Liebe deinen Nächsten oder: Datt Angela hat dem Rüdiger das Volkstum abgenommen

Keuler- Zitat Quelle
Besorgte Bürger gibt es allerorten, nicht nur in Ungarn, Slowenien und den östlichen, ehemalig sowjetisch indoktrinierten Einflussbereichen jenseits von Magdeburg. Die harte Zone (25% Reichsbürger, Stinkstiefel und pensionierte Gymnasiallehrer in Funktionskleidung) liegt in Sachsen und hatte, als die meisten Reichsbürger noch in der SED waren, niemals Westfernsehen.

Dann gibt es aber noch die Besonders Besorgten Bürger wie einen Rüdiger Keuler, der sich erneut auf der volksverhetzenden Website Bürgerstimme präsentiert.  Es geht natürlich wiederum um die Flüchtlingskrise, die anthroposophischen BBBs die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, dass ihr deutsches (arisches?) Erbmaterial verunreinigt werden könnte- daher das ständige Keulersche Reden von „Völkermord“ an den Deutschen. Aber Rüdiger Keuler beschwert sich auch noch, dass den Deutschen ihr Eigentum gestohlen werde, was ja nun gar nicht geht: „Das ist außer Völkermord auch noch Diebstahl, Raub am Eigentum des Volkes und das obwohl sie geschworen haben Schaden vom Volk abzuwenden. Die Geschichte der Zukunft wird Frau Merkel, ihren Gauckler und Thomas die Misere nicht einmal neben Hitler, Stalin oder Churchill stellen können, denn keiner der genannten war so verdorben, so verkommen, daß er das eigene Volk vernichten wollte. Ein größerer Rassismus, ein größerer Faschismus ist nicht denkbar.“

Wir haben also, nach Herrn Keuler, heute den „wirklichen“ Rassismus, Faschismus und Stalinismus, und die Repräsentanten sind Bundeskanzlerin, Bundespräsident und Minister des Inneren. Bevor Herr Keuler seine NPD- Parolen los wird, ergeht er sich auf die üblich wirre Art in allerlei anthroposophischen, ja sogar esoterischen Betrachtungen. Er würzt seine Hass- Parolen bizarrer Weise mit einer längeren Ausführung ausgerechnet über Liebe. Diese hat, kurz gesagt, nicht jeder verdient: „Die Liebe setzt immer eine Vorstellung, einen Begriff voraus, die Prüfung, ob sich die Liebe mit dieser Person, dieser Tat, diesem Ereignis, diesem Wesen berechtigter Weise verbinden läßt und in welcher Form diese Liebe dann auftreten müßte, wenn sie heilsam sein soll.“

Was nun eine „heilsame“ Form von Liebe gegenüber Mitmenschen in anthroposophischer Glatzen- und Pegida- Sicht ist, ist absehbar, denn ohne „Erkenntnis“ wäre jede Liebe „Egoismus oder Dummheit“. Natürlich gibt es für einen guten faschistischen Anthroposophen kein Pardon für die „Invasoren“, die uns mit „Verachtung und Vernichtung strafen“, nämlich die Flüchtlinge: „Ich habe im Laufe meiner Erfahrung als Heilpädagoge schon Fälle erlebt, in denen die Kinder, denen keine Grenzen gesetzt wurden, denen der Formung ermangelte, im späteren Alter ihre Eltern dafür geschlagen und angespuckt haben, weil ihnen eine solche aus der Selbstliebe, der Schwäche geborene „Erziehung“ zuteil wurde. Wer nicht Grenzen setzen kann und Formen schaffen, wird niemals Respekt und Achtung, geschweige denn Liebe vom anderen Menschen erfahren können. So werden uns nun auch die ins Land gerufenen und geschleusten Invasoren mit Verachtung und Vernichtung strafen, weil wir unsere Kultur nicht schützen und achten konnten, obwohl wir als Deutsche die heiligsten und höchsten Aufgaben von den Schöpfermächten übertragen bekamen.“

Die dumpfesten nationalistisch- rassistischen Parolen werden also von Keuler auf die „heiligsten und höchsten Aufgaben von den Schöpfermächten“ bezogen.

Was gibt es noch so bei den BBBs? Viel Werbung: Der unvermeidliche Ulfkotte mit dem Kopp- Verlag, DVDs aus der fremdenfeindlichen Abteilung des Kopp- Verlag, Ebay- Kleinanzeigen mit Dessous und angebotenen „Entspannungsmassagen“, sibirischer Lebenskraut- Tee und konkrete Auswanderungs- Möglichkeiten nach Panama. Das Angebot klingt durchaus stimmig und praktisch zurecht geschnitten für den gepflegten okkulten BBB. Man wünscht sich, dass Herr Keuler insbesondere über das Angebot bzgl. Panamas noch mal nachdenkt. Die entspannenden Dienste aus der Werbeabteilung passen auch deshalb so gut, weil sie mit einem Zitat Rudolf Steiners wunderbar abgerundet werden: „Solche Liebe ist das Kleid, das die Seele immer tragen soll. Dann webt sie selbst das Göttliche in die Dinge hinein.“ Ach ja.

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