Die spirituelle Menschen- Züchtungsanstalt & Die Ankündigung des großen Meisters bei Alice A. Bailey

Um auf Sergej Prokofieffs Vorwürfe gegenüber Alice A. Bailey - nämlich, dass sie schwarzmagisch inspiriert sei- zurück zu kommen, gehe ich (etwas unwillig, zugegeben) durch ihr zentrales „Einweihungsbuch“ „Initiation, Human and Solar“. Zunächst interessiert mich nur ihre Kultur- und Erd- Entwicklungs- Geschichte. Später geht es um die Frage nach den „Meistern“ und endlich um die Art dieser Initiation. Es gibt an jedem Punkt bemerkenswerte Parallelen, ja direkte Wortgleichheiten zu New Agern, Evolutions- Spiritisten und Neo- Anthroposophen wie Judith von Halle. Aber auch - vielleicht auf den ersten Blick nicht ganz so deutlich, da Bailey bzw der ihr diktierende Meister sich sprachlich lieber auf der „Liebes- Energie“- Linie bewegen- mit Vertretern von Magie wie Aleister Crowley.

Inhaltlich gibt Bailey wieder, was seit Blavatsky bis hin zu Steiner in immer neuen Anläufen als Zivilisations- und Erdgeschichte berichtet wurde. Man könnte Baileys Buch auf den ersten Blick in vieler Hinsicht - auch was die menschliche Leiblichkeit oder die christliche Teleologie, in jedem Fall aber die Terminologie betrifft- als einfachen Klon von Steiners „Geheimwissenschaft“ betrachten. Wie schon Prokofieff anmerkte, ist die Teleologie allerdings umgekehrt- von einer Auferstehung Christi ist nicht die Rede, sondern vielmehr von einer physischen Neuankunft des „Herren der Welt“ etwa am Ende des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine Machtergreifung, die zwangsläufig erfolgt, zu massenhaften Einweihungen führt und von allen „Meistern“ auf verschiedenen Ebenen vorbereitet wird. Die Weltgeschichte läuft seit der „lemurischen Zeit“ („Suffice it for our purpose to say that in the middle of the Lemurian epoch, approximately eighteen million years ago“) vor 18 Millionen Jahren auf diesen Punkt zu. Denn damals - so Bailey - habe sich bereits eine Planungseinheit der „Elder Brothers“, der „Weißen Loge“ oder „Hierarchie des Lichtes“ auf der Erde nieder gelassen, die heute in höchster Alarmbereitschaft sei: „This Hierarchy of Brothers of Light still exists, and the work goes steadily on. They are all in physical existence, either in dense physical bodies, such as many of the Masters employ, or in etheric bodies, such as the more exalted helpers and the Lord of the World occupy.“

Diese Brüder, denen angeblich Vater, Sohn und Heiliger Geist vorstehen, verstehen keinen Spaß. Die Hierarchie ist eisern und durch Millionen von Jahren durch stramme Leistung entstanden- selbst Christus ist als Herr der Erde einem Vorgesetzten von der Sonne unterstellt. Das Zentral- Komitee tagt in Shamballa: „The central home of this Hierarchy is at Shamballa, a centre in the Gobi desert..“ Jede menschliche Entwicklung ist von Anfang an durch diese verborgen wirkende Loge angeleitet und durchgesetzt worden: „Through the power of their will, the strength of their meditations, the wisdom of their plans, and the scientific knowledge of energy which is theirs, they direct those force currents, and control those form-building agencies which produce all that is seen and unseen, movable and immovable in the sphere of creation within the three worlds. This, coupled to their vast experience, is what fits them to be the agents for the distribution of the energy of the Planetary Logos.“ Die Erde ist dabei nur ein Durchgangsstadium. Der evolutionär hoch gezüchtete Mensch wird erst später auf dem Sirius zu seiner vollen Entfaltung kommen. Das Ganze funktioniert - hier kommen wir zur Parallele zu Satanisten wie Aleister Crowley- nach Recht und Gesetz; der einzelne Mensch kann sich, wenn er magisch tätig sein will, diesem Gesetz unterwerfen: „The plans are prepared for ages ahead, centres of energy are formed thousands of years before they will be required, and in the wise fore-knowledge of these Divine Men nothing is left to sudden eventuation, but all moves in ordered cycles and under rule and law, though within karmic limitations.“ Einen Widerspruch oder einen Ansatz menschlicher Freiheit gibt es nicht. Die spirituelle Evolution ist vorbestimmt und wird lediglich durchgesetzt.

Dazu gibt es- auf den verschiedenen Ebenen der angeblichen spirituellen Hierarchie- diverse Planungsstäbe, die z.B. mit der Züchtung von menschlichen Rassen (vorzugsweise der arischen), mit Verschiebungen der Erdkruste, aber auch mit der Manipulation von Politikern beschäftigt sind: „He works in closer co-operation with the building devas than does His Brother, the Christ, for to Him is given the work of setting the race type, of segregating the groups out of which races will develop, of manipulating the forces which move the earth's crust, of raising and lowering continents, of directing the minds of statesmen everywhere so that racial government will proceed as desired, and conditions be brought about which will produce those needed for the fostering of any particular type.

Es gibt vier unterschiedliche Energieströme („rays“), die zu diesen evolutionären Züchtungserfolgen in Richtung spiritueller Übermensch beitragen: „1. The ray of harmony or beauty. 2. The ray of concrete science or knowledge. 3. The ray of devotion or abstract idealism. 4. The ray of ceremonial law or magic..“ Mit der letzten Ebene der „zeremoniellen Magie“ unter dem Gesetz des „Tu was Du willst“ darf man durchaus schwarzmagische Handlungen verbinden.

Es ist bereits mit dieser ersten Zusammenschau deutlich, wieso Sergej Prokofieff in Alice Bailey eine Vertreterin schwarzmagischer Positionen sah. Es handelt sich um einen verdorbenen Klon spiritueller Weltsichten, der die physische Inkarnation einer magischen Christus- Kopie ankündigt: „His work at this time is exceedingly responsible, for to Him is given the problem of steering the thought of the occident out of its present state of unrest into the peaceful waters of certitude and knowledge, and of preparing the way in Europe and America for the eventual coming of the World Teacher.“

Rudolf Steiner hat übrigens zu der Art von Fatalismus, zu der eine Weltsicht totaler Determination wie die von Bailey führt, ausgesagt, so etwas entstamme der "achten Sphäre"- der Ebene des hypnotisch wirkenden, vollendeten Bösen, auf der jegliche menschliche Freiheit verachtet werde: "Auch jedes Mal, wenn die Menschen sich auf Fatalismus verlassen, statt durch ihre Urteilskraft zu entscheiden, zeigen sie ihre Neigung zu der Achten Sphäre." GA 254, S. 98

 

Kommentare

  1. Steiner schreib damals schon das es ein Inspirator gab mit Namen John King innerhalb Theosophischen Kreise. Ob diesen Djaw Kuhl als Inspirator Baileys derselbe ist?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Weiß ich nicht. Bailey erwähnt die Blavatsky- "Inspiration" lobend in dem verlinkten Buch. Darüber hat ja auch Steiner einiges gesagt- allerdings nicht lobend oder positiv.

      Löschen
    2. "Derjenige, der an die Stelle des Meisters Koot Hoomi getreten ist, steht als Betrü- ger da, indem er eine einseitige Weltanschauung verpflanzt hat in die Blavatsky. Es war möglich, daß man nicht einsah, daß hinter ihr ein grauer Magier stand, der im Solde war einer engbegrenzten menschlichen Gesellschaft und eine bestimmte menschliche Weltanschauung propagieren wollte." 162.239 u.v.a.m.

      Löschen
  2. Bei Steiner findet sich alles. Thesen und Antithesen gleichermassen. Aber nicht dialektisch gegenübergestellt, um daraus synthesen zunschaffen, sondern an verschiedenen Stellen als unumstössliche Wahrheiten verpackt und abgelegt.

    Mit Steiner lässt sich so gut wie alles beweisen und auch widerlegen.
    Aber nicht nur A. Bailey, auch Steiner verachtet die Freiheit als deren Verfechter er sich natürlich - immer an anderen Stellen - genauso hervortut.

    Bereits die Karmalehre verachtet die menschliche Freiheit genauso wie sie den menschlichen Willen verhöhnt. Sie ist geradezu eine Antithese der Freiheit.

    Und dennoch liegt bemerkenswerterweise niemand falsch, der Steiner als einen glühenden Verfechter und Wegweiser zur Freiheit apostrophiert. Einfach genial. Steiner ist alles.

    Steiner....eben ein phantastischer Tausendsassa, das beste und vollkommenste vorstellbare Universalwerkzeug zum Erschaffen, Gebrauchen, Missbrauchen, Beweisen, Wiederlegen, Achten, Verachten, Gutheissen, Verdammen und auch Zerstören alles Denkbaren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich verstehe Steiners Karma- "Lehre" nicht als determinierend. Es handelt sich um Rahmenbedingungen, die einen gewissen Unterton einer Persönlichkeit geben, von denen man sich mehr oder weniger emanzipieren kann- und sollte. Das gilt genau so für Erziehung und Elternhaus. Dass man aus Steiner alles mögliche machen, mit ihm alles mögliche belegen kann, ist offensichtlich. Dass er Widersprüche hat, auch. Aber man sollte ihm auch nicht alles mögliche unterstellen.

      Löschen
    2. Rudolf, Stichwort Monden Karma und Sonnen Karma. Karma aus der Vergangenheit, unfreiheit, karma als Zukunft Freiheit. GA 240

      Löschen
    3. „Bereits die Karmalehre verachtet die menschliche Freiheit genauso wie sie den menschlichen Willen verhöhnt.“
      Ich verstehe das Karmaverständnis von Steiner ganz anders als dieses platte Hinwegfegen. – Karma ohne Freiheit gibt es nicht. Freiheit ohne Liebe gibt es nicht. Was im Karma ist, – das übersinnlich veranlagt ist, aber bis hinein in den physischen Strukturen der Welt führt, denn die ganze physische Welt ist laut Steiner nur ein Vorratskammer des Karmas – ist die in der Sinnenwelt wirkende Liebe, die zu Freiheit führt. Karma zwingt nie, es führt nur hin zur Möglichkeit des Handelns, des andersartigen Handelns, als dasjenige, das in einem früheren Leben ein spezifisches Karma kreierte. Karma ist selbstaufgelegte Liebe zur Freiheit des anderen.

      Löschen
    4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

      Löschen
    5. Aus Karmaverständnis eine Karmalehre zu machen, tun vielleicht manche „Anthroposophen“. Ich tue es nicht und sage auch keine Kinder oder Jugendlichen, mit denen ich Umgang pflege, dass etwas sie vorbestimmt haben. Karma, das vorangelegt ist, kann höchsten uns aus der Zukunft begegnen. Aus allem, was ich auf der Erde, im Leben, vorfinde, kann ich etwas anderes, etwas Neues tun. Ich muss mich mit keinen Umständen abfinden. Der unmittelbare Einsicht in Karma, und in frühere Leben, der durch meditative Übungen zu erreichen ist, bringt eine ganz optimistische, helle und liebevolle Sichtweise auf die Zusammenhänge – auch auf die allerschwierigsten und meist dramatischen – in denen wir miteinander stehen. Da fällt die Prädestination weg als Brille des Unverständnisses.

      Löschen
    6. "Karma ohne Freiheit gibt es nicht. Freiheit ohne Liebe gibt es nicht"

      Ist mir zu simplizistisch. Wäre so ungefähr dasselbe, als wenn man sagen würde es gäbe keinen Tisch ohne Stuhl.
      Ich fege das Karma nicht hinweg. Es existiert für diejenigen, die daran glauben, die sich von dieser Idee beeinflussen lassen und so ermöglichen, dass diese Idee auf sie eine Wirkung entfaltet.
      Die Lehre vom Karma dient demnach zur Beeinflussung von Menschen, ich sehe das ganz wertneutral. Sollte die Intention jener aber, die sich der Karmalehre bedienen negativ ausgerichtet sein, so verschwindet die Wirkung allerdings in dem Augenblick, in welchem man als Adressat dieser Versuche nicht mehr an ihre Wirkung glaubt, sie als Mittel zum Zweck bzw. bestenfalls als Hypothese ansieht.
      So wie die Wirkung jeglicher Magie, eines jeden bösen Zaubers auch verschwindet, in dem Augenblick in welchem man erkennt, dass es sich nur um Hirngespinste oder gar Lug und Trug handelt.

      Und ob "die in der Sinnenwelt wirkende Liebe in die Freiheit führt" lieber Jostein.
      ..;-)....naja, ....ok, dass diese Art von Liebe wirklich dazu geeignet ist, meinen heute sicher viele Menschen. Ehrlich gesagt, sehr wahrscheinlich wird diese in der heutigen Welt deswegen auch sehr forciert und es bauen ganze Wirtschaftssektoren darauf auf, bzw. es wird uns unter diesem Aspekt verkauft. Ich habe da aber so meine meine Bedenken.

      Beispiele für diametral entgegengesetzte Sichtweisen.
      Es gibt keine Freiheit mit, oder aufgrund des Karmas.
      Es gibt aber Freiheit ohne Liebe. Sagte nicht schon Platon, die Liebe sei lediglich Ausdruck der Bewältigung und des Ausgleichs eines in sich selbst oder im anderen Menschen empfundenen Mangels?

      Freiheit zur Liebe ja, Freiheit nur aus Liebe oder mit Liebe nein! Und mit der "in der Sinnenwelt wirkenden Liebe" schon gar nicht! Gott bewahre!
      ;-)

      Löschen
    7. ach Rudolf....gA 240 25-1-1924 erst lesen und dann weiter interpretieren

      Löschen
    8. Lieber cheese,

      im Gegensatz zu vielen anderen hier, denke ich selber, gebe meine Fähigkeit zu eigenen Schlussfolgerungen und Urteilen zu gelangen nicht an der Garderobe ab und reflektiere nicht ausschliesslich die GA oder andere anthroposophische Sichtweisen.
      Bei mir steht eigenes Denken im Vordergrund!

      Löschen
    9. Also gut, wenn du denkst das was Steiner ueber Karma erzaehlte wieder die Freiheit ist, dann kann ich das verstehen als dein eigenes Denken,statt dasjenige was Steiner dazu wirklich sagte. Nun du bist natuerlich frei das auf deine Weise interpretieren zu wollen, aber es ist dann etwas subjectiv personliches was nicht den verifieerbare Tatsachen entspricht.

      Löschen
    10. Klar lieber cheese,

      meine Tatsachen sind nicht verifizierbar, die von Steiner aber schon. Richtig, so war es immer schon und so wird es immer sein....
      Steiner ist die Wahrheit, alle anderen haben nur Subjektives zu bieten!

      Löschen
  3. Prokofieff auch über Bailey in: lSBJNohu1moC, S.147 (auf Englisch).

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das über Bailey steht nicht zur Verfügung. Aber ich wollte das Buch sowieso ganz lesen- also Dank für den Anstoß.

      Löschen
  4. Antworten
    1. Mag sein, dass ich Bailey deterministisch interpretiere, weil ich selbst protestantisch erzogen bin. Ich bin davon aber nicht überzeugt; es geht bei Bailey um "unter Kontrolle bringen": "The sixth initiation marks the point of attainment of the Christ, and brings the synthetic ray of the system under His control." Und um Macht: "..and at the seventh initiation He wields power on all the rays." Wenn überhaupt Magic ins Spiel kommt, ist die Grenze überschritten; das ist das Gewürz, das jede Speise verdirbt.

      Löschen
  5. Das Land Schamballa stellt bei Steiner die verlorene, geistige Welt dar (116.118, 118.153). In der Nähe der Wüste Gobi hätte es nacheiszeitlich eine kleine, spirituell sehnsüchtige Kolonie gegeben:

    Dann aber gab es eine gewisse kleine Kolonie, die gerade aus den am weitesten vorgeschrittenen Menschen der atlantischen Zeit bestand, die in der Nähe der Wüste Gobi war. Was waren das für Menschen? Was heißt das überhaupt: am weitesten vorgeschritten? Das bedeutete: am wenigsten hineinsehen können in die geistige Welt. Denn darin bestand ja der Fortschritt, daß sie herausgegangen waren aus dem Geistigen und hineinzogen in die physische Welt. Es waren Menschen, die empfinden mußten: Wir haben früher einmal einen Zusammenhang mit der geistigen Welt gehabt, jetzt aber haben wir ihn nicht mehr. - Wehmut über den Verlust der geistigen Welt war es, was in den Herzen dieser Menschen lebte, Sehnsucht nach dieser Welt, die die wertvollere war und aus der sie herausgedrängt waren. 105.151 (vgl. Manu in Innerasien, 11.48 und 13.272)

    AntwortenLöschen
  6. 1.
    Mit einem Selbstzitat kann ich Folgendes zum sogenannten „innerasiatischen Zentrum“ ergänzen:

    Ich schaute meditativ und stellte fest, dass der Große Manu zusammen mit derjenigen Individualität, die später inkarniert wurde sowohl als Mani, dem Gründer des Manichäismus, als auch als Parzival zu diesem Zeitpunkt von einer großen Insel in einem ausgedehnten Binnenmeer in der heutigen Mongolei fortging, um in den Süden bis hin zum heutigen Indien zu ziehen. Diese beiden Anführer leiteten dabei andere Eingeweihte zusammen mit einer größeren Gruppe von Gefährten fort. Rudolf Steiner sprach von diesem kulturellen «innerasiatischen Zentrum» einmal in folgender Weise:
    «Von dort, von diesem Zentrum zogen dann, wie Radien, wie Strahlungen, die verschiedenen Kulturströmungen aus. Zunächst die wunderbare uralte vorvedische Kultur, die zum ersten Male die einströmende Weisheit in Gedanken umgesetzt hat.» (1)
    Das um das Zentrum befindliche Binnenmeer war meist in Nebel gehüllt. Die Insel wurde deshalb aus dem umgebenden Festland nicht bemerkt und blieb für die Völker, die in den Ländern rund um das Binnenmeer lebten, unbekannt. Diese verborgene Insel hatte also seit Jahr-tausenden als eine spät-atlantische kulturelle Oase gedient. Ich bemerkte auch, dass ein paar ältere Leute auf der Insel zurückblieben, um nach dem Auszug der geheimen Gemeinschaft alle menschlichen Spuren zu tilgen. Sie fuhren danach in einem Boot zum Festland, wo sie bis zu ihrem Tod lebten. Später wurden sie wieder inkarniert an einem Ort, den ich nachfolgend beschreiben werde. Ich halte es für wahrscheinlich, dass das Insel-Zentrum sich befunden haben könnte, wo heute das Gebirgsmassiv Eej Khairkhan Uul («Mutters allerliebste Berg»; 2275 m) ist. Das Naturdenkmal Eej Khairkhan Uul liegt 50 km westlich von der Siedlung Bayantooroi in der Gobi-Altai-Provinz in der südwestlichen Mongolei. (2) Während der Jahrtausende mit veränderten klimatischen Bedingungen reduzierte das Meer sich und die ehemalige Insel wurde zunehmend von trockenem Land umgeben. Heute ist einer der größten, zuströmenden Flüsse im Norden aufgestaut, sodass die Wüstenlandschaften um «Mutters allerliebste Berg» nur eine minimale Wasserversorgung erhält.
    Manu – ich verwende diesen Begriff, auch wenn die entsprechende Person zu diesem Zeitpunkt einen anderen Namen trug – und seine Auswanderer durchquerten auf ihrer jahrelangen Wanderschaft nach Süden Landschaften des zukünftigen Chinas, wo bereits verschiedene ethnische Gruppen lebten. Wie kann ich wohl mit solcher Gewissheit darauf hinweisen, dass es sich um Manu handelt? In Einstimmen aufs Karma habe ich beschrieben, wie Meditation bezüglich der Bilder, die Rudolf Steiner für die Kuppel im ersten Goetheanum anfertigte, zu Erkenntnissen über ehemalige und zukünftige Kulturen und deren Begründer führen können. In einem dieser Entwürfe ist Manu dargestellt, umgeben von den sieben Rishis. In einer der Meditationen zu diesem Motiv wurde ich der Individualität des Manu real-geistig gegenüberstellt, und durfte vernehmen, wie sie sich in der geistigen Welt heute verhält zu den vier vergangenen, zur aktuellen fünften und zu den beiden zukünftigen nachatlantischen Kulturperioden, zu welchen ich in einem späteren Abschnitt zurückkehren werde. Einer ihrer bemerkenswertesten Hinweise war, dass eine kulturelle Initiierung zu allen Zeiten darin besteht, eine Balance zu schaffen zwischen den männlichen und der weiblichen Prinzipien ähnlich dem chinesische Yin und Yang.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. 2.
      Auf dem Weg in den Süden gründeten Manu und seine Mitwanderer mehrere Kulturstätten und Naturorakel sowohl auf dem Festland als auch auf einer der japanischen Inseln. Nachdem sie durch China gezogen waren und an die Küste kamen, wo Hongkong heute liegt, teilten sie sich in zwei Gruppen. Die kleinere Gruppe um Manu setzte die Reise mit einem Schiff fort. Die größere Gruppe mit dem späteren Mani ging nach Westen durch die chinesischen Täler und über die Bergbezirke des Himalayas, bevor sie schließlich Indien erreichte. Später trafen sich die beiden Gruppen an einem Ort, wo eine dritte Gruppe lebte, die in den Jahrzehnten zuvor einen Hügel mit einem Tempel-Bau gekrönt hatte. Dieses Bauprojekt in Stein war von einem unerschütterlichen Bauherrn durchgeführt worden – manchmal gegen den Willen seines Volkes, weil er nicht in der Lage gewesen war, nachvollziehbar zu erklären, warum seine Genossen diesen Ort nicht als bisher üblich und somit als eine Kultstätte der Ahnen bauen sollten, sondern für ein unbekannter, herannahender Zweck.
      Er hatte diesen scheinbar ziellosen Bau von Treppen, Terrassen und kleineren und größeren Gebäuden nach einer Vision begonnen, ohne zu wissen, wozu alles benutzt werden sollte. Sein Stamm hatte an einem Fluss nahe an einem Wald gelebt und war mit dem einfachen Leben in Strohhütten zufrieden gewesen. Was Rudolf Steiner beschrieb als die Beziehung zwischen Manu und den sogenannten sieben heiligen Rishis (Sanskrit: Saptarishis), hatte seinen Ausgangspunkt hier. Der obere Bereich des Ganges, Rishikesh genannt, im Distrikt Dehradun im heutigen indischen Bundesstaat Uttarakhand wird herkömmlich für den vedischen Geburtsort der Rishis gehalten.

      1. Rudolf Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der Ersten Abteilung der esoterischen Schule von 1904 bis 1914. Briefe, Rundbriefe, Dokumente, Vorträge. GA 264. Dornach 1984. Seite 394.
      2. Don Croner berichtet auf Englisch und zeigt auf seinem Blog viele Fotos von seiner Reisen zu diesem Naturdenkmal in der Mongolei mit seinen besonderen Steinformationen:
      http://www.doncronerblog.com/2011/07/mongolia-gov-altai-aimag-eej-khairkhan.html

      Aus: Jostein Sæther: Weisheit wahrnehmen. Individuation und Kulmination der Anthroposophie. tredition, Hamburg 2014. Seite 171-174.

      Löschen
    2. Allerdings sind die späteren Tarimmummien im Tarimbassin, westlich der Wüste Gobi, gefunden worden. Manu zog bei Steiner von Irland zu Innerasien, aber nicht zu Indien:

      Der Manu, der sich aus bestimmten Gründen in der Zurückgezogenheit befand, schickte seine ersten Schüler nach Indien. Die ersten Schüler des Manu wurden die Lehrer und Führer des ersten nachatlantischen Kulturvolkes, des alten indischen Volkes. 108.305

      Löschen
    3. Falls dasjenige, was Rudolf Steiner gesagt und geschrieben hat, die letzte Wahrheit sein sollte, bräuchten wir nicht weiterforschen, jedenfalls nicht geistig. Ich beschreibe nur, was ich erforscht habe mit meinen Mitteln und in einigen Stücken gibt es Unterschiede.
      Auch bei mir zog der Große Manu über Irland nach Inner-Asien und blieb dort für den Rest der damaligen Inkarnation. Ob ich mich bei der Beobachtung derjenigen, die dann nach der langen Vorbereitungszeit und in folgenden Inkarnationen nach Indien gingen, es nicht um dieselbe Individualität dieses Manus in einer seiner späteren Leben handelte, wäre dann nochmal zu untersuchen. Diejenigen, die sich dafür als geeignet sehen, nehmen sich solche meditative Forschung vor, andere begnügen sich mit Steiner. Für mich ist er der Anfang geistigen Forschens, nicht das Ende desselben.

      Löschen
    4. Jostein haben sie bereits geistig erforscht, was es fuer Steiner bedeutete vor das Mysterium von Golgotha gestanden zu haben? Sie haben eher angegeben das noch nicht getan zu haben aber die Intention ausgesprochen es noch zu tun....Ich bin sehr gespannt auf deine Befindungen und ich denke auch einige andere Blogteilnehmer....

      Löschen
    5. Hei Kees,
      Mit dem geistigen Forschen zu verschiedenen gewichtigen Fragen ist es nicht so einfach, dass ich mich hinsetzen kann, abfragen und dann habe ich eine Antwort. Meistens muss ein Gefüge der inneren Aussaat geschaffen werden, in der eine Frage weitergereicht wird. Nach unterschiedlichem Bemühen, der Zeit oder der Wiederholungen kann eine Antwort auf abwechselnde Art folgen – oder auch nicht, oder nach längerer Zeit. Über solche Umstände habe ich in meinen Büchern berichtet. Ich lebe aber mit dieser Frage, werde sie weiter verfolgen und irgendwann dazu zurückkommen, falls ich dazu etwas zu sagen haben werde.

      Löschen
    6. ‘Das um das Zentrum befindliche Binnenmeer war meist in Nebel gehüllt.‘

      wiki/Lop_Nor:
      Der chinesische Salzsee Lop Nor lag in einer Höhe von 780 m an der tiefsten Stelle des Tarimbeckens im heutigen nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang. Er war einer der größten und am weitesten vom Meer entfernten abflusslosen Salzseen der Erde.

      An den Flussläufen, die zu dem Lop Nor hinführten, entstanden Flussoasen, die vor 4000 Jahren frühbronzezeitliche Siedlungen mit Nekropolen ermöglichten.

      Löschen
    7. Verweist 'das geistige Gestanden-Haben' (28.366) nicht direkt auf Steiners methodische Bemerkung (1913) über Lazarus-Johannes als ‘die Seele … eines der anderen Apostel‘ (148.31)?

      Wir können zu diesem Ereignis nur vordringen, wenn wir hellseherisch den Weg einschlagen, den ich angedeutet habe, wenn wir uns zunächst etwa vertiefen in die Seele des Petrus oder eines der anderen Apostel… 148.31

      Löschen
    8. Ton@ Es gibt genug Anweisungen Steiners was es bedeutet das Paulus vor Damaskus Erlebnis zu haben. Er kan davon erzaehlen weil er es selbst erlebte. Aber die Stellen finden wo Steiner davon sprach ist noch etwas ganz anders als verstehen was es richtig bedeutet diese Erfahrung und warum Steiner nachdem ganz anders zum Christentum stand als vorher...Crux Punkt zwischen den jungen und den alteren Steiner. Das braucht man nicht einmal geistig zu erforschen um das zu verstehen, nur die Ehrfurcht wovon Niederhausen sprach wird hier weiter helfen. Anders bleibt alles nur Spekulation! Und versteht man Steiner nur als Philosophen von vor 1902 ohne zuwissen was es bedeutet Initierter zu sein im Sinne Christian Rosenkreutz, Mani, Skythianos , Meister Jesus, usw

      Löschen
    9. GA 124, 13-3-1911 - Es wird nicht abgehen ohne die schlimmsten Hindernisse. (nicht ad hominem gemeint)

      So fühlen wir uns mit vollem Verständnisse stehend an einem
      Zusammenfluß zweier Weltanschauungsströmungen. Die eine soll
      uns bringen eine vertiefte Auffassung des Christus-Problems, des
      Mysteriums von Golgatha, und die andere soll bringen neue Begriffe
      und Ideen über die Wirklichkeit. Beide sind in die Notwendigkeit
      versetzt, zusammenzuströmen in unserer Zeit. Es wird nicht abgehen
      ohne die schlimmsten Hindernisse. Denn solche Zeiten, in
      welchen sich Weltanschauungsströmungen begegnen, treffen viele
      Hemmungen und Hindernisse. Und es wird in einer gewissen Beziehung
      die der Geisteswissenschaft anhängende Menschheit mitten
      hineingestellt sein auf den Platz, wo ganz notwendig sich ergeben
      wird das Verständnis für solche Dinge.

      Löschen
    10. Diese »schlimmsten Hindernisse« können übrigens am ehesten überwunden werden, wenn man, wie Rudolf Steiner, die Fruchtbarkeit einer »Behandlung des Positiven« einsieht, also einer solchen Behandlung, die jeweils das hervortreten läßt, »was positiv und nicht negativ wirkt« (Ton hat es erst kürzlich zitiert, vielen Dank).

      Herzlichen Gruß in die Runde,
      Ingrid

      Löschen
    11. GA 200, 31-10-1920
      So wird die Lösung sein der bedeutsamsten
      Disharmonie, die jemals im Erdendasein hervorgetreten ist: der
      Disharmonie des menschlichen Erfühlens als eines irdischen Wesens
      und seiner Erkenntnis, daß er ein überirdisches, ein kosmisches Wesen
      ist. Die Erfüllung dieses Dranges wird ihn dazu vorbereiten, zu erkennen,
      wie aus grauen Geistestiefen heraus sich ihm offenbaren wird
      dieses Christus-Wesen, das nun geistig zu ihm sprechen wird, wie es im
      Physischen während der Zeit des Mysteriums von Golgatha zu ihm
      gesprochen hat. Es wird der Christus nicht kommen im geistigen Sinn,
      wenn die Menschen nicht dazu vorbereitet sind. Aber vorbereitet dazu
      können sie nur sein durch die Art, wie ich es eben auseinandergesetzt
      habe, indem sie die geschilderte Diskrepanz empfinden, indem
      der Zwiespalt furchtbar auf ihnen lastet: Ich bin ja zunächst ein Erdenwesen.
      Die intellektuelle Entwickelung der letzten Jahrhunderte hat
      alles das gebracht, was mich erscheinen läßt als ein Erdenwesen. Aber
      ich bin kein Erdenwesen. Ich muß mich verbunden fühlen mit einem
      Wesen, das nicht von dieser Erde ist, das wirklich in Wahrheit, und
      nicht mit der theologischen Verlogenheit sagen kann: «Mein Reich ist
      nicht von dieser Welt.» Denn der Mensch wird sich sagen müssen:
      Mein Reich ist nicht von dieser Welt. - Daher wird er verbunden sein
      müssen mit einem Wesen, dessen Reich nicht von dieser Welt ist.

      Dies wird nie von Textkritikern verstanden werden koennen.

      Löschen
    12. Vielleicht unterscheiden wir: Damaskus-Erlebnis (zugänglich durch das Ätherleib 130.67) und Ereignis von Golgotha (zugänglich durch die Seele 148.31).

      Löschen
    13. das Erste war natuerlich nicht da ohne das Zweite was zuvor war: Paulus war ungefähr so alt wie der Christus Jesus selbst als physischer Mensch.
      Er hat gerade diejenige Zeit im Antichristlichen zugebracht, die der Christus Jesus
      zugebracht hat in seinem Erdenwirken. Und er erlebte für die zweite Lebenshälfte
      dasjenige, was ihm wurde durch übersinnliche Erfahrungen. Er erlebte für die zweite
      Lebenshälfte durch übersinnliche Erfahrung dasjenige, was der Mensch eben seit
      jenen Tagen nicht mehr in der zweiten Lebenshälfte durch sinnliche Erfahrung erleben
      konnte, weil der Mensch nicht bis in jene höheren Erdentage hinein, bis über
      das 35. Jahr hinaus, noch einen Parallelismus erlebte zwischen der seelisch-geistigen
      Entwickelung und der physischen Entwickelung.

      Und das Ereignis von Golgatha stellte sich für den Paulus so dar, daß ihm durch die unmittelbare Erleuchtung ein Verständnis wurde,

      das einstmals die Menschen durch die Urweisheit* in atavistischer
      Art noch hatten, das sie in der neueren Zeit nur erringen können durch eine
      neue Geisteswissenschaft. Es wurde ihm darum zuteil, damit er der Anreger zu einem
      richtigen Verständnis dessen werden konnte, was durch den Christus-Impuls*
      für die Menschheit geschehen ist. Ungefähr so lange, als der Christus auf der Erde
      gewandelt hat, wandelte dann Paulus weiter auf Erden, etwa bis zum 67. oder 68.
      Jahre, um selber ebensolange die Lehre von dem Christentum in die Erdentwickelung
      einzuführen. Es ist ein merkwürdiger Parallelismus zwischen dem Leben des
      Christus Jesus und dem Leben des Paulus. 198.58f

      Löschen
    14. ‘Paulus hatte reichlich Gelegenheit, sich durch den Augenschein, durch die äußere physische Wahrnehmung zu unterrichten von den Ereignissen in Palästina …‘ (198.56).

      Die Frage war aber wie Steiner einen Zugang zu den physischen Ereignissen hatte (‘das geistig Gestanden-Haben‘). Seine Antwort: ‘Nur, wenn wir in die Seelen jener Leute schauen und da sehen, was diese Seelen erlebt haben, finden wir auf diesem Umwege die Möglichkeit, hinzuschauen auf das auf Golgatha erhöhte Kreuz, auf die Verfinsterung der Erde zu jener Zeit und auf das Beben der Erde, das darauf folgte.‘ (148.31).

      Löschen
  7. ‘… von einer großen Insel in einem ausgedehnten Binnenmeer in der heutigen Mongolei…‘
    Hier eine mögliche Erklärung als Alternative für Eej Khairkhan Uul:
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Map_of_the_Lop_Nor_region_by_Folke_Bergman_1935.jpg

    Die Inseln in den Flussoasen heißen Yardangs:
    Die Flussläufe in den Deltas mäanderten und bildeten dabei Yardangs, die als lang gestreckte Inseln zwischen den verschiedenen Flussläufen stehen blieben. (de.wikipedia.org/wiki/Lop_Nor)

    Und noch etwas Methodisches bei Steiner über die Eiszeitperiode (Atlantis):
    Wenn wir bei der Erdenentwickelung durch die Angaben der Akasha-Chronik zurückgeführt werden bis zu jenen Zeiten, wo die Atlantis bestand, ehe die große Flut kam und sie wegspülte, können wir die Vorgänge in dieser alten Atlantis verfolgen. Dieselben haben sich später in anderer Form noch einmal wiederholt. Lange vor der christlichen Zeit haben sich Ereignisse abgespielt in Norddeutschland, in Mitteleuropa, ostwärts von der Atlantis, bevor das Christentum von Süden heraufgezogen ist, die eine Wiederholung der atlantischen Ereignisse sind. usw. 99.45

    AntwortenLöschen
  8. http://www.teosofiskakompaniet.net/BlavatskyvsBailyALC.htm

    AntwortenLöschen
  9. Interesting to search Maria Montessori and Alice Bailey

    AntwortenLöschen
  10. Michaela zu Ton Majoors : " Vielleicht unterscheiden wir..."

    Christus hat Richter - Amt an der Schwelle. Wer bewusst (!) zur Schwelle kommt, also wer nicht das Bewusstsein verliert und ohnmächtig wird an der Schwelle, der erlebt zunächst mal diesen Richter rechts hinter sich. Erlebt wird ein wie spiegelverkehrt ablaufender Gerichtsprozess, doch eben ist es ein geistiges Erleben wie ausser Zeit und Raum oder eines ausser Zeit und Raum, weswegen das Erleben nicht gemäss chronologischer Folge beschreibbar ist.INDEM eines geschieht, geschieht schon anderes.
    Es ist eine Metamorphose des Bewusstseins. Doch es ist auch das geistige Zurückschauen auf das bis da gelebte Erdenleben. Und das Zentrum dieses zunächst im Wachkoma bildhaften geistigen Schauens ist der Todesengel, der ist das Spiegelbild der Seele. Der Spiegel ist der materielle Leib, aus dem der Mensch sich rauszieht. Die Zeit - es ist Veranschaulichung - läuft rückwärts ab in diesem spiegelverkehrten Gerichtsprozess.
    Es ist ein Gesehenwerden durch den Richter. Der schaut bis auf den Grund der Seele und fragt sozusagen, ob Mensch Mut hat, dem Todesengel - also der eigenen Unvollkommenheit - zu begegnen.
    INDEM Mensch auf diesen zugeht -auch das ist nur Veranschaulichung geistiger Realität- ist Mensch zurück im Leibe, erweckt worden durch den Richter, durch Ihn begnadigte zu NEUEM Leben.Mensch ist verjüngt um die bis da gelebte Zeit, und wenn er aufsteht, ist es erlebbar als eine Auferstehung, die bis ins Fleisch wirkt. Nun ist das Schauen ein geistiges Sehen der ätherischen Welt. Mensch erlebt das leuchtende Land Schamballa .
    Als ich das erlebte, kannte ich noch nicht den Namen Schamballa, da nannte ich es Paradies.
    Möglich ist, dabei die volle Selbstkontrolle zu haben. Waches Selbstbewusstsein. Klarheit.
    Das mehr seelische Erleben ist das am Richter. Das Erleben des Aetherischen ermöglicht erst-nachdem mystischer Tod durchlebt wurde- ein Schauen des Christus oben vor einem. Er lebt in Verbindung mit dem Aetherfeuer des Gewitters. Und wenn Er will auch in Menschen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die größte Schwierigkeit besteht wohl darin, diese existentielle Scham zu ertragen. Davor graut es so. Der radikale Blick ist ja der eigene Blick - man zerfällt darin faktisch zu Staub.

      Löschen
  11. Michaela: Wenn jemand das ohne geübt zu haben durch existentielle Lebensbedrohung durchlebt und nachher liest:"Wie erlangt man...?" und beides vergleicht, kann Mensch so denken : Was Steiner da beschrieben hat, ist wie eine Suppe, die lange Kochzeit braucht. Was ich durchlebte ist wie ein Suppenwürfel, wie ein Extrakt, den man in kurzer Zeit in eine Suppe verwandeln kann.
    Es gibt sehr viele Menschen, die klinischen Tod durchleben, die nach Reanimation überhaupt keine Erinnerung haben an irgendetwas. Andere erlebten ähnliches, wie ich erlebte.
    Das ist Frage der Kontinuität des Bewusstseins, ob jemand den "Faden" der Erinnerung festhält.
    Vielleicht ähnlich wie beim Schlafen, wo wir entweder erinnern, was wir träumten, oder wir haben das vergessen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, üblicherweise kocht diese Suppe Jahrzehnte lang. Aber wenn man es als Suppenwürfel konzentriert erhält, muss man es genau so mühsam integrieren, durch Widerstände und Widersprüche hindurch. Dass es spezifische Begabungen und Gegebenheiten gibt, ist unbestritten.

      Löschen
  12. Michaela: Ja, Herr Eggert, das ist wahr, was Sie da mitteilen. Nachher fängt die Arbeit erst an.
    Und sofern ich Steiner ein bisschen verstehe, können wir nur das mitnehmen über den realen Tod hinaus, was wir selber erarbeitet haben. Und dann gilt im irdischen Leben, Erarbeitetes in den Dienst am anderen Menschen zu stellen. Denn wenn "die Suppe Jahrzehnte Kochzeit" braucht, haben andere Menschen zu beurteilen, ob sie "Schmackes" hat. Danke für Kommentare.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @Michaele: „Und sofern ich Steiner ein bisschen verstehe, können wir nur das mitnehmen über den realen Tod hinaus, was wir selber erarbeitet haben.“

      Da ich seit Jahrzehnten „wie“ nach dem realen Tode lebe :-), kann ich sagen: Mitnehmen ist nicht das treffende Wort. Denn in dem ist mit beinhaltet, dass man „es“ auch „dort“ lassen kann.

      Bildhaft gesprochen: Es gibt eine sich selbst tragende Instanz. Die trägt eine Anzahl von Elektromagneten, also Sympathie- und Antipathiekerne, in sich. An denen haften "Teile". Die reichen nicht heran an den Stecker. Aber die Instanz. So die den Stecker zieht, fallen die Teile ab.

      Der von dir skizzierte Vorgang verläuft also umgekehrt. Es ist zunächst mal ein liegen lassen (abgefallener Teile) und das ist eben kein Mitnehmen. Da der Vorgang ein stetiges Weiterschreiten ist, „entfernt“ sich die Instanz von den daliegenden Teilen.Was zuvor wie innen erlebt wurde, das wird zur Umgebung. Anderes wird weiterhin „durchgetragen.“

      Sicherlich lassen sich solche Vorgänge lediglich umschreiben, aber dennoch sollte die „Auswahl“ der end- „sprechenden“ Bilder gewissenhaft, eben aus zunehmender Gewissheit, getätigt werden.

      Beispiel: Das eben angeführte Wort „Gewissenhaft“. Da haftet also etwas am Gewissen. Was? Das Gewissen der Instanz zieht allein dasjenige „an“, dessen sich die Instanz gewiss ist. Der Grad einer jeglichen Gewissheit „spiegelt“ sich in den, der Instanz, ent-“sprechenden“ Bildern. Also in solchen Bildern, die „die Bildsprache der Instanz“ sind.

      Als ich erstmalig in Steiners Theosophie das Kapitel nach dem Tode lass, leuchtet unmittelbar in mir auf: Er schildert und weist zugleich hin auf dasjenige, das ich „aktuell“ tue, indem ich das Kapitel lese. Also auf ein Geschehen zu gleicher Zeit.

      Dabei ist man sich nie so recht „bei allem“ bewusst: Bin ich gerade tot, oder sterbend, oder bereits in Verstorbenheit, oder im Vorgeburtlichen, oder im Nachtodlichen. Das überlagert sich alles. Daher bei Steiner das Bild von sich überlagernden Farbkreisen, durch die man jedoch hindurch schauen kann.

      Dabei kommt es darauf an, bei welchen oder Welchem man eine Weile verweilen will. Da gibt es keinen Grünen oder Roten oder.... „an sich“. Die jeweilige Farbigkeit ist ein stetig spielerisches Zusammenklingen von Farbstimmungen, also von der Stimme, die spricht, so im Lichtspieltheater, das wissen wir inzwischen, der Stecker für die „Außenbeleuchtung“ rausgezogen wird, u.s.w.u.s.f.

      Danke für die inspirativen wie besinnlichen Beiträge.

      ~ B.

      Löschen
    2. Das Obige weiterhin ergänzend: Goethes Farbenlehre:

      "Waren den Tag über, bei dem gelblichen Ton des Schnees, schon leise violette Schatten bemerklich gewesen, so mußte man sie nun für hochblau ansprechen, als ein gesteigertes Gelb von den beleuchteten Teilen widerschien. Als aber die Sonne sich endlich ihrem Niedergang näherte und ihr durch die stärkeren Dünste höchst gemäßigter Strahl die ganze, mich umgebende Welt mit der schönsten Purpurfarbe überzog, da verwandelte sich die Schattenfarbe in ein Grün, das nach seiner Klarheit einem Meergrün, nach seiner Schönheit einem Smaragdgrün verglichen werden konnte."


      Eben lass ich den gleich folgenden Satz eines Gurus: "Konzentriere dich auf das Gute". Auch dieser Vorgang verläuft "tatsächlich" umgekehrt. Sich auf etwas hin konzentrieren, das ist bereits ein Geschehen "aus" Güte.

      Da ich gerade bei Goethe zu Besuch bin: Einen schönen Gruss seinerseits in die Runde von

      ~ G. + ~ B.






      Löschen
    3. Burghard, Michaela: Die Inkarnation ist ein fortlaufender, schöpferischer Akt. Das Geschöpf, das Geschaffene fällt zwar mit dem Tod oder der Invitation in gewisser Weise ab, aber es war und ist halt auch ein Medium, "in der Welt" wirksam zu sein. Die Art des Erlebens und Gestaltens, des Scheiterns und dabei Empfindens- das alles "fällt nicht ab", denn es wirkt ja auch zurück. Man kann sich schämen über das Wenige an Potential, das man hat entfalten können, aber es war und ist doch immer meine Art der Gestaltung.

      Löschen
    4. Die aktuelle "anthroposophische Geisteswissenschaft" kann ein Licht darauf werfen, dass die Passage, aus meinem obigen Kommentar, nicht aus der Luft gegriffen ist.

      B: >Als ich erstmalig in Steiners Theosophie das Kapitel nach dem Tode lass, leuchtet unmittelbar in mir auf: Er schildert und weist zugleich hin auf dasjenige, das ich „aktuell“ tue, indem ich das Kapitel lese. Also auf ein Geschehen zu gleicher Zeit.<

      Siehe dazu:

      Wolf – Ulrich Klünker: „Anthroposophie und Psychologie im 21.Jahrhundert“

      https://www.youtube.com/watch?v=cbo-MZREH0E#t=178

      Hierfür, im Besonderen, ab 1: 00:00 – Bei 1: 05:45 bitte die Ohren spitzen!

      Den Hinweis, auf diesen Vortrag, gab Christian Clement auf Facebook.

      Zudem stellt sich mir der Gedanke ein, das mein unten folgender Egoisten- Kommentar vom (? - jedenfalls vor einigen Wochen), sich gut ins Thema fügt. Es empfiehlt sich allerdings, zuvor bei Klünker reinzuhören.

      ~ B.

      Fortsetzung folgt:

      Löschen
    5. Fortsetzung:


      Auszug, Kommentar: B.S.

      > Die Karma? Wer ist das? Ist das die Täterin, also die Ursprungsgöttin? Eben diejenige Wesenheit, die in der Bestimmungslosigkeit ihrer Selbstbestimmung „seiend“, also stets aus Freiheit, den Zusammenhang ihres tatsächlichen „Daseins“ als Übergang, also als den Zusammenhang von bereits „Gewordenem“, eben Daseinendem und Werdendem erschafft? Und so die Einheit des Lebens stiftend und dabei in Güte sich darlebend sich auswirkt? Ist „die Karma“ dasjenige Lebewesen, das sich in dem Dasein seiner einzelnen Menschenkinder so auslebt, dass es dafür den Übergang bildet, dass es in diesen einzelnen sich darlebend, dass es dabei, mehr und zunehmend mehr, jeweils in einem Einzelwesen die Einheit zu bezeugen strebt, die die Einheit des Lebens aus Freiheit selbst ist?

      Ist mithin „die Karma“, die im „Dasein“ sich Zusammenhang stiftend, also erkennend betätigt und so aus Erkenntnis sich gütig in ihren Taten darlebt, ist sie es, „die Karma“, die erkennt? Heißt es daher: Karmaerkenntnis? Ist die Täterin des Erkennens die Karma?

      Viele Fragen! Also fragen wir doch einmal Steiner selbst, wie seine Antwort darauf lautet. Karma -
      Tat – Handlung. Steiner, als Fichteleser, kennt die „Tathandlung“. Letztes Wort beinhaltet: Ursache und Wirkung. Ursächlich ist die Tat. Auswirken tut sie sich als Handlung. Wir kommen also auf Steiners, bereits oben erwähnte, Philosophie der Freiheit zurück.

      Diese Philosophie statuiert allein ein einziges „Prinzip“, auf das eben angesprochenes zutrifft. Was wurde eben angesprochen? Diejenige Tathandlung, die als Täterin „und“ Händlerin ein und dieselbe Wesenheit ist. Laut der Philosophie der Freiheit ist dieses Tun das des Denkens. Es ist ein und dasselbe Denken, dass als Täter denkt und in seinen Taten, eben den Gedanken, ganz bei sich, also in Selbstbestimmung, tätig ist. Mithin: Es ist die Natur des Denkens, sich in seinen Taten zu handeln. Natur bedeutet: Geburt. Folglich sind des Denkens Gedanken dessen Kinder. Da es in seinen Kindern bei sich selbst ist, daher ist der Vorgang als Ganzes derjenige der Selbstgeburt. Statt des letzten Wortes sagt Fichte: Tathandlung.

      Da das so ist, daher ist die Täterin des Denken das Lebewesen: „Frau Karma“. Da es weiterhin so ist, dass sich Karma im „Dasein“allein lebend auswirken kann, daher sind die Gedanken von Frau Karma Lebewesen. Die bereits weiter oben mit dem Wort „Kinder“ benannt wurden.

      Die Philosophie der Freiheit statuiert dieses Denken als jenseits von Subjekt und Objekt. Das besagt: Der Vorgang des Karma kann niemals so einer sein, der als das Karma eines Subjektes, also eines, sich für einen Einzelmenschen haltendes, Wesen gültig sein.

      Weiterhin ist „die Karma“ jenseits von jeglichem Objekt. Das besagt zudem: Es gibt im Weltge-schehen keine Objekte an und für sich selbst. Weiterhin ist damit also gesagt: Die Tathandlung der Selbsterkenntnis von Frau Karma, die lebt sich dar und aus in einem einförmigen Umgang der Selbstbestimmung, aus und in sich selbst, als jeweilig gegenwärtiges Weltgeschehen.

      ~ B.

      Löschen
    6. Wolf-Ulrich Klünker: Es handelt sich bei meiner Tätigkeit an der Alanus Hochschule um eine Professur für Philosophie und Erkenntnisgrundlagen der Anthroposophie; vermutlich in der Tat die erste mit einer derart direkt auch auf die Anthroposophie bezogenen Denomination. Das halte ich im Hinblick auf die genuine Wissenschaftlichkeit der Anthroposophie schon für bemerkenswert, denn darin kommt zum Ausdruck, dass Anthroposophie als Geisteswissenschaft direkt – also ohne irgendwelche weltanschauliche Voraussetzungen – in den wissenschaftlichen Diskurs eintreten kann. So hat Rudolf Steiner die Anthroposophie letztlich auch verstanden; zeitbedingt war er allerdings tatsächlich in die Weltanschauungsfrage involviert. Diese historisch kontingente Debatte muss uns nicht mehr tangieren – außer eben als historischer Kontext der Entstehung von Anthroposophie.

      Zur Problematik oder sogar Tragik der Entwicklung von Anthroposophie gehört, dass ihre unmittelbare Wissenschaftlichkeit weder von Steiners Umgebung noch in der späteren anthroposophischen Bewegung zureichend bemerkt und aktualisiert werden konnte.’

      Löschen
    7. Vielen Dank für den link zum Wiener Vortrag Wolf-Ulrich Klünkers! Ich freue mich, ihn bei Gelegenheit nachhören zu können – auch wenn, oder: gerade weil ich ihn noch in guter Erinnerung habe.

      LG, i.

      Löschen
    8. Liebe Ingrid,

      wie schön, dass Du im Vortrag sein konntest. Dessen Architektur ist Kunst am Bau.

      L.G. ~ B.

      Löschen
    9. Bravo!
      http://www.steinerforschungstage.net/wp-content/uploads/2011/11/04-Kl%C3%BCnker-Dilettantismus.pdf

      Löschen
    10. Bravo!, Kluenker ,Hoffmann, Clement. Ihr werdet eingeschrieben werden in der Annalen der Akademiker.

      Löschen
    11. Beide Haltungen sind weit entfernt von den Intentionen und den Forschungsergebnissen Steiners.
      An Persönlichkeiten, die wissen was Rudolf Steiner nicht gemeint hat und was nicht in seinem Sinne ist, mangelt es in unserer Zeit also anscheinend nicht.
      //
      Es scheint mir manchmal geradezu der zentrale Arbeitsansatz anthroposophischer (möchtegern) Geistesforscher zu sein, erst mal gründlich zu sagen, wer und was alles nicht im Sinne Steiners gestrickt ist...

      Löschen
    12. Zu meinem Kommentar vom: 25.4.15. - 12:58 °°

      Inzwischen bin ich mir nahezu sicher, dass Wolf – Ulrich Klünker, so er in seinem Vortrag: „Anthroposophie und Psychologie im 21.Jahrhundert“, sich auf manche „Leitsätze“ von Rudolf Steiner bezieht, dass W.- U. K. intensiv mit einem Buch von Carl Unger arbeitet.

      Diesem: Carl Unger „Aus der Sprache der Bewusstseinsseele“ unter Zugrundelegung der „Leitsätze“ Rudolf Steiners.

      Der Vortrag als Ganzes ist, meinem Empfinden nach, darauf aufgebaut, was Carl Unger bereits 1927, in der „Wochenschrift Anthroposophie“, in einer Aufsatzfolge vorlegen konnte. Darinnen bringt er, unter Punkt 18 „Gedankenkunst“, ein Steinerzitat :

      „In der Zeit...während des Thomismus, war auch der, welcher als Philosoph wirkte, wenn er seine Begriffe in feiner Gedankenkunst ausprägte, im Zusammenhange mit der geistigen Welt“

      Darauf Bezug nehmend, sagt Unger:

      Rudolf Steiners Werk zeigt Schritt für Schritt den Weg, auf dem das Denken wieder lebendig wird, so dass es schließlich seinen geistigen Forschungen im Nachschaffen folgen kann. Er hat uns damit aber die Aufgabe hinterlassen, seine Forschungen „durch dauernde Gedanken“ zu „befestigen“. Er selbst hat überall die Elemente begründet durch Prägung völlig neuer Begriffe. Es gilt, daran in ähnlicher Weise eine Gedankenkunst zu knüpfen, wie es die Hochscholastik für das Werk des
      Aristoteles getan hat. An manchen Stellen der Leitsätze können wir diese Aufgabe nachweisen und den Weg dazu angegeben finden.“

      Derselbe Gedankengang findet sich ebenso in dem Vortrag von W.- U- K. Und noch manches andere, das evtl. von Carl Unger angeregt sein könnte.

      Ich kann Ungers Buch jedem, als Dauerlektüre, empfehlen!

      ~ B.


      Löschen
    13. Stephan Birkholz schreibt: "Beide Haltungen sind weit entfernt von den Intentionen und den Forschungsergebnissen Steiners und schliesst ab mit: "erst mal gründlich zu sagen, wer und was alles nicht im Sinne Steiners gestrickt ist... he, uh, hu, eh!

      Löschen
    14. Das habe ich nicht gesagt, das habe ich hieraus zitiert...

      he, uh, hu, AHHHH!

      Löschen
    15. Ich habe den Artikel nur 'überflogen', bin aber an dem Satz hängen geblieben, da er mir wieder verdeutlicht hat, wieviel Geisteskraft aufgewendet wird (vielleicht notwendigerweise) um Holzwege zu entlarven anstatt gangbare Wege zu bauen...

      Löschen
    16. Stephan Birkholz: "Es scheint mir manchmal geradezu der zentrale Arbeitsansatz anthroposophischer (möchtegern) Geistesforscher zu sein, erst mal gründlich zu sagen, wer und was alles nicht im Sinne Steiners gestrickt ist"...

      …Nicht war, heute wissen viele Männer wirklich gar nicht, was für ein gesundes Denken , für eine gesunde Logik hat, wenn man stricken kann…ich kann einmal nicht einen für einen guten Professor ansehen, der nicht, wenn es nötig ist seine eigen Stiefel flicken kann.
      Wie soll man dann überhaupt über das Sein etwas ordentliches wissen und über das Werden, wenn man nicht einmal seine Stiefel flicken kann, wenn es notwendig ist. Es ist natürlich etwas paradox und extrem gesprochen. Aber heute gibt es selbst Männer, sie nicht sich einmal in nötigen Falle einen Hosenknopf richtig zu annähen zu können. Ja das ist etwas Furchtbares.
      Man kann wirklich nichts Ordentliches über Philosophie wissen, wenn man nicht in der Hand eine bestimmte Geschicklichkeit für gewisse Dingen hat. Das gehört zum Leben.
      Und nun muss man sagen:Nur derjenige kann ein guter Philosoph sein, der, wenn es sein Schicksal gewesen wäre, auch ein guter Schuhflicker geworden wäre.
      Manchmal werden ja sogar Schuhflicker Philosophen, wie es die Geschichte der Philosophie zeigt

      Hand-Arbeit und Kunst-Gewebe angaben R.Steiner.
      Praktischen Betätigungen wie Stricken, Stiefelflicken usw. sind eine vorzügliche Vorbereitung für das Leben. S.224.

      Löschen
    17. Ja, solche Gedanken tun immer mal wieder gut...

      Löschen
    18. Seine, wohlgemerkt, „seine“ Schuhe selber schustern können, darinnen ist, hier in einem übertragenen Sinne, eben auch noch mit beinhaltet: Persönlich für seine anthroposophischen Studien einstehen zu können.

      Nichts anderes will Wolf – Ulrich Klünker, in der ihm möglichen Deutlichkeit, zum Ausdruck bringen. Er erhebt nirgends den Anspruch, dass es in seiner Art und Weise, ihm jemand anderes gleich tun möge.

      W. - U. K. : „Beide Haltungen sind weit entfernt von den Intentionen und den Forschungsergebnissen Rudolf Steiners. Diesen kann man sich nur nähern, egal ob kritisch oder affirmativ, wenn man einen eigenen geisteswissenschaftlichen Weg beschreitet und einen eigenen geisteswissenschaftlichen Standpunkt einnehmen kann. Das ist eine erste große Schwierigkeit: Man kann sich selbst nicht existentiell draußen, nicht auf Distanz halten, wenn man dem untersuchten Gegenstand gerecht werden, also »objektiv« sein will.“

      Deutlich wird bei ihm, er lässt sich seine Schuhe eben nicht von Rudolf Steiner schustern.

      ~ B.

      Löschen
    19. @ Stephan:
      »Ich habe den Artikel nur 'überflogen', bin aber an dem Satz hängen geblieben, da er mir wieder verdeutlicht hat, wieviel Geisteskraft aufgewendet wird (vielleicht notwendigerweise) um Holzwege zu entlarven anstatt gangbare Wege zu bauen…«
      Ja – es sind in der Tat viele „Goldsucher“ unterwegs, die sich offenbar statt um das „Gold“ lieber um das kümmern, was ihnen „taubes Gestein“ zu sein scheint.

      Vielen Dank an cheese für den link zu Klünkers Artikel, in dem sich (wie auch in seinem Wiener Vortrag) viel „Gold“ finden läßt.
      Er spricht mir aus der Seele:
      »Es ist einfach eine schlechte und wesenhaft nicht entwicklungsfähige Alternative, an die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners entweder den Maßstab der Erkenntnislehre Kants anzulegen und somit die Geisteswissenschaft aus einer Sicht zu kritisieren, die sie selbst ihrer Intention nach aufheben wollte; oder im anderen Lager esoterisch-religiöse Inhalte als überaus relevant zu erachten, als deren Qualitätsmerkmal es sogar gilt, dass man sie selbst nie hätte erlangen können. Mit anderen Worten lautet die Frage, wie man das mehr als problematische Gegenüber von akademischer Wissenschaft und Offenbarungsbewusstsein endlich hinter sich lassen kann.«
      Wolf-Ulrich Klünker ist einer derjenigen, die deutlich machen, wie die Brücke über die in vielen Herzen noch bestehende „Kluft“ gebaut werden kann: indem man bereit ist, sich seine Schuhe selber zu schustern.

      Löschen
    20. Vielen Dank an cheese für den link zu Klünkers Artikel

      :) ;) ;)

      Löschen
  13. Warum soll " das geistige Gestandenhaben vor dem Mysterium von Golgatha" etwas heissen wie 'auf der Schädelstätte stehen' ?

    AntwortenLöschen
  14. Michaela: " Es ist zunächst mal ein liegen lassen"

    Wenn wir über materielle Dinge etwas aussagen, z.B. einen Diamanten beschreiben, weiss jeder, was wir meinen. Wo es darum geht, etwas zu beschreiben, dass für äussere Sinne gar nicht da ist, wird es schwierig, sich allgemein verständlich auszudrücken. Und wenn wir uns noch so sehr darum bemühen, klare Begriffe zu verwenden, besteht immer die Möglichkeit, falsch verstanden zu werden.

    Ja,Burghardt Schildt, es ist zunächst mal ein liegen lassen auch von mir gemeint. Ich meine, Herr Eggert weiss, wie das von mir gemeint ist. Liegenlassen all dessen, was zu Staub wird.
    Und vielleicht ist auch "mitnehmen" nicht genau das passende Wort.
    Darf ich wissen, wie das gemeint ist:"Da ich seit Jahrzehnten "wie" nach dem realen Tode lebe:-),"
    ?
    Das Verbildlichen - Farben z.B. usw.usf. - ist natürlich schwierig. Danke für den Kommentar, den ich noch meditieren möchte.

    AntwortenLöschen
  15. Michaela für Anonym "Warum soll" das geistige Gestanden haben vor dem Mysterium von Golgatha" etwas heissen wie "auf der Schädelstätte stehen"?

    Woher haben Sie das? Der Ort Golgatha heisst ja angeblich "Schädelstätte".
    Und wenn wir innerlich dasjenige erleben, was Christus laut Evangelien äusserlich durchlebte, dann werden wir zu neuen Menschen. Beispiel Saulus und Paulus.
    Saulus war das alte Selbst des neuen Menschen namens Paulus. Sein altes Selbst ist Staub geworden. Wir könnten durchaus es so sehen : Paulus steht auf der Schädelstätte seines alten Selbst.
    Aehnlich wie bei Lazarus - Johannes.

    AntwortenLöschen
  16. Lazarus-Johannes (nicht Petrus) steht am Kreuz: den Jünger danebenstehend (parestota), den er liebte (Joh.19:26).

    AntwortenLöschen
  17. Michaela für Burghard Schildt : " Bin ich gerade tot, oder..."

    Das ist eine Fragestimmung der Ungewissheit. Drehe es mal um, so dass es in jedem Fall wahr ist. Also : Ich bin. Manche grübeln: " Ich bin gross, klein, schön, hässlich, schlau, blöde, tot,lebendig"
    Wenn wir das alles mal weglassen hinter:Ich bin-ist es in jedem Falle wahr !
    Wäre ich nicht, wie könnte ich den einfachen Satz hinschreiben?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. So das gut geht, ist in meinem Erleben "ein Ich bin" die durchgängig sich gewisse Instanz. Aber es ist eben ein Gehen. Und so gehend stetig in Wandlung. Ich sagte das bereits hier einmal: Ich springe rein und sehe in Folge, welche Stecker zu ziehen sind. Ich erlebe Kurzschlüsse, Stromschläge, so ich an Kabeln rumfummel, die mir noch zu wenig vertraut sind.

      "Das Ich bin", als bloßes Erleben, hat mich nie gelockt. Warum auch, wenn`s bei mir auch anders geht.
      In Ungewissheit mir meiner dennoch gewiss zu sein, diese Ungewissheit ist für mich das Baumaterial für dasjenige, das ich, anhand von Ungewissheiten, gestalten kann. So eine Gestalt gelingt, beginnt zuvor mir noch Ungewisses damit, sich auszusprechen.

      Ich wollte nie eine rein "geistige" Welt erforschen, da es die in meiner Welt nicht gibt. Genauer: Als so eine scheinbare Gegebenheit, wie das ein Löffel zu sein scheint. Das Sinnliche ist mir bereits Geist genug. Und das will ich lediglich, mal hier, mal dort, ein wenig verschönern und das geht nun mal nicht ohne Geist. Der wird mir immer erst ab dann zur Frage, wenn ich mit meinem Vorhaben nicht weiter komme.

      Reine Forschernaturen sind mir ein Rätsel. Dafür bin ich zu gerne ein Egoist.

      ~ B.

      Löschen
  18. Michaela für B.Schildt und den grossen Dichterfürsten: Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Bei Gott ist alles möglich. Deswegen schöne Grüsse zurück an die durchlauchten Herrschaften!
    Salve ! Schönen Dank an Herrn von Goethe für "Wilhelm Meister" bitte ausrichten.
    In Devotion. F.a.F. Salve Ja ?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Goethes Fussmatte ist inzwischen reichhaltig eingetreten. Das bezeugt seine Gastfreundschaft. Allen, die in Arbeit sich finden, gewährt er Eintritt.

      Dein Gruss hat Goethe herzlichst aufgenommen. Folgendes gab er mir auf, an Dich weiterzuleiten.

      "Sei gegrüsst Michaela! Grüssen können, das leitet sich her von: Zur Sprache bringen. Daher die lobenswerte Gesinnung im Süden des Landes, sich einander ein "Grüss Gott" zu wünschen. Also: Hebe weiterhin den Gott in dir in dein Sprechen."

      Noch mitten in seinem Redefluss erschien ihm Frau von Stein und ließ ihn verstummen ob Ihrer Erscheinung.

      Ungebeten zog ich mich zurück, derzeit hocke ich, einen Steinwurf entfernt, im "Schwan" und plane die Dokumenta IX anno 1992

      Löschen
    2. Richtigstellung:

      Ja, die Vorgänge auseinander halten zu können, wie bereits gesagt, eine ewige Aufgabe. Im "Schwan" hockend lausche ich dem Selbstgespräch von Jan Hoet.

      Löschen
    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

      Löschen
    4. Hallo mein Süßer,

      schau bitte 18.44°°

      Dein Goldschatz

      Löschen
    5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

      Löschen
    6. Vielleicht auch nur ein Pseudonim unte viele andere?

      Löschen
    7. the twilight zone:

      Da ich seit Jahrzehnten „wie“ nach dem realen Tode lebe :-), kann ich sagen: Mitnehmen ist nicht das treffende Wort. Denn in dem ist mit beinhaltet, dass man „es“ auch „dort“ lassen kann.

      Dabei ist man sich nie so recht „bei allem“ bewusst: Bin ich gerade tot, oder sterbend, oder bereits in Verstorbenheit, oder im Vorgeburtlichen, oder im Nachtodlichen. Das überlagert sich alles. Daher bei Steiner das Bild von sich überlagernden Farbkreisen, durch die man jedoch hindurch schauen kann.


      "Das Ich bin", als bloßes Erleben, hat mich nie gelockt. Warum auch, wenn`s bei mir auch anders geht.
      In Ungewissheit mir meiner dennoch gewiss zu sein, diese Ungewissheit ist für mich das Baumaterial für dasjenige, das ich, anhand von Ungewissheiten, gestalten kann. So eine Gestalt gelingt, beginnt zuvor mir noch Ungewisses damit, sich auszusprechen.

      Ich wollte nie eine rein "geistige" Welt erforschen, da es die in meiner Welt nicht gibt. Genauer: Als so eine scheinbare Gegebenheit, wie das ein Löffel zu sein scheint. Das Sinnliche ist mir bereits Geist genug. Und das will ich lediglich, mal hier, mal dort, ein wenig verschönern und das geht nun mal nicht ohne Geist. Der wird mir immer erst ab dann zur Frage, wenn ich mit meinem Vorhaben nicht weiter komme.

      Reine Forschernaturen sind mir ein Rätsel. Dafür bin ich zu gerne ein Egoist.

      Löschen
  19. Michaela für Mick Eggert: " es wirkt ja auch zurück."

    Sogar unabhängig davon, wie wir leben, gestalten, es wirkt so oder so zurück.
    Wie wertvoll ein einziges Erdenleben ist ! Ob jemand das nun wahrdenken will oder nicht, die Tatsache bleibt bestehen, dass es zurückwirkt. Selbst der Staub wirkt weiter, oder die Asche wirkt weiter. Im ganzen Erdenleben schneiden wir uns die Haare, die Nägel, und auch das wirkt weiter.
    Jeder Gedanke wirkt weiter. Gefühle genauso, sie können auf den Partner übertragen werden.
    Taten wirken sowieso weiter. Wenn wir was "versemmeln" wirkt auch das weiter.
    Danke. Burhard spricht über "das Gute" Ist nicht die Freiheit das Gute ?
    Wären wir z.B. nicht frei zu forschen, könnten wir nicht erkennen, was das Gegenteil des Guten ist.

    AntwortenLöschen
  20. siehe: "Ton Majoor, 17.4. 9h14: Die Frage war aber, wie Steiner Zugang zu den physischen Ereignissen hatte (das geistige Gestanden-Haben...)" - Mein "Stehen auf der Schädelstätte" bezog sich auf "physische Ereignisse". Mich stört diese Gleichsetzung. Das Erlebnis "das geistige Gestanden-Haben ...") ist von Rudolf Steiner nicht näher beschrieben.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Daher verweise ich auf Joh.19:26, wie Steiner es 1909 gemacht hat:
      Da unten am Kreuze stand die Mutter, da unten stand der Jünger, den «der Herr lieb hatte», der Lazarus-Johannes, den er selber initiiert hatte .. Der auferweckte Lazarus hat das Evangelium auf uns kommen lassen, und er allein war imstande, jede Stelle in dem Evangelium so fest zu fügen ... (112.216)

      Löschen
    2. Oder will Anonym das Zeitreisen introduzieren? Im Sinne JvH.

      Löschen
    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

      Löschen
  21. Michaela: Grüss Gott allerseits !

    AntwortenLöschen
  22. Michaela : Zum Thread - Thema : Z.B. Crowley. Es gibt eine Biographie von dem, die ich mal gelesen habe. Mir reicht schon, dass der einen Frosch gekreuzigt hat, um zu erkennen, wes Geistes Kind der war. Er soll der Meinung gewesen sein, es sei möglich, Christus durch Magie (Magick) zu "evozieren" wie irgendwelche Geister evozierbar sind.
    Lächerlich ! Wenn ihm das "gelänge" würde er durch Blitzeinschlag geröstet und zurück bliebe physische Asche. Die Bücher dieses arroganten Tierquälers kann man allerdings als Chemiebücher wertschätzen. Der kannte sich aus mit Pflanzen usw. Und der war sich seiner chemischen Ausstrahlungen sehr bewusst. Liest Herr Niederhausen mit ? Dann auch für ihn dieser Hinweis:
    Crowley schiss jemand im Salon o.ä. auf den Teppich. "Das Tier" war nicht stubenrein !
    Doch immerhin hatte der Mann Humor.
    Er war allein auf dem Lande, schrieb dem "Tugendwächterverein" in London oder so einen Brief.
    Die Hurerei in dem Dorf würde ihm besonders auffallen. Ein Spitzel vom Tugendwächterverein recherchierte, fand keine einzige Hure, fragte zurück, wodurch Crowley das ins Auge falle.
    "Durch ihr Nichtvorhandensein" war die Antwort.
    Um "Erfolg" zu bekommen hat der Engländer in der Sauna einem Kerl einen geblasen, weil es bedeutet : to suck seed. Klingt im Englischen wie : succeed. Erfolg haben.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: