Die Anthroposophische Gesellschaft als die FDP der Esoterik- Szene

Ich selbst würde Anthroposophie - dem Anspruch nach "Geisteswissenschaft" - ja nicht der "Esoterik" zurechnen wollen; die Öffentlichkeit tut aber genau dies, und zumindest im Umkreis des Goetheanums scheint das Selbstverständnis nicht anders zu sein. Jetzt, im September, rüsten sich Judith von Halle und Peter Tradowsky wieder, fantastische Neuigkeiten über den von ihnen vorgestellten "Hüter der Schwelle" zu verbreiten, "michaelisch" über den kosmischen Kaspar Hauser zu spekulieren, und nicht existente Mysterienspiele wieder zu geben, um im Anschluss im engen Kreis über die bislang nie bekannt gewordenen Geheimnisse der Templer- Initiation zu flüstern. Wenn das nicht Esoterik ist, wie soll man frei galoppierende Fantastik denn sonst nennen?

Zugleich schwören sich die Anhänger des verstorbenen Sergej Prokofieff (s.u. folgender Artikel) gegenseitig ein als letzte Hüter der wahren michaelischen Gesinnung, rücken am Grab ihres Führers einander näher und zelebrieren in schnell gedruckten Heftchen die richtige esoterisch- anthroposophische Haltung.

Allgemein - auch dies in Heftchen (z.B. Nachrichtenblatt Für Mitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, 7. September, 2014 | 4. Jahrgang, Nr. 16)- wird eifersüchtig weiterhin gegen jeden Versuch intrigiert, die von Christian Clement heraus gegebene "Kritische Ausgabe" - d.h. eine wissenschaftlich- philologische Herausgabe einzelner Schriften Rudolf Steiners - in irgend einer Weise zu akzeptieren. Auf Vorstand und anthroposophische Verlage wird der denkbar größte Druck ausgeübt, sich von einer kritischen Aufarbeitung, und sei sie noch so wohlwollend, so weit wie möglich zu distanzieren: "In der vielleicht extremsten Zuspitzung dieser Kontroverse wird vom Rudolf Steiner Verlag gefordert, dessen Vertriebskooperation mit dem Verlag frommann-holzboog solle aufgelöst werden, die SKA solle aus dem Rudolf Steiner Verlag entfernt werden. Die Begründungen für diese Forderung gehen in die Richtung, dass die SKA Rudolf Steiners Werke nicht angemessen in die Öffentlichkeit stellt. Es wird argumentiert, der Rudolf Steiner Verlag habe eine Aufgabe darin, Rudolf Steiners Werk im Geiste dieses Werkes gegenüber der Öffentlichkeit zu repräsentieren." Damit wird unterstellt, der "Geist des Werks" Rudolf Steiners würde von irgendeiner Seite - also offensichtlich der intern- anthroposophischen- erfasst und repräsentiert- als sei das eine Art Naturrecht. Offenbar gehen nicht wenige Anthroposophen davon aus, die Deutungshoheit über das Gesamtwerk mit der Muttermilch absorbiert zu haben. Auch das ein sektiererisches Zeichen.

In den "Mitteilungen aus der anthroposophischen Arbeit" vom September 2014 wird die Quittung für das engstirnige und selbstbezogene Treiben gleich mitgeliefert. Demnach befindet sich die Anthroposophische Gesellschaft seit Jahren, was Mitgliederzahlen und Gelder betrifft, in einem Sinkflug wie die ehemals bedeutende Partei FDP: "Zunächst ist wahrzunehmen, dass der Rückgang unserer Mitgliederzahlen sich von Jahr zu Jahr verstetigt. Im vergangenen Jahr sind die Mitgliederlisten nach tiefgreifenden Klä­rungen der Mitgliedschaften in den Zweigen, Arbeitszentren und in der Landesgeschäftsstelle auf den neuesten Stand gebracht wor­den. Danach stellen wir fest, dass die Mitgliederzahl im Berichtsjahr von 14.740 um 1.008 auf 13.732 zurückgegangen ist, das sind fast 6,9 %." Sieben Prozent Schwund in einem Jahr auf ohnehin schwachen Beinen mag der genaueren Zählung mit geschuldet sein, gleicht aber doch einem Offenbarungseid, der zumindest vor der Tür steht. Das Mutterschiff Anthroposophische Gesellschaft ist leck geschlagen, aber die an Bord scheinen ihre seltsam entrückte Party unbeeindruckt weiter zu zelebrieren.

Kommentare

  1. Lieber Michael,
    eine kleine Ergänzung zur SKA-Diskussion:
    Du sagst:
    »Allgemein - auch dies in Heftchen (z.B. Nachrichtenblatt Für Mitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, 7. September, 2014 | 4. Jahrgang, Nr. 16)- wird eifersüchtig weiterhin gegen jeden Versuch intrigiert, die von Christian Clement heraus gegebene "Kritische Ausgabe" - d.h. eine wissenschaftlich- philologische Herausgabe einzelner Schriften Rudolf Steiners - in irgend einer Weise zu akzeptieren.«

    Aber hast Du auch die mit der von Dir erwähnten Ausgabe des „Nachrichtenblattes“ mitgelieferte Rezension "The Scholarly Steiner" von David W. Wood gelesen?
    Das ist, für mich jedenfalls, die bisher interessanteste Rezension: trotz einiger Kritikpunkte ist Wood einerseits weit davon entfernt, die SKA zu „verteufeln“, andererseits läßt er es auch nicht bei einer „Preisung“ bewenden (daß Steiner nun endlich „in der Wissenschaft angekommen sei" oder so).
    Sondern er zeigt gleich an einigen Beispielen vor, wie es sich fruchtbar mit der SKA umgehen läßt...

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    1. Ja, diese Stimme klang vernünftig. Wenn ich nicht annehmen würde, dass es diese vernünftigen, umsichtigen Stimmen auch geben würde, hätte das Schreiben ja keinen Sinn mehr- dann müsste man fest annehmen, dass sich die institutionalisierte Anthroposophie noch in meiner Generation ganz vor die Wand fährt.

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    2. Der Text von David W. Wood ist wirklich ausgezeichnet, ganz auf den Punkt und sehr, sehr sachkundig. Auch als Gebrauchsanweisung für die Ewiggestrigen zu gebrauchen, wie man als Anthroposoph die SKA lesen kann, wenn mans kann.

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    3. Ich habe mich schon oft gefragt, warum diejenigen von denen ich meine (hoffe), dass sie etwas von den fruchbaren Wegen wissen so oft in Schweigen gehüllt sind, wenn eine anthroposophische Angelegenheit so augenscheinlich vor die Wand zu fahren droht.
      Mittlerweile glaube ich verstanden zu haben warum: Man kann einen geistigen Strom nicht einfach aus der Welt schaffen - aber man kann ihn gezielt vor die Wand fahren lassen (und damit den Kollateralschaden geringer halten).
      Wenn ein Eisenbahnzug außer Kontrolle gerät, wird irgend wann eine Weiche so gestellt, dass er auf einem Abstellgleis landet und nur einen Prellbock demoliert.
      //
      So tröste ich mich jedenfalls bisweilen...

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  2. :-) Ja.

    Was ich bei alledem halt so schade finde: daß die Unmutsäußerungen über diejenigen, die, wie man meint, Kurs auf die „Wand“ nehmen, so oft sehr viel lauter sind als die Stimmen der freudigen Anerkennung für diejenigen, deren Kurs man für den „richtigen“ hält.
    Das kommt mir ein wenig so vor, als würde man lieber das Unkraut gießen als die Rose…

    Aber ich freu mich, daß auch Du die Stimme von David W. Wood als vernünftig empfunden hast.

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  3. Liebe Ingrid, wie schön für Dich, ich wusste bislang noch gar nicht, dass auch Du bereits den "richtigen Kurs" kennst. :-)

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    1. :-)
      Lieber manroe, bitte genau lesen:
      Ich sprach von freudiger Anerkennung für diejenigen, deren Kurs man für den „richtigen“ hält.
      Es geht mir dabei nicht um die Frage, ob das dann auch tatsächlich der „richtige“ Kurs ist – denn ich gehe eigentlich nicht davon aus, daß es einen einzigen „richtigen“ Kurs überhaupt gibt.

      Aber wenn sich jeder einzelne mehr um positive Verstärkung für das kümmern würde, was er persönlich für „richtig“ hält, als um das Anprangern dessen, was er für „falsch“ hält, dann, so meine ich, hätten wir sehr viel mehr (ganz unterschiedliche) Blüten und Früchte und kämen mit weniger Gift aus.
      :-) Und das wäre es halt, was ich persönlich für „richtig“ hielte...

      Deshalb hab ich die Gelegenheit ergriffen, auf die Rezension David W. Woods aufmerksam zu machen. Sie ist übrigens, wie ich grad gesehen habe, auch im Netz zu finden.

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    2. Ich stehe leider viel zu sehr ausserhalb inzwischen und habe keine Ahnung mehr von so etwas. Möchte mich gerne zurückhalten. Guten Abend!

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  4. Wen es interessiert:
    Die neuesten Beiträge des "Nachrichtenblattes" zur SKA sind jetzt auch online:
    http://www.steinerkritischeausgabe.com/#!aktuelles/c1td0

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    1. 'in religiöser Hinsicht verdächtig ist...'

      Ein Sprachkonstrukt, das eindeutig und unverkennbar dem deutschen Sprachgebrauch von 1933-1945 zuzuordnen ist.
      Außerdem inhaltlich bezüglich der überkonfessionellen Ausrichtung der Anthroposophie nicht haltbar...

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    2. ...oder sagen wir:
      Ein Sprachkonstrukt, das durch die Zeit von 1933-1945 zum absoluten 'no-go' (so sehr ich den Begriff 'no-go' auch verabscheue) geworden ist...

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    3. 'in religiöser Hinsicht verdächtig ist...'

      Lieber Stephan,
      nur der Ordnung halber:
      Dieses „Sprachkonstrukt“ stammt von Christian Clement selbst, es ist seine Zusammenfassung des Eindrucks, den er aus einigen der gegen die SKA gerichteten Rezensionen gewonnen hat.
      In den Rezensionen selbst (die man auf seiner website unter Skepsis nachlesen kann) wird dieses „Sprachkonstrukt“, jedenfalls meiner Erinnerung nach, nicht verwendet.

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    4. ...das habe ich so nicht beachtet, da ich das neueste Nachrichtenblatt der "Initiative Entwicklungsrichtung Anthroposophie" nicht zur Verfügung habe.
      //
      Wie dem auch sei; bei dieser Formulierung bekam ich Gänsehaut und bei der Verwendung solcher Formulierungen in Bezug auf anthroposophisch orientiertes Arbeiten gefrieren mir die Eingeweide!

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    5. Lieber Stephan,

      aber die Beiträge aus dem „Nachrichtenblatt“, um die es hier geht, kannst Du doch aus ganz derselben Quelle beziehen, aus der Du auch das erwähnte „Sprachkonstrukt“ hast… Du brauchst nur den links zu folgen, die Christian Clement hier angibt.

      Ich bin wirklich nicht mit allen kritischen Rezensionen zur SKA einverstanden.
      Aber ich wehre mich entschieden dagegen, nur aus Gründen der Gänsehaut und der gefrierenden Eingeweide (und ohne die betreffenden Rezensionen selbst gelesen zu haben!) nun pauschal allen Gegnern der SKA eine Sprache zu unterstellen, die sie nicht gebraucht haben.

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    6. Die SKA ist schlicht eine Methodik zum besseren Verständnis der Entwicklungsprozesse innerhalb des anthroposophischen Werks und Steiner selbst. Sie ist schlicht ein Instrument der Betrachtung. Wer auf eine solche Methodik der anthroposophischen Anschauung verzichten möchte, ist offensichtlich nicht an Entwicklung von Anthroposophie interessiert. Das ist das für mich Interessante. Gefrierende Eingeweide?

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    7. Ich kann überhaupt keine Berechtigung für eine Gegnerschaft gegen die SKA sehen - außer eben die ganz persönliche und als solches gekennzeichnete persönliche Meinung.
      Alles was ich bis bis heute als Argumentationen gegen die SKA gelesen habe (ich habe sicher nicht alles gelesen), hat ausschließlich den Duktus des Keifens (auch, wenn es mit Argumentationsversuchen gespickt ist)!
      Es ist da immer sofort die Forderung nach Verbot, Boykott, Zensur, nach kollektiv verordneter Ächtung - eben das, was wir von 1933-1945 kennen und eigentlich nicht mehr wollen.
      //
      Es entspricht das nicht dem Sinn Deines Posts, über den ich mich sehr gefreut habe...

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    8. Und mit Gegnerschaft meine ich eben wirklich Gegnerschaft, die das Projekt verhindern möchte und nicht die berechtigte kritische Auseinandersetzung die es ja auch gibt...

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    9. Lieber Stephan,

      ich finde in den „gegnerischen“ SKA-Rezensionen bisher keine Verbots- oder Zensurforderungen. Soweit ich das überblicken kann, geht es diesen Rezensenten vor allem darum, daß sie eine Unterstützung dieser Art der Herausgabe der Schriften Rudolf Steiners durch den Rudolf Steiner Verlag nicht angebracht finden:
      Da die Öffentlichkeit durch eine enge Verbindung der SKA mit dem Rudolf Steiner Verlag den Eindruck gewinnen kann/muß, diese Art der Herausgabe sei ganz im Sinne Rudolf Steiners, finde ich es sehr berechtigt, sich zu überlegen, ob die SKA tatsächlich im Sinne Rudolf Steiners ist – oder eben nicht.

      Und das, finde ich, ist ein internes Problem der Anthroposophischen Gesellschaft und des Rudolf Steiner Verlags, über das man durchaus unterschiedlicher Meinung sein kann. Ich beteilige mich nicht an diesen Diskussionen, habe aber auch nichts dagegen, daß man sie mit Leidenschaft führt.

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    10. P.S. @ Michael: die „gefrierenden Eingeweide“ bezogen sich auf Stephans posting davor...

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    11. Die Kooperation mit dem Steinerverlag und der Nachlassverwaltung finde ich tatsächlich auch äußerst problematisch bzw. nicht legitim, weil damit eben wie Du sagst, Steiners Einverständnis suggeriert wird.
      //
      Meine perönliche Vermutung ist, dass der Steinerverlag eben auch mitverdienen möchte - das könnte aber auch eine Unterstellung sein.
      Bei der Nachlassverwaltung meine ich, dass sie eben durch die eigenen Streitereien so gebeutelt ist, dass sie selbst keine Aufarbeitung von Steiners Werk im Hinblick auf unsere heutigen Gegebenheiten stemmen kann und froh ist, sich bei Herrn Clement einhängen zu können.
      //
      Aber ich habe eben schon viele Manifeste vom Typ 'Anthroposophen lest nicht bei Clement' bis hin zum Aufruf zu einer Silvesternachtmeditation gegen die SKA gesichtet.
      //
      Doch das Ursprüngliche Thema an dieser Stelle war ja der oft erhobene Mormonen-Vorwurf, der unabhängig von seinem Gehalt schon ein Angriff auf die Religionsfreiheit darstellt.
      Diese Angriffe auf die Religionsfreiheit verurteilen wir ja in anderen Ländern derzeit berechtigterweise auf das Entschiedenste.
      Und vor dem momentatnen Weltgeschehen in Irak/Syrien... gefrieren mir bei einem Angriff auf die Religionsfreiheit eben die Eingeweide...

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    12. Ich sehe in dem, was Du als „Mormonenvorwurf“ bezeichnest, keinen Angriff auf die Religionsfreiheit – oder hat etwa jemand von Christian Clement verlangt, er solle dieser Religion (falls es überhaupt die seine ist - was ich nicht weiß) „abschwören“?

      Ich sehe darin einfach den Versuch, sich gegen eine (mit oder ohne Grund) befürchtete Vereinnahmung der Anthroposophie Rudolf Steiners zur Wehr zu setzen.

      Es hat meiner Ansicht nach nicht das Geringste mit der SKA zu tun – aber ehrlich gesagt, ist es mir ja schon ziemlich unbehaglich, wenn ich höre, Rudolf Steiner sei von Mormonen posthum getauft und nochmal mit Marie verheiratet worden… ich habe keine Ahnung, ob das stimmt; aber wenn ja: wo bliebe denn hier die Religionsfreiheit?

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    13. Über Christian Clements Verhältnis zur Mormonenschaft hat er selbst Stellungnahmen veröffentlicht!
      Ich halte es aber nicht nur für einen Eingriff in die Religionsfreiheit, wenn man jemanden zwingt, von einer Religion abzuschwören, sondern auch dann, wenn man ihm aufgrund seiner Religionszugehörigkeit die Berechtigung zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einer bestimmten Thematik abspricht.
      //
      Die Anthroposophie verteidigt sich kraft ihres eigenen geistigen Gehaltes und je mehr sie gepflegt wird - um so kräftiger wird sie.
      Doch die im Blogartikel selbst erwähnte Quittung bzgl. der sinkenden Mitgliederzahlen hat ganz sicher nichts mit der Vereinnahmung der Anthroposophie Rudolf Steiners durch Mormonen zu tun.


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    14. ...wobei man im Hinblick auf Christian Clements Stellungnahme zur Mormonenschaft hier allenfalls von Religionsnähe und nicht von 'Zugehörigkeit' sprechen kann.

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    15. Ich habe wohl auch nicht alle Rezensionen gelesen - wer spricht denn Christian Clement die Berechtigung zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung ab?

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    16. Ich beziehe mich auf die Aussage 'die Kritische Ausgabe ist, trotz einer qualitativ einwandfreien Edition der Texte, abzulehnen, weil ihr Herausgeber a) in religiöser Hinsicht verdächtig ist' - wobei ich erst später durch Dich darauf hingewiesen worden bin, dass es sich nicht um ein Zitat, sondern um ein Resume von Herrn Clement handelt.
      //
      Doch das Resume deckt sich mit vielem, was ich selbst im Laufe der Zeit an Manifesten gegen die SKA gelesen habe....

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    17. Ich persönlich bin weder Befürworter noch Gegner der 'Kritischen Ausgabe', weil ich nicht die (insbesondere zeitlichen) Valenzen zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der SKA habe!
      Ich bin einzig und allein an einem gesunden Fluidum anthroposophischen (sowie allgemein kulturellem) Geisteslebens interessiert, in dem sich Menschen geistig gesund entwickeln können.
      Dabei bin ich der festen Überzeugung, dass eine 'Kritische Steinerausgabe' (wobei 'kritisch ja im wissenschafftlichen und nicht im kritisierenden Sinn zu sehen ist) dem gedeihlichen Geistesleben viel weniger schadet, als all die verleumdungsvollen Giftspritzereien irgendwelcher Kleinstguppierungen oder Einzelpersönlichkeiten.
      Wie gesagt - einzig kritisch dabei finde ich ebenfalls die Positionsnahme von Steinerverlag und Nachlassverwaltung...

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    18. Guten Morgen!

      Also, ich habe bisher noch nirgends gelesen, daß man Christian Clement aus religiösen Gründen die Berechtigung zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Schriften Rudolf Steiners abgesprochen hätte.

      Ich zitiere mal aus dem Artikel Roland Tüschers:
      »Man kann vollständig sicher gehen: eine rein materialistischphilologische Ausgabe von Rudolf Steiners Werk ist nützlich für all das, was moderne Philologie eben zu bieten hat, ist jedoch für die Repräsentanz der Anthroposophie nicht im Sinne des Erkenntniszusammenhangs, wie er hier von Rudolf Steiner vorgestellt wird. Was wiederum, man muss es bei der gegenwärtigen Erhitzung der Gemüter nochmals betonen, nichts gegen eine gediegene philologische Ausgabe sagt, deren Früchte zunächst eben nicht anthroposophischer, sondern kritischwissenschaftlicher Natur sind. Damit ist dann wieder nicht gesagt, der Anthroposoph könne derartige Früchte nicht gewinnbringend verwenden.«

      Oder aus dem Beitrag von Ulf Waltz:
      »Die eigentliche Tragik liegt nicht darin, dass Clement diese Ausgabe herausgibt und verantwortet (dazu hat er – nach Ablauf des Copyrights – wie jeder andere das Recht), sondern darin, dass die anthroposophische Öffentlichkeit sich damit verbunden hat, indem sie sich kritiklos hinter diese Arbeit stellt, sie rechtfertigt und mit ihrem Namen (Rudolf-Steiner-Verlag) die Weihen des Wirklichen gibt.«

      Lieber Stephan,
      mir geht es ähnlich wie Dir – auch ich bin interessiert an einem »gesunden Fluidum anthroposophischen (sowie allgemein kulturellen) Geisteslebens, in dem sich Menschen geistig gesund entwickeln können«.
      Für mich gehört da halt dazu, daß man sorgfältig und im Zusammenhang liest, was jemand tatsächlich geschrieben hat, und es davon unterscheidet, was jemand anderer daraus für einen Eindruck gewonnen hat.
      Und natürlich gehört auch dazu, daß man inneranthroposophische Bedenken gegen eine Mitherausgabe (oder auch nur Vertriebsunterstützung) durch den Rudolf Steiner Verlag unterscheidet von generellen Verbots- oder Zensurforderungen, Angriffen auf die Religionsfreiheit oder NS-Gedankengut.

      Denn unbedacht mit derartig schweren Vorwürfen herumzuwerfen, wäre schließlich auch nichts anderes als »verleumdungsvolle Giftspritzerei« — nicht wahr?

      Nix für ungut… ich weiß ja doch, daß wir im Grunde am selben Strang ziehen wollen.

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    19. Dennoch lässt es sich dieser Beitrag nicht nehmen, die SKA mit dem Mormonenthema zu verknüpfen.
      //
      "Eine weitere, nicht unbeachtliche Schwierigkeit ergibt sich aus der Verbindung des Herausgebers mit der Mormonischen Gemeinschaft. Deren Bedeutung herunterzuspielen, widmet Hartwig Schiller in den Mitteilungen fast vier Fünftel seines Aufsatzes „Die Wahrheit des Anderen“. Dabei unterscheidet er nicht die Toleranz gegenüber dem Einzelnen und der vorurteilslosen Betrachtung der geistigen Kräfte, die eine religiöse Gemeinschaft durchdringen (selbstverständlich kann jedermann, unabhängig von seiner Religion, Weltanschauung, Rasse etc. Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft werden, der in der Hochschule, das bedeutet in der Erforschung der Geistigen Welt, etwas Berechtigtes sieht). Man muss nur die Statuten, das Erscheinungsbild und die Ziele der Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage) mit dem vergleichen, was in der Weihnachtstagung veranlagt ist, um zu erkennen, dass es sich dabei um ein Gegenbild des Freiheits-Impulses der Geisteswissenschaft handelt. Wir würden ja Steiners Werk auch nicht einer
      mit der Scientology verbundenen Persönlichkeit oder deren Verlag zur Herausgabe anvertrauen."
      //
      "selbstverständlich kann jedermann, unabhängig von seiner Religion, Weltanschauung, Rasse etc. Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft werden..."
      //
      Aber der Herr Ulf Waltz möchte da dann doch bitteschön ein paar Einschränkungen erstellen!
      Er bringt Clement in Zusammenhang mit dem verkehrten Pentagramm - räumt dabei ein, dass er diesen Zusammenhang eigentlich nicht herstellen kann - stellt ihn aber dennoch her.
      //
      Unter 'sorgfältig und im Zusammenhang' verstehe ich anderes als ein reines Spielen mit Assoziationen (wie etwa im Artikel von Herr Waltz).
      //
      Die Problematik sehe ich - aber das Copyright ist nun mal abgelaufen; ein verbissenes Gekeife mit Pentagram-Assoziationen halte ich zum Schutz der Anthroposophie (wie bereits erwähnt) für kontraproduktiv.

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    20. Lieber Stephan,

      ich halte jedes „Gekeife“ ja für mindestens kontraproduktiv wie Du (ganz gleich, ob es sich gegen die „Befürworter“ oder gegen die „Gegner“ der SKA richtet).

      Aber Ulf Waltz will ja doch Clement nicht die Mitgliedschaft in der AAG verwehren, sondern er will nur jemandem, dessen Zugehörigkeit zu einer Religion er vermutet, deren „Ziele“ er als „Gegenbild“ der Ziele der AAG erkannt zu haben meint, die Herausgabe der Schriften Rudolf Steiners nicht anvertrauen.
      Schon gar nicht dann, wenn diese Herausgabe irgendwie unter zwei „Flaggen“ segelt, die einträchtig nebeneinander im Winde flattern, nämlich sowohl der mormonischen (BYU) als auch der anthroposophischen (Rudolf Steiner Verlag) — sodaß der unbefangene Leser leicht den Eindruck gewinnen könnte, die „Ziele“ der beiden „Flagggesellschaften“ seien ohnehin ganz dieselben...

      Ich finde es ganz in Ordnung, daß Ulf Waltz und andere ihre diesbezüglichen Bedenken in die Diskussion einbringen.

      (Findest Du denn nicht, daß die posthume Taufe eines Menschen (wer es auch sei) tatsächlich schwer mit dem Konzept der Freiheit, hier: der Religionsfreiheit, zu vereinen ist?)

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    21. P.S.:
      Übrigens läßt Du in Deiner Wiederholung etwas Wichtiges weg:
      "selbstverständlich kann jedermann, unabhängig von seiner Religion, Weltanschauung, Rasse etc. Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft werden..."

      In der auf die Statuten der AAG bezugnehmenden Klammer von Ulf Waltz heißt es aber:
      »(selbstverständlich kann jedermann, unabhängig von seiner Religion, Weltanschauung, Rasse etc. Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft werden, der in der Hochschule, das bedeutet in der Erforschung der Geistigen Welt, etwas Berechtigtes sieht)«.

      Und gerade um diese Frage, ob Christian Clement in der Erforschung der Geistigen Welt etwas Berechtigtes sieht (was die Überzeugung von der Existenz dieser Geistigen Welt voraussetzt), so mein Eindruck, geht es den „gegnerischen“ Rezensenten.

      Wie schon gesagt: ich beteilige mich nicht an dieser Diskussion. Aber ich kann durchaus etwas Berechtigtes in dieser Fragestellung sehen.

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    22. Liebe Ingrid,
      ich habe nichts entscheidendes weggelassen!
      Die Passage 'der in der Hochschule, das bedeutet in der Erforschung der Geistigen Welt, etwas Berechtigtes sieht.' halte ich persönlich auch für die entscheidende - aber für die Ausführungen von Herrn Waltz ist sie unbedeutend, da er nicht klären möchte, ob Herr Clement in der Hochschule, das bedeutet in der Erforschung der Geistigen Welt, etwas Berechtigtes sieht, sondern nur auf den Aspekt der Glaubensgemeinschaft abzielt.
      //
      Ich halte die posthume Taufe für Blödsinn, weil das Taufsakrament dem Empfangen eines Menschen im Erdenleben dient - am Ende stehen die Sterbesakramente - aber die Mormonen sind auch gar nicht mein Thema.
      //
      Ich halte nur die auf reinen gedanklichen Assoziationen basierende Verknüpfung der Person Clement mit mormonischen Absichten für eine Unterstellung (und da steht das Pentagramm dann eben unter Umständen auch auf dem Kopf).
      //
      Die Ausführungen von Herrn Waltz lassen sich für mich ganz genau in der von Herrn Clement verwendeten Formulierung 'in religiöser Hinsicht verdächtig ist...' zusammenfassen.
      Und da kann ich Herrn Waltz nur bei seinen eigenen Forderungen nehmen: "Dem Wahrhaftigkeitsanspruch der Bewusstseinsseele genügt das nicht".

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    23. »Ich halte nur die auf reinen gedanklichen Assoziationen basierende Verknüpfung der Person Clement mit mormonischen Absichten für eine Unterstellung«

      Lieber Stephan,
      die „Verknüpfung“, wie Du es nennst, von Christian Clement mit der Kirche der Mormonen erklärt sich für mich dadurch, daß er nunmal an einer konfessionellen Universität lehrt, die sich im Besitz der „Heiligen der letzten Tage“ befindet, Teil des Bildungssystems dieser Kirche ist, und in deren „Statement on Academic Freedom“ die Lehrfreiheit insofern eingeschränkt wird, als keine öffentliche Äußerung (oder Äußerung vor Studierenden) gemacht werden darf, die »fundamentaler Kirchendoktrin oder -politik widerspricht oder entgegenwirkt« (siehe link weiter oben).

      Ich persönlich unterstelle Christian Clement deshalb noch lange keine besonderen „mormonischen Absichten“, nach allem, was ich bisher von ihm gelesen habe: ganz im Gegenteil.

      Aber wie schon gesagt: ich begreife gut, daß man Bedenken hat, die beiden „Flaggen“ einträchtig nebeneinander im Winde wehen zu lassen.

      Und, wie ebenfalls schon gesagt: ich habe nichts dagegen, daß man diese inneranthroposophische Diskussion leidenschaftlich führt. Das zeigt mir vor allem, daß den Diskutierenden die Anthroposophie nicht gleichgültig ist – und darüber freue ich mich.

      Ich selbst fühle mich hier (da ich weder Mitglied der AAG bin noch auch den Anspruch darauf erhebe, zu wissen, welche Art der Herausgabe seiner Schriften im Sinne Rudolf Steiners wäre und welche nicht) als Außenstehende und lese das alles mit Interesse, aber ohne das Bedürfnis, die einen oder die anderen zu „verurteilen“.

      Und ich bin Christian Clement dankbar für die Transparenz, die er schafft, indem er alle Rezensionen online stellt. So ergibt sich ein schönes Panorama der unterschiedlichen Sichtweisen --- die doch alle, wenn auch von ganz unterschiedlichen Standpunkten aus, auf dasselbe zu blicken versuchen.


      Noch einen schönen Tag!
      Ingrid

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    24. Ich beteilige mich auch nicht an dieser Diskussion und ich kann auch etwas absolut Berechtigtes in dieser Fragestellung sehen.
      //
      Allerdings sehe ich in solchen Ausführungen keinerlei Annäherung an die Fragestellung.
      Sie bieten lediglich eine Aneinanderreihung von Pseudoargumenten im Stil eines x-beliebigen 'Weltanschauungsblättchens'...

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    25. Liebe Ingrid,

      Zu Deinem Beitrag 'Unter der Flagge der BYU' habe ich nun gelesen, dass die BYU sogar Druckkostenzuschüsse für die SKA sponsert. Das ist dann natürlich nochmal eine andere Dimension der Verstrickungen...

      Siehe hierzu:
      Stellungnahme der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung und des Rudolf Steiner Verlags
      zur Verlagszusammenarbeit betr. Rudolf Steiner – Schriften Kritische Ausgabe (SKA),
      herausgegeben von Christian Clement


      stephan b.

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  5. Jeder, der in einen einigermassen wissenschaftlichen Diskurs über Anthroposophie eintritt, und sei es durch Verweis und/oder Beschäftigung mit der SKA oder auch als Leser oder Verfasser ihrer kritischen Rezensionen, verlässt das Schiff der zuweilen so bezeichneten "sektiererischen Anthroposophie", der in den Augen der auf diesem Schiff befindlichen Menschen einzig "richtigen" und einzig "wahren". Auch wenn viele Bootsinsassen gerade dies nicht wahrhaben wollen. Was aber von der Gegenseite beabsichtigt ist.


    Es gibt nicht einen wissenschaftlichen und gleichzeitig "geisteswissenschaftlichen" Weg im Umgang mit der Anthroposophie, diese bestehen nebeneinander. Schon deshalb sind sowohl die "wissenschaftlich" wie auch "geisteswissenschaftlich" geführten Angriffe und Auseinendersetzungen überflüssig und sinnlos. Sie arten in Grabenkämpfe aus, welche niemals irgendeinen Sieger hervorbringen können und letztlich die Wirksamkeit beider Richtungen einschränken. Das Eine ist nicht dazu da, die Wirksamkeit des Anderen zu schmälern, bzw. aufzuheben, soviel dürfte klar sein. Es sei denn, dies wäre beabsichtigt natürlich.

    Diejeinigen die meinen, es sei z.B. nicht im richtigen Sinne Steiner vorzuhalten, er habe sich lediglich mit alten geheimen Überlieferungen beschäftigt, diese neu aufleben lassen und eigenständige geistige Forschung nur postuliert, aber nicht beweisen können, verkennen, dass gerade diese zentrale Frage entscheidend ist.
    Ohne diese Frage zu stellen und auf befriedigende Weise zu beantworten kommt es gerade zu dieser Verwischung der Grenzen zwischen Anthroposophie und "frei galoppierender Fantastik" in nahezu der gesamten nichtanthroposophischen Welt.

    Ausserdem müsste meines Erachtens jeder Anthroposoph, dem es ein Herzens- und Geistesanliegen ist, die Unterschiede und Trennlinien zwischen Anthroposophie, Esotherik und dieser geschmähten Fantastik hervorzuheben, unbedingt und vorrangig dazu beitragen, diese immer wieder aufs Neue su skizzieren und definieren. Das wäre Gegenstand sinnvoller Auseinandersetzungen, und nicht gegenseitige Angriffe und Bezichtigungen der Unwissenschaftlichkeit auf der einen und Vorwürfe bzgl. Zerstörungsabsichten auf der anderen Seite.

    Geschieht dies nicht, wird - hauptsächlich von Nichtanthroposophen, aber eben nicht nur - leicht alles in einen einzigen Topf geworfen, und damit auch dem gegenseitigen Aufheben der Wirkungen der geistigen Grundlagen dieser drei unterschiedenen Bereiche, will man sie denn auseinanderhalten, Vorschub geleistet.

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  6. Ohne die SKA einer genaueren Prüfung unterzogen zu haben, was ich angesichts eigener philologischer Fachkenntnisse sehr wohl tun könnte, aber durch mein gegenwärtig noch sehr anders ausgerichtetes Arbeitsaufgabengebiet zeitlich nicht leisten kann, halte ich dennoch ein Unternehmen dieser Art grundsätzlich für notwendig und geboten. Die wissenschaftliche Aufarbeitung editorischer Prozesse in der Entstehung der von Rudolf Steiner schriftlich niedergelegten Werke kann eine wertvolle Grundlage liefern für weitergehende vertiefende Prozessforschungen im Umgang mit dem Wortschaffen Rudolf Steiners.
    Jede auch nur leise Verunglimpfung eines anderen Menschen in einem derartigen Unterfangen scheint mir die Sachebene wissenschaftlichen Bemühens zu verlassen. Wo eigenes persönliches Vermeinen in einem derartigen Prozess sich über das Bemühen eines anderen Menschen, der von einer gänzlich anderen Betrachtungsweise her sich persönlich bemüht gibt, stellt, kann eine wechselseitig fruchtbare wissenschaftliche Auseinandersetzung nicht zu Stande kommen bzw. grenzüberschreitend gedeihen. Es gehört nun einmal zu einem wissenschaftlichen Diskurs, dass sich unterschiedliche Weisen des Herangehen innerhalb eines Forschungsvorhaben aneinander reiben.
    Geisteswissenschaft steht per se nicht über Wissenschaft. Sie kann sich aus meiner Sicht als eine wissenschaftliche Disziplin, über die zahlreichen Anstösse Rudolf Steiners in dieser Richtung hinaus, auch erst eigenständig in dem Masse weiter entwickeln, wie sie die gängige moderne Wissenschaft in ihrer Vorgehensweise nicht unreflektiert als materialistisch vorverurteilt.
    Wenn ich mich milde ausdrücken will, dann hat sich aus meiner Sicht in anthroposophischen Zusammenhängen im Umgang mit dem Werk von Rudolf Steiner in Teilen eine Haltung unterschwellig etabliert, der(?) im einzelnen Falle durchaus auch ein Hauch von Materialismus anhaften könnte, weil in Umgehung eigener persönlicher Erschütterung, an den Worten Rudolf Steiners anhaftend festgehalten wird, ohne eine eigene prozesshafte Individualisierung möglicherweise weit genug voran getrieben zu haben.
    (1.Teil)

    Bernhard Albrecht Hartmann

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  7. (2.Teil)
    Dies festzustellen oder auch auszuschliessen ist eine Sache jedes Einzelnen. Welcher Weg der Richtige ist, steht mir im Blick auf andere Menschen nicht zu, weil allein schon ein stilles Ansinnen in dieser Richtung aus meiner Sicht ein Eingriff in die Freiheit dieses anderen Menschen bedeutet. Ein jeder Mensch kann nur seinen ureigenen Weg der Erfahrung gehen und was er auf diesem Weg an mehr menschlicher Substanz, innerlich sich verwandelnd, entwickelt, das kann dazu beitragen unter Menschen ein Miteinander auf sachlichem Felde zu fördern.
    Mir ist bewusst, dass das weh tut, aber aus eigenem Erfahren weiss ich, dass ohne ein fortschreitend sich erweiterndes Aufwachen, in der Art, dass ich mich in meinem Leben vor Situationen gestellt sehe meinen „eigenen Karren“ an die Wand gefahren zu haben, keine Entwicklung geschehen kann, wie sie von Rudolf Steiner intendiert wurde.
    Auf die Auseinandersetzungen um die SKA bezogen (soweit ich sie bisher zur Kenntnis nehmen konnte) und vor dem Hintergrund des offenen Briefes von Herrn Dr. Christian Clement vom 12.09.2014 stellt sich mir zum einen die Frage nach dem sachbezogen Wesentlichen so mancher Verlautbarungen aus anthroposophischen Zusammenhängen und zum anderen die Frage nach der eigenen geistigen Robustheit, bzw. Authentizität.
    Wegen dieser meiner Stellungnahme zu den Auseinandersetzungen um die SKA mag mich jetzt von dieser oder jener Seite her der eine oder andere zerreissen wollen oder aber innehaltend sich selbst prüfend fragen, ob er bei einem derartigen Gewitter, wie es über Herrn Clement hergefahren ist einen gleicherweise offenen Brief wie er es heute getan hat, hätte schreiben können oder überhaupt gewollt hätte dieses zu tun.
    Ich halte dafür, dass es höchste Zeit ist in einen echten wissenschaftlichen Diskurs einzutreten und jede Art von Unterstellung und Mutmassung einzustellen, bzw. zurück zu nehmen, weil aus meiner Sicht nur so der Geist der Freiheit, für den Rudolf Steiner eingetreten ist, repräsentiert werden kann.

    Bernhard Albrecht Hartmann

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    1. Danke für das Teilen dieses Standpunktes, den ich sehr schätze.

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    2. S.g. Herr Hartmann,

      ich stimme fast allem zu.
      Allerdings nicht in einem sehr wichtigen Punkt, nämlich ihrer Ansicht, dass die Geisteswissenschaft sich als "eine besondere Disziplin der Wissenschaft" entwickeln könnte. Der Begriff "Wissenschaft" ist sprachlich genau besetzt und fusst ausserdem auf genau definierten und allgemein anerkannten erkenntnistheoretischen Grundlagen.

      Die Geisteswissenschaft als eine besondere Art der Wissenschaft zu deuten, führt demnach in die Irre. Es würde bedeuten, diese klar definierte Art der Gewinnung von Erkenntnissen in der gängigen Wissenschaft irreführend auch für die Geisteswissenschaft anzunehmen, mit anderen Worten Verwirrung hervorzurufen. Besetzte und sprachlich wie bedeutungsbezogen definierte Begriffe sollten niemals in völlig anderen Kontexten verwendet werden.
      Im Grunde gilt dies ja sogar für das Wort " Geisteswissenschaft" selbst, das - nur am Rande bemerkt - für den Grossteil der Menschen und sogar im akademischen Kontext (z.B. geisteswissenschaftliche Fakultät) eine völlig andere Bedeutung hat.

      Geisteswissenschaft ist eigentlich eine "Antiwissenschaft", da gegenüber der gängigen Naturwissenschaft genau die entgegengesetzten erkenntnistheoretischen Methoden und Grundsätze angewandt werden. Man denke daran, dass in der Geisteswissenschaft, wie schon im 19. Jahrhundert, also bereits vor Steiner, von namhaften Esoterikern festgestellt wurde, für Beweise das induktive Verfahren angewandt wird, anstatt - wie meistens in der Naturwissenschaft - das deduktive Verfahren. Und in der Forschung ist es ebenfalls umgekehrt, in der Geisteswissenschaft findet die deduktive Methode Anwendung, während in der Naturwissenschaft die induktive Verwendung findet.

      Daraus folgt, das auch das "Wissen", bzw. die "Erkenntnisse" in beiden Bereichen völlig anderer Natur sind. Da also offensichtlich auch diese Begriffe im gängigen Sprachgebrauch bereits besetzt sind, nämlich von der Seite des naturwissenschaftlichen Denkens her, müsste man genau genommen für diejenigen aus der "Geisteswissenschaft" andere Bezeichnungen "erfinden".

      Wer diesem grundlegenden Unterschied nicht Rechnung trägt, begünstigt eigentlich nur die Verwirrung der nach Wissen, Erkenntnis, Erfahrung und Vervollkommnung strebenden Menschen und fördert derart die gegenseitige Aufhebung der Wirkungen dieser in jedem Menschen parallel vorhandenen Fähigkeiten und der ihnen innewohnenden Prinzipien.

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    3. Die Diskussion Naturwissenschaft vs. Geisteswissenschaft, die immer noch auf dem Niveau von anno 1900 (oder früher) geführt wird, ist mit Abstand das luftleerste Geschwafel das mir je begegnet ist.
      Im Chemiestudium musste ich entsetzt feststellen, dass man im ersten Semester Chemie eine Mathematik beherrschen muss, an die der Mathematikprofessor von 1900 in seinen feuchtesten Träumen nicht dachte.
      Das schön säuberliche Trennen der Naturwissenschaft in Chemie, Physik, Mathematik mit ihren jeweiligen Unterdisziplinen Anorganik, Organik, Optik, Mechanik, Akustik etc. ist vom (anwendungs)technischen Standpunkt aus manchmal noch sinnvoll – für das Erfassen der Wirklichkeit ist es nicht nur sinnlos, sondern hinderlich.
      Mit den übrigen rationalen Wissenschaften (die sich eben so wenig eindeutig voneinander abgrenzen lassen wie die sog. Naturwissenschaften‘) verhält es sich genauso.
      //
      Die rationalistische Wissenschaft weiß selbst nicht was sie ist – wie sollte sie dann die Geisteswissenschaft zu ihrer Disziplin machen.
      Aber die Geisteswissenschaft weiß was sie ist und sie ist viel älter und ursprünglicher als alle rationalen Wissenschaften!
      Darum ist die rationalistische Wissenschaft eine besondere Disziplin der Geisteswissenschaft und nicht umgekehrt.

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    4. @ Stephan,

      über die eine niveauvolle und uns zu wünschende Diskussionskultur sicher nicht fördernde Charakterisierung von Hinweisen - von wegen "luftleerstem Geschwafel" - mal lächelnd drüber hinwegfliegend, folgendes:

      Mal abgesehen davon, dass ein Hinweis auf ein seit über 100 Jahren allgemein anerkanntes Prinzip unmöglich bedeuten kann, dass man eine Diskussion auf dem Niveau von 1900 führt oder führen will, so ist doch sonnenklar, dass hier keine Diskussion Wissenschaft gegen Geisteswissenschaft geführt wird, zumindest in diesem thread nicht!

      Es ging hier doch vielmehr um eine klare Abgrenzung und um den Hinweis, wie wichtig die Verhinderung einer ein- oder auch beidseitigen Vereinnahmung ist, von welcher Seite ausgehend auch immer!

      Und dass die "Geisteswissenschaft" älter als die Wissenschaft moderner Prägung ist, hat hier auch niemand verneint, ist im Grunde genommen auch eine Binsenweisheit.

      Aber dass die Wissenschaft deswegen nicht mehr als "eine besondere Disziplin" der Geisteswissenschaft sein soll.....naja....das riecht schon ein bisschen nach dem Versuch einer Vereinnahmung. Warum sollte diese nicht neben ihr bestehen können?
      Und dass sie nicht weiss was sie ist, steht bei dir auch irgendwie als unbegründete Behauptung im Raum.

      Merkwürdig...auf die Bedeutung eines seit dem 19. Jahrhundert anerkannten Prinzips hinzuweisen ist für dich "Geschwafel", aber aus der Tatsache, dass die Geisteswissenschaft noch viel älter ist, ihren Überlegenheitsanspruch und ihr Vereinnahmungrecht der modernen Wissenschaft gegenüber abzuleiten, das geht ganz problemlos?

      Naja, wohl ein ganz schön gerüttelt Mass an gedanklicher Disharmonie. Da überkommt mich jetzt aber schon ein leichtes Kopfschütteln....;-)

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    5. Ich hätte besser schreiben sollen, dass ich die Suche nach der klaren Abgrenzung für eine Aussichtslose Jagt auf Schimären halte. Mit ‚luftleerem Geschwafel‘ habe ich wirklich keine konkrete Aussage von hier gemeint; dass es beleidigend wirken könnte kam mir erst durch Deine Rückmeldung.
      //
      Wissenschaftliches Denken ist heute weitestgehend Sinnlichkeitsfrei und der visuell-modellhaften Anschauung entrückt. Andererseits können geisteswissenschaftliche Inhalte heute teilweise auch problemlos wissenschaftlich gedacht werden. Das war früher noch anders – und uch wollte damit ausdrücken, dass die ‚klaren Abgrenzungen‘ für mein erleben in ständiger Modifikation begriffen sind...

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    6. @ Herrn Rudolf

      Ich weiss nicht wie Sie im nach hinein mit Verlautbarungen verfahren, die Sie aus diesem oder jenem Anlass da oder dort von sich geben. Ich jedenfalls schaue immer wieder wie von aussen auf ein Sagen von mir hin und korrigiere mich, wenn nicht in Inhalt und Wortwahl, so zumindest im Tonfall. So übe ich die seelische Beobachtung ganz konkret in mitunter sogar nur beiläufig, stillen, non verbalen Dialogen mit mir begegnenden Menschen.
      Dass dies reiche Einsichten in Bezug auf das „Erkenne Dich Selbst“ nach sich ziehen kann, das in der Antike am Eingangsportal des Tempels von Delphi und anderen Tempeln zu lesen stand und heute unscheinbar auf der Stirn eines jeden Menschen zu lesen ist, sofern ich ihm wirklich mit Respekt begegne, gehört für mich zu ständig verbesserungswürdigen Umgangsform unter Menschen, die sich repräsentativ um einen Geist tragenden Dialog bemühen wollen.
      Dass in der bisherigen Auseinandersetzung um die SKA so einiges aus dem Ruder gelaufen ist, das wissen Sie und ich. Dass Sie, so Sie tiefer auf ihr eigenes Sagen mir gegenüber hinschauen wollen, möglicherweise nicht viel anders als so mancher „Gegner(?!) der SKA“ innerlich sich selber gegenüber aus dem Ruder gelaufen sind, im Versuch sein(ihr) Gegenüber zu überzeugen, das festzustellen, dazu gehört Haltung. Diese Haltung, die ich als die Grundhaltung eines jeden wissenschaftlichen Diskurses ansehe, hatte ich im Auge mit meinem sehr peripheren Verweis auf Geisteswissenschaft im anthroposophischen Sinne als eine weiter entwicklungsbedürftige wissenschaftliche Disziplin.
      Ihre Bemerkungen zur Wissenschaft, das sehen sie vielleicht jetzt selber ein, entbehren aus meiner Sicht in dem von Herrn Eggert eröffneten thematisch eng umgrenzten Blog- Dialog der sachlichen Notwendigkeit. So über das Thema im engeren Sinne hinaus zu schiessen, das erzeugt Irritation, Irritation in personaler Umkehrung.
      Damit will ich ihre diesbezüglichen Aussagen zur Wissenschaft nicht grundsätzlich vom Tisch fegen, ich halte sie nur in Dialogen wie dem hier eröffneten und in der Art wie Sie sie präsentieren für wenig hilfreich. Als Abstraktionen können sie wenig zur Begegnung von Mensch zu Mensch beitragen. Und eine Begegnungsebene zu schaffen, darauf kommt es aus meiner Sicht zunächst erst einmal an.

      Bernhard Albrecht (Kommentar 1.Teil)

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    7. @ Herrn Rudolf (Kommentar 2.Teil)

      Überrissene Einwände, wie mir gegenüber oder offene, bzw. verdeckte Bedingungen, wie sie von den Gegnern der SKA vorgebracht werden, zertrampeln nur zu leicht das Feld, auf dem es zu einem Dialog kommen könnte bevor er sich überhaupt anbahnen kann. Ein Dialogpartner (und setzen sie hier bitte, damit wir über das Persönliche hinauskommen an Ihrer Stelle Herrn Clement ein) fühlt sich nicht ernst genommen, wenn er unter solche Vorbedingungen gestellt wird. Wenn Sie wollen, dann versuchen Sie doch einmal, innerlich wie zurück tretend von sich selbst, sich erlebend an eine derartige Situation heran zu tasten. Aus eigenem Erfahren weiss ich, dass Bemühungen dieser Art mittelfristig einen hohen Selbsterkenntnis Gewinn nach sich ziehen können.
      Von Herrn Clement erwarten nämlich, pointiert gesagt, seine Gegner(?!) nicht weniger als das, dass er quasi so sein müsse wie Rudolf Steiner, d. h. ein so ausgebildetes Denken wie dieser erworben haben müsse, um über Rudolf Steiner reden zu dürfen. Sie verweigern ihm das Imprimatur und zeigen sich gerade dadurch sektenhaft in einer Deutlichkeit, wie sie Herrn Clement in nicht annähernd gleicher Weise eine Verbindung zur Gemeinschaft der Mormonen nachweisen können. Tatsache steht hier gegen Vermutung und das ist in meinen Augen schlichtweg beschämend.
      Die SKA Opponenten sehen darüber hinaus allem Anschein auch nicht, dass sie selber „dieses Denken“ nicht in so einem Masse entwickelt haben, dass sie aus einem individuell lebendigen und eigenständigen anthroposophischen Denken heraus Hern Clement begegnen können und wollen. Aus meiner Sicht kommt Herrn Clement das Verdienst zu, die Anthroposophen mit der SKA in eine Lage gebracht zu haben für „ihre eigene Gegenwärtigkeit“ aufwachen zu können.
      Mit den Worten des Sokrates gesprochen - aufwachen in individuelle Eingeständnisse, dass ich weiss, dass ich nichts weiss.
      Nach ernsthafter Besinnung und innerer Neuausrichtung könnte der ehrliche Respekt für Hern Clement der Beginn für eine „neu zu entwickelnde wissenschaftliche Haltung“ sein. Nicht gegeneinander, sondern miteinander in achtsamen wechselseitig zu setzenden Herausforderungen die SKA begleitend und weiter entwickelnd.

      Bernhard Albrecht

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    8. Sehr geehrter Herr Bernhard Albrecht,

      ".......Ihre Bemerkungen zur Wissenschaft, das sehen sie vielleicht jetzt selber ein, entbehren aus meiner Sicht in dem von Herrn Eggert eröffneten thematisch eng umgrenzten Blog- Dialog der sachlichen Notwendigkeit......"

      Ich sehe keinen Grund und keine Veranlassung "selber einzusehen", was "aus Ihrer Sicht" der sachlichen Notwendigkeit entbehrt.

      Rechtlich und ethisch Fragwürdiges, sowie persönliche Angriffe natürlich ausgenommen, sollte in einem freien blog schon jeder schreiben können was er für angebracht hält, ohne von anderen Teilnehmern schulmeisterlich belehrt zu werden.
      Es besteht ja auch keine Notwendigkeit, dass andere Teilnehmer auf irgendwas reagieren, das regelt sich doch alles von selbst. Wenn sie aberreagieren, so darf davon ausgegangen werden, dass die Notwendigkeit besteht.

      Einzig dem Blogbetreiber dürfte ein gewisses Steuerungsrecht zugestanden werden, meine ich!

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  8. Dank an Bernhard Albrecht fürs Aufmerksammachen auf diesen offenen Brief!

    Danke auch für diese Formulierung, der ich - leider! - zustimmen muß:
    »Wenn ich mich milde ausdrücken will, dann hat sich aus meiner Sicht in anthroposophischen Zusammenhängen im Umgang mit dem Werk von Rudolf Steiner in Teilen eine Haltung unterschwellig etabliert, der(?) im einzelnen Falle durchaus auch ein Hauch von Materialismus anhaften könnte, weil in Umgehung eigener persönlicher Erschütterung, an den Worten Rudolf Steiners anhaftend festgehalten wird, ohne eine eigene prozesshafte Individualisierung möglicherweise weit genug voran getrieben zu haben.«


    Vor allem aber Dank an Christian Clement für das Verfassen seines offenen Briefes, über den ich mich von ganzem Herzen freue.

    Ich habe in meinen letzten postings die „Gegner“ der SKA (bzw zumindest ihrer Verbindung mit dem Rudolf Steiner Verlag) gegen meiner Ansicht nach unangebracht schwere Vorwürfe verteidigt, weil ich davon überzeugt bin, daß es nicht Böswilligkeit, sondern ehrliche Sorge ist, die sie (zumindest die meisten von ihnen) bewegt.

    ;-) Vielleicht ist das ja etwas naiv von mir – aber ich hoffe wirklich, daß dieser offene Brief nicht weiteres Öl ins Feuer gießen, sondern dazu beitragen wird, solche ehrlichen Sorgen (die ich persönlich übrigens für ganz unbegründet halte) in Zukunft auszuräumen.

    Herzlichen Gruß, und Gute Nacht!
    Ingrid

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    1. „Menschen sind genau so wundervoll wie ein Sonnenuntergang, wenn ich sie sein lassen kann. Ja, vielleicht bewundern wir einen Sonnenuntergang gerade deshalb, weil wir ihn nicht kontrollieren können. Wenn ich einen Sonnenuntergang betrachte, höre ich mich nicht sagen: `Bitte das Orange etwas gedämpfter in der rechten Ecke und etwas mehr Violett am Horizont und ein bisschen mehr Rosa in den Wolken:` Das mache ich nicht. Ich versuche nicht, einem Sonnenuntergang meinen Willen aufzuzwingen. Ich betrachte ihn mit Ehrfurcht.“

      Carl Rogers

      Hallo Ingrid

      Dieses Zitat lief mir soeben in den Weg und ich benütze es für eine kurze Antwort an Dich. Leider erst heute, da mir meine sonstigen Aufgaben zur Zeit nicht genügend Raum lassen, um immer zeitnah an Dialog Prozessen teilzuhaben.
      Vor dem Hintergrund der Geschehnisse um Herrn Clement kann diese Aussage für sich sprechen und braucht in meinen Augen nicht weiter kommentiert werden.
      Mit einem herzlichen Gruss,

      Bernhard Albrecht

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    2. Lieber Bernhard Albrecht,

      :-) danke für den köstlichen Sonnenuntergang-Vergleich von Carl Rogers!

      Allerdings rätsele ich, wieso Du dieses Zitat als Antwort auf mich verwendest.
      Hast Du den Eindruck, ich hätte (wem gegenüber?) etwas wie „Bitte mehr Violett!“ gerufen?

      Herzlichen Gruß zurück,
      Ingrid

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    3. Liebe Ingrid

      Aber nein! Du hast Dich in der Betrachtung der Phänomene um die SKA so sensibel ausgeglichen geäussert, dass Du der Haltung, die in diesem Zitat zum Ausdruck kommt sehr nahe stehst. Ich wollte damit, mit Verlaub, Deine Haltung nur positiv verstärken.
      Für das mögliche Missverständnis entschuldige ich mich, habe mich da wohl etwas zu gerafft ausgedrückt.
      Wenn ich nicht weiter kommentieren wollte, dann war das kein Dir zugekickter Spielball, sondern ein Spielpass für die tatsächlichen Akteure in diesem Geschehen, wenn diese ihn betrachtend aufnehmen wollen. In meiner Antwort an Herrn Rudolf (siehe weiter oben) habe ich mich diesbezüglich etwas direkter ausgedrückt.
      Mit einem Lächeln grüsse ich Dich,

      Bernhard Albrecht

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    4. Lieber Bernhard Albrecht,

      oh - vielen Dank!
      Damit hab ich nicht gerechnet - da hatte ich Dich tatsächlich mißverstanden.

      :-) Tut mir leid – es geht halt in solchen internet-Diskussionen (leider!) sehr viel öfter „gegeneinander“ als „füreinander“, und die „Kickfrequenz“ ist manchmal so hoch, daß man gar nicht recht nachkommt damit, zu schauen, wo der „Ball“ grad ist bzw wer ihn wohin „zurückkickt“... Und ich bin es mittlerweile gewohnt, im virtuellen Raum (da weder Gesichtsausdruck noch Tonfall noch Körpersprache mitgeliefert werden) auch selbst immer wieder mißverstanden zu werden.
      Bei Dir hätte mir das besonders leidgetan – deshalb bin ich froh, daß ich nachgefragt habe.

      Herzlich zurückgelächelt,
      Ingrid

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  9. Liebe Ingrid

    Ja, wenn Menschen unterschwellig primär nur ihre eigene Sicht auf die Dinge durchbringen wollen, dann kann das durch die Sprache hindurch wirken wollende „Rein Menschliche“ nicht in Erscheinung treten, es bleibt im Mantel einer übergeordneten Sphäre verborgen, muss sich dort zurückhalten, bis im zueinander Sprechen eine Haltung der Offenheit, des tieferen Lauschen der Menschen aufeinander hin entsteht, in der sich dieser Kräfte-Wesens-Welt Räume eröffnen für ein schöpferisch belebendes Wirken Können unter den Menschen.
    Ein Kleinod in dieser Richtung findet sich im Evangelium, in der kleinen Episode der beiden Jünger, die nach den dramatischen Geschehnissen in Jerusalem, miteinander sprechend um ein Verstehen derselben ringend, gegen Emaus wandern. Unabhängig von aller kirchlichen Einbindung ist aus meiner Sicht mit dieser Episode unscheinbar, wie nebenbei, ein Schlüssel gegeben für ein tatsächliches Bewusstseinsseelen Verhalten in unserer Zeit.
    Ich grüsse Dich herzlich,

    Bernhard Albrecht

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