Steiner auf Normal-Höhe in Sachen Verschwörung

In Egil Asprems anspruchsvollem Aufsatz "Conspirituality Reconsidered: How surprising and how new is the confluence of spirituality and conspiracy theory?“ geht es eben um die Frage, wie die Beziehungen zwischen Verschwörungstheorien und Spiritualität sind- über weite Zeiträume und unterschiedliche Traditionen hinweg, denn Asprem folgt seiner These, dass der Aspekt Geheimwissen und Verschwörung geradezu ein notwendiger Bestandteil jeder spirituellen Richtung ist, die sich als solche versteht. Wenn okkult, dann sieht sie auch irgendwo eine „Bruderschaft“ im Geheimen gegen sie am Werke.

Asprem führt im genannten Aufsatz aus, dass Rudolf Steiner zugleich Opfer einer Verschwörungstheorie gegen ihn war- Annie Besant hatte ihn als in der Hand von Jesuiten zu denunzieren versucht. Steiner reagierte leider in eigenen Ausführungen über Ahrimanisch geführte Geheimlogen- und reiht sich in der historischen Betrachtung des Okkultismus damit quasi auf Normalhöhe ein:

"Here we see conspiracy theories propounded by one group of esotericists featuring another group as the “black brethren”. This stratagem is not uncommon: In a similar vein, occultists skeptical of spiritualism had long warned against the possibility that mediums were secretly being exploited by a conspiracy of advanced magicians for sinister ends (..). Annie Besant (1847–1933), president of the Theosophical Society and a leading proponent of “anti-Establishment” discourses such as feminism, vegetarianism and anticolonialism, accused the founder of Anthroposophy, Rudolf Steiner (1861–1925), of being in the pocket of the Jesuits (Webb, Occult Establishment 228). Steiner, on his part, saw the sinister workings of Ahriman’s black brotherhood at work behind a broad range of contemporary political and social events (Steiner; Dyrendal 204-206)."

Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: