Der Blick von außen II

Ingrid Haselberger 


»Die Liebe zum Eigenen – ob es nun die eigene Kultur, Religion oder auch die eigene Person ist – erweist sich in der Kritik. Die Liebe zum anderen kann viel rückhaltloser sein«, sagt Navid Kermani, und macht uns bewußt, wie notwendig es heutzutage ist, daß immer mehr Menschen den liebenden Blick von außen wagen.

Lesley Hazleton ist ein solcher Mensch.
Als Kind träumte sie davon, Rabbi zu werden. Oder vielleicht auch – als einzige jüdische Schülerin in einem katholischen Konvent – Nonne.
Dann studierte sie Psychologie, lebte 13 Jahre lang in Jerusalem, um für das Time-Magazin zu berichten, schrieb etliche Reportagen über den Mittleren Osten und landete schließlich in Seattle, wo sie seit Jahren in einem Hausboot lebt.

Lesley Hazleton bezeichnet sich selbst als agnostisch, doch »nonetheless very much in the Jewish tradition, not merely by an accident of birth«. Sie ist »fascinated by the vast and often terrifying arena in which politics and religion intersect«, bloggt seit 2010 als accidental theologist, und ihr neues Buch, das in einigen Wochen erscheinen wird, trägt den Titel Agnostic: A Spirited Manifesto.

Wie kam sie auf den Gedanken, eine Geschichte des Islam, und danach auch noch eine Biographie des Propheten Mohammed zu schreiben?

In einem bemerkenswerten Vortrag gibt sie ihre Antwort:

»How not? We are talking about one of the most influential figures of all times. A man who radically changed his world and is still changing ours. So how can so many of us know so little about him? – How come just the idea of writing about him seems to be fraught with tension?«
(»Wie nicht? Wir reden hier über eine der einflußreichsten Persönlichkeiten aller Zeiten. Einen Mann, der seine Welt radikal veränderte, der immer noch unsere Welt verändert. Wie kann es sein, daß so viele von uns so wenig über ihn wissen? – Wie kommt es, daß allein schon der Gedanke, über ihn zu schreiben, so konfliktträchtig erscheint?«)

Also belädt sie ihr Hausboot mit einer Menge von Büchern (worauf es deutlich tiefer im Wasser liegt als zuvor), darunter die vielen Bände der beiden ältesten Mohammed-Biographien von Muhammad ibn-Ishaq und Abu-Jafar al-Tabari, fünf unterschiedliche Koran-Übersetzungen und die arabische Originalfassung – und beginnt zu recherchieren...

Natürlich kann ich nicht wirklich beurteilen, ob Lesley Hazleton ein in allen Details „richtiges“ Bild vermittelt von dem, was damals in Mekka und Medina geschah, und schließlich in der gesamten arabischen Welt. Sie erhebt auch gar nicht den Anspruch auf die Verkündung eindeutiger und letztgültiger Wahrheiten.
Wer gut über historische Persönlichkeiten schreiben will, davon ist sie überzeugt, braucht Empathie und Vorstellungsgabe (»imagination«). Dabei geht es nicht um »spinning tales out of thin air, but taking what is known and examining it in the full context of time and place, following the strands of the story until they begin to intertwine and establish a thick braid of reality.«

Und so lese ich Lesley Hazletons Bücher nicht als, aber wie Romane – sie lassen das eher vage (und in letzter Zeit durchaus nicht immer „freundliche“) Bild verblassen, das ich bisher vom Islam in mir getragen habe, und stellen ein ganz anderes an seine Stelle, in klaren, leuchtenden Farben, deutlicher, detailreicher, sinnvoller – und vor allem: menschlicher.

Den Schluß ihres Vortrags habe ich mitgeschrieben:
»One thing I knew from the beginning, however: If I was to do justice to this remarkable story, if I was to bring it alive on the page – it had to be written in good faith.
Now I do realize there might be a certain irony in an agnostic standing here talking about faith.
But there has been so much bad faith, in every sense of the term – and we have to get beyond it.
All of us.
Whether we are secular or religious, theist or atheist or anywhere in between: we are all impacted by the words and actions of extremists.
What happens in one tiny corner of the world now reverberates globally.
But whether we live in Teheran or in Tel Aviv, in New York or in New Delhi – we do have a choice: we can refuse.

Refuse, that is, to allow ourselves to be led by anger and suspicion.
Refuse to allow ourselves to be manipulated by extremists of all stripes.
Refuse their narrow vision, their comic-book distortions, their miserably small minds.

We have to reclaim the narrative. The full narrative.
Beyond stereotypes, beyond snap-judgements – beyond headscarfs.

Just as we need to see Muhammad whole, so we need to start seeing each other whole.
In good faith.

Thank you.«

(»Eines wußte ich von Anfang an: Wenn ich dieser bemerkenswerten Geschichte gerecht werden, wenn ich sie lebendig zu Papier bringen wollte – dann mußte ich sie in gutem Glauben schreiben.

Mir ist bewußt, daß eine gewisse Ironie darin liegt, daß eine Agnostikerin hier vor Ihnen steht und vom Glauben spricht.
Aber es hat soviel bösen Glauben gegeben, in jedem Sinn dieses Begriffes – und wir müssen darüber hinaus gelangen.
Und zwar wir alle.
Ob wir nun säkular oder religiös sind, gottgläubig oder atheistisch, oder irgendetwas dazwischen: wir alle sind betroffen von den Worten und Taten der Extremisten.
Was in einer winzigen Ecke der Welt geschieht, schlägt jetzt globale Wellen.
Aber ob wir nun in Teheran leben oder in Tel Aviv, in New York oder in New Delhi – wir haben eine Wahl: wir können zurückweisen.

Es zurückweisen, uns von Ärger und Argwohn lenken zu lassen. 
Es zurückweisen, uns von Extremisten aller Couleurs manipulieren zu lassen.
Ihren engen Blick zurückweisen, ihre Comic-artigen Verzerrungen, ihre armselig kleinen Geister.

Wir müssen die Geschichte zurückverlangen. Die ganze Geschichte.
Jenseits von Stereotypen, jenseits von Vorurteilen – jenseits von Kopftüchern.

So wie wir Mohammed als Ganzes sehen müssen, so müssen wir auch damit beginnen, einander ganz zu sehen.
In gutem Glauben.

Ich danke Ihnen.«)

––––––––––––

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Lesley Hazleton:  
After the Prophet: The Epic Story of the Shia-Sunni Split 
The First Muslim: The Story of Muhammad

Kommentare

  1. … “dass immer mehr Menschen den liebenden Blick von aussen wagen“ …

    Nachdem ich diesen Satz zu wiederholten Malen gelesen und durch die Nacht getragen, kam er, dies hier schreibend, neben die Kopfleiste dieses Blogs zu stehen und da leuchtete in mir die folgende Frage auf. Wäre es nicht an der Zeit dem Egoisten Blog einen neuen Untertitel zu verpassen und an die Stelle von „Die bloggenden Anthropotanten“ zum Beispiel dieses zu setzen: „Menschen, die den liebenden Blick von aussen wagen.“
    Die Verwandlung der Ego zentrierten Sichtweise durch den liebenden Blick von aussen als neues Leitthema dieses Blogs?! Durch ein Selbstverständnis, in dem ich mir stets auf ein Neues hin ermögliche mich mir selbst gegenüber mich wie einem Fremden gegenüber stellen zu können, um dadurch dem je anderen Menschen uneingeschränkten Respekt erweisen zu können. Den anderen Menschen mit einer stetig zu steigernden Aufmerksamkeit des Augenblicks immer geistesgegenwärtiger zu begleiten, anstatt dieses oder jenes in seinem Sagen sofort von oben herab falsifizieren zu müssen, bzw. dieses vermeintlich zu können.
    Der je andere Mensch geht s e i n e n Weg der E r f a h r u n g und er darf und muss dies so können, wie er es sich in seinem Tun vorgibt. Sollte sich der Blick in Bezug auf sein Sagen bei mir verdunkeln, so ist es an mir hier Karma Arbeit zu leisten und mein Bewusstsein diesbezüglich durch die „Waschanlage“ zu fahren, anstatt dem Anderen meine Sicht überstülpen zu wollen.
    Anthropotantentum gehört, auch als Humoreske, mittlerweile einer schon fernen Vergangenheit an und von da her scheint mir aus meiner Sicht ein „neuer Griff,“ was den Untertitel dieses Blogg betrifft einer ernsthaften Überlegung wert.

    Bernhard Albrecht

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    1. Lieber Bernhard Albrecht,
      danke - ich habe mich sehr über Deine Worte gefreut und stimme dem meisten, das Du sagst, von Herzen zu.

      Allerdings: daß „Menschen, die den liebenden Blick von aussen wagen.“ sich als Untertitel für den Egoisten-Blog eignen würde, glaube ich doch nicht.
      Nicht nur, weil es als Selbstbezeichnung wohl ein wenig pathetisch daherkäme.
      Sondern vor allem, weil viele der Beiträge nicht dem liebenden Blick von außen, sondern dem selbstkritischen Blick von innen gewidmet sind...

      Da stimme ich Navid Kermani zu: »Die Liebe zum Eigenen – zur eigenen Kultur wie zum eigenen Land, und genauso zur eigenen Person – erweist sich in der Selbstkritik.«

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    2. Liebe Ingrid

      Menschen, die den Liebenden Blick von Aussen wagen - pathetisch? Aus meiner Sicht ist das zunächst einmal eine rein sachliche Feststellung. Wenn etwaige Leser einen derartigen Untertitel als pathetisch empfinden, dann, müssen sie sich dann nicht fragen in wie weit sie da nicht etwas sehr Persönliches hinein interpretieren, in wie weit sich da nicht ein Selbstbezug aus ihrer Vergangenheit neu entzündet und auf diesem Weg eine weitergehend noch tiefere Verarbeitung reklamiert, da hier möglicherweise etwas noch nicht so abgeschlossen ist, dass es sich nicht mehr"juckend" in einem regt.
      Ingrid, dies sind aus meiner Erfahrung heraus einfache Momente, in denen aus eigenen Untergründen heraus etwas vor die seelische Beobachtung geschwemmt wird, was genauer untersucht sein möchte. Innerlich hineingegangen in so etwas auf den ersten Blick hin scheinbar Nebensächliches kann gelegentlich damit sogar noch viel Weitergehendes klären helfen.
      Im Übrigen: Der gegenwärtige Untertitel: "Die bloggenden Anthropotanten," so denke ich, konnte und kann auch den ein oder anderen Leser durchaus reizen, sosehr er in meinen Augen humorvoll angelegt ist. Müssen redaktionell Verantwortliche wirklich auf eine jede mögliche "Empfindlichkeit" vorausschauend schon Rücksicht nehmen? Freies Geistesleben beinhaltet etwas sagen zu können, was nicht einem jeden "schmecken" muss.
      Ich habe mit meinem Untertitel Vorschlag lediglich vor dem Hintergrund Deines Artikels einen Anstoss für noch weiter gehende Überlegungen gesetzt. Wenn am Ende etwas gänzlich Anderes heraus kommt, hinter dem die verantwortlichen Redakteure authentisch stehen können, dann könnte ich das nur begrüssen.

      Bernhard Albrecht

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    3. Lieber Bernhard Albrecht,

      »Müssen redaktionell Verantwortliche wirklich auf eine jede mögliche "Empfindlichkeit" vorausschauend schon Rücksicht nehmen?«
      Nein, das müssen sie nicht, da stimme ich Dir zu.

      Ohne Michael, der als Blogbetreiber für derartige Änderungen allein zuständig wäre, vorgreifen zu wollen:

      Daß ein Titel wie »Menschen, die den Liebenden Blick von Aussen wagen«, leicht pathetisch wirken könnte, wenn diese Menschen ihn auf sich selbst beziehen, war ja eigentlich nur eine Nebenbemerkung.
      Einmal abgesehen davon, daß ich persönlich finde, derartige Titel sollten einem andere beilegen, und nicht man selbst — einmal abgesehen davon:
      Ich verstehe unter dem „liebenden Blick von außen“ zuallererst einmal nicht einen Blick „von außen“ auf sich selbst, sondern den liebenden Blick auf den anderen.
      Und in diesem Blog sind nuneinmal (wie ich ja auch geschrieben habe) viele der Beiträge nicht dem liebenden Blick von außen, sondern dem selbstkritischen Blick von innen gewidmet

      Den derzeitigen Titel „Die bloggenden Anthropotanten“ finde ich aus zwei Gründen passend:
      Einerseits, weil er an Rudolf Steiners humorvolle Äußerung von den »männlichen und weiblichen Tanten« erinnert und den Leser dadurch vorbereitet zB auf die karikaturistischen Beiträge, die hier von Zeit zu Zeit erscheinen.

      Andererseits aber (vielleicht nicht für jeden auf den ersten Blick erkennbar), weil „Anthropotanten“ zudem auch noch anklingt an die lateinische Form des Partizip Präsens.
      anthropotans… das bezeichnet für mich einen Menschen, der in einer Tätigkeit begriffen ist – den Präsenten (im Gegensatz zum anthropotatus, dem Perfekten, der diese Tätigkeit früher einmal ausgeführt und mit ihr bereits abgeschlossen hat).
      Und das wiederum scheint mir sehr gut zu passen zu dem hier beschriebenen Anthroposoph-IM-WERDEN-BLEIBEN.

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    4. ... "sondern dem selbstkritischen Blick von innen gewidmet" ...
      Liebe Ingrid

      Ist der gereifte selbstkritische Blick von innen nicht zugleich ein liebender Blick "wie von aussen sich selber gegenüber" und damit auch von aussen dem anderen Menschen gegenüber? Denn: Nur wer sich selber lieben lernt, kann auch einen anderen Menschen erst w i r k l i c h lieben.
      Das Dilemma der Selbstkritik ist es, dass diese nicht selten zunächst am eigenen Selbst wie hängen bleiben kann und demzufolge das eigene selbstkritische Verhalten zum Massstab nimmt, um es unversehens dem Dialogpartner anzuheften. Die Folge: Auseinanderbrechende und kaum auf längere Zeit hin durchziehbare Dialoge. Das Glühen eines freien Entwicklunsfeuers vermag sich nicht auszubreiten.
      Zu Deinen weiteren Anmerkungen: Mein "Zwischenruf" zu dem Blogg - Untertitel war spontan und wollte von daher kein Verändern insistieren. Eine "tänzerische Kapriole," eine Im Werden Bleiben Wollende Anregung - mehr nicht und ist demzufolge von meiner Seite nicht weiter zu kommentieren.

      LG. Bernhard Albrecht

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    5. @ B.Albrecht @ Ingrid

      Ehrlich gesagt, »Menschen, die den Liebenden Blick von Aussen wagen«, finde ich nicht allzu passend für den Egoblog.

      Früher hieß er ja mal "Club Roswitha" - niemand wusste warum; hat mir persönlich allerdings am besten gefallen (erinnerte an gepflegte und leicht verruchte Herrenclubatmosphäre).

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  2. Michaela @ Bernhard Albrecht:"...mich mir selbst gegenüber mich wie einem Fremden gegenüber stellen zu können,..."

    Ja, lieber Bernhard Albrecht, das setzt natürlich voraus, als erkennendes Ich aus dem Selbst herauszukommen. Ich will es mal bildhaft veranschaulichen : Wir können z.B. den Begriff:"Selbst" durch "Silber" veranschaulichen. "Silber" klingt schon so ähnlich wie:"selber". Den Begriff des "Ich" veranschauliche ich durch"Gold"
    Solange das Ich noch andauernd im Selbst drinsteckt, ist alles eine "Legierung", die aus Gold und Silber besteht.
    Um das eine vom andern zu trennen,braucht es einen Schmelztiegel und Wärme usw.
    Erst wenn das Gold draussen ist, wird das Silber zum Spiegel. Das Gold hat eine andere Farbe als das Silber, und erst wenn es draussen ist, kann es sich dran/drin spiegeln und dadurch als eine eigene Qualität erkennen.
    Mit dem Begriff "Selbst" meine ich all das, was an uns vergänglich ist und zu Staub wieder werden muss. Wenn wir das, was Du so schön formuliertest, wahrmachen wollen, dann dürfen wir uns nicht nur mehr mit dem materiellen Leib identifizieren, oder ?
    Ebensowenig, wie wir uns mit einem Spiegel identifizieren.

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    1. @Michaela

      Der liebende Blick von aussen ist dort wo er gelingt, wo ich mich mir selbst gegenüber (also selbstkritisch) mich wie einem Fremden gegenüber zu stellen vermag, ein voraussetzungslos respektierender. Selbstkritische (in einem tieferen Sinne des Wortes) Liebe ist bedingungslos.
      Gelingt das Mir - mich - selbst - Gegenüberstellen wie einem Fremden in einem Dialog nicht oder auch nur scheinbar nicht so ganz, dann erfülle nicht etwa ich eine Voraussetzung für das Gelingen des Dialogs nicht, sondern mein Gegenüber ist durch diesen Tatbestand leise gefordert hier Karma Arbeit zu leisten, sich also statt etwa empört über mein Verhalten von mir abzuwenden sich dieser in ihm aufwallenden Empörung zu stellen und in die Tiefe hinein zu fragen, was ist der eigentliche, von mir unabhängige Grund für das Aufwallen dieser Seelenstimmung.
      Rudolf Steiner verwendet in seiner Philosophie der Freiheit den mir sehr bedeutungsvoll erscheinenden Begriff der „Zurückdrängung“ des Leibes, einen Begriff, der im Zusammenhang mit praktischer Karma Arbeit meiner Kenntnis nach bisher noch nicht untersucht wurde. Und genau darum geht es in solchen gefährdeten Dialog Momenten, um die Zurückdrängung des Leibes, um eine Entwirrung von sich übereinander lagernden und sich verknotenden Energiewegen und Energieblockaden unter Zuhilfenahme der Seelischen Beobachtung. Die in zwei Strängen gegenläufig verlaufende Willensdynamik, die hier im Untergrund wirksam ist, will soweit geklärt werden, dass das Ich die Zügelführung übernehmen kann.
      Du schreibst es ja (Dich selbst fragend) selbst: … wenn wir das „wahrmachen wollen, dann dürfen wir uns (mit unserem Selbst) nicht … mehr mit dem materiellen Leib identifizieren.“ Zurückdrängung des Leibes ist angesagt. In dieser auf Leibfreiheit hin angelegten Dynamik liegt die jeweilige Lösung des Karma an der entsprechenden Stelle.
      Von illusorischer Selbstsicht befreit wird der Leib zum Spiegel für all das, was noch nicht erlöst in mir schlummert und seiner Karma Auflösung harrt. In des Wortes tieferer Bedeutung kann sich ein Freies Geistesleben aus meiner Sicht erst dort wirklich entfalten, wo diese Art von Karma Arbeit aktiv über viele Dialogstränge hinweg mehr und mehr angegangen wird. Auf sich überkreuzenden Wegen erlöst der eine jeweils für den anderen Karma. Und erschafft Freiheit, Freiheit, Freiheit …


