Die anti- michaelische Kartoffel

Heute pflegt man im Rahmen des Dr. Hauschka- Magazins - als eines der Sprachrohre sehr erfolgreich geführter anthroposophischer Betriebe - einen sehr entspannten Umgang mit Feinden des Geistes wie etwa der Kartoffel. Man lädt einen der Spitzenköche Deutschlands, Vincent Klink, zum Gespräch, das sich um die Qualität des Produkts dreht, wenn die Kartoffel denn von Demeter stammt. Klink sagt: "Gute Kartoffeln sind heute so selten wie Trüffel. Und das hat mit der Qualität der Erde zu tun, in der sie wachsen. Je sorgfältiger mit dem Boden umgegangen wird, desto lebendiger ist er, und diese Vitalität können die Pflanzen in sich aufnehmen. Das schmeckt man. Ich sage immer zu den Leuten: „Wenn ihr kein Geld für ‚Bio’ habt, dann kauft wenigstens das, was in der Erde wächst, in Bio-Qualität, und am besten in Demeter-Qualität, also Sellerie, Karotten, Rüben, Kartoffeln.“ Kartoffeln aus biologischem Anbau sind ein Muss."

Da sieht man doch, dass sich die Zeiten und Einstellungen verändert haben. Denn der gleichnamige Gründer von Dr. Hauschka und Wala hoffte vor über 60 Jahren, dass der Kartoffelkäfer das geistlose Gewächs im Namen Michaels und des Fortschritts der Menschheit vernichten werde:

Lange vor den modernen Einsichten, die die Menschheit über die dekadenten Einflüsse von kannibalischen Kühen und Drogen wie Crack gewonnen hat, ist ein Anthroposoph zu der Erkenntnis gekommen, dass es vor allem die Kartoffel ist, die die Menschheit in den Ruin treiben wird. Rudolf Hauschkas Ernährungslehre war bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts - Google führt die Ausgabe von 1999 auf-  in anthroposophischen Kreisen ein Hit, ja ein Muss. Seine Äußerungen auf diesem Gebiet – die teilweise durchaus stimmig untermauert sind durch korrekte Zitate Rudolf Steiners – machen Hauschka zu einem der großen Meister des unfreiwilligen anthroposophischen Humors.

Hauschka beginnt mit der Erkenntnis, dass ein Nachtschattengewächs wie die Kartoffel sich ja bereits dadurch, dass sie „ja selbst in Kraut und Früchten eine gefährliche Giftpflanze ist“, praktisch entlarvt. Sie ist ja auch, wie unschwer zu erkennen ist, ebenso wie die Tomate, „keine bei uns heimische Pflanze“, was an sich verdächtig erscheinen muss. Beide waren vielmehr Kulturpflanzen „bei den Azteken“ und sind durch die Südamerika erobernden Spanier bei uns eingeschleppt worden.

Die geistige Mission dieser Nachtschatten- Gewächse lebt sich allerdings nicht bei den dekadenten Azteken aus, sondern vorrangig in Mitteleuropa, das ja die „Bewusstseinsseele“ entwickeln soll. In diesem Zusammenhang bewirkt die Kartoffel aber beim Menschen lediglich zweierlei: Erstens eine „Anregung der rein intellektuellen Betätigung des Kopfes“ - die Kartoffel soll also quasi intellektualisieren. Andererseits produziert sie im Menschen eine „sich selbst genießende Wesenheit“. Die Kartoffel hat es also dazu gebracht, die „Geistesentwicklung“ des modernen mitteleuropäischen Menschen so zu verdrehen, dass dieser den „einseitigen Weg des Materialismus“ betreten musste. Das alles ist erstaunlich und wird von Hauschka auch durch kein einziges Argument untermauert, ja er macht nicht einmal den Versuch dazu.

Vielmehr stellt er weitere Behauptungen auf, bei denen er nicht nur die „Minderwertigkeit“ des „Stärkekorns“ der Kartoffel konstatiert, sondern in einem kühnen phänomenologischen Sprung darin „eine eigensinnig in sich verschlossene Geste“ erkennen will. Die Struktur des Kartoffelstärke- Korns „erscheint“ ihm „verzerrt“.

So etwas kann natürlich schon bei der Verdauung „nicht so glatt vor sich gehen“. Gut, Hülsenfrüchte sind auch nicht so toll, weil sie das „Schwerwerden der Leibessubstanz“ bewirken und reiner Vegetarismus ist ekelhaft, weil Verdauung schließlich eine „Fähigkeit der Persönlichkeit“ ist, um die „Vergeistigung des Nahrungsmittels“ zu erreichen- da das meist nicht gelingt, stoßen bei den Vegetariern (von Veganern ganz zu schweigen) dauernd „die Blähungen auf“. Das alles ist scheußlich, aber schließlich nicht wirklich schlimm.

Bei der Kartoffel aber erweist sich für den Geistesforscher, dass die „selbstlos“ gar nicht verdaut werden kann: da muss schon „das Gehirn selber erst an der endgültigen Verdauung beteiligt“ werden. Nun hat Rudolf Steiner dahingehend ähnliche Bemerkungen gemacht, die man sich wohl aber nicht wortwörtlich und schon gar nicht in bildlicher Vollkommenheit vorstellen darf. Rudolf Hauschka meint aber ganz explizit, dass „vorzugsweise das Mittelhirn“, statt sich dem „schöpferischen, künstlerischen und phantasievollen Denken“ hinzugeben, in Fortsetzung der Darmtätigkeit die Kartoffeln verdaut. Dadurch ist gerade das angebliche schöpferische Zentrum des Menschen schachmatt gesetzt, weil es pausenlos mit der „Verdauung in Anspruch genommen ist“. Schade eigentlich.

Nun geht die Sache für Hauschka aber erst „weiter“- er kommt gewissermaßen erst in Fahrt. Er hat nämlich erkannt: Durch die „Kartoffelnahrung“ wird der Mensch nicht nur zu „schwach“, um seine „Hände und Füße zur Arbeit zu gebrauchen“, sondern er kann – „dann wird die Sache noch schlimmer“- auch die „Organe nicht mehr regsam“ machen, die „zur Fortpflanzung beitragen“. Unfruchtbarkeit und Ejakulationsstörungen durch Kartoffelgenuss? Das Aussterben der mitteleuropäischen Rasse? Die späte Rache der geknechteten Azteken? Es ist unglaublich, was für Aussichten sich da auftun.

Selbst die ungeborenen Kinder, die im Mutterleib doch ihr Kleinhirn zu entwickeln wünschen, stoßen auf einen embryonalen Leib, dessen „Kopfanlage durch übermäßigen Kartoffelgenuss von Vater oder Mutter korrumpiert ist“. Das frustrierte Geistwesen hat dann nach Meinung von Hauschka auch schon „die Anlagen zum Wasserkopf“. Diese durch die Kartoffeln im Mutterleib belasteten Wesen stopfen ihrerseits dann ja weiter Kartoffeln in sich herein, was die Sache nicht besser macht, sondern die gesamte Menschheit „in starke Degenerationserscheinungen hineingeraten“ lässt. Kein Wunder, dass die Azteken praktisch ausgestorben sind.

Ein Trost liegt allenfalls darin, dass die Kartoffel ihrerseits „ihrem Untergang entgegen“ geht, „weil der Kartoffelkäfer sie vernichtet“. Dieses kleine Tierchen hat damit eine Mission und geht an sie heran wie Michael im Kampf mit dem Drachen: „Die Kartoffel geht ihrem Untergang entgegen, nicht, weil der Kartoffelkäfer sie vernichtet, sondern der Kartoffelkäfer erscheint, weil die Kartoffel ihre eigentliche Mission erfüllt hat und jetzt zurücktreten muss“.

Die Kartoffel sieht es also ein und tritt gewissermaßen selbst zurück. Mein Gott, Herr Hauschka-, wie gut, dass sie es nicht mehr erleben mussten: Die Kartoffel ist vielleicht gefallen, aber auch wieder auferstanden: In Millionen von Chipstüten, in Milliarden von Pommes- Portionen rot-weiß. Über die Mission der Currywurst und der Big Macs wollen wir heute Stillschweigen bewahren. Wir müssten sonst in restlosen Kulturpessimismus verfallen.

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*Meine Ausgabe des Buches: Frankfurt am Main 1951

Kommentare

  1. Warscheinlich liegen solche Übertreibungen daran, dass man früher fast nur Kartoffeln als Beilage gegessen hat. Mein Opa jedenfalls wollte nicht einmal Reis versuchen, geschweige denn Nudeln, nein, Kartoffeln mussten es sein.
    Da hat sich ja viel getan seit den 80ern, und auch die Getreidebeilagen sind viel besser geworden.
    Heute redet man darüber, wie man Lebensmittel am besten kombiniert, also Fleisch ja-nein, wenn ja, wie viel, dann mit oder besser doch ohne Kohlehydrate oder Stärke am Teller. Wenn nein, welches soll den Hauptanteil auf dem Teller stattdessen einnehmen usw.
    Welche Nahrungsmittel sind individuell verträglich oder unverträglich oder müssen gar zwingend gemieden werden, was bleibt noch übrig um den Teller bunt aufzufüllen und wie sieht das in der Familie aus, auch wenn nicht zu aufwendig gelebt werden soll?
    Welches sind gute Essenszeiten, wie deckt man einen Tisch an dem Menschen gern zusammenkommen, welche Getränke gibt es da, welche zwischendurch.
    Wie mach ich das mit den Schnuckereien, Biokekse per Abonnement rationiert, oder doch lieber herbe Schokolade usw. - ein wenig jeden Tag zum Kaffee nachmittags, oder nur am Sonntag ne Torte
    Was wird vor dem Fernseher gegessen, wenn man denn noch einen hat - Fingerfood? Und wie verschiebt sich dann die Gesamtbilanz des Tages, wenn genascht wird
    Wann vor dem Schlafengehen soll man aufhören zu essen, und wie lange Essenspausen sind gut für die Bauchspeicheldrüse?

    So und immer nur weiter

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  2. Man könnte sich mal überlegen was das spirituell bedeutet, dieses Spezialwissen zu Ernährung, was heute von jedem verlangt wird zu wissen. Früher gab es wenig bewusstes Essen, "Lichtnahrung", heute ist es so überbewertet wie man es sich nur vorstellen kann.

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  3. „keine bei uns heimische Pflanze“...

    Da können wir die (die Volksgesundheit zersetzenden) Bioläden aber dicht machen...

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  4. Und Hirse und Reis sind auch keine bei uns heimischen Pflanzen!
    Wer will uns denn da zerstören - wer hat sich denn da wieder gegen uns verschworen?

    s. birkholz

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  5. "Wer will uns denn da zerstören - wer hat sich denn da wieder gegen uns verschworen?"

    Ach, die Liste ist lang...Asiaten, Südamerikaner, Afrikaner ;-))

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  6. "Geben den Anthros nur ein Jahr lang jeden Mittwoch Hirse zu essen und sie werden sehen, wie sie bald Mulattenhaare haben werden, wie sie bald mulattenähnlich aussehen werden..."

    Frei zitiert nach GA 348, Zehnter Vortrag...

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    1. Nein, Hirse bewirkt natürlich blonde Menschen, da die Frucht ja auch goldgelb ist (und Mittwochs verzehrt, herrscht hinzu der Schutz des Hermes). Aber Vorsicht, bei Übergenuss oder bei starken Neurosen, könnten auch asiatische Züge entstehen ;-)) Nein, Spaß bei Seite:
      Meine Ding bezügl. Ernährung (im allgemeinen) ist folgende geworden. Paracelsus hat mal sinngemäß gesagt, dass u.a. der Kosmos bzw. die EIN-Flüsse der Sterne und Planeten in dem Moment aufhören zu beherrschen, sobald die Christuskräfte (bzw. die Liebe) zur Wirkung kommen, ent-deckt werden man wird also frei dadurch.

      Steiner setzt hier eigentlich auch an, dass eben alles, also auch die Nahrung, von den Auferstehungskräften durchwirkt sei, seit Golgatha...Paracelsus schien allerdings etwas weiter zu gehen, vor allem gegen Ende seines Lebens. Dass nämlich die Kraft des Christus eine universelle und auch gebende Kraft schenkt bzw. Eigenschaft hat, Letztlich war für Paracelsus die Liebe (hinter/in allem) DIE wirkliche Nahrungsquelle - DIE Liebe schließlich, die 'bis hinunter' zum Essen-Zubereiten positiv wirksam ist, wie er meinte ...

      Diesen Aspekt finde ich sehr interessant und auch ein-leuchtend...

      Frage mal bzw. Spekulatius:
      Hätte ein mit Liebe zubereitetes - oder auch ein mit kindlichem Hunger gegessenes Mahl (ob nun Kartoffel, Currywurst, Hirse oder Schokopudding von Aldi) - eine generell-positive und keine spezifische, womöglich negative Wirkung auf den Menschen - unter eben diesem Paracelsus-Gedanken?

      lg

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    2. Lieber Valentin,
      für mich ist das auch eine der wenigen nachvollziehbaren Haltungen (danke!).
      [Falls Du diesbezgl. Paracelsus-Links kennst, würde ich mich darüber freuen.]
      //
      Interessant finde ich Deine Formulierung "Steiner setzt hier eigentlich (..), vor allem gegen Ende seines Lebens. Ich denke nämlich auch, dass Steiner diesbezüglich einer Entwicklung unterlag.
      //
      Hoffen wir, dass die Christus-Liebe-Kräfte auch den oben bereits erwähnten Kartoffelkönig ergreifen - mit 'kindlichem Hunger' wurde er ja im Märchen schießlich auch verzehrt.

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    3. Valentin,
      ich vermute die Zusammenhänge sind im Einzelfall viel zu kompliziert, um von aussen bewertet werden zu können. Denn wer würde schon einem jungen Menschen der oder die Nahrung mit Dank zu sich nimmt, die absolut positive Einstellung absprechen wollen?
      Wir sind uns natürlich bewusst dass im größeren Zusammenhang eben gesehen werden muss, woher die Nahrung stammt und wie sie erarbeitet wurde. Aber das ist eben für die Erwachsenen, dort Verantwortung zutragen. Kinder und auch sonst Menschen, in deren Einflussbereich es eben nicht liegt, sehen so eben nur, dass der Mensch nicht gleich Gott ist und daher nicht allmächtig. Auch das ist ja eine Lektion, also etwas Gutes, so gesehen, wenn man für das was man hat, Dank zeigen kann.

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    4. Ich danke Euch!! :-)

      Ja, Paracelsus-links müsste ich recherchieren, aber ich habe eigentlich alles nur aus Büchern von und über ihn etc. die müsste ich finden, wenn nichts verschenkt wurde ... gibt so einiges von ihm...

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    5. Lieber Valentin,

      »Hätte ein mit Liebe zubereitetes - oder auch ein mit kindlichem Hunger gegessenes Mahl (ob nun Kartoffel, Currywurst, Hirse oder Schokopudding von Aldi) - eine generell-positive und keine spezifische, womöglich negative Wirkung auf den Menschen - unter eben diesem Paracelsus-Gedanken?«
      Und vielleicht sogar auch eine spezifisch-positive, wenn es verzehrt wird in dem Bewußtsein, daß es guttut.
      Freilich, wenn man sich während des Essens besorgten Vorstellungen über vermutete oder von irgendjemandem behauptete oder nachgewiesene schädliche Wirkungen hingibt, dann wird auch das allerbeste einheimische Bio-Gemüse allerlei Unerwünschtes anrichten können…

      Wenn ich Arzt wäre, dann würde ich mich ja vor allem darum bemühen, den sogenannten Placebo-Effekt zu erforschen.
      Ist es nicht ziemlich seltsam, daß Heilungen, die nicht auf eine bestimmte Substanz, ein Medikament, zurückzuführen sind, das Image des „Ungültigen“ haben?

      Danke auch von mir für den Hinweis auf Paracelsus!

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    6. Liebe Ingrid - auch dir Dank!

      "Wenn ich Arzt wäre, dann würde ich mich ja vor allem darum bemühen, den sogenannten Placebo-Effekt zu erforschen.
      Ist es nicht ziemlich seltsam, daß Heilungen, die nicht auf eine bestimmte Substanz, ein Medikament, zurückzuführen sind, das Image des „Ungültigen“ haben?"

      Ja, das ist ein ganz hervorragendes Thema!

      Da gibt es neuere Untersuchungen, da fällt man vom Glauben ab ;-) nein sorry, man sucht diesen geradezu auf ;-)) Ich suche da mal etwas heraus, sah neulich nämlich gerade eine Sendung im Fernsehen (Galileo) u.a. über einen amerikanischen Sport-Chirurgen (1) - der in seiner Klinik ganz verblüffende Versuche durchgeführt hat!

      Auf bald!


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    7. Liebe Ingrid,

      genau, so langsam kommt die Wahrheit ans Tageslicht!
      Nicht das Gemüse beherrscht uns, sondern wir mit unserem Glauben, d.h. durch unsere Glaubenskraft das Gemüse!

      Mit anderen Worten, der Glaube bzw. der Geist beherrscht die Materie und nicht umgekehrt!

      Der Placebo-Effekt dürfte erforscht sein, und somit die Kraft des Glaubens auch wissenschaftlich nachgewiesen!

      Unbewiesen ist hingegen die unabhängig vom Glauben und von der individuell unterschiedlich verträglichen Dosis abhängige negative Wirkung einzelner Gemüse- oder Getreidearten, sowie letztlich aller Lebensmittel, sofern einigermassen vernünftig (und nicht unbedingt biologisch) erzeugt.

      Derartige Spekulationen bzw. daraus abgeleitete "(un)wissenschaftliche Erkenntnisse" sind pure Phantasie.....auf dem geistigen Niveau des Films "Angriff der Killertomaten" aus dem Jahr 1978 !!! ;-)

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    8. Lieber Rudolf,

      »Der Placebo-Effekt dürfte erforscht sein, und somit die Kraft des Glaubens auch wissenschaftlich nachgewiesen!«
      :-) Das genügt mir noch lange nicht.
      Was mich interessiert, ist nicht bloß der wissenschaftliche Nachweis, daß die Kraft des Glaubens existiert (den brauche ich eigentlich gar nicht unbedingt), sondern die bewußte Anwendung dieser Kraft.

      :-) Und was mich wundert, das ist, daß Du ja beinahe so tust, als hätten Nahrungsmittel („einigermaßen vernünftig erzeugt“ hin oder her, wer setzt hier die Kriterien?), also Stoffe, die man mehr oder weniger regelmäßig zu sich nimmt, keine wie immer geartete Wirkung.
      Das geht mir denn doch ein wenig zu weit — aber vielleicht wird es ja später mal so sein, wenn die „Kräfte des Glaubens“ in jedem einzelnen Menschen noch sehr viel stärker entwickelt sein werden als derzeit noch...

      :-) Übrigens könnte man auch sehr schön und „geistvoll“ darüber diskutieren, wieviele Jahrhunderte ein „eingewandertes“ Nahrungsmittel als „böser Ausländer“ in Europa hinter sich gebracht haben muß, um schließlich „eingebürgert“ zu werden und sogar in diversen „Nationalgerichten“ Verwendung zu finden...


      Herzlichen Gruß in die heitere Runde,
      Ingrid

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    9. Paracelsus

      Nur mal so zwischendurch - hier etwas von Paracelsus, ist halt ein Mensch der Tat ;-)

      "Die Liebe ist es, die die Kunst lehret und außerhalb der selbigen wird kein Arzt geboren. Schwätzen, süß reden ist des Maules Amt, helfen aber, nutz sein, ist des Herzens Amt. Im Herzen wächst der Arzt, aus Gott geht er, des natürlichen Lichtes der Erfahrenheit ist er. Nirgend ist, wo große Liebe vom Herzen gesucht wird, größere als im Arzt."


      Gru?

      Philippus Theophrastus Paracelsus

      (1493 - 1541), eigentlich Philippus Aureolus Theophrast Bombastus von Hohenheim, deutscher Arzt und Reformator der Medizin


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    10. Liebe Ingrid,

      tja, da verlangst du wieder mal vom Leben zu viel.
      Bewusste Anwendung der Glaubenskräfte wäre die pure Hexerei. Glauben beruht auf Vertrauen und Ausschaltung der Vernunft, man kann einfach nicht bewusst glauben. Es gibt die Kräfte des Glaubens und die der Vernunft. Beides zugleich geht nicht.

      Da wir Menschen sind und keine Götter, würde dies auch sehr schnell zum Missbrauch führen, wenn es denn überhaupt möglich wäre.

      Ich neige zur Annahme, dass jemand, der meint beides für sich in Anspruch zu nehmen, natürlich für dasselbe Vorhaben oder Ziel, einer masslosen Selbstvergottung anheim fällt.

      Vereinfacht ausgedrückt, glauben tut man im Vertrauen auf eine Kraft von aussen, die dann sozusagen in der Spiegelung als eigene Kraft des Glaubens erfahrbar wird. Vertrauen in den liebenden heilenden Gott zum Beispiel, ermöglicht es diesem seine positive Wirkung uns überhaupt erst zukommen zu lassen.
      Die bewusste Anwendung der "Glaubenskräfte" wäre aber schon deswegen ein Ding der Unmöglichkeit, weil diese ja keine Spiegelung einer äusseren Kraft mehr sein könnte.

      Anders ausgedrückt: Wir können also keinen "fremden Geist" für unsere Zwecke einspannen, für uns wirken lassen, dazu sind wir nicht mächtig genug,das geht nur mit materiellen Dingen die wir nutzen und für uns arbeiten lassen, wir können den fremden Geist nur in uns hineinlassen. Was er dann in uns tut, darauf haben wir keinen (bewussten) Einfluss.
      Wir machen es wenn schon aus eigener Kraft dem fremden Geist nach. Aber ob wir mit unserem menschlichen Geist auch die für die Vernunft unerklärlichen "Wunder" der übrigen Geister bewusst erzeugen bzw. nachahmen können, das bezweifle ich sehr stark.

      Es wäre ungeheuer überheblich, diese Möglichkeit für sich selbst in Betracht zu ziehen und sehr töricht diese anderen zuzugestehen.

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    11. Lieber Rudolf,

      »tja, da verlangst du wieder mal vom Leben zu viel.«
      :-) Wieso eigentlich „wieder mal“?

      » Glauben beruht auf Vertrauen und Ausschaltung der Vernunft, man kann einfach nicht bewusst glauben. Es gibt die Kräfte des Glaubens und die der Vernunft. Beides zugleich geht nicht.«
      Das zeigt mir, daß Du in Deinem Leben bisher offenbar ganz andere Erfahrungen gemacht hast als ich.

      »Vereinfacht ausgedrückt, glauben tut man im Vertrauen auf eine Kraft von aussen, die dann sozusagen in der Spiegelung als eigene Kraft des Glaubens erfahrbar wird.«
      :-) Du scheinst noch niemals etwas von Selbstvertrauen gehört zu haben…

      »Aber ob wir mit unserem menschlichen Geist auch die für die Vernunft unerklärlichen "Wunder" der übrigen Geister bewusst erzeugen bzw. nachahmen können, das bezweifle ich sehr stark.
      Es wäre ungeheuer überheblich, diese Möglichkeit für sich selbst in Betracht zu ziehen und sehr töricht diese anderen zuzugestehen.«


      Lieber Rudolf – ich hingegen fände es ungeheuer überheblich, die eigenen Zweifel anderen Menschen aufzuzwingen und ihnen derartige Kräfte nicht zuzugestehen, nur weil man sie an sich selbst bisher nicht erfahren und daher – sehr begreiflicherweise! – kein Vertrauen in sie hat.

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    12. Liebe Ingrid,

      naja, das mit dem Selbstvertrauen schiesst wieder mal am Thema vorbei....aber ich kenn ja mittlerweile deine Ablenkungsmanöver mit denen du dein Gegenüber testest und abtastest...;-)

      Gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du weisst, das Selbstvertrauen was ganz anderes ist als Vertrauen....
      Im Klartext: Mangel an Selbstvertrauen ist immer negativ, Mangel an Vertrauen nicht immer!
      Oder im Umkehrschluss: Vertrauen ist nicht immer gut, Selbstvertrauen ist immer gut!

      Und ausserdem lege ich nur meine Meinung dar, ich zwinge niemandem etwas auf, verstehe gar nicht wie du zu dieser Auffassung kommst.

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    13. Lieber Rudolf,

      »Und ausserdem lege ich nur meine Meinung dar, ich zwinge niemandem etwas auf, verstehe gar nicht wie du zu dieser Auffassung kommst.«
      Weil Du es als „töricht“ bezeichnet hast, anderen etwas „zuzugestehen“, woran Du zweifelst.
      Das klang für mich so, als ob Du von allen anderen verlangen wolltest, das zu bezweifeln, was Du selbst bezweifelst — bzw sie halt als „töricht“ bezeichnest, wenn sie’s nicht so sehen wie Du...
      Aber schön, wenn Du nur Deine Meinung darlegen wolltest, ohne jemanden zu etwas zu „zwingen“ – dann verzeih bitte, daß ich Dich mißverstanden habe.

      Ich glaube ;–) Dir, daß es Dir nicht in erster Linie um Polemik geht.
      Mir auch nicht.
      Es wäre schön, wenn Du mir das ebenfalls glauben könntest.

      Das nächste Mißverständnis, diesmal andersrum:
      Ich habe weder „Ablenkungsmanöver“ im Sinn, noch auch fällt es mir ein, mein Gegenüber zu „testen und abzutasten“.
      Sondern ich versuche einfach, dort hinzulenken, wo meiner Ansicht nach der Hase im Pfeffer liegt.

      Und das ist eben, sowohl beim Placebo-Effekt als auch bei den diversen „guten“ oder „schädlichen“ oder „angeblich schädlichen“ Nahrungsmitteln, genau das, was Du gesagt hast:
      »Nicht das Gemüse beherrscht uns, sondern wir mit unserem Glauben, d.h. durch unsere Glaubenskraft das Gemüse!«
      Eben.
      Und was in aller Welt sollte mich hindern, mir, während ich etwas esse oder trinke oder sonstwie aufnehme, ganz bewußt vorzustellen, daß es mir guttun wird?

      Ich habe das übrigens ganz konkret beim Sohn einer Freundin erlebt. Er ist nicht etwa „hellsichtig“ oder sonstwie „erleuchtet“, und die Familie hat weder etwas mit Anthroposophie am Hut noch ist sie „gläubig“ (der Vater ist schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten, die Mutter war nie drin). :-) Es ist eine der „unesoterischsten“ Familien, die man sich vorstellen kann.
      Als er fünf war, machten wir eine anstrengende Bergwanderung, in einer größeren Gruppe. Nach einigen Stunden waren etliche Erwachsene und sämtliche älteren Kinder vollkommen erschöpft. Thomas aber stiefelte voll Freude ganz vorn dahin, war als einer der ersten bei der lange ersehnten Hütte und hatte dann noch immer genug Kraft, um auf dem Spielplatz herumzutollen… ich fragte ihn, wie er denn das gemacht habe. Er sagte fröhlich: „Es macht mir solchen Spaß, mich zu bewegen!“ – Trotz seiner unbändigen Bewegungslust blieb er lange ziemlich klein, hatte dann aber mit etwa zwölf, dreizehn Jahren einen erstaunlich starken Wachstumsschub. Und als wir mal darüber sprachen, sagte er mir, er habe einfach genug davon gehabt, so klein zu sein… „Und ich stelle mir jetzt bei allem, was ich esse, vor, daß es mich groß und stark machen wird, meine Muskeln, meine Knochen… und dadurch wachse ich natürlich!“ (Die Familie mußte damals sehr aufs Geld schauen und konnte sich durchaus nicht immer „Bio“ leisten… und sicher waren auch viele anti-michaelische Kartoffeln dabei ;-))

      Wie willst Du das nennen: Zufall? Einbildung? Naiv? Töricht? Glaube an eine „Kraft von außen“? Selbstvertrauen?
      Wie auch immer: jedenfalls ist er ganz wirklich und physisch sehr schnell groß und stark geworden.
      Und obendrein ein sehr vernünftiger junger Mann, der mit beiden Beinen fest im Leben steht.


      Im übrigen waren auch meine abschließenden Fragen hier nicht als Ablenkungs-, sondern eher als Hinlenkungsmanöver gemeint - da geht es meiner Ansicht nach um ganz denselben „Hasen im Pfeffer“.

      Nochmal: Woran merkst Du, daß Du etwas „weißt“ und nicht nur „glaubst“?

      Herzlich,
      Ingrid

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    14. Liebe Ingrid,

      irgendwo "hinlenken" willst du mich oder das Gespräch also? Soso...
      Ehrlich gesagt, verzeih mir meine Offenheit, werde ich da etwas skeptisch. Menschen, die einen irgendwo hinlenken wollen, waren mir schon in sehr jungen Jahren suspekt.

      Wo jeder aufgeklärte Mensch hin will, sollte er schon selbst herausfinden.
      Ich für meinen Teil sehe den Sinn von Diskussionen nicht unter diesem Blickwinkel. Meine Argumentation erfolgt im Sinne einer Meinungsäusserung, oder - wenn schon - im Sinne eines "Weglenkens" von dem, was man als falsch erkannt hat.
      Zu behaupten, was für den einzelnen Menschen eine Wahrheit sein könnte, das möchte ich mir niemals anmassen. Die sollte jeder für sich erkennen.

      Falsch ist für mich jedenfalls die Behauptung oder die Annahme, dass irgendein Lebensmittel (unabhängig von der individuell unterschiedlich verträglichen Dosis) , also ganz allgemein irgendeine negative Wirkung haben kann. Das ist Schwachsinn, da unbeweisbar! Bestenfalls eine noch zu beweisende Hypothese oder Theorie, aber dennoch eine ohne Anhaltspunkte, da völlig aus der Luft gegriffen oder eben in diesem Falle aus frei erfundenen "geistige-Welt-Hirngespinsten" abgeleitet.

      Das Geschwafel von "antimichaelischen Kartoffeln" empfinde ich in obigen Zusammenhängen als beängstigend kindisch und geradezu affig!

      Wissen kann der einzelne Mensch sicher nicht allzuviel. Etwas zu glauben sollte sein Recht sein, da eine mögliche Kraftquelle. Ich neige allerdings dazu, dem Wissen in unserer heutigen politisch-sozio-ökonomisch-kulturellen Gemengelage die grössere Bedeutung für ein besseres Leben und Überleben beizumessen. Den Glauben heutzutage als eine zusätzliche Krücke sehend, ohne die man aber auch auskommen kann.

      Verzeih mir, auf Fragen bzgl. Begriffserklärungen (z.B. Wissen und Glauben) hatte ich unter Verweis auf Lexikas schon mal pauschal geantwortet.

      Trotz seiner möglichen und unstrittigen Bedeutung des (unreflektierten) Glaubens auch heute und trotz der Schwierigkeiten sich in allen zum Leben notwendigen Bereichen reales Wissen anzueignen, bedeutet für mich "glauben" hauptsächlich "nicht wissen wollen".

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    15. Lieber Rudolf,

      :-) nicht Dich will ich irgendwo hinlenken, sondern das Gespräch.
      Und ich erlebe ja auch immer wieder, wie Du Gespräche dorthin lenken willst, wo Du es für wichtig und richtig hältst (ich denke an frühere Versuche mit „PC“…). Oder eben, wie Du es jetzt ausdrückst, weglenken von etwas, das Du als „falsch“ erkannt hast.
      Lenken bleibt lenken, und wir alle tun es, sobald wir uns hier am Gespräch beteiligen und auf die Punkte „hinleuchten“, die uns jeweils wichtig sind.
      Ein solches „Hinlenken“ ist dann erfolgreich, wenn jemand darauf antwortet. Wer nicht darauf antworten will, läßt es eben bleiben, und wenn jede Antwort ausbleibt, dann ist der Versuch des Hinlenkens mißlungen. Ebenso wie der Versuch des Weglenkens mißlingt, wenn die anderen Gesprächsteilnehmer sich nicht weglenken lassen.
      Kein Problem für mich.

      »Falsch ist für mich jedenfalls die Behauptung oder die Annahme, dass irgendein Lebensmittel (unabhängig von der individuell unterschiedlich verträglichen Dosis) , also ganz allgemein irgendeine negative Wirkung haben kann.«
      Hab ich auch niemals behauptet.
      Allerdings sind manche Dinge, die wir in uns aufnehmen können, für die allermeisten Menschen bereits in so geringer Dosis schädlich, daß wir sie lieber in den Giftschrank sperren… Einmal abgesehen davon, daß das, was „Schaden“ subjektiv für unterschiedliche Menschen bedeutet, sich wohl nicht so leicht über einen Kamm scheren läßt.

      »Zu behaupten, was für den einzelnen Menschen eine Wahrheit sein könnte, das möchte ich mir niemals anmassen. Die sollte jeder für sich erkennen.«
      Das freut mich – da sind wir uns vollkommen einig.

      »Verzeih mir, auf Fragen bzgl. Begriffserklärungen (z.B. Wissen und Glauben) hatte ich unter Verweis auf Lexikas schon mal pauschal geantwortet.«
      :-) Ich weiß ;-).
      Wenn wir alle das so machen wollten, dann hätten alle Begriffe festumrissene und unveränderliche Bedeutungen, wir beide könnten unsere Zeit besser anwenden, als uns darüber auszutauschen, wie wir sie verstehen – – – und es würde auf diesem Gebiet (anders als in den letzten Jahrtausenden) keine Entwicklung mehr geben.
      Aber so ist es in Wirklichkeit nicht – und darüber bin ich froh.
      Auch in der wikipedia wird ständig weiterdiskutiert – kein einziger Artikel bleibt unveränderlich in Stein gemeißelt (:-) schon gar nicht der zum Stichwort Glaube...).

      Und Du selbst sagst ja unmittelbar nach Deinem Lexikon-Hinweis:
      »Trotz seiner möglichen und unstrittigen Bedeutung des (unreflektierten) Glaubens auch heute und trotz der Schwierigkeiten sich in allen zum Leben notwendigen Bereichen reales Wissen anzueignen, bedeutet für mich "glauben" hauptsächlich "nicht wissen wollen“.«
      –  und bewegst Dich mit dem von mir Hervorgehobenen also ganz woandershin als die wikipedia.
      Die übrigens zwischen Glaube und Glauben unterscheidet und, zu meiner Freude, sogar den von mir in den letzten Jahren hier öfter erwähnten Unterschied zwischen credo und puto kennt…

      Also sieht es für mich im Augenblick doch so aus, als könnten wir in aller Ruhe weiterdiskutieren – vorausgesetzt, auch Du willst. Sonst lassen wir es eben bleiben...

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    16. Liebe Ingrid,

      also ich bin ein dezidierter Gegner des heute grassierenden Minderheitenprinzips, welches nichts anderes tut, als jede noch so kleine Minderheit zu privilegieren. Wenn man es denn wirklich jeder Minderheit recht machen würde, na dann gute Nacht.

      Wenn gewisse Minderheiten kein Fleisch, Alkohol, antimichaelische Kartoffeln... ;-) oder was auch immer nicht mal in hömopathischen Dosen vertragen, dann sollten gefälligst diese Minderheiten ihre für sie gänzlich unverträglichen Lebensmittel in ihren eigenen privaten Giftschrank sperren. Keinesfalls sollten "wir" dies aber in allgemeiner Hinsicht tun und damit Mehrheiten in ein von Minderheiten vorgegebenes Korsett zwingen.

      Und ausserdem dürfte mir, wenn ich mich auch auf Einträge in Lexikas beziehe, eine kleine Ergänzung zu gewissen Einträgen doch wohl zugestanden werden können, wenn schon andere hier die Bedeutung gängiger Begriffe komplett umdeuten, abändern und für sich komplett umdefinieren....

      Und dass die Begriffe Glaube und Glauben nicht ganz deckungsgleich sind, war mir immer schon klar, auch ohne wikipedia....;-).

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    17. Lieber Rudolf,

      »Und ausserdem dürfte mir, wenn ich mich auch auf Einträge in Lexikas beziehe, eine kleine Ergänzung zu gewissen Einträgen doch wohl zugestanden werden können, wenn schon andere hier die Bedeutung gängiger Begriffe komplett umdeuten, abändern und für sich komplett umdefinieren….«
      :-) Selbstverständlich gestehe ich Dir das zu, ich freue mich sogar darüber.
      Aber natürlich hast Du dann zu akzeptieren, daß auch andere etwas ergänzen, und daß eben die Begriffe nicht von vornherein „feststehen“.

      »also ich bin ein dezidierter Gegner des heute grassierenden Minderheitenprinzips, welches nichts anderes tut, als jede noch so kleine Minderheit zu privilegieren. Wenn man es denn wirklich jeder Minderheit recht machen würde, na dann gute Nacht.«
      Da gebe ich Dir vollkommen recht.
      Aber ich bin gleichzeitig auch ein Gegner des Mehrheitsprinzips um jeden Preis – was eine noch so kleine Minderheit, und sei es nur ein einzelner, für richtig hält, sollte meiner Ansicht nach für ihn möglich bleiben und nicht einfach verschwinden müssen.
      Und vor allem sollte es meiner Ansicht nach möglich bleiben, auszusprechen, was man denkt – selbst dann, wenn es anderen, selbst dann, wenn es einer Mehrheit „töricht“ erscheint.

      Und:
      »Wenn gewisse Minderheiten kein Fleisch, Alkohol, antimichaelische Kartoffeln... ;-) oder was auch immer nicht mal in hömopathischen Dosen vertragen, dann sollten gefälligst diese Minderheiten ihre für sie gänzlich unverträglichen Lebensmittel in ihren eigenen privaten Giftschrank sperren. Keinesfalls sollten "wir" dies aber in allgemeiner Hinsicht tun und damit Mehrheiten in ein von Minderheiten vorgegebenes Korsett zwingen.«
      Damit lenkst Du das Gespräch in Richtung Drogenverbot oder -freigabe, oder Beschränkung/Freigabe des Verkaufs von Alkohol an Jugendliche, oder Festsetzung/Freigabe des höchsten zugelassenen Alkoholgehalts im Blut eines Autofahrers, oder Kennzeichnung von Zigaretten als „gesundheitsgefährdend“, oder Zulassung bzw Nichtzulassung von „Chlorhühnern“… :-) das ist ein seeehr weites Feld...

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    18. Michael ist ein schweigsamer Geist. Michael ist ein in sich verschlossener Geist.

      GA 233a - Seite 93ff

      [Klärt vielleicht die Frage, was Michael selbst von der Kartoffel (oder vom Chlorhuhn) hält...]

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    19. Darauf möchte ich mit Rudolf Steiners überlieferten Satz antworten "Lieber Schinken essen als Schinken denken."

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    20. :-) Sehr schön.
      Und wer dennoch, obwohl der Herr Doktor das gesagt hat, lieber Schinken denken will, als ihn zu essen – ich habe nichts dagegen.

      Und gehe mir jetzt im Garten ein paar antimichaelische Kartoffeln ausgraben – schließlich muß ja auch der Drache gefüttert werden...
      Hier heißen sie übrigens Erdäpfel.

      Herzlichen Gruß in die fröhliche Runde,
      Ingrid

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  7. Im Zusammenhang mit den hier diskutierten/spekulierten Auswirkungen der Entwicklung der Kartoffel zu einem Grundnahrungsmittel möchte ich aufmerksam machen auf das Buch Klüger werden und Demenz vermeiden von Peter Mersch (der, soviel ich weiß, nix mit Anthroposophie zu tun hat und sich auch nirgends auf Rudolf Steiner bezieht).

    Über den menschlichen Gehirnstoffwechsel sagt er, kurz gefaßt, etwa das Folgende:
    Die Medizin geht davon aus, daß das Gehirn bevorzugt Glukose, also Zucker, zur Energiegewinnung nutzt. Da es nur über begrenzte Glykogenspeicher verfügt, braucht es eine konstante Glukosezufuhr über das Blut – was wir durch mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate (;-) zB anti-michaelische Kartoffeln) gewährleisten.
    Unser Gehirn ist prinzipiell auch in der Lage zum Fettstoffwechsel (Ketolyse), es nutzt dann in der Leber aus freien Fettsäuren erzeugte Ketonkörper. Das tut es aber nur im Notfall: es muß dazu ein bestimmtes Enzym herstellen – und das geschieht erst, wenn über längere Zeit keine ausreichenden Kohlenhydratmengen über die Nahrung aufgenommen werden. Normalerweise ist unser Gehirn zur Ketolyse nicht bereit.
    Soweit die Medizin.

    Peter Mersch stellt nun die Frage, ob die fehlende Ketolyse-Bereitschaft unseres Gehirns tatsächlich ein „Normalzustand“ ist, oder nicht vielmehr ein selbstgemachtes Defizit…
    Denn in den ersten Monaten unseres Lebens – gerade zu der Zeit, da unser Gehirn sich am stärksten entwickelt – leben wir üblicherweise ausschließlich von Muttermilch, einem Nahrungsmittel mit hohem Fettanteil. Das Gehirn eines Säuglings setzt auch tatsächlich sehr viel stärker auf Ketolyse als das Gehirn eines Erwachsenen, und es kommt dadurch mit viel geringeren Blutglukosekonzentrationen aus. Die Aktivitäten der Ketonkörper verwertenden Enzyme steigen kurz nach der Geburt an und fallen erst dann ab, wenn der Säugling abgestillt und auf kohlenhydratreiche Ernährung umgestellt wird. Forschungsarbeiten scheinen zudem darauf hinzudeuten, daß die Ketolyse auch für die Gehirnentwicklung des Kleinkindes noch von Bedeutung ist…

    Mersch schlägt vor, daß wir unser Gehirn wieder an Ketolyse gewöhnen. Das Weglassen der Kohlenhydrate über einige Zeit (etwa 10 Tage, wenn ich mich recht erinnere) regt die Herstellung des dafür nötigen Enzyms an… und wenn wir das öfter tun, gewöhnt sich unser Gehirn daran, und seine Ketolyse-Bereitschaft bleibt erhalten.

    Das klingt für mich eigentlich ziemlich einleuchtend; der Begriff „Zivilisationskrankheit“ bekäme so eine zusätzliche Dimension…
    Peter Merschs Motivation, sich so ausführlich mit diesem Thema zu beschäftigen, kommt übrigens aus einer langen Leidensgeschichte: offenbar ist es ihm gelungen, sich mithilfe dieses Ansatzes nach Jahrzehnten von chronischer schwerer Migräne zu heilen.

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    1. Danke, ein interessanter Hinweis. Kohlehydrate reduzieren zu wollen führt zuerst - nicht Merschs Thema- zum Verzicht auf industriell aufbereitete Nahrung, die fast immer auf hohe Dosen Glukose- Fruktose- Zusätze setzt, schon als Geschmacksverstärker. Ich glaube nicht, dass jede Migräne - Erkrankung auf den Trigger Kohlehydrate zurück zu führen ist, geschweige denn Demenz. Bei vorliegender Fruktose- Malabsorption folgt aber häufig eine Fehlverdauung, die zu Migräne- Anfällen führen kann. Auf jeden Fall interessant, und für viele Betroffene ein wichtiger Hinweis.

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    2. "Das klingt für mich eigentlich ziemlich einleuchtend"

      Liebe Ingrid,
      da liegt wohl das Problem, dass es ungeheuer viele Einzelaspekte, isolierte, herausextrahierte Zusammenhänge gibt, die 'ziemlich einleuchtend' klingen und auch auf einen bestimmnten Zusammenhang anwendbar sind aber dennoch der Komplexität der Materie nicht genügen...
      Neben mir steht ein rießiger Schrank mit Medikamenten, mit denen ich genau vorhersagbare Effekte erzeugen kann und auch ein entsprechend einleuchtendes Erklärungsmuster dafür habe.
      Ich kann den Blutdruck mit 0,1ml aus einer Ampulle von 220/140 auf 110/60 senken oder mit einer anderen Substanz von 55/20 auf 180/90 heben aber es bleibt immer ein Spiel mit Einzeleffekten...
      //
      Allerdings möchte ich damit nicht sagen, dass solche Ansätze (beispielsweise die ketogene Diät) nicht sinnvoll und gut sein können.

      Grüße

      Stephan Birkholz

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  8. Lieber Michael, lieber Stephan,

    ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, sondern nur im Sommer über dieses Buch „gestolpert“, und es ist mir jetzt wieder eingefallen.
    Soviel ich verstanden habe, geht es dem Autor nicht um eine „Verteufelung“ der bösen und unweigerlich zu Demenz führenden Kohlenhydrate, sondern darum, daß das Wiedererlernen der Ketolysefähigkeit dem Gehirn auch in schwierigen Situationen mehr Möglichkeiten gibt und ein solches „Training“ daher als Vorbeugung dienen kann. Das ist für mich das Einleuchtende.

    Peter Mersch sagt, er ißt auch weiterhin ab und zu gern Torte mit Schlag; er will nur nicht, wie offenbar früher, ausschließlich am „Zuckertropf“ hängen.
    Und er erhebt seine Stimme gegen die weitverbreitete „Verteufelung“ von Fett (;-) die ja auch für viele Menschen etwas „Einleuchtendes“ hat...).

    LG, i.

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    1. Liebe Ingrid,

      die 'so schnell einleuchtenden Einzelaspekte' habe ich aus Deinem Beitrag auch nur aufgegriffen, weil sie ein Grundproblem in Hauschkas Argumentationsführung vom 'minderwertigen Stärkekorn' darstellen.
      Die Kartoffel ist nicht heimisch und darum schlecht - die Mittwochshirse der Anthropossophen ist ebenfalls nicht 'heimisch' aber komischerweise gut..
      Man bedient sich eben der Phänomene zur Argumentationsführung...

      Grüße

      Stephan

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    2. Lieber Stephan,

      weder hab ich bisher etwas über „Mittwochshirse“ gewußt, noch habe ich gelesen, was Hauschka selbst alles über die Kartoffel sagt (ich meine: über Michaels etwas polemisch zusammengestellte ;-) Zitate hinausgehend) – nur seine Ausführungen über die menschliche Ernährung im Laufe der Evolution; und das erschien mir eigentlich nicht ganz „abwegig“.

      Übrigens erwähnt Mersch so nebenbei, daß die ketogene Diät schulmedizinisch in der Behandlung von Epilepsie eingesetzt wird – das war mir ganz neu. Weißt Du etwas darüber?

      Grüße zurück,
      Ingrid

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    3. Ein Kollege und guter Freund von mir beschäftigt sich sehr intensiv mit ketogener Diät - praktiziert sie selbst und setzt sie als Ernährungsberater und Personal-Trainer bei 'Kunden' ein.
      Auch bei anthroposophischen Ärzten/Therapeuten taucht sie immer mehr in der Behandlung von Krankheiten auf.
      Aber wie Micheal schon erwähnte: Nachdem wir durch Industriezucker völlig mit Zucker und Kohlehydraten überschwemmt sind, ist eine diesbezügliche Diät wohl ganz selbstverständlich heilsam.
      Kurz: Ich habe von der ketogenen Diät bisher nur gutes gehört...

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    4. Einfach gewaltig dieses Diskussionsniveau. Wieder mal geistige Glanzleistungen....;-) vom Feinsten!

      Der Industriezucker ist es wieder mal, soso...und natürlich zur Abwecslung mal nicht Fleisch, sondern das böse Gemüse ...oder Getreide....oder was auch immer!

      Nur nicht das einzig Entscheidende...Die (individuell unterschiedlich verträgliche) Dosis!!!

      Bravo und Gratulation, weiter so mit diesen wahrhaft den Geist erhellenden Debatten!!!!

      Verzeiht mir, mir fällt gerade wieder ein....bei so einem illustren Vorbild wie dem "Hirseschwafler" vor dem geistigen Auge, gehts womöglich gar nicht anders. Auch wieder wahr!

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    5. @Rudolf

      ...verstehe leider nicht, was Du ausdrücken möchtest!

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    6. Lieber Valentin, Stephan und Ingrid,
      ich habe seinerzeit in der (Staats-)Grundschule gelernt, dass wir in unserem Kulturkreis Europa vier Hauptgetreidearten kennen, neben ein paar anderen: Weizen, Hafer, Gerste und Roggen. Dazu kämen dann drei Getreidearten aus dem Osten: Reis, Hirse und nochirgendwas. :-) Wenn ich mich nicht täusche, hat Prof.Kollath auch so etwas Ähnliches geschrieben.
      Und während meiner Zeit als Morgenhauswirtschafterin im Camphill (Soz.Jahr) Hatten wir auch diese Zuordnung zu bestimmten Tagen. Es gab bei uns auch jeden Tag eine kleine gemeinsame Morgenmeditation mit Bäumen, da gab es auch für jeden Tag einen. Ich hab das alles noch irgendwo. Und in Basel war ich mal auf einem Vortrag der Christengemeinschaft, dort hatten sie auch noch die Wochentage eurythmisiert, und eine christlich-spiriuelle Bedeutung erklärt.

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    7. @ Stephan,

      ich erinnere mich vage an den Film "Angriff der Killertomaten" aus den 70ern.
      Immer grösser werdende Tomaten rollten auf den Strassen herum und verspeisten oder erdrückten die Menschen.
      Ich glaube dieser Film erhielt sogar mal eine Auszeichnung für den blödsinnigsten Film aller Zeiten.

      Die Diskussion über die Schädlichkeit von Grundnahrungsmitteln wie sie hier geführt wird, erinnert mich irgendwie daran. Dort unüberbietbar idiotisch bildlich dargestellt, hier ein bisschen auf einer anderen Ebene, aber im Prinzip genauso geistlos....

      .....das möchte ich damit ausdrücken!

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    8. Wir diskutieren hier nicht 'über die Schädlichkeit von Grundnahrungsmitteln', sondern über den Sinn solcher Diskussionen (und die entsprechenden Hauschka'schen Ausführungen).
      //
      Aber das konntest Du ja nicht sehen, weil Dir ein "Hirseschwafler" das geistige Auge verdunkelt hat.
      Also keine (Killer)Tomaten auf den Augen, sondern ein "Hirseschwafler" vor dem geistigen Auge.
      Trag' s mit Fassung und denk an 'das blinde Huhn das auch mal ein Korn findet' - hoffentich ist es dann kein Hirsekorn!

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    9. Diskutieren über den Sinn von Diskussionen....Donnerwetter...;-)
      Was für eine Diskussion, in der Tat.

      Ihr wollt also - bei der Suche nach einem Sinn im Unsinn - auf die Hauska'schen "Ausführungen" noch eins drauflegen?
      Naja, so gesehen vielleicht doch wieder ein Gewinn, bzw. satirischer Mehrwert.

      Alle Achtung!

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    10. Na ja, grundsätzlich soll man wohl die Pflanzen (oder Tiere, wie auch immer) essen, die aus der heimischen Flora und Fauna stammen, weil diese ja auch hier aufwachsen werden, also die Landschaft erfüllen werden, während sie sind. Genauso wenn du wo zu Gast bist, soll die dort heimische Küche genossen werden.
      Man darf das nicht vergessen, dass das Essen ja nicht aus dem Supermarkt kommt. Es gibt vielmehr den größeren Zusammenhang der jeweiligen Lebewesen, die voneinander leben, und eine gemeinsame langandauernde Evolution durchlebt haben, und es wohl auch weiterhin wollen. Darum kümmert sich ja auch eine gute Landwirtschaft, die sich Äther- und Astralwelten untertan gemacht hat, um Landschaftspflege mit Verantwortung.
      Aber ich probier trotzdem sehr gerne mal was internationales, auch daheim.

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  9. Bei unserem Rudolf habe ich mich allerdings gefragt, was das zu bedeuten hat, wenn genau er sich "anti" verhält. Also ich kapier es nicht: ein Anti-Michael, oder was?
    :-D
    Wir haben hier ja 3 Michaels, Eggert, Gastkemper & Butty, also Obacht!
    Innerer Zwiespalt?
    Also, Was solls?

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    1. Liebe Kerstin,

      nein, kein innerer Zwiespalt, wenn du mich hier persönlich ansprichst. Ich habe das Wort "antimichaelisch" nicht geprägt. Es wurde von mir zwar zitiert, aber ohne die geringste Absicht etwa in zweideutiger Weise dies auf Personen zu beziehen.

      Ich hatte mich dazu ja sogar schon geäussert, und kann es nur wiederholen. Etwas als "antimichaelisch" zu bezeichnen, halte ich für gelinde ausgedrückt eine kindische oder aber schwachsinnige Formulierung.

      Eine Beleidigung mehr als für die Kartoffel, so doch augenscheinlich eher an die Adresse des Erzengels gerichtet, wie mir fast scheint. Dies wäre also die dritte Möglichkeit, die sicher nicht ich, sondern die Wortschöpfer verfolgen könnten.

      Hier weiss man ja nie, was die wahren Absichten der Schreiber sind, also ist "Obacht" in diesem Sinne wohl eher angebracht!!!

      Lg
      Rudolf

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    2. »Etwas als "antimichaelisch" zu bezeichnen, halte ich für gelinde ausgedrückt eine kindische oder aber schwachsinnige Formulierung. …
      Hier weiss man ja nie, was die wahren Absichten der Schreiber sind, also ist "Obacht" in diesem Sinne wohl eher angebracht!!!«


      Lieber Rudolf,

      :-) ja, Obacht!

      Das Leben muß ziemlich anstrengend sein, wenn man davon überzeugt ist, daß man niemals wissen, sondern sondern höchstens ahnen oder glauben kann, welche dunklen Absichten diese verdächtigen Wortschöpfer verfolgen…

      :-)
      LG, i.

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    3. Ja liebe Ingrid,

      du hast Recht, das Leben kann hart sein, wenn man im Ungewissen tappt. ;-)
      Und Möglichkeiten gibt es eben immer viel zu viele.
      Aber solltest du etwas genaueres und/oder weiterführendes über diese Absichten "wissen" (ausser der Möglichkeit der Ironie), könntest du unser "eingeengtes Blickfeld" ja gerne ein bisschen erhellen.

      Du kannst sicher sein, es würde dir nur Dankbarkeit entgegenströmen! ;-)

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    4. Lieber Rudolf,

      »(ausser der Möglichkeit der Ironie)«

      :-) Eben die Ironie ist halt die (ganz und gar nicht „dunkle“) Absicht, die ich in dieser Wortschöpfung erblicke – – –  aber Dir begreiflich zu machen, warum ich das so sehe – ich fürchte ernstlich, das übersteigt meine derzeitigen Möglichkeiten.
      Es sei denn natürlich, es würde sich herausstellen, Du hättest Michaels Blogartikel, unter dem wir uns hier unterhalten, gar nicht gelesen.
      Für welchen Fall ich die Empfehlung ausspreche, das nachzuholen.

      LG, i.

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    5. Liebe Ingrid,

      aber natürlich hatte ich Michaels Blogartikel gelesen. Und natürlich ist mir auch der über weite Strecken offensichtlich ironische und zuweilen in pure Satire ausartende Unterton nicht entgangen.

      Aber es ist nur halt so, dass die pure Ironie oder Satire niemals Absicht, Selbstzweck und Ziel an sich sein kann.

      Beides sind lediglich Stilmittel in der Darstellungsweise, die verwendet werden um das zu beschreibende Thema interessanter zu machen, um zum Schmunzeln oder auch ernsthaften Nachdenken anzuregen. Oder aber auch um ganz gezielt die Gedanken der Leser in eine bestimmte und gewollte Richtung zu lenken.
      Natürlich mit zuweilen nicht immer erkennbaren möglichen (wenn du möchtest, auch nur von mir unterstellten) Hintergedanken.

      Also u.U. mit einem möglichen Ziel, dass auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, bzw. das auch, ganz bewusst gewollt, eine Vielzahl von Möglichkeiten (des Hinlenkens) offenlässt.

      Ob Hauschka selbst (oder seine Schreiber) auch alles ironisch meinten, wage ich nicht zu beurteilen. Viele von Michael gebrachte Zitate sind womöglich aus dem Zusammenhang gerissen, könnten daher - trotz satirischem Unterton - ursprünglich auch gar nicht so empfunden sein.

      Jedenfalls bleibt für mich die Frage nach den möglichen Absichten auch bei, oder gerade wegen der Berücksichtigung des Blogartikels weiterhin offen.

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    6. »Jedenfalls bleibt für mich die Frage nach den möglichen Absichten auch bei, oder gerade wegen der Berücksichtigung des Blogartikels weiterhin offen.«
      :-) Spricht ja auch gar nichts dagegen, das offen zu lassen.

      Ich hab mich halt nur über Dein »kindische oder aber schwachsinnige Formulierung« gewundert – denn ich finde im Gegenteil, es ist eine sehr gelungene Formulierung. :-)
      Und ich hätte eigentlich erwartet, daß sich die „Absichten“, die Michael mit diesem Blogartikel „verfolgt“ (was mir in diesem Fall ein bisserl zu stark ausgedrückt erscheint), so ziemlich mit Deinen eigenen treffen.
      :-) Aber ich kann mich natürlich auch täuschen. Vielleicht bist Du ja ein heimlicher Hauschka-Anhänger...

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    7. Liebe Ingrid,

      ich bin mit Sicherheit kein Anhänger eines ein Grundnahrungsmittel verteufelnden geistigen Phantasten, dessen Ergüsse - sehr wahrscheinlich sogar ungewollt und unbeabsichtigt - wenn man denn diesbezügliche unternehmerisch bedingten Profitinteressen ausschliessen möchte, satirischen Charakter haben....;-)

      Lg Rudolf

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