamerad Johannes Mosmann (bei dessen Vater ich Geschichts- und Deutschunterricht hatte) jetzt macht...

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    12. Hallo Stefan,

      hab Dank für Deine Antwort. Deiner Einschätzung zu Ansgar Martins kann ich nur voll beipflichten, da werden Steine aus Brot gemacht und selbige verkauft als eine Erkenntnisfrucht, die armen Zähne schon allein...

      Will nur kurz sagen, dass ich Deine Betrachtungen als bereichernd erlebe und ebenfalls sehe, dass Du gut hinschaust.

      Was die "Nachgeburt" Burghards bei Dir nicht ausgelöst hat, mag vielleicht nicht damit zusammenhängen, dass Du träumst, aber sicherlich damit, dass Du nicht genau genug gelesen hast. Ich gebe zu, es ist nicht gerade eine einfache Betrachtung, aber eine wesentliche die, sieht man das Beschriebene innerlich vor sich, dies eine erklärende, prinzipielle Beschreibung dessen ist, was, wo und wie die in uns liegende Quelle spricht, durch die wir, sie selbst habend, tätig sind und sie daher in unser Bewusstsein aufnehmen sollten, wollen wir verstehen, wie z.B. irgendwelche Probleme oder sonstige Phänomene zustande kommen. Will man ebenfalls begreifen was und wie es um die sogenannte Mitte bestellt ist und was sie zu leisten imstande ist, ist ein solches Verständnis unabdingbar, weil SIE leider permanent in uns herumträumt und wir uns ablenken lassen von vermeintlichen Themen, die zumeist, bei genauerer Betrachtung, es nicht wert wären als solche betrachtet zu werden, begriffe man den innersten Kern unseres Tuns.

      Ein solches begreifend liesse diese Aussage von Michael hier:

      "Ach ja, und die eurozentrische Sorge Rudolf Steiners (vor 100 Jahren), Deutschland sei ein notwendiger Mittelpunkt zwischen Ost und West ist sowohl durch die nazistische Barbarei als auch durch die seit Steiners Zeit völlig veränderte Dominanz der politisch- wirtschaftlich- kulturellen Kräfte völlig obsolet."

      dann doch in einem anderen Lichte erscheinen. Ohne eine geistig geführte Mitte kann es nur einen riesigen crash geben. Da wären besagte 100 Jahre die bereits unmittig vergangen sind nicht als "völlig obsolet" einzustufen, sondern ganz im Gegenteil als eine brenzlige Marke der Versäumnis anzusehen.

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    13. @Stephan Birkholz: Ha, so klein sind sie, die "anthroposophischen Zusammenhänge"! Die Texte von Mosmann sind mMn aktuell das Beste, was es zur Sozialen Dreigliederung gibt. Auch was sonst bei dem Berliner Institut veröffentlicht wird, lohnt sich sehr zu lesen. Sie zögern dort nicht, gegen die Lieblingsthemen mancher Anthroposophen - z.B. bedingungsloses Grundeinkommen - zu agitieren. Außerdem habe ich bisher keine klareren und erhellerenden Texte zur sozialen Dreigliederung gefunden, als die von Mosmann. Er fasst die Gedanken sehr scharf. Dadurch haben sie nicht mehr das Philiströs-Bequeme, dass ihnen bei manchen anthroposophischen Sonntagsrednern anhaftet und das bei den Zuhörern am Ende doch immer unterschwellig das Gefühl zurücklässt, die soziale Dreigliederung sei so ein netter Schematismus, wie alle Sozialtheorien, die man sonst auch hört. Ist sie eben nicht.

      @manroe: Ich habe Burghards Text eben noch einmal zu verstehen versucht. Es gelingt mir nicht, die den Worten entsprechenden Gedanken zu bilden. Habe da offenbar ein Brett vor dem Kopf. Werde es in Kürze erneut versuchen...

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    14. Ja, da ich Johannes etwas kannte (mein Bruder war mit ihm in einer Klasse und befreundet), weiss ich, dass ihm das Thema 'Amerika-Russland' buchstäblich in die Wiege gelegt wurde (bzw. er sich karmisch gesehen in eine entsprechende Wiege gelegt hat)...

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  5. Übrigens, Goetheanismus im Sinne Steiners (Goethe beeinflußt von Spinoza, Linné und Shakespeare) sei eine Ausstrahlung des Russizismus, der Grals-Stimmung. ‘Dieser Goetheanismus, sagte ich Ihnen, er versucht die gegenteilige Bewegung hervorzurufen, die etwas ähnlich ist dem russischen Christen¬tum, nämlich: hinaufzuheben dasjenige, was hier auf dem physischen Plane ist, in die geistigen Welten..‘. GA 185.199

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  6. Zurück zu der in der Tat widerlichen "Dosenfleischtheorie" des Kopp Verlages:

    Kein Irrsinn wäre es, wenn die "Europäer" diese insofern in ihr Weltbild einbauen würden, indem sie sich vergegenwärtigen und klar hervorheben würden, dass wer so eine absurde Verschwörungstheorie in die Welt setzt, dies nur mit einem ganz bestimmten Zweck tun und ein genau vorgegebenes Ziel verfolgen kann.

    Nämlich mit einer derart abstrusen und mit Sicherheit unwahren Theorie gleich all die übrigen Theorien die der Kopp-Verlag verbreitet aber grösstenteils nicht selbst entwickelt und recherchiert hat und von denen der Wahrheitsgehalt (oder Unwahrheitsgehalt) zwar auch noch nicht bewiesen und/oder öffentlich anerkannt ist, gleich mit zu entsorgen.
    Letzteren also so quasi dieselbe "Unwahrhaftigkeitsaura" anzuheften. Um sie in denselben Mülleimer zu werfen und derart von in vielen Fällen mehr als berechtigten Vermutungen, eben dass zumindest ein Teil doch auch Wahrheiten enthalten könnten, abzulenken. Und mithin - sich in Wahrheit auf die Seite der USA, bzw. des Westens schlagend - wichtige Aufklärungsarbeit bzgl. anderer für diese wirklich gefährlichen Theorien zu hintertreiben.

    Die Dosenfleischtheorie beweist also im Grunde nur, auf wessen Seite der Kopp-Verlag wirklich steht.

    Wenn also die "Europäer" diesen genialen angewandten psychologischen Trick als solchen erkennen würden, wäre es sicher kein Irrsinn.

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    1. Das ist eine wirklich steile Theorie- der Kopp- Verlag versuche, sich mit derartigen Artikeln selbst zu demontieren. Nein, ich denke, der Verlag operiert geschäftlich sehr erfolgreich, um den Querschnitt der weichen Birnen zu bedienen, die zwischen anti- modernistischen Ressentiments, Verschwörungstheorien (USA, Außerirdische), UFO- Anhängern, Anti- Europäern und AfDlern angesiedelt sind. Ein erheblicher Teil der Neuen Rechten dürfte hier auch das Zeug erhalten, das ihre emotionalen Befindlichkeiten bedient. Der Irrsinn und die Geschmacklosigkeiten sind dabei Teil des Kalküls.

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    2. Was die Ausrichtung des Kopp Verlages anbelangt, stimme ich mit Ihrer Umschreibung überein.

      Ich bezweifle allerdings, dass man mit so einer Linie wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Es gibt Vermutungen, dass es da Querfinanzierungen gibt.

      Aber auch wenn dem nicht so so wäre, es ändert nichts an der Tatsache, dass der Verlag Abstruses und "Rechtsgerichtetes" mit teilweise durchaus Fundiertem und Recherchiertem zu einem Gesamtpaket schnürt.

      Da dies anscheinend Aufgabe und Geschäftszweck des Verlages ist, kann er sich allerdings durch diese Vorgehensweise auch nicht selbst demontieren.

      Demontieren möchte er augenscheinlich (durch die angedeutete Vermischung mit Schwachsinn) zumindest einen Teil des "Alternativwissens", auch "Verschwörungstheorien", die zum Teil bereits in den "mainstream" einsickern bzw. einzusickern drohen und welchen demzufolge ein gewisser Wahrheitsgehlt zugrundeliegt, nach allgemeinem Befinden zugrundeliegen könnte oder bereits von Teilen der Öffentlichkeit zuerkannt wird.

      Nur in diesem Kontext werden Irrsinn und Geschmacklosigkeit daher Mittel zum Zweck.

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    3. Hier ein Artikel von 2010: http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/rottenburg_artikel,-Was-der-Rottenburger-Kopp-Verlag-macht-_arid,109075.html Scheint gut zu laufen- vor allem mit UFOs und "geheimen Zivilisationen" auf dem Mond. 2500 Bücher am Tag sind schon ein Wort.

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  7. Hintergrund:
    Für seine Analyse über Russlands Weg in den Ersten Weltkrieg durchkämmte Sean McMeekin jahrelang Archive, studierte Schlachtpläne und beleuchtete diplomatische Intrigen. Und kommt zu einem brisanten Ergebnis: Die wahren Drahtzieher fand McMeekin in St. Petersburg. Um sich strategisch wichtige Landengen am Schwarzen Meer zu sichern, nahm Russland bewusst das Risiko eines Kriegs in Kauf.
    http://www.europa-verlag.com/Buecher/20/Russlands-Weg-in-den-Krieg.html

    Der russische Präsident Wladimir Putin rechnet mit einem Krieg in Europa.
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/07/29/putin-vertrauer-es-wird-krieg-in-europa-geben/

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  8. Vielen Dank an Stefan Oertel für den link zum Mosmann-Artikel – das ist das Vernünftigste zum Thema, das ich seit langem gelesen habe.

    Zur „fehlenden Mitte“ fällt mir ein Gedicht ein:

    Sieh, ich bin nicht, aber wenn ich wäre,
    wäre ich die Mitte im Gedicht;
    das Genaue, dem das ungefähre
    ungefühlte Leben widerspricht.

    Sieh ich bin nicht. Denn die Andern sind;
    während sie sich zu einander kehren
    blind und im vergeßlichsten Begehren –,
    tret ich leise in den leeren
    Hund und in das volle Kind.

    Wenn ich mich in ihnen tief verkläre
    scheint durch sie mein reiner Schein...
    Aber plötzlich gehn sie wieder ein:
    denn ich bin nicht. (Liebe, daß ich wäre –)


    Rainer Maria Rilke (München, Oktober 1914)

    Herzlichen Gruß in die Runde!
    Ingrid

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    1. Grüß dich liebe Ingrid,
      wie schön. Danke für das Gedicht von Rilke. Das liest sich, wie wenn du ein Gespür hättest was zur Zeit in den Medien vorgeht. Man soll sich ja nicht selbst vergessen. Aber manchmal ist es schon gut, wenn man den Fokus auf die Anderen lenken kann.
      Danke, wie gesagt.

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    2. Liebe Kerstin,
      schön, daß Dir Rilke auch etwas sagen kann.
      Ich glaube zwar nicht, daß das damals auf den Krieg gemünzt war, finde es aber doch bemerkenswert, zu welcher Zeit Rilke gerade dieses Gedicht schrieb.

      Was mein „Gespür für das, was zur Zeit in den Medien vorgeht“ angeht, bitte ich, mich nicht zu überschätzen.
      Mehr und mehr hab ich das Gefühl, daß Dinge, die mir zunächst absurd und unmöglich erscheinen, ebensogut wahr sein könnten wie das Wahr-scheinliche, und umgekehrt (siehe Stefan Oe.s Northwoods-link...).
      Obendrein herrscht in vielen Medien Schwarz-Weiß-Malerei (ein Relikt aus vergangenen Zeiten, vor den farbigen online-Ausgaben der früher nur mit Druckerschwärze und mehr oder weniger weißem Papier arbeitenden Printmedien? ;-)), und es scheint hauptsächlich darum zu gehen, wer „schuld“ ist bzw wer „recht“ hat. Derartig ausschließlich vergangenheitsbezogene Fragen interessieren mich natürlich schon, aber ich finde sie halt nur mäßig hilfreich für das Auffinden von Zukunftsimpulsen in einer Gegenwart, die immer chaotischer und bunter wird und sich in schwarz-weiß nicht annähernd wirklichkeitsgemäß darstellen läßt...

      Wichtig im Umgang mit jeglicher Medienberichterstattung finde ich jedenfalls das, was Stephan B. weiter unten sagt (danke, Stephan!):
      Eh' der Verstand verstehen kann, muß die Empörung ihm entschwinden.

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

      P.S.: Ich bin zur Zeit, wie jeden Sommer, viel ohne Netz unterwegs, und finde nicht die Zeit, alllllle langen Egoistengespräche nachzulesen...

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    3. Hi Ingrid,
      mir geht es ähnlich, mein neuer DSL Anschluss für daheim wird gerade eingerichtet.
      Die Info3 ist genau richtig. Bin sehr zufrieden mit dem diesjährigen Abonnement, hab schon viele Anregungen bekommen.
      Es gibt viele Zukunftthemen, die man nirgendwo lesen kann. Himmelskunde such ich schon seit Monaten, find aber nicht viel. Astronomie gibt es natürlich, aber wenig, woraus Wissen und Weisheit zu ziehen ist, vielleicht sogar ein herangehen mit dem Herzen möglich ist. Wenn die Zukunft der Menschen aber dort draussen stattfinden wird, ist es doch nötig, nach Zusammenhängen zu suchen, und am Vorgehen selbst zu lernen.
      Es geht auch nur gemeinsam oder gar nicht

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    4. Liebe Kerstin,

      also, von info3 hatte ich vor ein paar Jahren mal ein Probe-Abo, das mich nicht gerade überzeugt hat: einerseits war dauernd die Rede vom „Non-Dualen“, während es bei den Stellenangeboten dann „duale“ Jobs gab – als wäre die Einteilung in „Dual“ und „Non-Dual“ nicht eine ebenso „duale“ Sichtweise wie die so sehr verpönte Trennung zwischen „Materie“ und „Geist“… :-) Schwarz-Weiß in Reinkultur...
      Aber vielleicht ist das ja inzwischen anders geworden.

      Für mich ist es jedenfalls wichtig, möglichst viele verschiedene Medien zu lesen, am besten solche, die ganz unterschiedliche „Blattlinien“ haben. Das gilt sowohl für anthroposophische Autoren als auch für nicht-anthroposophische Medien.
      Auf diese Weise bin ich vor kurzem auf Gabor Steingarts Gedanken zur „Leser-Revolution“ gestoßen – die mir ganz gut zu unserem Thema zu passen scheinen...

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

      P.S.: Himmelskunde (von und mit Wolfgang Held) gibt es übrigens immer wieder mal im „Goetheanum“, zum Beispiel gerade jetzt, Ausgabe 31-32

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    5. Nun, ich hab die Info3 wieder im Abo und seit vergangenem Jahr waren in wirklich jeder Ausgabe interessante Artikel gewesen, vieles hat mich auch für das eigene Leben inspiriert. Das Goetheanum ist auch lesenswert, vom Stil her ganz anders. Ich seh das ja auch als Ergänzung, muss ja nicht das eine besser sein als das Andere. Ich hab den Sternkalender von Wolfgang Held natürlich, bin auch besser geworden damit. Auch meine alten Sternkärtlein aus Westport sind in alten Kisten wieder aufgetaucht. Man kann in den Himmel gucken und die Sternbilder dort erkennen, ich meine zwar dass manche das in früherem Alter lernen als ich, aber das macht ja nichts, es interessiert mich halt.

      Weisst du übrigens, was daran bisher das Problem war? Die Zeitfrage hab ich ja bereits gelöst, Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft als Trinität, klar, das ist erkannt, eine ebenso wissenschaftliche wie religiöse Frage. Vatergott - Sohn - Heiliger Geist... Schaust du in den Himmel, dann siehst du ja Licht aus früherer Zeit, das aber in die Gegenwart scheint. Das Licht, das heute ausgesendet wird, scheint dagegen in der Zukunft, so ist das, Wissenschaftler bestätigen es.
      Also, ich war damit nicht weitergekommen, dass du, wenn du Sternbilder anschauen willst und dich auf der Erde befindest, die Himmelsrichtungen brauchst. Norden, Süden, Westen, Osten. Du musst dich auf der Erde unten orten und richtig nach oben gucken... Die richtige Verortung zwischen oben und unten, mit Hilfe der Richtungen.

      Nein, schwarz-weiß ist das nicht mehr, aber Ingrid, wir haben doch ausgemacht, wer etwas von mir zu Stellen-Börsen und meiner Haltung dazu wissen möchte, hat nur die eine Möglichkeit, mich persönlich zu kontaktieren. Wer mag, kann das ja im Blog diskutieren, aber ich möchte das nicht.

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    6. Ach, jetzt habe ich es gesehen: wir sind gemeint, das planetarische Konzil, schreibt Wolfgang Held. Das ist ja lieb :-)

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  9. Ich habe eben über "Operation Northwoods" gelesen. Es ist unglaublich.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Northwoods
    Lest vor allen Dingen den Abschnitt, der die Planung eines fingierten Flugzeugabsturzes beschreibt! Das ist jetzt keine "Verschwörungstheorie", sondern "offizielle" Geschichtsschreibung. Hammer.

    Verschwörungstheoretiker wie Wisnewski lesen sich vielleicht merkwürdig, scheinen albern und populistisch. Ich glaube aber, dass sie deshalb auf Interesse bei den Menschen stoßen, weil die sehr genau fühlen, dass Inszenierungen der verlogensten Sorte ebenso wie False Flag-Operationen bei den USA und bei der NATO einfach drinnen sind. Unterzeichnet hat die Northwoods-Sache der spätere Oberkommandeur der NATO in Europa. Halleluja.

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    1. Wie erschüttert wir doch alle immer noch sind, wenn der gute, integere Uncle Sam auch male etwas flunkert! Das sagt vielleicht auch etwas über unser eigenes Weltverständnis aus!

      Von des Bösewichten sind wir das ja nun gewohnt:
      Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen!

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  10. "auch mal etwas flunkert" ?? echte Lachnummer, danke!

    Aber wie das nun mal so ist...im Umkehrschluss wären wir sicher gar nicht erschüttert, wenn unser Lügenonkel hin und wieder mal die Wahrheit sagen würde!
    Und warum? Weil wir es gar nicht merken würden.
    Ich würde sagen, dies sagt noch viel mehr aus!

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    1. So sehr habe ich das nicht als Lachnummer gemeint.
      Uncle Sam wäre ja tatsächlich gerne der 'Weltenvater' oder zumindest seine irdische Generalvertretung.
      Und manchmal können Eltern eben nicht immer ganz die Wahrheit sagen - dann redet man nicht von 'lügen', sondern beschönigt es als 'flunkern'.
      //
      Und weil G.W.B das Papa-Image nicht bieten konnte, wurde jetzt B. O. installiert - in Deutschland parallel die Mami der Nation.
      So können wir uns doch wieder wie in der sicheren Kinderstube fühlen - bisweilen etwas angeflunkert und da lachen wir dann gemeinsam mit Papa Barack und Mama Angie drüber....
      //
      http://www.kulfoto.com/funny-pictures/48282/obama-dad-says-youre-spying-us-online

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    2. Vielleicht sollte man Licht auf dem Weg noch durch folgenden Satz ergänzen:

      'Bevor der Verstand verstehen kann, muss die Empörung ihm entschwinden' (oder so)

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    3. Hallo Stephan,

      ja, es stimmt was du schreibst. Gut, das "Weltenvater sein wollen" ist Realität, also viel zu ernst für eine Lachnummer. Die viel zu gelinde ausgedrückte Umschreibung, er würde nur "manchmal flunkern" ist aber die Lachnummer die ich meinte! Dies entlockt uns auch nicht Empörung, sondern nur ein inneres Lächeln.

      Sicher, es ist mitunter schwer gegen die Empörung anzukämpfen, die uns überfällt, wenn wir der Tatsache gewahr werden, dass wir ständig belogen werden, aber uns meistens gar nicht, jedenfalls aber viel zu wenig empören...;-)

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  11. Hier lesen neuerdings eine ganze Reihe Ukrainer und Russen mit- je etwa 500. Verblüffend.

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    1. Ist das kein Google-Trick? Ich habe manchmal auch einfach so dreihundert Besucher auf einmal. Polen zum Beispiel ist bei mir dieser Monat auf den dritten Platz, nach Deutschland und Niederlande. Tsja.

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    2. Lieber Michel, kann ich mir auch nicht so recht erklären. Ich sehe z.B. keine erhöhten Zugriffe vonseiten eines örtlichen Forums o.ä., keine speziellen Suchbegriffe. Ich dachte, es könnte an der automatischen Übersetzungsfunktion liegen, die ich implementiert habe.

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  12. Putins erklärtes Ziel, die Schaffung einer Eurasischen Union mit Moskau als Zentrum, verweist schon dem Namen nach auf die „Eurasier“, eine philosophische Strömung unter russischen Exilanten während der zwanziger Jahre in Prag, Berlin und Paris….
    Erstaunlich wirkt Putins Sympathie für Wladimir Solowjow (1853–1900), den berühmtesten russischen Philosophen, der als religiöser Mystiker sich dennoch westlich orientierte, Spinoza und Schelling nahestand und von einer Synthese von Orthodoxie und Katholizismus träumte.
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/der-praesident-als-philosoph-putins-fluesterer-12961159.html

    Der "einsame Zar"
    http://www.tagesschau.de/ausland/putin-126.html

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