Wie kann Rudolf Steiners "Theosophie" heute kritisch verstanden werden?



Entwurf für einen Ankündigungstext von SKA 6:

In seiner Theosophie unternahm Rudolf Steiner den Versuch, die in der theosophischen Literatur seiner Zeit vorgefundenen Anschauungen von den Wesensgliedern des Menschen, von Reinkarnation und Karma, von den nachtodlichen Erlebnissen der Seele und von den Entwicklungsmöglichkeiten des menschlichen Bewusstseins in einer solchen Weise darzustellen und genetisch neu zu entwickeln, dass sie sich einerseits als bildlich-imaginative Darstellung und Fortführung jener idealistischen Anschauungen verstehen ließen, welche Steiner in seinem philosophischen Frühwerk in Auseinandersetzung mit dem deutschen Idealismus ausgebildet hatte, und sich andererseits als in vollkommenem Einklang mit den naturwissenschaftlichen und besonders den evolutionstheoretischen Anschauungen seiner Zeit stehend erwiesen. So entstand eine spirituelle Anthropologie mit dem Anspruch, die mystische, die philosophische und die naturwissenschaftliche Betrachtung des Menschen zu einer Einheit zusammenzuführen. An der sprachlichen Form dieses ambitionierten Projektes arbeitete Steiner in immer neuen Umarbeitungen bis zu seinem Lebensende und entwickelte dabei zunehmend die spezifischen Denk- und Ausdrucksformen anthroposophischer Geisteswissenschaft. Der vorliegende Band, der die Textentwicklung dieses Zentralwerks der Anthroposophie durch sechs Auflagen von 1904 bis 1922 dokumentiert, wird ergänzt durch die Fragment gebliebene Skizze einer Anthroposophie aus dem Jahre 1910.


(Christian Clement) 

Frage an die Runde: Trifft diese Charakterisierung den Kern des Werkes?