AHASKA UND DER NEUE SPEICHERPLAN DER MEISTER DER KLUGHEIT UND DES EINKLANGS DER GEFÜHLE

Jostein Sæther 

Über den nordwegischen Eingeweichten Geiralf Gåtesen – eine Humoreske 


Vor etwa 5-6 Jahren brachte ich auf meiner allerersten Website einige Reportagen, die ich von einem einzigartigen nordwegischen Anthroposophisten bekam, der mir von seinen Erlebnissen mit Anthropomumien und insbesondere noch lebenden Anthropomuhmen erzählte. Wenige werden sich heute daran erinnern, da inzwischen einerseits so viel in die Anthro-Pisten gewiesen worden ist und andererseits schon ein paar Jahre nach 2012 vergangen sind, ohne, dass dies spürbare Veränderungen in dieser zerstrittenen Leibeigenschaft verursacht hätte. Dies könnte damit zu tun haben, dass man gegebenenfalls wegen astralem Stau auf der einbahnigen anthroposophistischen Schulungsstraße noch nicht so weit gelangt ist. 

Ich möchte nun wiederum etwas absolut Außergewöhnliches berichten, da dieser Nordweger, dessen damaligen Name ausradiert ist, nun nach 3 1/3 Jahr wieder aufgetaucht ist. Als ich ihm zum letzten Mal begegnete, war er auf dem Weg nach der zu Nordwegen gehörigen Inselgruppe Spitzgipfeln (nordwegisch: Svalbart) im arktischen Eismeer, um dort der Anthroposophismus zu sophistikieren und zu verbreiten. Dann ist er mitten in einem Schneesturm bei Endlessyearbyen verschwunden und wurde als verschollen und tot erklärt. Endlessyearbyen ist der dortige größte Ort und behördliches Verwaltungszentrum sowie einer der nördlichsten Orte der Erdkugel. Nachdem die Generalsekretäre des Nordfischen-Zweigs des Ausnahmslosen Anthroposophistischen Beisammenseins (AAB) dort ihre Winterklausur hatten, wurde Geiralf Gåtesen – dies ist der Name, mit dem er neuerdings auftritt – bei einem Eisbärenschauausflug wieder aufgefunden. 

Sein physischer Leib war in einem Eiszapfen in einer Eisbärhöhle total eingefroren. Anthroposophistische Froschforscher überlegen, ob diese Art des Schnellschmelzens und des noch einmal Schnellfrierens womöglich eine Nebenwirkung des Geistweltklimawandels sein könnte. Jedenfalls wurden Spezialisten der rusischen Mumifizierungsbehörde – bei der ein berühmter Anthroposophist insgeheim angestellt ist – herbeigeholt, sodass die sterbliche Hülle ordnungsgemäß wieder aufgetaut werden konnte. Überraschenderweise erwachte Geiralf wieder zum Leben und reist nun also unter jungfräulichem Namen in Skandinabien als Geistesblüteredner herum, um von seinen Ferntoderfahrungen zu berichten. Sein Name ist kein Pseudonym, denn in Nordwegen ist es erlaubt, sich sowohl mit freierwähltem Vor- wie Familienname neu zu registrieren. Das mit dem Ferntod ist ein relativ neues Phänomen, über das ein andermal berichtet werden muss, denn es gibt nun andere hochbedeutende Geheimnisse, über die Geiralf mir Zwei- bis Dreideutigkeiten machte, von denen ich zunächst berichten möchte, denn sie schließen sich an verschiedenerlei an, was hier in den letzten Wochen diskutiert wurde. 

Geiralf Gåtesen – was ungefähr Speerelfe Rätselsohn bedeutet – behauptet einerseits, dass er während seines mehrjährigen Ferntodzustands mit unkörperlichen Kreaturen kommuniziert und andererseits einen unbekannten Geheiminitiationsritus aus der Pionierzeit des Anthroposophismus aufgetrieben habe, sodass er sowohl eine geistige Einweihung als auch eine irdische Variante derselben durchstanden habe. Er möchte nun die restlichen Jahre seiner diesmaligen Inkarnation eindrucksvolle, haarsträubende und hautnahe Berichte über seine Doppeleinweihung der Menschheit vermitteln. Bei seiner Recherchen, wer geeignet sein könnte, seine Geheimschlüssel und Passwörter gebührenfrei weiterzureichen – denn er möchte seine kostbare Zeit nicht mit technischen Blogverstrickungen investieren –, ist er sowohl durch Erkundungen mit dem dritten Auge als auch durch das Ausspähen im Internet auf den Egoistenblog gestoßen. Dieses freie Meinungsportal wäre das meist geeignete, um seine brisanten Entschlüsselungen zu vermitteln, beteuerte er mir. 

Das erste Thema in seinem Anliegen betrifft die Veränderungen in der geistigen Aufnahmefähigkeit der Ahaska und den neuen Speicherplan der Meister der Klugheit und des Einklangs der Gefühle. Geiralf berichtet, dass diese hocherwählten Lenker der Menschheit einen großen geistigen Umbau erwägen und zurzeit sowohl geistige wie feinstoffliche Experimente vornehmen. Seitdem die Menschheit eigene Speichermedien erfunden und in großem Stil technisch und global eingesetzt hat, sehen die geistigen Lenker, dass die Ahaska nicht mehr so benutzt werden muss wie früher. Die sogenannten Urpauker, Geisteslehrer der ersten Stunde – die auf dem geistigen Mondplan Schicksalstätigen und für die karmischen Eskapaden der Menschen Zuständigen – sind nun beauftragt, diese Tests durchzuführen und geeignete Anthroposophisten aufzugabeln, die sich mit ihnen auf dem Erdenplan auf die Seite schlagen können. Dies ist der okkulte Hintergrund, warum Geiralf Gåtesen überhaupt wieder auf die Erde zu demselben durchgekühlten Körper geschickt wurde. So ist es nur die eine Seite der Wahrheit, dass die erkälteten und niesenden Tundra- und Wiesenschaftler ihn erweckten. Hätten die Urpauker seinen eisgefrorenen Körper während der drei Jahre nicht wie eine Geisttrommel benutzt, um ihm Klang- und Wärmeäther einzurhythmisieren, wäre er zum Leichnam verkommen und seine reichbeschenkte Seele hätte sich inkarnierten Menschen nur schamanistisch beim Trommeln vermitteln können. 

Geiralf erkannte nun, dass, seitdem das Internetspeichern gibt, aber besonders seit der Einführung der Clouds, die Ahaska-Chronik dieses Betreiben des menschlichen Lebens nicht mehr aufnimmt. Auch eine neue Ordnung, in Bezug auf wie etwas aufgenommen und geistgespeichert wird, ist eingeführt worden, seitdem es auf der Erde Anthroposophisten geben, die erkannt haben, dass die geistige Welt keine Substantive beinhaltet. Es gab seit der altantischen Zeit, als die Hauptworte mehr und mehr unter den Völkern zum Gebrauch kamen, die Sonderregelung, dass die Substantive in der Ahaska-Chronik gespeichert werden durften. Die Urpauker waren ursprünglich gegen dieser Spezialmaßname, weil es für sie sehr umständlich gewesen war, alle Gegenstandsworte mit der geistigen Verbalsprache so einzufügen, dass sie sich während tausender von Jahren nicht verformen würden, weil es immer neue Objektworte dazukamen, die immer mehr Platz benötigten. 

Wie bekannt, verhält sich die geistige Welt ja umgekehrt zu den irdischen Weltverhältnissen, sodass Substantive dort viel Stauraum benötigen und die Verben und Verbalumschreibungen stattdessen extra Bewegungsraum hergeben. Die Meister der Klugheit und des Einklangs der Gefühle hatten gehofft, dass eine neue Erleichterung kommen würde, als der Anthroposophismus im geduschten Sprachraum sich etablierten konnte, aber das wurde eine gewaltige Enttäuschung für sie, als jener mit so vielen dreigeteilten neuen Substantiven ausgeschmückt wurde. Ursprünglich war ja der Anthroposophismus als eine rusische Weisheit gedacht, aber der Petersilienburger Blutsonntag von 1905 machte dies unmöglich, sodass die von der geistigen Welt vorgesehene weibliche Menschenweisheit schnell auf eine männlich dominierte Binsenweisheit nach Westen umdirigiert wurde. 

Jedenfalls – und dies artikuliert Geiralf Gåtesen auf seinem fast substantivfreien nordnordwegischen Dialekt, die er sich auf Spitzgipfeln nach dem Comeback angeeignet hat, indem er seine Hände aneinander reibt, weil sie danach die Tendenz bei leichtester Kühle und pfefferminzenem Mundgeruch haben, steif zu werden – wird nun keine Dingworte mehr in der geistigen Welt eingeordnet. Soweit so gut, würde jemand denken! Das bräuchten wir doch nicht wissen. Lass die anthroposophistischen Geheimdienstler und Verschwörungstheoretiker ungestört mit den Paukern rumpeln und humpeln! Nun ist es aber so, dass bei den vorher angedeuteten Experimenten an bestimmten Verknüpfungspunkten des Internets – also auf Großrechnern – die Hauptworte gegen verbale Niederschriften ausgewechselt werden sollen. Geiralf hat eine starke Abneigung gegen jedmögliche Schrift und Computersprache seit er für den Anthroposophismus wieder unterwegs ist. Er bevorzugt das mündliche Geschwätz. Er hat mir jedoch eine Ausschrift eines Probetextes gegeben, sodass ich sehen kann, wie diese Veränderung auf das Prädikative sich vollzieht. Aus seiner Liste habe ich die folgenden sieben Satzbeispiele exemplarisch auserwählt, die den Lesern des Egoistenblogs postwendend bekannt und beliebt vorkommen werden; links befindet sich die alte und rechts die neue Fassung ebenfalls ohne das Fürwort «man», das in der geistigen Welt schnell entwirrbar ist und deshalb künftig nicht gerne benutzt werden soll, weil aus seinen aufgelösten Teilchen das Ozonschicht ungünstig beeinflusst wird: 


«Der Nominalismus, der eine real existierende, differenzierte, wesenhafte geistige Welt leugnet, und der Realismus, wie ihn Rudolf Steiner vertrat.»
Du machst gemeinsam für uns etwas tadelsüchtig, denn du leugnest, dass jenseits etwas real existierend, differenziert, wesenhaft geistig ist, und ich mache dem entgegen, dass alles real existiert, wie er es vertrat, der ruhmreich zugunsten uns allen erdverbunden schrieb und sprach. 
«Wenn man sich sinnvoll und auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet unterhalten möchte, sollte eben auch eine gemeinsame Sprache verwendet werden.»
Wenn ich mich mit euch gemeinsam sinnvoll und fristgemäß ausgerichtet unterhalten möchte, sollte eben auch gemeinsam gesprochen werden.
«Das Neuland der Anthroposophie war zunächst, den überkommenen Begriffen wieder ihren lebendigen Gehalt zu geben…»
Offenzubleiben und sich erschaffen zu können, galt zunächst, sich neu zu begreifen, was einst begriffen war und dieses in jenem lebendig einzubegreifen…            
«So lange das Ich-Gefühl im gewöhnlichen Bewußtsein erlebt wird, bleibt es Verlangen nach Geist-Erfüllung.»
Solange ich mich fühle, wenn ich gewöhnlich bewusst erlebe, ersuche ich lange, um mich geistig zu erfüllen.       
«Herr Niederhausen schaut – wie so viele andere – Steiners Identitätsphilosophie im Lichte einer später von Steiner entwickelten religiösen Überformung ihrer selbst an.»
Derjenige, der treu kämpft und um uns rudert, der unten wohnt, schaut– wie so viele andere –, ihn an, der sich selbst vertrat, der ruhmreich zugunsten uns allen erdverbunden schrieb und sprach und zudem deckungsgleich mit sich selbst philosophierte, beleuchtend dasjenige, was dieser später selbst entwickelte und religiös überformte für uns (aber mich geht dies nicht an).
«Ich habe zudem den Eindruck, sie vermischen ständig diese beiden Ebenen: Anthroposophie als Instrument persönlicher spiritueller Schulung und Anthroposophie als wissenschaftlicher Zugang zur Wirklichkeit.»
Ich fühle zudem, dass es in mir drückt, weil derjenige, der treu kämpft, um uns rudert und unten wohnt, ständig diejenigen beiden vermischt, die sich ebnen: eines, dass ich mich erschaffen könnte, indem ich instrumentiere und mich persönlich spirituell befähige und jenes andere, dass ich mich nochmals neuerschaffe, indem ich wissenschaftlich und real auf alles, was existiert, zugehe.
«Das theosophische Begriffskleid hat sich am Ende als zäher erweisen als von Steiner gedacht; er hat es bearbeitet, aber nicht abschütteln können.»
Sich theosophisch begrifflich einzukleiden,  hat sich schließlich als zäher erweisen als von ihm, der sich selbst vertrat, der ruhmreich zugunsten uns allen erdverbunden schrieb und sprach, gedacht; er hat es bearbeitet, aber nicht abschütteln können.

Ein okcoolter Hintergrund dieser Maßnahme, die scheinbar gegen der Freiheit der Menschen verstößt, sich in die Internetsprache einzuhaken, ist, dass die Urpauker versuchen, den Menschen an die geistigen Welt wieder anzuschließen. Sie haben erkannt, dass der Anthroposophismus nicht ausreichend war, um ein Bewusstsein für die geistige Welt zu befördern. Deshalb wollen sie nun auch einmal mit der Technik arbeiten, da sie erkannt haben, dass sie anders global wirkt als die erste Welle des Anthroposophismus, die zu eng an den geduschten Idealismus und die mittelunruhepäische Bourgeoisie ausgerichtet war. Die Meister der Klugheit und des Einklangs der Gefühle erhoffen sich nun einen geistigen Tsunami für die Menschheit, der alles veraltete wegspült, sodass auch eine geistgerechte Sprache alles dessen vorangeht, was noch ausgesät werden soll. Ich bin gespannt, wie Geiralf Gåtesens außergewöhnlichen Ansätzen begegnet wird. Werden sie nachgefühlt und entgegengenommen oder wird man sie total abstreiten und als esoteerischen Unfug aburteilen? Geiralf hat mir gegenüber beteuert, dass er weitere Denkreden anfertigen werde, falls er bei den Egoisten auf offene Ohren stoßen wird. Ich habe ihm versichert, dass ich sie tippen werde, sodass sie schnellstens weitergereicht werden. Dann sagte er: «Lass dich beglücken, wie die Urpauker erfreut sagen, wenn aus der Mondsphäre hin zur schiereren geistigen Regionen weitergeschickt wird.» 


Illustration: Mann in Eisblock, gratis Malvorlage. 
Online-Quelle: http://www.gratis-malvorlagen.de/jahreszeiten/mann-in-eisblock/

Kommentare

  1. Herr Saether ich hoere gerne deine Befundnisse, wenn sie einmal angefangen sind um das Gestanden haben vor.. Im vorigen Thread, geistig zu erforschen, wie du bemerktest noch nicht damit angefangen zu sein.

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  2. :-)

    Lieber Jostein,

    etwas verspätet: ganz herzlichen Dank für diesen authentischen Bericht des nordwegischen Eingeweichten, den ich mit freudigem Interesse gelesen habe!

    Oder vielleicht besser weniger substanzivierend:

    Ich danke Dir sehr, daß Du uns hier weitergibst, was Dir dieser bemerkenswerte nordwegische Eingeweichte authentisch vermittelt hat, freue mich, es zu lesen, und wünsche Geiralf, stark, froh und geduldig zu sein, wenn er, was gesprochen und geschrieben wird, so ganz anders übersetzt, als der Geist des Erdgehirns es tun will...

    Herzlich,
    Ingrid

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