Hat Rudolf Steiner die Inhalte seiner Geisteswissenschaft selbst entdeckt? Oder nur selbst erlebt?

Einer der kontroverstesten Punkte in SKA 6, an dem sicher viele der anthroposophischen Freunde Anstoß nehmen werden, ist der Hinweis auf ein von Steiner 1909 formuliertes "geistiges Gesetz" (bisweilen als "Endeckungsprivileg" bezeichnet) - und die Konsequenzen, die sich aus dem Ernstnehmen und der Anwendung dieser Regel auf Steiners eigenes Werk ergeben. 

Hier der Entwurf der entsprechenden Stellen:

Steiner formulierte 1909 ein ›geistiges Gesetz‹, nach dem übersinnliche Tatsachen, wenn sie einmal entdeckt und beschrieben worden sind, von anderen Forschern nur dann gefunden und erforscht werden können, wenn diese sich zuerst durch das Studium der Darstellung des Entdeckers mit den entsprechenden Tatsachen vertraut gemacht haben. Steiner hat dieses Gesetz nicht in seinen öffentlichen Schriften ausgesprochen, sondern nur in Vorträgen vor Mitgliedern. Dabei bezog er sich nicht ausdrücklich auf die eigene Forschung, formulierte aber doch so, dass eine Anwendung des Gesetzes auch auf die eigenen theosophischen und anthroposophischen Anschauungen konsequent erscheint. Steiner konzedierte somit indirekt, dass er auf diejenigen seiner Schilderungen, welche Vorbilder in der theosophischen oder sonstigen spirituellen Literatur haben (und somit auf einen Großteil dessen, was er in den Schriften Theosophie und Geheimwissenschaft darstellt hatte), keinen Entdeckeranspruch erhob, sondern notwendig durch ›Studium‹ zu den diesen Schilderungen zugrundeliegenden Erlebnissen gelangt war (vgl. dazu die Anm. zu TH, XII »Nur in diesem Sinne Selbsterlebtes«).

Die angesprochene Anmerkung lautet:

XII Nur in diesem Sinne Selbsterlebtes] Was Steiner an dieser Stelle mit dem Begriff ›Selbsterlebtes‹ meint, wird nicht ganz deutlich. Gemeint sein könnte, und manche anthroposophische Autoren legen die Äußerung in diesem Sinne aus, dass Steiner beansprucht, die von ihm beschriebenen Phänomene alle oder großenteils selbst entdeckt und die Begriffe und Bilder der theosophischen Literatur nur dazu genutzt zu haben, um das Selbstgefundene literarisch darzustellen. Dem steht jedoch nicht nur die schiere Implausibilität einer solchen Vorstellung entgegen, sondern auch die Tatsache, dass Steiner 1909 ausdrücklich feststellte, dass übersinnliche Inhalte, die bereits erforscht sind, nur dann von nachfolgenden Forschern entdeckt werden können, wenn diese die betreffenden Tatsachen bereits aus der Schilderung ihres Entdeckers kennen: »Es gibt in der geistigen Welt ein ganz bestimmtes Gesetz, dessen ganze Bedeutung wir uns durch ein Beispiel klarmachen wollen. Nehmen Sie einmal an, in irgendeinem Jahre hätte ein beliebiger, geschulter Hellseher dies oder jenes in der geistigen Welt wahrgenommen. Nun stellen Sie sich vor, daß zehn oder zwanzig Jahre später ein anderer ebenso geschulter Hellseher dieselbe Sache wahrnehmen würde, auch dann, wenn er von den Resultaten des ersten Hellsehers gar nichts erfahren hätte. Wenn Sie das glauben würden, wären Sie in einem großen Irrtum, denn in Wahrheit kann eine Tatsache der geistigen Welt, die einmal von einem Hellseher oder einer okkulten Schule gefunden worden ist, nicht zum zweiten Mal erforscht werden, wenn der, welcher sie erforschen will, nicht zuerst die Mitteilung erhalten hat, daß sie bereits erforscht ist« (GA 109, 167 f.). Auf die Schwierigkeiten, die mit einem solchen geistigen ›Entdeckungsprivileg‹ verbunden sind, soll hier nicht eingegangen werden; wendet man es jedoch konsequent auf Steiner selbst an, so wäre daraus zu folgern, dass er die theosophischen Inhalte, über die er spricht, unmöglich ›selbst entdeckt‹ haben kann. Die Rede vom ›Selbsterleben‹ wäre also, im Kontext der obigen Äußerungen, sinnvoller so zu verstehen, dass Steiner meinte, er habe sich der durch die theosophische Literatur vermittelten Inhalte nachträglich in innerlicher Erfahrung versichert bzw. sie im Einzelfall gemäß seiner eigenen Anschauung korrigiert (vgl. Einleitung, ###).

Meine Frage ist: Können Steiners Äußerungen von 1909 so verstanden werden, dass er eindeutig konzediert: Diejenigen Inhalte seiner Geisteswissenschaft, für die es historische Vorläufer gibt (etwa in der Theosophie Blavatskys und Besants), habe er nicht "selbst entdeckt", sondern nur "selbst erlebt", nachdem er sie durch das Studium der theosophischen Texte kennengelernt habe. Oder, in andern Worten: Ohne eine Rezeption der Theosophie durch ihn (Steiner) hätte es eine Anthroposophie nicht gegeben; Anthroposophie ist eine gedankliche Weiterentwicklung jener Theosophie, die Steiner vorfand. - Würde dies allgemein als das Selbstverständnis der Anthroposophie anerkannt, so wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Dialog und Verständigung mit dem allgemeinen Wissenschaftsbetrieb getan.

Diese Deutung steht jedoch der Ansicht einiger Anthroposophen entgegen, die immer wieder und vehement behaupten, Steiner habe die Inhalte seiner Geisteswissenschaft als Ergebnisse seiner eigenen Geistesforschung angesehen und sei zu diesen völlig unabhängig von historischen Vorläufern gekommen. Nicht wenige Extremisten vertreten sogar die Position, Steiner sei der einzige Mensch in der bisherigen Weltgeschichte, der jemals in diesem Sinne die geistige Welt erforscht habe.