      Bernhard Albrecht

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    2. Lieber Bernhard Albrecht,

      »Gelingt das Mir - mich - selbst - Gegenüberstellen wie einem Fremden in einem Dialog nicht oder auch nur scheinbar nicht so ganz, dann erfülle nicht etwa ich eine Voraussetzung für das Gelingen des Dialogs nicht, sondern mein Gegenüber ist durch diesen Tatbestand leise gefordert hier Karma Arbeit zu leisten, sich also statt etwa empört über mein Verhalten von mir abzuwenden sich dieser in ihm aufwallenden Empörung zu stellen und in die Tiefe hinein zu fragen, was ist der eigentliche, von mir unabhängige Grund für das Aufwallen dieser Seelenstimmung.«

      Sehr schön, danke --- allerdings würde ich es lieber umgekehrt formulieren:

      »Gelingt meinem Gegenüber das Sich selbst Gegenüberstellen wie einem Fremden in einem Dialog nicht oder auch nur scheinbar nicht so ganz, dann erfüllt nicht etwa mein Gegenüber eine Voraussetzung für das Gelingen des Dialogs nicht, sondern ICH bin durch diesen Tatbestand leise gefordert, hier Karma Arbeit zu leisten, mich also statt etwa, empört über sein Verhalten, von meinem Gegenüber abzuwenden, mich dieser in mir aufwallenden Empörung zu stellen und in die Tiefe hinein zu fragen, was ist der eigentliche, von meinem Gegenüber unabhängige Grund für das Aufwallen dieser Seelenstimmung.«

      Herzlich,
      Ingrid

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    3. Lieber Bernhard Albrecht,

      vorhin habe ich meinem Mann Deine Formulierung (und meine Umformulierung) vorgelesen --- und er macht mich darauf aufmerksam, daß ich Dich wohl mißverstanden habe, daß Du mit dem „Gegenüber“, mit dem Du hier in Dialog trittst, nicht einen anderen Menschen meinst, sondern „das Gegenüber in Dir“.
      In diesem Fall fände ich natürlich nichts umzuformulieren.

      Allerdings bin ich doch froh, daß ich's getan habe --- denn so formuliert stimmt es eben auch: für jedes Gespräch, in dem ein anderer Mensch aus Fleisch und Blut mein Gegenüber ist...

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    4. Liebe Ingrid

      Das Lesen Deiner Ausführungen versetzte mich zunächst in ein Erstaunen, um schlussendlich in einem freudigen Schmunzeln zu enden. Ihr habt nämlich beide recht. Dein Mann von seiner männlich betrachtenden Seite, wie Du von Deiner weiblich erlebenden Seite her.
      Dass sich männlich und weiblich denkendes Herangehen an jeweilige Ereignisse ergänzen, das Erleben gegebenfalls ausbremsen, um Verdichtung auf den Punkt hin zu ermöglichen oder das Betrachten dynamisieren, um es zu weiten und zu vertiefen, darin liegt das Potential einer möglichen Entwicklung von Bewusstheit in Gegenwärtigkeit und Authentizität.
      Ich grüsse euch beide herzlich,

      Bernhard Albrecht

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    5. Lieber Bernhard Albrecht,

      :-)
      Also, daß das was mit männlich-weiblich zu tun haben könnte, darauf wäre ich nicht gekommen. Danke für diese Bewußtseins-Weitung!

      Das läßt mich jetzt (wieder mal) an Rainer Maria Rilke denken, der – in diesem Brief an den jungen Dichter Franz Xaver Kappus – schrieb:

      »Eines Tages […] wird das Mädchen da sein und die Frau, deren Name nicht mehr nur einen Gegensatz zum Männlichen bedeuten wird, sondern etwas für sich, etwas, wobei man keine Ergänzung und Grenze denkt, nur an Leben und Dasein –: der weibliche Mensch.

      Dieser Fortschritt wird das Liebe-Erleben, das jetzt voll Irrung ist (sehr gegen den Willen der überholten Männer zunächst), verwandeln, von Grund aus verändern, zu einer Beziehung umbilden, die von Mensch zu Mensch gemeint ist, nicht mehr von Mann zu Weib. Und diese menschlichere Liebe (die unendlich rücksichtsvoll und leise, und gut und klar in Binden und Lösen sich vollziehen wird) wird jener ähneln, die wir ringend und mühsam vorbereiten, der Liebe, die darin besteht, daß zwei Einsamkeiten einander schützen, grenzen und grüßen.«

      Herzlichen Gruß zurück!
      Ingrid

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    6. ..."dass zwei Einsamkeiten einander schützen, Grenzen und grüssen" ...
      Liebe Ingrid

      Besser und tiefschürfender als Rilke lässt es sich einfach nicht sagen.
      Auch auf die Gefahr hin, dass ich von anthroposophischer Seite deshalb angegriffen werde, will ich dem nur dies noch hinzufügen: Der Grundkern der anthroposophischen Bewegung ist geankert in eben dieser von Rilke so zart angedeuteten dynamischen, allein auf das Menschliche hin ausgerichteten Yin - Yang Bewusstheit.
      Herzlich grüsst Dich,

      Bernhard Albrecht

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  3. Michaela @ Bernhard Albrecht:" Und schafft Freiheit,Freiheit,Freiheit..."

    Wenn wir sagen, es gehe darum, sich nicht mit dem zu identifizieren, was vergänglich ist, es gehe um "Zurückdrängung" des Leibes, missverstehen das manche als Aufforderung, sich einem verknöcherten Asketentum hinzugeben, welches die Lebenslust ausschliesst. Doch es reicht ein kurzer Moment, in dem wir uns aus dem Leib rausziehen, dafür aus, diese Identifikation mit dem Vergänglichen zu beenden.
    Ab da erleben wir den Leib als ein Werkzeug. Und das muss nicht bedeuten, dass wir das Werkzeug geringschätzen ! Das Werk selbst -z.B. ein Gemälde-ist mehr als der Pinsel des Meisters, doch ohne Werkzeug könnte kein Werk zustandekommen.
    Wenn wir "Freiheit" durch eine Bilderschrift veranschaulichen wollten, wie wäre das möglich ? Es gibt ja das Wort:"Freien" für "Hochzeithalten". Wir könnten einen Hochzeitstanz darstellen: Tanz aus der Reihe, oder ?

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    1. Der Begriff Zurück - Drängung ist eindeutig. Wer ihn, wie Du anmerkst, missversteht, liesst aus meiner Sicht einfach nicht richtig. Fasse ich über die Jahre hin verschiedene Beobachtungsstränge zusammen, so schält sich für mich diesbezüglich eine Art Aufmerksamkeits - Leit - Schwäche heraus, die heute mehr und mehr um sich zu greifen scheint und durchaus auch zusammenhängt mit Verklebungen des Selbst an Vergangenem. Loslassen in die Gegenwart hinein wird immer schwieriger.
      Wie sich Asketentum aus vergangenen Leben heute auslebt, das kann der aufmerksame Beobachter, indem er komplexe Zusammenhänge in einzelnen Aspekten isoliert betrachtet, sich z.B. über verschiedene Essstörungsbloggs zur Anschauung bringen. Die zurück gewiesene Lebenslust als übermächtig klammernde Fessel.
      Was Du mit: "es reicht ein kurzer Moment, in dem wir uns aus dem Körper herausziehen" andeutest wäre, vorallem vor dem Hintergrund einer individuell in ein Wachsen hinein vorangetriebenen inneren Anschauung von dem, was Rudolf Steiner mit "Zurückdrängung" anspricht näher zu untersuchen. Solange aber keine tiefer greifenden forschenden Fragen aus dem eigenen Erfahrungsfeld heraus an den Begriff "Zurückdrängung" gestellt werden, kann sich dieser auch nicht aufhellen, den Blick in erweiterte Erkenntnis- und Erfahrungszusammenhänge hinein weiten.
      Wenn, was mit "Zurückdrängung" durch Rudolf Steiner auf den Weg gebracht werden wollte auch nur ein wenig im sozialen Raum präsent wäre, dann hätte es z.B. eine ganze Reihe von Unterstellungen im Zuge der SKA durch Christian Clement nicht geben können. Im Grunde sind in dem einen Wort "Zurückdrängung" wesentliche Aspekte des Michaelsmysteriums enthalten. Der Mut dem Drachen entgegen zu treten, durch die Drachenhaut gewissermassen hindurch zu gehen und den Leib soweit innerlich mit Hilfe der seelischen Beobachtung aufzuhellen, dass er zu einem Tor hinein in die geistige Welt werden kann. Nicht mehr also, wie noch in vergangenen Mysterien Zusammenhängen sich aus dem Körper herausziehen, sondern durch den Körper hindurch zu neuen Ufern geistigen Schauens. Darin ist Rudolf Steiner so etwas von modern und eigenständig, dass ihn noch heute, beinahe hundert Jahre nach seinem Tode, Menschen aus den Reihen der Anthroposophen offen oder verdeckt deswegen bekämpfen.
      Einfach, weil sie es immer noch nicht für notwendig erachten von ihrem Erfahrungsfeld ausgehend, fragend tiefer sich in der seelischen Beobachtung mit einzelnen Begriffen auseinander zu setzen.

      Bernhard Albrecht

      PS.: Zu den von Ingrid aufgeworfenen Fragen werde ich mich baldmöglichst noch äussern.

