Das Herz von Shambhalla oder: Die recycelte Michaels- Mysteriums- Kultur

Bildschirmfoto von MacFarlanes Website
Dass jemand wie Ron MacFarlane auf seiner Website Herz des Shambhalla einen höchst eigenen Blickwinkel auf Anthroposophie und ihre Repräsentanten hat, ist kein Wunder bei MacFarlanes esoterischer Herkunft; immerhin hat er erst über eine Christus- Erfahrung "jenseits der Schwelle" und eine persönliche okkulte Berufung durch Christian Rosenkreutz zu Rudolf Steiner gefunden: „During that time, I experienced a blinding encounter with the Risen Saviour (similar to St. Paul) as well as the transcendent union of “Christ-consciousness” on the other side of the threshold. Moreover, a supersensory calling from Christian Rosenkreutz and a later physical encounter with a mysterious emissary would eventually direct my attention to Rosicrucianism, then to anthroposophy and Rudolf Steiner.“ Damit gehört MacFarlane zumindest seinem Selbstbild nach zu der Kategorie anthroposophisch Interessierter, die die im Zweig sitzenden, prosaisch und fern jeder Begabung esoterisch spekulierenden Insider und andere Angeber ertragen muss- sehr zu seinem Leidwesen.

MacFarlane hat - nur zu verständlich- eine ganze Reihe von Beiträgen auf seiner Website, die sich mit Aspekten gegenwärtig präsenter Anthroposophie im Sinne einer Distanzierung MacFarlanes davon beschäftigen. Im Grundzug wirft er Prokofieff und damit ganzen Fraktionen innerhalb der organisierten Anthroposophie vor, Steiner unesoterisch kreuz und quer zu zitieren und recycelt als Michaels- Mysteriums- Kultur zu verkaufen - eine Art Kult, den MacFarlane in vieler Hinsicht bemerkt- beispielsweise auch in der ewigen Hochhaltung der „Weihnachtstagung“ als angeblicher Mysteriengründung. Wenn im 20. Jahrhundert etwas Bedeutendes geschaffen worden ist, dann doch bitte- so MacFarlane - der Sieg über den Nazismus, der ansonsten jede menschliche Entwicklung verhindert und korrumpiert, und mitsamt der „spirituellen Impulse der Weihnachtstagung in den Abgrund“ gerissen hätte:

„One could even argue that the defeat of Nazism was more important than the Christmas Conference, since the rise of Nazism was inspired by the powerful evil-entity, Sorath (the “two-horned beast” of St. John’s Revelation). If Nazism had succeeded, then positive human development would have been corrupted, thwarted and hijacked in a downward, evil direction; thereby hurling the spiritual impulses of the Christmas Conference into the abyss.

MacFarlane schätzt dabei - aus seiner spezifisch esoterischen Sicht- die Weihnachtstagung hoch ein als einmalige „Präsenz“ des esoterischen Christentums; das war aber weder die Begründung einer Mysterienstätte noch eines Kults- es war offensichtlich eine Performance:
„The Conference, then, proved to be a unique and significant success. For the first time in world history, there now existed a free association of individuals who were gathered together in a fully-public society that was administratively directed and collectively inspired by the supernal forces of esoteric Christianity. What Christian Rosenkreutz (Master John) and Zarathas (Master Jesus) had previously attempted to institute with the Theosophical Society―and failed―was now successfully realized through the efforts of Rudolf Steiner.

Der verstorbene Sergej Prokofieff war für MacFarlane der Prototyp des intellektuellen Kult- Begründers. Er führt das an verschiedenen Stellen aus. Dass er Prokofieff praktisch und konkret vorwirft, eine Art Selbstinszenierung bar jeden wirklichen esoterischen Verständnisses betrieben zu haben, ist umgekehrt auch ein sichtbar werdendes Selbstbild MacFarlanes, ein selbst weiter entwickeltes Wesen zu sein. Was schreibt er denn nun selbst? Hier ein Querschnitt einiger Artikel in Blogform- u.a. ein Beitrag über den Hüter der Schwelle, der durchaus lesenswert - aber auch typisch anthroposophisch ist, unterlegt mit dauernden Steiner- Zitaten. Das habe ich so oder ähnlich in den Jahren schon oft gelesen- es ist auch ein gewissermaßen traditionell attraktives Thema. Das läuft immer. Aber, wo genau, steckt nun das Originelle MacFarlanes, das er durch seine Selbsteinführung als Initiierter angekündigt hat, und das den Gegensatz zu Prokofieff bilden könnte? Ich habe es bislang nicht gefunden.

Nebenbei bemerkt: Ich dachte erst, der Titel „Herz des Shambhala“ wäre vielleicht ironisch unterlegt. Das war wahrscheinlich ein Irrtum.

Kommentare

  1. Es kann verschiedene Gründe haben, warum jemand sich mit den Texten von Ron MacFarlane befasst. Nach deiner Besprechung – danke dafür, Michael! – schaute ich mir seine Website interessiert an (ich wusste vorher nicht von ihm). Jedoch sowohl seine Art des Illustrierens mit (für mich) kitschigen Bildern als auch einige postulierende Formulierungen, lassen ein weiteres Interesse meinerseits (beinahe) unberührt. Ich werde dieses Desinteresse mit einem Beispiel begründen:

    Auf seinem sogenannten «spirituellen Profil» schreibt Ron MacFarlane Folgendes zu seiner christlichen Glaube und Konvertierung zum Katholizismus:

    “This deep and abiding interest in esoteric Christianity has been harmoniously complemented since 2006 by an equally deep devotion to the Church of St. Peter. This conversion to the Catholic Faith was the result of an inner directive from Our Saviour during the previous Christmas season.”

    Meine Übersetzung davon ist wie folgt:

    «Diese tiefe und bleibende Interesse am esoterischen Christentum hat sich harmonisch ergänzt seit 2006 durch eine ebenso tiefe Hingabe an die Kirche von St. Petrus. Diese Konvertierung zum katholischen Glauben war das Ergebnis einer inneren Weisung unseres Erlösers im vorangegangenen Weihnachtszeit.»

    Ich toleriere jede religiöse Auffassung, die dem Individuum frei lässt, zu glauben, was er will, und ich respektiere die vielen Konfessionen des christlichen Glaubens. Dass der lebendige aus dem Geistigen wirkende Christus heute jemand irgendeine Weisung für die individuelle Lebensführung gibt, halte ich außerdem für möglich, aber dass sie in die Richtung gehen würde, dass befohlen (vgl. directive) wird, sich einer bestimmten Konfession anzuschließen, halte ich für sowohl unmöglich als auch antichristlich. Die Konfessionen sind eine rein menschliche Angelegenheit, in die sich meines Erachtens weder Christus noch die epochale Leitung des Michaels sich nicht einmischen. Somit bekommt für mich MacFarlanes «anthroposophische» Ausrichtung einen bedenklichen und veralteten Schimmer, auch wenn er im Einzelfällen, wie bei der Beurteilung von Prokofieffs Wirken, sich eher angebracht positioniert.

    Die heute in vielen esoterischen Richtungen und bei manchen spirituellen Lehrern entstandene Gewohnheit, sich auf aufgestiegene Meister und geistige Wesen zu berufen, weil sie uns anscheinend etwas lehren, oder die von ihnen vermeintlich stammende Offenbarung wegen ihrer Autorität fraglos zu übernehmen, entspricht nicht eine anthroposophische Geistesforschung, die ich als angebracht und zeitgemäß finde. Ein suchendes und forschendes Menschen-Ich, das sich der Schwelle zur geistigen Welt bewusst ist, wird sich einem geistigen Wesen oder einem Ich einer anderen Individualität nicht unterordnen. Jede geistige Offenbarung und jedes spirituelle Durchlass (Channeling) muss sich dem Ich des Erlebenden einordnen, so dass sie durch die individuelle Verantwortung und das Gewissen authentisch und sachgemäß auf die Erde kommt. Jeder Einzelne ist demgemäß und danach für seine Handlungen und Einschlüsse verantwortlich, nicht Christus, ein Engel oder ein Meister, die einem etwas mögen eingegeben haben.

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    1. Herr MacFarlane hat, wie auch seine ausgiebige esoterische Beschäftigung am Rand der Schwelle zeigt, dann auch nicht mehr theoretisch, sondern höchst konkret mit dem kämpfen müssen, was so ein Schwellengang mit sich bringt. Es ist dann eben wirklich, und man steckt in einer Krise. Er kennt auch die "existentielle Scham", die tatsächlich trostlos - eisig - werden kann. Da ist dann so ein seelisches Kleid wie die Katholische Kirche doch ein Segen. Ich epfinde aber ähnlich wie Du, Jostein, dass dieser Christus, der Herrn MacFarlane da ständig initiiert und inspiriert- sagen wir, ein wenig dominant daher kommt. Aber das ist es ja eben: Der Christus erscheint immer im individuellen Blick des Einzelnen- zumindest in dem Augenblick, in dem einer ansetzt, dieses Erlebnis formulierbar zu machen. Sagen wir so: Wir sehen einen durch ein Sprachbild individualisierten Christus.

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  2. Lieber Michael,
    vielen Dank auch von mir!

    Ron MacFarlane stellt Rudolf Steiners „anthroposophischen Leitsätzen“ »anthroposophical misleading thoughts« zur Seite – das finde ich bemerkenswert.
    Der Unterschied zwischen übersinnlicher Tatsache und persönlicher Meinung hat mich gleich interessiert:

    »equally-developed seers must repeatedly share the same exact supersensible observation for that observation to be considered a spiritual scientific fact, an esoteric truth.«
    (gleichweit entwickelte Seher müssen wiederholt dieselbe exakte übersinnliche Beobachtung machen, damit diese Beobachtung als spirituelle wissenschaftliche Tatsache, als esoterische Wahrheit, angesehen werden kann.)
    Das leuchtet mir ein – auch wenn ich es ein bisserl seltsam finde, daß als „Begründung“ dieser Aussage ausschließlich Rudolf Steiner zitiert wird, ohne einen zweiten equally-developed seer heranzuziehen.

    Allerdings dann heißt es:
    »From what Rudolf Steiner is quoted here as stating, then, students of spiritual science should be more concerned about coming together to agree on supersensible facts (esoteric truths) rather than contenting themselves with exchanging divergent personal opinions. Cultivating subjective opinion will only encourage ideological discord, while freely-consenting to objective spiritual truth will draw anthroposophists together into more beneficial associations.«
    (Aufgrund der hier zitierte Aussage Rudolf Steiners sollten Studenten der Geisteswissenschaft sich lieber zusammenfinden, um bezüglich übersinnlicher Tatsachen (esoterischer Wahrheiten) übereinzustimmen, statt sich damit zufriedenzugeben, unterschiedliche persönliche Meinungen auszutauschen. Die Kultivierung subjektiver Meinungen ermutigt nur ideologische Zwietracht, während freie Zustimmung zu objektiven spirituellen Wahrheiten Anthroposophen in heilsameren Assoziationen zusammenführen wird.)

    Also nicht nur das angeführte Steiner-Zitat soll als fact gelten (wogegen ich gar nichts habe, da ich, auch ohne ein equally developed seer zu sein, ohne weiteres mit ihm übereinstimme), sondern Ron MacFarlane scheint generell von students of spiritual science zu verlangen, Rudolf Steiners Mitteilungen als spiritual truths anzusehen, ohne andere equally-developed seers dazu zu befragen.
    Das finde ich noch sehr viel bedenklicher als Jostein die inner directive from Our Saviour (die ich immerhin noch als einen Ausdruck des „Christus in mir“ – bzw natürlich des „Christus in Ron MacFarlane“ – verstehen könnte).

    Solange wir als Seher nicht equally-developed sind wie Rudolf Steiner, bleibt uns meiner Ansicht nach nunmal nichts anderes übrig, als zunächst unsere Meinungen und Ansichten zu einer esoterischen Mitteilung auszutauschen und zusammenzutragen – in der Hoffnung, auf diese Weise zu einem immer besseren Verständnis des Mitgeteilten zu gelangen, solange, bis wir uns selber soweit entwickelt haben, daß wir es wagen können, uns the same exact supersensible observation zuzutrauen.

    Daß das Kultivieren subjektiver Meinungen zu ideological discord führen kann, will ich natürlich nicht in Abrede stellen. :-)
    Aber Ron MacFarlane hängt seinen Artikel auf an der Bemerkung eines Anthroposophen, wie bereichernd ein solcher Meinungsaustausch empfunden worden war (»a comment was made about how enriching it was to hear a number of divergent points of view regarding a particular supersensible topic«) – das klingt für mich durchaus nicht nach ideologischer Zwietracht, ganz im Gegenteil…

    Gleich, wie recht er haben mag in manchen seiner Kritikpunkte (ich kann mir durchaus vorstellen, daß ich gar nicht so selten mit ihm übereinstimme): dort, wo er seine Ausführungen ohne weitere Begründung hinstellt oder ausschließlich mithilfe der Mitteilungen eines einzigen Geistesforschers (Rudolf Steiner) begründet, bleiben sie für mich als Leser nichts weiter als — seine persönlichen Meinungen.

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  3. @ Josthein Saether : "Ein suchendes und forschendes Menschen - Ich, das sich der Schwelle zur geistigen Welt bewusst ist, wird sich einem geistigen Wesen oder einem Ich einer anderen Individualität nicht unterordnen."

    Wodurch ist sich denn ein solches Menschen - Ich , von dem Sie schreiben, der Schwelle zur geistigen Welt bewusst ? Durch eine geistig - seelische Erfahrung an der Schwelle.
    Diese Erfahrung besteht aus einerseits einer Art von Exkarnation, einem sich aus dem Leib herausgezogen Haben, und andererseits besteht sie aus einem in den Leib zurückgeführt - Werden, was einzig der lebendige Christus bewirken kann.
    Die Erkenntnis des Christus ist davon gar nicht zu trennen.
    Das bedeutet noch nicht das Geschauthaben dieses Gottes vor sich. Das kann danach stattfinden. Und es kann auch danach stattfinden, diesen Geist im eigenen Inneren zu erleben.

    Nun zu Rudolf Steiner: Er sagte ja, der einzig wahre Name des Christus ist:Ich bin.
    Ausserdem teilte Steiner mit, der Christus habe Richteramt in der geistigen Welt.
    Entweder ordnet sich solches Menschen - Ich diesem höheren ICH BIN unter, lieber Herr Saether, oder es käme gar nicht bis zum Erkennen dieses Gottes.

    Also dieser Gott kann ebensogut von einem Menschen - Ich geschaut werden, das Ihn vor sich schaut, wie Er geistig Sich aussprechen kann vom Inneren dieses Menschen aus.
    Und z.B. tut Paulus alles, um aufzuzeigen : Nicht auf mein Menschen - Ich kommt es an.Sondern alles kommt eben an auf dieses höhere ICH BIN dieses Auferstandenen.

    Esoterik entstand doch vor der Exoterik. Z.B. war das Erleben des Paulus vor Damaskus zuerst da. Dem gemäss entstand Kirche, also Exoterik. Und nun war doch Rudolf Steiner ein grosser Kritiker der katholischen Kirche, von der er sagte, sie habe anno 869 zu Byzanz den Geist abgeschafft. Ausserdem übte Steiner Kritik am Jesuitismus.
    Doch trat Steiner jemals aus der katholischen Kirche aus ?
    Er wurde katholisch getauft, war selbst auch Katholik, oder etwa nicht ? Ich kann in dem Punkt auch irren, dann bitte ich um Korrektur. Ich habe bisher nirgends gelesen, gehört, dass Steiner aus der katholischen Kirche ausgetreten ist.
    Daher erscheint mir schon möglich, dass Herr MacFarlane aus seinem geistigen Erleben heraus eine Wiederverbindung sucht zwischen esoterischem und exoterischem Christentum, etwa im Sinne von gestaltendem Denken, dessen Gegenteil zergliederndes Denken ist.
    Die alten Mysterien waren eine Einheit, die aus Wissenschaft, Kunst und Religion bestand, doch so, dass zwischen den drei Bereichen Verbindung da war. Heute ist das durch zergliederndes Denken in drei Bruchstücke zerfallen, zwischen denen die Verbindungen zerrissen wurden.
    Sofern ich Steiner gemäss seiner Gesinnung richtig verstehe, ging es ihm nicht um die Abschaffung der Exoterik. Sondern ihm ging es um das Mysterium von Golgatha als eine Hochschule, die der ganzen Menschheit offen stehen soll.
    Die alten Mysterien liessen das Volk aussen vor. Diese Zeiten sind vorbei !

    Giftige Natter

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    1. @Giftige Natter

      Das ICH BIN gibt es bestimmt nicht nur bezügl. des Christus-ICH, so wie ihn Steiner interpretierte. Das ICH BIN ist ein uraltes Mantram, wurde aber auch als EINE von mehreren (Vor)Stufen zur Befreiung angesehen z.B. im Hinduismus; jedenfalls kam es in den Westen erst durch östliche Spiritualiät. Und was glauben Sie: Haben die östlichen Religionen das nun unter Verschluss gehalten oder gar einem Christen verboten ES zu be-sinnen oder ES nur dem Christus zugeordnet?
      Fragen Sie mal Steiner ;-) Oder einen wie - Maharaj, wie er das sieht:

      "Versuchen Sie nicht, die Wahrheit zu erkennen, denn das Wissen des Verstandes ist kein wahres Wissen. Doch können Sie erkennen, was nicht wahr ist, und das reicht völlig aus, um Sie vom Unwahren zu befreien. Die Vorstellung, dass Sie wissen, was wahr ist, ist gefährlich, denn es hält Sie im Verstand gefangen.
      Wenn Sie nicht wissen, was wahr ist, dann sind Sie frei, den Sachen auf den Grund zu gehen. Und ohne Erforschung kann es keine Rettung geben, denn Nicht-Erforschung ist die Hauptursache des Gefangenseins.

      Frage: Sie sagen, die Illusion von der Welt beginne mit dem Gefühl „Ich bin“, aber wenn ich Sie nach der Herkunft des Gefühls von „Ich bin“ frage, dann antworten Sie mir, dass es keine Herkunft hat, denn wenn es untersucht wird, löst es sich auf. Was stark genug ist, um eine Welt darauf aufzubauen, kann nicht nur eine Illusion sein. Das „Ich bin“ ist der einzige unveränderliche Faktor, dessen ich mir bewusst bin. Wie kann das falsch sein?

      Maharaj: Nicht das „Ich bin“ ist falsch, sondern das, was Sie zu sein glauben. Ich sehe ohne den geringsten Zweifel, dass Sie nicht sind, was Sie zu sein glauben. Ob logisch oder nicht, das Offensichtliche können Sie nicht bestreiten. Sie sind nichts, dessen Sie sich bewusst sind. Gehen Sie mit Eifer daran, die Strukturen einzureißen, die Sie in Ihrem Verstand errichtet haben. Was der Verstand erschaffen hat, muss der Verstand auch wieder auflösen.

      Frage: Sei es mit oder ohne Verstand. Sie können den gegenwärtigen Moment nicht abstreiten. Was jetzt ist, ist. Sie mögen die Erscheinung in Frage stellen, aber nicht die Tatsache. Was ist an der Wurzel der Tatsache?

      Maharaj: Das „Ich bin“ ist an der Wurzel aller Erscheinungen und auch die permanente Verbindung in der Abfolge der Ereignisse, die wir als Leben bezeichnen. Doch ich bin jenseits des „Ich bin“.

      Frage: Ich habe festgestellt, dass die verwirklichten Menschen ihren Zustand normalerweise in Begriffen beschreiben, die ihren Religionen entlehnt sind. Sie sind ein Hindu, also sprechen Sie von Brahma, Vishnu und Shiva und benutzen die Metaphorik und die Bilder des Hinduismus. Sagen Sie uns doch bitte, was die Erfahrung hinter Ihren Worten ist. Auf welche Art von Realität beziehen sie sich?
      Maharaj: Es ist meine Art zu reden, eine Sprache, die man mir beigebracht hat.
      Frage: Aber was ist hinter der Sprache?

      Maharaj: Wie kann ich es in Worte fassen, außer es zu verneinen?
      Also benutze ich Worte wie zeitlos, raumlos, grundlos. Auch das sind Worte, aber da sie frei von jeglichen Inhalten sind, erfüllen sie mein Bedürfnis.
      Frage: Wenn sie ohne Bedeutung sind, warum sollte man sie dann überhaupt benutzen?
      Maharaj: Weil Sie Worte wollen, wo Worte nicht zutreffen.

      Frage: Ich verstehe, worauf Sie hinaus wollen. Und wieder einmal haben Sie mich meiner Frage beraubt!
      Aus: „Ich bin“ Teil 3

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    2. @Giftige Natter

      Entweder ordnet sich solches Menschen - Ich diesem höheren ICH BIN unter, lieber Herr Saether, oder es käme gar nicht bis zum Erkennen dieses Gottes.

      Man kann sich auch aus Einsicht 'einordnen/eingliedern' - Unterordnung bietet noch kein Erkennen eines Gottes (wenn es sie nicht sogar ausschließt)...

      Die Blindschleiche

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  4. @Valentin: "Fragen Sie mal Steiner ;-) Oder einen wie- Maharal, wie er das sieht:..."

    Es geht gar nicht um ein "Gefühl". Sondern es geht um Geist-Erkenntnis. Aus der heraus teile ich mit, was mitzuteilen ist. Ich brauche weder den Hinduismus zu befragen, noch muss ich mich auf die Evangelien stützen, um den Christus zu erkennen.

    Giftige Natter

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    1. @Natter

      nein, nein, Gefühl meinte ich hier zunächst einmal gar nicht. Sondern Freiheit, Freiraum für individuelle Interpretationen und Erleben des ICH BIN (je nach Kulturkreis) - somit weniger Muss und Dogma...Also um verschiedene Wege zum ICH BIN, welches die christliche Esoterik ja nicht gepachtet haben kann, sonst wäre es ja hier im Westen ja gar nicht angekommen ;-) Es liegt also das Element der Freiheit (der Liebe?) im ICH BIN.
      Steiner hat das ICH BIN quasi aufgegriffen und im christlich-abendländischen Sinne neu interpretiert bzw. ganz auf das Christus-ICH bezogen, ganz so wie es eben dem Abendlande entspricht...Die Frage stellt sich somit: Hat dieses ICH BIN auch einen viel universelleren Charakter? Hat Steiner nicht auch prophezeit, dass in Zukunft der Christus oder das Chr. ICH auch andere Namen bekommen wird? Ich glaube ja, dass das ICH BIN auch zu Steiners Zeiten schon längst andere Namen hatte oder gar - Namenlos - war (z.B. im Taoismus das ES oder Tao, im Mittelalter: das 'Nu' usw). Steiner hat es dann etwas festgezurrt, vielleicht ja weil die Menschen hier (oder er selber) diesen Halt brauchten....sogar der Buddha wurde von ihm aus sogen. höherer Schau heraus neu interpretiert - u.a. einer Marsmission zugeordnet bzw. gleichzeitig dem abendländischen Christus untergeordnet (der ihn dort ja hinverwiesen haben soll als oberster Anführer der Menschheit) ...

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    2. sorry ein `ja` zu viel oben...

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    3. @ Valentin
      Stammt das längere Zitat von Nisargadatta Maharij ("Ich bin") ?

      M.E. gibt es entscheidende Widersprüche und Unvereinbarkeiten zwischen ihm und Steiner bzw. der steinerschen Christologie: Bei Nisargadatta (man nennt ihn immer mit diesen Namen um ihn von anderen "Maharijs" abzugrenzen) und seinen Schülern gibt es weder einen freien Willen, noch das, was man "Persönlichkeit" nennt - sein "Ich bin" ist nur transzendent.

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    4. @Rainer, ja das ist der.
      Ich wollte damit U.A. aufzeigen, dass ein ICH BIN sicher unterschiedliche Interpretationen zuläßt (inkl. Herkünfte). Ob man i.d. Fall von Willenlosigkeit sprechen kann, das glaube ich eher nicht; ich würde eher sagen, dass man Abstand bekommen soll zu sich und seiner Persönlichkeit (durch Selbsterkenntnis, aber auch Erfahrung)....

      Klar, Steiner geht da anders heran...und wahrscheinlich würde man in anthrop. Kreisen die östliche Weisheit des ICH BIN (u.v.m.) als einseitig luziferisch bezeichnen...aber mit solch Interpretationen wäre ich sehr vorsichtig, grundsätzlich, aber auch weil ich schon zu viel erlebt habe unter Anthros, was dort eher zum Kehren vor der eigenen Haustüre hätte einladen sollen...

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  5. Ist es nur Rhetorik, wenn MacFarlane (Anthroposophical Misleading Thoughts, Miss-Leitsätze) Neue Mysterien unterscheidet vom neuen Verständnis der Mysterien (gegen Prokofieff)?

    Oder wenn er sagt (Page 5), dass viele Anthroposophen irrtümlicherweise glauben, dass die Parusie (Wiederkunft Christi, z.B. Matth.24 ) in der ätherischen Welt geschieht, nicht in der physischen Welt (Steiner 130.94f. (1911), 265.334 (1913), 152.71f.(1913))? Vgl. anthrowiki.at, Die_zweite_Kreuzigung_des_Christus_im_ätherischen_im_19._Jahrhundert.

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    1. Lieber Ton,
      meiner Ansicht nach ist es mehr als nur Rhetorik.
      Diesen beiden Sätzen auf S 5 würde ich durchaus zustimmen:

      »Unfortunately, due primarily to Prokofieff’s influential stature within the anthroposophical community, this entirely unproven statement has become widely accepted by many other anthroposophists.«
      und:
      »It may have been the most important event that Prokofieff was aware of, given his own limited esoteric knowledge.«

      In den Büchern Prokofieffs, die ich bisher gelesen habe, scheint er mir jedenfalls so manches als „esoterische Wahrheit“ zu verkünden, das ich (insbesondere auch nach genauer Prüfung der in den Fußnoten jeweils angegebenen Mitteilungen Rudolf Steiners) als nichts anderes als seine persönliche Meinung ansehen kann...

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    2. Alle biblische Elemente kehren in Steiners Beschreibung der Parusie (GA 130, 1911) zurück:
      Tür (Matth.24:33), Trost, wachen (Matth. 25:10-13), hier und da (Matth.24:33).
      Steiner verwendete 1911 (s. MacFarlane) den Ausdruck “der wirken kann in der physischen Welt“ :
      „… der einzige ätherische Leib ist, der wirken kann in der physischen Welt, wie sonst ein physischer Menschenleib wirkt.“ (130.96).

      Prokofieff spricht (seine persönliche Meinung) jedoch von einem ‘event … on the physical plane’: “… also as the most important event to occur in the twentieth century on the physical plane” (Foreword 1986, p.X, google 84425u8svkIC).

      Prokofieff verwechselt also Steiners persönliche experience und esoterisches event ‘on the physical plane‘, oder er minimalisiert den Unterschied. MacFarlane überspannt den Ausdruck ‘on the physical plane‘.

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  6. Ron MacFarlane ist es offenbar vollkommen klar, welche Gefahr darin liegt, daß jemand als „spirituelle Autorität“ auftritt.

    Wobei es meiner Ansicht nach keine Rolle spielt, aus welchem Grund spirituelle Autorität beansprucht wird, ob zB ein behauptetes Einweihungserlebnis real ist, oder Illusion des „Eingeweihten“, oder gar Lüge des „Eingeweihten“.


    Gestern habe ich geschrieben, daß mir MacFarlanes Definition der „spirituellen Tatsache“, „der esoterischen Wahrheit“, einleuchtet:
    »equally-developed seers must repeatedly share the same exact supersensible observation for that observation to be considered a spiritual scientific fact, an esoteric truth.«

    Dieses „Einleuchten“ geschah beim oberflächlichen Lesen – denn natürlich, in der etablierten Wissenschaft ist es schließlich auch so, daß Experimente von anderen equally-developed Wissenschaftlern wiederholt und Theorien überprüft werden müssen, um schließlich allgemein als „wissenschaftliche Erkenntnis“ akzeptiert zu werden…

    Bei näherem Hinsehen kann ich mich aber mit einer solchen Definition nicht zufriedengeben.

    Denn die Geschichte der Wissenschaft ist eine Geschichte der Irrtümer: was vor einigen hundert Jahren von vielen equally-developed Wissenschaftlern als Faktum akzeptiert war, ist von den heutigen equally-developed Wissenschaftlern längst widerlegt und durch neue Erkenntnisse ersetzt worden. Und wohl kein ernstzunehmender Wissenschaftler glaubt, daß der heutige Stand der Wissenschaft für alle Ewigkeit Gültigkeit haben wird…
    Bei „esoterischen Wahrheiten“ aber handelt es sich um die Ewigkeit. Und, anders als in der Sinnenwelt, gibt es hier keinen „physischen Plan“, an dem Irrtümer schmerzlich abprallen, sodaß sie korrigiert werden müssen…

    Wenn mehrere equally-developed seers in irgendeinem Punkt übereinstimmen, erspart mir das also durchaus nicht eine Prüfung an der eigenen „inneren Richtschnur“.

    Denn wenn es sich so verhielte, wie MacFarlane sagt: würde das nicht bedeuten, daß sich jederzeit zwei oder mehrere Leute zusammentun könnten, von sich behaupten, daß sie equally-developed seers seien (denn wer will das überprüfen???), und von uns Normalsterblichen verlangen, wir müßten alles, was sie erzählen, ungeprüft als „esoterische Wahrheiten“ akzeptieren?

    Ein solches Verständnis „esoterischer Wahrheiten“ würde es mir jedenfalls gut begreiflich machen, daß Esoterik bei vielen Menschen einen sehr seltsamen Geruch hat...

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  7. @ Ton Majoor: " Ist es nur Rhetorik,..?"

    MacFarlane scheint ja tatsächlich (Page 5) denjenigen zu widersprechen, welche die Wiederkunft Christi in der ätherischen Welt - d.h., in einer für äussere Sinne nicht wahrnehmbaren Welt - zu erkennen suchen. Wenn ich MacFarlane in dem Punkte richtig verstehe, behauptet er, der Christus könne sich bis zur äusseren Sichtbarkeit verdichten.
    Es geht jedoch darum, die ätherische Welt wahrzunehmen , und alles visionshafte Schauen verbirgt diese. All solches "quasi - sinnliche" Erleben ist kein direktes geistiges Sehen der ätherischen Welt. Da ist mir MacFarlane fragwürdig, dubios. Danke für diesen Hinweis.

    Giftige Natter

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    1. @ giftige Natter:

      MacFarlane zitiert dazu Rudolf Steiner in englischer Übersetzung.

      Im Original heißt es (ich zitiere auch das, was MacFarlane ausgelassen hat, um beim Wortlaut bleiben zu können):

      »Die Menschen werden wissen, wenn sie nicht mit unklaren Sinnen solche Sachen betrachten, daß sie es mit dem ätherischen Leibe zu tun haben, der innerhalb der physischen Welt herumwandeln wird, aber sie werden wissen, daß dies der einzige ätherische Leib ist, der wirken kann in der physischen Welt, wie sonst ein physischer Menschenleib wirkt. Er wird sich von einem physischen Leib nur dadurch unterscheiden, daß er sozusagen an zwei, drei, ja an hundert und an tausend Orten zu gleicher Zeit sein kann, was nur einer ätherischen, nicht aber einer physischen Gestalt möglich ist. Dasjenige, was durch diesen Fortschritt der Menschheit bewirkt wird, ist, daß die zwei Pole, die ich vorhin erwähnt habe, der intellektuelle und der moralische Pol, immer mehr eins werden, zu einer Einheit verschmelzen. Das werden sie dadurch, daß die Menschen immer mehr lernen werden im Verlaufe der nächsten Jahrtausende, den ätherischen Christus in der Welt zu betrachten.«

      Im selben Vortrag („Die Ätherisation des Blutes. Das Eingreifen des ätherischen Christus in die Erdenentwickelung“, Basel, 1.Oktober 1911) sagt Rudolf Steiner:

      »Irgendein Mensch kommt da oder dorthin, dieses oder jenes erlebt er. Wenn er nur wirklich das Auge durch Beschäftigung mit der Anthroposophie geschärft hätte, könnte er schon bemerken, daß plötzlich um ihn irgend jemand ist, kommt, um zu helfen, ihn auf dieses oder jenes aufmerksam zu machen: daß ihm der Christus gegenübertritt – er aber glaubt, irgendein physischer Mensch sei da. Aber daran wird er merken, daß es ein übersinnliches Wesen ist, daß es sogleich verschwindet. Gar macnher wird erleben, wenn er gedrückten Herzens, leidbelastet, still in seinem Zimmer sitzt und nicht aus noch ein weiß, daß die Tür geöffnet wird: Der ätherische Christus wird erscheinen und wird Trostesworte zu ihm sprechen. … Mag es auch heute noch grotesk erscheinen, aber wahr ist es doch, daß manchmal, wenn die Menschen zusammensitzen, nicht ein noch aus wissen, und auch wenn größere Menschenmengen zusammensitzen und warten: daß sie dann den ätherischen Christus sehen werden! Da wird er selber sein, wird beratschlagen, wird sein Wort auch in Versammlungen hineinwerfen. Diesen Zeiten gehen wir durchaus entgegen.«


      Wenn es dabei auch darauf anzukommen scheint, daß die betreffenden Menschen »das Auge durch Beschäftigung mit der Anthroposophie geschärft« haben (wobei ich mir dessen in Bezug auf die größeren zusammensitzenden Menschenmengen nicht sicher bin – möglicherweise genügt da auch Suggestion durch einzelne mit derartig „geschärftem Auge“?): ich finde, das kann man durchaus als ein „Verdichten bis zur äußeren Sichtbarkeit“ verstehen.

      Und jedenfalls macht MacFarlane darauf aufmerksam, daß laut Rudolf Steiner der ätherische Leib Christi eben nicht bloß in der ätherischen Welt sichtbar wird, sondern »innerhalb der physischen Welt herumwandeln« und »in der physischen Welt wirken« wird (bzw das möglicherweise jetzt bereits tut).

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    2. Steiners Erklärung der Parusie 1913 spricht allerdings von ‘vertreiben‘ aus der ätherischen Welt: “durch eine Verschwörung der materialistischen Seelen herausgetrieben ist aus den spirituellen Welten, versetzt worden ist in die sinnliche Welt, in die Menschenwelt …“ 152.72

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    3. Mit geschärftem Auge: Wache (grêgoreite, Matth.24:42, 25:13)
      www.blueletterbible.org/kjv/mat/24/1/t_conc_953042

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    4. Lieber Ton,
      vielen Dank, diese Stelle aus GA 152 hatte ich vorhin nicht gleich parat.

      Ja. Laut Rudolf Steiner mußte
      »… Christus ... erleben eine Erneuerung des Mysteriums von Golgatha, wenn auch nicht in derselben Größe wie das vorhergehende. Damals ging er durch den Tod, jetzt war es ein Hinausgestoßenwerden aus seinem Sein in der spirituellen Welt. Und dadurch erfüllt sich an ihm das ewige Gesetz der spirituellen Welt. Was in der höheren, spirituellen Welt verschwindet, das ersteht aufs neue in der niederen Welt.
      Wenn es im 20. Jahrhundert möglich ist, daß die Seelen sich heranentwickeln zum Verständnis des Mysteriums von Golgatha, so rührt es von diesem Ereignis her, daß der Christus … herausgetrieben ist aus den spirituellen Welten, versetzt worden ist in die sinnliche Welt, in die Menschenwelt, so daß auch in dieser sinnlichen Welt ein neues Verständnis beginnen kann für den Christus.«

      Und zur Matthäus-Stelle:
      Ja. Das ist der Grund für meine Vorsicht gegenüber allen Mitteilungen von equally-developed seers.
      Schließlich macht allzugroßes Vertrauen in eine spirituelle Autorität (gleich, wie vertrauenswürdig sie auch sein mag!) nunmal eher schläfrig als wachsam...

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  8. @ Ton Majoor

    Durch GA 118 -S.26- sagt Steiner:"Da werden die Menschen wahrnehmen lernen den Christus, indem sie durch dieses Aethersehen hinaufwachsen werden zu ihm"
    Siehe S.26 , 27 ff

    G.N.

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    1. Ja, bestimmt, das war 1910 (vgl. Matth.24:33: so wisset, daß es nahe vor der Tür ist). Daher heisst es zwei Sätze höher: ‘In einem solchen physischen Leibe wird sie nicht mehr kommen, denn das war ein einmaliges Ereignis.‘

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  9. @ Ton Majoor

    Seit etwa 2000 Jahren wird diese Wiederkunft auf den Wolken seitens Exoterik in die Zukunft verschoben. Steiner erwähnt eine Zeitspanne, ab der diese Wiederkunft erlebbar sein würde.
    Und diese 1940 er Jahre liegen heute längst in der Vergangenheit. Es betrifft diese heutige Zeit, und es betrifft eben nicht nur exklusiv die regulären Chelas, es betrifft auch ganz allgemein die Menschen.

    G.N .

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    1. Und wird diese Wiederkunft also ‘in der Erdensphäre‘ oder ‘auf Erden‘ erlebbar sein?
      (… das Ersterben des Christus-Bewußtseins in der Engelsphäre im 19. Jahrhundert bedeutet das Auferstehen des unmittelbaren Christus-Bewußtseins in der Erdensphäre … 152.46)

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  10. @ Ingrid : " Verdichten bis zur äusseren Sichtbarkeit" und Suggestion

    Man kann ja sehr leicht in ein bildhaftes geistiges Sschauen hineinkommen, indem man einfach vermeidet, die Konturen der physischen Gegenstände direkt anzusehen. Indem man aus den Augenwinkeln heraus - ohne direkt hin zu sehen - etwas beobachtet. Plötzlich schiebt sich ein Bild hinein, eine Erscheinung.
    Krasses Beispiel: Es gibt eine so genannte (!) "Optische Täuschung". Ob das wirklich eine Täuschung der Optik ist, soll hier nicht Gegenstand sein. Sondern es geht um folgendes:
    Ds ist eine weisse Fläche mit schwarzen Gitterkreuzen,d.hl, kleinen Kreuzen wie Pluszeichen, aneinander gereiht auf weissem Hintergrund. Die Mittelpunkte der Kreuze sind weiss, sind ausgespart.
    Wenn man dieses Bild im Ganzen anschaut, ohne den Blick direkt auf die Konturen zu richten, dann erscheinen in den weissen Kreuzmittelpunkten plötzlich schwarze Punkte.
    Doch sobald man die Konturen näher ansehen will, also diese schwarzen Punkte direkt ansehen will, sind sie weg.
    Objektiv betrachtet sind sie gar nicht da. Trotzdem erscheinen sie, sobald man mit dem Blick von den Konturen weggeht.
    Aehnliches Phänomen habe ich mal erlebt, als ich etwas geschrieben habe und gleichzeitig ein Lederetui neben mir lag, das ich aus den Augenwinkeln sah, nicht direkt sah. Plötzlich erschien da ein Bild !

    Deswegen, weil mir solche Dinge u.a. auch bekannt sind, lege ich nicht allzu viel Gewicht auf visionshaftes oder bildhaftes geistiges Sehen. Das geistige Erleben der ätherischen Welt ist ein ganz anderes geistiges Erleben.

    Ich vergleiche das am Beispiel Vorhang im Theater. Solange der Vorhang noch geschlossen ist, sieht man höchstens Bewegungen, und manchmal ragt ein Fuss unterm Vorhang hervor.
    Doch wenn der Vorhang fällt - das als Bild für Aethersehen - sehen wir die Akteure direkt.

    G.N.

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    1. @ G.N.

      Vielen Dank für diese schöne Erläuterung – ja, das ist mir schon klar.

      Das Wort „Suggestion“ war vielleicht etwas unglücklich gewählt – aber mir fällt kein glücklicheres ein.
      Was ich meinte:
      Rudolf Steiner spricht davon, daß ein Mensch, der »das Auge durch Beschäftigung mit Anthroposophie geschärft hätte«, den Ätherleib Christi würde sehen können, wie einen physischen Menschen (der Ätherleib Christi würde sich für diesen Menschen nur dadurch von einem physischen Menschen unterscheiden, daß er plötzlich wieder verschwindet).
      Und dann spricht er von den »Menschenmengen«, in denen der Christus sichtbar werden wird – wie ich es verstehe: ebenfalls wie ein physischer Mensch, mit-beratend, sein Wort in die Versammlungen hineinwerfend...

      Nun fragte ich in meiner eingeklammerten Nebenbemerkung, ob diese Menschenmengen aus einzelnen Menschen bestehend vorzustellen sind, deren jeder sein „Auge“ im geschilderten Sinne „geschärft“ hat.
      Oder ob es genügte, wenn einer oder mehrere oder viele, aber nicht alle dieser Menschen „ihr Auge geschärft“ hätten, damit auch den anderen das Sehen des Ätherleibes Christi möglich würde (ob man das dann „Suggestion“ nennen oder einen anderen Begriff dafür finden würde, darauf kommt es mir dabei nicht an).
      Ich selbst habe auf diese Frage bisher keine Antwort.

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  11. @ Ton Majoor:"Und wird diese Wiederkunft also *in der Erdensphäre* oder * auf Erden* erlebbar sein ?"

    Sie wurde mir erlebbar, als ich in einem Bewusstseinszustand mich befand, in dem die äusseren Sinne ganz normal funktionierten, in dem hinzu zu dem äusserlich Wahrnehmbaren durch spontane Funktion der inneren geistigen Sinnesorgane die ätherische Welt erlebbar wurde.
    Dieses geistige Erleben dauerte für eine Weile an, und dann ebbte es wieder ab.
    Meine Empfindung war nachher die: Wäre ich sehr viel länger in diesem höheren Wachbewusstsein geblieben, hätte das mich verbrannt.
    Durch Schlaf wachsen uns ja Kräfte nach, die wir im Wachsein verbrauchen. Wachsein verbrennt oder verzehrt Kräfte. Der menschliche materielle Leib hält nur für gewisse Zeit lang soetwas aus.

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    1. Schön, danke. Auch Ben Aharon 2007, Ch.4 n.5 (google books: g0qW9gYx-fUEC) verweist auf das Wachen in GA 130 (“sharpened his eyes”) und auf “the (etheric part of) the physical eyes”.

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    2. @Giftige Natter

      "Wäre ich sehr viel länger in diesem höheren Wachbewusstsein geblieben, hätte das mich verbrannt."

      Ja, solange die Relativität, eine gesunde Selbsterkenntnis und die Liebe gewahrt bleiben ... Die Gefahr besteht auch darin, subjektive Erfahrungen als DIE Erfahrung schlechthin zu interpretieren, man kann das sicher im Stillen für sich prüfen. Ich denke dann immer für mich selbst: Hüte man sich (und andere) vor vorschnellen eigenen Bildern und Interpretationen eines allzu persönlichen Christus-Erlebnisses....für mich gibt es übrigens auch keinen 'anthroposophischen Maitreya', ZU viele Färbungen können da eine Rolle spielen. Maitreya laut Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Maitreya
      "Maitreya (Sanskrit, मैत्रेय, Maitreya, Pali: Metteyya, chinesisch 弥勒佛, Pinyin Mí Lè Fó, vietnamesisch: Phật Di Lặc, tibetisch: byams pa, japanisch: 弥勒菩薩, Miroku-bosatsu, auch: Kubira nach skr. Kumbhīra, sino-japanische Syn.: 迷諦隸; 梅低梨; 梅怛麗, 彌勒菩薩, 梅怛藥, 梅怛邪; 每怛哩) gilt im Buddhismus als der Buddha der Zukunft und der große kommende Weltlehrer. Der Name ist wahrscheinlich vom Sanskrit-Wort „maitri“ abgeleitet, das mit universale Liebe, Güte, Freundschaft oder Freundlichkeit übersetzt werden kann.-

      Es gibt ja den Spruch im Volksmund: "Traue niemanden über dreißig!" - Nach Steiner können im /ab dem 33. Lebensjahr ganz besondere Christusimpulse im Menschen auftreten. Aber, ob die wohl auch anderes nach oben spülen? -vielleicht sogar verquere Fantasien und Marotten oder halt persönliche Strohhalme als eine Art des Sich-Sträubens ob der eigentlich heilsamen Desillusionen und Ohnmachten?....durch heftige Erschütterungen, auch Unfälle, kann ein Mensch vieles erleben oder gar 'sehen'...je nach Grad der Ersch. lockert sich mehr oder weniger der Ätherköper, so heißt es...

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    3. Der anthroposophische Maitreya wäre Paulus, wenn er damals 33 Jahre alt war:
      In demselben Feuer, das Paulus auf dem Wege nach Damaskus gesehen hat, haben wir zu sehen das wunderbare, vergeistigte Feuer, in dem geborgen wird der Leib des Kashyapa. 109.94f. und 116 f.
      vgl. philosophie-der-freiheit.blogspot.nl/2010/12/paulus-und-maitreya-bodhisattva-im.html

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    4. Oje, bei all diesen gewaltigen Ausblicken fühle ich mich seit jeher entweder überfordert, oder eingeladen, größenwahnsinnig zu werden. Es geht, nach meinem Empfinden, beim Benennen all solcher Hohen Figuren um eine Art Kalender, um eine Großwetterlage, ein Klima, unter dessen Himmeln, Sphären sich unser kleines Schicksal zuträgt. Was juckt mich denn der Cohan vom siebten Strahl, was der Maitreya usw. als Realer Mensch, der Post vom Finanzamt kriegt, oder eine stark befahrene Straße überqueren muß, um zur Arbeit zu kommen? Auch wenn die Initiation nach Beuys heute bei Aldi und Mc Donalds stattfindet, zu Beuys Zeiten erstmal nur an Hauptbahnhöfen :-)) ....
      Am Hauptbahnhof gibt es den Jägermeister, dann fühlt sich zwar mancher schnell mal den Mysterien nahe, doch auch sehr fern. Oft stören solche Dinge, Apostelgeschichten, Englische Wesen, sie locken uns in Illussorisches Pathos, und wir verpassen den entscheidenden Zug.
      Zwar liebe ich es bunt, liebe es farbenfroh und reichaltig vielfältig, die Kunst und das Leben. Es muß nicht immer strengste Armut sein, obgleich die strenge Askese, wird sie verständig angewendet, nur sensibler und sensibler für immer feinere Reize, Gesten und Nuancen macht, und ein weiser Mann sehr früh Lawinen stoppen kann, weil er rechtzeitig den kleinen rollenden Schneeball aufhebt.
      Was nun soll ich mit so Hohen Figuren, wenn ich ein freier Mensch werden möchte in einer Welt potentiell freiheitsfähiger Mitmenschen. Denn kein Mensch ist dumm! Dies habe ich in der Schule zum Beispiel gelernt, als ich dreimal sitzen blieb, und dabei wußte und spürte, was meine Lernbehinderung ist, nämlich ein individuell unangemessenes und falsches Training. Wir können Andere unterdrückem beherrschen und ihnen das falsche Training verordnen, um sie scheitern zu lassen. Wir können auch nach Trainingsmethoden suchen, die immer individueller und verfeinerter aus freiheitsfähigen freiheitsliebende Menschen machen. Dies waren - nur unausgesprochene - Gedanken, als ich als Junge dreimal sitzengeblieben war, und versuchte, zu begreifen, warum ich ein schwacher, unfreier, schlechter Mensch geworden bin, insofern ich den Maßstäben der Beurteilungen von Eltern und Lehrern und (Schul-)Gesetzgeber Folge leistete. Der Cohan vom siebten Strahl, der ein - und ausschließende Schlüsselpetrus, die machtpolitische Kultus-Klammer germanisch-fränkischer Herrschaft in der Nachfolge der römischen Caesaren, der gechannelte Weckruf irgendeines Lichtmeisters - sind auch Maßstäbe und Beurteilungen.
      Posthypnotischen Befehlen können sie gleichen. Sie rufen Neurosen auf, um sich miteinander - sich als geheiligt fühlend - zu verbünden. Neurosen? Naja, gewisse Angstverhaltensweisen, die sich so ähneln, das man sie zusammenfassend kategorisieren kann. Wissenschaftlich. Oder evoziieren, als Channeler, um mit ihnen ein Tamtam zu machen... vielleicht eine kleine Pegida, oder einer kleine Kirche der letzten Tage usw.
      Freiheit vielleicht ist eine Kommunikation der einwärts empfundenen eigenen Maßstäbe des ureigenen individuellen Vermögens ("können" und auch "haben") mit den Vielen Anderen Empfindungen und Eigenarten, mit dem Ziel, in einem friedlichen Gemeinwesen Räume zu erschließen, in denen sich noch andere Mysterien offenbaren, als Notdurft und Jägermeister und Einsamkeit an Hauptbahnhöfen, wo gut gekleidete Beschäftigte die großen teuren Züge nicht verpassen wollen, - um ihr Portmonnaie fürchten..wo ist es denn jetzt?, die Ausweise, und Kundenkarten ..? Huu...
      Es sind Zeiträume, die auch mit Philosophen, Poeten und spirituell gereiften Wesen (früher "Meister" genannt) klassifiziert werden können, die in diesen Zeiträumen "erschienen" sind, und "gewirkt" haben. "Mußte Jesus auf Klo?" fragte uns damals unser Religionslehrer, es war die kurze Tauwetterphase des zweiten vatikanischen Konzil...
      mischa butty

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    5. Hey Mischa, schöne Geschichten ;-)

      Ja, und das hier von dir "Freiheit vielleicht ist eine Kommunikation der einwärts empfundenen eigenen Maßstäbe des ureigenen individuellen Vermögens ("können" und auch "haben") mit den Vielen Anderen Empfindungen und Eigenarten, mit dem Ziel, in einem friedlichen Gemeinwesen Räume zu erschließen, in denen sich noch andere Mysterien offenbaren" - ich möchte hinzufügen: dann auch im räumlichen, täglichen Miteiander...Wäre natürlich schön im Idealfall...unangenehm und hinderlich ist eigentlich nur:
      "Du musst dies und das tun bzw. - so und so läuft der Hase zum Christus (Buddha etc)!"
      Ansonsten bin ich immer sehr neugierig und offen für die Erlebnisse anderer...

      Zur Erinnerung noch bezügl. "großer Namen" - s.o. Wikizitat:
      "Maitreya - Der Name ist wahrscheinlich vom Sanskrit-Wort „maitri“ abgeleitet, das mit universale Liebe, Güte, Freundschaft oder Freundlichkeit übersetzt werden kann."

      Also, absofort bekommen unsere „maitri“- aufopferungsvollen Postboten vor Ort sowie die Verkäuferin vom Bäckerladen aus dem Nachbarort, den Orden des Maitreya umgehängt...
      Denn tatsächlich geht es doch um das was IST und um den Menschen...

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    6. @Ton

      Interessant! Ist hier wohl eher eine Allgemein-Bezeichnung dieses 'Kashyapa-Feuers' und wohl nicht so gemeint dass Paulus der kommende Maitreya sei?

      Lustig aber - Kashyapa heißt wohl Schildkröte (jedenfalls im japanischen) ... soll wohl auch einer der sieben heiligen Rishis gewesen sein...tja, da ham wirs wieder, alles Gute kommt/kam aus dem Morgenland ;-)

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  12. Was die Schambala-Legende betrifft (s. MacFarlane, About Shambhala):
    Blavatsky erwähnte 1888 ‘the ruins of archaic towns and cities‘ (SD I, xxxii) im Tarimbecken, westlich von der Gobiwüste, an der Seidenstrasse. An der tiefsten Stelle des Tarimbeckens lag bis 1971 der Salzsee Lop Nor (‘Lob-nor‘), ein ehemaliger abflusslosen Süßwassersee. Steiner hat 1907 eine Kolonie ‘in der Nähe der heutigen Wüste Gobi‘ beschrieben (100.141, 105.151). 1935 gab es sogar noch eine Insel im Lop Nor (Bergman, Wiki/Lop_Nor).

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    1. Tarimbecken-Expedition. Wer weiss, vielleicht ließe sich ja über Sven Hedin's Entdeckungen (er machte dort auch Ausgrabungen) näheres erfahren... http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Sven_Hedin.html

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    2. Tarim: Eine größere Stadt bzw. Besiedelung gab es dort bis 400 n.Chr....und man kann sich durchaus blühende und fruchtbare Landschaften sowie regen Handel vorstellen (Seidenstraße) ... Vielleicht war so auch ein geistig-kultureller Brennpunkt enstanden und daraus entstand wiederum der Mythos des sagenumwobenen Shambhala
      http://www.heartofshambhala.com/wp-content/uploads/2014/09/Earthly-Shambhala1.jpg

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    3. Wie Blavatsky, stellt Steiner die Wüste Gobi mit ihren Oasen (‘in die Gegend des heutigen Tibet‘ 103.139) dar in Zusammenhang mit Manu, und mit dem von den orientalischen Schriften für verschwunden erklärten Land Shamballah, dem Urquell (118.130). Galiläa war ebenfalls eine Enklave mit gemischten Kulturen (93a.259).
      vgl. http://blavatskytheosophy.com/h-p-blavatsky-on-shamballa/

      Blavatsky hat in ihrer ‘Einleitung‘ (Die Geheimlehre Bd.1) bereits die Oase von Tchertchen beschrieben:
      ‘Die männlichen Mumien sind alle außerordentlich hohe kräftig gebaute Menschen mit langem wallenden Haar . . . . . Eine Gruft wurde aufgefunden mit zwölf darin sitzenden Toten. Ein andermal entdeckten wir in einem einzelnen Sarge ein junges Mädchen. Ihre Augen waren mit goldenen Scheiben geschlossen, und die Kinnladen von einem goldenen Reifen festgehalten, der unter dem Kinne beginnend über den Scheitel des Kopfes lief. Gekleidet war es in ein enganliegendes wollenes Gewand, sein Busen mit goldenen Sternen bedeckt, die Füße unbekleidet gelassen.‘

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    4. Die Bilder auf der website stammen von dem russischen Maler Nicholas Roerich:
      http://russiapedia.rt.com/prominent-russians/art/nicholas-roerich/

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    5. @Ton
      Zu Mumien - interessant, ich hatte heute morgen schon folgendes gefunden bei Wiki:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisch-Schwedische_Expedition

      "Sven Hedin fand bei Ausgrabungen am Kum-Darja ein kleines Grab mit dem Sarg eines Mädchens. Er schreibt darüber in der Erzählung Eine kleine Prinzessin, die 2000 Jahre schlief (veröffentlicht bei Eric Wennerholm, S. 201 f.):

      „Jetzt sahen wir sie, die Herrscherin der Wüste, die Königin von Lop Nor und Loulan, in ihrer ganzen Schönheit. Sie war ein etwa sechzehnjähriges Mädchen, das 2000 Jahre in seinem Sarg geschlafen hatte und noch nie in seiner Ruhe gestört worden war. Sie war in kostbare Seidenkleider gehüllt und trug eine turbanähnliche Kopfbedeckung. Wahrscheinlich war sie in der Zeit, als Loulan Handelsbeziehungen zu Indien unterhielt, aus dem reichen Land südlich des Himalaya gekommen. […] Ihre Gesichtshaut war hell, fast weiß, an den Wangen verbarg sich noch eine kaum merkliche Röte, und um die Mundwinkel spielte ein kleines zögerndes Lächeln, das eine letzte Erinnerung an das leuchtende und farbenfrohe Leben, das sie gelebt hatte, und an die Freuden verriet, die sie unter den Aprikosenbäumen in den Gärten von Loulan gekostet hatte. […] Sie hielt uns für Stunden gefangen. Verwundert stand die Sonne wie ein glühender Schild aus Gold am westlichen Himmel und schien es ebenso schwer wie wir zu finden, sich vom Anblick des schlafenden jungen Mädchens loszureißen. […] Am kommenden Morgen wollten wir sie beim Anblick der Sonne sanft in ihren Sarg betten und sie wieder der Ruhe ihres Grabes übergeben, nachdem sie eine einzige Nacht in zweitausend Jahren ihre Blicke zu den ewigen Sternen hatte hinaufsenden dürfen.“

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    6. @Ton
      Hast du noch spezielle oder allgemeine Steiner-Infos bezügl. Manu, wann soll er z.B. gelebt haben? habe ja früher viel darüber gelesen, es sind aber nur noch Bruchstücke im Gedächtnis geblieben...

      Zu: "Lop Nor" und "Loulan" (Mumienfund Sven Hedins, aber auch im Tarimbecken):
      https://de.wikipedia.org/wiki/Lop_Nor
      https://de.wikipedia.org/wiki/Loulan

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    7. Manu:
      www.anthrolexus.de/Topos/9395.html
      anthrowiki.at/Manu
      www.rudolf-steiner-handbuch.de/
      (s. auch Irland, Gobi, Eiszeit)

      Aber gerade diese Menschen, die die allerersten Anfänge dieser nach-atlantischen Fähigkeiten hatten, die am wenigsten hatten von dem Hellsehen, von den magischen Kräften, die sammelte sich der große Führer des Sonnenorakels aus allen Gegenden zusammen. Es waren die schlichtesten, in einer gewissen Beziehung verachtetsten Leute der alten Atlantis; die sammelte er sich. 109.43

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    8. Danke! --- wenn also Manu unmittelbar (?) in der sogen. nachatlantischen Epoche auftrat, dann hat man bei den enormen Zeiträumen natürlich wieder ein Recherche-Problem...da nützen also auch die Mumien der Frau Blavatsky nichts (?)....Aber wie M. Eggert eh schon andeutete, ist das alles natürlich eine mehr innere Angelegenheit, mit dem Shambhala ;-)

      Interessant dennoch was in anthro.lexus zu lesen ist...da taucht dann erneut das ICH BIN auf und zeigt eindeutig die innere Haltung, die allem Anschein nach bis heute in der östlichen Spiritualität zu finden ist. Zitat/Steiner:

      12] "Jene Menschen, die fern hinübergezogen waren (aus der Atlantis) nach Asien, die enthielten ein Häuflein, von dem die göttlich-geistigen Welten sich am meisten zurückgezogen hatten. Aber sie hatten sich eines dafür erobert, eines hatten sie sich aus dieser in tiefstes Dämmerdunkel hinabgegangenen Welt gerettet: das «Ich», das «Ich bin» – dieses, daß sie fühlten, daß in dem «Ich bin» ein ewiger Mittelpunkt ihres Wesens war, der aus der geistigen Welt selber stammte; daß alle Gestalten, die man früher gesehen hatte, sozusagen eine heilige Erinnerung bildeten, und daß ihre Stärke auf diesem festen Mittelpunkt beruhte, der ihnen geblieben war. Sie empfanden ihn noch nicht in seiner vollen Gestalt dazu war eine spätere Zeit notwendig –, aber eine gewisse Gesinnung bildete sich gerade bei denen heraus, die am weitesten fortgeschritten waren, die am tiefsten hinuntergestiegen waren, eine Gesinnung, die ungefähr so geschildert werden könnte: Das, was wir vor allen Dingen zu pflegen haben, ist, unserer Göttlichkeit uns bewußt zu sein in dem, was wir im tiefsten Inneren unserer Seele finden. Kurz, -
      es bildete sich die Vorstellung des gestaltlosen Gottes heraus, der nicht in äußeren Formen erscheint, den man in seinem innersten Wesen suchen soll; eine Vorstellung, die uralt ist in dieser Strömung, und die sich in der sich fortentwickelnden Menschheit umgebildet hat in das Gebot: Du sollst dir von deinem Gotte kein Abbild, kein Gleichnis machen. In uralten Zeiten hatte man den Gott selbst als Bild erlebt. Jetzt hatte sich das Bild in die Verborgenheit zurückgezogen, und man suchte alle Stärke aufzubringen, um den Gott aus dem Ich, wo er gestaltlos ist, in Vorstellung und Denken herauszuholen, eine Idee, eine Kraft des Gottes zu fassen und zu fühlen. Das aber war nicht sofort möglich; in den ersten Zeiten der nachatlantischen Kulturen war die Erinnerung an das, was man verloren hatte, noch zu stark." [13]

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    9. Ja, zum Ehepaar Roerich schreibt Prokofieff tatsächlich ausführlich und eskalierend. Vermutlich waren das wirklich sehr dubiose Gestalten, auch im Sinne von Geheimdienst- Mitarbeitern.

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  13. Ich war ziemlich beeindruckt vom Kitsch auf Mac Farlane's website, im Besonderen von der pink-blauen Shamballa Illustration am header jeder Seite, von Mac Farlane mutig als 'art work' bezeichnet.
    Sehr kitischig auch die naiv blond -blauäugige Christus?-Darstellung.
    Da sich das Christus Wesen im physischen Leib eines wohl dunkelhäutigen und dunkelhaarigen Jesus inkarniert hat, frage ich mich, ob der blond-blauäugig Strahlende nun MacFarlane's Vorstellung vom ätherischen Christus ist.
    Gerade gestern habe ich eine Dokumentation in Spiegel-online gesehen: Die Nationalsozialisten hatten 200.000 blonde und blauäugige Kinder in Waisenhäuser gesteckt, 19.000 davon wurden mit der Intention, die zukünftige reine deutsche Rasse zu erschaffen von SS-Offizieren mit deutschen Frauen außerehelich gezeugt, der Rest waren geraubte Kinder von verschiedenen europäischen Ländern und der Ukraine. Es gab nach dem Krieg Rückführungen geraubter Kinder, viele aber, die nicht wissen, wer ihre Eltern waren, bleiben bis heute tief entwurzelt, ohne Boden.
    Die anthroposophische Version des zufünftigen 'kulturtragenden' Menschen ist bei weitem nicht so pervers wie die nationalsozialistische, scheint mir aber ebenso ideologisiert.

    Verschiedene Artikel dieser website finde ich lesenswert und das Niveau der Texte besser als das kitschige layout. Die „anthroposofical missleading thoughts“ interessant.

    Ich dachte immer, die Weihnachtstagung sei gescheitert und Steiner frustriert über deren Ausgang gewesen. Mac Farlane sieht das so: “The Conference, then, proved to be a unique and significant success. For the first time in world history, there now existed a free association of individuals who were gathered together in a fully-public society that was administratively directed and collectively inspired by the supernal forces of esoteric Christianity.“

    Somit ist das esoterische Christentum Essenz der Anthroposophie – lese ich das richtig?

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    1. „Somit ist das esoterische Christentum Essenz der Anthroposophie – lese ich das richtig?“

      Hier zwei mögliche esoterisch-christliche Essenzen (Inhalt und Methode) bei Steiner (1910 und 1911):

      “Das Christentum mußte zunächst die Wiederverkörperungslehre fallen lassen. Es enthielt zwar diese Lehre im Esoterischen, aber um gewisser weltpädagogischer Gründe willen konnte sie nicht in das exoterische Christentum [Petrus] aufgenommen werden. Dagegen war diese Lehre ein besonderes Grundprinzip des Buddhismus, dort allerdings verbunden mit der Lehre vom Leiden [Gautama, Maitreya], die wiederum zu überwinden gerade das Christentum [Paulus, Johannes, Mani/Manes] zur Aufgabe hatte.“ usw. 118.86

      “Ungefähr das Jahr 1250 ist die Zeit, in welcher die Menschen [Scholastik] dazu kommen mußten, die Grenze zu ziehen zwischen dem, was man glauben muß nach dem Eindrucke, den die überkommenen Überlieferungen machten, und dem, was man erkennen kann ….
      Für die neue Form der Hellsichtigkeit [Imagination] mußte die abendländische Esoterik streng das Prinzip aufstellen, daß Einweihung [Inspiration] die geistigen Ohren und geistigen Augen zu führen habe. Damit ist die besondere Aufgabe charakterisiert, welche sich eine in Europa in die [naturwissenschaftliche] Kultur eintretende esoterische Strömung [Rosenkreuzertum] stellte.“ usw. 15.58 (vgl. 13.405 f.)

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    2. Somit ist das esoterische Christentum Essenz der Anthroposophie

      Meine Formulierung wäre:

      Somit hat die Anthroposophie die Essenz des esoterischen Christentums exoterisch zugänglich gemacht (erfunden/begründet hat Steiner das esoteische Christentum sicher nicht)

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    3. Vielen Dank für eure Antworten!

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  14. Interessant auch Mac Falane's Beschreibung des Hüters der Schwelle und Doppelgängers.
    Die Kräfte, denen Steiner die Form 'Der Hüter der Schwelle' gibt, werden bereits im Tibetischen Totenbuch ausführlich beschrieben, wenn auch noch nicht so individualisiert wie in der Anthroposophie. Der (praktizierende)Tibeter sieht sein ganzes Leben als Vorbereitung für diesen Übergang und die darauf folgende Begegnung mit den furchterregenden Mächten.
    Mac Falane beschreibt die Dimension, die die Begegnung mit dem 'Hüter der Schwelle' für den initiierten CHRISTEN hat. Da er wiederholt vom initiierten Christen (und nicht Menschen) spricht, nehme ich an, dass er sich im religiösen Kontext aufhält.

    Für mich bedeutet 'initiiert', alles zu verlieren, sämtliche Vorstellungen, Hoffnungen, Emotionen, Imaginationen aus dem kollektiven Bilder-Reichtum einer bestimmten Kultur. Deshalb ist für mich Initiation kultur- und somit religionsunabhängig.

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    1. Vielen Dank für die Differenzierung betreffs "Kitschige Bilder"! Ich mache oft die "Differenzierungs-Übung", und frage mich selber "Gut, die Empfindung ist 'Kitsch'! Nun artikuliere mal aus,auf welche Weise. Damit es kommunizierbar wird!" und, liebe Friederike, exakt... das ist es, dieser Fantasy-Roman.Jesus, Cheeses, der Christus, mit blondem Käse gesalbet! In einem Comicmagazin mit erotischem Tatsch wäre der ganz ok.. wer das mag..? Klar.

      Schau, mir ist soviel seit ich Ende 2008 Internet habe, hinsichtlich der "Anthroposophie" aufgegegangen, wo ich - zuvor - dachte, "ich hab das wesentliche (den anarchistisch, ethischen Individualismus) verstanden, und kann 'Anthroposophie' weitgehend ad acta legen, Eurythmie-Meister oder Hellseher werd ich eh nimmer, zuviel Zigaretten geraucht und zuviel Jugend-Klön-Bier getrunken , zu 'materiell' und zu sehr Genußmensch" .. Pustekuchen. Anthroposophie interessierte mich plötzlich wieder auf ganz andere Weise, und da ich sie nun mal kenne und kannte, mit ihr mal "gegangen" war .. gehe ich diesen Interessen ein Stück weit nach.

      Reinkarnation, Homöopathie, Sterndeutung, Wasser, Wald und Wiesenwanderungen mit Kräuterkocherei etc. all diese Glasperlenspiele einer Subkultur, die schon zu Steiners Lebzeiten ihre munteren Anfänge hatte, machen mir keinen Spaß mehr, weil überall längst neurechte Internetmentoren ihre Hand drauf haben, mit pegidaphilen oder verhüllt bis offen antisemitischen Anhängertrauben.

      Oft genügt dem "ausgebildeten", weil längst abgebrühtem Skeptiker, einer Seite erstmal den Puls zu fühlen, man sieht einen Fantasy-Christus, be-lond und be-lau-äugig.. und wer weiß, welche Assoziationen sich ergäben, würde man jetzt akribisch weiter recherchieren. Denn, klar, wir sollten nicht zu früh pauschalisieren. Mac Falane ist nur katholisch geworden. Es muß ja nicht immer so weit gehn.

      Allerdings traten, wenn man der Spur gewisser stilistischer Merkmale folgte, bei Autoren, die ähnliche Aufmachungen mochten, Zusammenhänge zutage, die ein Stilelement oft zu einem Indiz eines sehr monotonen Hintergrundes werden ließ. Als führe jede "schiefe Bahn" immer in den selben Graben.

      By the way: Ich schweige bei Debatten über Strömungswissenschaften, homöopathische Arznei, alternative Medizin, Konstellationen, und auch über "Anthroposophisches' inzwischen längst aus politischen Gründen. Etwa bei "FB". Weil ich, erstens nicht als Verschwörungstheorie-Liebhaber gesehn werden will, und weil ich, zum zweiten, nicht Fans anziehen möchte, die mir zuzwinkern, und die entsprechenden Codewörter zuflüstern, die z.B. beim Kopp-Verlag vermittelt werden, usw.

      Es ist, als hätte sich dasGelände abgesenkt, auf welchem man in den 80ern und frühen 90ern noch bedenkenlos und auf individuellem Selbstfindungs-Trip herumgurken- und herumstapfen konnte, und jetzt lägen überall uralte und auch nicht ganz so alte Minen herum, die wieder scharf sind, doch dafür auch entschärft und eingesammelt werden können. Vieles muß jetzt diesbezüglich sehr differenziert werden. Nur, mit hüfpfen ist es erstmal vorbei, mit herumtollen. Man ist ganz neu sensibilisiert durch die Entwicklung der letzten Jahre, an denen das Internet maßgeblich beteiligt war.. da gibt es .. Die Vernetzung der Stammtische einerseits. Die Performance esoterischer Spezialisten andrerseits... Ich laß den Hauptverkehr an mir vorbeiziehn ..bevor ich Straßen überquere

      mischa butty

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    2. Nach Jung geht – im Gegensatz zum Tibetanischen Totenbuch – “der Europäer …gewissermassen in umgekehrter Bewegungsrichtung bis zur Schwelle des Geburtlichen bzw. Vorgeburtlichen…“.
      (Gerhard Wehr, 1972, S. 193, GzP-Yf2-25QC).

      Prokofieff hat 1994 seine ‘Leseerfarungen‘ (Zander) mit den Hütern der Schwelle, dem Rosenkreuz und dem Grundstein beschrieben im Introduction (Rudolf Steiner and the Founding of the New Mysteries, 84425u8svkIC).

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  15. McFarlane,selber a retired high school art teacher, bemerkt:
    I designed the header artwork for this website by carefully and respectfully transforming an evocative painting entitled, “Song of Shambhala,” by Russian artist, Nicholas Roerich (1874-1947). Und gegen Roerich hatte Prokofieff sich 1993 gewehrt (vgl. Englisch: p4NJbN1BDzoC).

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    1. Hier der Pinterest- Link zum Roerich- Museum: private Fotos, Dokumente, Malerei und die Orte seiner Reisen: https://www.pinterest.com/roerichmuseum/

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    2. ...Michael, kannst meinen link (gen russia) auch löschen, wenn er zu 'heiß' ist...

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    3. RT? Bei mir sicher nicht beliebt, aber der Beitrag ist sachlich, nichts zu beanstanden.

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  16. Hallo Michael,

    Two weeks ago I commented on Ron McFarlane’s article about “The Tragedy of Sergei Prokofieff.”
    http://www.heartofshambhala.com/?p=145

    Here is my comment and his reply:

    =========================

    October 15, 2015

    Hello Ron,
    You and I live in the same time zone: me down here in LA-LA Land and you up North from me in BC. Yet I just discovered your website though a blog in Germany. Michael Eggert in Duesseldorf has published the Egoisten blog for the last 10 years and here is his article about you.
    [The Egoisten link]
    I have a question for you about your analysis of Sergei P. How is it that you failed to mention the Anthroposophical Stigmata girl, Judith von Halle, whose existence and teachings consumed Sergei P for the last 2 years of his life? Indeed there are some who claim that his obsession with Judith von Halle and her followers may have actually hastened his early death.
    =================

    October 30, 2015
    Greetings Tom,

    Thanks for pointing out the German blog site, “Egoisten,” that has been discussing some of my website articles. Unfortunately, the Google translation of the German is rather poor, and therefore difficult for me to read and follow. In any case, I hope that I have stimulated some thoughtful discussion on the “other side of the pond.”

    As to your question about Prokofieff’s critical preoccupation with alleged stigmatist Judith von Halle prior to his death, I thought I could best share my own perspective of this controversy by posting a new article on my website, entitled “De-Mystifying the ‘Mystical Stigmata’ of Judith von Halle.”

    Sincerely,
    Ron
    ====================

    Now here is his brand new article about JvH entitled:

    De-Mystifying the “Mystical Stigmata” of Judith von Halle

    http://www.heartofshambhala.com/?p=406

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Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

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