Neue Arten der Steiner- Rezeption

Auf Englisch klingt die berühmte Stelle, an der Rudolf Steiner über die Angst vor dem Tod spricht, so: "The human being can only gain victory over the fear of death and bravely face it if he knows that in him is an immortal, eternal inner core for whom death is only a metamorphosis of life, a change of life form. 
As soon as the human being discovers his immortal inner core through spiritual science, he learns more and more how to overcome anxiety and in the long run all fear of death disappears as well. The more materialistic a person is however, all the more will he fear death."

Das ist dann schon, wenn es man es so sehen darf, also doch ein Scheidepunkt - der Unterschied zwischen denen, die ihren unsterblichen Kern entdeckt haben und denen, die sich das offenbar nur eingebildet haben. Oder an dem Thema nicht weiter interessiert waren. Wer weiß das schon? Unsereins erfährt so was, wenn es so weit ist. Bis dahin kann man sich sonst was vorgemacht haben.

Ich wollte damit eigentlich auf ein neues Format von Internet- Seiten hinweisen, die Steiner häppchenweise als Kurz- Zitate darbieten. Das Zitat oben war von der Seite "The great Rudolf Steiner Quotes Site". Dabei sollte man beachten, dass "great" klein geschrieben ist. Man soll die "Site" großartig finden, nicht Rudolf Steiner. Nehme ich mal an.

Meine Frage war die: Ist das das passende Format -vielleicht in Varianten, um in der Zukunft zu Rudolf Steiner zu kommen- redaktionell zusammen gestellte Kurz- Happen? Gibt es ein Ranking der meist geklickt- geklickten Steiner- Quotes? Bestimmt. Sieger ist bestimmt wieder was über Rassen. Ansonsten bleibt doch das Problem bestehen, wie man Steiner ins Twitter- Format transferieren soll. Ansätze gibt es, aber nur mit langweiligen angehängten Links, denen eh nie jemand folgt.

Auf Deutsch gibt es ein offenbar im Aufbau befindliches Pendant. Ich bin auch nicht sicher, ob ich da blind folgen möchte. Theoretisch könnte auch ein Programm solche Einträge verfassen, um Follower zu generieren- aus welchem Zweck auch immer. Damit möchte ich niemanden verdächtigt haben!

Kommentare

  1. Anthroposophy for absolute beginners oder Cashkurs-Anthroposophie
    Fast ausschließlich Der-Mensch-soll-der-Mensch-muss-Zitate...

    (s.b.)

    AntwortenLöschen
  2. Es muß Esoteriker geben, aber nicht alle Menschen sollen Esoteriker sein. Ein ganz einfaches Beispiel kann uns das klarmachen. Nicht wahr, jedermann braucht Schuhe, und es ist darum nötig, daß es Schuhmacher gibt. Ganz falsch wäre es aber, wenn jemand daraus den Schluß ziehen wollte, daß alle Menschen Schuhmacher werden müssen. Ebensowenig müssen alle Menschen Esoteriker werden.

    GÄÄÄÄÄÄHN.....

    AntwortenLöschen
    Antworten

    1. Gratuliere dir anonym 02.03.00

      zu deiner harausragenden von lauter Logik überschäumenden Intelligenzleistung.

      Erkannt zu haben, dass es nicht wahrhaft menschlich wäre, wenn man gezwungen wäre Esoteriker zu werden, ist schon beachtlich.

      Und der kleine Unterschied zwischen Esotherikern und Schustern ist dir wohl auch nicht aufgefallen!
      Dass sehr wahrscheinlich Schuster es niemandem missgönnen würden Schuster zu sein oder zu werden (ausser aus rein wirtschaftlichem Konkurrenzdenken heraus), Esotheriker aber meist von geistig elitärem Standesdünkel derart umnachtet sind, dass sie die meisten dafür gar nicht für fähig halten würden bzw. müssen.
      Irgendetwas womit man sich von der Masse abheben kann, braucht das esoterisch angehauchte Ego eben.

      Löschen
    2. @ Rudolf:

      Vor lauter Gratulationsbedürfnis und Eifer, den von Dir erkannten Unterschied zwischen Esoterikern und Schustern hier darzulegen, ist es Dir wohl entgangen, daß die »von lauter Logik überschäumende Intelligenzleistung« nicht auf anonyms Mist gewachsen ist, sondern Steiner-Zitat (über das anonym zu gähnen beliebt).

      :-) LG, i.

      Löschen
    3. Liebe Ingrid,

      gut, wenn mir das also entgangen ist, so beweist - diesmal Steiner selbst - doch im Grunde nur, was ich ja des öfteren schon sagte, dass eben auch er selbst nur ein Mensch war und als solcher mit demselben Ego und mit demselben elitären Gehabe, das er mit vielen Esoterikern teilt, versehen war.

      Löschen
    4. Die Rudolfen dieser Welt sind doch alle ganz normale Philister :) welch eine befreiende Gedanke!

      Löschen
    5. Lieber Käse,

      wenn du es für dich als befreiend empfindest, dich über angebliche persönliche Defizite von Mitmenschen öffentlich auszulassen, dann gönne ich es dir gerne.
      Aber positive Denkanstösse und Diskussionsbeiträge, um die es hier ja geht, werden dadurch schwerlich zustandekommen.

      Löschen
    6. »so beweist - diesmal Steiner selbst - doch im Grunde nur, was ich ja des öfteren schon sagte, dass ... «
      Lieber Rudolf, das beweist nichts anderes, als: was Deine Motive gewesen wären, wenn Du dergleichen geäußert hättest.
      :-)

      Löschen
  3. Ich habe mich mal in den Kommentaren auf der About-Seite umgesehen, wer denn die Leser dieser Steiner-Häppchen sind:

    »Antoine: Your work is like a little pond to which people from afar return to drink. Jasmine is from China, I am from Lebanon. Thank you Ridzerb ♥

    Und auch zu Michaels:
    »Dabei sollte man beachten, dass "great" klein geschrieben ist. Man soll die "Site" großartig finden, nicht Rudolf Steiner. Nehme ich mal an.«
    gibt es da Aufschlußreiches zu lesen:

    »Antoine: Forgot to tell you that I love the unequivocal title of your site: “The great Rudolf Steiner Quotes Site”. It is good to be reminded how great he is.
    Ridzerd (Site-Betreiber): He is not only great, Antoine, he is the greatest. He is the Mohammed Ali of the spirit. ;-)
    ...
    Allen Barenholtz: In your title, the word “great” can be understood in three ways. Either the quotes themselves are great, or that the website is great, or that Dr. Steiner is great. If it is the last, that leads to the impression that you are lionizing, or elevating Dr. Steiner. That would be in poor taste, and would certainly not conform to Steiner’s comments about how to speak about others.
    Ridzerd: It is unfortunate that I can not write English very well, so I am maybe not able to explain good what I want to answer. But I honestly do not see why we can not call Steiner The great Rudolf Steiner. It is true that Steiner said somewhere: “I would not be honored, I want to be understood.” Of course, Steiner would be understood rather than just be honored, but that does not mean in my opinion that one should not honouring a genius when this honouring is in place and justified and deserved. When I would call Steiner a saint, it would go too far, but to call someone great who is really great, there is nothing wrong with that, as far as I can see.
    ...
    Antoine: In the end, what is really great, is that there are people in whose hearts burn a little flame for Anthroposophy, despite the strong winds of materialism.
    In this context, it is inspiring to see people, like Ridzerd, feeling the urge to spread the good news of Spiritual Science, and establishing a site for that purpose.
    The Steiner quotes are only great inasmuch as they direct us to a path of the spirit; they are to Steiner what a mere signpost is to the magnificence of a city it points to.«

    Antoine aus dem Libanon ist es auch, der ein kleines Gespräch aus Andrei Belyis Erinnerungen an Rudolf Steiner gepostet hat, auf das ich auch die Egoisten aufmerksam machen möchte.

    Herzlichen Gruß in die Runde
    Ingrid (derzeit nur mitlesend)


    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für die Klärung, Ingrid! Libanon also. Ob es auch schon eine arabische Sprachversion gibt?

      Löschen
  4. Michaela @ Ingrid

    Dankeschön für den Hinweis : " Only half a man"

    @ Antoine : Thank you for having brought that special word from Rudolf Steiner to us. I want to keep that in my mind as something, that puts a question to me.

    AntwortenLöschen
  5. Wenn man eine gemeinsame Eisenbahnfahrt unternimmt, weist man sich auch gegenseitig auf interessante Eindrücke in der Landschaft hin - jeder hat da so seine spezifischen Momentaufnahmen.
    Ähnlich sehe ich es auch mit diesen Zitateseiten; ich betrachte sie als persönliches Notiz-/Tagebuch des Betreibers, der anderen erlaubt, darin zu lesen...
    Das schöne daran ist, dass ich damit umgehen kann wie ich möchte, ohne zu einer bestimmten Betrachtungsweise gezwungen zu werden.

    Stephan Birkholz

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Herr Birkholz, das ist weise und versöhnlich gesagt- immer neugierig auf den Menschen, der hinter der Technik steckt. Vielen Dank!

      Löschen
    2. Genau, der Markt regelt auf lange Sicht alles! Auch der des Geistigen!

      Wenn eine McDonaldisierung Steiners geeignet wäre, ihm selbst und seinem Werk etwas von seiner Grossartigkeit zu nehmen, dann wäre einzig und allein der Beweis geliefert, dass seine Grossartigkeit auf tönernen Füssen stünde, also nicht wirklich reell wäre.

      Löschen
    3. Lieber Rudolf,
      Deine Logik ist schon recht eigenartig:
      Sie würde nämlich auch sagen: "Wenn man aus Getreide und Rindern Burger machen kann, dann muss die ganze Schöpfung auf tönernen Füssen stehen...

      Löschen
    4. Oh, entschuldige - Du sagst ja genau das - wir sind uns einig!

      (Ich hatte Nachdienst und bin noch etwas verpeilt und verlangsamt)










      Löschen
  6. Michaela @ Anonym 02:03:00

    Esoteriker ist doch kein Beruf, wie Schuhmacher einer ist. Jakob Böhme war Schuhmacher, und der wurde zum Theosophen. Mir ist jemand bekannt, der zuerst Metzger wurde, später Volljurist, der dann die anthroposophische Esoterik entdeckte und lernte, sie wertzuschätzen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Michaela!
      Der Post mit dem Schuhmacher ist von mir und es ist ein Steiner-Zitat
      Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass manche Steiner-Zitate im heutigen Kontext nach meiner Einschätzung niemanden mehr weiter bringen...
      Deine Geschichte mit d. Metzger bestätigt ja meine Einschätzung - das Leben läuft eben oft anders...

      Löschen
  7. Michaela : Lieber Herr Birkholz,

    dankeschön für die Info : Es ist ein Steiner - Zitat. Ich meine , dieser Aussage Steiners gar nicht widersprochen zu haben. Heute, 2015 herrschen andere Verhältnisse, als 1915 herrschten.
    Zur Zeit des Euklid gab es wiederum völlig andere Lebensverhältnisse, als wir heute haben, und doch ist die Geometrie , gemäss deren Gesetzmässigkeiten wir etwas erbauen, dieselbe.
    Aehnlich sehe ich die Anthroposophie Steiners. Sie beschreibt Gesetzmässigkeiten der geistigen Welt, die wir frei sind, zu hinterfragen oder zu ignorieren. Nur hat eben beides Konsequenzen.
    Ob manche Steiner - Zitate, die aus Zusammenhängen herausgelöst wurden, jemandem etwas bedeuten können, ist meiner Meinung nach Frage davon, ob jemand diesen Zitaten gewillt ist, nachzugehen. Ob ein Mensch gewillt ist, diese Aussagen ins Leben zu überführen.

