Interne Veränderungen

Heute freue ich mich, ankündigen zu können, dass sich das Team der "bloggenden Anthropotanten" deshalb erweitert, weil Ingrid als selbst verantwortliche Autorin von nun an mit im Egoistenblog publizieren wird. Jenseits von einzelnen differierenden persönlichen Standpunkten scheint es mir an der Zeit, sich vom Einzelkämpfertum zu verabschieden und eine größere Vielfalt an Stimmen auch in den Beiträgen (nicht nur in den Kommentaren) zu bieten- um auch ein weiteres Spektrum von Diskussionsbeiträgen zu gewährleisten. Die technischen Möglichkeiten dazu gibt es, und auch das gegenseitige Vertrauen besteht nach einer langen Zeit des gemeinsamen (oft auch streitbaren) Diskutierens. Hiermit ein herzliches Willkommen für Ingrid!

Kommentare

  1. Hallo Ingrid, na da bin ich aber gespannt :-)

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  2. Vielen Dank für das herzliche Willkommen!

    :-) Da Michel Gastkemper es sofort anspricht:
    Ja, es stimmt, ich habe schon früher hier als Autorin mitgewirkt: Michael hat eine Zeitlang meine Aufsätze in seinem Blog veröffentlicht.
    Unsere differierenden Standpunkte und das „streitbare Diskutieren“, das Michael in seiner Begrüßung erwähnt, hatten aber vor einiger Zeit die Beendigung dieser losen Zusammenarbeit zur Folge.
    Wir hatten es nicht immer leicht miteinander, und wir wollten es einander auch gar nicht um jeden Preis leicht machen – schließlich sind wir aber beide zu dem Ergebnis gekommen, daß diese (auch weiterhin bestehenden) Differenzen unser gegenseitiges Vertrauen nicht zerstören konnten. Und wir hoffen, daß dieses Vertrauen auch in Zukunft „tragen“ wird.

    Und so werde ich in den nächsten Tagen, gewissermaßen als „Einstand“, einen meiner früheren Aufsätze wieder hier hereinstellen, der mir gut zu dieser Situation zu passen scheint.

    Persönlich möchte ich anmerken, daß ich mich über dieses Ergebnis noch sehr viel mehr freue als damals beim ersten Mal, als weder Michael noch ich Anlaß hatten, einander in irgendetwas zu widersprechen.

    Herzlichen Gruß in die Runde,
    Ingrid

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  3. Hi Ingrid, super, ich freu mich schon auf deine neuen Aufsätze! Ich hab gar nicht gemerkt dass du und ME es schwer hattet miteinander, Warscheinlich ist das hier eh wieder nur so ein Trick.

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  4. liebe egoisten....ich muß euch mitteilen.ich hab überlegt ob,, nun...daß meine mutti,,nach einem erfüllten leben, gestorben ist, letzten freitag morgens, um 8 Uhr 50...
    Ich hatte Besuch, Paul (23), aus Graz Wir hatten vorher telefoniert, er wußte, wenn ich mich besucht... daß wir nicht die Zeit haben würden, ...andere, diesseitige Dinge..
    Ich zeigte der Mutter im Altenheim auf Video ein Bild... ja, sie wole doch bitte den jungen Mann noch kennenlernen... Es ergab sich, daß meine Mutter ihn noch sah, und auch noch einmal Mittelpunkt eines "Besuchs-Häppings" war... in über Nacht dann.. die Medikamente taugten nicht mehr.. sie wurden abgesetzt,.. begann es...
    bin froh, daß Paul mit mir diese Zeit durchstand, es war dadurch fünfmal leichter und heller, als es sonst gewesen wäre.... wir hatten um halb fünf den Termin beim bestattungsinstitut..... seit halb sieben waren wir da, haben bei ihr erzählt, gescherzt und geplaudert und dazwischen immer wieder gebetet, und ab halb neun dann nur noch gebetet..es war ihr peinlich... so sagte sie auch am vortag, als sie noch versuchte zu sprechen.. daß mein freund paul sie so hilflos sah.. sie wollte immer haltung zeigen, stark sein.. als es "eng" wurde, hörten wir auf mit scherzen und plaudern, was eh leise und verhalten geschah.. und rückten ans bett, wie bei einer geburt, und beteten ganz feste mit.. als paul mal pinkeln mußte.. sie schämte sich wohl, obwohl sie meinem jungen freund durchaus vertraute,,, sie kniff dann auf einmal die lippen zusammen, und brummte mehrmals "hmm..hmm".. als würde der ganze körper sagen "ich bin jetzt einverstanden".. und ich sagte wieder "Christus lebe in dir"..und bei dem wort "christus".. welches ihrer orientierung entsprach...ließ sie wirklich los... da ging richtig spürbar eine sonne auf..was vielleicht sicher auch daran liegt.. das das wort christus" ..ihr auch im leben einen wert darstellte,,,wir beteten still noch über eine stunde ..., und sagten dann bescheid...um halb zwölf kam der Arzt, und stellte den schein aus.. ihre anwesenheit war immer noch im raum..und ...möge mir das bitte niemand schief auslegen..wir beide.. saßen da, und waren zufrieden. Auch hinsichtlich der Hoffnung um unser dereinstiges Ende.... Wir spürten, daß sie "im Himmel" war..es war so leicht, daß wir fast wieder zum klönen, zum scherzen aufgegt waren.... und all die Bekundungen des Beileids der Mitmenschen, die allerdings brachen dann als Wogen von Leiden und Schmerz über mich herein, erst da wurde ich traurig.. auch die Drohungen "jaja, du wirst schon noch merken, was es heißt, keine Mutter ..kene Eltern .. mehr zu haben" beunruhigten mich natürlich, zwar....aber ich denke, daß da ein "Gespenst" sitzt, was ich erlösen will, oder "verjagen" muß ..
    herzliche!
    mischa butty

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  5. Sie wäre im Januar 88 geworden, aber der physische Leib war komplett verwelkt, "multibles Organversagen", da ging nichts mehr. Ihr Arzt sagte mir, daß mit ...sanften Morphiumdosen....die Medikamente waren schlicht abgesetzt.. für viele ein Loslassen leichert fiele.. was sicher okee war..
    m.butty

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    1. Lieber Mischa,

      danke für Dein Mit-teilen.
      Wie schön, daß Du Deine Mutter bis zuletzt so innig begleiten konntest… und wie schön, daß Du einen Freund wie Paul hast, mit dem alles „fünfmal leichter und heller“ wurde!
      Danke auch dafür, daß Du schreibst „wie bei einer Geburt“.
      Ja. So habe auch ich es erlebt, als mein Vater vor einigen Jahren starb.
      Er hat damit „gewartet“, bis wir alle (meine Mutter, meine Schwester, mein Mann und ich) uns an seinem Bett versammelt hatten. Seit Tagen war er mit halbgeöffneten Augen und offenem Mund „dahingedämmert“… und plötzlich schien er sich innerlich „aufzurichten“. Es war ein unbeschreiblicher Augenblick. Danach schloß er Mund und Augen, seufzte – und ließ los.

      In der Stille danach erlebten wir alle ihn sehr viel „anwesender“ als in den beiden Wochen davor...

      Lieber Mischa, ich schick Dir eine zwar nur virtuelle, aber deshalb nicht minder herzliche Umarmung.

      Alles Liebe,
      Ingrid

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    2. Danke auch fürs Teilen einer solch traurigen und zugleich schönen Erfahrung des Übergangs! Bei meinen Eltern war es leider nicht so; da war es bitter, verbissen und voller Wut darauf, dass sich die Welt weiter dreht.

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  6. Da ich hier nur einen winzigen Laptop habe, wo die Buchstaben stecknadel-kopf-klein erscheinen, schleichen sich oft, gerade, wenn ich etwas hastiger schreibe, blöde Rechtschreibfehler ein, die ich errst sehe, wenn der Text gepostet ist. Das ärgert mich. Aber egal! Auch das "errst" habe ich eben erst gesehn, und fast wieder übersehn,... dazu ist das Teil langsam, mit Aussetzern dazwischen. Ich bin überzeugt "Häppening" getippt zu haben... beim "en" hatte das Ding ausgesetzt, und nicht übertragen. Grummel.

    Ja, Danke liebe Ingrid. Bei der Bestattungfeier war ich nochmal richtig einsam, da der Pfarrer durch meine Unaufmerksamkeit die Predigt nicht richtig hinbekam....

