Der Wolf, der die Sonne verfolgt: Über Sonnenfinsternis

Bildquelle Wikipedia
Michael Eggert:

Der Sonnenfinsternis vom Freitag, dem 20. 3. 2015 wird bei Wikipedia ein ganzer Beitrag gewidmet: "Die totale Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 findet am Tag des Frühlingsbeginns auf der Nordhalbkugel statt. Die totale Verfinsterung beginnt östlich von Neufundland, der Schattenpfad umrahmt dann Grönland und Island auf seinem Weg durch das Europäische Nordmeer. Die Färöerinseln und Spitzbergen liegen in der totalen Zone. Die Finsternis endet nahe dem Nordpol, genau an dem Tag, an dem dort die Sonne erstmals nach einem halben Jahr wieder über dem Horizont erscheint. In ihrer partiellen Phase kann die Finsternis von ganz Europa gesehen werden."

In den gesammelten Äußerungen Rudolf Steiners, dokumentiert in der Gesamtausgabe (GA), finden sich eine Reihe okkulter Aussagen über das Phänomen Sonnenfinsternis. Einige davon werden in der Folge in Ausschnitten wiedergegeben.

"Bei einer Sonnenfinsternis gehen große okkulte Veränderungen bei allen Lebewesen, Menschen, Tiere und Pflanzen vor sich; das ganze Gefüge zum Beispiel zwischen physischem Leib und Ätherleib der Pflanzen verändert sich, die ganze Welt sieht verändert aus und mit ihr die Erdenaura.“ GA 148.281

"Man fühlt während einer Sonnenfinsternis etwas wie ein Aufstehen der Gruppenseelen der Pflanzen, der Gruppenseelen der Tiere, dagegen wie ein Mattwerden aller physischen Leiblichkeit der Pflanzen und Tiere. Es tritt etwas ein wie ein Hellwerden alles dessen, was geistig ist, was Gruppenseelenhaftigkeit darstellt. (..)

Und das äußere Naturereignis wird ein Ausdruck dafür, daß die Menschheit eine Stufe erreicht hat, innerhalb welcher sich das aus der Menschheit selbst geschöpfte Wissen vor das höhere Erkennen hingestellt hat wie der Mond vor die Sonne, bei einer Sonnenfinsternis. Der Menschheit Seelenverdunkelung innerhalb der Erdenevolution fühlt man hingeschrieben in einem ungeheuren Zeichen der okkulten Schrift in den Kosmos in jener Verfinsterung der Sonne.
Das Gegenwartsbewußtsein kann es wie eine Beleidigung empfinden, wenn man so etwas ausspricht, weil es kein Verständnis mehr hat für das Walten spiritueller Kräfte im Weltenall, die im Zusammenhang stehen mit dem, was in der Menschenseele als Kräfte waltet. Ich will nicht im gewöhnlichen Sinne von Wundern sprechen, von einem Durchbrechen der Naturgesetze, aber ich kann nicht anders als Ihnen mitteilen, wie man jene Verfinsterung der Sonne lesen muss."  GA 148.26ff

"Wenn der alte nordische Mensch sich verständlich machen will über das, was er sieht bei einer Sonnenfinsternis – natürlich sah der Mensch zur Zeit des alten Hellsehens noch anders, als heute bei Benutzung des Fernrohres –, so wählte er das Bild des Wolfes, der die Sonne verfolgt und der in dem Momente, wo er sie erreicht, die Sonnenfinsternis bewirkt. Wenn der Mensch einst an die Stelle dieses Äußeren -der Bedeckung der Sonne durch den Mond- den wahren Tatbestand erkennen wird, dann wird er finden, daß der nordische Mythos recht hat. Dass eine Sonnenfinsternis dadurch entsteht, daß sich der Mond vor die Sonne stellt ist für die äußere Anschauung ganz richtig, ebenso richtig, wie für die astrale Anschauung die Sache vom Wolf richtig ist." GA 121.160

Wenn eine Sonnenfinsternis da ist, dann geht unter den veränderten Verhältnissen desjenigen Teiles der Erde, auf den die Sonnenfinsternis eine Wirkung hat, doch etwas ganz anderes vor sich, als wenn die Sonnenfinsternis nicht da ist. Wenn wir wissen, dass die Sonnenstrahlen zu uns dringen und die Willensstrahlen der Sonne entgegen dringen, so werden wir uns auch vorstellen können, wie eine Sonnenfinsternis auf die Willensstrahlen, die nun geistig sind, einen gewissen Einfluss haben kann. Die Lichtstrahlen hält der Mond auf, das ist ein rein physischer Vorgang. Die Willensstrahlen können durch die physische Materie des Mondes nicht aufgehalten werden. Sie strahlen hinein in das Dunkel, und es ist einmal eine Zeit, wenn auch eine kurze, da, in welcher dasjenige, was auf der Erde willenhaft ist, anders in den Weltenraum hinausströmt, als es hinausströmt, wenn nun keine Sonnenfinsternis ist. Das Physische des Sonnenlichtes verbindet sich sonst immer mit den ausgesandten Willensstrahlen. In diesem Fall gehen die ausgesandten Willensstrahlen in einem Strahlenkegel ungehindert in den Weltenraum hinaus. 

Die alten Eingeweihten haben gewusst: In einem solchen Falle bewegt sich in den Weltenraum hinaus alles dasjenige, was der Mensch an ungezügeltem Willen, an ungezügelten Instinkten und Trieben in sich hegt. Und die alten Eingeweihten haben ihren Schülern erklärt: Unter gewöhnlichen Verhältnissen wird dasjenige, was der schlechte Wille der Menschen hinaus strahlt in den Weltenraum, von den Sonnenstrahlen in einer gewissen Weise verbrannt, so dass es nur dem Menschen selber schadet, aber nicht im Kosmos Schaden anrichtet. 

Wenn aber eine Sonnenfinsternis ist, dann ist die Gelegenheit dazu vorhanden, dass die Schlechtigkeit der Erde in allen Weltenhimmeln sich verbreitet. Da haben wir ein physisches Ereignis, das durchaus einen geistigen Inhalt hat. Bei der Sonnenfinsternis wird das, was als Schlechtigkeit auf der Erde sich verbreitet, in luziferischer Weise in den Weltenraum hinausgetragen und kann dort weiteres Unheil anrichten.“ GA 213.38ff

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