Ansichten, Blattlinien und der „Baum“...


Ingrid Haselberger


Zur Diskussion über eine »anthroposophische Presse-Macht« im Nachrichtenblatt der IEA (vergleiche auch Michaels Artikel Die Dornacher "Lügenpresse"-Kampagne) habe ich vor einiger Zeit den folgenden (bisher nicht angenommenen) Leserbrief geschrieben:

Irene Diet moniert, daß in den Zeitschriftenredaktionen der anthroposophischen Publikationsorgane ähnliche Verhältnisse herrschen wie in denen außerhalb der Anthroposophie:
»Hier wie da wird die Presse zunehmend von einer einzigen Meinung dominiert, und dies unter Ausschluss jeder anders gearteten Stimme. Anfragen werden entweder nicht beantwortet oder aber – abgelehnt. Gegenteiliges kann daher nur in Randblättern mit verhältnismäßig kleiner Auflagenzahl erscheinen, welche sich vor allem in der Schweiz befinden.«

In Österreich nennt man die »grundlegende Richtung eines periodischen Druckwerks« die „Blattlinie“, und § 25 unseres Mediengesetzes verpflichtet periodisch erscheinende Medien zur Offenlegung dieser Blattlinie (alljährlich neu). Auf diese Weise kann jeder Leser bereits vor dem Lesen der einzelnen Artikel (und auch jeder Journalist vor einer Bewerbung) einigermaßen erkennen, „woher der Wind weht“ (In Deutschland gibt es Ähnliches unter dem Namen Tendenzschutz – allerdings weiß ich weder, wie es hier mit der Verpflichtung zur Offenlegung der jeweiligen „Tendenz“ steht, noch, wie es sich diesbezüglich in der Schweiz verhält).
Ich finde es nicht verwunderlich, daß sich auch in anthroposophischen Medien solche „grundlegenden Richtungen“ entwickeln: die Redaktionen bestehen aus Menschen, die gut zusammenarbeiten, zumeist wohl wegen eines Grundkonsenses bezüglich essentieller Themenbereiche.

Von anthroposophischen Medien würde ich einerseits eine „anthroposophische Blattlinie“ erwarten, mir aber freilich in diesem Rahmen „innere Pressefreiheit“ wünschen – und damit eine Vielfalt von unterschiedlichen Ansichten, ganz im Sinne Rudolf Steiners:
»Nun aber steht es mit der menschlichen Erkenntnis nicht so, daß sich ihr das Wesen der Dinge auf einmal ergeben kann. Es ist mit ihr vielmehr so, wie mit dem Bilde, das man zum Beispiel von einem Baume von einer gewissen Seite aus malt oder photographisch aufnimmt. Dieses Bild gibt das Aussehen des Baumes, von einem gewissen Gesichtspunkte aus, in voller Wahrheit. Wählt man einen anderen Gesichtspunkt, so wird das Bild ganz anders. Und erst eine Reihe von Bildern, von den verschiedensten Gesichtspunkten aus, kann durch das Zusammenwirken eine Gesamtvorstellung des Baumes geben. […]
Jede Ansicht kann eine wahre sein, wenn sie treu das Beobachtete wiedergibt. Und sie ist erst dann widerlegt, wenn nachgewiesen ist, daß ihr eine andere berechtigterweise widersprechen darf, welche von demselben Gesichtspunkte aus gegeben ist. Ein Unterschied hingegen von einer Ansicht, die von einem anderen Gesichtspunkt aus gegeben ist, besagt in der Regel nichts.« (GA 45, Anthroposophie. Ein Fragment)

Die Schwierigkeit dabei: meinem Eindruck nach herrscht zur Zeit keineswegs Einigkeit darüber, was genau unter einer „anthroposophischen Blattlinie“ zu verstehen wäre (im Sinne eines Ringens darum sind vielleicht die „Abstimm“-Treffen Manfred Schmidt-Brabants zu sehen, die Arnold Sandhaus erwähnt, Nachrichtenblatt 4/22.2.2015).
Solange man sich aber nicht einig ist über den „Rahmen“, tut man sich naturgemäß schwer mit der Einigkeit darüber, wieviel Freiheit möglich sein kann, ohne diesen „Rahmen“ zu sprengen... und so handhabt jede Redaktion das auf ihre Weise, und findet nach und nach ihre Leserschaft.
Mich wundert es nicht nur nicht, wenn eher pluralistisch orientierte Zeitschriften Aufsätze ablehnen, die das Ziel haben, bestimmte andere Sichtweisen zu disqualifizieren, ohne die Bereitschaft, den „Baum“ auch einmal von einem anderen Gesichtspunkt aus anzusehen – es stört mich auch nicht.
Denn der mündige Leser hat ja dennoch die Möglichkeit, sich ein differenziertes Bild zu machen: er kann sowohl die von Irene Diet als „mainstream“ empfundenen Zeitschriften lesen als auch die „Randmedien“ mit kleineren Auflagenzahlen und einer „Blattlinie“, die der des sogenannten „mainstreams“ in manchen Fällen gerade entgegengesetzt ist.
Daß eine erhebliche Anzahl von Lesern genau das tut, zeigt sich in vielen Diskussionen, gerade auch im Zusammenhang mit der SKA.

Im übrigen hatte Christian Clement nicht nur positive Rezensionen, sondern auch alle kritischen Artikel, auch solche aus den sogenannten „Randmedien“, auf der SKA-website zugänglich gemacht (seit einige Kritiker ihm wegen Verletzung des copyrights mit Klage gedroht haben, werden bei fehlender ausdrücklicher Genehmigung zur Veröffentlichung die Quellen nur mehr aufgelistet, hier) – gerade in dieser Diskussion ist also wohl kaum zu befürchten, daß kritische Stimmen nicht gehört würden.

Und nicht zuletzt gibt es ja auch noch das „Nachrichtenblatt“, in dem Irene Diets Artikel nun schon in zwei aufeinanderfolgenden Ausgaben erschienen sind – ich mache mir daher derzeit keine allzu großen Sorgen wegen der angeblichen Macht der anthroposophischen „mainstream-Presse“.

Ingrid Haselberger (Österreich)

––––––––––––––––––

Daran schloß sich ein (durchwegs sehr freundlicher, das möchte ich ausdrücklich anmerken) Mailwechsel mit der Redaktion des „Nachrichtenblattes“, in dessen Verlauf ich den Eindruck gewann, daß meine Gedanken (vielleicht auch nur die Form, in der ich sie äußerte) nicht zur Blattlinie des „Nachrichtenblattes“ zu passen scheinen – weshalb ich sie nun an dieser Stelle veröffentliche.
Mir wurde zunächst (unter Bezugnahme auf mein Steiner-Zitat) entgegengehalten, ich sähe die Sache nicht aus der Perspektive Irene Diets an, könne also das, was sie sagt, weder bestätigen noch widerlegen, mein Aufsatz gehe daher an der eigentlichen Sachfrage vorbei.

Hier meine Antwort:

Sie haben recht: ich habe diesen „Baum“ nicht aus der Perspektive Irene Diets angesehen (oder zumindest spreche ich in meinem Aufsatz nicht davon). Und zwar deshalb nicht, weil es mir gar nicht darum ging, das, was sie sagt, entweder zu bestätigen oder zu widerlegen.
So wie ich es bisher verstanden hatte, geht es bei der Sachfrage nicht um die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der Ansicht Irene Diets, sondern um den  gesamten „Baum“ der anthroposophischen Presselandschaft. 
Ich habe daher versucht, ergänzend zu Frau Diets Ansicht (und ganz bewußt ohne ihr zu widersprechen!), die Ansicht aus einer anderen Perspektive dazuzustellen. Denn, wie Rudolf Steiner aufmerksam macht, kann erst eine Reihe von Bildern, von den verschiedensten Gesichtspunkten aus, durch das Zusammenwirken eine Gesamtvorstellung des Baumes geben. 

Habe ich mich geirrt? Lautet die Sachfrage tatsächlich nur »Hat Irene Diet recht oder nicht?« ? - - - 
Das täte mir leid.

Offen gesagt: ich finde, es wird seit langem bei den meisten Themen viel zu viel darüber diskutiert, wer recht hat.
Das kommt mir vor, als hätte jede/r von uns einen anderen Puzzlestein in der Hand, und statt damit zu beginnen, sie alle zusammenzusetzen, streiten wir uns darüber, wer das einzige „richtige“ Stückchen hat...

Ich fände es sehr viel fruchtbarer, darauf zu vertrauen, daß jede/r von uns sich nach Kräften bemüht, die von seinem Standpunkt aus „richtige“ Ansicht mitzuteilen – und dann diese unterschiedlichen Ansichten zusammenzutragen, um daraus eine mehrdimensionale Gesamtvorstellung zu gewinnen. 
Dazu wollte mein kleiner Aufsatz ein Beitrag sein.

Übrigens auch unter dem Eindruck der derzeitigen Lage in Europa und des Zitates im Nachrichtenblatt Nr 4:
«Nur vierzig Menschen haben ihn gewollt», sagte [Rudolf Steiner], als der Krieg ausbrach, «und zu wenige waren da, die ihn nicht wollten.»

Ich würde mir wünschen, daß die vielen inner-anthroposophischen Streitigkeiten zu einem Übungsfeld würden. 
Die Übung: das Ringen um Erkenntnis zu unterscheiden von einem Ringen miteinander.

Kommentare

  1. Wie ich schon an anderer Stelle angedeutet habe, lassen mir Ereignisse in meinem real life derzeit nicht die Zeit, mich ausführlich bei den „Egoisten“ einzubringen. Es werden auch wieder andere Zeiten kommen – zur Zeit kann ich nur versuchen, halbwegs regelmäßig mitzulesen.

    Aber ich würde mir auch für die Diskussionen in den Kommentaren hier wünschen, daß wir alle sie mehr und mehr zu einem Übungsfeld machen für die Übung, das Ringen um Erkenntnis zu unterscheiden von einem Ringen mit- bzw gegeneinander.

    Dies nur als Anmerkung einer zur Zeit „außer Dienst" befindlichen Moderatorin...

    Herzlichen Gruß in die Runde,
    Ingrid

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  2. Liebe Ingrid,
    man kann sogar noch ergänzen:

    Man kann einen Baum nicht nur von unterschiedlichen räumlichen Positionen, sondern auch aus unterschiedlichen zeitlichen Positionen aus betrachten.
    Da verschwindet beispielsweise eine Wolke und das Sonnenlicht lässt den Baum wieder ganz anders erscheinen (ganz abgesehen von den Jahreszeiten, die das Aussehen eines Baumes erheblich verändern)...

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  3. Und der Baum war erst Same. Und unter der Erde ungesehen gibt Es maechtige Wurzel. Und in die 4 Jahreszeiten, ist der Anblick auch immer anders. Und der Baum atmet Tagsueber anders als Nachts.

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    1. Mmm mit 5 Tage verspaetung doch noch angekommen, hier direct oben.

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    2. Wenn jemand in kurzer Zeit relativ viel schreibt, (und bei Google sowieso auf der Liste ist?), verschiebt Google einzelne Posts automatisch und ohne Rückmeldung an die Moderatoren in den Spam- Ordner. Man muss dann wirklich nachschauen, um den Post zu entdecken.

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  4. Vernünftige Menschen, die um (anthroposophische) Erkenntnis ringen, wissen, dass es viele Arten dieser "Erkenntnis" gibt mit unendlich vielen Ergebnissen. Sie tun dies also im Wissen, dass es keinen Sinn macht miteinander oder gegeneinander um die "wahre oder einzig mögliche anthroposophische Erkenntnis" zu ringen. Sie ringen um ihre eigene persönliche Erkenntnis und tauschen ggf. die unterschiedlichen Erkenntnisse mit anderen aus.

    Vergessen wir aber niemals, dass Anthroposophie nicht nur die blosse Erkenntnis oder das Streben nach Wahrheit ist. Das ist nur der eine Teil. Anthroposophie ist auch gewissermassen ein Werkzeug, ein Mittel, um gewisse Dinge zu erreichen.
    Nicht alle Anthroposophen beschäftigen sich also mit der Anthroposophie um zur Wahrheit vorzudringen, sondern beispielweise um damit leichter gewisse Ziele zu erreichen. Diese Anthroposophen ringen deswegen nicht immer nur nach Erkenntnis, sondern sie ringen um das Erreichen dieser Ziele die sich selbst gesteckt haben. Hier stehen sie in Konkurrenz zu anderen, die u.U. dieselben Ziele oder auch andere Ziele mit denselben Mitteln erreichen wollen.
    Daher ist das "ringen gegeneinander" nicht unbedingt negativ zu sehen.

    Es ist eine urmenschliche Eigenschaft imVerbund mit anderen auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten genauso wie es eine nicht minder wertvolle menschliche Eigenschaft ist, auch im Alleingang oder in kleinerer Gruppe Ziele anzustreben.
    Aus diesem einfachen Grund sollte auch das anthroposophische gegeneinender Ringen nicht unbedingt negativ gesehen werden.

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    1. Lieber Rudolf,

      »Vernünftige Menschen, die um (anthroposophische) Erkenntnis ringen, wissen, dass es viele Arten dieser "Erkenntnis" gibt mit unendlich vielen Ergebnissen. Sie tun dies also im Wissen, dass es keinen Sinn macht miteinander oder gegeneinander um die "wahre oder einzig mögliche anthroposophische Erkenntnis" zu ringen. Sie ringen um ihre eigene persönliche Erkenntnis und tauschen ggf. die unterschiedlichen Erkenntnisse mit anderen aus.«
      Danke – das deckt sich durchaus mit meinem eigenen Begriff von „vernünftigen Menschen“.

      »Diese Anthroposophen ringen deswegen nicht immer nur nach Erkenntnis, sondern sie ringen um das Erreichen dieser Ziele die sich selbst gesteckt haben. Hier stehen sie in Konkurrenz zu anderen, die u.U. dieselben Ziele oder auch andere Ziele mit denselben Mitteln erreichen wollen.
      Daher ist das "ringen gegeneinander" nicht unbedingt negativ zu sehen.«

      Vielen Dank für diesen Einwand.

      Spontan wollte ich antworten:
      Ich habe nichts dagegen, daß Ziele in Konkurrenz zueinander stehen und daher diejenigen Menschen, die unterschiedliche Ziele verfolgen, einander als Gegner gegenüberstehen. Deshalb störe ich mich auch nicht daran, daß ich in unterschiedlichen Zeitschriften unterschiedliche „Blattlinien“ erkenne, und ich freue mich, wenn diese „Blattlinien“ offengelegt werden oder aufgrund einer gemeinsamen „Richtung“ mehrerer Artikel mehr oder weniger gut erkennbar wird, für welche Ziele sich die Menschen einsetzen wollen, die an der betreffenden Zeitschrift arbeiten.

      In vielen Diskussionen (nicht nur innerhalb der Anthroposophie) aber habe ich mehr und mehr den Eindruck, es geht gar nicht um ein eigenes Ziel, sondern ausschließlich um Gegnerschaft.
      Und die Gewohnheit, etwas für „falsch“ zu halten, nur weil ein bestimmter Mensch (zB Christian Clement) / eine bestimmte Menschengruppe (zB die Mormonen) es sagt oder tut, führt meiner Ansicht nach ebenso weit weg von dem, was ich unter Erkenntnis verstehe, wie die Gewohnheit, etwas für „richtig“ zu halten, nur weil ein anderer bestimmter Mensch (zB Rudolf Steiner) / eine bestimmte Menschengruppe (zB die Anthroposophen der Gründerzeit, mit denen Rudolf Steiner einverstanden war) es gesagt oder getan hat.
      Da vermisse ich die Liebe zum HandelnLeben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.«, GA 4).
      Gegnerschaft ohne ein positives eigenes Ziel, das man gegen das Ziel des anderen zu setzen hat, sehe ich also auch weiterhin negativ.

      Soweit meine spontane Antwort.
      Fortsetzung folgt.

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    2. (Fortsetzung)

      Aber als ich Deinen Einwand, wie man in Anthroposophistan so schön sagt, durch die Nacht genommen hatte, wurde mir klar, daß ich doch auch Gegnerschaften gutheißen kann, denen es nur ums Verhindern geht, zur Bewahrung des Bisherigen, ohne zunächst ein eigenes Ziel dagegenzusetzen.
      Das betrifft zum Beispiel das Öl-ins-Meer-kippen, oder den Ausbau der Atomindustrie, oder die Ausweitung von mit Herbiziden, Insektiziden und sonstigen -ziden behandelten Monokulturen . . . es ist ein weites Feld.
      Nun mag es auf den ersten Blick ziemlich überzogen erscheinen, die SKA mit einem Atomkraftwerk zu vergleichen - - - aber als ich vor einiger Zeit in Dornach beim Kolloquium „Spirituelle Praxis“ war, gewann ich in der Diskussion im Anschluß an die Referate*) durchaus den Eindruck, daß dieses Thema für so manchen, der sich zu Wort meldete, mit ähnlichen Emotionen verbunden ist: einerseits die Angst, daß etwas unwiederbringlich zerstört werden könnte. Und andererseits die Wut darüber, daß diejenigen, die man als potentielle „Zerstörer“ sieht, diese Angst nicht ernstnehmen.

      Auch mir fällt es schwer, Einwände wie die Pietro Archiatis (die SKA sei im Grunde, via Mormonen, das Werk böser Dämonen) oder Irene Diets (die SKA verhindere die Denkbarkeit der Texte Rudolf Steiners) ernst zu nehmen.
      Aber es wird mir nun wohl nichts anderes übrigbleiben, als mich dennoch so ernsthaft wie nur möglich auch mit derartigen Einwänden, der damit verbundenen Angst und Wut und eventuell möglichen „Schutzmaßnahmen“ auseinanderzusetzen…

      Danke fürs diesbezügliche auf-die-Sprünge-Helfen!

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

      ––––

      *) Im „Goetheanum“ Nr 9 vom 27. Februar 2015 haben die Referenten Christine Gruwez, Christian Clement und Wolf-Ulrich Klünker ihre damaligen Referate verschriftlicht.

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    3. Archiati selbst referierte (Gibt es eine Geisteswissenschaft?, Zur Einführung, S.8), dass es – als Gegensatz zu den materialistischen, westlichen Dämonen – “im Osten drei Arten von übermenschlichen Wesen“ gibt, “die den Menschen durch Visionen und Träume in einer alten, weltfremden Geistigkeit zu behalten suchen.“.
      Steiner beschreibt u.a.“… Wesen, welche das geistige Leben abhalten von der Erde, welche gewissermaßen eine dumpfe mystische Atmosphäre unter den Menschen ausbreiten.“ (GA 200, 45).
      Es seien dies Menschen “… die alles mögliche Selbstlose sich von sich selber einbilden, welche Selbstlosigkeit aber gerade eine besonders raffinierte Selbstsucht, ein besonders raffinierter Egoismus ist.“ Ein orientalisches Beispiel sei auch der Bolschewismus, der ‘eigentlich von den Menschen des Ostens, schon vom russischen Volke, wie eine Religionsbewegung aufgefaßt wird. … [wo] die Träger wie neue Heilande angesehen werden…‘. (GA 200, 49).
      Beschreibt das den spirituellen Dogmatismus Archiatis, Diets,Tüschers etc.?

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    4. Nein, ich möchte niemandem dergleichen unterstellen.

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    5. Lieber Ton,

      mit „Dämonen“ kenne ich mich nicht aus – und mir liegt nichts daran, anderen Menschen zu unterstellen, sie wären von derartigen Wesen „besetzt“, seien es nun westliche oder östliche.
      Mir geht es auch weniger um diejenigen Persönlichkeiten, die sich bisher schriftlich geäußert haben – mir geht es um die vorgebrachten Argumente.
      Denn ich war wirklich beeindruckt von der ehrlichen Sorge der Menschen, die sich beim Dornacher Kolloquium nach der Pause zu Wort gemeldet haben. Es erinnerte mich an die Diskussionen in den siebziger Jahren um unser (bereits fertig gebautes) Atomkraftwerk Zwentendorf: auf der einen Seite lächelnde, um Abwiegelung bemühte Experten, auf der anderen Seite unsachliche Angst und Wut… selbst die „Experten“ der Kraftwerksgegner machten einen ziemlich indiskutablen, kläglichen Eindruck.
      Ich weiß noch gut, wie froh ich damals war, noch nicht abstimmungsberechtigt zu sein: ich hätte wirklich nicht gewußt, ob ich mit „Ja“ oder „Nein“ stimmen solle…

      Heute ist das anders.
      Ich bin froh, daß damals die „Neinsager“ gewonnen haben (auch wenn man Österreich natürlich belächelte wegen dieser riesigen Investitionsruine).
      Und ich glaube nicht, daß die SKA ähnlich zerstörerische Keime birgt wie ein Atomkraftwerk.
      Ich halte diese Ängste bisher für ein großes Mißverständnis – aber ich bin dabei, mich ausführlicher als bisher und so ergebnisoffen wie mir nur möglich mit den Argumenten der SKA-Kritiker zu befassen.

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    6. Ja, argumentativ gesehen scheint es gerade umgekehrt zu sein: die dogmatischen, intellektuellen, verstandesmässigen Anthroposophen tadeln jeden mystifizierenden, neomythologisierenden, ideogenetischen Standpunkt.

      Im Kalten Krieg lebten Amerikanische Offiziere bei uns um die Ecke, wo sie ein Bürgerhaus mieteten. Wir bewunderten ihre kunststoffüberzogen Lotus-Sportwagen mit Flügeltüren, und hörten uns ihre moderne AFN-Musik (American Forces Network) an. Ihre Starfighter-Jäger bildeten unseren Schirm gegen die Russen. Die stereotypen Amerikaner der Westküste Amerikas waren aber eher spirituell orientiert.

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    7. Eines hat die SKA in jedem Fall mit einem Atomkraftwerk gemeinsam:

      Sie SPALTET...

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    8. Warum eigentlich SKA statt KSA? Ist das m Deutschen Sprache begruendet?

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    9. Wobei, wie die früher von Christian gesammelten "Kritiken" an der SKA, aber auch die Beiträge im "Nachrichtenblatt" und anderswo ja zeigen, dass sich diese Leute an der SKA stossen, weil sie einen offenen, liberalen, freigeistigen Umgang mit Anthroposophie erfordert. Sie entlarvt damit ungewollt diese paranoiden, sektiererischen, selbstbezüglichen, hoch ideologisierten, oft politisch rechts stehenden und dazu Verschwörungstheorien anhängenden "Kritiker". Das laute Geschrei soll nicht täuschen- vermutlich ist der Haufen nicht allzu groß. Manche sind sicher auch bei Pepita dabei und halten, wie Herta Müller es in DIE WELT beschrieb, Plakate hoch mit dem innigen Aufschrei "Putin hilf!". Da helfen auch Argumente nicht mehr wirklich- die sind aus der Wirklichkeit heraus gefallen.

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    10. @ cheese:
      »Warum eigentlich SKA statt KSA? Ist das m Deutschen Sprache begruendet?«

      ???
      SKA ist die Abkürzung des Titels der Bände – und ja, allerdings, der ist deutsch:

      Rudolf Steiner: Schriften. Kritische Ausgabe (SKA)

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  5. Interessant ein Allianz zwischen Mormonen und Transhumanisten. Aber auch sich Christen nennende Menschen streben diser Allianz nach.

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    1. Ja, genau, weil sie sich Christen und Humanisten nennen und im Ansatz versuchen ihren Nächsten zu lieben wie sich selbst? Ich möcht mal so sagen: Eine sehr gute Kinderstube.
      Und das kann doch konsequenterweise nur bedeuten, neben einer guten, auch verbalen Behandlung im Miteinander: Toleranz, Gespräch und Offnung für andere Sichtweisen (konstruktive Kritik natürlich nicht ausgeschlossen). Demokratisches, modernes Miteinander will allerdings gelernt und muss selbstverständlich auch gewollt sein...

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    2. Zur guten Kinderstube gehört es sicherlich nicht, jetzt diese "Mormonenverschwörung" zu konstruieren. Das ist doch an Albernheit nicht zu übertreffen. Was "Transhumanismus" als Kampfformel bedeuten soll, weiß ich nicht.

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  6. Ach, nicht wissen,wir haben doch google im 21 Jh? Googol mit slogan "no evil " :) nun im Zukunft wird man kaum verstehen das man sic h nich eher mit transhumanismus beschaeftigt hat, aber das ist natuerlich apokalyptisch gesprochen :)

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    1. Klar haben wir 10 hoch 100.
      Damit wird aber immer noch nicht klar, was die SKA mit Transhumanismus zu tun haben soll.

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  7. Was ich zum Beispiel nicht recht nachvollziehen kann, das ist die Behauptung, die SKA knabbere an der „Glaubwürdigkeit“ Rudolf Steiners – indem sie nämlich versucht, die „Ideogenese“ aufzuzeigen, also: in welcher Weise Rudolf Steiner angeknüpft hat an die Ideen anderer Denker vor ihm.

    Ich erinnere mich an eine Situation beim Kolloquium in Dornach, da nahm Christian Clement Bezug auf eine Äußerung Wolf-Ulrich Klünkers und meinte schmunzelnd: »Als kritischer Herausgeber würde ich jetzt darauf aufmerksam machen, daß dieser Gedanke Herrn Klünkers nicht neu ist, man findet ihn bereits bei Rudolf Steiner:« – und dann zitierte er Steiner. Auch Klünker schmunzelte.
    Darauf erfolgte doch tatsächlich eine empörte Wortmeldung aus dem Publikum, etwa in dem Sinne: »Ich habe doch selbst erlebt, wie Herr Klünker das ganz authentisch gesagt hat, es war sein eigener Gedanke, er hat es nicht bloß nachgeplappert!«

    Wie kann man den Menschen klarmachen, daß es keinen Plagiatsvorwurf bedeutet, wenn man die Entstehung einer Idee verfolgt, ihre Entwicklung in unterschiedlichen Menschen, oft über Jahrhunderte… ???
    Wieso muß Rudolf Steiner „wie ein UFO vom Himmel gefallen sein“ (© Christian Clement), um glaubwürdig zu sein?
    Wenn jemand erzählt, er habe in Pisa einen ganz schiefen Turm gesehen, so glaubt man ihm doch nicht weniger, wenn andere vor ihm Ähnliches berichtet haben, sondern ganz im Gegenteil: man glaubt ihm mehr...

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    1. Vielleicht hat Steiner auch nur zwei Buchstaben vergessen (so wie bei der INITIATIVE ENTWICKLUNGSRICHTUNG eben zwei Buchstaben vertauscht wurden):

      Anthropo[id]sophie

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    2. Was meinst Du, wie ich damals im Goetheanum mitempörten Wortmeldungen getobt habe als mir aufgegangen ist, dass Rudolf Steiner den Begriff Anthroposophie nicht persönlich bei den Kyriotetes (Geistern der Weisheit) und den Exusiai (Geistern der Form) abgeholt und auf die Erde getragen hat, sondern es sich bei dem Begriff Anthroposophieschlicht um ein Plagiat griechischer Urheberschaft handelt...

      Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf bzw. eben das Goetheanum auf dem Hügel...

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    3. http://www.kurzweilai.net/man-will-become-like-god-say-mormons-and-transhumanists-in-salt-lake-city ich sagte "" interessant"",habe nichts ueber eine Verschwoerung gesagt, aber wir in Holland sagen wer die Schuhe passt ziehe ihm an..

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    4. Aha.
      Mindestens genauso interessant finde ich, daß die Europäischen Transhumanisten sich zur ersten „Transvision“ in den Niederlanden trafen...

      Nochmal meine Frage: Was hat die SKA, Deiner Ansicht nach, mit Transhumanismus zu tun?

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    5. :-) Wahrscheinlich hast Du die SKA ebensowenig gelesen wie Harry Potter. Das gibt freilich fundierte Urteile, ganz unbeeinflußt von jeder Lektüre...

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  8. Schon laengst geschrieben, wenn man die Privat Mitteilungen und Motivationen eines Clement gelesen hat in zusammnhang was so in Foren referiert wird von SKA texten, dann braucht man gar nicht mehr die teure Bueche zu lesen und kaufen noch weniger. Also herr Clement hat sich schon sehr deutlich profiliert ausser seine SKA. Und ich gehe nicht in die Wiederholung,es wurde schon alles geschrieben.

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    1. Auch ich habe keine Lust auf Wiederholungen – aber daß sich in den Äußerungen Christian Clements etwas finden soll, das auf Transhumanismus hindeuten könnte, ist mir nun wirklich ganz neu. Wenn Dir daran liegt, daß man das, was Du sagst, auch nur ein klein wenig ernst nimmt, dann wäre es eine gute Idee, das zu belegen.

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    2. Kees, Ihr Argument ist ebenso intelligent wie das Folgende: "Um die Qualität von Mozarts Musik beurteilen zu können, muss ich seine Musik nicht kennen; er hat sich ja in seinen Briefen und durch sein Verhalten in den Wiener Wirtshäusern und Bordellen deutlich profiliert." - Dümmer gehts nümmer, Hut ab!

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    3. ..ja, aber das ist wenigstens noch eine ..stringente..logische Aussage und Schlußfolgerung, wenn auch eine anfechtbare.. jedoch hinsichtlich der vielen "subtilen" Winke, Winkungen, Andeutungen, Hinweisungen, Augenzwinkungen... seh ich oft vor lauter Dornen die Hecke nicht mehr... die wir so gerne... etwas gelichtet hätten... (s ging ja nicht um gewinnen / verlieren)
      m.butty

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    4. Lieber Mischa,
      ja, diese Hecke scheint immer mehr Dornen zu kriegen, statt sich zu lichten.
      »(s ging ja nicht um gewinnen / verlieren)«
      Mehr und mehr verstärkt sich mein Eindruck, daß es gar nicht so wenigen Menschen doch genau darum geht.
      Seufz – und siehe den Schlußsatz meines Artikels.

      Schönen Sonntag!
      Ingrid

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    5. Seufz... textkritiker sind genau so schlau wie Leute die die Malerei das letzte Abendmahl verstehen wollen von Leonardo. Aber dazu untersuchen sie nur was der Maler an Materie (text) auf das Tuch gestrichen haben. Sie sehen nicht das gemalte Bild und auch nicht den Maler. Nur ueber Farben,chemischer Zusammenstellung der Farbmaterie, nur ueber das Tuch koennen sie etwas sagen, vielleicht auch noch in welchen Folgorde die Farben gestrichen wurden oder sogar ueberstrichen wurden. Aber das sagt gar nichts ueber das Bild, was das Abendmahl bedeuter und auch nichts ueber den Maler. Dies ist schon Kindergarten Einsicht. So fuerchtbar Platt Seufz.tja schon wieder mich wiederholt...Seufz.

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    6. Ich würde mir nur wünschen, dass all die Anti-Clementianer, Anti-SKA-ler und Anti-Mormonianer hier auf der Liste und überall den folgenden Satz von Rudolf Steiner beherzigen könnten.

      "Der Lernende muß die Eigenschaft in sich entwickeln, sich den Dingen und Menschen gegenüber in deren Eigenart zu verhalten, ein jegliches in seinem Werte, in seiner Bedeutung gelten zu lassen."

      Aber das ist wohl zu viel erwartet ...

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  9. Hahaha du zinggrid kannst gar nicht lesen, ich habe ueberhaupt Clement nicht mit transhumanismus in Verbindung gebracht. Ich habe nur ein Link interessant genannt die angibt das bestimmte Mormonen, eine Allianz damit suchen, auch schrieb ich das das in sich Christlich nennende Kreise geschieht. Aber gehe ruhig weiter mit deine Assoziationen, damit bekommt man bestimmt fundierte Urteile :)

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    1. Also keinerlei Belege. Ganz, wie ich's mir dachte.
      :-)

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    2. Es ist doch immer so das es so ist wie DU es dir ausgedacht hast? :)

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    3. ..ich hab noch einen Schuh von Pipi Langstrumpf in Berlin, ...wer die Zusammenhänge verfolgte, weiß was ich einmal durchschaut habe, ... es ist ein Knallbonbon mit einem eukalyptischen Zungenbrecher ein Bündnis eingegangen .. hinsichtlich der Kaleidoskopitistischen Baptistengemeinde von Berlin-Bravenburg .. wie jeder weiß...
      Ein Geheimnis allein für Insider!
      m.butty

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    4. @mischa
      Dass muss wirklich ein Geheimnis für absolute Insider sein, denn nicht mal GOOGLE-Maps kennt den geheimen Ort Berlin-Bravenburg...

      ...und Google kennt ja schließlich sogar Area 51!

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