Um diese Frage angemessen in der SKA zu behandeln, habe ich schon auf meiner Webseite um Beiträge geboten, und stelle daher das Thema auch hier noch einmal ein mit der Bitte um konstruktives feedback.

Kommentare

  1. Finde ich nicht allzu überzeugend, wenn man anhand von einer aus dem Riesenwerk herausgepickten Aussage sämtliche "geistigen Wesen, Welten, usw." entsorgt oder sonstwie in Frage stellen will.

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    1. Lieber Rainer,
      mir wird nicht recht klar, wieso Du etwas „entsorgt“ fändest, falls man zu der Auffassung käme, daß Steiner nicht der erste war, der es „entdeckt“ hat...

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    2. Liebe Ingrid,
      es gibt diverse andere Artikel von C.Clement, die in diese Richtung gehen, die habe ich bei meinem Kommentar etwas "mitgedacht".

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    3. Lieber Rainer, beinhaltet das wirkliche Ernstnehmen eines Autors nicht auch, dass man sich um die problematischen Stellen nicht herumschleicht und sie ignoriert, sondern sie durchdenkt, auch - und gerade - wenn sie singulär sind?

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    4. Lieber Christian,
      ich erlebe die obige Stelle nicht als allzu "problematisch": Es gibt in der kaum überschaubaren GA eine solche Überfülle an Aussagen, dass es relativ einfach sein kann, "Widersprüche", dunkle Stellen, o.ä. zu finden.

      Für mich ist diese ganze Thematik letztendlich zu spekulativ: Wir (Leser der Steinerschen Werkes) können uns eigentlich nicht ansatzweise vorstellen (oder eben nur sehr naiv) was exakt im Bewusstsein R.Steiners geschehen ist, während er den Saturn, die Hierarchien, usw. erforscht, entdeckt oder erlebt hat.

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    5. @Rainer

      Ich finde deine Haltung verständlich, aber auch etwas naiv und banalisierend...Ich finde ja, gerade WEIL so ein immenses Vortragswerk etc. vorliegt, ist es doch verständlich, wenn da etwas mehr Klarheit und Ordnung hinein gebracht werden soll. Klar ist auch (für mich), dass bei Steiners Art und Wirken, genauer hingeschaut wird als bei anderen Autoren und Philosophen oder gar Otto-Normal, denn es greift viel persönlicher und intensiver in das Leben der Menschen ein, als es bei anderen der Fall ist. Dabei geht es mir nicht nur um Widersprüche, sondern auch um sogen. höhere Schauungen, die evtl. BE-denklich stimmen...Außerdem: Engelchen und Hierachien, aber auch Saturn (und andere Planeten) sowie Christus haben seinerzeit auch andere hellsichtige Leute erklärt, wie z.B. Max Heindel, Erhard Bäzner und und und...Wie gesagt, mir ginge es jetzt darum, gerade auf so einem - allgemein - undurchsichtigen Gebiet, wenigstens etwas mehr Klarheit und Unterscheidungsvermögen zu bekommen, aber natürlich auch - Seriösität und Glaubwürdigkeit zu erkennen...

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    6. @ Valentin
      Da es, wie in diesem Fall, um den Versuch geht, "etwas mehr Klarheit und Ordnung" in ein Gebiet hineinzutragen, welches ausschließlich "okkulte" Dinge (Akasha-Chronik) betrifft, halte ich die wissenschaftliche Methode Christians - die Sichtung, Interpretation und Auswertung von Texten - sowie die damit verbundenen Ergebnisse grundsätzlich für wenig aussagekräftig, bei aller Symphatie für seine Person und seine Arbeit.

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  2. Ein konkretes Anschauungsbeispiel aus der Fülle geistiger Entdeckungen wäre vielleicht hilfreich...
    Außerdem ist mir persönlich meist nie klar/bewußt, was in Steiners Werk seine Entdeckung ist, und wo er bereits vorhandenes okkultes Wissen darstellt.

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    1. Viele Anthroposophen scheuen sich aus verschiedenen Gründen dieses angesprochene "Gesetz der spirituellen Brüderlichkeit" anzuerkennen. Oft sogar wider besseres Wissen.
      Der Hauptgrund dafür sind meines Erachtens diffuse Ängste, die absolute pole-position Steiners in Bezug auf alle gegenwärtigen und auch vergangenen okkulten Schulen damit in Frage zu stellen und auf diese Weise am Nimbus des verehrten unfehlbaren "Über-Hellsehers" zu kratzen bzw. kratzen zu müssen.

      Dies entspringt einem durchaus verständlichen Bedürfnis Steiner gegenüber absolut loyal zu bleiben, koste es auch die Leugnung und Verdrängung seiner unzweifelhaften Vorgangsweise, bereits vorhanden Gewesenes ohne Quellenangabe oder Verweise als Ergebnisse eigener Forschungen und Geistesschauungen auszugeben.

      Die spirituelle Brüderlichkeit ist einerseits unabdingbare und wesentlichste Voraussetzung für einen einigermassen auch als solchen zu bezeichnenden Schulterschluss von Geisteswissenschaft mit dem "allgemeinen Wissenschaftsbetrieb". Weil ja bei letzterem auch so gut wie alle weiterführenden Erkenntnisse auf anderen bis dato unwiderlegten Vor-Erkenntnissen aufbauen, also unter Einbeziehung wenigstens einiger der dort üblichen und etablierten Konsense und Arten des Dialogs.

      Allerdings wies Steiner auch auf mögliche Fehler in der Geistesforschung samt ihrer verheerenden Folgen hin. In diesem Zusammenhang stellt sich dann natürlich die Frage, ob der Grundsatz einer nicht widerlegbaren "verordneten Wahrheit", wie sie ja das Gesetz der spirituellen Brüderlichkeit darstellt, überhaupt mit der Möglichkeit der Korrektur von Fehlern bzgl. der Erkenntnisse der Geistesforschung vereinbar ist, bzw. wem das Recht zugestanden werden kann, abweichende, im wissenschaftlichen Sinn aber unbeweisbare Wahrheiten zu verkünden, d.h. zu verordnen. Steiners eigene Aussagen zu diesem Fragenkomplex sind widersprüchlich, oder könnten zumindest sehr leicht als widersprüchlich aufgefasst werden.

      Die spirituelle Brüderlichkeit kann vor allem wegen dieses möglichen Widerspruchs in Frage gestellt werden.
      Wie sollte Fehlerkorrektur ohne eigene Forschung und Erbringung von Beweisen in Bezug auf die Fehlerhaftigkeit von geistigen Erkenntnissen anderer denn möglich sein, wenn diese andererseits als unverrückbar angesehen werden (müssen)?

      Das Nebeneinander von ausschließlich abweichend möglicher Erkenntnis in Bezug auf etwas bereits von anderen Erkanntes aufgrund eigener Forschung bei gleichzeitig nur aufgrund direkter Mitteilung von bereits Erkanntem mögliche übereinstimmende Erkenntnis widerspricht jedem wissenschaftlichen Grundsatz.

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    2. Blavatsky hätte z.B. keinen Mondenaustritt gekannt, wie Steiner. (http://blavatskytheosophy.com/atlantis-and-lemuria/).

      Nun lesen Sie einmal meine «Geheimwissenschaft im Umriß» durch. Ich hatte die Aufgabe, zu schildern, wie der Mond herausgetrieben wird aus der Erde. Ich habe einen besonderen Wert darauf gelegt, dieses Herausgehen des Mondes ganz besonders deutlich zu schildern. Es mußte hier gegenüber dem Irrtume einmal auf die Wahrheit hingedeutet werden. 254.71

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    3. Steiner hatte 1925 eine Entdeckungspriorität für “immer neuen Ergebnissen“ (13.31, Vorrede) beansprucht, d.h. geistige Inhalte in Gedankenform gebracht (also: … er habe sich der in innerlicher Erfahrung vermittelten Inhalte nachträglich durch die theosophische Literatur versichert).

      Weiter sei seine exakte, quasi-mathematische Methode neu gewesen (also: Anthroposophie ist eine gedankliche Weiterentwicklung jener Theosophie, die Steiner vorfand):
      … daß ich da nicht bei der Mondeninkorporation Halt gemacht habe, sondern weitergegangen bin, zurück bis zum Saturn; wogegen alle die Initiaten, die von diesen Dingen sprachen, Halt machten zwischen Mond und Sonne, eigentlich nur zurückgingen bis zur Mondensphäre. 243.184 (1924)

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    4. "mir persönlich ist meist nie klar/bewußt, was in Steiners Werk seine Entdeckung ist, und wo er bereits vorhandenes okkultes Wissen darstellt".

      Eben. Deshalb plädiere ich ja dafür - nicht zuletzt auch mit meiner obigen Aussage - , dass diese Arbeit von einer ernstzunehmenden Steinerforschung endlich einmal angegangen werden müsste.

      Dazu bedürfte es aber zunächst einmal einer Anerkennung der Tatsache, dass es diese zwei Arten von Aussagen in Steiners Texten überhaupt gibt. Unter Anthroposophen wie unter Akademikern wird diese Unterscheidung, soweit ich sehe, kaum von jemandem klar und deutlich gemacht.

      Ich würde allerdings nicht von "Entdeckung" vs. Übernahme sprechen, weil dies schon eine Bewertung wäre, sondern lieber von "origineller Denkleistung". So bliebe offen, ob es sich bei dem genuin Steinerschen jeweils um eine "Entdeckung" oder eine "Erfindung" oder sonstwas handelt.

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    5. Mir ist aber auch nicht klar, inwieweit Steiner bzgl. der Offenlegung/Verfolgbarkeit von Quellen absichtlich oder gezwungenermaßen mit 'Black Boxes' operiert hat respektive dazu gezwungen war.

      Vgl. hierzu beispielsweise:

      GA 130 - Seite 66:
      (Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit)
      (…) Es wurde festgesetzt, daß alle Entdeckungen, die sie machten, hundert Jahre lang als Geheimnis bei den Rosenkreuzern bleiben müßten und daß erst dann, nach hundert Jahren, diese Rosenkreuzer-Offenbarungen der Welt gebracht werden dürften. Erst nachdem hundert Jahre darüber gearbeitet worden war, durfte in entsprechender Weise darüber gesprochen werden. So wurde vom siebzehnten bis zum achtzehnten Jahrhundert vorbereitet, was 1785 in dem Werk «Die geheimen Figuren der Rosenkreuzer» zum Ausdruck kam. Nun ist es auch von großer Bedeutung, zu wissen, daß in jedem Jahrhundert die rosenkreuzerische Inspiration so gegeben wird, daß niemals der Träger der Inspiration äußerlich bezeichnet wurde. Nur die höchsten Eingeweihten wußten es. Heute kann zum Beispiel äußerlich nur von solchen Geschehnissen gesprochen werden, welche hundert Jahre zurückliegen, denn das ist die Zeit, welche jeweils verflossen sein muß, bevor davon äußerlich gesprochen werden darf. Die Versuchung ist zu groß für die Menschen, einer solchen ins Persönliche gezogenen Autorität – was das Schlimmste ist, was es gibt – fanatische Heiligenverehrung entgegenzubringen. Es Hegt dies eben zu nahe. Es ist diese Verschwiegenheit aber nicht nur eine Notwendigkeit gegen die äußeren Anfechtungen des Ehrgeizes und des Hochmutes, deren man sich ja vielleicht noch erwehren könnte, sondern auch vor allem gegen die okkulten astralen Attacken, die fortwährend auf eine solche Individualität gerichtet sein würden. Deshalb ist die Bedingung, daß erst hundert Jahre nach einem solchen Faktum davon gesprochen werden darf, eine notwendige.(…)


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    6. In völliger Übereinstimmung mit C. Clement halte ich es auch für nahezu unabdingbar, durch ernstzunehmenden Steinerforschung endlich einmal die folgenden Fragen etwas zu entwirren:

      1. Wo leistet Steiner Schnittstellenarbeit zwischen einem (angeblich seit Atlantis existierenden) Weltenokkultismus und den (verfügbaren) Anschauungen seiner Zeit?

      2. Wo leistet Steiner Auftragsarbeit als 'Pressesprecher' hinter ihm stehender Okkultisten (beispielsweise von 'Meistern')?

      3. Wo stellt Steiner seine originäre (Geistes)Arbeit dar?

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    7. “Um die Übereinstimmung und zugleich den Fortschritt zu zeigen“ (28.390) hat sich Steiner 1906/1907, und noch 1924, auf die abendländische Methode und Theosophie der echten Rosenkreutzer berufen (26.146f. vgl. 254.49).
      anthrowiki.at/Die_geheimen_Figuren_der_Rosenkreuzer

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    8. Ihr kämpft gegen Windmühlen....

      Eine Arbeit im Sinne Clements (und auch der 3 Fragen Stephans) würde zu einer Abwertung Steiners führen, ihn nur als einen unter vielen okkultistisch wirksamen Menschen seiner Zeit erscheinen lassen. Abwertung im persönlichen Sinne, mit zusätzlich wahrscheinlichen negativen Rückwirkungen auf Möglichkeiten des Wirksamwerdens heutiger Anthroposophie und ihrer Organisationsformen. Weniger auf die eigentlichen Inhalte seiner Aussagen bezogen.

      Mächtige Interessen sprechen also gegen ein solches Vorhaben.
      Daher wäre meines Erachtens der Ausgangspunkt allen Forschens in diese Richtung, die Lokalisierung, die Offenlegung der Zielrichtung und das Umreissen dieser Interessen.

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    9. Lieber Rudolf!
      'Abwerten' kann man nur Dinge, die keinen objektiven, sondern nur spekulativen Wert haben - für mich (persönlich) hat Steiner jedoch uneingeschränkten objektiven/absoluten Wert, weswegen ich die Gefahr der Abwertung in keiner Weise für gegeben halte.
      //
      Die Abwertungspanik in Bezug auf Steiners Werk und Person ist eine reine Angststörung gewisser an(gs)troposophischer Kreise...

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    10. ...insofern hast Du mit dem 'Kampf gegen Windmühlen' recht:
      Angst im Gegensatz zu begründeter Vorsicht kommt immer im aufgeblähten Gewande des 'Viel-Wind-um-Nichts' daher.

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    11. Lieber Rudolf,

      »Eine Arbeit im Sinne Clements (und auch der 3 Fragen Stephans) würde zu einer Abwertung Steiners führen, ihn nur als einen unter vielen okkultistisch wirksamen Menschen seiner Zeit erscheinen lassen.«

      Während er jetzt als – was genau erscheint?

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    12. "Während er jetzt als – was genau erscheint?"

      Liebe Ingrid,

      zunächst, er "erscheint" nicht selbst, sondern er wird "erscheinen gelassen". Je nachdem wer ihn erscheinen lässt, entstehen in der öffentlichen Wahrnehmung unterschiedliche "Erscheinungsbilder".

      In meiner Wahrnehmung erscheint er nur Anthroposophen und den meisten von ihnen als eine Figur - im katholischen Vergleich - hierarchisch angesiedelt im Bereich zwischen Heiliger und Gottes Sohn.

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    13. Lieber Rudolf,
      :-) für Menschen mit einer solchen Auffassung wäre es wohl wirklich eine „Abwertung“, wenn herauskäme, daß Rudolf Steiner ein Mensch war.
      Für viele andere Menschen (insgesamt wohl die Mehrheit) wäre es aber im Gegenteil eine Aufwertung, wenn herauskäme, daß es möglich ist, sich ernsthaft mit ihm und seinem Werk auseinanderzusetzen, ohne ihm entweder gläubig alles „nachzubeten“ oder ihn als Plagiator und Scharlatan zu verdammen...

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    14. Lieber Christian,

      Du sagst: „Ich würde allerdings nicht von "Entdeckung" vs. Übernahme sprechen, weil dies schon eine Bewertung wäre, sondern lieber von "origineller Denkleistung".

      Originell bedeutet: ursprünglich. Weiterhin z. B. ( s. Wiktionary ) ein von einem Künstler geschaffenes, von anderen Leuten unangetastetes, unverändertes Werk.

      Auf das Denken selbst bezogen bedeutet das: Vom Denken selbst geschaffene Gedankengänge, die ohne eigenwillige Unbedachtsamkeit dessen auftreten können, der sich des Denken bedient.

      Bei Steiner ist das Denken selbst bereits das Original. Sagt er doch als Schreiber der PdF.
      „Dieses Buch ist nicht so wichtig durch das, was drinnen steht............. sondern das Wichtige bei diesem Buche...... ist, das zum ersten mal ganz und gar selbstständiges Denken in diesem Buche ist.“

      Also dasjenige Denken, das sich selber Ursprung ist. Dieses Denken formt weiterhin originelle Gedankengänge aus. So anhand >dieses Denkens< ein Vorgang im Weltgeschehen erkannt wird, ist so ein Erkennen also stets das sich selbst Erkennen des Denkens, eben dessen Selbsterkenntnis als Welterkenntnis.

      Zurück in den Anfang:

      Du fragst: „Hat Rudolf Steiner die Inhalte seiner Geisteswissenschaft selbst entdeckt? Oder nur selbst erlebt?“

      „Selbst entdeckt“ änderst Du in „originelle Denkleistung“. Also: Sind die Inhalte seiner Geisteswissenschaft eine originelle Leistung des Denkens?

      Dazu Steiner:

      Die einzelnen Tatsachen ( Anmerk. ms. : Dazu gehören auch die „Entdeckungen“ in der Welt) treten in ihrer Bedeutung in sich und für die übrigen Teile der Welt erst hervor, wenn das Denken seine Fäden zieht von Wesen zu Wesen. Diese Tätigkeit des Denkens ist eine inhaltvolle. [] Was uns in der Beobachtung an Einzelheiten gegenübertritt, das verbindet sich durch die zusammenhängende, einheitliche Welt unserer Intuitionen Glied für Glied; und wir fügen durch das Denken alles wieder in eins zusammen, was wir durch das Wahrnehmen getrennt haben.“ (P.d.F. Kap. V )

      Daher scheint Steiners Geisteswissenschaft, wie deren origineller Gedankenauftritt, ein einheitsstiftendes Gebilde zu sein.

      ~ B.

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    15. @ Stephan

      "1. Wo leistet Steiner Schnittstellenarbeit zwischen einem (angeblich seit Atlantis existierenden) Weltenokkultismus und den (verfügbaren) Anschauungen seiner Zeit?
      2. Wo leistet Steiner Auftragsarbeit als 'Pressesprecher' hinter ihm stehender Okkultisten (beispielsweise von 'Meistern')?
      3. Wo stellt Steiner seine originäre (Geistes)Arbeit dar?"

      Was haben diese Fragen mit Dir und Deinem Leben zu tun? Was haben sie mit Deinem Umgang mit Anthroposophie zu tun? Glaubst Du, dass es Steiners Anliegen war, dass wir diese Fragen stellen? Ist die Beantwortung dieser Fragen eher interessant oder eher wichtig?

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    16. Was haben diese Fragen mit Dir und Deinem Leben zu tun?

      Steiners Werk hat für mich eigentlich nur eine einzige Bedeutung, nämlich dass er den Graben zwischen esoterik und gedanklich Nachvollziehbarem so weit geschlossen hat, dass er vielleicht von den Zukünftigen überbrückt werden kann. Ob er seine esoterisch-okkulten wie auch seine philosophisch-erkenntnistheoretischen Inhalte selbst entdeckt und erarbeitet oder einfach nur übernommen hat ist für mich (für mein Leben) zunächst vollkommen bedeutungslos. Seine absolut unikale und originäre Leistung sehe ich (soweit ich es überblicken kann) in seiner 'Schnittstellenarbeit' zwischen den beiden Welten. Dass er dabei auf beiden Seiten, nämlich sowohl auf der esoterisch-okkulten als auch auf der philosophisch-erkenntnistheoretischen arbeitete ist natürlich die Voraussetzung dafür, dass er die beiden Disziplinen aufeinander zuführen konnte.
      //
      Die Klärung obiger Fragen halte ich nur darum für unabdingbar, weil das denkende Nachvollziehen anthroposophisch-geisteswissenschaftlicher Inhalte nur dann gelingen kann, wenn man die Inhalte zeitlich und kontextuell einordnen kann. Ich halte es beispielsweise für das Verständis für Wesentlich, ob eine geistige Gestzmäßigkeit beispielsweise schon lange fest im Okkultismus verwurzelt ist, oder ob sie von Steiner ganz aktuell für den Okkultismus erschlossen wurde.
      Okkulte Arbeiten/Leistungen (das hat Steiner wirklich oft genug ausgeführt), haben nichts, aber auch gar nicht mir Ehrenkäserei zu tun, sondern entspringen ganz anderen Motivationen und Notwendigkeiten, als dass man Steiner (oder jeden anderen Okkultisten) danach (ver)ehren oder eben des 'Schmückens mit fremden Federn' bezeichnen könnte...

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    17. "......Ob er seine esoterisch-okkulten wie auch seine philosophisch-erkenntnistheoretischen Inhalte selbst entdeckt und erarbeitet oder einfach nur übernommen hat ist für mich (für mein Leben) zunächst vollkommen bedeutungslos........"

      "..... Ich halte es beispielsweise für das Verständis für Wesentlich, ob eine geistige Gestzmäßigkeit beispielsweise schon lange fest im Okkultismus verwurzelt ist, oder ob sie von Steiner ganz aktuell für den Okkultismus erschlossen wurde......."

      Lieber Stephan,

      bist du da nicht ein bisschen widersprüchlich? Oder gehörst du zu denen, die Steiner gar nicht richtig verstehen wollen?

      Ich denke nicht, dass Steiner sich mit fremden Federn schmücken wollte. Es gab unzweifelhafte Gründe und Zwänge Quellenangaben zu vermeiden und Mitteilungen als selbst generiert erscheinen zu lassen (z.B. freimaurerische Verschwiegenheitsverpflichtungen, rosenkreuzerische Traditionen, 100 Jahre, usw..usw....). Steiner vollführte bezüglich der Rahmenbedingungen seiner Zeit eine beachtliche, nicht ungefährliche und deswegen umso bewundernswerte Gratwanderung.

      Weniger bewundernswert ist allerdings die Vorgangsweise seiner Nachfolger. Diese hätten 90 Jahre Zeit gehabt, alles dafür zu tun um Steiner vom Verdacht dieses sich Schmückens mit fremden Federn zu befreien.

      Man könnte natürlich schlussfolgern, dass diese Untätigkeit der Anthroposophen selbst ein Hinweis darauf sei, dass Steiner tatsächlich teilweise ein Plagiator ist. Dies wäre aber nur sehr oberflächlich und vordergründig gedacht.
      Ein anderer Gesichtspunkt spricht absolut dagegen. Genauso kann, und das mit mehr Recht, daraus geschlossen werden, dass genau das Gegenteil der Fall ist, nämlich dass, weil diese Untätigkeit im Grunde genommen einer korrekten Steiner-Rezeption, und zwar sowohl innerhalb als auch ausserhalb anthroposophischer Zusammenhänge nur schaden kann, Steiners Nachfolger im Grunde genommen gegen Steiner selbst arbeiteten.
      Durch die mitunter bewusste Verschleierung der Kontexte in denen Steiner agierte und Quellen zu denen er Zugang hatte seitens der offiziellen Anthroposophie wird vielen Menschen heute das richtige Verständnis für Art und Wirkung seines Wirksamwerdenwollens im okkultistischen Sinne erschwert.

      Da diese Offenlegung seitens der offiziellen Anthroposophie bis heute nicht oder nur in bescheidenen Ansätzen erfolgt ist, sind Arbeiten und Fragestellungen im Sinne Clements nicht nur Ausdruck von Forderungen vieler okkultistisch interessierter Menschen zu verstehen, sondern unausweichliche, zeit(geist)bedingte absolute Notwendigkeiten.

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    18. Rückblickend behauptete Steiner 1915 über seinen abendländischen, sich rosenkreuzerisch nennenden Weg:

      “Wir haben die Möglichkeit gehabt, viel, viel weiter zu gehen in der wirklichen Erforschung der geistigen Welt, als jemals die Theosophische Gesellschaft hat gehen können. Aber wir wandeln nicht auf unsicheren Wegen, sondern wir wandeln die sicheren Wege. Das darf frank und frei gesagt werden.“ 254.49

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    19. @Rudolf

      Lieber Rudolf,
      meine Antwort an Rainer bezieht sich ausschließlich auf seine Frage 'Was haben diese Fragen mit Dir und Deinem Leben zu tun? ' und macht damit ausschließlich eine Aussage darüber, welche Bedeutung Steiners Werk für mich Persönlich hat. Einen Widerspruch kann ich in meinen Aussagen nicht erkennen, Deinen Spekulationen über bewußte Verschleierungen kann ich ebenfalls in keiner Weise Folgen folgen.
      Ich habe auch nicht gesagt, dass sich Stiner mit 'fremden Federn schmücke' (das meine ich nämlich auch nicht), sondern dass es für mich bedeutungslos wäre, wenn er es wie manchmal behauptet, getan hätte (ich finde es einfach wurst, von wem die Feder stammt).

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    20. Fortschritt oder Übereinstimmung?
      1. “Im Pariser Zyklus von Vorträgen … teilte ich die Tatsache mit, daß der Ätherleib des Mannes weiblich; der Ätherleib der Frau männlich ist.“ 28.458 (vgl. 94.38 (1906)).

      2. “Als ich das Allerheikelste veröffentlicht habe, nämlich die Geschichte von den zwei Jesusknaben …“ 254.99
      Die gnostische Pistis Sophia (Mead 1896, p.118) redet bekanntlich vom Zwillingerlöser und vom Bruder (Twin-Saviour; Jesus, my brother). Gerald Massey (Ancient Egypt, 1907) schrieb über den doppelten Horus und die Parallelen mit zwei Jesussen.

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    21. Ladies and gentlemen, people will never get beyond a nonsensical, merely hazy presentiment of the spiritual world if clear, mathematical thinking and a light-irradiated, self-disciplined will are not applied to bring down real facts from the super-sensible world to replace mere phrases. Modern man needs these facts. (GA330)

      An example of hazy presentiment: http://www.thechristmyth.com/excerptmassey.htm

      Caryn

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  3. Mit ‘Selbsterlebtes‘ (9.12) hat Steiner vielleicht Imaginationen gemeint (geistige Tatsachen), wobei das scharfe reine Denken (theosophische Theorie) vorher ausgeschaltet sei:

    “Vorher Gelesenes wußte ich beim eigenen forschenden Schauen durch die Bewußtseinsverfassung, die ich eben geschildert habe, auszuschalten.“ 13.31

    „Wir schalten das Denken aus, indem wir also intensiver als sonst, wo wir den Wahrnehmungsinhalt durch die Vorstellungen abschwächen, nun den ganzen Wahrnehmungsinhalt hereinnehmen und uns mit ihm erfüllen.“ usw. 322.104 f.

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  4. Es wäre anhand Steiners theosophische Literatur in seiner Bibliothek (ich nehme an, dass es heute voll intakt ist; ich habe es 1994 während einem Studienbesuch in Dornach selbst angeschaut)) leicht äußerlich nachzuforschen, an welche Stellen er etwas vorgefunden hat, wo er nicht der Urheber war. Schwieriger wird es – und zwar nur hellseherisch – herauszufinden, an welchen Stellen er vielleicht nur geistig auf Vorgänger gestoßen ist, wo er also auch nicht der Urheber war. Somit wäre es möglich nachzuprüfen, wo Steiner sich auf theosophische und ältere Quellen – literarische und geistige (Akasha) Quellen – gestützt haben muss.
    Nun musste er sich aber nicht bei allem, was er geistig erforschte, auf vorgefundenen Quellen stützen, so wie es in der traditionellen äußeren Forschung eher üblich ist, wo man konsequent sich mit früherem Material der Sache oder des Themas zu beschäftigen hat. Er konnte und hat sich mit nie früher erforschten Dingen sehr viel beschäftigt und diese neuen Erkundungen in seiner Art geschildert. Ja, ich würde sogar sagen, dass er nach der Fertigstellung der „Geheimwissenschaft“ sich maßgeblich mit neuen Themen und Gebieten der geistigen Welt beschäftigt hat, die auch in der vorsteinerschen Theosophie nicht behandelt sind. Für das Gebiet der Karmaforschung ist er z.B. ein Bahnbrecher. Das muss ich zu sagen, der auf diesem Gebiet selbst viel erforscht – auch manches, was bei ihm nicht zu finden ist.
    Es wäre noch eignes darüber zu sagen, was ein heutiger meditativer Forscher geistig von Wesenhaftem begegnet, und wie es sich herausstellt, wenn darin „Steiner“ (aber auch andere Individualitäten) als geistiger Begleiter anlässlich, im Vorfeld oder während solcher Forschung anwesend ist.

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  5. Beside the ‘star of the east’ fiasco, the theosophical secular secrecy dogma at a time when the Age demands openness and transparency and, Sinnett’s serious misunderstanding of the Moon.

    In “The Story of my Life” chapters 31 & 32 Rudolf Steiner speaks about the opposition he received from the leadership of the German section of the Theosophical Society when he entered with his spiritual knowledge. This knowledge was, and still is, the objective continuation of science. The theosophical standpoint at that stage, namely under Besant and Sinnett, viewed science as something separate from the spiritual world. “There there was no inclination to put life into the ideas of science as to lead to one's laying hold upon the spiritual.” RS

    The regarding of science, the natural world of man, as being separate from the world of spirit comes from “one sided Platonism” i.e. the spiritual world is viewed as something that exists outside of man. This is a distortion of what Plato taught.

    Plato was understood by Goethe, in his Goethean world-view, and Rudolf Steiner’s unified knowledge in spiritual science working towards Anthroposophy intimately follows this stream.

    Caryn

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    1. During the old moon evolution man had an animal consciousness-dream-life. Upon entering earth evolution the mineral physical body was included. This mineral inclusion together with the I being fully implemented enables man to have objective consciousness as an independent being. During the early stages the mineral caused a hardening of the still soft and pliable bodies of mankind. The significance of the departure of the moon, through the sacrifice of the Sun-spirit Jehovah, enabled man to continue his objective consciousness development in the correct way. Thus, the seventh Sun-spirit works from outside the earth as a mineralised moon. Behind the material moon lies the remainder of the old, non-mineralised moon. The mineralised moon neutralises the atavistic old moon’s animal dream-life consciousness and renders it ineffectual.

      In his “estoric Buddhism” Sinnett purposefully distorted this by saying the mineralised moon is the atavistic old moon.

      Caryn

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    2. And the other scientific method (spiritual anatomy) according to True and False Paths (GA 243, lecture 9 and 10) seems to be the reverse of Steiners first scientific approach (occult sience). Is it aristotelian?

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    3. Are you referring to - animal dream life consciousness - as been Aristotelian? He did know the animal kingdom very well. I do understand what you are referring to though regarding anatomy - in this context it refers more to the collective consciousness.

      Caryn

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  6. >>Meine Frage ist: Können Steiners Äußerungen von 1909 so verstanden werden, dass er eindeutig konzediert: Diejenigen Inhalte seiner Geisteswissenschaft, für die es historische Vorläufer gibt (etwa in der Theosophie Blavatskys und Besants), habe er nicht "selbst entdeckt", sondern nur "selbst erlebt", nachdem er sie durch das Studium der theosophischen Texte kennengelernt habe. <<

    Klar k.ö.n.e.n.n.e.n sie so verstanden werden. Ob Steiner das aber gemeint hat, ist eine andere Frage!

    Rudolf Steiners Worte "denn in Wahrheit kann eine Tatsache der geistigen Welt, die einmal von einem Hellseher oder einer okkulten Schule gefunden worden ist, nicht zum zweiten Mal erforscht werden, wenn der, welcher sie erforschen will, nicht zuerst die Mitteilung erhalten hat, daß sie bereits erforscht ist", bedeuten ja nicht, dass derjenige, der eine geistige Tatsache ein zweites Mal erforscht zu dem selben Forschungsergebnis kommen muss wie der erste!

    Wesentlich ist doch, dass er geistig frei und selbstständig geforscht hat und ja durchaus zu an deren Ergebnissen gekommen ist, sonst hätte sich die Anthroposophie nicht von der theosophischen Bewegung trennen brauchen.

    Es geht nicht um einen Erstendecker-Anspruch, sondern darum, dass er Tatsachen der Geistigen Welt nicht nachgeplappert oder nur im Gehirn logisch kombiniert, sondern selbst erforscht hat. Und dass er dabei das Gesetz der Kontinuität , also des Aufbauens und des Fortentwickelns des Gewesenem berücksichtigen musste hat er ja auch an anderer Stelle erwähnt.

    Frei nach Goethe: Nicht WAS erforscht wurde ist (immer) das originäre, sondern WIE erforscht wurde! Und wie die dann neuen Forschungsergebnisse in das Gewand von Gedanken und wie diese Gedanken in das Gewand von Sprache gebracht wurde (wobei hier Sprache mehr meint als Worte, als das was wortgebundenes Begreifen nur erfassen kann).

    Im Zusammenhang mit Christus Jesus hat Rudolf Steiner gesagt, dass zwar das "Gewand" vielem was es vorher in Religionen gab sehr ähnlich erscheine, dass aber der geistige Inhalt ein völlig neuer, nie zuvor dagewesener sei.

    Wenn man nun das Gewand der Worte ablegt, aber nicht in der Lage ist den Geist dahinter zu erforschen, also nicht Wort und Gedanke und Geist jeweils voneinander getrennt wahrnehmen kann, macht es wenig Sinn das Gewand abzulegen. Denn ohne das Geistige an sich erkannt zu haben (zu dem h.i.n die Worte ja nur eine Brücke sind), wird man nichts vom Eigentlichen erkennen, wird man die Brücke abgerissen haben bevor man über sie drüber gegangen ist.

    Das wäre dann die Umstülpung von "Des Kaisers neue Kleider":
    Man nimmt die Kleider ab und sieht den Körper darunter nicht.

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    1. Up to the Midnight Hour of Existence there is, as it were, an expansion of man, by means of his mineral consciousness, into the breadths of the universe. From the Midnight Hour of Existence, however, until the next life on earth, the Human world, the inner being of man, is his body, soul, and spirit (GA0207)

      Sound :“… that I have not stopped since when Mondeninkorporation but'm gone, back to Saturn; whereas all the initiates, who spoke of these things, halted between the moon and sun, actually just went back to the Moon sphere. 243 184 (1924)”

      This is true, yet the importance of the Moon cannot be undermined as it is a true reflection of past events -

      “We recognize that from birth onwards, we constantly pass through a partial process of death, and real death sets in when the whole body does that which we ordinarily do through the nervous system, within a small part of the body.

      We therefore learn to look upon the moment of death by gaining insight on a small scale into its being through the activity of thinking in the human organism. Throughout the whole time after death, we can only look back upon our physical body because the following fact exists: Whenever a thought lights up within you during your ordinary life, this is always accompanied by the fact that physical matter is eliminated in the physical body, in the same way in which, for instance, physical substance separates from a precipitated salt solution. This lighting up of thought you owe to this obscuring, to this casting-off of physical mineral substance. When you abandon the physical body, you sum up in a comparatively brief space of time what lives in the continual stream of your thoughts. You confront the fact that in death there flares up all at once that which slowly glimmered and shone throughout your earthly life, from birth to death.

      Through this strong impression, in which the life of thoughts illuminates the soul like a great flash of lightning, we acquire the memory of our physical lives on earth. The physical body may be cast off, the etheric body may dissolve completely in the universal ether, but through the fact that we obtain in one experience this powerful thought impression (to mathematicians I might say: this thought-integral in comparison with thought differentials, from birth to death), we always have before us, throughout the time after death, as a mirroring element, our physical life on earth, even though we have laid aside our physical and etheric parts ….” (GA0079)


      Caryn

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  7. This partial death in the nervous system (according to Fortlage) is also described as devolution and unconscious inspiration in contrast to development and unconscious imagination in the limbs (67.344, not in English).

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    1. No it is not partial death in the nervous system. It is the nervous system that causes or transmits the elimination of the mineral-physical substance …

      “To the spiritual science of Anthroposophy, the nervous system appears as that organ which transmits this elimination of mineral-physical substances throughout the whole body. This elimination gives rise to that thought activity which we ordinarily carry with us through the world.”

      The World Development in the Light of Anthroposophy
      Lecture by Dr. Rudolf Steiner
      Given at the University of Christiana
      December 1, 1921
      (GA0079)


      Caryn

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  8. Nervous system or whole body?
    Steiners corrective moon example in The Occult Movement (1915) is connected with the role of elimination of mineral substance. Spiritual Science and Medicine (1920) Ch.4 discusses consciousness as the cause of the elimination of body fluids; Fundamentals of Therapy (1925) Ch. XI discusses the selfconscious elimination of uric acid in the brain itself. For Fortlages theme of consciousness as partial death (paralyzing, breakdown, devolution), see for example Riddles of the Soul, 1917, 21.168 f.). I encounter the same general theme in Study of Man 1919.

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    1. Embryology?

      Is it not our head, the human head, that is in a constant state of dying –

      “Outer matter is thrown back into nothingness, into chaos, so that the spirit may become newly creative. If one looks at this new creativity, one realizes that the Father God works in matter bringing it to completion. Matter confronts us in the outer world in the greatest variety of ways, so it is visible to us. Within our inner being, however, this matter is thrown back into its nothingness and then permeated with pure spiritual being.

      The world must appear to us in its double aspect. We see first the Father God, creating what is outwardly visible; we see how what is outwardly visible comes to an end in man's inner being, where it is thrown back into chaos. We must feel intensely how this world, the world of the Father God, comes to its end; only then will we be able to reach an inner understanding of the Mystery of Golgotha. It will become clear to us through this how the very thing that comes to an end, the creation of the Father God, is endowed with life once more by God the Son; a new beginning is made.” (Cosmosophy, Volume I, Lecture 2, Dornach, 24 September 1921)


      Caryn

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  9. In der Einleitung der Theosophie redet Steiner von einer Theosophie “durch Jahrhunderte hindurch“, also z.B. auch die Theosophie Jakob Böhmes. Er unterscheidet dort auch fortwährend Form (Verständnis/Fähigkeiten/Entwickelung/Erkenntniskräfte/Logik/Wissenschaft) vom Inhalt (Erlebnisse/Tatsachen). In diesem Sinne sind Steiners Erlebnisse dann Entdeckungen in neuer, wissenschaftlicher Form. Seine Mitteilungen betreffen nicht nur Resultate, sondern ebenso gut Methoden.

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    1. Yes, the true theosophically wisdom of Jacob Boehme (and Meister Eckhart as well) which is the wisdom of God just as anthroposophy is the wisdom of Man.

      For we live in the age of the consciousness soul now in which an inner awareness of oneself is developing and it is here that the real nature of the I first becomes revealed.

      Caryn

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    2. Und weiter gab es dann 1899 das behauptete Ende des Finsteren Zeitalters, was für Steiner methodisch die Möglichkeit einer unabhängigen, quasi mathematischen Geist-Erkenntnis bot. Die Kehrseite war jedoch:

      “Man ging eigentlich doch darauf aus, mit Unterdrückung des Vollbewußtseins, zu dem
      alten Traumbewußtsein wieder zurückzukehren. Und dieses Rückkehren war auch bei Mrs. Besant vorhanden. Sie hatte kaum eine Möglichkeit, die moderne Art der Geist-Erkenntnis zu begreifen. Aber was sie von der Geist-Welt sagte, war doch aus dieser heraus.“ 18.429 (Kap. 32)

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    3. Das Priorität-Gesetz galt vielleicht nur für das Zeitalter der mündlichen Mitteilungen (vgl. 95.13). Ein Mathesis-Argument kann die Strohmann-Argumentation (Anthroposophen …) ersetzen:

      “Der Erkennende hat dann einen Seelen-Inhalt, der so erlebt wird wie der mathematische.“ 28.429 (vgl. 35.9 und 99.11).

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    4. A flashing up of knowing 6 + 11 - 5 = 12 except it is not numbers but an accurate perception!

      Caryn

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    5. Die Theosophie und mathematische Methode der wahren Rosenkreuzer wäre bis Steiner nicht schriftlich festgelegt (und daher fehlt eine Quellenangabe):

      “Das rosenkreuzerische System ist jedoch mit unserer ganzen Kultur und Zivilisation vereinbar. Dieser Weg ist allerdings bisher nicht in Büchern oder Handschriften niedergelegt, sondern durch mündliche Überlieferung von einer Generation auf die andere übertragen worden. Eine ausführlichere Darlegung desselben findet sich in der «Luzifer-Gnosis» unter dem Titel «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?»“ 97.189

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    6. Bezügl. "Luzifer-Gnosis» unter dem Titel «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?" - findet man auf folgender Seite einen Link / PDF-Ausgabe:
      http://anthroblog.anthroweb.info/2015/wie-erlangt-man-erkenntnisse-der-hoeheren-welten-ein-ueberblick-i/#.VjoKkCuZH0M

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    7. oder direkt hier die gen. Luzifer-Gnosis Ausgabe:
      http://www.anthroweb.info/fileadmin/pdfs/1904_1905_WEM.pdf

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    8. Die 5. bis 7. Stufe der Rosenkreuzerschulung sind dargestellt in GA 13.391 f. (und in GA 93 bis 101), aber nicht beschrieben von Ravagli. Es geht dann u.a. um eine geistige Anatomie (vgl. 243.212 f.).

      „Und der Mensch lernt die ganze Welt kennen, wenn er sich vertieft in Milz, Leber und anderes mehr.“ 97.224

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  10. Eben entdeckt, zum Thema SKA, ganz interessant:

    http://diedrei.org/tl_files/hefte/2015/Heft11_2015/SKA-Diskussion%2011-15.pdf

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