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  4. Michaela @ Ingrid: Ja, was Du zu Bernhard Albrecht kommentierst, leuchtet auch mir ganz ein. Jetzt, wo Du das durchgearbeitet hast, geht mir das auf. Weil so, wie er es formulierte, es wie ein Delegieren von Verantwortung an sein Gegenüber wäre. Doch es liegt ja an uns, ob wir mit genügend Abstand zu uns selbst diesem Andern begegnen.
    Oder, ob wir zu nichts weiter als Selbstdarstellung fähig sind. Danke, liebe Ingrid, dass Du so gründlich bist ! Bin gespannt, wie Bernhard Albrecht darauf reagiert.

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    1. ... "Delegieren von Verantwortung an sein Gegenüber" ...?
      @Michaela

      Wie soll das gehen, stehst Du doch zunächst immer, wenn Du auf das Denken oder Sagen eines anderen Menschen blickst im Spiegel des anderen Menschen Deinem Denken gegenüber. Was Du denkend für Dich abbildest, das ist durch Deine Erfahrungen und vorgeprägten Denkstrukturen bestimmt. Du kannst das Denken des anderen Menschen nicht einfach eins zu eins ein weiteres Mal gleichsam denkend wie dieser Andere denken. Der griechische Philosoph Heraklit umschrieb das so: "Du kannst nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen."
      Wie also soll Dir auf innerem Felde der Andere da etwas delegieren können? Was Du tust, Du und niemand anderer als Du übernimmt dabei Verantwortung allein für Dich. Und Du tust es gemäss der Möglichkeiten das Denken des anderen Menschen abbilden zu können. Du bestellst die Felder Deines Denkens neu, setzt und pflegst Entwicklungsimpulse für Dich oder gammelst im Faulschlamm Deiner Gedanken, die Du nicht willens bist zu verändern weiter vor Dich hin und bereitest so, wie das Burghard vor einiger Zeit so nachdrücklich auf diesem Blogg gesagt hat, Du bereitest aus Gedankenträgheit oder Vorurteil heraus Deine Arbeitslosigkeit im jenseitigen Leben vor.
      LG., Bernhard Albrecht

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    2. Lieber Bernhard Albrecht,

      Michaela bezog sich mit ihrem Dank für mein „Durcharbeiten" und dem „Delegieren“ auf Deine Worte bzw meine Umformulierung Deiner Worte, hier.

      Ich hatte Dich, wie Du ja inzwischen weißt, zunächst so verstanden, als würdest Du im Dialog allein Deinem Gegenüber (also einem anderen Menschen) die „Karma-Arbeit“ übertragen...

      :-) Ich muß gestehen, daß mir trotz Deines Schmunzelns nicht vollständig klar geworden ist, wie Du es nun wirklich gemeint hast.
      Aber ich kann gut nachvollziehen, daß Deine Worte als ein Delegieren der Karma-Arbeit an Dein jeweiliges Gegenüber im Dialog verstanden werden kann.
      Genau deshalb, weil ich Dich auch selber so verstanden hatte, hatte ich ja dazugeschrieben, wie ich es lieber formulieren würde.

      »Was Du tust, Du und niemand anderer als Du übernimmt dabei Verantwortung allein für Dich.«
      Eben. Auch Dein Gegenüber kann das nicht für Dich tun.

      Herzlich,
      Ingrid

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  5. Michaela @ Bernhard Albrecht: "Der Begriff Zurück-Drängung ist eindeutig."

    Es gibt den Vortragszyklus: " Alte und neue Einweihungsmethoden", GA 210.
    In einem dieser Vorträge beschreibt Rudolf Steiner die wesentlichen Unterschiede zwischen der alten und der heute zeitgemässen Methode wie folgt: In den antiken Mysterienschulen ging es darum, dass mit Hilfe eines physischen Vergessenheitstrunkes, der auf den Leib wirkte, "der Leib zurückgezogen" wurde vom Geist.
    In der heutigen Zeit müsse jedoch "der Geist herausgezogen" werden.

    In früherer Zeit wirkte man direkt auf den materiellen Körper, indem man den Kandidaten einen Trank eingab, welcher einen Schrecken verursachte, der den Leib in Katalepsie/Erstarrung brachte. So wurde der Leib sozusagen vom Geist des Menschen "zurückgezogen",dh., so wurde leibfreies Erleben ermöglicht. Die Schüler dieser alten Mysterien wurden jahrelang auf solche Erfahrung geistig vorbereitet. Das war nur dadurch möglich, dass diese Mysterien hermetisch abgeschlossen waren. So konnte man verhindern, dass Menschen ohne Vorbereitung solcher Erfahrung ausgesetzt wurden.

    Die Methode, direkt sich aus dem Leib "herauszuziehen" ohne auf den Leib selber einzuwirken, ist gefahrlos und durfte deswegen vor die ganze Menschheit hingestellt werden. Dasjenige, was in den alten Mysterien angewandt wurde, darf heute nicht für die gesamte Menschheit gelehrt werden, weil es grosse Gefahren mit sich bringt dadurch, dass die geistige Vorbereitung nicht für jedermann gewährleistet ist.

    Wenn ich diesen o.g. Zyklus lese und das dadurch Gesagte mit dem Begriff "Zurückdrängung des Leibes" zusammendenke, dann erscheint zumindest mir dieser Begriff gar nicht so unbedingt "eindeutig". Sondern er scheint mir der Tatsache Rechnung zu tragen, dass auch eine Erweckung ausserhalb dessen stattfinden kann, was Steiner als "reguläre Esoterik" benennt. Durch GA 210 sagt Steiner, es sei "pathologisch", heutzutage die alte Methode anzuwenden. Doch durch GA 118 sagte er am 18.April 1910 in Palermo: " Die Menschen, welche diese Fähigkeit besitzen, werden sogar als fantastisch und krank betrachtet werden."
    Da haben wir zwar den Hinweis auf das Pathologische, doch eben in Verbindung zum Hinweis auf Fähigkeit. Ähnlich wie bei der Erweckung des Lazarus zu Johannes, wo ja auch zunächst von einer "Krankheit" die Rede ist, die nicht zum realen Tode führt.
    Da geht es um mystischen Tod. Doch im Zusammenhang mit diesem Pathologischen wird dann von Erweckung-also Initiation - gesprochen.
    Sofern ich Steiner richtig verstehe, gibt es eine Abkürzung der alten ägyptischen Methode, bei welcher der mystische Tod nicht so lange dauert. Ich glaube, dass Paulus diese Methode von den griechischen Mysterien her kannte.

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  6. Michaela: Setzt die Liebe zum Anderen wirklich die Selbstliebe voraus ?

    Ein Fall ging durch die Medien: Eine Familie aus Mutter,Vater, Schwestern und Brüdern sass zusammen in einem Reisebus. Ein Terrorist warf eine Handgranate in den Bus hinein. Ein Sohn der Familie soll dann-so der Vater im Interview-sich spontan direkt auf die Granate geworfen haben, kurz bevor diese explodierte. Sein Körper fing die Explosion ab, wurde zerfetzt. Dadurch rettete der Sohn die Anderen. Ist das nicht die grösste LIEBE ? Sich selbst für andere zu opfern ? Doch mir sei die Frage erlaubt, was das mit irgendeiner Art von "Selbstliebe" zu tun hat ?

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  7. Michaela @ Bernhard Abrecht: " Delegieren von Verantwortung an sein Gegenüber" und:"wie soll das gehen" ??

    Lieber Bernhard Albrecht,

    beim Lesen Deines Kommentares ging es mir zunächst ähnlich, wie es offenbar ja auch zunächst Ingrid dabei ging. D.h., ich las Deine Begriffe "Dialog" und "mein Gegenüber".
    Unter dem Begriff "Dialog" verstehe ich ein Gespräch zwischen zwei Personen. Daher glaubte ich, Du habest mit "mein Gegenüber" eben eine andere Person gemeint. Es ist ja auch möglich, ein Gespräch von Ich zu Ich mit jemand zu führen, so, dass es aus einer Distanz zum Selbst heraus geführt wird.

    Bei Selbstgesprächen würde ich eher von einem Monolog gedanklich ausgehen, weniger von einem Dialog. All das scheint mir Frage von Begriffsklärung zu sein. Sofern man sich verständigen will, muss man wohl Begriffe klären. Um sich wie einem Fremden gegenüberstehen zu können, muss man ja als ein erkennendes Ich aus dem Selbst herauskommen. Aber wenn man noch Selbstgespräche hält, dann haftet das Ich noch am Selbst. Das Rauskommen besteht ja u.a. auch darin, Selbstgespräche zu beenden.
    Ich meine damit auch gedankliche Selbstgespräche. Um ins Schweigen und in die Stille und so ins Lauschen zu kommen. Gedankenkontrolle erfordert doch auch, das Denken bewusst abstellen zu können. Nur so ist reine Wahrnehmung erlebbar. Solange man immerfort denkt, denkt,denkt, solange kommt man nicht ins Schauen. Auch nicht ins Hören und ins Fühlen. Wer z.B. Gitarre spielt und während des Spielens andauernd denken würde, statt sich auf das Gefühl zu konzentrieren, dem ginge die Konzentration flöten. Worüber musstest Du schmunzeln ? Das ist mir noch nicht aufgegangen !
    Woran mag es liegen, dass es noch nicht aufging ? Faulschwamm der Gedanken ? So eine Fango-Packung ? Oder Moor-Schlammbad der Gedankenfaulheit ? Watt aus dem Meer ?
    Oder vielleicht doch Deine Maxime: Warum einfach formulieren ? Wenn es doch auch umständlich geht ?

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