Der Geruch der Freiheit, oder: So wie es ist

In dieser Hinsicht - wie Freiheit riecht- gibt es vermutlich so viele Ansichten wie darüber Auskunft gebende Personen. Ich beziehe mich auf ein bestimmtes „perfume“, das Francis Lucille wahrnimmt, als er etwas wie einen Einweihungsvorgang beschreibt. Er nimmt dazu in seinem Buch The Perfume of Silence immer neue Anläufe. Längst hat er gängige Hürden wie vorhandene Denkmuster und feste Vorstellungen vom Göttlichen oder Geistigen abgelegt. Auch die falsche Devotion - die gegenüber einem Fetisch, einer Vorstellung von einer Person oder einem Gott, einer Ideologie - ist gewichen. Lucille beschreibt einen Zustand in einem Stadium tiefer Ausgeglichenheit, einem „happy state“, in geistiger Selbstwahrnehmung als - nach Lucille- wahres Ich.

Aber subjektiv besteht die Erfahrung auch in einem Erlebnis innerer Freiheit und Unabhängigkeit. Lucille selbst nennt es etwas verwegen, aus dieser Freiheit heraus nun auch noch nach etwas „göttlichem Glück“ zu verlangen: „To want a divine experience of pleasure on top of freedom“. Ja, das ist ein wirklich egoistisches, aber nachvollziehbares Verlangen.

Lucille, der also so weit gegangen ist, wird an diesem inneren Wende- Punkt noch strenger als sonst- es geht ihm nicht um situative „Erleuchtung“, sondern um ein Stadium ständiger innerer Begleitung, um das „perfume“, das permanent ist, und auch nur dann, wenn permanent, real: „It is not something that comes and goes. There is a sense of freedom, a perfume. What really matters is that which is permanent.“ Lucille weiß sehr genau, wie schwer es ist, die eigene Konventionalität rational, aktiv und bewusst zu übersteigen, und über den Tellerrand der Ich- Bezüglichkeit hinaus zu schauen. Aber er verlangt mehr: die innere Präsenz ist im Hintergrund permanent spürbar, als offene, improvisierende Kraft. Anthroposophisch ausgedrückt: Lucille spricht von der inneren Nähe zum Geistselbst.

Das einzige Problem, die eigene Entität zu erfahren, ist nach Lucille die uns dazu fehlende Distanz; wir nehmen nur wahr, was wir zum Objekt machen können, und was im Fall der Selbstwahrnehmung versagt: „This true “I” is not itself a perception or a thought. It is too close to be perceived. We can only perceive something that is at an apparent distance. That which is at a zero distance from the perceiving reality can never be perceived.“

Dann gibt es bei Lucille eine weitere Wandlung, schon ganz inmitten der inneren Stille; er entwickelt eine Qualität, die er Welcoming nennt- eine vollkommene Akzeptanz und Ergebenheit ohne jede Sentimentalität oder Selbstbezogenheit, aber in aktiver Zurückweisung von Widerständen: „In fact, welcoming is not an activity. It may appear to be so in the beginning, because it seems that a certain effort is required to allow, rather than reject, certain unpleasant aspects of our experience. However, as we become more established in welcoming, we realize that welcoming involves the cessation of the activity of resistance, rather than the initiation of any further activity. It is the allowing of everything that appears within the field of consciousness just to be as it is.“ 

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Zitate aus: The Perfume of Silence by Francis Lucille

Kommentare

  1. "er entwickelt eine Qualität, die er Welcoming nennt- eine vollkommene Akzeptanz und Ergebenheit ohne jede Sentimentalität oder Selbstbezogenheit, aber in aktiver Zurückweisung von Widerständen"

    Das ist ja der Aspekt, den die meisten Lehrer aus dieser Ecke mehr oder weniger teilen und dem ich wiederum inzwischen mit zunehmender Skepsis begegne: Würde/könnte er "Welcoming" praktizieren in extremen Lebenssituationen oder ausschließlich vor allem in den alltäglichen kleinen Ärgernissen eines Bürgers in einem reichen Land...? Die Aussage von Marx "Das Sein bestimmt das Bewusstsein" gilt auch für die "erleuchteten" Lehrer.

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    1. ja, Rainer. Und das "in aktiver Zurückweisung von Widerständen" wird dann nur am "Sein" des sogen. Alltags praktiziert? Sind also rein Spirituelle gar die größeren Egoisten oder nur 'andere Egoisten'?

      "Otto Normal" gehts ja oft nur um notwendiges Kräftehaushalten und Bewältigen des sogen. Alltag in Beruf, Familie, soziales Leben usw. - im Spagat. Und somit manchmal auch nur darum - bei den vielen täglichen Allerleis, Auf und Abs (auch Ärgernissen) - zwischendurchmal seine Ruhe haben zu wollen, die man als solche bitte nicht abwerten sollte ;-) und überhaupt - genieße den Augenblick...

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  2. "Und das "in aktiver Zurückweisung von Widerständen" wird dann nur am "Sein" des sogen. Alltags praktiziert?"

    Das war meine Frage, die sich wahrscheinlich nicht klar beantworten lässt. Alle diese "spirituellen Aussagen" werden meistens in einem Satsang (oder in Meditation) gemacht: Da sitzen die Lehrer nicht nur satt im Warmen, sondern befinden sich eben auch unter vielen, gebildeten Menschen. Da diese Aussagen aber grundsätzlich etwas überpersönliches sowie den Anschein von Allgemeingültigkeit haben ("Das Sein ist...Das Leben ist...") entsteht hier mein Zweifel - es gibt allerdings auch Lehrer, die unter extremen Umständen so sprechen/erfahren konnten, z.B. E.Tolle in seiner Obdachlosigkeit.

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  3. Da kommen dann, gerade bei weniger gebildeten Menschen, aber nicht nur bei denen... die Siddhis ins Spiel! Wenn ich erstmal so weit bin, daß ich durch Wände geheh kann, und mich von Lichtnahrung sättige, und nackt bei Minusgraden im Schnee sitzend auf dem Rücken die Wäsche meiner Schüler trocke, und außerdem Gold machen kann (psst!), tja, dann.. Ich habe gerade als Teenager auch mit so Gedanken gespielt, ob ich durch spirituelle Entwicklung zwar nicht durch Wände gehn (Supermän und so), aber intelligenter werden könnte und daher vielleicht reich werde! In Esokreisen, gerade in USA, wo man eh krass der calvinistischen Prädestinationslehre huldigt, hat jeder, der arm ist, einen sehr niedrigen sozialen Stellenwert, weil "Einweihung" automatisch be-"meisterung" der eigenen existenziellen Frage.. mit sich bringen müssen soll!
    Bescheidener diese Empindungen verfolgend, komme ich zu einem anderen Schluß: Das Ertragen und Erdulden von Beengung, der Soziale Schmerz, und darin ein Mitempfinden kultivieren, mit Anderen. Obwohl es einem - auch - schlecht geht. Da sind wir eher wieder bei einem "katholischem" Ideal. Was deswegen kein schlechtes ist. Es kann nicht jeder reich werden. Und auch nicht jeder lehren. Und trotzdem, ohne reich sein, ohne "Guru" zu sein, kann der Mensch "wissen", und insgeheim seinen Weg gehn. Allein. In Stille. Das ist das schwierigste, nicht wahr?
    m.butty

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  4. Die für mich entscheidende Frage in dieser Thematik lautet, knapp gefasst: Ab wann wird das "Welcoming", die Lehre vom "Annehmen, was ist" zum spirituellen Ideal (wodurch immer eine künstliche Gelassenheit erzeugt wird).

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    1. Ich glaube man kann es eben nicht üben und lehren und lernen, dieses "Welcoming". Das Leben selber wird da der beste Lehrmeister sein, dann wenn man oft genug "gestorben" ist und sich so ohnmächtig empfand daß man sich entweder aufgibt oder merkt daß immer wieder sterben nicht tötet ;-). Was sich dann einstellt mögen die einen Resignation nennen, die anderen es als das "Welcoming" empfinden das hier wohl gemeint ist. Den Unterschied macht nur das eigene Empfinden aus.
      Aber das zu üben, lernen zu wollen, das ist, jedenfalls meiner Meinung nach, nicht wirklich möglich. Das stellt man dann spätestens in der nächsten Lebenskrise fest.

      Tanja

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    2. Bis zu diesem umfassenden Annehmen muss ja nun schon einiges geschehen. Den Rest arrangiert das Schicksal schon selbst. Bei Steiner war die Einweihung von Anfang an mit dem Erleben von "Wesenheiten" zu tun, was durchaus eine Besonderheit ist: "Der Mensch beginnt nach der Einweihung, aus dem gewöhnlichen Traumschlaf heraus zu erwachen; es ist, als ob er sich erhoben fühlte aus einem wogenden Meer von flutendem Licht und Farben. Und lebendige Wesenheiten sind diese flutenden Farben, dieses schimmernde Licht. Dies Erleben im bewußten Traumschlaf überträgt sich dann auf das ganze Leben im Tages-Wachbewußtsein; diese Wesenheiten lernt er auch im Alltagsleben sehen." (283)
      Ansonsten heißt bei Steiner das "Welcoming" "opferwillige Hingabe": "Dieses Gefühl aus- und hinfließender Seligkeit ist auf dem devachanischen Plane untrennbar verknüpft mit dem Verluste des Selbst, der inneren Ich-Kraft. Wir würden zerfließen, wenn nicht eine andere Gefühlsnuance hinzutreten würde. Das ist die, die man in der Geheimwissenschaft das Gefühl der opferwilligen Hingabe, der Opferfähigkeit nennt. Wenn er aber mit dem Gefühle sich durchtränkt: Ich will ausströmen lassen, was ich mir erworben habe –, dann bewahrt er sich im Devachan vor dem Zerfließen, vor dem Vergehen." 108.29f

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    3. Wenn er aber mit dem Gefühle sich durchtränkt: Ich will ausströmen lassen, was ich mir erworben habe –, dann bewahrt er sich im Devachan vor dem Zerfließen, vor dem Vergehen.
      Das deckt sich mit diesem Bild: Das Bewusstsein als Sonne

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    4. @ Tanja, Michael - ja, damit kann ich etwas anfangen, danke.

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    5. @ Rainer
      "Ab wann wird das "Welcoming", die Lehre vom "Annehmen, was ist" zum spirituellen Ideal (wodurch immer eine künstliche Gelassenheit erzeugt wird)."

      Hat Tanja u.a. sehr schön beantwortet, finde ich, da ist doch viel wahres dran :-)
      Und vielleicht ensteht das Künstliche (oder gewollte) dieses Ideals ja dadurch, dass man zu früh und forcierend ins Innenleben eingreift? ich bin mir nicht sicher, nur son Gefühl (vielleicht ja weil das äußere Leben ZU schmerzhaft ist? oder weil man meint auch das welcoming ließe sich mal eben so kaufen wie im Supermarkt?) - eben ohne diese tiefgehenden Erfahrungen des Lebens gemacht zu haben, gewisse Ohnmachten usw.

      "Erdulden von Beengung, der Soziale Schmerz, und darin ein Mitempfinden kultivieren" - da ist viel dran, Mischa...obwohl auch ein Kultivieren für mich schon fast zu künstlich klingt....ich denke es bricht irgendwie herein, sobald vielleicht der "Schwäche-Spalt" geöffnet ist oder/und das Ego genügend durchlichtet, durchkreuzt wurde? (siehe i.d. Z. auch die Geschichte des Prinzen Siddharhta, was mit ihm geschah als er seinen Palast verlies - seinen goldenen Käfig)....Mitgefühl ist sicher die Folge und vielleicht ja sogar das wahre Glück in einem Menschenleben :-)

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    6. ".obwohl auch ein Kultivieren für mich schon fast zu künstlich klingt....ich denke es bricht irgendwie herein, sobald vielleicht der "Schwäche-Spalt" geöffnet ist oder/und das Ego genügend durchlichtet, durchkreuzt wurde?" Von wirklichem, echten Mitgefühl kann man doch erst dann sprechen wenn man sich selbst zeitweise ganz vergessen und "durch die Augen des anderen sehen" kann. Solange man sich nicht in den anderen hineinversetzen und seinen eigenen Standpunkt verlassen kann bleibt Mitgefühl eine Selbsttäuschung oder Lüge. Mitgefühl zeigen ist was vollkommen anderes als mitfühlen. Mit dem ersten füttert man immer sein Ego, das zweite kann auch verdammt weh tun und runterziehen. Aber ich glaube in jedem Fall läßt es einen lebendiger fühlen als gezeigtes, also zur Schau gestelltes Mitempfinden.

      Tanja

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    7. Man muß eben hinnehmen, daß man, je näher man der Wahrhaftigkeit (Identität, die dann natürlich auch nichts "völkisches" mehr braucht) kommt, und sich nicht mehr wehren möchte, von hier und da gern mal als Heuchler hingestellt wird, und wenn gar Schwäche hinzutritt, wird mancher für einen Schauspieler ausgeschrien. Wenn diese sozialen Aggressionen und Kommentkämpfe, die Schicht der Zivilisation ist oft dünn, bewußt würden, spräche man von einem "Kultivieren". Von einer Kultur, die auch Rücksichtnahme miteinschließt, ohne das Spontane auszuschließen. Man kann diese Dinge auch wortlos leben, oder anders benennen. Und man kann auch für Wahrhaftigkeit eintretend Schwächere schützen vor Übergriffen. Man wird, und das ist das Wesentliche, immer eins mit dem Augenblick. Und sieht, wie manche nicht wissen, was sie tun, ... Das umfassende Annehmen ist das Sich Annähern an die Wahrhaftigkeit. So nenne ich es. Hier bleibt immer weniger verborgen. Und das ist in jedem Fall Schmerz. Doch auch immer wieder durchaus Erlösung. Vielleicht ist "auf dem physischen Plan" jede Erlösung zum Wahrhaftigen ("Sonne") hin auch ein Schmerzerlebnis.
      butty

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    8. vielen Dank Stephan, interessanter Artikel.

      Und um vom Schmerz zur Liebe zu kommen, braucht es ja auch nicht viel.

      Dazu R. Steiner:

      "Eine zweite Grundkraft ist die Liebe. Niemandem fehlt sie, immer ist sie da, sie kann nicht ausgerottet werden. Wer glauben würde, daß der größte Hasser, der größte Egoist keine Liebe habe, ist im Irrtum. Das zu denken ist durchaus falsch. Die Liebessehnsucht ist immer und immer hier vorhanden. Mag es sich um Geschlechtsliebe handeln oder um Liebe zum Kinde, oder zum Freunde, oder um Liebe zu irgend etwas, zu einem Werke, immer ist sie da. Sie kann nicht aus der Seele herausgerissen werden, weil sie eine Grundkraft der Seele ist. Aber so wie der Mensch die Luft zum Atmen braucht, so braucht er das Liebeswerk, die Liebebetätigung für seine Seele. Ihr Gegner, ihre Behinderung, ist der Egoismus. Was tut aber der Egoismus? Er läßt die Liebe nicht hinauswirken, er preßt sie in die Seele hinein, immer und immer. Und wie beim Atmen die Luft ausströmen muß, damit der Mensch nicht ersticke, so muß die Liebe ausströmen, damit die Seele nicht ersticke an dem, was gewaltsam in sie hineingepreßt wird. Besser gesagt: die Seele verbrennt an dem eigenen Liebesfeuer in sich selbst und geht zugrunde." (Lit.: GA 127, S. 187)

      Liebe und Weisheit

      "Es ist ein wahres Wort: die Liebe ist das höchste Gut. Aber sie kann auch die unheilvollsten Folgen haben. Im alltäglichen Leben sieht man das, und ich erzähle hier ein Beispiel, das erlebt ist. Eine Mutter hat ihr Töchterchen sehr geliebt, und aus Liebe hat sie ihm alles hingehen lassen, was es auch getan hat. Sie hat es nie bestraft, hat ihm jede Laune erfüllt. Eine Giftmischerin ist das Töchterchen geworden, und aus Liebe ist es dies geworden. Liebe muß mit Weisheit gepaart sein, sie muß eine erleuchtete Liebe werden, dann erst kann sie wahrhaft gut wirken. Die theosophische Lehre ist berufen, ihr diese Weisheit zu bringen, ihr diese Erleuchtung zu geben. Und wenn der Mensch in sich aufgenommen hat, was über die Weltentwickelung, über dieses scheinbar so weit, so ferne Liegende gesagt und gelehrt wird, was über den Zusammenhang des Menschen mit dem Makrokosmos mitgeteilt wird, dann wird der Mensch so werden, daß seine erleuchtete Liebe sich dem Nebenmenschen gegenüberstellen wird, um in ihn hineinzusehen, ihn verstehen zu können, und so zur erleuchteten Menschenliebe zu werden. " (Lit.: GA 127, S. 187)

      Liebe meditiert

      Man stelle sich zwei Gläser vor; das eine ist leer, das andere ist zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Indem man nun Wasser aus diesem Glas in das leere Glas gießt, wird es nicht leerer, sondern es erfüllt sich selbst immer mehr mit Wasser, je mehr man aus ihm ausgießt. So ist auch die Liebe - je mehr man sich selbstlos verschenkt, desto reicher, desto erfüllter wird man innerlich. (Lit.: GA 136, S. 58ff)

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  5. Michaela @ Tanja : "Welcoming"

    Hallo Tanja, weil Du es bist hier ausnahmsweise mein allerletzter Kommentar auf diesem Blog.
    Du siehst das mit den "Lebenskrisen" sehr klar. Was "Welcoming" und das Helfen von Menschen betrifft, die in Not sind, so ist das eine feine Sache. Nur wäre solches Helfen NICHTS, wenn es nicht aus Freiwilligkeit heraus käme.
    Würde jemand gewaltsam dazu gezwungen, anderen zu helfen, wäre das Helfen nicht sein eigenes moralisches Verdienst.

    Demokratie ist, wenn das Volk der Souverän ist, den die Politik nach seinem Willen fragt.

    Es gibt einen wahren Erkenner. Einen Schwarzen, Afrikaner,in Kamerun geboren. Sein Vater war Militärattaché in Bonn. Dieser Erkenner studiert Jura in Potsdam, und er bedankte sich bei den Deutschen für das, was er bekommen hat. Der liebt offenbar Deutschland. Und er stellte eine Diagnose. Deutschland sei tot, es müsse "wieder auferstehen".

    Es geht um die Lebenskrise des deutschen Volkes, nicht nur um Lebenskrisen Einzelner.
    Hat die Politik jemals das Volk befragt, ob es den Euro wollte ? Nein, nein.
    Hat die Politik das deutsche Volk befragt, ob es Massen von Flüchtlingen will ? Nein, nein.
    Dieses Volk ist längst tot, denn es will nicht nachdenken über den Wert der Freiheit, der Freiwilligkeit, des Gefragtwerdens.

    Sind diese Brüsseler Bürokraten demokratisch gewählt ? Nein, nein.

    Deutschland liegt im mystischen Tode. Es liegt wie Schneewittchen im gläsernen Sarg, und nur eine ERSCHUETTERUNG zusammen mit wenigstens dem Glauben an den ätherischen Christus kann es erwecken. Deutschland hat unbewusst die Schwelle überschritten, und es wird entweder wach werden für die existenzielle Frage, oder es wird real sterben.

    Was bedeutet es denn, wenn die syrische Intelligenz auswandert ? Es bedeutet die Enthauptung Syriens und die Destabilisierung Mitteleuropas.
    Wir müssen kapieren, dass es heute längst nicht mehr um "rechts" und "links" sondern um unsere Freiheit und um Frieden geht. Steiner weist durch GA 174 b,Seiten 30 bis 37 darauf hin, worum es geht. Was passiert, wenn ein Damm gebrochen ist ?
    Wann kommt der ganz grosse Biber ?

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    1. @ Michaela,
      das "Welcoming" von dem Francis Lucille spricht, hat mit der aktuellen schwierigen innerpolitischen Lage (sowie dem "welcome refugees") nichts zu tun.

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  6. "Hallo Tanja, weil Du es bist hier ausnahmsweise mein allerletzter Kommentar auf diesem Blog." Oh, danke :-) !
    Zu dem was du noch schreibst kann ich nur sagen daß mir jegliches nationale Zugehörigkeitsgefühl abgeht. Ja, mir kommt es sogar irgendwie seltsam vor wenn ich mir bewusst mache daß ich eine Frau bin, und dann noch die von x und Mutter von y und z. Und manchmal ist es auch komisch wenn ich jemanden meinen Namen rufen und mich antworten höre.
    Deshalb kann ich hier wohl auch kaum wirklich mitreden. Für mich existieren nur einzelne mit ihren ganz individuellen Lebenskrisen (aber natürlich auch Lebendfreuden). In eine Lebenskrise des deutschen Volkes kann ich mich nicht reinversetzen. Wer weiß, vielleicht fehlt mir da was, aber jede Volkskrise ist für mich ein Stellvertreterschauplatz der Krisen einzelner.

    Tanja

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  7. Wenn ich "das Volk" höre, oder "wir, die Bürger", dann geht es mir augenblicklich geistig an den Kragen. Es wie die Kugel im Western, die einen noch nicht trifft, aber durch Hutkrempe und Hut hindurchpfeift. "Aufsitzen und Abhaun. Sie kommen mal wieder! In die Verstecke!"
    Auch glaube ich nicht, daß viele Einzelnen geschlafen haben. Leben ist nicht immer nur laut.
    Unruhe wird verbreitet, um das Wild aus dem Wald zu locken.
    Michel de Montaigne sagte: " (...)die Ansteckung im Gedränge sehr gefährlich. Man muß die verderbten Menschen entweder nachahmen oder sie hassen. Beides aber ist gefährlich, sowohl daß man sie nachahme, weil ihrer so viele; als so viele zu hassen, weil sie uns unähnlich sind. Und haben die Kaufleute recht, welche Seereisen tun, darauf zu sehen, daß keine liederlichen Menschen, Gotteslästerer oder andere Bösewichter mit ihnen ein Schiff besteigen, weil solche Gesellschaft Unglück bringt. Daher sagte Bias gar treffend zu einigen Menschen von solchem Schlage, die in einem wackern Seesturm mit ihm auf einem Schiffe sich befanden und die Götter um Hilfe anflehten: »Haltet doch 's Maul,« sagte er, »damit sie nicht merken, daß ich euch bei mir habe!« http://gutenberg.spiegel.de/buch/essays-6733/7
    Da ist im Augenblick nichts Gutes im Gange. Doch meine Koffer sind gepackt. "Miles from nowhere.." /
    butty

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  8. Also Chit (Reinigung)-Ananda (Erleuchtung)-Sat (Einweihung), siehe wiki/Sat-Chit-Ananda und 51.215 f.

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    1. "Die pythagoreische Schule unterscheidet drei Stufen: 1. Die äußere Wahrneh- mung (bei den Indern) Chit; 2. das Pleroma (bei den Indern) Ananda; 3. die Sphären- harmonie (bei den Indern) Sat. Dies sind die drei Stufen der Erkenntnis bei dem Cu- sanus*: 1. Das Wissen; 2. das Überwissen oder die Beseligung; 3. die Vergottung. Die- ses Wahrnehmen der ganzen Welt bezeichnen die Pythagoreer als Sphärenharmonie. Das ist das Widerklingen des Wesens der Dinge in der eigenen Seele des Menschen. Da fühlt er sich vereinigt mit der Gotteskraft. Das ist das Hören der Sphärenharmo- nie, des schaffenden Weltgesetzes, das ist das Verwobensein mit dem Sein der Dinge, das ist das, wo die Dinge selbst reden, und die Dinge sprechen durch die Sprache sei- ner Seele aus ihm selbst heraus. Dann hat er erreicht, wovon der Kusaner sagt, daß keine Worte fähig sind, dies auszudrücken." RS GA 51.214f

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    2. Der Cusanus* ist der Nikolaus von Kues, der Kusaner
      https://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Kues

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    3. Im Advaita heisst die berühmte Trias "Sat-Chit-Ananda" übersetzt "Sein, Bewusstsein, Glückseligkeit"

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  9. Für Inspiration (Einweihung), betonte Steiner, wird “warten“, und “Gleichmass und Gleichgewicht in der Seelenverfassung“ benötigt. 13.367 f.

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