    Die esoterischen Uebungen, die von Steiner her stammen, sind heute öffentlich zugänglich. Wer sie auf sich selbst anwendet, sollte darauf sehen, dass dieses Training dazu befähigt, den Alltag besser bewältigen zu können. Egal, wie dieser Alltag auch sein mag. Esoterik ist kein Selbstzweck. Sondern ihr Sinn liegt darin, den gewöhnlichen Alltag besser meistern zu können.
    Wer diese Uebungen gar nicht anwendet, kann ihre Wirkung nicht wirklich beurteilen. Es muss ja auch keiner das anwenden. Nur sollten diejenigen, die sie nicht anwenden, auch nicht darüber urteilen.

    AntwortenLöschen
  8. Michaela @ cheese - curve : Lieber Kees,

    auch auf die Gefahr hin, dass manche mich nun für völlig durchgeknallt und egomanisch und bekloppt halten, hier mein Bekenntnis : Ich halte Rudolf Steiner für jemand, der Eingeburt durch den Geist erfahren hat, der im esoterischen Range eines Gotteassohnes ist.
    Das Bemühen mancher, die ihn nur dadurch aushalten können, dass sie ihn auf Zwergenmass zurechtstutzen, um auf Augenhöhe kommen zu können, reizt mich zum Lachen...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Michaela,
      für mich ging es hier im BLOG (und in fast allen vergleichbaren Auseinandersetzungen)
      NOCH NIE auch nur in einem Satz um Rudolf Steiner und um die Anthroposophie, sondern um uns selbst und um den Umgang mit dem, was durch Steiners Werk bei uns angekommen ist...
      Letztendlich bin ich sogar hier, um mich selbst zurechtstutzen zu lassen um wieder die meiner Person angemessene Augenhöhe ausloten zu können...

      Löschen
    2. Liebe Michaela,

      interessante Gesichtspunkte. Allerdings kann die Anthroposophie Steiners nicht mit der Geometrie (sprich den physischen Gesetzen) verglochen werden.
      Wer letztere missachtet muss (!!) zwangsläufig mit handfesten Konsequenzen rechnen. Wer hingegen die Esoterik missachtet, sich also nicht an die "geistigen" Gesetzmässigkeiten hält, erfährt doch höchstens eine "Nichtkonsequenz", etwa durch die fehlende Wirkung einer Krücke durch die er - wie du sagst - den Alltag besser bewältigen könnte.

      Im "Geistigen" gibt es auch keine Naturschutzgebiete. In einer Welt des freien Geistes, die wir uns ja (hoffentlich) alle wünschen, sollte jede freie Meinungsäusserung und jedes Urteil erlaubt sein.

      Esoterik ist eine Geistige Krücke, die manche Menschen befähigen kann, den Alltag besser zu meistern. Nicht jeder Mensch braucht diese Krücke.
      Aber es könnte vermutlich noch andere Zwecke der Esoterik geben, welche nur denjenigen nützt, die sie entdeckt und in die Welt gesetzt haben.
      Denkbar wäre hier auch, dass es nicht in gütiger Weise zum unbewussten Nutzen der Allgemeinheit geschah, sondern zum Nutzen einiger weniger.

      Wohlgemerkt sage ich nicht, dass alles was denkbar ist, auch wirklich ist oder sein muss...aber es könnte sein.
      Dort wo ein solcher Gedanke verboten oder verpönt wäre, wurden wir uns eindeutig in einer geistigen Diktatur befinden.

      Löschen
  9. Michaela @ Rudolf : Lieber Rudolf,

    Geometrie ist doch etwas, das mit einem abstrakt - Uebersinnlichen rechnet. Denn der geometrische Punkt ist per Definition ohne Ausdehnung im Raum, ist daher unsichtbar, "nur" denkbar.
    Wo wir diesen Punkt durch einen Bleistift - Punkt veranschaulichen, enthält dieser im Raum ausgedehnte Punkt rein rechnerisch unendlich viele geometrische Punkte in sich und VERBIRGT den einen einzigen geometrischen Punkt. Die Veranschaulichung des einen Punktes ist eine Krücke, welche vorgibt, sichtbar zu machen, welche jedoch verbirgt.
    Um den übersinnlichen (unsichtbaren) Punkt denken zu können, müssen wir ihn vom sinnlichen Bild abstrahieren.
    Esoterik zeigt den Weg auf, wie wir das rein - Geistige aus dem Leib, aus dem Sinnlichen rausziehen können, damit es sich am Leibe spiegeln und so als Geist erkennen kann.
    Nur muss dann - nach solcher "Exkarnation" - das Geistige wieder den Weg finden, der zurück in den Leib führt. So gesehen meine ich, dass Geometrie und Esoterik schon vergleichbar sind, weil sowohl Esoterik, als auch Geometrie mit dem Uebersinnlichen rechnen. Nur rechnet eben Esoterik mit einem lebendigen Uebersinnlichen.
    Stichwort "geistige Diktatur": Ich habe gar keinen Zweifel daran, dass wir uns in einer solchen heute befinden.

    AntwortenLöschen
  10. Michaela @ Stephan Birkholz : Lieber Stephan,

    , ja, es geht zuerst um Menschen, um uns, nicht um vom Leben abgezogene Dinge. Interessant, zu entdecken, wie Steiners Werk bei Menschen ankommt. Bin auch selber bereit, mich durch andere "zurechtstutzen" zu lassen, wenn nötig ist. Bei mir war das lange Jahre hindurch so, dass ich kaum Menschen kannte, die an Steiners Werk etwas suchen. Ich war der Meinung, Anthroposophen würden die Esoterik Steiners anwenden. Dann besuchte mich ein Anthroposoph, der mich direkt davor warnte, diese Uebungen anzuwenden. " Viel zu gefährlich !" sagte er zu mir. Da hatte ich das schon 17 Jahre lang angewendet. Er sagte, er selber sei gar nicht daran interessiert, er habe nur bis dahin 27 mal oder so "Die Philosophie der Freiheit" gelesen.
    Meine längst verstorbene Grossmutter väterlicherseits sagte oft: " Jedem für sein Geld was ihm schmeckt."
    Jeder zieht anderes für sich aus dem Werk Steiners heraus.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Michaela,
      In den letzten Monaten hier ist (für mich) immer klarer geworden, dass es fast ausschließlich um mein (unser) Verhältnis zur Anthroposophie/Steiners Werk und weniger bist nicht um 'Anthroposophie an sich' (was immer das auch sein mag) geht.
      Darum sind ja auch Clements Denkansätze (den Betrachter als Teil der Anthroposophie selbst aufzufassen) so spannend (denkenswert).

      Löschen
  11. Michaela @ Stephan Birkholz : Lieber Stephan,

    C.Clement `s Denkansätze stellen mich vor ein Problem. Steiner behauptet, er habe gewisse Dinge aus der geistigen Welt herausgeholt, die er als übersinnliche Welt beschrieb. Bei C.Clement finden wir nur sinnliche Quellen beschrieben. Das Uebersinnliche - so mein Eindruck zumindest - kommt da gar nicht vor. Nun weiss ich jedoch für mich selbst, ohne es beweisen zu können, dass diese übersinnliche ätherische Welt realer, wirklicher und in ihrer Wirklichkeit viel, viel intensiver ist, als z.B. die Realität eines abgeschnittenen Fingernagels es ist oder ein Kieselstein es ist.

    Diese materielle Welt ist real, ist eine Wirklichkeit, mit der wir auch rechnen müssen, nur liegt ihr Ursprung in einer übersinnlichen Welt, die viel lebendiger und intensiver ist.
    Wer niemals zuvor im Erdenleben diese ätherische Welt erlebte, wer dann urplötzlich sie erlebt, bekommt einen Schrecken aufgrund dieser gewaltigen Intensität, die zunächst überwältigt.
    Der Schreck macht eine Erstarrung des Körpers, und bevor einem da der Körper entzogen wird, geht es um Aktivität des Geistes, um das sich - Rausziehen aus dem Leibe, dann geht es um das zurückgeführt - Werden in den Leib, was nur Christus vermag, zu realisieren.
    Nun ist das meine Behauptung, doch ich darf keinen Anspruch auf glaub - Würdigkeit erheben, also darf selbstverständlich jeder das anzweifeln, dass es wirklichem Wissen entstammt.

    Bei Clement habe ich den Eindruck, er will die vollsaftige Wirklichkeit des Uebersinnlichen nicht mit in sein Denken einbeziehen. Manche haben tief sitzende Furcht vor allem Uebersinnlichen.
    Und die Art und Weise, wie diese "PSI" - Forschung unserer Zeit mit Apparaten und so weiter dem Uebersinnlichen nahe kommen will, zeigt mir, dass sie das Uebersinnliche sinnlich wahrnehmen wollen. In Form von Fotos, Tonbandaufnahmen und so weiter. Sie wollen nicht den Geist durch geistige Organe - Chakren - erleben, sie wollen ihn ins Irdische runterziehen, um ihn anglotzen zu können, wie man einen Kürbis anglotzen kann.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Michaela,

      ich teile Deinen Eindruck. Es gibt seit 10,15 Jahren bei manchen anthrop. Autoren die Tendenz, Steiners Aussagen über Christus und Hierarchien als zeitbedingt und überholt zu relativieren: "poetische Beschreibungen spezifischer Formen und Zustände der menschlichen Innenwelt" heisst es z.B. bei S.Gronbach, von "äußerst bildreichen Erzählungen" spricht J Heisterkamp. In dieser Richtung ist auch Clement zu finden (mit dem Hintergrund der SKA-Herausgabe, während SG und JH vor allem den Dialog mit modernen spirit. Richtungen suchen).

      Auch wenn ich die Kritik an dem Hang zu esoterischen Sensationen und Spekulationen nachvollziehen kann, man schüttet das Kind mit dem Bade aus; mein Ding ist das nicht.

      Löschen
    2. @Michaela & Rainer

      Theorie ist immer grau und unlebendig und C. Clement betreibt eben im Wesentlichen Erkenntnistheorie und die hat mit Wirklichkeit so wenig zu tun wie theoretischer Fahrunterricht mit Autofahren - sie dient lediglich der Orientierung...

      'Bei Clement habe ich den Eindruck, er will die vollsaftige Wirklichkeit des Uebersinnlichen nicht mit in sein Denken einbeziehen...'

      Ich kann das einfach nicht beurteilen, den Eindruck hatte ich auch schon oft; aber ich denke mittlerweile auch, dass er mit seinem Denken vielleicht auch nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten möchte und er sich lieber streng nach den Regeln der Erkenntnistheorie an die höheren Welten herantastet, anstatt das Blaue vom Himmel herunterzuspekulieren.
      //
      Der Denkansatz, dass die geistige Welt ein Produkt menschlicher Vorstellungskräfte ist, wirkt zunächst empörend - wenn man allerdings daneben das Empfinden von der tatsächlichen Wirklichkeit der höheren Welten stellt, dann kann sich daraus eine Anschuung ergeben, die den Menschen in unmittelbaren Zusammenhang mit den geistigen Welten stellt (ich bin weil Du bist und Du bist weil ich bin).
      Das Denken, die Vorstellung sind dabei nur Ab-/Spiegelbilder der eigentlichen Wirklichkeit und diese Abbilder bilden sich in C. Clement eben in anderer Weise aus als in H. Niederhausen.

      Löschen
    3. Stephan hat Clement deiner Meinung nach dene Frage ueber die Trinitaet ausreichend beantwortet?

      Löschen
    4. Nein, das hat er absolut nicht - aber ich werte sein 'Schweigen' diesbezüglich als Bekenntnis, dass er mit seinem Denken nicht zu diesen Bereichen vorzudringen vermag (‚nicht will ‚ möchte ich nicht unterstellen).
      //
      Ich fand' s aber wohltuend ehrlich und authentisch, dass er zu seinem Nichts-dazu-sagen-können gestanden hat, anstatt uns - wie sonst im Milieu üblich- unreflektiert zuzutexten.

      Löschen
    5. Soweit ich die Auseinandersetzungen verfolgt habe, wurde die alles entscheidende Frage der Ideogenese hier noch nicht mal ansatzweise angeschnitten.
      Nämlich: Ist dieses ‚Hervorbringen der geistigen Welt durch den Menschen selbst‘ (also die Ideogenese) an die physische Leiblichkeit gebunden oder nicht?
      Sprich: Hat der Mensch eine vor- und nachgeburtliche Existenz und wie lässt sich das Erdendasein des Menschen zwischen dem Zuvor und Danach auffassen .
      Wohl hat C. Clement mehrmals auf das übergeordnete Menschen-Ich verwiesen – aber der Zusammenhang mit der individuellen Erdenexistenz wurde nicht wirklich besprochen – die individuelle, sterbliche Erdenexistenz wurde allenfalls als das ‚niedere Menschenwesen‘ im Gegensatz zum ‚höheren Menschenwesen behandelt.


      Stephan Birkholz

      Löschen
  12. Michaela @ Rainer Herzog

    Diese "Tendenz" Steiners Aussagen über Christus und Hierarchien als zeitbedingt und überholt zu relativieren, die ist kaum mehr zu übersehen. Diese Relativierung zielt zumindest meiner Meinung nach auf den wissenschaftlichen Charakter der Anthroposophie Steiners, denn Steiner beging die "unverzeihliche Sünde", zu bekennen : Wenn wir frei sein wollen, müssen wir das Opfer bringen, die Freiheit dem Christus zu verdanken.

    Dieses grosse moderne Bekenntnis ist von zwei Seiten her inakzeptabel, nämlich einerseits kann die Naturwissenschaft mit dem Begriff des Christus nichts anfangen. Andererseits will die Religion nicht wahrdenken, dass der Christus - Begriff mit dem Begriff des Wissens, dem der Erkenntnis verbunden ist. Religion verlangt Glauben.
    Die Naturwissenschaft sagt mit Recht sinngemäss: Die Evangelien sind ein Mysterium. Mein Objekt ist jedoch Natur, daher wende ich mich ab vom Mysteriösen.
    Geheimwissenschaft erwidert ihr : Gerade weil die Evangelien Mysterium sind, sind sie mein Objekt.
    Mein Objekt ist das Mysteriöse.

    Ich teile Deine Meinung, dass es berechtigt und auch notwendig ist, die Art von "Esoterik"zu kritisieren, die auf weiter nichts als Sensationshascherei und Spekulation beruht.
    Manche Leute wachträumen Bilder und schreiben darüber dicke "Schinken" von Büchern.
    Manche glauben, 10 cm über dem Erdboden zu schweben und vergessen, dass 99 Cent noch kein Euro sind. Andere machen Schleichwerbung für das Biertrinken und wähnen, kompetent zu sein in puncto der esoterischen Schulung gemäss Steiner..

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: