Volksverhetzung auf anthroposophisch

Ja, Herrn Keuler - anthroposophischer Heilpädagoge, der ("Seminar für Anthroposophie und anthroposophische Heilpädagogik") Waldorf- Kindergärten berät ("Es ist aber dringend notwendig, die Möglichkeiten der Waldorfpädagogik offensiv nach außen zu vertreten." Link), kenne ich schon lange.

Die zutiefst verwirrten Artikel auf seiner Website hatten derartig abseitige verschwörungstheoretische Inhalte - etwa die Fremdsteuerung der Menschheit durch Strich- Codes oder Zeichen auf Personalausweisen, dass er schon vor einem Jahrzehnt zuverlässig für Erheiterung sorgte. Im Schwange von Pegida & Konsorten, einer in Teilen der Bevölkerung schwelenden Angst vor Überfremdung durch die akute Flüchtlingswelle, aber auch einem latenten Antiamerikanismus und Rassismus in Teilen des anthroposophischen Dummvolks, braut Keuler aber inzwischen ein Gebräu, das auf rein faschistische Parolen baut und sich - ungeniert durch Zitate Rudolf Steiners "legitimierend"- zur Volksverhetzung im juristischen Sinne steigert. Das - auf einer Seite, die sich "Bürgerstimme" nennt, ist dann nicht mehr dumpf, sondern ein Fall für den Verfassungsschutz:

"Machen wir uns nichts vor, das was jetzt auf uns zukommt, wenn es nicht gelingt es in letzter Minute abzuwenden, wird schlimmer werden als das, was das Anglo-Amerikanertum Deutschland im Zweiten Weltkrieg angetan hat, einschließlich der Massenvergewaltigungen an deutschen Frauen, denn auch dazu wurden die jungen, kräftigen afrikanischen Söldner, pardon Flüchtlinge, nach Deutschland geschleust, und jeder, der das sagt, ist ein Nazi, ein Rassist. Es geht den anglo-amerikanischen Machthabern darum, den Erbstrom, das genetische Material, welches als Bedrohung der eigenen Weltmachtansprüche empfunden wird, endgültig zu vernichten. Wer die Aufgabe des deutschen Volkstums durch Völkermord vernichtet, zerstört die weitere Entwicklung der Menschheit."

"Machen wir uns nichts vor", der Herr Keuler ist krank. Die sexuellen Konnotationen in dieser Darstellung der Flüchtlinge, die "jungen, kräftigen afrikanischen Söldner", die das deutsche "genetische Material" durch "Massenvergewaltigungen" im Auftrag des "Anglo- Amerikanertum"s "endgültig zu vernichten" anstreben, sind ja selbstredend. Aber es ist eben auch reine faschistische Propaganda im anthroposophischen Kittel. Derartige abseitige Thesen aus dem Baukasten der NSDAP könnten vermutlich als ideologische Unterfütterung für rechte Terrorgruppen dienen.

Den tumben Anti- Amerikanismus, den Keuler ausbreitet, kennt man allerdings zuhauf aus einigen etablierten anthroposophischen Publikationen: "Nun gibt es aber eine Rasse, ein Volkstum, dem diese rechtmäßige Entwicklung der Menschheit bei seinen Machtentfaltungen im Wege steht und die sich deswegen gegen den Schöpfungsplan stellt. Dabei muß berücksichtig werden, daß die Masse der Menschen weder auf der einen noch auf der anderen Seite weiß, was sich vollzieht und wozu sie mißbraucht werden, es sind immer nur einige wenige, die die Fäden ziehen und rücksichtslos ihre Macht entfalten." Das ist der übliche Bullshit, aber gepaart mit paranoider Verschwörungstheorie und Rassismus.

Ob Herr Keuler dergleichen immer noch aktiv als Waldorf- Berater verbreiten darf, ist mir bislang nicht bekannt. Es wäre allerdings wünschenswert, dass die zuständigen staatlichen Organe dieses Mal nicht auf dem rechten Ohr taub sind.

Später beim automatischen Alert- Googles der Hinweis unter Stichwort "Anthroposophie" auf den besprochenen Beitrag. Offenbar ist Herr Keuler dort explizit angemeldet, um seine Posts so um den Globus zu befördern. Es ist ja offenbar auch sein Job, rechtsradikales Propaganda- Material als Anthroposophie zu verkaufen. Für die Anthroposophen allerdings läuft Denunziation von Flüchtlingen ("Neger"- Vergewaltiger als Vernichtung des arischen Bluts), die via Google auf Links schielt, nicht ganz so gut. Wenn schon PR- Desaster, dann richtig, und Woche für Woche.
So geht die Nachricht - scheinbar als Anthroposophie- News- bei Google heraus.













Danke für den Hinweis von Sebastian Gronbach auf Facebook

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