    Zum Entsetzen der kleinen Trauergemeinde von etwa 30 Personen wurde meine Mutter als "sehr vereinsamte Frau" zu Grabe getragen. Obschon sie nämlich ein sehr geselliger Mensch war. Und viele Feste gab, das Leben genossen hat, viel reiste, als Vater noch lebte, und sehr an ihrem Mann hing. Nun hat sie mir oft... als Sohn... und so im Intimen Gespräch... daß sie gerne .."ein anderes Leben führen würde und geführt hätte"... was mich oft über Jahre nachdenklich machte... immer wieder sagte sie, es gäbe da eine unerfüllte Sehnsucht nach Weite... sie blieb... auch innerlich... in einem recht engen bürgerlichen Milieu drinne...dem sie auch durch Geburtstagsfeiern und Jubiläen usw. streng anverpflichtet blieb. Da gab es kein Entkommen.

    Sie erzählte mir, um es kurz zu sagen, daß sie so gerne ein Leben wie zum Beispiel Hannah Arendt es führte, (und führen mußte...) gelebt hätte. Wer "Hannah Arendt" war, weiß in unserer Familie und Anhang eben kein Mensch... :-) ... Mutter lernte sie in ihrem letzten Jahrsiebt auf der You Tube auch erst kennen,.. den Heidegger mochte Mutter aber gar nicht leiden..."der kleine Knopf da" ..:-) ... aber den Carl Jaspers hatte sie gerne, der war so nett... in einem Film, den ich mit ihr sah. Mutter las, als ich zwölf war, Bücher über Zenbuddhismus, und versteckte die fast, mit schlechtem Gewissen. Hausarbeit! Bücher hatten was anrüchiges, dazu mußte man anderer Herkunft sein. Darüber klagte sie manchmal, daß sie da viel vermisse. Darüber sprach ich nun leider auch mit dem Pfarrer, der ein gutmütiger konservatistischer Mann war, und um mir ... einen Gefallen zu tun...gewichtete er das ...konjunktivische, was mich ja als .."Poet" .. oft interessiert.. das Unerfülllte, was es in jedem Leben - auch - gibt... gewichtete er das falsch, und sagte bei der Predigt."Der Herr Butty hat gesagt.."... daß es sehr viel Einsamkeit und Unerfülltes gegeben habe.. ich bekam hochrote Ohren, fand aber weder Worte noch einen Zeitpunkt, da Einspruch zu erheben... und viele Anwesende waren, gelinde gesagt, ...brüskiert und sauer. Anschließend konnte ich in persönlichen Gesprächen noch klären, wo das Mißverständnis lag. So ergab sich zum Abschluß, wo ich doch so bemüht war, allen den gewünschten Rahmen der Feier zur Verfügung zu stellen, doch noch eine peinliche Dissonanz. Nun, das liegt mir noch etwas auf, aber darüber wird auch noch Gras wachsen... :-/
    m.butty

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    1. Hi Mischa,
      mit Ingrid gemeinsam möchte ich dir danke schön sagen dass du deine Erfahrung mit uns teilst. Ich zum Beispiel hab nur die eine die ich bisher hatte, trotzdem ich schon lange alte und sehr alte Menschen betreue. So wie es mir erschien, hast du doch noch viel Zeit mit deiner Mutter verbracht, und auch organisatorisch viel geleistet, ich weiss was das heisst, ich mach hier im Job genau die Selben Sachen, das ist alles zeitintensiver und aufreibender als manch einer so denken mag, der es nie getan hat. Und dann auch noch die eigene Mutter, das wiegt doch doppelt schwer. Ich möchte dir danke schön dafür sagen, es ist wichtig, dass es Menschen wie dich gibt, die das für ihre Verwandten tun.
      Ich hoffe sehr, dass ich auch einmal das Glück haben werde, so wie du das Selbe für meine Leute zu tun (in hoffentlich ferner Zukunft).
      Ich hoffe es geht dir gut. Für den Pfarrer möchte ich ein gutes Wort einlegen, die haben es nicht leicht den richtigen Ton zu treffen, gerade in der heutigen Zeit, wo so viele Menschen nicht mehr wissen, wie man eine Feier feiert, auch eine traurige. Das Leichte ist am Schwersten, und das Schwere am Leichtesten zu tun manchmal. Ich weiss man soll es den Vorfahren gönnen dass sie schon im Paradies sein dürfen. Sicher sind sie auch bei uns auf eine Art

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