Der Balken im eigenen Auge

Steinergläubigkeit vs. Vertrauen in anthroposophische Texte
Christian Clement


Jemand schrieb hier: "Ich glaube nicht, dass man 'Steinergläubigkeit' ausrotten oder abschaffen kann oder sollte!" [...] "Und auch heute halte ich eine gewisse 'Steinergläubigkeit' (im Sinne eines Vertrauens) als Ausgangspunkt für legitim -" Da diese Bemerkung mit Blick auf mein wiederholtes Aufwerfen des Themas "Steinergläubigkeit" auf diesem blog geschrieben wurde, darf ich hier vielleicht meine Gedanken dazu zusammenfassen.

Ich hoffe, dass aus meinen bisherigen Äußerungen hier wie auch aus meinen veröffentlichten Texten deutlich hervorgeht, dass ich keine Feld- oder Kreuzzüge zu führen beabsichtige. Auch nicht gegen die "Steinergläubigkeit". Wenn jemand Anthroposophie zu seiner persönlichen Religion machen will, dann hat er dazu das gleiche Recht wie ein Katholik oder ein Mormone oder ein Scientologe. Ich will nichts "ausrotten" oder "abschaffen".

Wogegen ich mich wende ist die Tatsache, dass meine Arbeit mit der SKA vielfach  von Anthroposophen in Frage gestellt wird, die sich aufgrund ihrer anthroposophischen Ausrichtung für kritische freie Denker halten (immerhin hat Steiner eine "Philosophie der Freiheit" geschrieben), in Wirklichkeit aber Steiner und der Anthroposophie eben nicht so frei gegenüberstehen, wie sie meinen - und wie es der Freiheitsphilosophie Steiners oder auch nur den allgemeinen Anforderungen an ein kritisches Denken gemäß wäre. Diese lautstarken Gegner der SKA (wie gesagt, ich rede jetzt nicht von berechtigter und sachgemäßer Kritik, die dem kritischen Denker immer willkommen ist, selbst wenn sie das Ego schmerzt) diese Gegner ziehen aus der Tatsache, dass sie ohne große Verständnisprobleme einen populärwissenschaftlichen Schmöcker wie die "Philosophie der Freiheit" lesen können den Schluss, sie stünden dadurch selbst auf der philosophischen Höhe des Verfassers, ja über der Philosophie selbst und könnten jetzt über alles und jeden im Bereich des philosophischen Denkens urteilen. Und von dieser vermeintlichen "Höhe", die aber in Wirklichkeit nur die Maske intellektueller Flachheit und tiefer Verunsicherung über die geahnte aber nicht eingestandene Unwissenheit und Steinerabhängigkeit bei ihnen selbst ist, urteilen Sie auch über die SKA. Nicht etwa über dieses oder jenes Argument, über diese oder jene Einzeldeutung: Nein, so tief lassen sie sich nicht herab vom Olymp ihrer durch die Fähigkeit des Steinerzitierens erlangten Superiorität. Sie urteilen über die prinzipielle Idee einer kritischen Edition, eines kritischen Herangehens an Steiner, darüber, was die Philosophie, die Wissenschaft, die Philologie vermag und nicht vermag.

Dagegen wende ich mich. Ich will keinem seine Steinergläubigkeit nehmen, wie ich auch keinem seinen Osho, seinen Joseph Smith oder seinen Ron Hubbart nehmen will; aber ich verwehre mich dagegen, wenn Steinergläubige ihre geistige Abhängigkeit und Unselbständigkeit als Superiorität verkaufen wollen und von dieser eingebildeten Höhe aus diejenigen anbellen und vor dem anthroposophischen Publikum verleumden, die wirklich einmal versuchen, sich Steiner gegenüber so zu stellen, wie es eines freien Geistes würdig und angemessen ist.

Und auch unabhängig von der SKA, einfach im Sinne der Selbsterkenntnis, täte es vielen Anthroposophen sicher gut, sich einmal diese Frage zu stellen: inwiefern sie Steiner wirklich so gegenüberstehen, wie es vom anthroposophischen Menschenbild her angemessen wäre, oder inwiefern sie Steinergläubige sind. Wie viele sehen hier nur den Splitter im Auge des Nichtanthroposophen, des Akademikers oder des Wissenschaftlers, ohne den Balken im eigenen Auge auch nur zu bemerken?

Etwas anderes als "Steinergläubigkeit" ist das "Vertrauen" gegenüber Steiner und seinen Texten, von dem das obige Zitat spricht. Das hat sicherlich seinen Ort und seine Berechtigung. Aber meiner Meinung nach nur da, wo man mit Steiners Texten meditativ und zu Zwecken der Erkenntnisschulung umgeht. Das scheint mir auch Steiners Verständnis gewesen zu sein. Man kann nicht "den ganzen Tag Hellseher sein", sondern nur in bestimmten Momenten, sagt er ja. Ebenso ist es wohl in seinem Sinne, den Steinerschen Texten nur in den Momenten kritiklos gegenüberzustehen, in denen man sich meditativ in sie vertieft, nicht aber "den ganzen Tag". Als bewusst geübter und künstlich hergestellter Ausnahmezustand hat das Vertrauen und die Hingabe an anthroposophische Texte seinen Ort; wie auch die Hingabe an andere religiöse Texte oder Werke der Kunst, aber solch reflektiertes methodisch-dosiertes Vertrauen ist grundlegend verschieden von unreflektierter únd pauschaler "Steinergläubigkeit".

Kommentare

  1. Das aller, aller Schönste an der Anthroposophie ist doch, dass sie so viele Kultur-/Wissenschaftsbereiche unter ihrem Dach zu vereinen vermag - dann kann' s ja im Gebälk dieses Daches auch mal knirschen...
    Und manchmal befindet sich so ein Balken dieses mächtigen Daches auch direkt im oder vor dem Auge eines Hausbewohners...
    //
    Aber ich kann' s auch nochmal anders formulieren:
    In einer bestimmten Stube dieses Hauses arbeiten die Erkenntnistheoretiker - verständlicherweise wollen die nicht einfach nur schlucken, was Steiner gesagt hat - sie fordern beweisende Betrachtungen.
    Im Gemüsegarten ist es für den Gärtner an der Zeit, nach Steiners Angaben sein mistgefülltes Kuhorn zu vergraben. So richtig verstanden hat der Gärtner das noch nicht mit dem Kuhorn, aber er weiss, dass seine Ernte nicht wartet, bis er den endgültigen Beweis für die Sinnhaftigkeit des Misthorns entwickelt hat - darum handelt er zunächst aus dem Glauben an die Richtigkeit von Steiners 'Offenbarungen'.
    //
    Wenn zwischen diesen Herangehensweisen keine Kooexistenz zu finden ist, dann knirscht es immer stärker im Gebälk...
    //
    Die Betonung liegt dabei im 'Vertrauen als Ausgangspunkt'...
    Der Erkenntnistheorektiker sollte sich nicht über die Arbeitsmaximen des Gärtners ärgern und der Gärtner sollte nicht glauben, dass die 'kritische' Betrachtung des Erkenntnistheoretikers seine Möhren am wachsen hindert.


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    1. @Stephan

      "Die Betonung liegt dabei im 'Vertrauen als Ausgangspunkt'...
      Der Erkenntnistheorektiker sollte sich nicht über die Arbeitsmaximen des Gärtners ärgern und der Gärtner sollte nicht glauben, dass die 'kritische' Betrachtung des Erkenntnistheoretikers seine Möhren am wachsen hindert."

      Unterschreibe ich gerne :-)

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    2. Dito :-)
      (..überall macht es "aber", im gnomenreich am füße der möhrenwurzelwelt, wo das mineralische ins biologische übergeht :-)) ... "oh mensch, differenziere und respektiere".. und da wuseln sie, die aber-männlein) .. dennoch: Dito!
      m.butty

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    3. Zum Beichpiel Homöopathische Verreibungen, Verdünnungen, Veraschungen, und die speziellen Verwitterungen im Tierorganen, wo macht man da Wirkungen fest? Schmeckt Gemüse wirklich besser nach dem Kuhhornmist, das Obst und Baum aromatischer und gesünder nach dem Hornkiesel? Oft ist schon aus wirtschaftlichen Gründen in Betrieben wenig Zeit, dem nachzuspüren (was nicht als Kritik an den Bio-Höfen, sondern höchstens als Kritik an der Realität gemeint sein könnte :-)) ...)
      Gut, das Migräne-Präparat der Weleda war ein echtes Wundermittel, das half sogar Leuten, die nicht an Homöopathie glaubten, aber nicht wußten, das das nur Milchzucker mit einer Verreibung aus Kiesel, einem Hauch Wein neuerdings, etwas Eisensulfid-Zucker ist, in real besehn, biochemisch "unwirksamen" Mengen.
      Wie hätte die Ernte ausgesehn, ohne Hörner-Präparate und den fünf ätherisch/astralen Kompost-"Gewürzen"? Wäre die Grippe genau so verlaufen ohne den höher potenzierten Wasserhanf im Grippepräparat? Das weiß man nicht. Homöopathie kann man nicht beweisen, nicht im Garten, nicht auf dem Acker, nicht am Tier oder Menschen.
      Ich selber meinte öfter, etwas zu spüren. Das die etwas geschieht, feinstofflich. Was veranschaulichen Kristallisationsbilder? Den Glauben desjenigen, der sie anfertigt und mit seiner Atmo beeinflußt? Oder doch die Homöopathie im Präparat, die das Kristallisationsbild "sichtbar" machen soll, .. fast schon selber wieder mehr ..Orakel, den real-wissenschaftliche (physikalische, chemische, biochemische) Methode...
      Auch da sind unzählige Fragen einfach offen. Denn die Wirkungen solcher Dinge wie Akupunktur, Handauflegen (Liebdrücken objektiv), Homöopathie, Hornpräparate, Kompost-Würzen und Spagyrische Kompositionen sind ... nicht ... "wissenschaftlicher" Natur. Denn es sind nicht wiederholbar, was sie "wirken". Auch die Homöopathie der Hostie des christlichen Abendmahls, denn da kann eine Wirkung geschehen, ist kaum greifbar! Schon sind wir in den Sphären des Gebets, und fast schon auf relljösem Boden. Nur ist nirgends eine Kirche oder religiöse Ordnung und Hierarchie in Sicht. Jeder darf segnen, hornkieseln, hornmisten, oder verschütteln, verreiben, veraschen... selbst wenn die offizielle Homöopathie für nutzlos erklärt würde und verboten. In Herstellung und im öffentlichen Weiterempfehlen. Stefan Birkholz spricht weiter unten von Urängsten, von Existenz-Ängsten. Gerade hinsichtlich der Gesundheit und der Wahl der Therapien und der Versuche, gesund zu bleiben usw. läßt sich die Kluft zwischen biologischer "materialistischer" (seufz, dieses Wort! ;-), nicht?) Wissenschaft (Schulmeduzin) und "alternativer" (andersgeborener) Heilmethode deutlich spüren. Auf "Psiram" kann man Lieder von singen hören, und wer sich ein wenig umgesehn hat, lernt "Psiram" lieben, auch wenn dort alles, alles, was nicht physikalisch und positivistisch und biochemisch eindeutig verifizierbar ist, für "Obskurantismus" benöckert wird, und auch Steiner ... Aber "Psiram" hat eine Aufgabe, und wird ihr gerecht. Es nützt, diese Sichtweise zu befragen, skeptisch zu sein. Auch wenn es nicht immer den letzte Schluß sein kann.. (.."Wie ich lernte, Psiram zu lieben!" Wäre ein Filmtitel wert, siehe der Film Mond-Verschwörung)
      m.butty

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  2. Völlig einverstanden. Mit den Praktikern habe ich es als Ideengeschichtler überhaupt nicht zu tun. Und ich würde auch sagen: wenn der Gärtner seinen Kuhmist vergräbt, weil er durch die Erfahrung feststellt hat, dass seine Tomaten bei Einsatz des so hergestellten Präparats besser wachsen und leckerer schmecken, dann geht er wissenschaftlich vor, basierend auf einer experimentell verifizierten Hypothese.

    Meine Bemerkungen beziehen sich nur auf die schreibenden Anthroposophen, und auch nur auf jene, die meinen, aufgrund von ein bischen Steinerlektüre über die Arbeit des Akademikers und Wissenschaftlers urteilen zu können, ja ihnen geistig voraus zu sein, obwohl sie in Wirklichkeit noch nicht einmal in der Aufklärung angekommen sind. Die Gläubige und Epigonen sind und sich für selbständige und originelle Denker halten. Die bereits zu wissen glauben, dass Kant ungesund ist und Fichte ein extremer Spiritualist war und dass Spinoza ein Freiheitsgegner war und dass Hegel den Begriff als das Erste setzte und dass Schopenhauer sich selbst widersprach und, und, und (denn so stehts ja beim Doktor) - ohne diese Denker je selbst verstanden oder auch nur gelesen zu haben. Die meinen, durch die Lektüre von ein paar steinerschen Pauschalurteilen sich der abendländischen Geistesgeschichte bemächtigt zu haben glauben, diese aber in Wirklichkeit einfach übersprungen bzw. sich auf Steiners Flügeln darüber hinweg haben tragen lassen.

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    1. Lieber Christian,

      damit bin auch ich völlig einverstanden (:-) wie oft hab ich schon versucht - manchmal sogar mit Erfolg! -, eine Lanze zu brechen für Kant oder Descartes oder oder oder... in manchen Fällen kann man dazu ja sogar auch den Herrn Doktor zitieren, wenn's denn unbedingt sein muß; das macht die Sache natürlich leichter ;-)).

      Was Deine Frage bezüglich meiner Frage im anderen thread betrifft: darauf antworte ich Dir noch.

      Einstweilen komm ich kaum dazu, alles zu lesen...

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    2. Es ist eben auch eine der schönsten Errungenschaften die Steiner ermöglichte, dass die isolierte Ideengeschichte wieder Anknüpfungspunkte an das praktische Leben fand.
      Vermutlich ist es unseraller größte Ur-Angst, dass die Verbindung zwischen Idee(engeschichte) und Lebenspraxis ganz verloren geht - das ist nämlich der Kulturtod.
      Nichts gegen Kant et. al - aber den Bogen zur realen Lebenspraxis konnten sie einfach nicht spannen - das it das Verdienst Steiners, dass er die philosophisch-erkenntnistheoretischen Wirren und Fragmente (Kraft und Stoff, Ich und Welt, Monismus & Dualismus) des deutschen Idealismus wieder zu einem kulturellen Fundament geführt hat.

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    3. Vor dem Hintergrund dieser Ur-Angst glaube ich auch die weit über einen Erkenntnistheoretischen Diskurs hinausgehenden Anfeindungen verstehen zu können - es geht um existentielle Fragen, um Existenzängste.

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    4. @Herrn Clement

      "Die meinen, durch die Lektüre von ein paar steinerschen Pauschalurteilen sich der abendländischen Geistesgeschichte bemächtigt zu haben glauben, diese aber in Wirklichkeit einfach übersprungen bzw. sich auf Steiners Flügeln darüber hinweg haben tragen lassen."

      Auch meine Rede schon seit Jahr und Tag, aber ändern wird man daran nicht viel, leider...Wenn ein Schopenhauer oder andere erst mal gebrandmarkt sind, dann meist für immer...wiederum ein Novalis wird hochgehalten (da Wiedergeburt des Täufers bzw. Elias), obwohl er durch und durch katholisch und royalistisch dachte und das sogar als Gesellschaftsmodell propagierte)...

      Widersprüchliches oder für ein selbst Befremdliches (aufgrund er eigenen Vorlieben und kultureller Herkunft), findet man doch in fast jedem Menschen; nur - kann ein Anthroposoph das auch mal ein wenig akzeptieren, schafft er es, Distanz und Unbefangenheit bezügl. einer Person zu bewahren oder möchte er lieber nur einige wenige vermeintlich Heilige und Unfehlbare haben bzw. sich-denken (bzw.sich auf Steiners Flügeln darüber hinweg tragen lassen) ?

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  3. Ein wenig erstaunt bin ich schon, dass Ch. Clement sich so über besagte schreibende Anthroposophen echauffiert und böse austeilt.
    Wenn er so von der Qualität seiner SKA überzeugt wäre, dass sie von ihm nach bestem Wissen und Gewissen verfasst wäre, ohne die Absicht, Steiner als Plagiator und Eklektiker (nicht gekennzeichnete Zitate und überwiegendes Verarbeiten fremden Geistesgute usw.) hinstellen zu wollen, dann könnte ihn die Kritik besagter Gegner völlig kalt lassen. Auf unsachliche Kritik reagiert man am besten möglichst sachlich und argumentativ nachvollziehbar.
    Bedauerlicherweise ist obiger Artikel durchaus nicht sehr sachlich und schon gar nicht nachvollziehbar, weil zu allgemein und pauschal formuliert, zudem noch von einer leichten, unterschwelligen Arroganz durchzogen.
    Archiatis Einwände und Kritik gegenüber der SKA bzw. an deren Einleitung (und somit auch gegenüber dem Verfasser) kann ich hingegen sehr wohl anhand von zitierten Textstellen und der sich darauf beziehenden Begründungen nachvollziehen.

    Merkwürdig ist für mich auch, dass ich aus all den Postings von Ch. Clement, keine klare und eindeutige Haltung gegenüber Steiners Aussagen und Schriften habe herauslesen können und vor allem auch nicht habe erkennen können, warum er sich soviel Mühe mit einem unsauber zitierenden und abschreibenden Esoteriker macht.
    Und außerdem steht eine fundamentale Aussage Steiners unübersehbar in der Welt, nämlich das, was er in aller Klarheit zu seinen Geisteswissenschaftlichen Untersuchungen selber ausgeführt hat
    (siehe hier).

    Dazu sollte zumindest jemand, der sich die Mühe einer SKA-Ausgabe macht, eine eindeutige Meinung haben. Und ich denke, dass diese Meinung unausgesprochen in besagter Einleitung zum Bd. 5 der SKA zumindest indirekt zum Ausdruck kommt und von Archiati ziemlich deutlich herausgestellt worden ist.

    Ich werde mich aber gerne eines Besseren belehren lassen, wenn ich diese Einleitung einmal als Ganzes zusammenhängend werde lesen können und sich herausstellen sollte, dass eigentlich alles ganz anders zu verstehen ist, als Archiati es interpretiert hat.

    hr

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  4. Lieber Christian,

    Du sagst:

    „Wogegen ich mich wende ist die Tatsache, dass meine Arbeit mit der SKA vielfach von Anthroposophen in Frage gestellt wird, die sich aufgrund ihrer anthroposophischen Ausrichtung für kritische freie Denker halten (immerhin hat Steiner eine "Philosophie der Freiheit" geschrieben), in Wirklichkeit aber Steiner und der Anthroposophie eben nicht so frei gegenüberstehen, wie sie meinen - und wie es der Freiheitsphilosophie Steiners oder auch nur den allgemeinen Anforderungen an ein kritisches Denken gemäß wäre.“

    Ich kann nirgends sehen, wieso diejenigen, die Du deinerseits im Blick hast, indem Du deinen obigen Satz formulierst, wieso die deine Texte anders lesen können sollten, denn eben in der ihnen gewohnten Lesart, in der sie eben auch Texte von Steiner zu lesen gewohnt sind.

    Daher sehe auch keinen Anlass, sich mit solchen Lesern zu befassen. Aber, genau das kann doch eine Frage aufwerfen. Eben diejenige, die Du selbst, im obigen Text, stellst.

    Christian: „Inwiefern sie Steiner wirklich so gegenüberstehen, ( könnten – B. ) wie es vom anthroposophischen Menschenbild her angemessen wäre, oder inwiefern sie Steinergläubige sind?“

    Christian, oben sagst Du: „Wogegen ich mich wende....“. Wo lag deine Wende? Welche lebenden wie toten Menschen konnten dir dermaßen leuchtend begegnen, das dabei dein „innerer Leuchtkörper“ freigelegt wurde?

    Wieso die letzte Frage? Ich sehe wiederum nirgends, das jemand, einfach so, damit beginnen wollte, seine gewohnte Lesart in Frage zu stellen. Selbst bei einem „Steinergläubigen“ nicht. Für seine Theosophie hat Steiner das doch mehr denn deutlich angemerkt, nahezu eingefordert. Dennoch wurde das Buch zuhauf so gelesen , wie man ansonsten andere Bücher liest.

    Selbst ein Karl Ballmer konnte mir, in seinem Schriftwerk, meine Frage nach „seiner“ Wende nicht anders beantworten denn so: Ich kenne mich, solang ich mich kenne, mit einer mir gewissen Grundintuition, die mich leitete in meinen Steinerstudien.

    Für eines deiner Vorbilder – Karen Swassjan – gilt: Karl Ballmer war ihn so ein „Freileger.“ Wie kommt man denn eigentlich zu Ballmer?

    Erstens seitens von Hans Gessner. Der war mit Ballmer jahrelang befreundet und lebte mit ihm in nächstmöglichster Nähe. Zweitens seitens von Sigurd Böhm, der mit Gessner befreundet war und in Böhm, für Ballmer, Begeisterung entfachen konnte. S. Böhm wiederum wies stets, in seinem „Studienkreis für Menschenkunde und Sozialpädagogik“, auf Ballmer, als einen herausragenden „Steinerversteher“, hin. In diesem Studienkreis befand sich auch Rüdiger Blankertz. Der wiederum ist mit K. Swassjan befreundet. U.s.w.u.s.f.

    All diejenigen, die ich kennen lernen konnte, die wollten, aus einem, in ihnen „bereits veranlagten“ Grunde heraus, so mit Steinertexten arbeiten, dass sie Steiner zunehmend anders verstehen lernen denn in der Art, wie so ein Verständnis in ihrem Umfeld ihnen entgegenstand.

    Ballmer selbst wiederum sagte: Es sei Gnade, Steiner anders lesen zu können. Bitte, was ist das? Gnade.

    ~ B.


































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    1. "Erstens seitens von Hans Gessner. Der war mit Ballmer jahrelang befreundet und lebte mit ihm in nächstmöglichster Nähe. Zweitens seitens von Sigurd Böhm, der mit Gessner befreundet war und in Böhm, für Ballmer, Begeisterung entfachen konnte. S. Böhm wiederum wies stets, in seinem „Studienkreis für Menschenkunde und Sozialpädagogik“, auf Ballmer, als einen herausragenden „Steinerversteher“, hin. In diesem Studienkreis befand sich auch Rüdiger Blankertz. Der wiederum ist mit K. Swassjan befreundet. U.s.w.u.s.f. "

      Danke für das Aufzeigen der pesönlichen Verbindungen.

      Allgemein:
      Mir werden dadurch die (noch vertraulichen) Texte von Andreas Delor verständlicher.

      Es entsteht in mir die Erinnerung, wie einst ein Herr Grauer von Info3 als "Philosoph" vogestellt wurde und siehe da, ab da hatte die Welt einen neuen Philosophen. Anders herum angeschaut, könnte es sein, die ganze AAG besteht aus "geistiger Inzucht", da sich gegenseitig aufs sprichwörtliche Schild gehoben wird und wieder gestürzt und jeweils Menschenmassen (übertrieben) die blinden Anhänger bilden und los geht die lustige geistige Keilerei im Verstehen um und mit Steiner, der ARME, der sich vielleicht grämt, was er da angerichet hat.

      Nun, mit diesem Satz von Herrn Clement gibt es Schwierigkeiten:

      ".......wie es eines freien Geistes würdig und angemessen ist."

      Der Satz tönt wie von einem Philosophiestudenten und passt nicht (hierher).


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    2. ".......wie es eines freien Geistes würdig und angemessen ist."
      "Der Satz tönt wie von einem Philosophiestudenten und passt nicht (hierher)"

      Überschätzen Sie mein Alter nicht, Herr Seeler. Ich bin zwar biologisch nicht mehr 25, aber akademisch gesehen bin ich nicht viel "älter" als Rudolf Steiner während seiner Arbeit an der GKA (Goethe. Kritische Ausgabe). [Wie stehen eigentlich die Verkünder der "Einsargung" Rudolf Steiners durch die SKA dazu, dass Steiner mehr als zehn Jahre an der "Einsargung" Goethes mitgearbeitet hat?]

      Zu meinem in der Tat in dieser Kürze unpassenden Satz: Wie wäre es mit "... wie es einem nach dem Ideal geistiger Freiheit strebenden Menschen angemessen ist" oder "wie es einer Menschengemeinschaft, die ständig die "Philosophie der Freiheit" auf den Lippen trägt, angemessen wäre".

      Was hielten Sie davon, wenn ich Sie bäte, in den Kreis der Vorableser meiner nächsten Einleitung einzuladen? So sensible Leser wünscht man sich.

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  5. Lieber hr, ich weiss nicht, ob Sie schon mal ein Buch veröffentlicht haben. Wenn, dann verstehen Sie sicher, dass ein Autor sich nicht über diejenigen Kritiker ärgert, welche die eigenen Intentionen deutlich benennen, sondern über die, welche einen mißverstehen oder bewusst falsch darstellen. Wenn es wirklich meine Absicht in der SKA wäre, Steiner als "Plagiator" und "Eklektiker" abzuqualifizieren, würde ich mich dann nicht freuen, dass meine Einleitung genau so verstanden wird? Nein, ich ärgere mich darüber, dass in meinem Text lediglich Fakten über Steiners Zitier- und Arbeitsweise dargestellt werden, und gewisse "Kritiker" die Sache dann so darstellen, als wollte ich Steiner etwas Übles. Ob er ein Plagiator war, oder nur unsauber gearbeitet hat, oder ob er als Eingeweihter über den Dingen stand, oder ob die ganze wissenschaftliche Akribie sowieso albern ist - das alles sind Urteile, die ich dem Leser überlasse. Ich dokumentiere nur Fakten: "hier hat Steiner zitiert, hier hat er paraphrasiert, hier bringt er wörtlich DePrel, ohne es zu markieren" usw. usw.

    Zu meiner Arroganz habe ich mich ja nun schon mehrfach bekannt. Man möge aber doch meine Arbeit bitte nach ihrer inhaltlichen Stichhaltigkeit beurteilen, nicht nach meinen moralischen Schwächen.

    Sie können Archiatis Kritik anhand der von ihm zitierten Passagen aus der SKA nachvollziehen? Na sowas! Vielleicht liegt das daran, dass diese Zitate so herausgepickt, arrangiert und manipuliert worden sind, dass sie Archiatis Unterstellungen beweisen sollen? Nur so ein Gedanke ... Ich kann Ihnen da nur das Selberlesen der gesamten Einleitung ans Herz legen. Und, als kleinen Einstieg in die Wurmstichigkeit von Archiatis Argumentation, vielleicht diesen Artikel von Friedrich Greub

    Wenn Sie mit der Lektüre durch sind, kommen Sie doch bitte gern wieder her und legen Sie mir diejenigen Kritikpunkte Archiatis vor, die Ihrer Meinung nach sachlich berechtigt sind. Mag ja sein, dass in seinen über 60 Seiten voller Polemik gegen ein reines Phantasieprodukt auch das eine oder andere steht, was tatsächlich auf die SKA zutrifft. Ich habe (neben den bereits öffentlich zugestandenen Fehlern) nichts gefunden, was einer sachlichen Prüfung standhält, lasse mich aber im Interesse einer Verbesserung kommender Auflagen gern belehren.

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    1. ..also eine reine schrittweise Dokumentation und Recherche-Arbeit, die nichts will, außer veranschaulichen, und helfen, deutlicher sichtbar zu machen, rekonstruierbar zu machen, wie Steiner arbeitete, verarbeitete und wie er es niederlegte, mal so, mal so, wird zur, ich sag mal... "Destruktion von Steiners Schrifttum" um-interpretiert. Das ist alles. So wie ich jetzt immer mehr mitverstehe, ist das im Prinzip alles. mmmh..
      :-/ ..
      m.butty

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    2. ..und im engeren Sinne geht es dabei um eine Art von ...Bewertung (?) .. kann man wohl so sagen, - von Steiners "esoterischen Mittelungen". Und wie man sich zu Steiners "geistiger Wahrnehmung" verhält, sie hinnehmend und sie -erstmal - auf sich beruhen lassend, oder sie als Medium "ehrfürchtigen Erschauderns" (so sag ich mal) zu nehmen, - da liegt dann der "Zündfunke" der Mißverständnisse und Aufregungen..
      m.butty

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    3. Lieber Mischa,

      sehr wahrscheinlich ist es ja auch so, dass es da gar nichts "umzuinterpretieren" gibt, dass es sich sozusagen von ganz alleine ergibt. Dass jeder, der sich Steiner als Nichtanthroposoph nähert ohne jemals Anthroposoph zu werden, ihm als denkend und analysierend bleibender Mensch gegenübertritt, es also schafft sich der Vereinnahmung zu entziehen, nicht der von ihm ausstrahlenden Religion zu verfallen, gar nicht anders kann als ihn (Steiner) so quasi ganz automatisch, unwillentlich und nebenbei zu zerlegen.
      Nicht weil derjenige das wirklich will, sondern weil es die Steinergläubigen das Ergebnis seiner Arbeit betrachtend, so empfinden. Und das liegt dann eben nicht am Willen derjeniger, die sich derart mit Steiner beschäftigen, sondern an den Inhalten und der Machart der steinerschen Hinterlassenschaften selbst, sowie natürlich auch an der Geistesverfassung der Steinergläubigen.

      Es ist auch nicht das bewusste "am offenen Anthroposophen-Herzen operieren wollen", als das es zuweilen fälschlich dargestellt oder empfunden wird. Es ist vielmehr eine besondere Art der Herausforderung, der sich zu entziehen für einige wenige sich mindestens genauso schwierig gestaltet, als dem Bann der Steinerreligion zu widerstehen.

      Eine Steinerfaszination mit umgekehrtem Vorzeichen könnte man sie vielleicht nennen.

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    4. Steiner - zerlegen- , bloß weil man sich seinem Werk analytisch nähert, und dem nachgeht, und nachforscht, was sich darin aussprechen möchte?
      Das hast Du gesagt Rudolf, aber ich verstehe langsam Deinen Standpunkt, das ist der Deinige und Du stehst dazu, oft sarkastisch, dann aber doch immer mal mit Höflichkeit und auch etwas Mitgefühl.
      ...was mich, obwohl ich es als bald älterer Herr längst besser wissen müßte, immer wieder schmerzlich schockiert, ist, daß ein Mangel an Subalternität gegenüber einer kollektiven Strömung, ein Herausgehen einer Individualität aus einem dumpfwarmen Trott Empörung selbst da hervorruft, wo die Einsicht zunimmt, daß alles mit freundlichen und kommunizierbaren Dingen zugeht. Es muß mit den Strukturmustern dessen zusammenhängen, was Macht genannt wird. Man müßte schon in der Schule Aufklärungsunterricht machen, - eindringlich - was Machtmuster mit Gemeinschaften und deren erkorenen Meinungsführern machen, und wie man sich gegenüber einer solchen Krake würdevoll verhält. Das, was ein solches kollektives Muster, wo es seine Leitbilder verletzt zu sehn glaubt, verletzt sieht, als Arroganz bezeichnet, ist in Wahrheit Würde. Sie zu bewahren, das ist ein Teil eines Schulungsweges, eigentlich auch gerade des praktischen anthroposophschen Schulungsweges. Somit kann man Menschen, die ihre Würde zu retten wissen danken. Für den Ansporn, ja für das Vorbild. Würde bewahren in mannigfaltigen Angriffssituationen, gegenüber vielfältigen Strategien der Provokation, Vernebelung, Blendung, argumentativer Verwirrung, - jeder Arm einer Gruppe will seine individuelle Intriganz der Verteidigung des verletzten Hörigkeits-Suggestivs unter Beweis stellen, um von der jeweiligen Inquisitions-Kommission geehrt zu werden. Das ist einfach Politik, der geistige Kampf. Letztendlich löst jemand, der schlicht seinen Weg geht, in Würde, auch immer etwas in mir. Ich habe Gelegenheit, an diesen und jenen menschlichen Reaktionen zu beobachten, wie ich bitte schön nie sein will. Und habe diesen Respekt, zu beobachten, wie auch ich es, in meinen Umständen, falls mal wieder eine solche Lage einträte, selber würdevoller gestalten könnte, freilich auf meine Art, aber eben aufrecht. Aber das (klopf klopf, klopf) war nicht als Lob gemeint. Es ist alles nicht einfach im Leben, was manchmal ausgestanden werden muß ;-)
      m.butty

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    5. "Das ist einfach Politik, der geistige Kampf."
      ...wenn' s ein geistiger Kampf wäre - allenfalls Seelensümpfe.

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    6. Politik ist immer die gesamte Landschaft, Sümpfe, weite sehnende Horizonte, saubere und verschmutzte Strände, vollendete Mündungen, saubere Quellen, vergiftete Flüsse, klare Gipfel und gerodete Wälder, Skipisten und Lawinen, stille Lichtungen und verschlungene Pfade im Gehölz, Monokulturen, soweit das Auge reicht um Inselchen mühsam sich haltender Bio-Gehöfte usw. Die Welt ist schlecht! Das Leben ..schön! Laß uns ab und an guten Mutes sein, Stephan! Vielleicht sollte man alles als ein Abenteuer sehn. Nimm ein Allgemein-Plätzchen, knusprig: "Der Leib ist nicht das Grab der Seele, sondern ein Abenteuer des Bewußtseins!" gebacken von Arnold Keyserling (dem Sohn vom Hermann K.) Mir gefällt der Spruch, wegen dem "Abenteuer".. ;-))
      m.butty
      m.butty

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    7. Mir gings tatsächlich um die Unterscheidung Geist/Seele.
      Ich habe oft nicht den Eindruck, dass der Geist nicht richtig erfasst werden könnte, sondern dass er die 'Seelenmassen' nicht mitzunehmen vermag.
      Man sieht ja hier, wie es sehr oft um Stimmungen und weniger um Inhalte geht oder wie die Inhalte unter einer bestimmten Seelenstimmung falsch verstanden werden.

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    8. Für mich war der Begriff "Seele" dem Begriff "Geist" stets nah. Beide, Geist und Seele müssen kommunizieren können, dann entsteht Einsicht und Versöhnung, und es gibt Raum, Weite, Atem. "Pathos" hingegen empfinde ich als Kernschmelze... das gibt tüchtig "Masse" und zuviel der Erdenschwere.
      m.butty

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    9. "Steiner - zerlegen- , bloß weil man sich seinem Werk analytisch nähert, und dem nachgeht, und nachforscht, was sich darin aussprechen möchte?
      Das hast Du gesagt......"

      Eigentlich wollte ich damit sagen, dass sich im Grunde genommen Steiner jedem Menschen gegenüber, der sich nicht von den abstumpfenden und die Denkfähigkeit einschränkenden esotherischen Schalmeienklängen vereinnahmen lässt, selbst zerlegt!
      Ob ihm dies zu Lebzeiten selbst bewusst war, oder ob es es gar darauf anlegte, das steht in den Sternen.

      Deshalb kann es ausserhalb der anthroposophischen Community auch keine wahren Steinergegner geben.

      Seine wahren Gegner sind die Steinergläubigen selbst!
      Weil sie glauben, anstatt zu denken, indem sie "wissen", d.h. eigentlich glauben zu wissen, dass ihr "Wissen" kein Glaube ist. Ein statisches, eingesargtes "Wissen" eben, losgelöst von der stetigen Erneuerung durch aktives Denken und Leben, damit sich von möglicher Nutzbarmachung immer weiter entfernend!

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  6. Lieber hr,

    nochmal zu Archiati:
    Bei der Lektüre seines Anti-SKA-Buches wird deutlich, daß er in den Texten Christian Clements vor allem das „Negative“ sucht.
    Und da er offenbar nichts ausdrücklich „Negatives“ finden kann, bezieht er sich eben (wie er ja auch selber sagt!) auf Unausgesprochenes — das von Clement weder ausgesprochen wird noch gemeint ist, sondern das Archiati sich selber konstruiert, indem er einzelne Begriffe „aufspießt“ und sie in von ihm behauptete, im Text aber nicht auffindbare Zusammenhänge stellt.
    Gegen diese seine eigenen Konstruktionen zieht Archiati dann zu Felde… und natürlich erscheint das Lesern, die Clements Text entweder gar nicht oder ebenfalls mit „Harpune“ gelesen haben, schlüssig und nachvollziehbar.
    Ich finde das sehr bedauerlich.

    Und mich würde es sehr interessieren, was denn eigentlich gar so schrecklich daran sein soll, aufzuzeigen, daß und wie Rudolf Steiner „fremdes Geistesgut verarbeitet“ hat.

    Ausgerechnet Rudolf Steiner, der „Monist“, der wie kaum ein anderer herausgearbeitet hat, was der Mensch dem Mineral-, dem Pflanzen- und dem Tierreich verdankt und daß er ohne diese Reiche nicht sein könnte - - - ausgerechnet er sollte von dem, was andere Menschen im Laufe der Jahrhunderte hervorgebracht haben, vollkommen unabhängig sein?

    Im Gegenteil: Steiner selbst spricht doch immer wieder davon, anderen Menschen viel zu verdanken, nicht nur Zeitgenossen wie Karl Julius Schröer oder »meiner hochgeschätzten Freundin Rosa Mayreder in Wien«, der, bzw den »anregenden Gesprächen« mit ihr, er »die Stimmung zum letzten Abrunden manches Gedankens meiner vorläufig … keimartig skizzierten «Freiheitsphilosophie» … verdanke«, sondern auch dem Geometriebuch, das ihm der Hilfslehrer in der Neudörfler Schule lieh, dem »kopernikanischen Weltsystem«, das der Neudörfler Pfarrer ihm anhand einer Zeichnung erklärte…
    Und wäre es nicht höchst verwunderlich, wenn seine intensiven Auseinandersetzungen mit Nietzsche oder Goethe oder den vielen anderen Autoren, deren Schriften sich in seiner Bibliothek fanden, für seine eigene geistige Entwicklung ganz ohne Folgen geblieben wären?

    Wirklich, dieses Argument der „Gegner“ der SKA ist mir ein Rätsel.

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  7. "Die kritische Edition der Schriften Rudolf Steiners... ......werden in ihrer Textentwicklung durch die verschiedenen Neubearbeitungen hindurch verfolgt, im Rahmen von Steiners intellektueller Biographie kontextualisiert" -Rudolf Steiner Verlag

    Die verschiedenen Standpunkte der Kommentatoren und des Autors werden im Lichte obiger Aussage nun verständlich. Verlag und Autor schränken ihre Arbeit ein. Es ist davon auszugehen, der Begriff "intellektueller Biographie" wurde zwischen den beiden Verlagen und mit dem Autor abgestimmt, da die Bände auf der website offiziell vorgestellt werden.

    Der nun offen ersichtliche Hinweis auf die intellektuelle Betrachtungsweise schränkt von vorneherein jegliche esoterische Betrachtung aus und amputiert jegliches Verstehen Rudolf Steiners hinsichtlich seiner esoterischen Wirkensweise. Wenn Steiner z.B. auf Beerdigungen unmittelbar in Verbindung mit verstorbenen Persönlichkeiten tritt und aus deren Seelengrund zu den Trauernden spricht, dann ist unerheblich, wie "intellektuell" Wissenschaft die schriftlichen Texte Rudolf Steiners aus der Sicht der exoterischen Wissenschaft zu verstehen versucht, sie wird hier Steiner nur beschränkt beleuchten, als Person. Deswegen ist auch nicht nachvollziehbar, wie der Autor sich vorstellte, in allen Waldorfschulen steht ein Exemplar der "Kritischen Ausgabe", soz. zum Nachschlagen für die Walddorflehrer, als könnte aus diesem wissenschaftlich-intellektuellen Werke irgend etwas Wesentliches für die Waldorfpädagogik gewonnen werden. Diese intellektuelle Annahme der Verwendung der wissenschaftlichen Ausgabe lässt die Frage auftauchen, mit welcher Vorstellung ging der Autor ans Werk, wenn er als Ziell eine realitätsferne Ansicht über die Verbreitung seines Werkes "hier" öffentlich bekennt. Will ein Autor "so" sein Werk verbreiten, dann hätte nie "Kritische Ausgabe" entstehen dürfen, denn bloße Psychologie sagt, kein Anthroposoph stellt sich freiwillig neben seine "geliebten" Steiner-Bücher (welche er mit Vertrauen liest) eine "Kritisch-intellektuelle Ausgabe" ins Regal. "Textkritisch" wäre psychologisch besser, weil es das "intellektuell" erahnen lässt und damit für jeden Waldorflehrer nur problematisch, damit auch in Waldorfschulen nichts verloren hat, weil es doch klar ist, Steiner lässt sich intellektuell nicht erfassen, es ist nur ein herumdoktern an Wortleichen, welche nur einen neuen Leichnam gebären, mehr nicht. Viel Spaß dabei.
    Inwieweit das Werk von Herrn Clement ein intellektueller Genuß ist, bleibt offen und sicherlich hat er interessante Wort-Unter-Leichen gefunden, deren Aufdeckung auch eine intellektuelle Berechtigung besitzen und sogar dem Esoteriker neues Verständnis für das Gesamtwerk Steiners, dem Verstehen der Person Steiners, ermöglichen, jedoch für die spirituelle Bedeutung Steiners keinerlei Wert haben, sei das Gesamturteil negativ oder positiv zu Steiners esoterischem Wirken.

    Zufällig fand sich gestern in Regensburg „Über den Menschen hinaus – Leben und Werk von Sri Aurobindo und Mutter“ von Georges van Vrekhem. Es erschien 1995 auf holländisch und dieses Jahr in Deutsch. Ich fand gestern in dem Buch Hinweise zu Hitler, welche ich bei Steiner bereits las, die die Dramatik um Hitler, der Welt verständlicher machen. Es sind solch dramatische Hinweise, welche indirekt aufzeigen, „intellektuell“ lässt sich weder Rudolf Steiner, Sri Aurobindo, noch Hitler, das Drama um und mit dem deutschen Volk verstehen.
    Der Steiner, der unmittelbar mit Verstorbenen während einer Beerdigung kommunizierte, lässt sich nicht intellektuell fassen. So wie die Bibel intellektuell gelesen hohl, leer widersprüchlich ist, damit auch „Christus“, warum soll es „Steiner“ nicht anders ergehen, intellektuell gesehen.
    Insofern ist das Werk SKA wertvoll.

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  8. Lieber Herr Seler: war das jetzt ernst gemeint oder ist das eine bittere Satire auf die anthroposophischen Freunde?

    Ich bin immer wieder erschüttert, wie in anthroposophischen Diskussionen der Intellekt und die kritische Wissenschaft herabgewürdigt und mit Füßen getreten werden. Als gäbe es irgendein Wissen und Verstehen, welches ohne ihn auskommen könnte. Als hätten sinnliche oder übersinnliche Wahrnehmungen, Offenbarungen, Visionen, Imaginationen irgendeinen Erkenntniswert, wenn sie nicht vom Intellekt denkend durchdrungen würden.

    "Hier wird der Geist dir wohl dressiert
    In Span'sche Stiefel eigeschnürt."

    So singen die Anthroposophen nun schon seit 100 Jahren das Lied des Mephistopheles über den menschlichen Verstand, mit dem dieser die Seele des Baccalaureus einlullen wollte, und vergessen völlig, was der Lügengeist zu sich selber spricht, wenn niemand sonst auf der Bühne ist:

    "Verachte nur Vernunft und Wissenschaft
    Des Menschen allerhöchste Kraft
    So hab ich dich schon unbedingt.
    Laß nur in Blend- und Zauberwerken
    Dich von dem Lügengeist bestärken,
    So hab' ich dich schon unbedingt"

    Was wäre denn die ganze Flut von Imaginationen und Inspirationen Rudolf Steiners wert, wenn sie nicht sein Intellekt zusammengeschaut, interpretiert, struktieriert, gedeutet, auf die Wirklichkeit angewendet hätte? Eine Riesensammlung bloßer Einbildungen und Halluzinationen, die das Papier nicht wert wären, auf dem sie stehen und die als gemeingefährlich (Stichwort: übergeschnappte Anthroposophen) hinter verschlossene Türen gehörte mit der Aufschrift: "Vorsicht!. Nicht an Menschen ohne gesunden Menschenverstand verabreichen".

    Möglich, dass dieses peinliche Spektakel Steiner selbst angekreidet werden muss. War es nicht er, der durch seine Klassifizierung der kantischen Philosophie als krankhaft und krankmachend Generationen von Anthroposophen davon abgehalten hat, das zu tun, was er selbst (offenbar ohne Schaden an der Hellseher-Seele zu nehmen) schon als Schuljunge tat und davon für immer geprägt wurde: nämlich mal Kant im Original zu lesen? Und würde man in Anthroposophistan das auch mal tun und würde dadurch bekannt, dass es neben dem VERSTAND auch eine VERNUNFT gibt, und würde man weiter sehen, wie Kants Nachfolger diese Vernunft durch rein intellektuelle Tätigkeit zum übersinnlichen Wahrnehmungsorgan entwickelten; und würde man ferner erkennen, dass es ohne die intellektuelle eines Kant, Fichte und Schelling keine Anthroposophie gegeben hätte - dann würde das unselige Geschwafel von der "Unzulänglichkeit des Intellekts" vielleicht irgendwann mal aufhören. Das ist nicht nur voraufklärerisch, das ist antiaufklärerisch.

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    1. Nichts in der Welt ist durch Intellekt zu erklären aber er ist wunderbar dazu geeignet, sich zurechtzufinden und sich zu orientieren um nicht ins Bodenlose abzustürzen.
      Auch Steiner hat sich ja durchgehend rationalistischer Erklärungsmuster bedient um Zusammenhänge aufzuzeigen (das ist weil und darum, wenn/dann...).
      Intellekt ist ja auch geeignet (und teils sogar notwendig), um die Wege zur spirituellen
      Erkenntnis aufzusuchen...
      Die Frage ist also, wo fängt der verderbliche, tote Intellekt an?

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    2. ...und ab welchem Punkt ist es an der Zeit ihn loszulassen und wieder aufzulösen.

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    3. Wie würden Sie denn den Inhalt von Märchen werten, Herr Clement?

      Würden Sie behaupten, dass Märchen (oder Geschichten) erst einen Sinn haben, wenn sie intellektuell aufgearbeitet sind oder könnte es nicht sein, dass sie (auch Erwachsenen) Botschaften
      und Weisheiten vermitteln die unmittelbar aus dem Anschaulichen übernommen werden können.

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    4. Lieber Herr Clement,

      Sie haben vollkommen recht, nicht weil Steiner selbst davon sprach, da mag ein Mensch ein großes hellseherisches Bild haben und es kann sein, erst ein Mensch mit Intellekt hilft ihm, das Geschaute zu verstehen. Also ohne Intellekt geht es nicht.
      Nun ist Ihre Verallgemeinerung problematisch, was ist schon ein "Anthroposoph", wenn sie von den Anthroposophen schreiben, die Sie nun mehr oder weniger alle in einen Topf werfen, als würden Sie die Überschau nun haben, wie und warum das mit der Schublade "Anthroposophen" nicht so richtig funktioniert, ach hätten sie nur Kant gelesen wie der junge Steiner.
      Der Intellekt ist wunderbar, sich gedanklich auszutauschen. Nehmen wir Steiner, so sagte er, bestimmte Dinge, welche er innerlich erfuhr, erlebte, wahrnahm, könne er noch nicht in Worten mitteilen, weil es das Wort dafür noch nicht gäbe. So sieht Jeder, der nicht das Wort im Worte verdreht, warum in der Gegenwart eine natürliche Beschränkung des Intellektes vorliegt. Mein Intellekt erfasste die Verwendung "intellektuelle Biographie". Nun ist die Frage gibt es eine solche, wenn ja, sollen diese Worte auf etwas hinweisen, etwas beschränken, etwas erklären.
      Also der Intellekt ist unsere gegenwärtige menschliche Gedankenleistung, wobei nun meine persönliche Erfahrung ist, diese intellektuelle Leistung entsteht durch gedankliche Begegnung der Menschen, ist also gar nicht so sehr persönliche Leistung an sich. - Nun muß ich mich manchmal tastend übend, denn tatsächlich ergibt sich, der Hinweis Steiners trifft zu, die Geschichte der Menschheit kann innerlich erst ab dem 64. Lebensjahr erfasst werden. Steiner tätigte diesen Hinweis, bevor er dieses Alter erreichte, kann sein, deswegen eine gewisse Zersplittertheit seines gesamten Impulses, schaue gerade nach, er hatte nur drei Tage sein 64. Lebensjahr letztlich auf dem Kranken- und Todesbett erleben dürfen. Vielleicht hatte er da noch wesentliche Einsichten, als Hellseher, als Denker, die er Niemandem mitteilte.

      Ich bin dankbar den Text des Rudolf Steiner Verlages ("Nachlassverwaltung") gelesen zu haben. Der Text zeigt die Grenzen des "Intellektes" auf. Sie "verteufeln" ihn, dies geschieht nicht mit meinen Worten. Vielleicht bin ich etwas schärfer mit meinem Intellekt, da die Regensburger Psychiater mein persönliches Denken, den Intellekt, mit Psychopharmaka ändern wollten. Denken ist wohl die Verfügungsmasse des Staates, wird kontrolliert oder mit Hilfe von Symbolen vorgeprägt. Mein Intellekt fragt, wie kann Jemand die Vorstellung, Phantasie oder "Glauben" haben, wenn Rudolf Steiner mit "kritische Ausgabe" (seines schriftlichen Werkes) in Verbindung gebracht wird, dieser Titel würde außerhalb eines wissenschaftlichen Diskurses verstanden werden. Das hat nichts mit Intellekt, sondern Sprachgebrauch an der richtigen Stelle zu tun.
      Die "Nachlassverwaltung" gibt eben den Schlüssel, klärt auf:
      "...im Rahmen von Steiners intellektueller Biographie kontextualisiert und hinsichtlich ihrer Quellen und Bezüge umfassend transparent gemacht."
      Warum sollte Steiners Intellekt minderwertig sein, so wie Ihr Verdienst ist, intellektuell die Schriften Steiners zu durchleuchten. Das ist nun für jeden intellektuell nachzuvollziehen und

      das ist gut so.

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    5. Wahrscheinlich streiten wir uns hier um Worte, die bei verschiedenen Teilnehmern einen ganz anderen Sinn haben. Wenn ich sage "Intellekt", dann meine ich die grundlegende Tätigkeit des "Ich", durch welche das "Ich" sich selbst und alle seine Akte konstituiert und begleitet. Also den Satz "Ohne Intellekt geht es nicht" unterschreibe ich, denn ohne ihn gäbe es kein "Ich" - und somit auch kein wie auch immer sonst geartetes Erlebnis dieses Ich.

      Dieses Ich kann nun natürlich viele Dinge tun. Es kann mit Hilfe des Verstandes Begriffe miteinander verbinden oder dieselben analytisch auseinandernehmen. Es kann mithilfe der Vernunft Ideen ausbilden und erfassen, die über reine Verstandesbegriffe hinausgehen. Es kann vielleicht auch mittels Imagination, Inspiration und Intuition Erfahrungen machen, die über Verstand und Vernunft hinausgehen. Aber was auch immer ich erlebe; es bleibt ein Erlebnis meines "Ich", welches ohne jegliche intellektuelle Tätigkeit gar nicht da wäre. Mit anderen Worten: auch die sogenannte "höhere Erkenntnis" (wenn es eine solche denn gibt), muss zumindest teilweise immer auch intellektuelle Tätigkeit sein und kann gar nicht von ihr getrennt werden. Auch das meditative, kritik- und analysefreie Sich-Vertiefen in einen Steinertext oder einen Meditationstext ist intellektuelle Tätigkeit.

      Wenn nun (Bitte um Verzeihung für die Pauschalisierung, mir ist klar, dass es da Unterschiede gibt) anthroposophischerseits immer gegen die "Intellektualisierung" oder den "Intellekt" gewettert wird, hat man meiner Auffassung nach immer nur die kleinliche Erbsenzählerei im Auge, welche vom Verstand geleistet wird, also nur eine Funktion des Intellekts von vielen. Man verurteilt also gewissermaßen die ganze Familie der intellektuellen Leistungen des Menschen aufgrund der Natur eines einzigen Familienmitglieds. Und auch dessen Herabsetzung ist ungerechtfertigt; denn wer seinen Verstand nicht richtig benutzen kann, der bringt auch in allen übrigen intellektuellen Tätigkeiten nur Unsinn zustande.

      Ein Märchen etwa, um zu Stephans Frage zu kommen, kann ich verstandesmäßig analysieren, oder es mittels der Vernunft symbolisch lesen, auf allgemeineren Ideen beziehen und so interpretieren, oder auch es, wie ein Kind, rein als Bild auf mein Unbewusstes Seelenleben wirken lassen. So könnte ein Märchen durchaus auf mich wirken, ohne dass der Intellekt im Spiel ist. Aber einen SINN hat ein Märchen erst in dem Moment, wo ein menschlicher Intellekt ihm einen solchen verleiht. Der gedruckte Märchentext als solcher hat keinen Sinn - wie jeder bestätigen wird, der den Text ansieht ohne dessen Sprache zu beherrschen.

      In einem Wort: jede Herabsetzung des menschlichen Intellekts ist eine Dummheit; schon deswegen, weil die Herabsetzung selbst ein intellektueller Akt ist.

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    6. "Wahrscheinlich streiten wir uns hier um Worte, die bei verschiedenen Teilnehmern einen ganz anderen Sinn haben"

      ...diese Vermutung habe ich nämlich auch.

      Allerdings irritiert mich die Formulierung:
      //
      Ohne Intellekt geht es nicht" unterschreibe ich, denn ohne ihn gäbe es kein "Ich"
      //
      Hieße das, dass man einem Menschen, der aufgrund (meinetwegen) einer hirnorganischen Schädigung (etwa Demenz) den Intellekt nicht 'verfügbar' hat das Ich absprechen müsste, dass er also 'kein Ich mehr hat'?

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    7. ...abgesehen vom moralisch-menschlichen Blickwinkel wäre diese Ansicht ja auch menschenkundlich-anthroposophisch nicht haltbar!

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    8. Man könnte wohl eher sagen, dass 'intellektuelle Arbeit' eine Ich-Tätigkeit ist, aber nicht das Ich das Ergebnis/Erzeugnis des Intellekts.
      Dazwischen steht ja immer noch 'das Instrument des Leibes' - ist dieses 'Instrument' gestört, kann keie Intellektualität ausgebildet werden...
      Damit hat Intellekt aber auch einen zeitlichen und einen Entwicklungsaspekt und nicht das statisch-absolute (vor dem uns oft so graut)...

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    9. Anmerkung:
      Mir persönlich wird/wurde in diesem BLOG auch ständig (von mancher Seite) vorgeworfen, dass ich 'im Intellekt gefangen sei' und darum die eigentliche Anthroposophie nicht verstehen könne...
      Es ist mir also auch ein ganz persönliches Anliegen, an einem 'hoffähigen' Intellektbegriff zu arbeiten; es geht mir nicht darum, Ihren Intellektbegriff 'abzuprüfen'...

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  9. Verderblich ist der Intellekt nur und ausschliesslich für die Blend- und Zauberwerke und die "Lügengeister"!

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  10. Nun bin ich so alt, aber "intellektuelle Biographie" ist mir noch nicht über den Weg gelaufen.
    Siehe da, Wissenschaftler unterhalten sich und sind verschiedener Meinung. Es taucht "ausgeruhte Biographie" auf. Nun Steiner hatte sich eine zeitlang von Wiener Würstl und Schnaps ernährt, in seiner Berliner Zeit - sofern ich mich erinnere - aber wer die "Schnapsidee" hatte, gerade bei Rudolf Steiner, dem neuzeitlich-außerordentlichen Hellseher von "intellektueller Biographie" zu schreiben, einer der beiden

    Als Textbeispiel aus der Wissenschaft zu "inteelektuelle Biographie"

    "Der Golo-Mann-Biograph TILMANN LAHME (Göttingen) stellte vor dem Hintergrund seiner Beratertätigkeit für den Suhrkamp-Verlag neun Thesen zum Genre der Biographie auf und nahm gleich die „intellektuelle Biographie“ als Etikettenschwindel aufs Korn. Lahme diagnostizierte, dass es für das Sachbuch kaum geeignete Autoren gäbe, da Wissenschaftler den leserfreundlichen Schreibstil und Journalisten die nötige Archivrecherche vermissen ließen. Er plädierte für eine „ausgeruhte“ Biographie von Autoren, die sich dem Individuum mit Interesse aber ohne wirtschaftliche Abhängigkeit annähern und den erschlagenden Erwartungen standhalten könnten. Auch tauge die Biographie nicht zur Qualifikationsschrift, da sie Mut zu unkonventionellen Erzählformen und wissenschaftlicher Innovation brauche. Der populärwissenschaftlichen Biographie komme mithin eine Brückenfunktion zwischen Universitäten und Bürgertum zu."

    http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4162

    Nun, vielleicht schreibt Jemand noch von der "hellseherischen Biographie" Rudolf Steiners, sicherlich auch kein Hit für Waldorfschulen..... .

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    1. also, wer ist für den "Etikettenschwindel" verantwortlich?!

      "einer der beiden Verlage, oder der Autor", soll-t-e es heißen

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    2. "Nun bin ich so alt, aber "intellektuelle Biographie" ist mir noch nicht über den Weg gelaufen."

      "Bist du beschränkt, daß neues Wort dich stört?
      Willst du nur hören, was du schon gehört?"

      Die Vorstellung, dass man in einer Betrachtung der Entwicklung Rudolf Steiners das Wort "intellektuell" nicht verwenden darf, finde ich schon ausgesprochen albern. Aber vielleicht muss man erst 64 werden, um solch verschrobenen Gedankengängen folgen zu können.

      Im Ernst: muss ich hier wirklich ausdrücklich erklären, dass in einer wissenschaftlichen Arbeit über Steiner dessen Anspruch auf Hellsichtigkeit natürlich als reine Hypothese betrachtet werden muss? Und dass daher der Begriff "intellektuelle Biographie" für die Darstellung der Entwicklung seiner Texte der einzig passende ist?

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    3. Lieber Christian,

      »Im Ernst: muss ich hier wirklich ausdrücklich erklären, dass in einer wissenschaftlichen Arbeit über Steiner dessen Anspruch auf Hellsichtigkeit natürlich als reine Hypothese betrachtet werden muss?«

      Das Problem vieler Anthroposophen ist meiner Ansicht nach weniger, das als Hypothese betrachtet zu sehen, sondern ihre Annahme/Befürchtung/Erfahrung, daß Steiners Hellsichtigkeit in wissenschaftlichen Arbeiten eben nicht als Hypothese, sondern als Unmöglichkeit betrachtet wird.
      Und daß jede Kontextualisierung, jedes Aufzeigen, daß Steiner, wie hr es nennt, „fremdes Geistesgut verarbeitet hat“, das Aufkommen einer derartigen Hypothese weiter zu verunmöglichen scheint.

      :-) Wie „passend“ übrigens, daß Du dazu gerade Mephistopheles zitierst… :-)

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    4. Ach ja, die Angst...

      Natürlich hat Steiner massenhaft 'fremdes Geistesgut verarbeitet' (der Hinweis auf Goethe fiel ja schon).
      Aber er hat auch massenhaft Dinge veröffentlicht, die zuvor noch nie in einer öffentlich zugänglichen Quelle veröffentlicht wurden.
      Und letztendlich ist es auch nicht so relevant, ob er es in eigener Geistesschau geschaut hat oder als EINGEWEIHTER eine Mitteilung empfangen und geprüft bzw. kontextualisiert hat.
      Tatsache ist aber (wie Christian oben schon sagte) ohne die intensive Nutzung des Intellekt hätte er weder seine eigenen Schauungen, noch anderen empfangene Schauungen für die allgemeine Menschheit verfügbar machen können.
      Schon von dieser Seite aus kann ich die intellektophobe Stimmung überhaupt nicht nachvollziehen...

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    5. "Bist du beschränkt, daß neues Wort dich stört?
      Willst du nur hören, was du schon gehört?"

      Ich fand nur einen Begriff, warum kommen Sie auf die Idee, er sollte Jemanden stören. Bei der Untersuchung, woher das Wort "intellektuelle Biographie" stammt, zeigt sich, die "Wissenschaftler" streiten, ob das Wort angewandt werden darf.
      Insofern ist es gerade bei Rudolf Steiner dann ein großes Fragezeichen in der Anwendung.

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    6. Ganz genau so ist es, spätestens dann, wenn nichts mehr übrig wäre an nachweisbarer eigener Geistesschöpfung, wäre die Hypothese der Hellseherei Steiners rein empirisch widerlegt, denkbar wäre das allemal.

      Etwas schwieriger dürfte es allerdings sein, dieselbe Hypothese zu beweisen, und zwar auch für den Fall, dass nicht nachgewiesen würde, dass er sich immer anderswo bedient hat.

      Über lange Zeit unbewiesene Hypothesen haben es in sich, irgendwann von einem Teil unserer Zeitgenossen trotz fehlender Beweise für wahr gehalten zu werden. Sie mutieren dann irgendwann zu Glaubensdogmen und werden zur Religion.

      Und manche Hypothesen, wenn sie nur lange genug und nicht endenwollend als Wahrheit propagiert werden, gelangen in den Status von so quasi verordneten Wahrheiten, die als "offensichtlich" eingestuft keiner Beweise mehr bedürfen.

      Das Hellsehen Steiners oder auch im Allgemeinen nähert sich trotz fehlender Beweise diesem Status bedenklich nahe an.

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  11. "daß Steiners Hellsichtigkeit in wissenschaftlichen Arbeiten eben nicht als Hypothese, sondern als Unmöglichkeit betrachtet wird."

    Das ist ja gerade der Grund, warum mich die Kritik der SKA als anthroposophiefeindlich so wurmt. In meinem Ansatz wird nicht nur Möglichkeit einer Entwicklung übersinnlicher Bewusstseinsformen als Hypothese völlig neutral behandelt; es wird sogar, durch die enge Anknüpfung Steiners an den deutschen Idealismus die konkrete Möglichkeit geschaffen, hier Steiners Theorie der höheren Erkenntnisstufen von der Philosophie her plausibel zu machen und sie an bestehende Diskurse anzuknüpfen. Damit wäre der Idee der "Hellsichtigkeit" die Aura des Exotischen und Abergläubischen genommen und könnte, als eine Frucht der Weiterbildung des deutschen Idealismus, ohne Substanzverlust salonfähig werden. Der einzige Preis, der anthroposophischerseits zu zahlen wäre, wäre der, dass man zugibt: Rudolf Steiner war nicht ein Gott in Menschengestalt, der die Anthroposophie ex nihilo erschaffen hat, sondern ein Mensch, der sie in Anknüpfung an Bestehendes entwickelte. Ein bescheidener Preis, finde ich, gegen den kein Mensch mit gesundem Menschenverstand etwas haben kann.

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    1. ""Rudolf Steiner war nicht ein Gott in Menschengestalt, der die Anthroposophie ex nihilo erschaffen hat, sondern ein Mensch, der sie in Anknüpfung an Bestehendes entwickelte. Ein bescheidener Preis, finde ich, gegen den kein Mensch mit gesundem Menschenverstand etwas haben kann"

      Lieber Christian,

      wie wahr!
      Aber damit bringst du unmissverständlich zum Ausdruck, dass nicht wenige gläubige Anthroposophen, die das anders sehen, deiner Meinung nach über keinen gesunden Menschenverstand verfügen können.

      Daher die Opposition und die Kritik! Ist diese also doch beabsichtigt?

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    2. Natürlich war er kein Gott!
      Aber die Frage, ob er ein Prophet war steht für viele im Raum - schließlich trägt sein Werk ja viele eindeutige Signaturen von Prophetie...

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    3. Meinst du mit Prophet/Prophetie jemanden der Hellsehen kann bzw. die Eigenschaft Ereignisse vorherzusagen, oder ist jemand gemeint, der eine Lehre verkündet, also beispielweise eine charismatische Gründerfigur, eine unumstrittene Führungspersönlichkeit, ein Stifter einer Weltanschauung, Bewegung, Religion usw...?

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    4. Mit Prophet meine ich ganz genau die Wikipedia-Definition
      Wobei man 'Religion' durch 'Weltanschauung' und 'Gott' durch 'Geistige Welt' ersetzen muss um der spezifischen Terminologie gerecht zu werden...

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    5. Danke!
      Aber wenn lediglich Begriffe ausgetauscht oder umbenannt werden, ihre grundsätzliche Beschaffenheit und Wirkungs- und Handlungsweise aber dieselbe bleibt, liegt doch irgendwie die Vermutung zumindest auf der Hand , dass es sich doch wieder um dasselbe Prinzip oder zumindest um etwas sehr verwandtes handelt, nur eben in einem anderen Kleid.

      Also kommt der Auftrag Steiners zur Verkündung von Lehren, Erkenntnissen, Wahrheiten oder wie wir es auch bezeichnen wollen direkt aus der "geistigen Welt"?
      Was mich definitiv interessieren würde, also von etwas, was unabhängig und ausserhalb des Menschen und seinem Denken existiert?

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    6. »...direkt aus der "geistigen Welt"?
      Was mich definitiv interessieren würde, also von etwas, was unabhängig und ausserhalb des Menschen und seinem Denken existiert?«


      Ich möchte daran erinnern, daß Rudolf Steiner Monist war. Soviel ich bisher verstanden habe, gibt es für einen Monisten NICHTS, das unabhängig von etwas anderem existiert.

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    7. Keine (eindeutige) Antwort ist auch eine Antwort. Vielleicht in diesem Fall sogar die Aussagekräftigste.
      Alles ist möglich.....immer wie man es eben gerade braucht oder haben möchte.
      Aber ob das dann noch "wissenschaftlich" ist?!
      Jedenfalls, trotzdem Danke!

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    8. Liebe Ingrid,

      schon klar, die Frage war zugegebenermassen ein bisschen herausfordernd gemeint.
      Gab sich Steiner selbst den Auftrag oder wurde er ihm gegeben, war der Kern der Frage!
      Oder war Steiner alles in Einem, Auftraggeber des Auftrags (aus seiner geistigen Welt heraus an sich selbst) und Ausführender (eines fremden Auftrags) gleichzeitig?......Wenn ja, dann wären wir natürlich wieder keinen einzigen kleinen Schritt weiter und das perpetuum mobile erfunden....;-)

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    9. Lieber Rudolf,

      nun geht es mir ähnlich wie Werner Heisenberg (den Du ja hoffentlich als Wissenschaftler anerkennen wirst ;-)) mit der Quantentheorie, die er (in seinem Buch „Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik“) als ein wunderbares Beispiel dafür bezeichnet,
      »daß man einen Sachverhalt in völliger Klarheit verstanden haben kann und gleichzeitig doch weiß, daß man nur in Bildern und Gleichnissen von ihm reden kann.«

      Da mir im Augenblick kein geeignetes Gleichnis einfällt, stattdessen ein Zitat aus einem Brief Rudolf Steiners (an Josef Köck, 13.1.1881):
      »Es war die Nacht vom 10. auf den 11. Januar, in der ich keinen Augenblick schlief. Ich hatte mich bis ½ 1 Uhr mitternachts mit einzelnen philosophischen Problemen beschäftigt, und da warf ich mich endlich auf mein Lager; mein Bestreben war voriges Jahr, zu erforschen, ob es denn wahr wäre, was Schelling sagt: «Uns allen wohnt ein geheimes, wunderbares Vermögen bei, uns aus dem Wechsel der Zeit in unser innerstes, von allem, was von außen hinzukam, entkleidetes Selbst zurückzuziehen und da unter der Form der Unwandelbarkeit das Ewige in uns anzuschauen.» Ich glaubte und glaube nun noch, jenes innerste Vermögen ganz klar an mir entdeckt zu haben - geahnt habe ich es ja schon längst —; die ganze idealistische Philosophie steht nun in einer wesentlich modifizierten Gestalt vor mir; was ist eine schlaflose Nacht gegen solch einen Fund!«

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    10. @Rudolf
      'Keine (eindeutige) Antwort ist auch eine Antwort...'
      Ja, nämlich dass ich dazu nichts sagen kann und dass ich das Thema auch nicht vertiefen möchte.
      Ich habe nur gesagt, dass es Elemente in Steiners Werk gibt, die prophetischer Natur sind - als Zusatz zu der von Christian erwähnten 'VERGÖTTERUNG' Steners...

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    11. Von Steiner zum Meister der weßen Loge

      Als ich vor einigen Tagen hier schrieb, Anthroposophie könnte sich in eine Richtung entwickeln, in der sie dem Mormonismus gleicht, war die Reaktion Empörung und verständnisloses Kopfschütteln. Und jetzt wird ernsthaft darüber diskutiert, ob Rudolf Steiner ein Prophet war. Hmmmm...

      Ist dann vielleicht das "fünfte Evangelium" auch eine neue Heilige Schrift, die künftig mit Altem und Neuem Testament in einen Band gebunden wird, wie das Buch Mormon? Ist das Goetheanum der neue "Tempel", in dem die Mysterien des durch Steiner wiederhergestellten Evangeliums zelebriert werden? Ist das Hellsehertum Signum eines neuen "Priestertums", deren Träger dazu bestellt sind, den bloßen Laien den Weg zum Heil zu weisen? Ist Anthroposophie die "neue Offenbarung", mit dem die gesamte Menschheit beglückt werden muss, weil sie ansonsten dem Verderben preisgegeben ist? Geht dar die ganze Welt zugrunde, wenn die Botschaft des Propheten nicht gehört wird? Wartet man auf die "Wiederkunft" des Propheten Steiner?

      Anders gefragt: Wenn wir Anthroposophie in der Begrifflichkeit der traditionellen Religionen zu verstehen suchen - haben wir sie dadurch nicht schon zu eben einer solchen gemacht?

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    12. NEIN, HERR CLEMENT,
      es wird nicht ernsthaft darüber diskutiert, ob Rudolf Steiner ein Prophet sei...

      Sie hatten einer bestimmten Gruppe unterstellt, dass sie inRudolf Steiner (...) ein(en) Gott in Menschengestalt sehe.
      //
      Die generelle Argumentation sieses Absatzes ist mir nachvollziehbar - allerdings habe ich noch NIE einen Anthroposophen (oder sonstigen Menschen) gesetroffen, der Rudolf Steiner für einen Gott hielt!
      Darum habe ich versucht, den GOTT (der Schöpfermacht hat) durch eine 'herabgemilderte Form' zu ersetzen - den Propheten der nur von göttlichen Dingen zu verkünden weiss, nicht aber selbst göttliche Vollmacht hat.
      Es geht ja nicht darum, das ich meine was Rudolf Steiner sei, sondern um das was Sie angestoßen haben, wofür Rudolf Steiner gehalten würde - und da finde ich 'Prophet' doch nocht treffender als 'GOTT' in Menschengestalt.
      //
      Daneben muss man aber dennoch sagen, dass Steiners Werk sehr viele definitiv prophezeiende Aussagen (noch vor Ablauf dieses Jahrhunderts [...] wird eine bestimmte Anzahl von Menschen kommen, die[...] - usw. usw...) enthält.

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    13. »Ist das Hellsehertum Signum eines neuen "Priestertums", deren Träger dazu bestellt sind, den bloßen Laien den Weg zum Heil zu weisen?«
      Etwas prosaischer ausgedrückt:
      Sollte Rudolf Steiner etwa doch Kochbücher geschrieben haben?

      {Ich gestehe – und versuche damit, dem Titel dieses threads ein wenig gerecht zu werden, der ja vom Balken im eigenen Auge spricht (was sich allerdings bisher weder im Artikel noch in den Kommentaren fortsetzt):
      Ich konnte einfach nicht widerstehen, das zu verlinken...
      :-)}

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    14. Muss man denn "prophezeiende Aussagen" immer gleich, wenn schon nicht auf göttliche Vollmacht, so aber doch auf so ein Zwischending ("herabgemilderte Form") zurückführen?

      Ist es nicht viel wahrscheinlicher anzunehmen, dass es dafür viel profanere Ursachen und Wirkungsmechanismen gibt? Muss denn immer alles mit so einem ehrfurchteinflössenden Hokuspokus einhergehen?

      Warum gibt man immer den viel unerklärlicheren und damut auch unwahrscheinlicheren Hypothesen den Vorzug?
      Ist es nicht viel logischer, nachvollziehbarer und wahrscheinlicher, dass auch Propheten von Menschen gemacht werden, beauftragt werden und nicht von Gott, oder seinem Substitut, der "geistigen Welt"?

      Die "Prophetenmacher" denken, planen und handeln natürlich in langen Zeiträumen. Dies ist das auch ohne Rückgriffe aufs Übersinnliche erklär- und vorstellbar.
      Man lässt einfach den zum Propheten aufzubauenden Menschen Dinge sagen, und lässt sie dann später - gemäß dem Drehbuch geheimgehaltener Planungen - sich dann auch ereignen. Und schon hat man den Propheten geschaffen, und mit ihm natürlich auch Autoritätsanspruch und Sinnstiftung gleichermassen.

      Ist dies nicht viel wahrscheinlicher und plausibler, als anzunehmen Gott oder die geistige Welt habe durch den Propheten gesprochen?

      Kurz gesagt sich vorzustellen, durch Propheten sprechen aller Wahrscheinlichkeit und vernünftigen Überlegungen nach immer nur Menschen, die Diskussion ob es Gott sein könnte, also irreführend und ablenkend?

      Für uns kommt es doch viel mehr darauf an, die möglichen Beweggründe dieser prophetenaufbauenden Menschen zu erforschen, herauszufinden was diese mit diem ganzen "esotherischen Theater" eigentlich bezwecken.
      Das würde uns sicher vielmehr weiterhelfen, als zu diskutieren ob Hellsehen möglich ist oder ob es (wahre und wirkliche) Propheten gibt! Forschung in die richtige Richtung betreiben also, nach den Zielen forschen, welche Gott, die Propheten oder die dahinterstehenden Menschen, das ist nämlich einerlei, verfolgen.

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    15. »Man lässt einfach den zum Propheten aufzubauenden Menschen Dinge sagen, und lässt sie dann später - gemäß dem Drehbuch geheimgehaltener Planungen - sich dann auch ereignen. Und schon hat man den Propheten geschaffen, und mit ihm natürlich auch Autoritätsanspruch und Sinnstiftung gleichermassen.«

      Lieber Rudolf, da wir hier von Rudolf Steiner sprechen, würde mich nun doch interessieren, welche seiner Voraussagen sich, Deiner Ansicht nach, aufgrund eines solchen »Drehbuchs geheimgehaltener Planungen« tatsächlich ereignet haben.
      Denn ohne wenigstens ein solches konkretes Ereignis bliebe das alles für meinen Geschmack doch allzu hypothetisch (um nicht spekulativ zu sagen)...

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    16. Liebe Ingrid,

      kann es auf die schnelle nicht mit genauer Angabe der GA zitieren, aber beispielsweise hatte er den Zusammenbruch des Kommunismus ziemlich genau vorhergesagt, er sprach glaube ich ca. um 1920 mal von einer Zeitspanne von 70 Jahren.
      Vor dem ersten Weltkrieg sprach er von Landkarten, die in okkulten Zirkeln gezeigt wurden, welche die zukünftige Aufteilung und Neuordnung Europas (nach einem grossen Krieg) veranschaulichen sollten, müsste nur mal wieder recherchieren...
      Auch gibt es Vorhersagen zum 2. Weltkrieg, ich glaube ich hatte mal im info3 forum darüber geschrieben...
      Zum Rinderwahnsinn.... fleischfressende Kühe.. gibts auch ein statement...

      wie gesagt, nur Beispiele die mir spontan einfallen....

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    17. Lieber Rudolf,

      ah.
      Und verstehe ich Dich recht:
      Du hältst es für „viel wahrscheinlicher“ (als die „Hellseherhypothese“), daß der Rinderwahnsinn mittels fleischfressender Kühe aufgrund eines „Drehbuchs geheimgehaltender Planung“ entstanden ist, und daß der Aufbau Rudolf Steiners zu einem „Propheten“ durch die „Prophetenmacher“ ein Teil dieses „Drehbuchs“ war?

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    18. Wie auch immer; es zeigt, dass es Bereiche in Steiners Werk gibt, die sich einer (Text)Kritischen Edition einfach entziehen...
      Damit kann ich die SKA auch wirklich nur als eine Auseinandersetzung mit einem kleinen Teilaspekt in Steiners Werk verstehen...

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    19. "..es zeigt, dass es Bereiche in Steiners Werk gibt, die sich einer (Text)Kritischen Edition einfach entziehen..." .. und darüber kann man angstfrei und wutfrei und frei.. reden und gemeinsam denken, und still mitlesen in den Grundstimmungen der Zyklen des Jahreslaufes..
      ..und.. Rudolf, das mit diesen Karten habe ich auch dreimal gesehn, beim dritten Mal war es belegt, daß es ne Fälschung war, und es war nicht Rudolf Steiner, der über diese Karten der Ost/West-Teilung sprach, sondern ein Kreis in der Nachkriegszeit des WKII. Bin müde, das zu recherchieren, es wird gern in der neurechten Szene herumgereicht. Aber ein Zitat über die Vorhersage des WKII habe ich.
      m.butty

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    20. Zitat:
      "Nun gibt es heute schon (1921) eine Anzahl von Leuten – und diese wird rasch wachsen –, welche einsieht, daß es ganz unmöglich ist, durch irgend etwas anderes als durch die Revolution hindurchzugehen, wenn man im alten Sinne weiterarbeitet. Und gerade so, wie man im alten Sinn den Leuten gesagt hat: wir müssen einen Krieg machen, damit wir die Revolution im eigenen Lande besiegen, heißt es nichts anderes, als daß hingearbeitet werden muß gerade unter den im alten Sinn verständigen Menschen des Westens auf den zweiten Weltkrieg. Es geht gar nicht anders, als daß zur Abwendung des inneren Bolschewismus im Westen auf den 2. Weltkrieg hingearbeitet werden muß. Dieser Weltkrieg steht um so sicherer in Aussicht, als im Osten niemals ein Verständnis, sobald die Dinge auf die Spitze getrieben sein werden, gewonnen werden kann für die wirtschaftlichen Maßnahmen des Westens. Im Osten wird sich diejenige Denkweise, die heute in Rußland zutage tritt, verbinden sogar mit den religiösen Vorstellungen des Ostens, und es wird über ganz Asien eine Stimmung entstehen, zu deren Führerschaft die japanische Bevölkerung und deren Machthaber außerordentlich taugen, so daß in die wirtschaftlichen Wirren der Zukunft hineinfallen wird die Ost-West-Spannung. Der 2. Weltkrieg, der sich zwischen Asien und Amerika, und was dazwischen liegt, entwickeln muß, er muß sich aus wirtschaftlichen Untergründen heraus ganz unbedingt entwickeln. Sie hören ja, wie aus den Unterschichten heraus der Ruf ertönt: Weltrevolution!
      Dieser Weltrevolutionsgedanke, er wird mit einem Nebel allein dadurch zugehüllt werden können, daß diese 2. Weltkriegskatastrophe entfesselt wird. Sie können ganz sicher sein, daß Asien mit den Japanern an der Spitze gegenüber dem, was von Westen kommt, in derselben Lage sein wird, wie Mitteleuropa war gegenüber der Entente.
      Man wird sich auf Seiten des Ostens vielleicht eine Zeitlang großen Siegeszuversichten
      hingeben, aber ebenso wie Amerika in Europa ausschlaggebend war, wird es auch in Asien ausschlaggebend sein."
      Gesamtausgabe 338. Wie wirkt man für den Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus? Ein Kursus für Redner 1921, Ausgabe v. 1984 Seite 224f
      Recherchiert unter Verwendung des Lexikon "Anthroposophie- Die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners - Ein alphabetisches Nachschlagewerk in 14 Bänden unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes von Rudolf Steiner
      m.butty

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    21. Noch zwei -"prophetische"-Zitate (allerdings.. geht das nicht auch über das "Organ" des politischen Empfindens und abwäägenden Beurteilens als Medium? Was ist "neues Hellsehn"? Da hab ich noch viel unbeantwortetes in mir offenliegen, was ich mir nur provisorisch beantworte...), also, Zitate:
      "Die großen Konflikte, welche die furchtbaren Katastrophen der letzten Jahre
      hervorgerufen haben, sie haben einen großen Teil der Erde schon in ein Kulturtrümmerfeld
      verwandelt. Weitere Konflikte werden folgen. Die Menschen bereiten
      sich vor (25.12.1920) zu dem nächsten großen Weltkriege. In weiterer Weise wird die
      Kultur zertrümmert werden." GA 202 Die Brücke zwischen der Weltgeistigkeit und dem Physischen des
      Menschen. Die Suche nach der neuen Isis, der göttlichen Sophia (1920) Ausgabe v. 1980 Seite 256

      "Ich werde es nicht mehr erleben, aber Ihr werdet es erleben, 1938/39 wird ein Krieg sein, wie ihn die Welt noch nie erlebt hat. Wer überlebt, wird bessere Zeiten haben." so - second hand- zitiert aus und in Kux Willy - "Erinnerungen an Rudolf Steiner", Stuttgart 1979. S. 503
      Recherchiert unter Verwendung des Lexikon "Anthroposophie- Die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners - Ein alphabetisches Nachschlagewerk in 14 Bänden unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes von Rudolf Steiner
      Willy Kux war der hier: http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=1403
      m.butty

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    22. Lieber Mischa,
      daß man nach dem ersten Weltkrieg ahnte, nein: in der Überzeugung lebte, es werde bald wieder ein Krieg kommen - - - dazu brauchte man weder Hellseher noch auch von irgendjemandem zum „Propheten“ gemacht worden sein. Das war das damalige Erleben, unabhängig davon, ob man es wollte oder nicht.
      Man sagte „Im Frieden“ und meinte nicht etwa die Zeit, in der man selbst lebte, sondern man bezog sich damit auf die Zeit vor 1914.
      Noch leben Menschen, die diese „Zwischenkriegszeit“ miterlebt haben und die man daher danach fragen kann. Einige dieser Menschen haben mir davon erzählt.
      Nicht von ungefähr spricht man auch vom Zweiten Dreißigjährigen Krieg...

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    23. Ja, aber gell, die Zeitangabe 1938 oder 1939 is schoo..wenn das Zitat denn so stimmt, wie es erinnert wurde! :-)
      Und der WK I+II ging ja erst tatsächlich in seiner kalten Form 1987- 1990 herum zuende und ist in seinen Ausläufern noch in Nordkorea und Kuba präsent.. ich bring nicht die Zitate Steiners, daß der Bolschewismus eine Fortsetzung des Weltkrieges sei.. ich mein, was unter Stalin und Mao geschah, und was die Stellvertreterkriege der USA junge Kriege geboren haben, wissen wir auch...
      Der reale Rinderwahn, ob der soo die Kriterien der "Prophezeiung" erfüllt, daß man von einer Realisation einer Vorhersage sprechen kann, ist auch nicht so... sattelsicher ..;-)
      m.butty
      m.butty

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    24. ..mein zwillingsbruder grüßt mal wieder, seltsam, ... ich hab doch aufgepaßt, daß ich nich zweimal unterschreib, seit das schonmal vorkam, naja...
      m.b... :-))

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    25. ..aaah, entschuldige, Ingrid, oh doch, die Tiere werden nicht apathisch! Wie ich dachte..
      Sondern verrückt, in der Tat! Sie drehn während der Inkubationsphase durch..
      http://www.vegetarismus.com/bse.htm
      m.butty

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    26. Liebe Ingrid,

      der Hinweis auf die japanische Bevölkerung ist ja auch etwas konkreter als die pure Ahnung hergeben würde...

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    27. Ja, klar. Rudolf Steiner hat wohl sehr viel mehr als nur „geahnt“.

      Aber für mich ist halt die Hypothese Rudolfs, daß jemand (wer?) Rudolf Steiner zu einem „Propheten“ gemacht und danach, einem „geheimgehaltenen Drehbuch“ folgend, dafür gesorgt haben soll, daß seine „Prophezeiungen“ auch eintreffen, um vieles unwahrscheinlicher als die Hypothese, daß Rudolf Steiner einfach mehr gesehen hat als andere.

      Wenn ein „Hellseher“ voraussagt, ein Schiff, das sich aus großer Entfernung in Richtung eines Eisberges bewegt, werde unweigerlich in diesen Eisberg hineinfahren, so ist das für jemanden, der keine Ahnung von der Ausdehnung eines Eisbergs unter Wasser und von der Trägheit eines Schiffes im Wasser hat, etwas ganz Unglaubliches, ein Wunder - - - oder vielleicht sogar ein Verdachtsmoment.
      Dabei hat der „Hellseher“ nur größere Zusammenhänge von Ursachen und Wirkungen erfaßt...

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    28. Liebe freie Denk- und Diskussios-Runde! Dann wäre aber "Hellsicht" eine Art "multidimensionaler" Logik von jemandem, der umfassend gebildet, ja einfach vielfältigst informiert ist, und der daher sehr gut kombinieren kann, so, wie es uns ja die Archäologie und die ihr inzwischen sehr nahestehende Kriminalistik und Forensik vormacht, beide Zweige einer Art modernen, maschinisierten, logistisch logisch Hellsicht, die alle erdenklichen Quellen nützt, neue bisher ungeahnte Quellen informativ erschließt, rasterfahndend Daten-Ressourcen anlegt, und so weiter... Ihr wisst sicher, was ich meine. Aber eine "Hellsicht" war für mich immer noch etwas, was direkter, nämlich ohne stets auf Quellen-Bestände und Informations-Banken und sonstige Gedächtnis-Ressourcen zurückzugreifen... hinschaut, anschaut, betrachtet...hinein-sieht..."be-trachte"n assoziert auch mit "hervorwünschen" - wenn ich was be-trachte- öffne ich es...denn "trachten heißt "streben nach, wünschen, wollen" - Daher "Wünschelrute"? Diese Rute ist etwas nach Steiners Terminologie "atavistisches", weil das Geschehen "leibgebundenes Hellsehn" wieder aufweckt, oder?
      Denn das "moderne Hellsehn", das zeitgemäße, nicht anachronistische Hellsehn ist erklärtermaßen - n i c h t -- l e i b g e b u n d e n ! Was immer das jetzt konkreter auch heißen mag! (Atavistisches Hellsehn ist in der Neuzeit eher Leib-Schädigend, und zehrt an der Seele, denn die Nerven sinddie Organe, wo das Astralische "andockt" und da sind sensible Schaltzentralen, die wir durch Drogen und Ekstasen und Zustände manischer Verzückungen nicht schädigen wollen!)
      Denn Anlayse plus Kombination, etwa in Archäologie und Forensik, das ist eine angewendete Logik, und bei allem Monismus, den man Steiners Welt-Anschauung zugrundelegt, ist es keine leibfreie Hellsicht, meine ich. Auch wenn viel - abstraktes - (leibfrei = abstrahere- "losgelöst"?) Denken dabei die wesentliche Rolle spielt.
      Das sind Fragen. Ich gelange nur zu provisorischen, zu vorläufigen Antworten.
      Die "Beweise", daß etwas "eingetroffen" sei, das tendiert in der Tat m.E. in Richtung Hagiographie, Heiligen-Biografie. Ein tendieren. "Selig, die ..vertrauen ... ohne ..physische...Beweise!" ? ? ?
      Denn, um an die letzten Dinge zu rühren: Viele, die zur Anthroposophie kommen, denen geht es ja auch um eine existenziell uralte Menschheitsfrage "Geht es nach dem Tode weiter, und wie?" ... "Ist das 'Leben nach dem Tode' ein poetisches Spiel, so, wie alle Religionen, wo sie nicht Machtspiele sind, 'Hohe Poesie' genannt werden könnten?" Oder sind Religionen wirklich wahre Relikte des alten leibgebundenen Hellsehens, als die Menschen, statt zu glauben, je weiter wir zeitlich "hinab" in die Vorzeit gehn, noch ahnten, noch wirklich wußten? Und Steiner wirklich ein Lehrer auch, der den Grundstein legte, das alte leibgebundene Wissen einer Welt vor und nach dem Tode auf leibfreie Art und Weise zu erneuern? Aber ohne den Trieb zur unbedingten (Freiheit) Mission, ohne Aufdringlichkeit, Zwänge, Gier, Macht und Helfersyndrome, die wir "aufgeklärten" Menschen an Religionen so fürchten! ?
      m.butty

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    29. Liebe Ingrid,

      "Du hältst es für „viel wahrscheinlicher“ (als die „Hellseherhypothese“), daß der Rinderwahnsinn mittels fleischfressender Kühe aufgrund eines „Drehbuchs geheimgehaltender Planung“ entstanden ist, und daß der Aufbau Rudolf Steiners zu einem „Propheten“ durch die „Prophetenmacher“ ein Teil dieses „Drehbuchs“ war?"

      Das mit den Weltkriegen und dem Kommunismus halte ich für sehr wahrscheinlich im Drehbuch stehend. Beim Rinderwahn könnte es so sein, dass es seinerzeit nicht drin stand, sondern einfach eine unbedachte Äusserung, sprich eine "Unwissenschaftlichkeit", eine Vermutung Steiners wahr, die man im Nachhinein verwirklicht hat.

      Ich sage dazu, dass man dies natürlich nicht als sicher behaupten darf, das tue ich auch nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit dass es so ablief, ist für mich unendlich grösser als die Hypothese der real existierenden Hellsichtigkeit. Einfach weil es ohne Hokuspokus erklärbar ist, möglich wäre. Hier kommen wir natürlich wieder in den so sensiblen political correctness Bereich. Das Menschen Krankheiten erfinden, entwickeln und ausbrechen lassen ist natürlich pure Verschwörungstheorie, klar, obwohl es technisch möglich, und daher erklärbar wäre. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein, diese pc-Logik kennen wir ja. Aber die Hellsichtigkeit als real gegeben hinzustellen, verstösst - obwohl nicht erklärbar - nun mal nicht gegen die pc, das ist alles!

      Und @ Mischa!
      Pack mal bitte deine völlig deplazierte Nazikeule wieder ein, die du immer so schnell drohend schwingst, wenn dir etwas argumentativ nicht passt! Das mit den Landkarten über die Neuordnung Europas stammt nicht von den Rechten und schon gar nicht von den "Neurechten", sondern steht in GA 173, Seite 22:

      "Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, daß in gewissen okkulten
      Brüderschaften des Westens, für mich nachweisbar in den neunziger
      Jahren, von dem gegenwärtigen Weltkriege die Rede war, und daß
      dazumal die Schüler dieser okkulten Brüderschaften unterrichtet wurden
      durch Landkarten, auf denen verzeichnet war, wie Europa durch
      diesen Weltkrieg verändert werden sollte. Insbesondere wurde in englischen
      okkulten Brüderschaften hingewiesen auf einen Krieg, der kommen
      muß, den man förmlich heranlotste, den man vorbereitete. Dabei
      weise ich durchaus auf Tatsachen hin; und nur aus gewissen Gründen
      sehe ich davon ab, Ihnen Landkarten aufzuzeichnen, die ich Ihnen
      leicht aufzeichnen könnte und die in den okkulten Brüderschaften des
      Westens durchaus figuriert haben."

      Mischa, bleib bei der Wahrheit, das darf ich hier schon vorraussetzen!
      Kindisch geradezu wie immer mit dieser albernen Nazikeule gedroht wird, wenn man mal nicht weiter weiss....

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    30. Oder hab ich dich falsch verstanden Mischa? Meintest du vielleicht, dass GA 173, Seite 22 eine Fälschung ist? Möglich wäre ja auch das!

      Dann würde ich mich nämlich bei dir entschuldigen, wenn du das wirklich recherchiert haben solltest!

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    31. Rudolf, geh aus der Schußlinie, wenn ich sage, daß ich von dieser Karte schon öfter, auch in einer Zeitschrift am Goetheanum gehört und gelesen habe. Und diese Karte bei irgendeinem neurechten Forum auch gesehn habe, nur nicht mehr, mangels Interesse an diesen Biographien, und deren zugehörigen Leuten, sicher für manchen spannende Schicksale, weiter recherchieren wollte. Auch das Machwerk "Brüder des Schattens" taucht in diesen Zusammenhängen unkaputtbar immer wieder auf. Geh aus der Schußlinie. Auch bei den "Gralsmacht-Videos" werden Steiner-Zitate wild interpretiert..
      Mit Verlaub, Rudolf, "Nazikeule" ist längst ein Codierungs-Wort der Neurechten. Eine Keule, die sogar schon die Alt-Extremisten in ihr Phrasen-Arsenal aufgenommen haben. Wozu sich mit Ken Jebsen, Wagandt, und Conrad, Elsässer und Popp, oder Fitzek solidarisieren, alles kleine Berlusconis. Das sind komische Leute, egal, ob der eine gemäßigt, der andere extrem ist, ich möchte unter deren Regierung gewiß nicht leben, wenn ihnen ihre Revolution gelingen würde. Und wo sind jetzt die Karten ? ? ?
      Pack dieses Argument "Nazikeule" bitte wieder ein, es langweilt, und schmerzt mich auch.
      Aber dennoch danke, lieber Rudolf, für den Hinweis auf die GA 173! :-)
      Zeitgeschichtliche Betrachtungen, Erster Teil (1916)
      Also 1916! Mitten im Weltkrieg. Wir wissen, daß Steiner da auch sich zu Bemerkungen hinreißen ließ in dieser Zeit, die wir kritisch sehn sollten.
      Ich ..drohe.. Dir doch nicht. Walk in Balance...
      m.butty

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    32. Hier noch ein Link, lieber Rudolf. Ich wollte Dich auf keinen Fall als .... keulen.
      Ich hoffe, Du hast meine Meinung zu diesen Dingen nicht in den falschen Hals gekriegt.
      http://www.ruhrbarone.de/antisemiten-prozess-ditfurth-gewinnt-gegen-elsaesser/85495
      Ich finde diese Dinge ein schmerzliches, trauriges Kapitel, ein Desaster der alternativen Strömungen im Nachkriegs-Deutschland bis auf die heutige Zeit, dieses unverarbeitet sein lassen wollen der alten Geschichten. Es gibt Früchte, an denen ich erkenne, ob jemand zwar nicht zum Establishment gehört, aber einen wertvollen Beitrag zum Leben, zur Kultur leistet, außeparlamentarisch, nicht universitär, aber menschlich! Ich will bitte kein Faß aufmachen über diese Dinge. Es gibt scheinalternative Strömungen, die keine genießbaren Früchte bringen. Auch dort greift man sich gern ... Steiner-Zitate. Und gerade da sind solche Werke wie die SKA von Herrn Christian Clement von unschätzbarem Wert, da sie uns mithelfen, Zitate recht zu gewichten!
      m.butty
      m.butty

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    33. @ Mischa.....

      ich zitierte aber nicht aus oder mit Verweis auf "neurechte Machwerke", sondern direkt aus der GA.
      Du hast mich schon wieder irgendie in den neurechten Dunstkreis versucht zu verorten, indem du mir die Verwendung des blossen Wortes "N..........." vorhälst. Das ist schon wieder nicht die feine englische Art, die ich mir hier schon erwarte!
      Und mit Verlaub, wenn man zu Unrecht mit dem Vorwurf "N....." konfrontiert wird, dann wird die Umschreibung dieses Tatbestandes - auch unter Verwendung des Wortes "N........." doch wohl hoffentlich gestattet sein!
      Klar haben die Neurechten vieles von Rudolf Steiner aufgegriffen. Das tut aber hier nun wirklich gar nichts zur Sache! Oder sollte man etwa deswegen diese Steinerzitate nicht mehr in den Mund neghmen?
      Ich bin fest davon überzeugt, dass dies nicht sein kann......und man das Recht hat, wegen deren Verwendung nicht in irgendeiner auch noch so leise angedeuteten Form mit "Neurechten" in Verbindung gebracht zu werden. Also fordere ich dich nocheinmal ultimativ auf, dies zu unterlassen!
      Das hat nur mit menschlichen Umgangsformen zu tun, mit nichts weiter!

      Und das Argument "N....." hast du ausgepackt, lieber Mischa...;-), und nicht ich! Und jetzt lassen wirs sein!

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    34. Hallo Mischa,

      hier mal was sehr Interessantes bezügl. Nazis, Hitler, Thule-Organisation und Theosophie etc.- vielleicht interessiert es dich ja. Die Theosophen und die Nazis lagen nicht weit auseinander, was vermeintliches theosophisches Geheimwissen anbelangt. Allerdings, die einen beschworen die geistige Überlegenheit der Europäer und andere Dummheiten, quasi eine Rassenlehre durch die Blume und mehr im Verborgenen, von unten herauf. Die anderen, die Nazis, wollten die Herrenrasse, die Arier, offen mit brutalsten Mitteln durchsetzen (und bedienten sich außerdem bei Nitsche und seinem Übermenschen oder bei Wagners krankhaften Ideen): http://www.berzinarchives.com/web/de/archives/advanced/kalachakra/shambhala/nazi_connection_shambhala_tibet.html

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    35. Es gibt ja genügen Äußerungen von Steiner, die nicht politischer Art sind. Wo er beispielsweise prophezeit, dass in wenigen Jahrzehnten Menschen mit diesen oder jenen Seeleneigenschaften kommen werden usw.
      Ich hatte eigentlich gehofft, dass das Thema nicht auf die Verschwörungsebene abrutscht...

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    36. Lieber Valentin,

      na dann sind wir ja in bester Gesellschaft. Anscheinend wollten nicht nur die Nazis nach Shamballa.....;-).....Steiner, Christus......wer noch?

      Rudolf Steiner in GA 118, Seite 130-131:

      " Schamballa gibt es, Schamballa gab es, Schamballa wird wieder da sein für die Menschheit. Und zu dem ersten, was die Menschen erblicken werden, wenn Schamballa sich wieder zeigen wird, wird der Christus in seiner Äthergestalt gehören. Es gibt keinen andern Führer für die Menschheit in das von den orientalischen Schriften für verschwunden erklärte Land, als den Christus. Der Christus wird die Menschen nach Schamballa führen."

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  12. Für jeden Mitleser zeigt sich, eine Grenze des Sprachlichen taucht auf, da ein Professor in der intellektuellen Auseinandersetzung seinem Scheibpartner "verschroben" an den Kopf wirft, eine meisterliche Leistung, weg vom wissenschaftlich-intellektuellen Diskurs.... .

    Sri Aurobindo wurde hier vvom webmaster in Beiträgen erwähnt.
    Nun ist das Auftauchen von "intellektueller Biographie" von der Wissenschaft in Frage gestellt, eine Wissenschaft die sich selbst begrenzt, das Hellsehen nur als Hypothese zu gelten hat, in der Wissenschaft. Nun gut, mag sie glücklich werden in ihrer Selbstbeschränkung.

    Wie schwer werden sich Biographen bei Sri Aurobindo tun?! Ein Mensch, der wie Steiner in Geistigen Welten lebte, aber in England seinen Intellekt schulte.

    Aus Seite vier des weiter oben angegebenen Buches über Sri Aurobindo und die "Mutter", steht:

    "Anschließend schrieb er in einem Brief (über sich selbst, doch in der Dritten Person): "In seiner Zurückgezogenheit bewahrte Sri Aurobindo eine strenge Aufmerksamkeit für alles, was in der Welt und in Indien geschah und griff ein, wenn es nötig wurde, jedoch nur mit spiritueller Kraft und in stiller spiritueller Aktion.... ....innerlich setzte er seine spirituelle Kraft in dem Moment hinter die Allierten, als bei Dünkirchen jeder unmittelbar den Fall von England und den endgülten Triumph Hitlers erwartete. Und er hatte die Genugtuung, zu sehen, wie der Siegesmarsch der Deutschen fast augenblicklich gestoppt wurde und die Kriegslage sich in die entgegengesetzte Richtung zu verschieben begann."

    Besonders die sehr ausführlichen Hinweise zu Hitler verändern die Weltsicht, auch hinsichtlich der Fragen der AAG, der inneren Kämpfe, aber auch der Frage, was Herr Prof. Zander und Prof. Clement eigentlich mit ihren "wissenschaftlichen" Arbeiten beabsichtigen, das tritt in den Hintergrund.

    Dank der nun aufgetauchten Hinweise zur Geschichte des Dritten Reiches (meine Ehefrau erzählte mir das mit Dünkirchen erst vor einigen Minuten) treten die intellektuellen Belange der Menschheit in den Hintergrund, da der Intellekt von den Menschen vornehmlich zur Zerstörung, zur Selbstzerstörung und zur Unterdrückung von Menschen eingesetzt wird, oft mit Hilfe von Wissenschaftlern und ihren Methoden.

    Danke für das Mitlesen,
    die Wissenschaft hat versagt...... versagt sie?!

    Für Interessierte: in dem Buch über Aurobindo wird dargestellt, wie in Dünkirchen ein für die Jahreszeit ungewöhnlich auftretender Nebel das Kriegsgeschehen beeinflußte....

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    1. Lieber Herr Seler, entschuldigen Sie, wenn Sie sich hier von mir beworfen fühlen. Beleidigend wollte ich wirklich nicht werden, und schon gar nicht Ihnen gegenüber. Ich fand die Charakterisierung "verschroben" und meine Faust-Zitate nicht zu scharf, angesichts der Art, wie Sie hier - in meiner Wahrnehmung - einer esoterisch verbrämten Wissenschaftsfeindlichkeit das Wort geredet haben.

      Was halten Sie von einem Toleranzedikt? Ich erkenne Ihren Glauben an eine Erkenntnis an, die vom Intellekt unabhängig ist bzw. über ihm steht, und Sie erkennen meinen Glauben an, dass sich die Anthroposophie als eine Weiterbildung und praktische Anwendung idealistischer Bewusstseinsphilosophie intellektuell verstehen lässt, dass Steiner somit als Denker eine "intellektuelle Biographie" hat (ungeachter einer möglichen "okkulten" Parallelbiographie) und dass der Titel "Kritische Ausgabe" völlig angemessen ist, weil sich meine Arbeit eben nicht primär an Anthroposophen richtet, sondern an Menschen, die den kritischen Umgang mit Dingen schätzen.

      Wer Steiner nur einfach lesen oder ihn meditieren will, oder wem die Seele wehtut, wenn der Meister durch die Mittel der Kritik wie jede andere geschichtliche Gestalt behandelt wird, für den gibts ja die GA und die extensive anthroposophische Haggiographie.

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  13. »In meinem Ansatz wird nicht nur Möglichkeit einer Entwicklung übersinnlicher Bewusstseinsformen als Hypothese völlig neutral behandelt; es wird sogar, durch die enge Anknüpfung Steiners an den deutschen Idealismus die konkrete Möglichkeit geschaffen, hier Steiners Theorie der höheren Erkenntnisstufen von der Philosophie her plausibel zu machen und sie an bestehende Diskurse anzuknüpfen.«

    :-) Lieber Christian, vielen Dank — es freut mich, daß Du das so knapp und dabei klar und deutlich aussprichst.
    Mir ist es ja ein Rätsel, warum Deine Kritiker das bisher nicht erkannt haben. Muß wohl daran liegen, daß man sich beim Lesen mit „Harpune“ vor allem auf das konzentriert, was sich „aufspießen“ läßt…

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  14. Kritisch war auch die neomarxistische Kritische Theorie (Frankfurter Schule) die man früher im Bibliothek Suhrkamp durchackern konnte (heute allerdings mit allergischen Reaktionen). Diese kritische Kontextualisierung begegnet man vielleicht bei Martins, Staudenmaier und Zander. Es gab auch interessante Verbindungen mit Katholizismus und Mormonen.

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  15. „Der Herausgeber ist im hiesigen akademischen Betrieb indessen so gut wie unbekannt. Er heißt Christian Clement, war einmal Lehrer an einer Waldorfschule in Würzburg und arbeitet heute als Assistenzprofessor für Germanistik an der Brigham Young University in Utah, einer konfessionellen Einrichtung, die der Kirche der Mormonen gehört. Ein Außenseiter also hat die Aufgabe übernommen, die Schriften einer der bekanntesten Figuren der deutschsprachigen Kultur im frühen zwanzigsten Jahrhundert zu edieren. Das spricht nicht gegen ihn, sondern gegen eine Wissenschaft, die meint, sich ihre Gegenstände weniger nach Sachlage denn nach Interesse oder Sympathie aussuchen zu dürfen.“

    – Thomas Steinfeld: Wie fotografiert man den Allgeist? in Süddeutsche Zeitung, 10.1.2014

    Mir war die Vita von Herrn Clement nicht bewußt. Nicht bekannt, er ist Prof. für Germanistik. Nun werden die Fragen von Herrn Clement verständlich, aber auch, er ringt mit sich und Rudolf Steiner, so wie Felix Hau bei Info3 rang, ehemalige Waldorfschüler, wie auch der "Philosoph" Herr Grauer. Nun ein ehem. Waldorflehrer, der, wie es heißt in akademischen Kreisen unbekannt ist. Nun will das nichts sagen, doch hatte ich gedacht, Herr Clement ist ausgiebig mit Religionen, ihrer Geschichte, ihren Wirkensweisen bekannt. Jedenfalls verwundern seine Feststellungen zu Rudolf Steiner, Gott und Religion. Kann ein ehemaliger Waldorflehrer denn solche Fragen stellen?! Ich verstehe nun die Fragen und Antworten des Waldorflehrers Andreas Delor, der uns hier etwas Einblick in seine Gedanken- und Erlebniswelt vermittelte. - Ich habe zwar von Herrn Clement gelesen, den Versuch einer Entschuldigung, die aber in einem merkwürdigen Gewande daherkommt. Las nur rechts die Zeilen - letztlich um ihn und mich innerlich zu schonen - aber, wenn er schreibt, wenn sie sich beleidigt fühlen…. . Würde ich die Entschuldigung annehmen, wäre ich eine beleidigte Leberwurst, doch war mir der Ton, die Musik einfach nicht passend. Kennt er nicht die Hinweise Steiners zum Alter. Natürlich, Alter schützt vor Torheit nicht, das Alter alleine ist nicht Kriterium, doch begegnen wir nicht jedem alten Menschen mit einer gewissen Achtung, egal, was er oder sie verbrochen hat.
    Ich kann nun die Situation von Herrn Clement besser verstehen, auch seine Illusion, in den Waldorfschulen würden seine Bände stehen. Nun ich las vorhin eine Einleitung auf anthrowiki zum fünften Band. Es liest sich gut. Stimmen die Vorwürfe Dritter, Herr Clement will nur aufzeigen, wie Steiner seine Entwicklung auf dem Boden Dritter aufbaute, praktisch gar kein eigenes Erleben, Geistiges Erleben hatte. Kannte Herr Clement nicht die Geschichte mit dem Ofen und der Tante, die Hinweise, wie der Schüler Steiner durch die Allee in Wien immer ging, gar nicht wußte wo er sich befand, weil er sich innerlich in Welten erlebte und am Ende der Allee wie aus einem Traume wieder ins Tagesbewußtsein "aufwachte".
    Manchmal scheint, wer an der "Anthroposophie" naschte, ob als Schüler, Waldorflehrer, er ringt ein Leben lang mit dieser Figur, will sie innerlich ertöten, um selbst aufzuerstehen und dies ist allzu menschlich, nachvollziehbar. Soweit die jetzt bekannt gewordenen Texte es zeigen, kann das Aufzeigen der Ideenentwicklung im Umkreis Steiners wertvoll sein, um die Entwicklungsgeschichte der Ideen zu verstehen. Wie sich aber Steiner als Hellseher und Denker entwickelte, bleibt offen.

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    1. Fortsetzung:
      Im 37. Lebensjahr erinnerte ich mich an die eigene Geburt. Ich blickte von oben auf die Mutter, die in Wehen lag, mein "Instrument", den Körper gebar und mit geistigen Kräften half ich ihr bei der Geburt. Ich sprach später mit meiner Mutter über die aufgetretene Erinnerung, sie war erstaunt, wie konnte ich die Geburt beschreiben, die sie erlebte (ich hatte den Geburtsvorgang erleichtert und beschleunigt). Sie schaute mich ungläubig an. Das sind Momente, wo es keine Fragen gibt, oder wie die Hellseherin Cora Heckfurth, welche grundsätzlich dem Anrufer erst "erzählt", wo er sich gerade befindet, in der Wohnung, wie die Möbel aussehen, das Sofa gestaltet ist, ob eine rote, blaue Decke, ob Blumen, wo das Fenster. Und dann beginnt sie erst in das Leben der Menschen zu blicken, oder in ein früheres Leben. Letztlich ist sie aber eine "Auskunftsstelle" wie Steiner es in Ga 171 beschreibt, für "Nützlichkeit" und Lottogewinne. Und tatsächlich wirbt sie mit einigen Lottogewinnen, die Kunden erzielten. Sie selbst hatte einmal ihre Fähigkeit für sich selbst angewandt und (im Fernsehen) erzählt, wie sie schwer dafür im Leben büßten müsste, weil sie ein geistiges Gesetz gebrochen hatte. Ich könnte noch mehr erzählen, wie ich meinen älteren Bruder während seiner Gehirnblutung innerlich begleitete. Er war auf dem Weg, die Erde zu verlassen, er wollte trotz der Kunst der Erde nicht zurück. Damals vermittelte ich der Schwägerin die Seherin Cora und sie konnte das Vertrauen gewinnen, mit der Beschreibung der Wohnung. Sie gab dann einen Tip, der letzten Endes beiden Ehepartnern half. Er beging nicht den Selbstmord, den ich sah, er wollte nicht zurück ins Leben, er war aus der Höhe gestürzt. Sie mußte sich nicht grämen und ich konnte Trost spenden, da ich "sah" er wird in der Zukunft wieder Auto fahren, als er noch halbseitig gelähmt, nicht sprechen konnte, nicht denken konnte. Es trat das Geschaute ein. Und solches Sehen verlangt keinen akademischen Beweis. Vielmals hat das "Sehen" mir im Leben geholfen, mehr noch aber die Fähigkeit des Denkens, des Erfassens einer Situation. Weiter wurde ich innerlich in Gesundheitsfragen beraten, manches habe ich ignoriert, weil zu jung, aber immer ist da das Empfinden, das Wissen und Bewußtwerden einer Geistigen Ebene, ob als Geistige Welt, Jenseits. Seit ich 64 Jahre alt wurde, in der Nacht zum 1. März, da veränderte sich das Gedankenleben, eine neue Sicherheit, ein neues erkennen. Es sind die kleinen, unscheinbaren Begegnungen, welche das Schicksal lenken und leiten und vielmehr sind es Dritte, welche am "Erfolg" beteiligt sind und diese Schicksalsfamilie ist mehr als die Bluts-Familie.
      Ungeschoren kommt keiner davon, der sich auf Rudolf Steiner einlässt.
      Mit Ahriman, Luzifer und Christus hat er eine Last hinterlassen, aber sie ist weniger als "Hölle", "Teufel" oder der Himmel mit den Jungfrauen. In einer Zeichnung mit ca 23 Jahren, zeichnete ich Gott, wie er über den "Stein"er der Weisen stolpert, über Rudolf Steiner, weil er so viel Wissen verbreitete, Wissen das den Menschen zu ersticken droht, bis hinein in die Psychiatrien. Aber schauen wir doch die Religionen in der Gegenwart an, auch sie sind hoffnungslos ohne jeglichem Wissen um Gott. Nur Tradition, mahnende Moral, Gebot, Verbot, Lebensfeindlichkeit, Gefügsamkeit, Gehorsam. Gott ist tot, ja, weil er sterben muß, damit er im Menschen in seinem Denken neu erwacht.

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  16. Nebenbei etwas zum Begriff “Offenbarung“ und der, anhand seiner, aufgeworfenen Frage nach einer geistigen Welt, „außerhalb“ des Menschen.

    Unmittelbares Geisterleben ist das Selbstempfinden im, - (also nicht innerhalb des) - , Ich des Menschen. Halb deutet stets hin auf halbieren, das Ich ist nicht halbierbar.

    "So" dieses Erleben im übrigen Empfindungsleben des Menschen mitspielt und dort seine Wesenheit ausspielt, also in Empfindungen lebend Freiraum für Umgestaltung eröffnet, "so" ist dieses Geschehen dasjenige, das mit der Formulierung: „geistiges Weltgeschehen“, umschrieben werden kann.

    Und als das ist es dasjenige Weltgeschehen im Empfindungsfluss des Menschen, das, sich geistgemäß darlebend, den freien Willen seines Gestalters, in Gestalt einer nun „höheren“ Geistgestalt, offenbart.

    ~ B.

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