Bewusstsein und Bewegung, Denken und Stillstand




Jostein Sæther 
Auftakt einer philosophischen Rechtfertigung der Anthroposophie oder neutraler existentieller Monismus angelehnt an Marcel und Russell

Wer mit der Bahn reist, kennt diese Erfahrung: Ich sitze in einem Zug in dessen Fahrtrichtung, während er am Bahnsteig stationär steht. Auf dem Gleis nebenan steht ebenfalls ein Zug. Während ich z.B. lese, schaue ich unvermittelt aus dem Fenster und erlebe plötzlich, dass mein Zug sich nach vorne bewegt. Dabei geht es schneller und schneller, bis der andere Zug in entgegengesetzter Richtung aus der Sicht entschwindet. Erst dann bemerke ich, dass mein Zug noch auf dem Bahnhof still steht. Abhängig von der Richtung, in welcher der zweite Zug fährt, werde ich erleben, dass mein Zug sich vorwärts oder rückwärts bewegt. Erst als mein Zug sich tatsächlich in Bewegung setzt und vorwärts fährt, kommen sowohl ich und der Zug in eine echte Bewegung und die Reise durch die Landschaften kann folglich stattfinden.

Diese sogenannte optische Täuschung, die in unserer sensorischen Wahrnehmung oder im täglichen Sinnesbewusstsein etwas Stillstehendes als Bewegung erscheinen lässt, kann ein Gleichnis für die philosophische Begründung sein, die einige Kritiker der Anthroposophie vermissen, indem sie beanstanden, dass Rudolf Steiner selbst vernachlässigt hätte, sie in seinen Schriften ausdrücklich darzulegen. Deshalb werde ich diese Zugbegebenheit in philosophischem Verständnis beschreiben und sie als Gleichnis verwenden, wie übersinnliches Bewusstsein in einer Wechselwirkung des Denkens zwischen Bewegung und Stillstand stattfindet. In der Physik ist Bewegung eine Änderung der Lage eines Objekts im Raum, während die Zeit vergeht. In der Philosophie bedeutet Bewegung etwas mehr, nämlich jede Art von Umwandeln, Verändern, Bearbeiten, Transformieren, Konvertieren und Umbilden. Die verschiedenen Bedeutungen des Begriffs «Bewegung» in Physik und Philosophie kann zu Missverständnissen führen. Für die folgende Übersicht über das Konzept der Bewegung in der Philosophie habe ich den deutschen Kabarettisten, Web-Programmierer und Autor Peter Möller zu danken.

Der Begriff Bewegung in der Philosophie
Gemäß des griechischen Philosophen Parmenides ist Bewegung nur etwas Scheinbares, während Sein oder das Wesen statisch, unbeweglich ist. Er argumentierte, dass die Welt eine unveränderliche, ewige, zusammenhängend gleichmäßige Kugel ist und dass die Sinne lügen, wenn sie Bewegung melden. Parmenides‘ Standpunkt ist damit analog. Das bedeutet auf unser Gleichnis übertragen, dass für seine philosophische Rechtfertigung der Bewegung die Zugbegebenheit ein Vorwand oder Schein ist. Nach Heraklit ist es die Bewegung, welche Sein, Dasein, Existenz schafft. Er behauptete, dass alles andauernd erscheint und verschwindet. Plato führte Parmenides Ansatz weiter fort und betrachtete die reale Existenz als unbeweglich. Für ihn beruhte der Wesenskern auf den ewigen, unveränderlichen Ideen. Bewegung kann nur im Schattenreich beobachtet werden. Aristoteles schloss sich Heraklit an und argumentierte, dass Bewegung die Möglichkeiten des Seins auskundschaftet. Er philosophierte über die Ursprünge der Bewegung und zog den Schluss, dass sie in einem stillstehenden Beweger, in Gott, seinen Ursprung hat. Spätere dialektische Philosophen wie Jacob Böhme und Hegel sahen die Ursache der Bewegung in Widersprüchen. Nach Einsteins Relativitätstheorie ist die Bewegung als eine Änderung der Position relativ, d.h. bedingt durch Grenzen und Umstände. – Ich gehe nur bei Parmenides auf das Zuggleichnis ein; es bei den anderen auch zu tun, überlasse ich anderen.

Ein Stillstand bedeutet in der Regel, dass Bewegung, Funktion oder ein Wartezustand vor Ort oder in einer bestimmten Situation aufhört. Dies gilt sowohl für physische Objekte wie abstrakte kognitive Prozesse. Eine Variante des Stillstands oder der Ruhe tritt auf, wenn ein laufendes Ereignis von einer Pause gestoppt wird. Das Wort Pause kommt aus dem Griechischen πασις (pa͂f̱sis) und bedeutet Aufenthalt, Ruhe, Rast, Stillstand bedeutet. Auf der mentalen oder seelischen Ebene haben wir Gelassenheit, inneren Frieden oder seelische Sicherheit als eine Haltung – vor allem in schwierigen Situationen –, wenn wir in der Lage sind, aufgeschlossen, unparteiisch oder freisinnig zu sein. Dies ist das Gegenteil von Beunruhigung, Aufgeregtheit, Nervosität und Stress. Indem eine solche Selbstbeherrschung einen gefühlsmäßigen Aspekt unterstreicht, ist Selbstbesinnung eine bewusste, zurückhaltende Gemütsruhe, die wir in schwierigen oder heiklen Situationen einnehmen können, sodass der rationale Aspekt der inneren Sicherheit die Übersicht aufrechthält. Eine mehr willensbetonte Kategorie von Gelassenheit ist Mut oder Furchtlosigkeit. Mut, Entschlossenheit und Tapferkeit bedeutet, dass wir es wagen und in der Lage sind, etwas zu riskieren. Dies bedeutet, in eine möglicherweise gefährliche Situation zu gehen, die mit Unsicherheit verbunden ist.

Sechs Kategorien und übersinnliches Bewusstsein als einer von ihnen
Wenn wir jetzt zurück zum Zugbegebenheit gehen und eine dieser Kategorien nutzen, werden wir die folgende Charakteristik erhalten, die ich in sechs neue Kategorien untergliedere und mit Zahlen, Buchstaben und Namen anführe, um sie anschließend in der philosophischen Begründung der Anthroposophie zu benutzen. Die Analogie zwischen der Zugbegebenheit einschließlich der darin enthaltenen Scheinbewegung und der Meditationsbegebenheit, bei der übersinnliches Bewusstsein als subjektiver Vorwand auftreten kann, bleibt ein Vorwand, solange die theoretische Rechtfertigung der Analogie nicht in die Praxis umgesetzt ist. Wenn ein praktisch erfahrenes übersinnliches Bewusstsein vorhanden ist, muss diese Erfahrung erneut gerechtfertigt werden, bei der es erforderlich wird, zu zeigen, dass das übersinnliche Bewusstsein nicht vorgibt, eine Paraphrase einer subjektiven Illusion zu sein, sondern an sich eine Erweiterung ist, eine Entfaltung oder Umbildung des vorliegenden Sinnesbewusstseins, worin seine Erkenntnissicherheit mitgeht und sogar in ihrer Beschaffenheit als Wahrheitsbegreifen verstärkt wird.

Kategorie 1: Das Ich – Ich bin ein Reisender, der im Zustand der Ruhe sitzt. Dies ist Stillstand A.
Kategorie 2: Denken plus Fühlen und Wollen (Philosophie) – der Zug I, in welchem ich sitze steht still. Dies ist Stillstand B.
Kategorie 3: Sinnesbewusstsein – der Raum um mich sowohl drinnen als auch draußen ist meistens ruhig, wenn auch andere Reisende sich darin bewegen, der Wind die Blätter und Zweige der Bäume auf dem Bahnhof bewegt und Autos auf den Straßen weiter weg vorbeifahren. Dies ist Stillstand C.
Kategorie 4: Mittel, Paradox, Gedankeninhalt, Meditationsbild, Mantra – der Zug II nebenan steht zunächst still (Stillstand D, der weiterhin nicht von Bedeutung ist). Dann beginnt er zu fahren: Dies ist die Bewegung a.
Kategorie 5: das übersinnliche Bewusstsein (Anthroposophie) – wenn Bewegung a geschieht, d.h. die Kategorie 4 beginnt, folgt die Bewegung b, die ein geistiger Zustand des Ichs (Kategorie 1) ist.
Kategorie 6 (die für das Denken usw. mehr oder weniger identisch mit Kategorie 2 ist): Denken plus Fühlen und Wollen – wenn der Zug I fährt, entsteht die Bewegung c, was dazu führt, dass die Kategorie 5 zugunsten der Kategorie 6 aufgehoben wird.

Kategorie 5 ist somit eine Kombination von Stillstand A-B, Kategorie 1-2 und Bewegung a, Kategorie 4. Sowohl das Gefühl der Bewegung des stationären Zugs und das übersinnliche Bewusstseins kann als eine Ausnahmezustand betrachtet werden, der aufgehoben wird, sobald die relativen Verhältnisse zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Stillstand und der Bewegung sich ändern. Stillstand A-B wird als Bewegung b wahrgenommen wegen der Veränderung der Lage (Bewegung a) außerhalb (Stillstand C und Kategorie 3).

Wenn ruhendes Denken sich als Bewegung entpuppt
Auf den seelischen, mentalen oder meditativen Plan übertragen, beginnt das Ich sich zu «bewegen» (spirituell betrachtet) zusammen mit dem Denken, wenn ein Gedankeninhalt in Bezug auf das Sinnesbewusstsein in Bewegung gesetzt wird. Diese innere Bewegung nenne ich übersinnliches Bewusstsein. Im gewöhnlichen Sinnesbewusstsein bewegt das Ich sich in verschiedenen Landschaften, Feldern oder Räumen (des Sinnfälligen, der Sinneseindrücke) mithilfe des Denkens (und des Fühlens und Wollens). Damit übersinnliches Bewusstsein entstehen kann, muss eine Kategorie, die scheinbar gleich oder identisch mit dem Denken ist – aber immer noch als eine unabhängige, verwandte Kategorie existiert –, sich außerhalb des ruhenden Denkens des Ichs befinden. (Wenn ich schnell rückwärts laufe im Korridor in die gleiche Richtung wie der verlassende Zug, erlebe ich die optische Täuschung nicht). Das bewegte Denken muss sich aus dem Sinnesfeld fortbewegen, damit das übersinnliche Bewusstsein sich einfinden kann.

Da sowohl die Zugbegebenheit als auch das übersinnliche Bewusstsein Erscheinungen sind, die nur von einer Person, einem Ich in der Position des Subjekts erfahren werden kann, wird die philosophische Begründung der Anthroposophie – die eine Folge und eine Beschreibung der gemachten Erfahrungen in einem spirituellen Feld mit übersinnlichem Bewusstsein ist – zunächst nur eine individuelle und nicht eine soziale Gültigkeit haben. Nur der Einzelne, der selbst die Begründung schafft, argumentiert sie aus einem selbständig vollzogenen Akt des Bewusstseins. Meine Ausführungen sind als ein theoretischer, existentialistischer Versuch zu betrachten, dass ein Denkinhalt, der innerhalb der Begrenzung des Sinnesbewusstseins bewegt wird, das ruhende Denken als unabhängige Bewegung hervorgehen lässt. Der folgende Satz des französischen Existenzialistphilosophen Gabriel Marcel (1889 – 1973) kann als fahrender Zug des Denkens mit seinen 20 Wort-Waggons für das übersinnliche Bewusstsein dienen, wenn jemand anderer seines Denkens Reise erkunden möchte:

«Nur wer liebend aus dem Kreis des Ichs zu einem Du sich bewegt, findet das Tor zum Geheimnis des Seins.»

Die Begründung des übersinnlichen Bewusstseins als neutraler existentialistischer Monismus
Es gilt dann, sich sowohl auf den Denkens-Zug zu konzentrieren und gleichzeitig – wenn du es vorbeiziehen lässt – dich dafür zu öffnen, dass das Erleben des neuen Inhalts, das sich im inneren Beobachtungsfeld bewegt, keine Illusion ist, sondern sich erkennen lässt anhand seines selbständigen Wesens durch das Ich deines Wesens. Wenn wir das Gleichnis mit dem Stillstand und der Bewegung der Züge benutzen, enthüllen wir, dass es genau wichtig ist, dass das, was als bewegt erlebt wird, sich im Sinnesbereich und nicht in einer dualistischen Realität außerhalb befindet. (Wir müssen daher nicht mit geschlossenen Augen sitzen, um etwas zu erleben, während der Bewusstseinswandel passiert.) Dabei führen wir das Plädoyer des Monismus von der Einheitlichkeit aller Existenz fort. Wir könnten auch den Begriff spirituelle Ganzheitlichkeit (Holismus) benutzen. Daher bezeichnen wir die philosophische Rechtfertigung für übersinnliches Bewusstsein und Beobachtung (Anthroposophie) mit dem traditionellen philosophischen Begriff des existentiellen Monismus.

Der Wunsch, alles über sich zu erfahren und wo und wie man im Dasein unterwegs ist, durch das, was anscheinend draußen ist und einen drinnen bewegt, charakterisiert das Streben nach übersinnlichem Bewusstsein. Wenn diese Form des Monismus – so weit, wie er hier beschrieben ist – noch nicht die Qualität oder den Umfang des übersinnlichen Bewusstseins untersucht, sondern nur bestätigt hat, dass es tatsächlich als eine eigenständige Kategorie im Denken erscheint, bildet es einen sogenannten neutralen Monismus, der u.a. vom britischen Mathematiker, Autor, Philosophen, Historiker und Sozialkritiker Bertrand Russell (1872 – 1970) befürwortet wurde, der schrieb:

«Was wir brauchen, ist nicht der Wille zum Glauben, sondern der Wunsch zum Herauszufinden.»

Damit habe ich eine Analogie zwischen Tages- oder Sinneswahrnehmung und meditativem oder übersinnlichem Bewusstsein auf theoretischer Basis vorgenommen, in der die Vorwandbewegung der Zugbegebenheit ein Bild des letzteren erzeugt. In einer philosophischen Rechtfertigung des erfahrenen meditativen Bewusstseins, die hier also nicht erarbeitet wurde, aber in einem späteren Beitrag behandelt wird, wird es notwendig, die illusorische Komponente des Scheins zu untersuchen, um gerade zu rechtfertigen, dass es von keiner geistlosen subjektiven Erscheinung die Rede ist, sondern von einem geistigen Einschub in das Denken, Fühlen und Wollen eines objektiven Inhalts und einer Weisheit, die für das Sinnesbewusstsein wahrgenommen wird, als außerhalb der Dinge oder in ihnen verborgen zu sein. Das ehemals allgemeine Esoterische ist ein individuell Exoterisches geworden. Früherer gewöhnlicher Glaube ist initiiertes Wissen geworden. Von zentraler Bedeutung in der praktischen philosophischen Rechtfertigung der Anthroposophie wird es sein, im Detail auf die Beziehung zwischen Denken, Fühlen und Wollen in der sinnlichen Erfahrung und auf die sich verändernde Beziehung zwischen diesen drei Seelenkategorien im übersinnlichen Bewusstsein näher einzugehen.


Dieser Beitrag erschien erst in Norwegisch am 9.12.2014 und dann in English am 11.12.2014 auf meinem Blog.

Illustration:
Gabriel Honoré Marcel (1889 – 1973) war ein französischer Philosoph und Dramatiker. Seine philosophischen Hauptwerke sind Journal métaphysique (Metaphysische Tagebuch), veröffentlicht im Jahr 1927, und Etre et avoir (Sein und Haben) aus dem Jahr 1935. Im Mittelpunkt seines Denkens stehen Probleme in Verbindung mit Erkenntnis und Existenz.

Kommentare

  1. Ein Zug hat es in sich, egal in welcher philosophischen Variante, sogar als deadline.
    Danke für die interessante Übersetzung.
    Philosopie scheint kein Allheilmittel zu sein, das geht erst einmal aus den Hinweisen zu den Philosophen hervor. Klar könnte gesagt werden, Steiner hat die Philosophie verraten, bzw. die anderen alle herabgewürdigt und sich an die Spitze gestellt.
    Ich sehe es mehr wie sein Meister, der ihn vor den Menschen warnte,
    Steiner hat halt vielleicht ungewollt auch "anthroposophische Bösewichter" erzogen,
    vielleicht hilft dieser Hinweis, Zander, Traub und CO.

    Bleibt die Frage, wo Humor angesiedelt ist, bei der Philosophie, der Esoterik, bei Gott, wohl beim Menschen, also hat Gott gar keinen Humor oder?!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie es mit dem Humor in der geistigen Welt besteht, ist sicherlich eine Frage wert, aber ich werde sie hier nicht angehen, sondern mich darauf beschränken, dass er im Leben lebens- und geistwichtig ist. Humor hilft aus der Falle der Sentimentalität, des Verstrickt-Sein mit dem eigenen Ego und deren der anderen loszukommen. Humor ist eigentlich eine ganz individuelle Sache, bei der man sich mit anderen ÜBER etwas lachen kann. Man bleibt quasi bei sich und ist trotzdem in einer Stimmung der Gemeinschaft vereinigt. Humor rüttelt an das Festgefahrene und Tradierte. So sehen wir auch, dass in verschiedenen politischen und religiösen Systemen der Humor gewisse Schranken eingewiesen oder sogar verboten wird.
      Heute ist ja interessanterweise der 80 Jahrestag der ersten «Vater und Sohn»-Bildgeschichte des Zeichners e.o.plauen – eigentlich Erich Ohser, der bei seinem Freitod 1944 seine Abneigung gegen die Naziregime höher hielt als sein eigenes Leben.
      Rudolf Steiner meinte, dass wir im Streben nach dem Geistigen das Humorvolle gewissermaßen als Essenspakete auf dem Übungsweg mitnehmen sollten, weil der Humor in der Seele wie ein Träger – oder Geschmacksverstärker wie Zucker, Kräuter und Salz – für den Ernst wird. Steiners Dafürhalten der Wichtigkeit des Humors zeigte sich auch darin, dass er bei der Eurythmie eine eigene Abteilung der Humoresken entwickelte, die bis heute ein Bestandteil der Bühneneurythmie ist.

      Löschen
  2. Lieber Jostein,
    sag, ist das so dein Schreibstil, wenn es erlaubt ist zu fragen? Es ist, weil ich nicht sicher bin was unter "wissenschaftlicher Betrachtungsweise" zu verstehen ist.
    Ich war am Gymnasium, man hat uns Schülerinnen damals gezwungen, Facharbeiten anzulegen und diese zu gliedern, Einleitung, Hauptteil, Schluss. Der Hauptteil nochmals in 1,2,3,.. sowie A,B,C, usw untergliedert...
    Aber wissenschaftlich ist ja nicht nur die Äussere Gliederung, es liegt wohl auch an der Anschauungsweise an sich, bestimmt kann man das auch direkt in menschliche Worte fassen...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Kerstin, ob dies mein «Schreibstil» ist? Ja, sicher – auch neben anderen Stilarten, in denen ich mich übe. Ich habe den Text geschrieben und zwar nach meinem Verständnis dessen, was ein Text befördern könnte. Ich habe einiges von Gliederung usw. in der Volksschule, am Gymnasium und an den Hochschulen gelernt, aber das Meiste lernte ich durch Lesen und Studieren der Texte anderer. Insofern bin ich mehr oder weniger Autodidakt, was das «Wissenschaftliche» anbelangt. Ob dieser Text überhaupt ein wissenschaftlicher Aufbau hat, ist für mich nicht so wichtig, da ich als Sprachkünstler mehr darauf schaue, was sich beim Schreiben in einem Prozess mit dem Thema entwickelt.
      Der Zug wäre ein gutes Bild für einen Text. Er braucht die Lokomotive, verschiedene Waggons und auch einen Speisewagen. In einem Text darf diese Elemente aber nicht nacheinander formal angereicht werden, sondern sollen sich ineinander ziehen, sodass sie einander quasi durchdringen. Dieses künstlerische Element hat ja gewissermaßen die Wissenschaft auf die Bahn gebracht, da die ersten Philosophen und Forscher auch Künstler waren. Auch Goethe, der Steiner quasi aus den trockenen und humorlosen Fallen der damaligen Naturwissenschaft heraus rettete, war ja ein mannigfaltiger Künstler.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: