Ein Klassiker der Geisteswissenschaft: Hegels "Phänomenologie des Geistes"



"Das absolute Wissen, oder der sich als Geist wissende Geist hat zu seinem Wege die Erinnerung der Geister, wie sie an sich selbst sind und die Organisation ihres Reichs zu vollbringen."

Rudolf Steiners Versuch, in seiner Anthroposophie die Entwicklung der sinnlichen und übersinnlichen Wirklichkeitsgestaltungen als Ausdruck einer sukzessiv fortschreitenden Metamorphose des Geistes im menschlichen Selbsterkennen zu verstehen, hatte ein bedeutendes Vorbild in Hegels revolutionärem Werk "Die Phänomenologie des Geistes" von 1807 - auch wenn die verschiedenen Gestaltungen des werdenden Geistes und ihre Abfolge sich bei Steiner dann anders darstellen als bei Hegel. Der bewusstseinsphilosophische Charakter und Anspruch von Steiners "Geheimwissenschaft" von 1909/10 etwa lässt sich wohl nicht angemessen verstehen, wenn man neben deren Bezugnahme auf Anni Besants "Ancient Wisdom" und Haeckels "Welträtsel" nicht auch seine innere Nähe zu Hegels geisteswissenschaftlicher Konzeption in Betracht zieht.


Hegels Inhaltsanzeige: 

Dieser Band stellt das werdende Wissen dar. Die Phänomenologie des Geistes soll an die Stelle der psychologischen Erklärungen oder auch der abstrakten Erörterungen über die Begründung des Wissens treten. [...] Sie faßt die verschiedenen Gestalten des Geistes als Stationen des Weges in sich, durch welchen er reines Wissen oder absoluter Geist wird. Es wird daher in den Hauptabteilungen dieser Wissenschaft, die wieder in mehrere zerfallen, das Bewußtsein, das Selbstbewußtsein, die beobachtende und handelnde Vernunft, der Geist selbst, als sittlicher, gebildeter und moralischer Geist, und endlich als religiöser in seinen unterschiedlichen Formen betrachtet. Der dem ersten Blick sich als Chaos darbietende Reichtum der Erscheinungen des Geistes ist in eine wissenschaftliche Ordnung gebracht, welche sich nach ihrer Notwendigkeit darstellt, in der die unvollkommenen sich auflösen und in höhere übergehen, welche ihre nächste Wahrheit sind. Die letzte Wahrheit finden sie zunächst in der Religion und dann in der Wissenschaft, also dem Resultate des Ganzen.“


Kapitel VII: Das absolute Wissen

Der Geist der offenbaren Religion hat sein Bewußtsein als solches noch nicht überwunden, oder, was dasselbe ist: sein wirkliches Selbstbewußtsein ist nicht der Gegenstand seines Bewußtseins; er selbst überhaupt und die in ihm sich unterscheidenden Momente fallen in das Vorstellen und in die Form der Gegenständlichkeit. Der Inhalt des Vorstellens ist der absolute Geist; und es ist allein noch um das Aufheben dieser bloßen Form zu tun, oder vielmehr: weil sie dem Bewußtsein als solchem angehört, muß ihre Wahrheit schon in den Gestaltungen desselben sich ergeben haben. –

Diese Überwindung des Gegenstandes des Bewußtseins ist nicht als das Einseitige zu nehmen, daß er sich als in das Selbst zurückkehrend zeigte, sondern bestimmter so, daß er sowohl als solcher sich ihm als verschwindend darstellte, als noch vielmehr, daß die Entäußerung des Selbstbewußtseins es ist, welche die Dingheit setzt, und daß diese Entäußerung nicht nur negative, sondern positive Bedeutung [...] hat. Für es hat das Negative des Gegenstandes oder dessen sich selbst Aufheben dadurch die positive Bedeutung oder es weiß diese Nichtigkeit desselben dadurch einerseits, daß es sich selbst entäußert, – denn in dieser Entäußerung setzt es sich als Gegenstand oder den Gegenstand um der untrennbaren Einheit des Fürsichseins willen als sich selbst. Andererseits liegt hierin zugleich dies andere Moment, daß es diese Entäußerung und Gegenständlichkeit ebensosehr auch aufgehoben und in sich zurückgenommen hat, also in seinem Anderssein als solchem bei sich ist. –

Dies ist die Bewegung des Bewußtseins, und dieses ist darin die Totalität seiner Momente. –  Es muß sich ebenso zu dem Gegenstande nach der Totalität seiner Bestimmungen verhalten und ihn nach jeder derselben so erfaßt haben. Diese Totalität seiner Bestimmungen macht ihn an sich zum geistigen Wesen, und für das Bewußtsein wird er dies in Wahrheit durch das Auffassen einer jeden einzelnen derselben als des Selbsts oder durch das eben genannte geistige Verhalten zu ihnen.

Der Gegenstand ist also teils [1.] unmittelbares Sein oder ein Ding überhaupt, was dem unmittelbaren Bewußtsein entspricht; teils [2.] ein Anderswerden seiner [selbst], sein Verhältnis oder Sein für Anderes und Fürsichsein: [insofern ist er] die Bestimmtheit, was der Wahrnehmung [entspricht], teils [3.] Wesen oder als Allgemeines, was dem Verstande entspricht. Er ist, als Ganzes, der Schluß oder die Bewegung des Allgemeinen durch die Bestimmung zur Einzelheit, wie die umgekehrte, von der Einzelheit durch sie als aufgehobene oder die Bestimmung zum Allgemeinen. –

Nach diesen drei Bestimmungen [des Gegenstandes als Ding, Wahrnehmung und Wesen] also muß das Bewußtsein ihn als sich selbst wissen. Es ist dies jedoch nicht das Wissen als reines Begreifen des Gegenstandes, von dem die Rede ist, sondern dies Wissen soll nur in seinem Werden oder in seinen Momenten nach der Seite aufgezeigt werden, die dem Bewußtsein als solchem angehört, und die Momente des eigentlichen Begriffes oder reinen Wissens in der Form von Gestaltungen des Bewußtseins. Darum erscheint der Gegenstand im Bewußtsein als solchem noch nicht als die geistige Wesenheit, wie sie von uns soeben ausgesprochen wurde, und sein Verhalten zu ihm ist nicht die Betrachtung desselben in dieser Totalität als solcher, noch in ihrer reinen Begriffsform, sondern teils Gestalt des Bewußtseins überhaupt, teils eine Anzahl solcher Gestalten, die wir zusammennehmen und in welchen die Totalität der Momente des Gegenstandes und des Verhaltens des Bewußtseins nur aufgelöst in ihre Momente aufgezeigt werden kann.

Es ist hiermit für diese Seite des Erfassens des Gegenstandes, wie es in der Gestalt des Bewußtseins ist, nur an die früheren Gestalten desselben zu erinnern, die schon vorgekommen sind. – [I. Bewusstsein, II. Selbstbewusstsein, III. Vernunft (theoretische und handelnde), IV. Geist]

In Ansehung des Gegenstandes also, insofern er unmittelbar, ein gleichgültiges Sein ist, so sahen wir die beobachtende Vernunft in diesem gleichgültigen Dinge sich selbst suchen und finden, d.h. ihres Tuns als eines ebenso äußerlichen sich bewußt sein, als sie [sich] des Gegenstandes nur als eines unmittelbaren bewußt ist. – Wir sahen auch auf ihrer Spitze ihre Bestimmung in dem unendlichen Urteile aussprechen, daß das Sein des Ich ein Ding ist. Und zwar [einerseits als] ein sinnliches, unmittelbares Ding [als Körper]; wenn [aber] Ich Seele genannt wird, so ist es zwar auch als Ding vorgestellt, aber als ein unsichtbares, unfühlbares usf., in der Tat also nicht als unmittelbares Sein und nicht als das, was man unter einem Dinge meint. –

Jenes Urteil, so genommen wie es unmittelbar lautet, ist es geistlos oder vielmehr das Geistlose selbst. Seinem Begriffe nach aber ist es in der Tat das Geistreichste, und dieses Innere desselben, das an ihm noch nicht vorhanden ist, ist es, was die beiden anderen zu betrachtenden Momente aussprechen.

Das Ding ist Ich, – in der Tat ist in diesem unendlichen Urteile das Ding aufgehoben; es ist nichts an sich; es hat nur Bedeutung im Verhältnisse, nur durch Ich und [durch] seine Beziehung auf dasselbe. – Dies Moment hat sich für das Bewußtsein in der reinen Einsicht und Aufklärung ergeben. Die Dinge sind schlechthin nützlich und nur nach ihrer Nützlichkeit zu betrachten. – Das gebildete Selbstbewußtsein, das die Welt des sich entfremdeten Geistes durchlaufen, hat durch seine Entäußerung das Ding als sich selbst erzeugt, behält daher in ihm noch sich selbst und weiß die Unselbständigkeit desselben oder daß das Ding wesentlich nur Sein für Anderes ist; oder vollständig, das Verhältnis, d.h. das, was die Natur des Gegenstandes hier allein ausmacht, ausgedrückt, so gilt ihm das Ding als ein fürsichseiendes, es spricht die sinnliche Gewißheit als absolute Wahrheit aus, aber dies Fürsichsein selbst als Moment, das nur verschwindet und in sein Gegenteil, in das preisgegebene Sein für Anderes übergeht.

Hierin ist aber das Wissen des Dinges noch nicht vollendet; es muß nicht nur nach der Unmittelbarkeit des Seins [d. h. als das von mir gewusste Ding] und nach der Bestimmtheit [d. h. als meine Wahrnehmung], sondern auch als Wesen oder inneres, als das Selbst gewußt werden. Dies ist in dem moralischen Selbstbewußtsein vorhanden. Dies weiß sein Wissen als die absolute Wesenheit oder das Sein schlechthin als den reinen Willen oder Wissen; es ist nichts als nur dieser Willen und Wissen; anderem kommt nur unwesentliches Sein, d.h. nicht ansichseiendes, nur seine leere Hülse zu.

Insofern das moralische Bewußtsein das Dasein in seiner Weltvorstellung aus dem Selbst entläßt, nimmt es dasselbe ebensosehr wieder in sich zurück. Als Gewissen ist es endlich nicht mehr dieses noch abwechselnde Stellen und Verstellen des Daseins und des Selbsts, sondern es weiß, daß sein Dasein als solches diese reine Gewißheit seiner selbst ist; das gegenständliche Element, in welches es als handelnd sich hinausstellt, ist nichts anderes als das reine Wissen des Selbsts von sich.

Dies sind die Momente, aus denen sich die Versöhnung des Geistes mit seinem eigentlichen Bewußtsein zusammensetzt; sie für sich sind einzeln, und ihre geistige Einheit allein ist es, welche die Kraft dieser Versöhnung ausmacht.

Das letzte dieser Momente ist aber notwendig diese Einheit selbst und verbindet, wie erhellt, sie in der Tat alle in sich. Der seiner selbst in seinem Dasein gewisse Geist hat zum Elemente des Daseins nichts anderes als dies Wissen von sich; das Aussprechen, daß, was er tut, er nach Überzeugung von der Pflicht tut, diese seine Sprache ist das Gelten seines Handelns. –

Das Handeln ist das erste ansichseiende Trennen der Einfachheit des Begriffs und die Rückkehr aus dieser Trennung. Diese erste Bewegung schlägt in die zweite um, indem das Element des Anerkennens sich als einfaches Wissen von der Pflicht gegen den Unterschied und die Entzweiung setzt, die im Handeln als solchem liegt und auf diese Weise eine eiserne Wirklichkeit gegen das Handeln bildet. In der Verzeihung sahen wir aber, wie diese Härte von sich selbst abläßt und sich entäußert. Die Wirklichkeit hat also hier für das Selbstbewußtsein sowohl als unmittelbares Dasein keine andere Bedeutung, als das reine Wissen zu sein; – ebenso als bestimmtes Dasein oder als Verhältnis ist das sich Gegenüberstehende ein Wissen teils von diesem rein einzelnen Selbst, teils von dem Wissen als allgemeinem.

Hierin ist zugleich dies gesetzt, daß das dritte Moment, die Allgemeinheit oder das Wesen jedem der beiden Gegenüberstehenden nur als Wissen gilt; und den leeren noch übrigen Gegensatz heben sie endlich ebenso auf und sind das Wissen des Ich = Ich; dieses einzelne Selbst, das unmittelbar reines Wissen oder allgemeines ist.

Diese Versöhnung des Bewußtseins mit dem Selbstbewußtsein zeigt sich hiermit von der gedoppelten Seite zustande gebracht: das eine Mal im religiösen Geiste, das andere Mal im Bewußtsein selbst als solchem. Sie unterscheiden sich beide so voneinander, daß jene diese Versöhnung in der Form des Ansichseins, diese in der Form des Fürsichseins ist.

Wie sie [Bewusstsein und Religion] betrachtet worden [sind], fallen sie zunächst auseinander; das Bewußtsein ist in der Ordnung, in der uns seine Gestalten vorkamen, teils zu den einzelnen Momenten derselben, teils zu ihrer Vereinigung längst gekommen, ehe auch die Religion ihrem Gegenstande die Gestalt des wirklichen Selbstbewußtseins gab. Die Vereinigung beider Seiten ist noch nicht aufgezeigt; sie ist es, welche diese Reihe der Gestaltungen des Geistes beschließt; denn in ihr kommt der Geist dazu, sich zu wissen, nicht nur wie er an sich oder nach seinem absoluten Inhalte, noch nur wie er für sich nach seiner inhaltslosen Form oder nach der Seite des Selbstbewußtseins, sondern wie er an und für sich ist.

Diese Vereinigung aber ist an sich schon geschehen, [und] zwar auch in der Religion, in der Rückkehr der Vorstellung in das Selbstbewußtsein, – aber nicht nach der eigentlichen Form, denn die religiöse Seite ist die Seite des Ansich, welche der Bewegung des Selbstbewußtseins gegenübersteht. Die Vereinigung gehört daher dieser andern Seite an, die im Gegensatze die Seite der Reflexion in sich, also diejenige ist, die sich selbst und ihr Gegenteil und nicht nur an sich oder auf eine allgemeine Weise, sondern für sich oder entwickelt und unterschieden enthält.

Der Inhalt sowie die andere Seite des selbstbewußten Geistes, insofern sie die andere Seite ist, ist in ihrer Vollständigkeit vorhanden und aufgezeigt worden; die Vereinigung, welche noch fehlt, ist die einfache Einheit des Begriffs. Dieser ist an der Seite des Selbstbewußtseins selbst auch schon vorhanden; aber wie er im Vorhergehenden vorgekommen, hat er wie alle übrigen Momente die Form, eine besondere Gestalt des Bewußtseins zu sein. –

Er [der Inhalt des selbstbewussten Geistes] ist also derjenige Teil der Gestalt des seiner selbst gewissen Geistes, der in seinem Begriffe stehenbleibt und die schöne Seele genannt wurde. Sie ist nämlich sein Wissen von sich selbst, in seiner reinen durchsichtigen Einheit, – das Selbstbewußtsein, das dieses reine Wissen von dem reinen Insichsein als den Geist weiß, nicht nur die Anschauung des Göttlichen, sondern die Selbstanschauung desselben. –

Indem dieser Begriff [der schönen Seele] sich seiner Realisierung entgegengesetzt festhält, ist er die einseitige Gestalt, deren Verschwinden in leeren Dunst, aber auch ihre positive Entäußerung und Fortbewegung wir sahen. Durch diese Realisierung hebt sich das Aufsichbeharren dieses gegenstandslosen Selbstbewußtseins, die Bestimmtheit des Begriffs gegen seine Erfüllung auf; sein Selbstbewußtsein gewinnt die Form der Allgemeinheit, und was ihm bleibt, ist sein wahrhafter Begriff oder der Begriff, der seine Realisierung gewonnen; es ist er in seiner Wahrheit, nämlich in der Einheit mit seiner Entäußerung, – das Wissen von dem reinen Wissen, nicht als abstraktem Wesen, welches die Pflicht ist, sondern von ihm als Wesen, das dieses Wissen, dieses reine Selbstbewußtsein, das also zugleich wahrhafter Gegenstand ist, denn er ist das fürsichseiende Selbst.

Seine Erfüllung gab sich dieser Begriff einesteils im handelnden seiner selbst gewissen Geist, andernsteils in der Religion: in der letzteren gewann er den absoluten Inhalt als Inhalt oder in der Form der Vorstellung, des Andersseins für das Bewußtsein; hingegen in jener Gestalt ist die Form das Selbst selber, denn sie enthält den handelnden, seiner selbst gewissen Geist; das Selbst führt das Leben des absoluten Geistes durch. Diese Gestalt ist, wie wir sehen, jener einfache Begriff, der aber sein ewiges Wesen aufgibt, da ist oder handelt.

Das Entzweien oder Hervortreten hat er an der Reinheit des Begriffs, denn sie ist die absolute Abstraktion oder Negativität. Ebenso hat er das Element seiner Wirklichkeit oder des Seins in ihm an dem reinen Wissen selbst, denn es ist die einfache Unmittelbarkeit, die ebenso Sein und Dasein als Wesen ist, jenes das negative Denken, dies das positive Denken selbst. Dies Dasein ist endlich ebensosehr das aus ihm – wie als Dasein so als Pflicht – in sich Reflektiert- oder Bösesein. Dies Insichgehen macht den Gegensatz des Begriffs aus und ist damit das Auftreten des nichthandelnden, nichtwirklichen reinen Wissens des Wesens. Dies sein Auftreten in diesem Gegensatze aber ist die Teilnahme daran; das reine Wissen des Wesens hat sich an sich seiner Einfachheit entäußert, denn es ist das Entzweien oder die Negativität, die der Begriff ist; sofern dies Entzweien das Fürsichwerden ist, ist es das Böse; sofern es das Ansich ist, ist es das Gutbleibende. – […]

Durch diese Bewegung des Handelns ist der Geist – der so erst Geist ist, daß er da ist, sein Dasein in den Gedanken und dadurch in die absolute Entgegensetzung erhebt und aus dieser eben durch sie und in ihr selbst zurückkehrt – als reine Allgemeinheit des Wissens, welches Selbstbewußtsein ist, als Selbstbewußtsein, das einfache Einheit des Wissens ist, hervorgetreten.

Was also in der Religion Inhalt oder Form des Vorstellens eines Anderen war, dasselbe ist hier [im absoluten Wissen] eigenes Tun des Selbsts; der Begriff verbindet es, daß der Inhalt eigenes Tun des Selbsts ist; denn dieser Begriff ist, wie wir sehen, das Wissen des Tuns des Selbsts in sich als aller Wesenheit und alles Daseins, das Wissen von diesem Subjekte als der Substanz und von der Substanz als diesem Wissen seines Tuns. –

Was wir hier hinzugetan [haben], ist allein teils die Versammlung der einzelnen Momente, deren jedes in seinem Prinzipe das Leben des ganzen Geistes darstellt, teils das Festhalten des Begriffes in der Form des Begriffes, dessen Inhalt sich in jenen Momenten und der sich in der Form einer Gestalt des Bewußtseins schon selbst ergeben hätte.

Diese letzte Gestalt des Geistes, der Geist, der seinem vollständigen und wahren Inhalte zugleich die Form des Selbsts gibt und dadurch seinen Begriff ebenso realisiert, als er in dieser Realisierung in seinem Begriffe bleibt, ist das absolute Wissen; es ist der sich in Geistsgestalt wissende Geist oder das begreifende Wissen.

Die Wahrheit ist nicht nur an sich vollkommen der Gewißheit gleich, sondern hat auch die Gestalt der Gewißheit seiner selbst, oder sie ist in ihrem Dasein, d.h. für den wissenden Geist in der Form des Wissens seiner selbst. Die Wahrheit ist der Inhalt, der in der Religion seiner Gewißheit noch ungleich ist. Diese Gleichheit aber ist darin, daß der Inhalt die Gestalt des Selbsts erhalten [hat]. Dadurch ist dasjenige zum Elemente des Daseins oder zur Form der Gegenständlichkeit für das Bewußtsein geworden, was das Wesen selbst ist, nämlich der Begriff. Der Geist, in diesem Elemente dem Bewußtsein erscheinend oder, was hier dasselbe ist, darin von ihm hervorgebracht, ist die Wissenschaft.

Die Natur, Momente und Bewegung dieses Wissens hat sich also so ergeben, daß es das reine Fürsichsein des Selbstbewußtseins ist; es ist Ich, das dieses und kein anderes Ich und das ebenso unmittelbar vermittelt oder aufgehobenes allgemeines Ich ist. – Es hat einen Inhalt, den es von sich unterscheidet, denn es ist die reine Negativität oder das Sichentzweien; es ist Bewußtsein. Dieser Inhalt ist in seinem Unterschiede selbst das Ich, denn er ist die Bewegung des Sichselbstaufhebens oder dieselbe reine Negativität, die Ich ist. Ich ist in ihm als unterschiedenem in sich reflektiert; der Inhalt ist allein dadurch begriffen, daß Ich in seinem Anderssein bei sich selbst ist. Dieser Inhalt, bestimmter angegeben, ist nichts anderes als die soeben ausgesprochene Bewegung selbst; denn er ist der Geist, der sich selbst und zwar für sich als Geist durchläuft, dadurch, daß er die Gestalt des Begriffes in seiner Gegenständlichkeit hat.

Was aber das Dasein dieses Begriffs betrifft, so erscheint in der Zeit und Wirklichkeit die Wissenschaft nicht eher, als bis der Geist zu diesem Bewußtsein über sich gekommen ist. Als der Geist, der weiß, was er ist, existiert er früher nicht und sonst nirgends als nach Vollendung der Arbeit, seine unvollkommene Gestaltung zu bezwingen, sich für sein Bewußtsein die Gestalt seines Wesens zu verschaffen und auf diese Weise sein Selbstbewußtsein mit seinem Bewußtsein auszugleichen. – Der an und für sich seiende Geist, in seinen Momenten unterschieden, ist fürsichseiendes Wissen, das Begreifen überhaupt, das als solches die Substanz noch nicht erreicht hat oder nicht an sich selbst absolutes Wissen ist.

In der Wirklichkeit ist nun die wissende Substanz früher da als die Form oder Begriffsgestalt derselben. Denn die Substanz ist das noch unentwickelte Ansich oder der Grund und Begriff in seiner noch unbewegten Einfachheit, also die Innerlichkeit oder das Selbst des Geistes, das noch nicht da ist. Was da ist, ist als das noch unentwickelte Einfache und Unmittelbare oder der Gegenstand des vorstellenden Bewußtseins überhaupt.

Das Erkennen, weil es das geistige Bewußtsein ist, dem, was an sich ist, nur insofern ist, als es Sein für das Selbst und Sein des Selbsts oder Begriff ist, hat aus diesem Grunde zuerst nur einen armen Gegenstand, gegen welchen die Substanz und deren Bewußtsein reicher ist. Die Offenbarkeit, die sie in diesem hat, ist in der Tat Verborgenheit, denn sie ist das noch selbstlose Sein, und offenbar ist sich nur die Gewißheit seiner selbst. Zuerst gehören dem Selbstbewußtsein daher von der Substanz nur die abstrakten Momente an; aber indem diese als die reinen Bewegungen sich selbst weitertreiben, bereichert es sich, bis es die ganze Substanz dem Bewußtsein entrissen, den ganzen Bau ihrer Wesenheiten in sich gesogen und – indem dieses negative Verhalten zur Gegenständlichkeit ebensosehr positiv, Setzen ist – sie aus sich erzeugt und damit für das Bewußtsein zugleich wiederhergestellt hat.

In dem Begriffe, der sich als Begriff weiß, treten hiermit die Momente früher auf als das erfüllte Ganze, dessen Werden die Bewegung jener Momente ist. In dem Bewußtsein dagegen ist das Ganze, aber unbegriffene, früher als die Momente. –

Die Zeit ist der Begriff selbst, der da ist und als leere Anschauung sich dem Bewußtsein vorstellt; deswegen erscheint der Geist notwendig in der Zeit, und er erscheint so lange in der Zeit, als er nicht seinen reinen Begriff erfaßt, d.h. nicht die Zeit tilgt. Sie ist das äußere angeschaute, vom Selbst nicht erfaßte reine Selbst, der nur angeschaute Begriff; indem dieser sich selbst erfaßt, hebt er seine Zeitform auf, begreift das Anschauen und ist begriffenes und begreifendes Anschauen. – Die Zeit erscheint daher als das Schicksal und die Notwendigkeit des Geistes, der nicht in sich vollendet ist, – die Notwendigkeit, den Anteil, den das Selbstbewußtsein an dem Bewußtsein hat, zu bereichern, die Unmittelbarkeit des Ansich – die Form, in der die Substanz im Bewußtsein ist – in Bewegung zu setzen oder umgekehrt, das Ansich als das Innerliche genommen, das, was erst innerlich ist, zu realisieren und zu offenbaren, d.h. es der Gewißheit seiner selbst zu vindizieren.

Es muß aus diesem Grunde gesagt werden, daß nichts gewußt wird, was nicht in der Erfahrung ist oder, wie dasselbe auch ausgedrückt wird, was nicht als gefühlte Wahrheit, als innerlich geoffenbartes Ewiges, als geglaubtes Heiliges, oder welche Ausdrucke sonst gebraucht werden, vorhanden ist. Denn die Erfahrung ist eben dies, daß der Inhalt – und er ist der Geist – an sich, Substanz und also Gegenstand des Bewußtseins ist.

Diese Substanz aber, die der Geist ist, ist das Werden seiner zu dem, was er an sich ist; und erst als dies sich in sich reflektierende Werden ist er an sich in Wahrheit der Geist. Er ist an sich die Bewegung, die das Erkennen ist, – die Verwandlung jenes Ansichs in das Fürsich, der Substanz in das Subjekt, des Gegenstandes des Bewußtseins in Gegenstand des Selbstbewußtseins, d.h. in ebensosehr aufgehobenen Gegenstand oder in den Begriff. Sie ist der in sich zurückgehende Kreis, der seinen Anfang voraussetzt und ihn nur im Ende erreicht. –

Insofern der Geist also notwendig dieses Unterscheiden in sich ist, tritt sein Ganzes angeschaut seinem einfachen Selbstbewußtsein gegenüber; und da also jenes das Unterschiedene ist, so ist es unterschieden in seinen reinen Begriff, in die Zeit, und in den Inhalt oder in das Ansich; die Substanz hat, als Subjekt, die erst innere Notwendigkeit an ihr, sich an ihr selbst als das darzustellen, was sie an sich ist, als Geist. Die vollendete gegenständliche Darstellung ist erst zugleich die Reflexion derselben oder das Werden derselben zum Selbst. –

Ehe daher der Geist nicht an sich, nicht als Weltgeist sich vollendet, kann er nicht als selbstbewußter Geist seine Vollendung erreichen. Der Inhalt der Religion spricht darum früher in der Zeit als die Wissenschaft es aus, was der Geist ist, aber diese ist allein sein wahres Wissen von ihm selbst.

Die Bewegung, die Form seines Wissens von sich hervorzutreiben, ist die Arbeit, die er [der Geist] als wirkliche Geschichte vollbringt.

Die religiöse Gemeine, insofern sie zuerst die Substanz des absoluten Geistes ist, ist das rohe Bewußtsein, das ein um so barbarischeres und härteres Dasein hat, je tiefer sein innerer Geist ist, und sein dumpfes Selbst eine um so härtere Arbeit mit seinem Wesen, dem ihm fremden Inhalte seines Bewußtseins. Erst nachdem es die Hoffnung aufgegeben, auf eine äußerliche, d.h. fremde Weise das Fremdsein aufzuheben, wendet es sich, weil die aufgehobene fremde Weise die Rückkehr ins Selbstbewußtsein ist, an sich selbst [Luther: Reformation], an seine eigene Welt und Gegenwart, entdeckt sie als sein Eigentum und hat somit den ersten Schritt getan, aus der Intellektualwelt herabzusteigen oder vielmehr deren abstraktes Element mit dem wirklichen Selbst zu begeisten.

Durch die Beobachtung einerseits findet es [das Bewusstsein] das Dasein als Gedanken und begreift dasselbe, und umgekehrt in seinem Denken das Dasein. Indem es so zunächst die unmittelbare Einheit des Denkens und Seins, des abstrakten Wesens und des Selbsts, selbst abstrakt ausgesprochen und das erste Lichtwesen reiner, nämlich als Einheit der Ausdehnung und des Seins – denn Ausdehnung ist die dem reinen Denken gleichere Einfachheit, denn das Licht ist – und hiermit im Gedanken die Substanz des Aufgangs wieder erweckt hat, schaudert der Geist zugleich von dieser abstrakten Einheit, von dieser selbstlosen Substantialität zurück und behauptet die Individualität gegen sie.

Erst aber nachdem er diese [die Individualität] in der Bildung entäußert, dadurch sie zum Dasein gemacht und in allem Dasein sie durchgesetzt, – zum Gedanken der Nützlichkeit gekommen und in der absoluten Freiheit das Dasein als seinen Willen erfaßt, kehrt er somit den Gedanken seiner Innersten Tiefe heraus und spricht [in der Philosophie Fichtes] das Wesen als Ich = Ich aus.

Dies Ich = Ich ist aber die sich in sich selbst reflektierende Bewegung; denn indem diese Gleichheit als absolute Negativität der absolute Unterschied ist, so steht die Sichselbstgleichheit des Ich diesem reinen Unterschiede gegenüber, der als der reine und zugleich dem sich wissenden Selbst gegenständliche, als die Zeit auszusprechen ist, so daß, wie vorhin das Wesen als Einheit des Denkens und der Ausdehnung ausgesprochen wurde, es als Einheit des Denkens und der Zeit zu fassen wäre; aber der sich selbst überlassene Unterschied, die ruhe- und haltlose Zeit fällt vielmehr in sich selbst zusammen; sie ist die gegenständliche Ruhe der Ausdehnung, diese aber ist die reine Gleichheit mit sich selbst, das Ich. –

Oder: Ich ist nicht nur das Selbst, sondern es ist die Gleichheit des Selbsts mit sich, diese Gleichheit aber ist die vollkommene und unmittelbare Einheit mit sich selbst, oder dies Subjekt ist ebensosehr die Substanz. Die Substanz für sich allein wäre das inhaltsleere Anschauen oder das Anschauen eines Inhalts, der als bestimmter nur Akzidentalität hätte und ohne Notwendigkeit wäre; die Substanz gälte nur insofern als das Absolute, als sie als die absolute Einheit gedacht oder angeschaut wäre, und aller Inhalt müßte nach seiner Verschiedenheit außer ihr in die Reflexion fallen, die ihr nicht angehört, weil sie nicht Subjekt, nicht das über sich und sich in sich Reflektierende oder nicht als Geist begriffen wäre.

Wenn [in einer alles aus dem Ich ableitendenden Philosophie] doch von einem Inhalte gesprochen werden sollte, so wäre es teils nur, um ihn in den leeren Abgrund des Absoluten zu werfen, teils aber wäre er äußerlich aus der sinnlichen Wahrnehmung aufgerafft; das Wissen schiene zu Dingen, dem Unterschiede von ihm selbst, und [zu] dem Unterschiede mannigfaltiger Dinge gekommen zu sein, ohne daß man begriffe, wie und woher.

Der Geist aber hat sich uns gezeigt, weder nur das Zurückziehen des Selbstbewußtseins in seine reine Innerlichkeit zu sein noch die bloße Versenkung desselben in die Substanz und das Nichtsein seines Unterschiedes, sondern diese Bewegung des Selbsts, das sich seiner selbst entäußert und sich in seine Substanz versenkt und ebenso als Subjekt aus ihr in sich gegangen ist und sie zum Gegenstande und Inhalte macht, als es diesen Unterschied der Gegenständlichkeit und des Inhalts aufhebt.

Jene erste Reflexion aus der Unmittelbarkeit ist das Sichunterscheiden des Subjekts von seiner Substanz oder der sich entzweiende Begriff, das Insichgehen und Werden des reinen Ich. Indem dieser Unterschied das reine Tun des Ich = Ich ist, ist der Begriff die Notwendigkeit und das Aufgehen des Daseins, das die Substanz zu seinem Wesen hat und für sich besteht.

Aber das Bestehen des Daseins für sich ist der in der Bestimmtheit gesetzte Begriff und dadurch ebenso seine Bewegung an ihm selbst, nieder in die einfache Substanz zu gehen, welche erst als diese Negativität und Bewegung Subjekt ist. –

Weder hat [das] Ich sich in der Form des Selbstbewußtseins gegen die Form der Substantialität und Gegenständlichkeit festzuhalten, als ob es Angst vor seiner Entäußerung hätte – die Kraft des Geistes ist vielmehr, in seiner Entäußerung sich selbst gleich zu bleiben und als das Anundfürsichseiende das Fürsichsein ebensosehr nur als Moment zu setzen wie das Ansichsein –, noch ist es ein Drittes, das die Unterschiede in den Abgrund des Absoluten zurückwirft und ihre Gleichheit in demselben ausspricht, sondern das Wissen besteht vielmehr in dieser scheinbaren Untätigkeit, welche nur betrachtet, wie das Unterschiedene sich an ihm selbst bewegt und in seine Einheit zurückkehrt.

In dem Wissen hat also der Geist die Bewegung seines Gestaltens beschlossen, insofern dasselbe mit dem unüberwundenen Unterschiede des Bewußtseins behaftet ist. Er hat das reine Element seines Daseins, den Begriff, gewonnen. Der Inhalt ist nach der Freiheit seines Seins das sich entäußernde Selbst oder die unmittelbare Einheit des Sichselbstwissens. Die reine Bewegung dieser Entäußerung macht, sie am Inhalte betrachtet, die Notwendigkeit desselben aus. Der verschiedene Inhalt ist als bestimmter im Verhältnisse, nicht an sich, und [ist] seine Unruhe, sich selbst aufzuheben, oder die Negativität, also ist die Notwendigkeit oder Verschiedenheit, wie das freie Sein, ebenso das Selbst; und in dieser selbstischen Form, worin das Dasein unmittelbar Gedanke ist, ist der Inhalt Begriff.

Indem also der Geist den Begriff gewonnen [hat], entfaltet er das Dasein und Bewegung in diesem Äther seines Lebens und ist Wissenschaft.

Die Momente seiner Bewegung stellen sich in ihr nicht mehr als bestimmte Gestalten des Bewußtseins dar, sondern, indem der Unterschied desselben in das Selbst zurückgegangen, als bestimmte Begriffe und als die organische, in sich selbst gegründete Bewegung derselben. Wenn in der Phänomenologie des Geistes jedes Moment der Unterschied des Wissens und der Wahrheit und die Bewegung ist, in welcher er sich aufhebt, so enthält dagegen die Wissenschaft diesen Unterschied und dessen Aufheben nicht, sondern indem das Moment die Form des Begriffs hat, vereinigt es die gegenständliche Form der Wahrheit und des wissenden Selbsts in unmittelbarer Einheit. Das Moment tritt, nicht als diese Bewegung auf, aus dem Bewußtsein oder der Vorstellung in das Selbstbewußtsein und umgekehrt herüber und hinüber zu gehen, sondern seine reine, von seiner Erscheinung im Bewußtsein befreite Gestalt, der reine Begriff und dessen Fortbewegung hängt allein an seiner reinen Bestimmtheit.

Umgekehrt entspricht jedem abstrakten Momente der Wissenschaft eine Gestalt des erscheinenden Geistes überhaupt. Wie der daseiende Geist nicht reicher ist als sie, so ist er in seinem Inhalte auch nicht ärmer. Die reinen Begriffe der Wissenschaft in dieser Form von Gestalten des Bewußtseins zu erkennen, macht die Seite ihrer Realität aus, nach welcher ihr Wesen, der Begriff, der in ihr in seiner einfachen Vermittlung als Denken gesetzt ist, die Momente dieser Vermittlung auseinanderschlägt und nach dem inneren Gegensatze sich darstellt.

Die Wissenschaft enthält in ihr selbst diese Notwendigkeit, der Form des reinen Begriffs sich zu entäußern, und den Übergang des Begriffs ins Bewußtsein. Denn der sich selbst wissende Geist, eben darum, daß er seinen Begriff erfaßt, ist er die unmittelbare Gleichheit mit sich selbst, welche in ihrem Unterschiede die Gewißheit vom Unmittelbaren ist, oder das sinnliche Bewußtsein, – der Anfang, von dem wir ausgegangen; dieses Entlassen seiner aus der Form seines Selbsts ist die höchste Freiheit und Sicherheit seines Wissens von sich.

Doch ist diese Entäußerung noch unvollkommen; sie drückt die Beziehung der Gewißheit seiner selbst auf den Gegenstand aus, der eben darin, daß er in der Beziehung ist, seine völlige Freiheit nicht gewonnen hat. Das Wissen kennt nicht nur sich, sondern auch das Negative seiner selbst oder seine Grenze. Seine Grenze wissen heißt, sich aufzuopfern wissen. Diese Aufopferung ist die Entäußerung, in welcher der Geist sein Werden zum Geiste in der Form des freien zufälligen Geschehens darstellt, sein reines Selbst als die Zeit außer ihm und ebenso sein Sein als Raum anschauend. Dieses sein letzteres Werden, die Natur, ist sein lebendiges unmittelbares Werden; sie, der entäußerte Geist, ist in ihrem Dasein nichts als diese ewige Entäußerung ihres Bestehens und die Bewegung, die das Subjekt herstellt.

Die andere Seite aber seines Werdens, die Geschichte, ist das wissende, sich vermittelnde Werden – der an die Zeit entäußerte Geist; aber diese Entäußerung ist ebenso die Entäußerung ihrer selbst; das Negative ist das Negative seiner selbst. Dies Werden stellt eine träge Bewegung und Aufeinanderfolge von Geistern dar, eine Galerie von Bildern, deren jedes, mit dem vollständigen Reichtume des Geistes ausgestattet, eben darum sich so träge bewegt, weil das Selbst diesen ganzen Reichtum seiner Substanz zu durchdringen und zu verdauen hat.

Indem seine Vollendung darin besteht, das, was er ist, seine Substanz, vollkommen zu wissen, so ist dies Wissen sein Insichgehen, in welchem er sein Dasein verläßt und seine Gestalt der Erinnerung übergibt. In seinem Insichgehen ist er in der Nacht seines Selbstbewußtseins versunken, sein verschwundenes Dasein aber ist in ihr aufbewahrt; und dies aufgehobene Dasein – das vorige, aber aus dem Wissen neugeborene – ist das neue Dasein, eine neue Welt und Geistesgestalt. In ihr hat er  ebenso unbefangen von vorn bei ihrer Unmittelbarkeit anzufangen und sich von ihr auf wieder großzuziehen, als ob alles Vorhergehende für ihn verloren wäre und er aus der Erfahrung der früheren Geister nichts gelernt hätte.

Aber die Erinnerung hat sie aufbewahrt und ist das Innere und die in der Tat höhere Form der Substanz. Wenn also dieser Geist seine Bildung, von sich nur auszugehen scheinend, wieder von vorn anfängt, so ist es zugleich auf einer höheren Stufe, daß er anfängt. Das Geisterreich, das auf diese Weise sich in dem Dasein gebildet, macht eine Aufeinanderfolge aus, worin einer den anderen ablöste und jeder das Reich der Welt von dem vorhergehenden übernahm. Ihr Ziel ist die Offenbarung der Tiefe, und diese ist der absolute Begriff, diese Offenbarung ist hiermit das Aufheben seiner Tiefe oder seine Ausdehnung, die Negativität dieses insichseienden Ich, welche seine Entäußerung oder Substanz ist, – und seine Zeit, daß diese Entäußerung sich an ihr selbst entäußert und so in ihrer Ausdehnung ebenso in ihrer Tiefe, dem Selbst ist.

Das Ziel, das absolute Wissen, oder der sich als Geist wissende Geist hat zu seinem Wege die Erinnerung der Geister, wie sie an ihnen selbst sind und die Organisation ihres Reichs vollbringen. Ihre Aufbewahrung nach der Seite ihres freien, in der Form der Zufälligkeit erscheinenden Daseins ist die Geschichte, nach der Seite ihrer begriffenen Organisation aber die Wissenschaft des erscheinenden Wissens; beide zusammen, die begriffene Geschichte, bilden die Erinnerung und die Schädelstätte des absoluten Geistes, die Wirklichkeit, Wahrheit und Gewißheit seines Throns, ohne den er das leblose Einsame wäre; nur –

aus dem Kelche dieses Geisterreiches
schäumt ihm seine Unendlichkeit.

Kommentare

  1. Schönes Buch von Hegel, eine ideale Lektüre für einen relaxten Strandurlaub.

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  2. Auffallend finde ich Hegels Kursivdruck seiner Begriffe. Hier eine mehr begreifliche Darstellung von Hegels gar nicht so merkwürdige Auffassungen über Raum, Zeit und Entwicklung (auf Englisch), http://gwfhegel.org/Nature/Evol2.html:

    Hegel believed that space was the dimension of nature while time was the dimension of the Spirit. Worldhistory was the explication of the Spirit in time, in the same sense in which the Idea as nature developed itself in space. The Spirit is not found in the form of beside-each-other, but in the form of after-each-other. … Because nature expands in space and not in time, all processes in nature are subservient to time, which means that they are circular and repetitive. There are no irreversible processes in nature and therefore there is no such thing as a real development in nature… development within nature is restricted to that what occurs in the reality of an existing individual. ( I.e. growth of a seed into a plant, an embryo into an adult organism etc.)… Time is dependent on space, which is the negation of time; space is dependent on time, which is negated space. Only in a two-dimensional system where space and time are combined, can there be space AND time…. Movement appears as the destruction and rebirth of space "in" time, i.e. as "place" …

    Hegel´s position with regard to nature as being a mere external (spatial) appearance of the inner logic of the science of nature can and should be amended when modern scientific evidence is produced of irreversible processes in nature…

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  3. 1.Die Phänomenologie des Zitronen-Geist

    Sehen Sie, die Weltanschauung Hegels zerfällt in drei Teile.
    Der erste Teil ist das, was Hegel Logik nennt.
    Aber Logik ist für Hegel nicht die Kunst des menschlichen, des subjektiven menschlichen Denkens, sondern Logik ist für Hegel die Summe allerderjenigen Ideen, welche in der Welt selbst wirksam sind.
    Hegel sieht nämlich in den Ideen nicht nur das, was im menschlichen Kopfe spukt.
    Was im menschlichen Kopfe spukt, ist nur die Anschauung der Idee.
    Ideen sind für Hegel gewissermaßen Kräfte, welche in den Dingen selber drinnen spielen.
    Und Hegel geht nicht weiter zum Wesen der Dinge zurück, als bis zu den Ideen, so dass er gleichsam in seiner Logik die Summe aller Ideen geben will, die in den Dingen drinnen sind.
    Die Ideen, die sich noch nicht schöpferisch in der Natur erweisen, die Ideen, die noch nicht im Menschen zur Spiegelung, zum Erkennen kommen, sind die Ideen an sich, die in der Welt als Ideenwirken.

    -Ich – Rudolf Steiner - weiß sehr wohl, dass Sie aus dem, was ich sage, vielleicht nicht besonders klug werden können; aber das behaupten ja die Leute schon lange, dass sie aus Hegel nicht klug werden, weil sie sich nichtvorstellen können, dass irgendwo ein reines Ideengewebe existiere.

    Aber Hegel sieht in diesem reinen Ideengewebe Gott vor der Erschaffung der Welt.
    Also Gott ist für Hegel eigentlich eine Summe, bessergesagt, ein Organismus von Ideen geworden, und zwar in der Form, wie diese Ideen existiert haben, bevor eine Natur entstanden ist, und bevor wiederum auf der Grundlage der Natur sich der Mensch entwickelt hat.
    So sucht Hegel die Ideen in der reinen Logik darzustellen.
    Das ist Gott vor der Erschaffung der Welt. Also Gott vor der Erschaffung der Welt ist die reine Logik.

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  4. 2. Die Phänomenologie des Zitronen-Geist
    Nun könnte man sagen, es wäre schon sehr fruchtbar für das menschliche Geistesleben, wenn jemand alle Ideen hinstellen würde, welche da waren, gleichgültig ob sie Ideen eines lebendigen Gotteswaren, oder ob sie nur als Ideen wie ein Spinngewebe in der Luft die es aber damals auch noch nicht gegeben hat - geschwebt hätten; es wäre das schon ein Gewinn für die menschliche Seele.
    Aber wenn Sie sich diese reine Logik bei Hegel vornehmen - und das ist der Grund, warum sie so wenige Leute vornehmen -, so finden Sie nichts als wiederum ein Gewebe von Ideen.
    Begonnen wird mit dem ärmsten Begriffe, mit dem reinen Sein.
    Dann wird weiter aufgestiegen zudem Nichtsein, dann zu dem Dasein und so fort.
    Also Sie werden angehalten, die Summe aller Ideen, die sich der Mensch über die Weltmacht, auf die er gewöhnlich nicht reflektiert, weil ihm das zu langweilig ist, von dem reinen Sein bis zu dem zweckmäßigen Aufbau des Organismus hin, abgesehen von jeder äußeren Welt, sich einmal vor die Seele zu stellen.
    Da bekommen Sie eine Summe von Ideen, aber nur von abstrakten Ideen.
    Und das lebendige Fühlen des Menschenwird natürlich eine gewisse Stellung einnehmen gegenüber dieser Summe oder diesem Organismus von abstrakten Ideen.
    Nehmen wir an einmal, es würde jemand sagen: Das ist ein pantheistisches Vorurteil, dass Hegel glaubt, die Ideen als solche seien da; ich nehme für mich an, ein Gott wäre vor der Erschaffung der Welt dagewesen, und der hätte eben diese Ideen gehabt und hätte nach diesen Ideen die Welt geschaffen.
    Aber denken Sie einmal, wenn Sie sich die Vernunft und das Seelenleben eines Gottes vorstellen sollten, der nichts anderes in sich gehabt hätte als die Hegelschen Ideen, der also immer nur darüber nachgedacht hätte, was zwischen dem Sein und dem zweckmäßigen Organisieren lebt, der in sich nur gehabt hätte die Ideen der alleräußersten Abstraktion - was würden Sie zu einer solchen Zumutung, sich dieses Seelenleben Gottes zu denken, sagen?
    Sie würden gar nicht begreifen können, wie ein Gott so ärmlich sein könnte, in seiner göttlichen Vernunft nur diese abstrakten Ideen zudenken.
    Und dennoch, für Hegel ist die Summe dieser abstrakten Ideen Gott selbst, nicht nur der Verstand Gottes, sondern sogar Gottselbst vor der Erschaffung der Welt.
    Also das ist das Wesentliche, dass Hegel nicht in Wirklichkeit über abstrakte Ideen herauskommt, sondern gerade die abstrakten Ideen als das Göttliche ansieht.
    GA189/156 ACHTER VORTRAG, 16. März 1919.

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  5. 3. Die Phänomenologie des Zitronen-Geist
    Nun fehlt es allerdings, wenn Sie die Philosophie Hegels vom Anfange bis zum Ende durchgehen, überall an irgendeinem Weg in die übersinnliche Welt hinein!
    Es kann gar keinen solchen Weg in die übersinnliche Welt hinein geben, denn stirbt der Mensch, so geht er im Sinne der Hegelschen Philosophie, weil der Mensch eigentlich über diese Strömung der Weltenideen kann man etwas sagen. Es gibt keinen einzigen Begriff - das ist eben gerade das Großartige der Hegelschen Philosophie -, der von irgendetwas Übersinnlichem handelte; nur dass alles, was nun - allerdings in eisigster Abstraktheit -uns als Philosophie Hegels entgegentritt, selber übersinnlich ist, aber eben das Abstrakt-Übersinnliche.
    Das erweist sich gänzlich ungeeignet, nun selber etwas Übersinnliches aufzunehmen; es erweist sich nur geeignet, das Sinnliche in sich aufzunehmen.
    Durch ein Übersinnliches wird das Sinnliche vergeistigt, allerdings nur in abstrakten Formen; aber zu gleicher Zeit wird alles Übersinnliche abgewiesen, weil die Summe der Ideen, die vom Anfang bis zum Ende gegeben werden, sich eben nur bezieht auf die sinnliche Welt.
    So kommt, möchte ich sagen, der übersinnliche Charakter dieser Ideen bei Hegel gar nicht so sehr in Betracht, denn dieses Übersinnliche bezieht sich nicht auf ein Übersinnliches, sondern nur auf das Sinnliche… Hegel ist daher kein Materialist, er ist objektiver Idealist. Aber dieser objektive Idealismus behauptet, dass die objektive Idee selbst der Gott und die Grundlage der Welt und alles sei… GA189/161

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    1. 4. Die Phänomenologie des ausgepresster Zitronen-Geist
      Denken Sie, was Sie da für ein Schemen sind! Denken Sie nur, wie Sie ausgepresst sind, wenn Sie so alsIdee dasitzen: an sich, außer sich, an und für sich - aber doch eben als Idee nur!
      Was hat Hegel im Grunde genommen getan? Er hat den Menschen- nicht physisch, aber gedanklich - ausgepresst, wie man eine Zitrone auspresst, bis sie ganz trocken wird; und diese trockene Menschheits Zitrone ist dann nur noch eine Idee.
      Sie sitzen hier auf Ihren Stühlen; im Sinne der Hegelschen Philosophie sind Sie lauter Ideen, die hier sitzen, nicht Körper, nicht Seele: Ideen.
      Denn jeder von Ihnen trägt eine Idee in sich; die war da vor der Erschaffung der Welt als abstrakte Idee. Dann ist jeder für sich Körper, Natur: die Idee im Außersichsein sitzt da auf den Stühlen.
      Dann ist in Ihnen wiederum die Idee in ihrem Anundfürsichsein.
      Sie fassen selbst diese Idee, die Sie sind.
      Denken Sie, was Sie da für ein Schemen sind! Denken Sie nur, wie Sie ausgepresst sind, wenn Sie so als Idee dasitzen: an sich, außer sich, an und für sich - aber doch eben als Idee nur! GA189/157

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  6. *Wenn die Philosophie ihr Grau in Grau malt, dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, und mit Grau in Grau lässt sie sich nicht verjüngen, sondern nur erkennen; die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug.*Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Im Grunde steht da; die Erkenntnis schließt also eine Epoche ab und begründet sie nicht etwa.
    *Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, Frankfurt am Main 1986, S. 28

    Rudolf Steiners Versuch, in seiner Anthroposophie die Entwicklung der sinnlichen und übersinnlichen Wirklichkeitsgestaltungen als Ausdruck einer sukzessiv fortschreitenden Metamorphose des Geistes im menschlichen Selbsterkennen zu verstehen, hatte ein bedeutendes Vorbild in Hegels revolutionärem Werk "Die Phänomenologie des Geistes" von 1807 - auch wenn die verschiedenen Gestaltungen des werdenden Geistes und ihre Abfolge sich bei Steiner dann anders darstellen als bei Hegel.Hildegard Knef singt; Illusionen, Illusionen sind das Schönste auf der Welt. Illusionen, Illusionen, sie sind das, was uns am Leben hält. Illusionen, sich belohnen ohne Zweck und ohne Sinn, nur nicht denken, sich verschenken, denn wer weiß, wer weiß, wo ich schon morgen bin.
    Illusionen, Illusionen sind das Schönste auf der Welt ? Nur nicht denken, sich verschenken, denn wer weiß, wer weiß, wo ich schon morgen bin. https://youtu.be/M9tH1_uLep4

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  7. Antworten
    1. Kees, das ist doch nicht on-topic, was Sie sagen wollen, sondern ad hominem?

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    2. Kees, meinen Sie also Namensmissbrauch sei nicht beleidigend und sei zugelassen? Führen Sie hier einen Glaubenskrieg, etwa wie im 30 jährigen Krieg, wo alles erlaubt ist?

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    3. Ton Hildegard singt ueber illusionen. Als Clement singt ueber illusionen ist das dan Namensmissbrauch oder ad Hominem? Darf man nicht das Tier beim Namen nennen?

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    4. Kees, es ist Namensmissbrauch, wenn man nicht freundlich gesinnt ist. Warum nicht argumentieren gegen diese vermeintliche Illusionen und Tiere, wie bei von Halle und Tradowsky und Michaelis?

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    5. Ton, wo warst du wenn Pol Pot und mein Kampf Und mehr dieser Sorte Beschreibungen um die Ecke kamen? Und was ist mit Michaelis?

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    6. Die Pol Pot-Vergleichung betraf gerade eine Kritik an einer anti-argumentativen, ad hominem Haltung: (Eggert:… selbstverständlich habe ich nur grauenhafte Beispiele ausgesucht, um zu zeigen, zu welchem Grad von Inhumanismus der ideologisierten Anti-Intellektualismus führen kann…)

      Der Dramatiker Paul Michaelis soll, nach J.E. Zeylmans, Geschichten von Polzer-Hoditz gefälscht haben (http://www.steffen-stiftung.ch/pdf/ludwig_polzer.pdf).

      Man kann auch positiv argumentieren:
      Daß ich Hegel und Haeckel in diesem Buche so behandle, daß bei beiden das hervortritt, was positiv und nicht negativ wirkt, kann mir nach meiner Ansicht nur derjenige als eine Verirrung vorwerfen, der die Fruchtbarkeit einer solchen Behandlung des Positiven nicht einzusehen vermag. usw. 18.9

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    7. Ich dachte du meintest Adam Michaelis. Darum die Frage.

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  8. @ matthijs, cheese curve

    matthijs, wie viel Missachtung wollen Sie, der Person Rudolf Steiner, noch entgegen bringen?

    Wobei?

    Dabei, indem Sie die Annahme in sich hegen, Steiner selbst hätte sich nicht zugleich seiner Grundgesinnung für Hegel erinnert, indem er das von Ihnen hier Zitierte aussprach.

    Welcher Grundgesinnung?

    Dieser:

    "Ich glaube mich von Hegel in gar nichts zu unterscheiden, sondern nur einzelne Konsequenzen seiner Lehre zu ziehen." GA 39

    Weiteres finden Sie hier:

    http://anthrowiki.at/Georg_Wilhelm_Friedrich_Hegel

    @ cheese curve,

    …...................................... , die vorgängigen Punkte stehen Ihrer ausgeprägten Neigung, sich in Illusionen baden zu wollen, zur freien Verfügung.

    ~ B.

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    1. Welch eine selektieve Aufregung herr BS. In all den Jahrn das man hier Steiner versuchte zu demontieren,habe ich nichts Oder kaum? von dir zur Dessen verteidigung lesen koennen.

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    2. @cheese curve,

      richtig ist: Ich beschäftigte mich hier nicht damit, Sie in ihrer Illusion, das man, wer auch immer, Steiner demotieren könne, zu bestärken.

      ~ B.

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    3. Ach ja jeder hat so seine eigene particuliere Illusionen.

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    4. Rudolf Steiner's Brief an Eduard von Hartmann* Weimar, 1. November 1894.
      Ich arbeite fortwährend daran, den Ausgleich zwischen den zwei Dingen zu finden, auf die Sie in Ihrer Bemerkung zu Seite 242 meines Buches hindeuten: Dem Panlogismus Hegels und dem Goethe’schen Individualismus. Nur bin ich mit dem Ausdruck: «transzendenten» Panlogismus in Bezug auf Hegel nicht einverstanden.
      Ich glaube, dass Hegels Panlogismus durchaus immanent ist.
      Hegels Logik scheint mir nichts zu sein, auch im Sinne ihres Urhebers nichts sein zu wollen als Darstellung des der Welt immanenten Ideengehaltes.
      Zitiert durch Burghard Schildt:Ich glaube mich von Hegel in gar nichts zu unterscheiden, sondern nur einzelne Konsequenzen seiner Lehre zu ziehen.! Ende Zitat B. Schildt.
      Soll die Idee Wirklichkeit haben, dann muss der Erkenntnisprozess ein realerSteiner) und kein bloß logischerHegel sein, das heißt Wahrnehmung und subjektiver Begriff können nur (einseitige) Momente der Wirklichkeit sein; diese selbst ist erst in der vom Erkenntnisprozess herbeigeführten Durchdringung (in der von der Idee aufgesaugten Einzelwahrnehmung) gegeben. Die sittliche Idee aber ist auch nur eine einzelne, ihrer Erscheinungsweise im Individuum nach, eine allgemeine aber im logischen Zusammenhange betrachtet.
      Die ganze Schwierigkeit scheint mir darin zu liegen, dass unser Leben ein individuelles, unsere Betrachtung als denkende eine ins Allgemeine gehende ist; beide Standpunkte scheinen mir aber im höheren Sinne wieder einer Vereinigung fähig zu sein, indem wir - zwar nicht in mystischer, wohl aber in logisch-ideeller Weise - das Individuelle des Bewusstseins abstreifen und erkennen, dass wir im Denken eigentlich gar nicht mehr Einzelne sind, sondern lediglich ein allgemeines Weltleben mit leben. Obwohl ich ein Feind aller Mystik bin, scheint mir hier der logische Kern der mystischen Lehren zu liegen.
      Siehe auch seinen Aufsatz «Hegels Phänomenologie des Geistes und die Theosophie» in «Lucifer, Zeitschrift für Seelenleben und Geisteskultur»(herausgegeben von Rudolf Steiner), 1. Jahrg. (1903), Heft 5.*Zur Charakteristik von Eduard von Hartmanns Auftreten kann es genügen, wenn man in Betracht zieht, dass eben der Glaube allgemein geworden war: es sei eigentlich mit dieser ganzen Art des Philosophierens nichts; es führe das nur zu idealistischen Luftgebilden, welche auf keinen festen Bodenstehen, und die daher dem Menschen nichts nützen können, wenn er nach einer Befriedigung für die großen Rätselfragenseines Daseins sucht. …Also Hartmanns Auftreten fiel in eine Zeit, die allem Philosophieren abhold war, und die ihr Interesse ganz der Naturwissenschaft zugewandt hatte. Aus dieser heraus suchte man sich eine Weltauffassung zu zimmern, die nach Lage der Dinge damals ganz materialistisch werden musste. Der Stoff und seine Kräfte sollten das einzig Wirkliche sein, und alle geistigen Erscheinungen sollten nur einen Ausdruck der stofflichen Wirkungen bedeuten.
      Wer anders dachte, von dem wurde in weiten Kreisen einfach angenommen, dass er sich von alten Vorurteilen heraus noch nicht durchgerungen habe zu der «einzigvernünftigen » Wirklichkeitsphilosophie…Wie Hegel betrachtet auch Hartmann die Idee als das Wirkliche in den Dingen, das in ihnen vorhanden ist über das bloß Wahrnehmbare, der sinnlichen Beobachtung Zugängliche hinaus. - Der bloße Ideengehalt der Dinge könnte aber niemals ein wirkliches Geschehen in ihnen hervorbringen. Die Idee einer Kugel kann nicht die Idee einer andern Kugel stoßen.
      Die Idee eines Tisches kann auch auf das menschliche Auge keinen Eindruck hervorrufen.
      Ein wirkliches Geschehen setzt eine wirkliche Kraft voraus.
      Um über eine solche eine Vorstellung zu gewinnen, lehnt sich Hartmann an Schopenhauer an. Usw.

      1. Matthijs, wie viel Missachtung wollen Sie, der Person Rudolf Steiner, noch entgegen bringen? Keiner!
      2. @ matthijs, cheese curve. Wir sind zwei Individuen und werden gern als solches angesprochen.

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    5. Tulpenland ist eins. Matthijs und Cheese sind zwei. :)

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    6. Die Siebente Gemeinde: Laodicea
      14. Und dem Engel der Gemeinde zu Laodicea schreibe:

      15. Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist.

      Ach, daß du kalt oder warm wärest!

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  9. Meinen Sie, dass Clement Illusionist sei, oder Hegel? Man kann dafür argumentieren ohne Missbrauch von Namen.

    Hegel und Schelling z.B.:
    Es ist eine Enttäuschung gewesen für alle diejenigen, die geglaubt haben, aus dem reinen Gedanken heraus Offenbarungen über die Natur durch die Hegelsche Naturphilosophie zu erhalten. So hatte sich, ich möchte sagen, historisch erwiesen dadurch, daß Schelling bis zu intellektuellen Anschauungen vorgeschritten war, aber nun nicht zur wirklichen Imagination kommen konnte, dadurch, daß Hegel auch gezeigt hat, daß man mit dem reinen Denken, wenn man nicht zur Imagination kommt, auch nicht bis zur Inspiration, also bis zu den Naturgeheimnissen kommt, es hatte sich erwiesen, daß man dadurch in der Entwickelung des Abendlandes in eine Sackgasse hineingekommen war. 322.126
    (vgl. Kap. Kampf um den Geist 18.327f.)

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  10. Aperçu über GEIST, für uns Königskind und seine Hüters.

    "Durch das Erleben des Ich gelangen wir zum ersten geistigen Erlebnis des modernen Menschen.
    Ohne dies kann man auf die Frage, was ist Geist, schwerlich oder gar nicht antworten.
    Denn wovon wir keine Erfahrung haben, stellen wir nach dem Muster derjenigen Erfahrung vor, welche wir besitzen.
    Deshalb wird das bildlich Gesagte, das Gleichnishafte im Bericht des Geistesforschers oft missverstanden. Solange man Geist, Seelisches, Ätherisches nur mit einem Hauch von feiner Substantialität, Zeithaftigkeit verbunden sich vorstellt, ist man fern vom Verstehen ihres wahren Wesens.
    Man empfängt aus dem Erlebnis des eigenen wahren Ich – und dieses Erlebnis steht für den modernen Menschen unmittelbar vor der Bewusstwerdung – die Erfahrung von einem Seienden, das rein geistig ist, ohne irgendwelchen Stoff, substanzlos ist wie die Gedanken-Welt.
    Mit dieser Ich-Erfahrung vermeidet man es, sich jenes Geistig – Seiende, wovon der Geistesforscher spricht, räumlich, substanzhaft vorstellen. – Anderseits aber hat man ein Erkenntniserlebnis, in dem man dem Objekt nicht gegenübersteht.
    Diese Gegenüberstehen wurde ja durch das Erkennen des Geistes also nicht weiterbestehen.
    Da ist kein Gegenüberstehen, da ist nur bewusstes Sich-Hingeben, bewusste Identität, Eindringen in das Erkenntnisobjekt und gegenseitiges Sich-Durchdringen, ebenso, wie man die Gedanken eines anderen Menschen nur erkennt, wenn man sie selber durchdenkt, dadurch mit ihnen eins wird und so zu-eigen macht. Man kann Geistiges nur erkennen, wenn man mit ihnen eins wird.
    Das Gegenüberstehen ist nur gegenüber sinnlichen (auch inneren) Erkenntnisobjekten angemessen. Wir können dem Geist nicht gegenüberstehen: er wird sogleich Ungeist. Es ist nicht ausser uns, wäre er das, so wäre er Ungeist."
    Georg Kühlewind. Bewusstseinsstufen Meditationen über die Grenzen der Seele. 34/35

    Welche Deutung gibt Text-kritiker Christian den Begriff Geist bei Hegel, bei Steiner, bei Besants, bei Fichte.
    Frage: in welchem Rahmen, gemeint ist bei welcher Handlung, erscheint der Geist bei Hegel usw.?
    Indem also der Geist den Begriff gewonnen [hat], entfaltet er das Dasein und Bewegung in diesem Äther seines Lebens und ist Wissenschaft." Zitat Hauptartikel C.Clement.
    Frage wer ist dann dieser Geist? Was heisst Äther seines Lebens? Wie wandelt ein Begriff in Wissenschaft? Wie verhält sich dieses Wissenschaft-Begriff zu Individuellen und Allgemeine, Mensch und Menschheit?

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    1. Frage an Christian Clement; Georg Wilhelm Friedrich Hegel wird weltweit angesehen als Professor der Philosophie – dieser grosser Geist sprach; "Bier treibt auf Urin." - Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften II, § 365, S. 488.

      Meiner Frage lautet warum präsentieren sie Hegel als Geisteswissenschaftler?
      Der Ausdruck Geisteswissenschaft bekommt seine Prägnanz wesentlich durch Wilhelm Dilthey (Einleitung in die Geisteswissenschaften, 1883) und ist eng mit den politischen und universitären Voraussetzungen im deutschen Sprachgebiet verbunden.

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  11. Hegel war eben auch Naturwissenschaftler:
    Das Thema der Doktorarbeit, durch die sich Hegel für die Stellung als Privatdozent qualifizierte (De orbitis planetarum, 1801), war unter dem Einfluss der Naturphilosophie Schellings gewählt. Die Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit der Himmelsmechanik von Johannes Kepler und Isaac Newton.

    Nachdem Schelling Mitte 1803 Jena in Richtung Würzburg verlassen hatte, arbeitete Hegel nun seine eigenen Ansichten aus. Außer philosophischen Studien von Platon und Aristoteles las er Homer und griechische Tragödien, machte Exzerpte aus Büchern, besuchte Vorlesungen über Physiologie und befasste sich mit Mineralogie und anderen Naturwissenschaften.(wiki/Hegel)

    s. oben: Dieses sein letzteres Werden, die Natur, ist sein lebendiges unmittelbares Werden; sie, der entäußerte Geist, ist in ihrem Dasein nichts als diese ewige Entäußerung ihres Bestehens und die Bewegung, die das Subjekt herstellt.

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  12. des Steiners neue Kleider: http://hpd.de/artikel/11618
    und Clement ist doch noch nicht ganz verschwunden als kommentator

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    1. Ich bin ja inzwischen einiges gewohnt von Herrn cheese. Aber daß er, nur, um Christian Clement nach Möglichkeit „anzuschwärzen“, ausgerechnet mit Andreas Lichte gemeinsame Sache machen will (siehe sein Kommentar hier) – das versetzt mich nun doch in Erstaunen.

      :-) O-Ton Lichte (im von cheese verlinkten Artikel):
      »Statt Wissenschaft bekommt die Welt von Clement Anthroposophie«.

      Ich habe jedenfalls den Eindruck: wer in dieser wadelbeißenden Weise von gegensätzlichen Lagern gleichermaßen angegriffen wird, macht es schon richtig.



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    2. Ach ja die beruehmte Interpretationen eines Ingrid :)
      Drollig ist das die verschiedene Gegnern von Steiner und seine Anthroposophie es miteinander uneinig sind. Nur das wollte ich darstellen. Das ich mich angefreundet heben sollte mit Andreas lichte ist wieder so ein Tolle Ingridschen Hypochrisie.

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    3. Warum Kees Kromme Christian Clement noch mehr hasst als Andreas Lichte?

      Es ist eine alte Geschichte, doch ist sie immer neu ...

      crc

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    4. Obwohl Clement hat soeben bei Lichte reagiert.
      Ist mal den Frage fuer wenn crc ein Pseudonim ist :) er war auch gleich benachrichtigt dieser neue Reaktion :)

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    5. Und crc ich hasse den Personen Lichte und Clement gar nicht, habe sie niemals begegnet. Aber ihre Gedanken sind mir wiederwaertig. Da muss du einiges unterscheiden lernen zwischen Personen und Gedanken.

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    6. Ist mal den Frage fuer wenn crc ein Pseudonim ist.
      Wenn es eine Preise gibt biete ich; Cheese Reagiert auf Curve.

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    7. Cc ist copy carbon
      Crc ist mit R von kRitische textfoRscheR/deuteR

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    8. Das neueste Pseudonim das unser CrCl bei den Website von Andreas Lichte gebraucht ist: Gottlieb Friedemann. Wer interessiert ist was er da in zusammenhang mit Judenstern schreibt muss da lesen. Ingrid hat schon ein Link verfertigt wo auch sie komplotartig versuchte zu suggerieren das ich der Freund von Andreas Lichte war.

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  13. Ein Tolle Ingridschen Hypochrisie.

    Durch künstliche Übungen sucht der Enthusiast das Gefühl der Begeisterung in sich wach zu halten ; durch pünktliche Beobachtung künstlicher Regeln sucht der abergläubische Mensch das Gefühl der Angst dauernd von neuem in sich zu erzeugen - und doch können beide nicht verhindern , daß Furcht und Begeisterung gerade durch die künstliche Dehnung über einen einzelnen ausgezeichneten Moment hinaus den Charakter der Echtheit verlieren und ihren Träger zum Hypokriten machen .

    Brunne: Wind, Edgar, Humanitätsidee und heroisiertes Porträt in der englischen Kultur des 18. Jahrhunderts, in: Fritz Saxl, Vorträge 1930 - 1931, Leipzig: Teubner 1932, S. 156-229, S. 162

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    1. = = = :-)Mir stehen, bei Ingrid's Reaktion, die Haare zur Berge.=== :-)

      Ich war auch einmal zwölf.

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  14. Das die Gegners wie obengenannt meistens auch beim Bekanntenkreis gehoeren, auch schon Bekannt braucht hier nicht wieder detailliert beschrieben zu werden, aber es hat schon Eine gewisse selektive Logik. Entruestung ueber Lichte, begeisterung ueber Klunker. :)

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  15. Michaela: Thema Prof.Klünker In "Mitteilungen Anthroposophie weltweit", Ausgabe 4/April 2014 sagte Klünker im Interview:" Das sogenannte "sinnlichkeitsfreie Denken" ist aus meiner Sicht ein...problematischer Begriff."
    Warum ihm das als problematisch erscheint habe zu tun mit Forschungsergebnissen einer "Embodied-Cognition - Forschung".
    "Der Grundgedanke dieser Forschung besagt, dass selbst unsere abstraktesten Gedanken a u c h
    aus bestimmten Körperprozesse hervorgehen."
    "..Denken jenseits bestimmter körperlicher, für das Denken konstitutiver Handlungen ein Trugbild."

    Dieser Mensch ver-intellektualisiert meiner Meinung nach die Anthroposophie Steiners. Der kann auch nicht die ätherische Welt erlebt haben, sonst würde der anders sprechen.

    Fragt Euch: Wer behauptet das ? Und dann bitte eine eigene Meinung selber bilden.

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  16. Fragt Euch: Wer behauptet das ? Ich soll nicht an die 'Verboten Früchte' Rudolf Steiner's referieren!

    Zusammenfassung: In verschiedenen Wissenschaften, die sich mit kognitiven und psychischen Prozessen befassen, setzt sich zunehmend der Gesichtspunkt des Embodiment durch.
    Embodiment berücksichtigt die Tatsache, dass die Psyche stets in einen Körpereingebettet ist.
    Es wird zunächst erläutert, mit Bezug auf die Philosophie des Geistes, was unter dem Embodiment konzeptin der Psychologie zu verstehen ist. Für die wichtige Rolle von Embodiment bei vielen psychologischen Fragen gibt es zudem zahlreiche empirische Befunde: die Körperlichkeit(phänomenologisch auch „Leiblichkeit“) beeinflusst Einstellungen, Emotionen und Handlungen des Individuums, oft auf implizite, unterschwellige Weise. Auf einer weiteren, sozialen Ebene wenden wir uns den Implikationen für soziale Interaktion, insbesondere auch die psychotherapeutische Interaktion, zu.
    Hierzu gibt es einerseits Studien aus der Sozialpsychologie(zu Imitation, Ansteckung, Synchronie). Erste kontrollierte Studien zeigen, dass Embodiment als nonverbale Synchroni ein der psychotherapeutischen Interaktion auftritt.
    Embodiment ist mit wichtigen Variablen des Therapieprozesses und des Therapieerfolgs korreliert. Während es in der Therapiepraxisselbstverständlich ist, dass Körperhaltung, Gestik, Mimik und Proso die relevante Phänomene darstellen, existiert nur wenig systematische Forschung zu diesen Fragen. Angesichts der Forschungslage fordern wir, dass Embodiment als ein Wirkfaktor der Psychotherapie explizit untersucht werden muss.
    http://majastorch.de/download/artikel/2012_Tschacher-Storch.pdf

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  17. https://www.droemer-knaur.de/buch/Wir+sind+unser+Gehirn.7770123.html in Holland ein Bestseller, vielleicht etwas für die Anthropotanten mal ein Rezension zu verfertigen?

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  18. Daneben auch eine Rezension von: http://www.pimvanlommel.nl/endloses_bewusstsein, auch ein Bestseller.

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  19. 2. Embodiment Kleines Teil - Vorbild.

    = = = :-) Ich soll nicht an die 'Verboten Früchte' Rudolf Steiner's referieren! === :-)

    Embodiment ist ein Anglizismus, für den es keinen geeigneten deutschen Fachbegriff gibt.
    „Inkarnation“ ist als Terminus bereits permanent an die Theologie vergeben, „Verkörperung“
    oder „Körperlichkeit“ sind zu unspezifisch klingende Begriffe, obwohl sie den Kern dessen
    gut träfen, was in der Kognitionswissenschaft unter „embodied cognition“ gemeint ist: die
    Auffassung, dass ohne Bezug auf den Körper psychische und kognitive Konstrukte
    unzureichend spezifiziert sind. Wir wollen mit dem Begriff Embodiment ausdrücken, dass
    Psychologie im Bewusstsein betrieben werden sollte, dass die Psyche immer in einem Körper
    eingebettet ist (Storch et al., 2006). Erst auf dem Hintergrund des Embodiment wird nach
    unserer Überzeugung eine vollständige Theorie der Psychologie möglich.
    Embodiment betrifft offensichtlich ein Grundlagenproblem der Philosophie, Psychologie
    und der Kognitionswissenschaften insgesamt: das sogenannte Leib-Seele-Problem. Die Frage,
    wie man den Zusammenhang zwischen „Leib“ (also Körper, Materie, Gehirn) und „Seele“
    (also Kognition, Psyche, Denken) verstehen soll, ist ein fundamentales philosophisches
    Problem, das sich durch die gesamte Geschichte der Philosophie hindurch zieht. Auch in der
    zeitgenössischen Debatte, in der die Philosophie des Geistes durch psychologische und
    neurowissenschaftliche Forschung erweitert wird, ist dieses Problem weitgehend ungelöst
    (Beckermann, 2001). Wir wollen deshalb an dieser Stelle nicht auf diese Grundlagenfragen
    eingehen, sondern konkreter fragen, inwiefern Embodiment in der Psychologie von
    praktischer Bedeutung sein kann.

    Weiter lesen: http://www.upd.unibe.ch/research/researchpapers/FB09_1.pdf

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  20. Michaela: Steiner spricht von einer rein geistigen, übersinnlichen Welt, er spricht davon, dass der Mensch, der sie erforschen will, sich aus dem Leib "rausziehen" muss. Es braucht eine "out of body- experience", englisch ausgedrückt. Was "Embodied-Cognition-Forschung" neu aufwärmt, ist "Psycho - Physischer Parallelismus".Und dazu hat Steiner manches gesagt.

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  21. Michaela : Matthijs :" ich soll nicht an die "Verboten Früchte"Rudolf Steiner`s referieren"

    Was sind denn "Verboten Früchte" Rudolf Steiner`s ? Und warum "sollst" Du die nicht "referieren"?

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  22. Dessen Architektur ist Kunst am Bau.

    L.G. ~ B.

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  23. Michaela: Alles Orange ? B.ANANAS ))

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  24. »Fragt Euch: Wer behauptet das ? Und dann bitte eine eigene Meinung selber bilden.«
    Gute Frage.

    Michaela behauptet:
    »… sagte Klünker im Interview:" Das sogenannte "sinnlichkeitsfreie Denken" ist aus meiner Sicht ein...problematischer Begriff."
    Warum ihm das als problematisch erscheint habe zu tun mit Forschungsergebnissen einer "Embodied-Cognition - Forschung".
    "Der Grundgedanke dieser Forschung besagt, dass selbst unsere abstraktesten Gedanken a u c h
    aus bestimmten Körperprozesse hervorgehen."
    "..Denken jenseits bestimmter körperlicher, für das Denken konstitutiver Handlungen ein Trugbild.“«

    Das stimmt nicht.
    Denn das Zitierte hat, wie jedermann hier nachlesen kann, nicht Wolf-Ulrich Klünker gesagt, sondern der von ihm interviewte Christian Rittelmeyer.

    Klünker erwidert darauf, »dass die menschliche Intelligenz, die menschliche Erkenntnis empfindungsgestützt sind durch den Leib. Das unterscheidet den Menschen vom Computer und von der Maschine. Der Mensch ist in seinem Bewusstsein umfassend empfindungsgetragen; zu dieser Empfindung gehört in gewisser Hinsicht auch die Wahrnehmung. Das Denken ist immer irgendwie wahrnehmungsbezogen, das sagt schon Aristoteles, das vertritt der ganze Aristotelismus. Aber sinnlichkeitsfrei, so habe ich jetzt den zweiten Überlegungsgang verstanden, wäre dann doch, dass darin eine Intention auf das Objekt liegt, eine Richtung. Sinnlichkeitsfrei wäre nicht, die Empfindung abzuschalten und computerähnlich zu werden, sondern den Intentionsbereich einzubeziehen.«

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  25. Michaela: Stimmt, Ingrid, es hat Rittelmeyer gesagt. Meine Meinung ist die, dass so etwas gar nicht aus einem anthroposophischen Zusammenhang heraus gesagt werden darf. Denn es entstammt nicht einer Suche nach dem Geist, es ist ein Fliehen vor dem Geist, ein Gleichgültigwerden gegenüber der ätherischen Welt bzw., welche jemand geistig schaut. Im selben Interview ist davon die Rede, dass jemand von Schauungen spricht. Das wird ziemlich abgeblockt.

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    1. Liebe Michaela,

      Rudolf Steiner spricht vom Gehirn als einem Spiegel, der »der Veranlasser ist, daß das, was außerhalb des Spiegels ist, sich sieht. Und so ist es überhaupt mit aller physischen Leibesorganisation. Das was da durch die Arbeit des Gehirns erscheint, das ist innere übersinnliche Tätigkeit der drei höheren Glieder der menschlichen Organisation. Daß diese für den Menschen selber erscheinen kann, dazu ist der Spiegel des Gehirns notwendig, so daß wir das, was wir übersinnlich sind, wahrnehmen durch den Spiegel des Gehirns. Und es ist lediglich eine Folge der gegenwärtigen menschlichen Organisation, daß das so sein muß. Der Mensch würde seine Gedanken zwar denken, aber er könnte nichts wissen von ihnen als gegenwärtiger Erdenmensch, wenn er nicht den spiegelnden Leibesorganismus, zunächst das Gehirn hätte.« (GA 129)

      Christian Rittelmeyer unterscheidet »den Prozess und das Objekt. Es geht mir jetzt […] um ein geistiges Objekt, einen Gedanken. Der Prozess kann niemals sinnlichkeitsfrei sein; der Prozess des Denkens ist empfindungsgetragen. Aber das Objekt: da spielen natürlich die Empfindungen auch herein, aber nicht im Sinne einer Konstitution des Gegenstandes.«
      Er spricht von einer »Sphäre «sinnlichkeitsfreier Gedankeninhalte», also geistiger Tatsachen, deren Denken aber nicht sinnlichkeitsfrei ist« und vom »Leib als Resonanzkörper geistiger Prozesse […], der Urteile über die Welt erst möglich macht.«

      Ich finde diese beiden Schilderungen gut miteinander vereinbar. Du wirklich nicht?

      Und Du sagst: »Im selben Interview ist davon die Rede, dass jemand von Schauungen spricht. Das wird ziemlich abgeblockt.«
      Was meinst Du? Wer blockt ab?

      Gute Nacht!
      Ingrid

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