Burghard Schildt: Der mikro- und der makrokosmische Mensch

Auf einen Einwurf von Kerstin („Die Denkweise wird sich in diesem Leben nicht mehr verändern.“) antwortet Burghard Schildt: 

Liebe Kerstin,

ich will deinen obigen Satz ergänzen anhand des Wortes: Erden. Er lautet nun so: „Die Denkweise wird sich in diesem Erdenleben nicht mehr verändern.“ So verändert, kann ich den Satz abermals ändern. In diesen: Diese Weise des Nicht – mehr - Denkens wird sich im Erdenleben verändern.

Im Hinblick auf ein Projekt, an dem Joseph Beuys mittätig gewesen ist, sagte er: Wir werden daran noch die nächsten 500 Jahre zu arbeiten haben. Er wusste also darum: Jegliche Arbeit ist stets die der Verstorbenen.

Damit man als ein Verstorbener mitarbeiten kann - denn so Manche sind dort auch arbeitslos-, dafür ist erforderlich, dass man im Erdenleben das Können erlernt, ohne den physischen Körper dennoch Erfahrungen machen zu können. Das Gegengewicht im letzten Satz, das liegt auf: Machen zu „können“. Jeder Verstorbene macht seine Erfahrungen selber. Man kann dort nicht auf die Straße gehen und die Erfahrung abwarten, dass jemand einem auf die Füße tritt.

Die erste selbst zu machende Erfahrung im Nachtodlichen, das ist die der Selbsterfahrung. Und eben die kann man allein anhand derjenigen Denkkraft machen, die man ausbildet dabei, dass man, im Erdenleben, vom physischen Körper, sich zunehmend mehr loszureißen sucht. Eine Anleitung dafür kann und will die Philosophie der Freiheit Rudolf Steiners sein.

Und die kann man nicht in Lesekreisen sich er-“arbeiten“. Jeder kann dabei allein seinen Weg schreiten. Ist man so eine Weile geschritten, kann man sich in Folge, bei einer Zusammenkunft, einander austauschen und weiterhin, wo möglich, beraten.

Erarbeiten? Jede Arbeit ist die der Verstorbenen. Damit ist gesagt: Wie und was jemand im Erdenleben ausführen kann, dafür ist im Vorgeburtlichen die Möglichkeit erarbeitet worden. Für jeden einzelnen Verstorbenen sind dabei alle übrigen diejenigen, die diese Möglichkeit „für“ ihn erarbeiten. Für sich „selbst“ kann man dort rein gar nichts tun.

Von daher gesehen erklärt sich das, seitens Rudolf Steiner, offenbarte soziale Hauptgesetz:

"Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist um so größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.

Zur Erinnerung: Arbeiten zu können, das ist allein das Vermögen der Verstorbenen. Dass ein irdischer Mensch Brötchen einpacken kann, das ist von daher wirksam, dass die Kraft der Verstorbenen sich dafür bedingungslos zur Verfügung stellt, wie auch für jede weitere Handlung, die man ausführen will. Darin offenbart sich die Güte und Freiheitsliebe der Verstorbenen.

Für jedes weitere Erdenleben, für und in das ein Verstorbener einzutreten hat, dafür sind wiederum allein all die übrigen Verstorbenen tätig. Niemand erwirkt dort für sich selbst ein nächstes Erdenleben. Dadurch ist gewährleistet, dass ein jedes Erdenleben eines mikrokosmischen Menschen mit dem des makrokosmischen sich in Übereinstimmung finden kann.

Kommentare

  1. Das Steinerzitat....das "offenbarte soziale Hauptgesetz" ....ist die Umkehrung aller natürlichen Erfahrungswerte, so eine Art Oxymoron.
    Nebenbei bemerkt, es dürfte schwer sein, den Beweis zu erbringen, dass Steiner dieses Gesetz nicht rein ökonomisch postulierte bzw. ableitete.
    Man könnte es auch als eines der "Hauptgesetze des Sozialismus" bezeichnen.

    Dass der Sozialismus - die menschliche Individualität leugnend - auf geistigem und intellektuellem Betrug beruhte und daher unabwendbar scheitern würde, war natürlich zu Steiners Zeiten noch nicht allgemein absehbar.

    Aber sind wir denn um Himmels Willen heute nicht in der Lage, aufbauend auf historischen Analysen und Rückblicken, eigener Erfahrungen und eigenem simplem vernünftigen Denken, die utopischen Sehnsüchte von Steiners Zeitgenossen, die Steiner aus welchen Gründen auch immer so gerne bediente, als das zu erkennen, was sie damals schon waren? Nämlich als ein zwar verständliches, aber deswegen nicht weniger unsinniges, aus historisch bedingten materiell wie geistig einengenden Lebensumständen generiertes Infragestellen der universellsten Naturgesetze?

    Anscheinend nicht! Da bemühen wir lieber "vorgeburtliche" oder " nachtodliche" Sphären, um etwas - wenn auf das reale Leben bezogen - zutiefst Unzeitgemässes, irgendwie doch noch zu rechtfertigen.


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    1. Lieber Rudolf, wir rufen hier nicht zur Mai- Demo auf, und kommen Ihnen auch nicht mit einem Parteiprogramm. Der Verstorbene ist, so leid es mit tut, auch Sie. Und auch Sie hängen von der Güte der Menschengemeinschaft ab- existentiell. Die Güte, dass Sie die Möglichkeit hatten, der zu werden, der Sie sind, zum Beispiel. Aber auch der Aspekt in Ihnen, der selbst Güte ist - so verschüttet sein mag- ist eine rein geistige, sich verschenkende Entität in der innigen Gemeinschat mit Natur und Mensch. Denken sie den Artikel doch noch einmal durch, um auch nur die Ebene zu berühren, um die es überhaupt geht- und reagieren Sie nicht ad hoc, automatisch, schematisch und reflexartig.

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    2. Lieber Michael,

      das mit dem Sozialismus verstehe ich sicher nicht auf irgendeine parteipolitische Ebene bezogen oder gar auf den untergegangenen Realsozialismus. Vielmehr meinte ich unser heutiges gerade scheiterndes System, und das eben nicht nur politisch-ökonomisch, sondern vor allem bezogen auf unsere heutige geistige Verfasstheit, welche ja alles andere - direkt oder indirekt - unsere gesamten Lebensumstände schaffend, gewissermassen nur nach sich zieht.

      Eine geistige Verfasstheit, die die geistige Individualität des einzelnen Menschen nicht gerade in den Mittelpunkt stellt, den Menschen vorwiegend nur noch als Teil der Gemeinschaft sieht und als nur in dieser seine Existenzberechtigung erlangendes Wesen wahrnimmt (geistiger Sozialismus).

      Das heutige Verunglimpfen und Beiseiteschieben des "gesunden Egoismus", materiell wie geistig, die Geringschätzung der Individualität sowie die geistige Bevormundung auf jeder erdenklichen Ebene führen gesamtgesellschaftlich immer augenscheinlicher zum Verlust des Selbstbewusstseins, letztlich auch der eigenen Seele und der menschlichen Freiheit sowieso.

      Es gibt keine "Güte der Menschengemeinschaft", diese ist wenn schon das Ergebnis der Güte einzelner Menschen, die Summe der Güte der Mitglieder einer Gemeinschaft. Klar ist jeder Mensch (auch!!) von der Güte anderer Menschen abhängig, aber zur wahren Menschwerdung gehört meiner Ansicht nach jedenfalls viel viel mehr als unabdingbare Voraussetzung dazu. Vor allem sind dies der menschliche Wille, die Möglichkeit der freien Persönlichkeitsentfaltung sowie die grösstmögliche Freiheit, materiell wie geistig.

      Wenn wir die Gemeinschaft überbetonen, klammern wir einfach andere wesentliche Aspekte aus. Dies kommt einer Leugnung bzw. Geringschätzung des Individuums und der existenziell notwendigen menschlichen Freiheit ziemlich nahe.

      Meisterhaft ist natürlich Ihre Art mit (vielleicht auch nur ein wenig) Andersdenkenden zu verfahren. Ich muss schon sagen, dass ich sehr viel dazulerne.
      Da ist von "verschütteter Güte" die Rede, wenn ich es richtig interpretiere, da werde ich, obwohl augenscheinlich lebend als "Verstorbener" bezeichnet.

      "Krieg ist Frieden" ist ja reichlich abgedroschen, aber dass man Lebende nun als Verstorbene bezeichnen darf, finde ich geradezu schon witzig. Angehen würde ja noch, wenn man mich zum Zeitpunkt vor meiner Geburt als "Verstorbenen" bezeichnen würde, aber hier gehts mir doch ein bisschen zu weit.

      Bemerkenswert jedenfalls, wohin bzgl. der Charakterisierung Andersdenkender so eine sich kultiviert wähnende Auseinandersetzung führen kann.

      Oder wäre womöglich, angesichts dieser Wortwahl, die Bezeichnung "geistige Schlammschlacht" nicht doch angebrachter? ;-)

      Wie auch immer. Ich kann allem dennoch sehr viel abgewinnen! Daher trotzdem vielen Dank für tiefe Einblicke in anthroposophische Denk- und Betrachtungsweisen!

      Lg
      Rudolf

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    3. Lieber Rudolf. das war auch keine Beleidigung, und schon gar keine "Schlammschlacht". Meine Meinungsäußerung war auch keine Kollektivausgabe "anthroposophischen Denkens" o.ä., da ich nur für mich sprechen kann und im übrigen kein Anthroposoph bin. Lassen wir einmal die genannten Synonyme beiseite und sprechen wir einerseits von dem, was bei uns allen reaktives, ziemlich automatisches Denken und Handeln ist (davon werden immer mehr automatische Mechanismen in digitalen Apparaturen übernehmen) und dem, was andererseits aktuelle Präsenz, konkret differenzierende Entscheidungen sind. Da haben Sie etwas Ähnliches anders ausgedrückt.

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  2. Eine Denkweise sollte sich dann ändern, wenn sie nicht mehr tragfähig ist; tut sie es (beispielsweise aus Starrsinn) nicht, dann bekommt sie idiotische Züge (weil sie nicht mehr zur 'Wirklichkeit' passt)...

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    1. Denkweisen ändern wollen in erster Linie Psychiater.

      Wie bezeichnet man aber Menschen, die nicht nur das Denken anderer ändern wollen, sondern auch noch bestimmen wollen, was die "Wirklichkeit" zu sein hat, an welcher sie dann das Denken messen und in der Folge dann wohl den Grad der Idiotie definieren?

      Willkommen in der Welt des freien Denkens!

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    2. Es gibt den Begriff "Ideologie". Ich sag dazu mal: Abheben im Verlangen nach Vollständigkeit, eine, - oft auch mit verschleierten erogen (narzistischen) Motiven aufgeladene Sehnsucht nach "Vollkommenheit" -, welche in einer Welt, in der jedes Einzelne Ding an sich unvollständig bleibt- , und ein gut Stück weit unerklärbar- ; Vollständigkeit, auch Makellosigkeit und Reinheit krampfhaft zu erzwingen sucht. Hinnahme von Unvollständigkeit läßt immer offen, das ideologische hingegen beschränkt sich selbst, und alles, was es erreichen kann, um die Welt einer Vorstellung von Makellosigkeit einzuverleiben, zu desinfizieren, zu eliminieren. Um es in krasser Konsequenz zu sagen. Es isoliert missionierend und schließt das Unerwartete aus.
      "Idiotie" kann ein Antagonist zum Ideologischen sein. Es ist auch ein Extrem. Die Weigerung den eigenen Standpunkt zu öffnen. Eigenes, womöglich als unlösbar aufgegebene Konflikte, bestimmen solipsistisch selektiv die Wahrnehmung. Kurz gesagt. In beidem ist ein Leiden, an sich selbst und an der Welt.
      Es müßte ein Weg gefunden werden, mit der eigenen Unvollständigkeit (auch Abhängigkeit) in einer unvollkommenen Welt den intersubjektiven Ausgleich zu finden, trotz dem Risiko der Enttäuschungen, die man freilich immer auch heimlich erwartet, bei aller zaghaft versuchten ...Offenheit.
      Es gibt übrigens "Idiotika", da geht es um die - Eigentümlichkeiten - von Regiolekten und Soziolekten, die Schweiz machte im 19.JH den Anfang: http://www.idiotikon.ch/
      Gruß, m.butty

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    3. Was ich bei den Egoisten schätze, ist, daß hier der Soziolekt der Anthro-Sprache entwirrt und oft ganz aufgelöst und gelichtet wird. Es werden auch die solcher Sprache zugrundeliegenden - unausgesprochenen - Vorstellung ans Licht geholt und in ihren Wirkungen enttarnt. Es wird nach dem inhaltlichen in Steiners Vermächtnis gesucht, und dann versucht, alternative Synonyme zu finden, und zwar erweiternd ins Unerwartete. Und in Burghard Schildts Texten ist jedes Wort auf die Feinwaage gelegt, und der Leser gefordert, nachzuwiegen, auch in sich selbst.
      m.butty

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    4. Lieber Mischa, schön, wenn das ab und zu gelingt: Eine eigene Sprachgestalt zu finden.

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    5. Diese Art und Weise einer Sprachfügung ist nicht von mir selbst geschöpft, auch wenn ich bereits viel mit und in ihr gedacht habe. Und diese "Werkzeuge" an manches Phänomen, prüfend und mitteilend "anlege", um Standpunkte einzunehmen oder zu veranschaulichen. Wachstum in Ringen (Rilke), die sich um ein immer erneuerndes "Kambium" des Baumes legen, und Pendeln in lebendigen Kreisläufen (so wie das Herz und der Atem gehn) und kosmischen Kreisläufen sind die Grundlagen solcher Grammatik. Da droht freilich die Gefahr der Routine, da so manches hierdurch einfach und immer schlüssig erscheint. Und abstumpfende Wiederholung. Manchmal triit, im Bild des Teppichs, so hervor, daß kaschiert wird, wie das Muster fehlerhaft gewoben ist, dann ist ein Muster fehlerdrei gelungen, das Orament aber unansehnlich geraten. Auch wieder eine pendelnde Metapher. Es fruchtet in einem, wenn Andere erfinden und schöpfen, und man erschafft daraus eigene Gestalten, kraft des Vermögens, welches man sich anzueignen vermochte. ;-)) Grammatik aber wiegt in der Sicherheit der Illussion, nun einen "endgültigen Maßstab" zur Hand zu haben.. Siehe "zu schön, um nicht wahr zu sein" unterm Dach der Egoisten..

      Was ich da zu Burghard Schildt noch mittels Feinwaage noch erwog, zu sagen, kann ich jetzt hier noch beifügen: In Burghard Schildts Texten ist jedes Wort auf die Feinwwage gelegt, so, daß der Leser einsehen kann, wie Burghard mit dem Text spricht, bis der Text Burghard antwortet, ihn dann verläßt, und als Text in sich selbst spricht. Das kann der Leser zuerst beobachten. Und dann den Text aufnehmen, um ihn im eigenen Innersten aufzunehmen, und zu erproben. So wäre es "ganz genau" ..
      m.butty

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    6. Wachstum in stabilisierenden Ringen (Rilke), - u m - die sich ein immer erneuerndes "Kambium" - innen- unausgestzt bildet, und nach außen zur Borke härtet, und so den ganzen Baum ergeben, .. müßte es einigermaßen biologisch korrekt -oben- in etwa heißen... sicher.
      m.butty

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    7. @Rudolf

      Die Wartezimmer der Psychiater quellen IN ALLER ERSTER LINIE von Patienten über, die sich gewissen Regeln des Denkens (meist aufgrund bestimmter traumatisch begründeter Phobien) selbst verschließen. Sie suchen den Psychiater auf (nicht er sie), weil sie ihr Denken aus eigener Kraft nicht ändern können oder wollen, aber mit dem bisherigen Denken im Leben nicht mehr zurechtkommen (ohne diesen Leidensdruck würden sie ja schließlich nicht zum Psychiater gehen).

      Willkommen in der Welt der Paranoia...

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    8. @ Michael Eggert
      Ich hätte obige Antwort zuvor ins Reine schreiben solln, mit Gegenlesen. Nimm es als dicken stotternden - aufrichtigen - Errötungs-Smiley. Die gefallenen Strickmaschen ergeben sich aus dem Zusammenhang! :-)

      @Stephan Birkholz
      Ich sollte nicht über "dritte" reden, aber Rudolf liest ja mit. Es könnte mit Überheblichkeit verwechselt werden, doch ich wage zu sagen, daß ich ..wir hatten doch als Kinder diese Schraffur-Bild-Alben... mit jedem Strich wurde das dahinter verborgene Bild sichtbar! Und je länger ich mit Rudolf diskutiere, ein Jahr bald, entdecke ich das Sich Hervorringen eines in meiner Sicht berechtigten Konzeptes, einen Entwurf einer Theorie hinsichtlich der Eigenständigkeit des Individuums, das Bedürfnis nach dem kraftvollen, jawohl, Erlebnis einer vollständigen Selbstverwirklichung, um sich einen Platz in der Welt zu erringen. Nur die Rolle Rudolf Steiners (des Ersten ;-) .. des Orginals) und das Delegieren des Unerfüllbaren oder Ungelösten dieses Entwurf wird ein Vorwurf: Ein Vorwurf, zuweilen eine Provokation. Dieser Vorwurf will sich nicht mit dem Gewordenen der gesellschaftlichen Fakten-Realität, die ja auch ein Balanceakt ist, historisch gewachsene und weiter wachsende Augabe(n)- der Wirtschaft im Ringen mit dem Sozialen Wollen -, abfinden. Und verkürzt, - statt sich zuerst mit den eigenen Theorien zu begnügen, und zu unterscheiden: Hier meine Träume, da die gewordenen - Tatsachen.. Und er hinterfragt auch verkürzend die Person Rudolf Steiners I., .. so, daß er den Quellen nicht trauen möchte... und wenn, - dann wird Steiner "als Vehikel" (manchmal dunkler Eminenzen) gesehen, der wahlweise a) den Auftrag hatte, ein Sammelbecken für "frei flottierende" Vorstellungen vieler zu sein, um diese entweder zu fokussieren, umzulenken, gar zu "eleminieren", nämlich aufzuheben.. oder b) Steiner hat es aus sich selbst heraus so gewollt, mit schwer (mir) diffussen Zielen, .. unser ..Rudolf II. ist sich da unsicher, und vermutet bloß, bekennt das aber auch. Mißtrauen eben. Und nachdenkliche, doch etwas verkürzende Provokation. Verkürzt? Da wäre mehr, was sonst, aus Sturheit (!?) übersehn werden könnte. Meine Meinung...
      m.butty

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    9. Lieber Stephan,

      mit "Patienten", die aus freien Stücken den Psychiater aufsuchen und ihren Beweggründen scheinst du dich ja auszukennen. Ich denke mal berufsbedingt.

      Ich versuchte aber eher auf eine ganz andere Art Psychiater anzuspielen, also nicht auf diejenigen, welche von wirklich Kranken freiwillig aufgesucht werden, sondern diejenigen welche auf uns....die Gesellschaft...auf Andersdenkende....oder was auch immer ein bisschen von der "Linie" abweicht, losgelassen werden, die wir nie und nimmer freiwillig aufsuchen würden.

      Ja, es gibt sie, diejenigen die zu wissen glauben, was die richtige Art des Denkens ist und geradezu davon besessen sind, einzig und allein das ihrer Meinung nach richtige Denken zuzulassen. Durchtränkt von Intoleranz und Paranoia. Die uns nicht mal eigenständiges Denken zugestehen möchten.

      Diejenigen "Psychiater" also, egal ob im Dienste der Politik und ihrer Strippenzieher oder selbsternannter "geistiger Eliten", die meinen es stünde nur ihnen zu im Sinne des Zeitgeistes oder gar der Wahrheit zu sprechen.
      Sie laufen auch nicht alle im weissen Kittel herum, das sind eh noch die harmlosesten.

      Du hast mich augenscheinlich missverstanden.

      @ Mischa,

      danke für den Versuch der meiner "Durchleuchtung". Bist wirklich ein feiner Kerl, besonders dann, wenn du dich (in öffentlich einsehbaren Räumen) auf einigermassen unübliche Gratwanderungen begibst. Mit manchem hast du vermutlich sogar recht, allerdings verwechselst du zuweilen Werkzeuge und Ziele.

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  3. "Die erste selbst zu machende Erfahrung im Nachtodlichen, das ist die der Selbsterfahrung"

    Woher weisst Du das? Hast Du konkrete Erfahrungen des Nachtodlichen? Oder glaubst Du einfach nur an die Richtigkeit bestimmter Texte von Steiner?

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    1. Diese Erfahrung macht man selbstverständlich in exakter meditativer Arbeit- im so viel beschworenen "reinen Denken". In jeder Kultur der realen Initiation gehört die Parallele zur Todeserfahrung dazu- nicht theoretisierend, sondern realiter.

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    2. Wollen Sie damit sagen, dass Sie selbst ein Eingeweihter bist, oder beziehen Sie sich auf die mitgeteilte Erfahrungen wirklicher Eingeweihter?

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    3. Ich spreche nur von Erfahrungsfeldern im Rahmen meditativer Übung- so wie beim Klavierspiel oder im Gesang mit der Zeit Fähigkeiten im Sinne des "Flusses" beim Tun entstehen. Irgendeine "Bezeichnung", ein "Rang" oder eine "Würde" sind damit nicht verbunden.

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    4. Ja, ich kann mir gut vorstellen, was Sie damit meinen und wie sie es empfinden.

      Das "eingeweiht sein" lässt sich sicherlich weder auf eine "Bezeichnung" reduzieren, noch stellt es einen Rang oder eine Würde dar, da stimme ich überein. Es sagt etwas über einen realen Zustand aus, in dem sich ein Mensch befinden kann.

      In diesem Zusammenhang wäre ich daran interessiert zu erfahren, ob es also vielleicht z.B. als "Methoden der Selbsteinweihung" zu bezeichnende Möglichkeiten gibt, mit Hilfe derer sich dann reale "Erfahrungsfelder" auftun in Bezug auf nachtodliche Zustände.

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    5. Burghard deutet es ja an, was seinen Zugang zu einer Methodik betrifft: "Die erste selbst zu machende Erfahrung im Nachtodlichen, das ist die der Selbsterfahrung. Und eben die kann man allein anhand derjenigen Denkkraft machen, die man ausbildet dabei, dass man, im Erdenleben, vom physischen Körper, sich zunehmend mehr loszureißen sucht. Eine Anleitung dafür kann und will die Philosophie der Freiheit Rudolf Steiners sein." Man muss das wirklich wörtlich nehmen, da der Text selbst meditativ - d.h. nur durch Meditation zu erschließen ist. "Denkkraft" ist z.B. sehr nachdenkenswert. Wenn Denken zur Kraft geworden ist- kommt es zu einer "Selbsterfahrung", in der sich das Selbst als Ganzes darin erfährt- unabhängig von Biografie, sensorischen Körper- Rückmeldungen, kognitivem Bezugszusammenhang. Dann beginnt das improvisierende geistige Arbeiten. Es gibt dazu sehr unterschiedliche Zugänge- ich denke, jeder findet da seinen Stil und hat Vorlieben, aber auch Probleme.

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    6. "Die erste selbst zu machende Erfahrung im Nachtodlichen, das ist die der Selbsterfahrung"

      Und was ist eine Selbsterfahrung? - Und wie unterscheidet sich eine solche angebliche Selbsterfahrung von der, die ich hier im Leben als eine solche bezeichnen würde? Und wenn überhaupt, dann ist und wäre das sogenannte Nachtodliche der eigentlich reale Zustand, sobald ich wirklich denke.

      Ich erlebe es als doch ziemlich anzüglich, derlei Behauptungen, oder nennen wir es lieber fesselnde Benennungen, SO hier einzustellen, weil es bewegliche Bahnen verfestigt, wie jegliche Behauptungen.

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    7. Wie ist denn Ihre Selbsterfahrung so, "als solche", auf "beweglicher Bahn"? Klingt nach Bimmelbahn!

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    8. Die "Bimmelbahn" steht dafür, dass alles im Fluss ist! Und wer meint den Fluss fixieren zu müssen, indem fest-gestellt wird, ist als Schaffner einer Bimmelbahn unbrauchbar. Und, "wonach irgendwas klingt" ist vorstellungsabhängig, bitte mal nachschauen.

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    9. Es mag durchaus sein, daß ich "nach Manfred klinge", Herr Eggert, aber was an meiner Bemerkung wirre sein soll, erschließt sich mir nicht.

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  4. "Eine Anleitung dafür kann und will die Philosophie der Freiheit Rudolf Steiners sein"

    In diese Richtung ging ja (sinngemäß) vor einiger Zeit auf diesem Blog die kritische Nachfrage von C.Clement: Gibt es überhaupt irgendwelche Ego-Blogger oder sonstige Anthroposophen, die sich anhand ihrer gesteigerten Denkkräfte vom Körper "losreißen", bzw. von "höheren" (geschweige denn nachtodlichen) Erfahrungen berichten können...? Es hat sich hier auf dem entsprechenden Thread interessanterweise keine positive Antwort finden können.

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    1. Ich frage hier und dort schon mal privat nach. Für manche gehört so etwas zum Intim- Bereich, das schon durch Verbalisieren profanisiert wird. Andere leben mit Aspekten davon mit so großer Selbstverständlichkeit, dass es ihnen in dieser Form gar nicht bewusst ist- es ist "normaler" Teil des Alltagsbewusstseins. Wieder andere reden nicht darüber, weil sie nicht mit irgend welchen "Esoterikern" in einen Topf geworfen werden wollen. Außerdem gibt es gerade dieser Szene gegenüber ein Angewidert Sein in Bezug auf Leute, die ständig damit hausieren gehen- und zwar offenkundig unkundigen Leuten, die lediglich simple Vorstellungen davon projizieren.

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  5. "Jede Arbeit ist die der Verstorbenen."

    Ja? Ist das so? Und wo kommt das her, was uns die Verstorbenen geben, spenden, ermöglichen? Oder wäre es doch eher das Verstorbene, sprich Gewordene was uns erfüllt und leitet?
    //

    "Damit ist gesagt: Wie und was jemand im Erdenleben ausführen kann, dafür ist im Vorgeburtlichen die Möglichkeit erarbeitet worden."

    Soso, damit ist also gesagt, sag an! Auch oder wirklich nur durch das Vorgeburtliche? Wahrscheinlich laufen auch deshalb hier die ganzen Inkarnierten wie abwesend herum?
    //

    "Für jeden einzelnen Verstorbenen sind dabei alle übrigen diejenigen, die diese Möglichkeit „für“ ihn erarbeiten. Für sich „selbst“ kann man dort rein gar nichts tun."

    Ja was denn nun? Haben wir nicht grad gelesen: "Jede Arbeit ist die der Verstorbenen."

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  6. "Die erste selbst zu machende Erfahrung im Nachtodlichen, das ist die der Selbsterfahrung. Und eben die kann man..."

    Eben das war meine Frage von gestern (7:17) : Woher weisst Du das? Hast Du das konkret erfahren, was Du mit etwas allzu vielen tiefsinnigen Worten nicht nur umschreibst, sondern auch apodiktisch behauptest?

    Es ist m.E. absolut uninteressant, was "man kann". Keine Antwort bisher des Autoren (BS) stattdessen allgemeine Betrachtungen des Blogbetreibers "..In jeder Kultur der realen Initiation gehört die Parallele zur Todeserfahrung dazu..." Mag sein, mich interessiert allerdings mehr, ob der Autor eine "Todeserfahrung" sowie eine "reale Initiation" gehabt hat, oder ob er vielleicht eher Freude an philosophischen Gedanken- und Sprachspielen zum Thema Nachtodliches hat.

    (Ein anderer "Anonymer" als gestern, 20:17)

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    1. Das sieht wieder einmal mehr nach einer privaten Attacke als nach einer echten Frage aus. Ich habe die (sachliche) Frage schon beantwortet. Was soll dieses perseverierende Nachhaken? Jeder, der Augen im Kopf hat, erkennt den imaginativen Charakter des Textes. Das sollte in dieser Hinsicht genügen.

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    2. Also kann man hier vielleicht von "imaginativen Todeserfahrungen" sprechen?

      Das wären dann aber doch wiederum keine realen Erfahrungen, sondern Produkte unserer eigenen Vorstellungskraft, welche aber nur subjektive Realitäten zu erzeugen in der Lage ist.

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    3. Vielleicht wäre es angebracht leibfreies Denken und Todeserfahrung zu unterscheiden? Man muss ja nicht gleich übertreiben.

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    4. Lieber Rudolf, das "Imaginativ" meint in diesem Zusammenhang nicht "vorgestellt", sondern ist als Terminus technicus Steiners Theosophie entlehnt. Aber ich gebe Ihnen in mancher Hinsicht recht: Ähnlich wie in den vom Dalai Lama initiierten Hirnscan buddhistischer Mönche in der tiefen Meditation (nicht nur ähnlich, sondern analog) besteht die "Tiefe" der Meditation eben darin, dass alle sensorischen Rückmeldungen - auch die des Körpers- abgestellt sind. Dabei entstehen "breite" Hirnaktivitäten mit bestimmten Wellen, die eher Schlafmustern entsprechen, wobei die Breite in einer hohen Aktivität besteht. Das entspricht dem Begriff Wach-im-Schlaf. Dem Meditierenden in seinem Erleben ergibt sich eine Erfahrung des Selbst, die zugleich intersubjektiv ist- er fühlt sich in einen Bewusstseinsstrom hinein genommen, der weit über ihn selbst als personale Entität hinaus geht. Wie gesagt, das scheint auch ein interkulturelles Phänomen zu sein. Katholische Nonnen im tiefen Gebet zeigen ähnliche Muster. Die Erfahrung der Intersubjektivität - des rein Menschlichen ohne Beimengung- kann als analog zu einer Todeserfahrung erfasst werden. Nur dass das natürlich nur partiell und nicht total erlebt wird. Es ist ein Analogon.

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    5. "Das sieht wieder einmal mehr nach einer privaten Attacke als nach einer echten Frage aus. Ich habe die (sachliche) Frage schon beantwortet"

      Das stimmt, ich hatte allerdings gehofft, dass der Autor des Artikels meine (im Grunde einfache) Frage beantwortet. Das Ganze deckt sich mit meinen bisherigen Erfahrungen mit der anthroposophischen Bewegung: Die naheliegende Frage, ob Aussagen über "geistige" Inhalte auf eigenen Erfahrungen desjenigen, der die Aussage macht, beruhen, werden allgemein nicht gerne gesehen, bzw. sogar als "Attacke" erlebt.

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  7. Es ist vielleicht hilfreich, sich vor Augen zu halten, daß Burghards Text keine „Gebote“ aufstellt, sondern von „Gegebenheiten“ berichtet, die sich ihm (Burghard/dem Text) „zeigen“.

    Die Texte Burghards sind oft nicht meine Sache – will heißen: seine Art zu schreiben, und auch seine Art, auf das zu kommen, was sich ihm „zeigt“, ist nicht die meine.
    Daher ist es nicht zu verwundern, wenn das, was sich ihm „zeigt“, manchmal etwas ganz anderes ist als das, was sich mir „zeigt“.

    Aber ich stimme Rudolf Steiner zu (GA 45):
    »Jede Ansicht kann eine wahre sein, wenn sie treu das Beobachtete wiedergibt. Und sie ist erst dann widerlegt, wenn nachgewiesen ist, daß ihr eine andere berechtigterweise widersprechen darf, welche von demselben Gesichtspunkte aus gegeben ist. Ein Unterschied hingegen von einer Ansicht, die von einem anderen Gesichtspunkt aus gegeben ist, besagt in der Regel nichts.«

    Ich muß mich also, wenn ich mich auf Burghards Text einlassen will (was ich durchaus nicht immer will!), innerlich „um-stellen“ - - - will heißen: ich muß versuchen, mich auf einen „Standpunkt“ zu stellen, von dem aus die „Sache“ so „gesehen“ werden kann, wie Burghards Text sie darstellt.

    Für diesen Versuch konzentriere ich mich zunächst nicht auf die Sätze, die meinen eigenen Erfahrungen zu widerstreben scheinen, sondern ich beginne mit demjenigen, dem ich unmittelbar zustimmen kann, auch wenn es in dieser Form nicht im normalen „Gesichtsfeld“ meiner Alltagserfahrungen ist:

    »Jeder Verstorbene macht seine Erfahrungen selber. Man kann dort nicht auf die Straße gehen und die Erfahrung abwarten, dass jemand einem auf die Füße tritt.«

    Für mich führt das in diesen beiden Sätzen Ausgedrückte unmittelbar zur Voraussetzung des hier mit „Denkkraft“ Bezeichneten – denn ohne eine solche Kraft, die losgelöst vom physischen Leib wirken kann, wird es weder „Erfahrungen“ noch „Arbeit“ geben können in einer „Welt“, in der wir ohne physischen Leib auskommen müssen.


    Nun wüßte ich gern, ob diejenigen von Burghards Kritikern, die sich wirklich auf seinen Text einlassen wollen, bis hierher folgen würden, und wenn nein: warum nicht.

    Herzlich,
    Ingrid

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    1. Lieber Ingrid, lieber Mitleser,

      Ingrid, danke für deinen hilfreichen Beitrag. Im Besonderen hierfür:

      „Die Texte Burghards sind oft nicht meine Sache – will heißen: seine Art zu schreiben, und auch seine Art, auf das zu kommen, was sich ihm „zeigt“, ist nicht die meine.

      Ich muß mich also, wenn ich mich auf Burghards Text einlassen will (was ich durchaus nicht immer will!), innerlich „um-stellen“ - - - will heißen: ich muß versuchen, mich auf einen „Standpunkt“ zu stellen, von dem aus die „Sache“ so „gesehen“ werden kann, wie Burghards Text sie darstellt.

      Für diesen Versuch konzentriere ich mich zunächst nicht auf die Sätze, die meinen eigenen Erfahrungen zu widerstreben scheinen, sondern ich beginne mit demjenigen, dem ich unmittelbar zustimmen kann, auch wenn es in dieser Form nicht im normalen „Gesichtsfeld“ meiner Alltagserfahrungen ist:“
      ~

      Der nachstehende Text ist ein „Brief“ meinerseits, innerhalb eines zurückliegenden Briefwechsels mit Fin. Wer ist Fin? In den letzten Wochen stiftete er für diesen Blog Beiträge seinerseits. Ingrid wird sich an ihn erinnnern können, da sie auf seine Beiträge ihrerseits Bezug nahm.

      ~
      Hallo Fin,

      mit dem gleich Folgenden liegt ein Versuch vor. Der, in dem ich versuche, einen Einblick zu eröffnen. In die Art, wie ich mit Rudolf Steiner in mir zusammenarbeite. Dafür wiederhole ich den, bereits wiederholten, eingängigen Steinerpassus.

      "Warum sucht man solche Gesellschaften, wie die anthroposophische ist, zu begründen? Warum sucht man Menschen gewissermaßen unter solchen Ideen zu vereinen? Weil dadurch ein karmisches Band geschaffen wird zwischen Menschen, die sich finden sollen in der geistigen Welt, die auch in der geistigen Welt zusammengehören sollen, was sie nicht könnten, wenn sie vereinsamt hier herumlaufen würden. Gerade durch die Möglichkeit, geistige Erkenntnisse und geistige Weistümer untereinander auszubreiten, schafft man ungeheuer viel für das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluß der geistigen Welt. Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen." (Rudolf Steiner GA 178 16. November 1917)

      In dem Maße, wie es gelingt, den Passus in mir zu bilden, zeigt sich mir ein, sich in seinem Werdeprozess befindliches, Gebilde. Anfänglich ist das ein hauchartiges Weben*. Wobei?
      Indem ich in mir gewisse Erwägungen betätige. Gewiss bin ich mir dabei im Erleben meiner Sympathie, meiner Antipathie. Derjenigen, die sich unmittelbar zu Wort meldet, indem ich mit dem Lesen beginne.

      Fortsetzung folgt ~

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    2. Fortsetzung

      Ich lese dafür den Absatz als Ganzes. Dabei achte ich darauf, bei welchen „Stellen“ ich mich in Sympathie, bei welchen ich mich in Antipathie empfinde. Dort, wo die Waagschale der Sympathie am Gewichtigsten erscheint, dort steige ich in das Textweben* ein. So, das ich in Folge, von dort ausgehend, weitere Fäden erfrage. Mit dem „Vorsatz“, einen sich selbst tragenden, also fliegenden Teppich* zu weben. Weiter oben beschreibe ich das so:

      - Einer meiner Leitwerte dabei ist dieser: Bildekräften so einen Freiraum zu eröffnen, in dem sie, einerseits ihrer „Natur“ gemäß, andererseits einer bildnerischen Intention dienend, also in gegenseitiger Anerkennung, sich so ausgestalten, dass ein Bild dann „fertig“ ist, wenn es sich, in allen seinen „Teilen“, in Übereinstimmung mit sich selbst findet. -

      Dort, „wo“ ich in Sympathie mich empfinde, dort empfinde ich mich zugleich in so einem Freiraum. Der Ort, von dem ich bei besagtem Steinerpassus ausgehe, ist dieser: „Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen."

      Indem ich den Satz lese, empfinde ich besagte Sympathie. Jedoch, die ist zugleich von meiner Antipathie durchwoben. Wo? Hier: „drüben“. In meiner Welt kenne ich kein „drüben“. Da das so ist, stellt sich mir das Empfinden ein, glauben zu müssen. Das wiederum widerstrebt meinem Naturell. Daher meine Antipathie.

      Aber. Ich kenne mich so, dass meine Antipathie mir stets so ein Wegweiser sein kann, der mich zurückführt. Dabei in widersprüchlicher Weise dorthin, wo ich hin will. Wohin? Zu einem fliegenden Teppich.

      So ein Teppich ist mir die Gewissheit, dass ich beim Malen von Bildern das erleben kann, wovon Steiner spricht, indem er sagt: „ das Leben in der geistigen Welt, das aber zurückwirkt auf die physisch-sinnliche Welt, denn die steht fortwährend unter dem Einfluss der geistigen Welt.“ Mit diesem Satz bin ich nun bereits mit dem Faden verwoben, den ich als meinen Ausgangsfaden setzte. Ich wiederhole: „Hier geschehen ja überhaupt nur die Wirkungen; drüben in der geistigen Welt, auch indem wir hier auf dem physischen Plane leben, geschehen die Ursachen."

      Schaue ich nun in mein Erleben, so sehe ich, dass dasjenige, dass Steiner, indem er das Wort „drüben“ spricht, dass er dabei eine ganz bestimmte Art und Weise des Handelns im Blick hat. Welche?

      Beginne ich ein „neues Bild“, schaue ich malend zugleich auf etwas. Worauf? Auf die Geburt eines Bildes. Obwohl das Bild dabei noch nicht als Ganzes in die Erscheinung tritt, ist „es“ dennoch bereits bildschaffend tätig. Das besagt, es handelt sich als „Selbstgeburt“. Von wo aus? Was liegt vor der Geburt? Die Antwort schlummert bereits in der Frage. Das Vorgeburtliche.

      Folglich bin ich in meiner Geborenheit zugleich vorgeburtlich in Tätigkeit begriffen. Mir offenkundig als die Region erlebbar, von der Steiner sagt, sie sei „drüben“. Das eben geschilderte Erleben gewichtet zugleich mein Erwägen in Sympathie und Antipathie anders. Erlebend, dass das „Drüben“ in meinem hier Sein mittätig ist, erlebe ich das Wort „drüben“ bereits so: Üben! Mit Drall. Also mit Dr. All.

      Ausklang

      Die Zeit betritt das Atelier. Und sieht, ich male. Malend wende ich mich um. Sie sieht, ich sehe durch sie hindurch. Dabei noch sinnend im Bilde. Und, wie immer, wenn sie kommt, murmelnd: Wo warst Du? Ich lege den Pinsel ab. Und rede mich raus. Aus der Zeitlosigkeit. Draußen sagt sie: „Wieso?“ Ich kenne das. Damit will sie sagen: Hallo! Also: Hol über. So rief man anno einen Fährmann an.

      ~ B

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    3. 1. Teil
      "Die erste selbst zu machende Erfahrung im Nachtodlichen, das ist die der Selbsterfahrung"
      Wenn ich dieser Aussage von Burghard Schildt eine Aussage von Angelus Silesius an die Seite stelle, dann kann sich dieser von ihm so benannten nachtodlichen Selbsterfahrung der Möglichkeit nach vielleicht eine dieser zugehörige Selbsterfahrung im Erdenleben zugesellen.
      "Wer nicht stirbt bevor er stirbt, der verdirbt."
      Damit ist aus meiner Sicht gesagt, dass derjenige Mensch verdirbt, der als ein in diesem seinen Leben Lebender nicht stirbt, bevor er stirbt. Mit anderen Worten und sehr pointiert gesagt, verdirbt, wenn er nicht ihm angemessene Wege zur Selbsteinweihung sucht und betritt.
      Versuche ich der Möglichkeit näher zu treten eine Selbsterfahrung der Art zu machen, die mich sterben lässt, bevor ich im eigentlichen Sinne am Ende meines irdischen Lebens über die Schwelle zur geistigen Welt trete, dann eröffnet sich für mich z.B. ein Zugangsweg zu einer derartigen Selbsterfahrung in den Worten Rudolf Steiners in: "Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten," wo er davon spricht, dass auf dem Schulungsweg zu allererst alle Vorstellungen sterben, verbrannt werden müssten. Damit ist zugleich eine Anweisung zur Selbsteinweihung gegeben.
      Zur Selbsteinweihung über viele Stufen von Selbsterfahrung hinweg.
      Auch wenn es dem einen oder anderen hier vielleicht nicht so ganz gefallen mag, in meinen Augen ist Rudolf Steiner einen Weg der Selbsteinweihung gegangen, indem er auf seinem Weg bereit war zu immer neuen und sich weiter vertiefenden Selbsterfahrungen.
      Doch zurückkehrend zu und weiter anknüpfend an Angelus Silesius: Ein Mensch verdirbt in meinem Verständnis dann, wenn er nicht bereit ist seine Vorstellungen in inneren Selbsterfahrungsprozessen aufzulösen oder wenigstens immer wieder erneut Anläufe unternimmt seine festgefügten Vorstellungen in Bezug auf das, was er als Wirklichkeit betrachtet situativ in Fluss zu bringen.

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    4. 2. Teil
      Wie schwer das sein kann, das zeigt sich mir in den hier, wie auch anderswo laufenden bemühten Dialogen auf die unterschiedlichste Weise immer wieder und ... Lässt bei mir ehrlicherweise immer wieder auch einmal tiefere Erschütterungen aus. Vorstellungen können sehr tief reichen. Sie können das eigene Wirklichkeitsverständnis in einer Weise berühren, dass allein schon das Erwägen einer Umformung, um nicht zu sagen die Auflösung derselben innerhalb meines solcherart sich vorwärts bewegenden Selbsterfahrungsprozesses mich zurück zucken lassen, als ob ich meine Finger soeben an einer heissen Herdplatte verbrannt hätte.
      Was aber geschieht in der einen oder anderen Weise, wenn ich mich in inneren Selbsterfahrungsprozessen auf das Aufbrechen eigener Vorstellungswelten einlasse. Ich kann das z.B. so beschreiben: Wände brechen Weg, der Boden gerät unter meinen Füssen im inneren Selbsterfahren in wellenartige, über einander her fallende Bewegungen, bricht nach unten durch und nimmt mich stürzend mit. Keine unbedingt erhebende Erfahrung ... Vor allem eine Selbsterfahrung, für die es einigen Mut braucht, um in der durchhaltenden Fortsetzung derselben allmählich inneres Neuland zu finden in einem mehr und mehr sich erkraftenden eigenständigen Denken.
      Rational abstraktes Denken ist vor diesem Hintergrund eingefrorene Denkkraft. Das will erst einmal verdaut und bearbeitet sein.
      Warum sich hier auf diesem Blog keine oder wenn dann nur getarnt auftretende Menschen zeigen, die in der Lage wären anfänglich von eigenen geistigen Erfahrungen zu sprechen, dazu kann ich nur sagen, soweit ich mit Menschen Kontakt haben konnte, die im Zusammenhang mit einem eigenständigen Denken über ein derartiges Erfahren verfügen, bzw. verfügten, so fanden und finden diese wohl immer noch nicht eine hinreichende Bereitschaft, eigene Vorstellungswelten so weit auf zu brechen, dass dadurch eine sensible innere Resonanzfläche entsteht, die empfänglich dafür wäre, dass auf dieser Grundlage in einem Miteinander, wie gleicherweise einander Freilassen, Forschungswege in erweiterte L e b e nsbereiche betreten werden könnten.
      Abschliessend will ich Burghard Schildt danken, der es schon zu wiederholten Malen geschafft hat im Denken hier ein künstlerisches Unikat vor unseren Augen entstehen zu lassen, das in seinen filigranen Webmustern wahrhaft so manche Forschungswege eröffnen könnte. Ingrid will ich danken, dass sie hier Burghards Webmuster auf eine so ausserordentlich sachliche Weise zu schützen weiss.
      Zu Burghards Aussage, dass es auch im Nachtodlichen Arbeitslose gäbe, kann ich nur anmerken: Die beste Lebensversicherung, dass einem ein derartiges Ungemach nicht dereinst widerfahre, scheint mir die zu sein, im Erdenleben um das Verbrennen eigener Vorstellungen in geeigneten Selbsterfahrungen nachhaltig besorgt zu sein. Doch nichts für ungut. Ich mach mich damit auch schon wieder vom Acker.

      Bernhard Albrecht

      @ Burghard: dieser Kommentar wurde nieder geschrieben bevor ich jetzt Deinen obigen Kommentar hier vorfand, nimmt darauf also keinen unmittelbaren Bezug

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  8. manroes Bemerkung:
    »Vielleicht wäre es angebracht leibfreies Denken und Todeserfahrung zu unterscheiden?«
    veranlaßt mich nun, ein Rilke-Gedicht hier dazuzustellen - - - denn es läßt ahnen, inwiefern „leibfreies Denken“ und „Todeserfahrung“ miteinander zu tun haben: es geht um diesen „Streifen Wirklichkeit“:


    Todes-Erfahrung

    Wir wissen nichts von diesem Hingehn, das
    nicht mit uns teilt. Wir haben keinen Grund,
    Bewunderung und Liebe oder Haß
    dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund

    tragischer Klage wunderlich entstellt.
    Noch ist die Welt voll Rollen, die wir spielen.
    Solang wir sorgen, ob wir auch gefielen,
    spielt auch der Tod, obwohl er nicht gefällt.

    Doch als du gingst, da brach in diese Bühne
    ein Streifen Wirklichkeit durch jenen Spalt
    durch den du hingingst: Grün wirklicher Grüne,
    wirklicher Sonnenschein, wirklicher Wald.

    Wir spielen weiter. Bang und schwer Erlerntes
    hersagend und Gebärden dann und wann
    aufhebend; aber dein von uns entferntes,
    aus unserm Stück entrücktes Dasein kann

    uns manchmal überkommen, wie ein Wissen
    von jener Wirklichkeit sich niedersenkend,
    so daß wir eine Weile hingerissen
    das Leben spielen, nicht an Beifall denkend.

    Rainer Maria Rilke, aus: Neue Gedichte (1907)

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  9. Lieber Burghardt
    und in die Runde,

    ich staune immer wieder über gewisse Querverbindungen, ganz konkret über den aktuellen Schnellschützen, dein Weberschiffchen, denn ich hatte eigentlich den Entschluss gefasst, die hiesige Weberei zu verlassen und den Egoisten - erstmal/für längere Zeit/für immer? - den Rücken zu kehren. Eine Stimme sagte mir allerdings, ich solle noch einen letzten Blick riskieren.

    Und siehe da: über deine Bilder durfte/darf ich nochmal meditieren!

    Zum Zitat kann ich dir sagen, daß ich mich der Anthroposophie verbunden fühle, nicht nur weil mein biographischer Faden mit ihrem Wesen verknüpft zu sein scheint, mir die Ideale des Stifters einleuchten oder das biodynamische Brot mundet, sondern weil ich auch in diesen Kreisen auf Menschen treffen durfte, die sich etwas bewahren konnten, an das ich zutiefst glaube. Es waren nicht die Belesenen, keine Vortänzer oder großen Redner, sondern Verstoßene, die letzten Krumen einer Spezies, an die ich mich gerne erinnere, weil sie mir in all ihrer Schwäche und Verrücktheit etwas antragen konnten, was wohl kein Aussatz zu entstellen vermag.

    Das, was sich durch sie bewahrte, was durch sie hindurch strahlte, das ist für mich das schlagende Herz einer lieben anthroposophischen Gestalt.

    Ich kann dir sagen, daß ich sehr mit der Gesellschaft & mir ringe, auch mit den Schriften Steiners. Es zerreißt mich. Ich kann dir gar nicht genau sagen, wann das angefangen hat, aber ich bin mir ganz sicher, etwas stimmt nicht mit dieser Welt. Sie scheint mir aus dem Ruder gelaufen zu sein.

    Während die ganze Menschheit in die Zukunft eilt und ihren Fortschritt sucht (auch die Anthroposophische Gesellschaft) verdichtet sich in mir immer mehr der Ent/Schluß, nicht fortzufahren, nicht in die Ferne zu ziehen, sondern zurückzukehren und alles zu befragen, was mir entgegenkommt, damit ich den allerersten Anfang finde ...

    Alle reden vom Geist und vergessen die See(*), das empfindende Wesen, das uns alle stillt, essen es auf, fressen sie leer und feiern unseren Humanismus auf Hummerbasis

    Es gibt dringliche Fragen, die mir große Rätsel aufgeben, auf die ich mir keinen Reim zu machen weiß. Ich meine jetzt nicht das Mineral, den Stein oder Steiner, aber wer verbirgt sich hinter den "Meistern"? Auch die Anthroposophie lebt von einer Vorgeschichte und läßt sich nicht isoliert auf Rudolf ... begründen.

    - Teil 1

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    1. Wenn ich also die Anthroposophie erkunde, dann folge ich ihrer Spur, befrage ihren Namen, ihre ureigene Bedeutung, ihr Wesen. Wen oder was möchte denn die Anthroposophie ansprechen, wenn nicht den Anthropos, den Menschen, den Menschensohn, das Menschenkind?

      Ich weiß nicht, wie es dir/euch ergangen ist, aber war es für euch keine Zerreißprobe, als ihr das erste Mal davon hörtet, daß Jesus nicht einer war, sondern zwei, ... (Siehe 5. Ev.) Nicht, daß dies nicht möglich wäre, aber warum steht es nicht in den Heiligen Schriften? Warum sprechen diese nicht klar und deutlich von der Idee der Wiedergeburt? Warum widersprechen sich nicht nur die Evangelien, sondern die gesamte abrahamitische Tradition? Ja, wie kann es sein, daß sich deren Zweige inhaltlich ausschließen, obwohl sie angeblich alle einer himmlischen Tradition folgen, an dessen Spitze eine Kraft waltet, die sich als einende Gottheit versteht? Warum wurde/wird die Menschheit nicht von einer Religion getragen und dessen Einheit von uns aufbewahrt?

      Da kann doch was nicht stimmen, wenn man das höchste Prinzip, die höchsten Prinzipien, wirklich durchdenkt und beim Wort nimmt. Wahrlich, wo soll denn die Reise hingehen, wenn wir & die höchsten Dinge nicht wahrhaftig sind? Wer ist also für diese Brüche verantwortlich, wenn nicht jener große Geist, seine Geisteskinder und die zugehörigen Webknechte? Welche Weberei bestimmt nun eigentlich das Menschengeschlecht und vor allem seit wann?

      Wie soll ein empfindsames Wesen je wieder Vertrauen fassen, wenn es von diesen Gewalten durch den Fleischwolf gedreht wurde? Was haben die Menschenkinder nicht schon alles erdulden müssen? Sie wurden versklavt, geknechtet, mißbraucht und gequält und mutieren zu Zombies, zu Aliens, die sich rüsten, um das All zu bereisen. Wofür das alles? Für die Liebe, für den Drall von Dr. All?

      Welche liebende Kraft würde überhaupt auf die Idee kommen, ein liebes Kind auf dem Altar zu opfern oder gar ans Kreuz zu schlagen?

      Wer verführt hier eigentlich wen? Vielleicht solltet wir ausnahmsweise mal nicht die Geisterwelt befragen, sondern unser Herz. Warum soll man also jener Geisterwelt folgen, wenn sie es bereits vermag hier auf Erden die größte Not und den schlimmsten Schrecken zu verbreiten? Man muß kein großer Denker oder Hellseher sein, um das zu durchschauen. Jedes empfindsame Wesen weiß es!

      Leider finde ich das Gedicht nicht mehr, das mir vor einer kleinen Ewigkeit mal von einer dieser strahlenden Krumen geschenkt wurde, denn es war ein liebes Gedicht über den Schmerz.

      <a href="https://www.youtube.com/watch?v=K3FsK0R2iGY> Mein Weberschiffchen findet dich nun in allen diesen Dingen</a>.

      Fin (*) le

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    2. Lieber Fin,

      Danke für den Einblick in dein Sinnen und Trachten, Gegensätzen diejenigen Werte abzutrotzen, die sich, nach der Zerreiß-Probe, als die der Ur-Aufführung erweisen.

      ~ B

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    3. Fin: „...denn ich hatte eigentlich den Entschluss gefasst, die hiesige Weberei zu verlassen und den Egoisten - erstmal/für längere Zeit/für immer? - den Rücken zu kehren. Eine Stimme sagte mir allerdings, ich solle noch einen letzten Blick riskieren.“

      Lieber Fin,

      Bei meinem Gang durch die heutige Sonne, dabei trug ein Hauchen mir zu, nachstehende Gedankengänge an dich weiterzuleiten.

      „Fin, es ist vollkommen in der Ordnung und wäre weiterhin Neuordnung stiftend, so Du den Egoisten den Rücken kehren willst. Also dasjenige dort rausfegen willst, das Rückblicken im Wege steht. Und, so dastehend, den Ausgangsort, eben denjenigen Ort, von dem jegliche Gedankengänge ausgehen, verstellt.“

      Das eben Mitgeteilte, das bedarf meinerseits noch einer Zusage: So ein H“auch“en, das will dasjenige, das ihm zugetragen ist, im Weitertragen „auch“ so belassen. Also trug es mir die Worte: „den Egoisten“, eben so zu, wie von dir gesprochen.

      Zum Wort „den“: Es gibt unter „den“ Egoisten so manche, denen braucht man nicht den Rücken zu kehren. Die kehren selber. Das sind die Rückkehrer. Wohin kehren sie zurück? Stets in ihren Anfang.

      Fin, deinerseits könnte also mit berücksichtigt werden, dass deinem Entschluss: „nicht in die Ferne zu ziehen, sondern zurückzukehren und alles zu befragen, was mir entgegenkommt, damit ich den allerersten Anfang finde ...“ seitens so mancher Egoisten hier, nichts im Wege steht.


      ~ B

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    4. Lieber Fin, wie schön und ehrlich.

      Danke für deine Gedanken, Fragen und Zweifel. Ich kann das alles sehr gut nachempfinden und -denken, denn es ging mir ebenso.

      Vieles war auch mir oft wie ein Irrgarten (und manchmal auch noch) oder wie ein Puzzlespiel, wo dann aber immer Teile fehlten oder nicht stimmig waren. Wie bin ich nun aus diesem Irrgarten herausgekommen? Wer gab mir die fehlenden Puzzleteile, Antworten etc.?
      Es war wohl eine Mischung aus - erstens - dem was ich gut annehmen konnte und wollte mit den Jahren und Widerhall fand - "prüfet alles und das beste für euch behaltet" - aus all diesen vielen westlichen/östlichen Bereichen der spirituellen Welten und Autoren etc.

      Sowie - noch wichtiger für mich: Mein Herz und die Lebens-Erfahrung schenkten mir letztlich die fehlenden Teile..keine Bibel, kein Doktores und kein Papst. Es passierte sogar, dass ich dieses ganze Puzzlespiel einfach vom Tisch gefegt habe - so dass ich nicht länger abhängig war von so einigen sich teils widersprechenden, spirituellen Informationen und Worten großer Persönlichkeiten, Peng aus, ich wollte wieder atmen und zur Besinnung kommen!

      Mein Herz also ist (m)ein größter Berater, diese wunderbare Denkorgan (Atman) und ich fand dabei AUCH den Mut, im Zweifel (für den Angeklagten) anderen total zu widersprechen und eben auf ES zu hören. Hinzu sind mir die Poeten dieser Welt sehr liebe, die ja meist kein festumrissendes Denkschema oder eine Ideologie propagieren/leben. Sie sind meist die Freiesten von Allen und die Aller-Menschlichsten und so für mich die Hilfreichsten.

      Da wo deine ganz persönliche ART der Liebe entsteht und ist und wirkt und fragt etc.- da kannst du dich sicher, geborgen und zu Hause fühlen (und sogar mit einigen teilen), denn es IST dein Zuhause.

      Alles Gute !

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    5. Ja Fin, das ist so wie Du es sagst. Auch ich bin Menschen begegnet, die sehr ähnlich jenen waren und sind, von denen Du sprichst. Darunter auch solchen, die Rudolf Steiner noch persönlich begegnet sind. Und aus mancherlei Spuren, die ich da aufnehmen durfte, fügte sich mir ein inneres Bild dieses Menschen, der so ganz anders war, als zu dem er, aus welchem Grund auch immer, späterhin oft gemacht wurde, zu einer Art Übermensch.
      Und wie es im Auf und Ab eines solchen Prozesses sich dann folgerichtig ergibt, dieses Standbild muss auch wieder gestürzt werden. Aufgeklärtheit nennen es die Protagonisten eines derartigen Prozesses. Und so reissen sie ihm die Kleider vom Leibe, werfen diesen oder jenen Lumpen davon auf den Abfallhaufen der Geschichte und geben sich modern. Kleider die Rudolf Steiner so niemals für sich beansprucht hat, denn das allermeiste von dem, was er sagte, betrachtete er selber als Entwurf und galt ihm von daher nicht als sakrosankt.
      Über die besondere Eigentümlichkeit von Entwürfen im Allgemeinen brauche ich mich hier wohl nicht weiter auslassen. Nur auf ein Kleines fällt eben jetzt da ich dies schreibe mein innerer Blick und eben die Sicht aus diesem Blickwinkel formt sich in mir zu einer Frage.
      Rudolf Steiner hatte als ein Wesentliches in seinem Tun aus meiner Sicht immer "Entwicklung" im Sinn. Beruht nun aber die Grundeigentümlichkeit von Entwicklung nicht auf einem s-ich Entwerfen, also auf immer neuen Entwürfen aus dem Quell des eigenen Seins heraus, mithin aus einer fortlaufenden Rückwendung auf s-Ich? Und eben diese Rückwendung hat er auf alle nur erdenkliche Weise immer wieder vorzuleben versucht. Die seelische Beobachtung, mit der diese Rückwendung ermöglicht werden kann, ist der rote Faden durch sein gesamtes Werkschaffen und öffentliches Wirken.
      Leber Fin, solltest Du diese Zeilen noch lesen, - heute, morgen oder wann immer, dann wünsche ich Dir auf diesem Wege, dass Du in Deiner oftmals so tänzerisch anmutenden Denkbewegung, die ich sehr schätze, Dir in der Rückkehr auf Deinen inneren Quellpunkt sich die Schau vertiefe! Ich grüsse Dich.

      Bernhard Albrecht

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  10. Burghard beschreibt m.E. zwei Erlebnisseiten: ‘Selbsterfahrung‘ und ‘Bilder‘, Denken und Wahrnehmen, das Vorgeburtliche und das Nachtodliche. Bei Steiner kann man diese Erlebnisse wiederfinden als Inspiration (Einweihung) und Imagination (Erleuchtung), abgegrenzt von den für jede(n) zugänglichen Erfahrungen, wie Erinnerung und Phantasie (z.B. öffentliche Vorträge 1918, GA 67, 330 f. und Leitsätze 1925, GA 26, 237f.).

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  11. Wenn ich dies schreibe, befinde ich mich in einem schriftlichen Prozess. Also bin ich nicht mehr in dem einen Prozess oder in den Prozessen, über die ich jetzt schreibe. (Um Missverständnisse zu vermeiden: Wenn ich hier das Pronomen „ich“ benutze, ist es mein Ich, das erörtert wird – auch dann, wenn es darum geht, geistige Erfahrungen wiederzugeben.)
    Was ich vor einiger Zeit in einer gewissen Imagination erlebte, könnte ich jetzt erzählen. Was ich in einer bestimmten Inspiration erfuhr, könnte ich jetzt beschreiben. Was ich in einer bestimmten Intuition erkannte, könnte ich jetzt charakterisieren. (Dies würde deshalb in dem von allen Lesern zugänglichen Alltagsbewusstsein geschehen.) Die drei Bewusstseinszustände können im gleichen Eintauchen in einem bestimmten geistigen Kontext geschehen sein. Sie können aber auch nacheinander innerhalb der gleichen Meditation oder in verschiedenen Meditationszuständen stattgefunden haben. Im Nachhinein können mehrere Erkenntnisprozesse, die in einer zeitlichen Abfolge voneinander getrennt waren, sich jedoch in das gleiche Erkennen einfügen, weil sie in einer gemeinsamen spirituellen Kontinuität einbezogen sind.
    Das imaginative Bewusstsein ist nach meiner Individualerfahrung nicht nur subjektiv, wie es häufig von Seiten mancher Anthroposophen festgestellt wird. Wenn ich schaffe, mich auf das Imaginationsfelt so zu beziehen wie auf einen geistigen Faktor, der sowohl innerhalb als auch außerhalb meiner individuellen Seele ist, der sich ausdehnen und sogar so umfangreich wie ein globales Feld werden kann, dann wird es eine Erkenntnisimagination – d.h. sie wird eine Quelle der wahren Erkenntnis über den geistigen Inhalt, der in diesem Imaginationsbereich erscheint. Es geht demgemäß um „kosmopolitische“ Weisheit. Karmische Einsichten über frühere Leben gehören zu diesem Erkenntnisfelt. Auch sogenannte Kommunikation mit Natur- oder Elementarwesen kann auf diesem Gebiet stattfinden. (Über welche anderen geistigen Wesen oder Individualisten, die höchstwahrscheinlich in einem solchen Erkennen enthalten sind, ist damit aber nichts gesagt worden.)
    Wenn sich die Motive, die Klänge oder der Umfang einer Inspiration irgendwie erweitern und zu einem inneren Kosmos entsprechend den Planetensphären wird, kann ich die Wege verfolgen, die ich zwischen zwei Inkarnationen zurückgelegt habe. Ich kann in diesem Erkenntnisfeld auch über die Einschränkung hinaus reichen, in welcher die imaginative Erkenntnis mich in Bezug auf meine karmische Evolution hält. Dies bedeutet, dass das Inspirationsbewusstsein den Zustand wiedergeben kann, der traditionell als das „Paradies“ beschrieben wird.
    Im Intuitionsbewusstsein erreiche ich den so genannten „Tierkreis“. Die intuitive Erkenntnis ist Sternenbewusstsein, kosmische Anweisung.
    Abhängig vom individuellen Karma und der Konstitution eines Menschen können die drei „höheren“ Bewusstseinsarten ineinander greifen oder gleichzeitig miteinander verlaufen. Sie müssen daher nicht aufeinander folgen und voneinander getrennt sein wie Perlen auf einer Schnur. In meinen Büchern und Artikeln in den letzten 20 Jahren habe ich unzählige Beispiele solcher bewusstseinserweiternden Zustände, Erkenntniskonglomerate, Einblickskonstitutionen oder Anschauungsbegegnungen beschrieben. Solche Berichte von Initiationserfahrungen werden spannend, aber auch schwierig darzustellen, wenn man hinzu des Beschreibens der Selbsterfahrung und der erreichten Dialogbereitschaft beginnt, ein anderes erkanntes Wesen zu charakterisieren. Wie ich dies tue, muss zu einem späteren Beitrag aufgeschoben werden.

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    1. Lieber Jostein, "Das imaginative Bewusstsein ist nach meiner Individualerfahrung nicht nur subjektiv, wie es häufig von Seiten mancher Anthroposophen festgestellt wird. Wenn ich schaffe, mich auf das Imaginationsfelt so zu beziehen wie auf einen geistigen Faktor, der sowohl innerhalb als auch außerhalb meiner individuellen Seele ist, der sich ausdehnen und sogar so umfangreich wie ein globales Feld werden kann, dann wird es eine Erkenntnisimagination – d.h. sie wird eine Quelle der wahren Erkenntnis über den geistigen Inhalt, der in diesem Imaginationsbereich erscheint. Es geht demgemäß um „kosmopolitische“ Weisheit." Ich bezweifle das überhaupt nicht, denke aber doch, dass man immer noch Perspektiven einnimmt- jedenfalls so lange, solange man im imaginativen Feld nicht die "Vollkommenheit" im Sinne der Selbstrealisation (Intuition) gefunden hat. Das schreibe ich nur als Vermutung. Ton Majoor hat oben die Perspektive von Burghard beschrieben als zwischen Vorgeburtlichem und Nachtodlichem schwankend. Ich denke, Burghard bezieht seine Position innerhalb der Imagination vor allem von Vorgeburtlichen her. Das ist ein Gesichtspunkt. Ich denke, im imaginativen Erkenntnisfeld gibt es auch andere. Man forscht, indem man jeweils von einer Perspektive ausgeht. Man kann den Blickwinkel ändern- eine Imagination hat kein Ende, da sie eine Art Knotenpunkt für geistige Forschung darstellt. Man kann und darf seine Schritte dabei ändern und jeweils andere Perspektiven einnehmen. Letztlich ist das wohl auch eine Frage, wie weit man für was reif ist- wie weit der Blick reicht.

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  12. Antworten
    1. Also ich muss schon sagen, das passiert, wenn man immer nur die Benachrichtigungen anstelle des ganzen Blogs liest :-D
      Ansonsten muss ich sagen dass ich manchmal nicht mehr weiterkomme. Das führt allerdings auch nicht zu einem weiteren Plan. So ist es manchmal einfach besser sich zu bewegen.
      Ausserdem habe ich im Alltag wenig Möglichkeit mal zum Nachdenken zu kommen, aber es geht hier immer sehr gut. Auch wegen der Gäste!

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    2. Um ehrlich zu sein, ich kapiere gar nicht, worum es in diesem Thread eigentlich geht. Ich habe etwas angegeben, das wurde wiederholt, als ob ich nochwas dazusagen sollte.
      Ausserdem kommt mir alles so verdreht vor. Bisher hat es immer geheissen man müsse mehr im Alltagsleben präsent sein, sich inkarnieren. Jetzt geht es auf einmal darum, nur die Seelen in der Geistwelt könnten "arbeiten". Reden wir wirklich über das Selbe? Ist wirklich eingefangen, worum es geht?
      Ausserdem hoffe ich doch stark, das wir nicht mehr in Regionen abdriften, wo mit verschleierten Worten danach gefragt wird, welches unsere Selbstverwirklichungs-Arbeit ist, die wir so sehr lieben, dass wir sie vollkommen selbstlos ausüben. Ich dachte, das hätten wir irgendwann hinter uns gelassen, irgendwann vor der Rente noch.

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Egoistisch am meisten gelesen: