Russisches Geld und geheime angelsächsische Bruderschaften

Dass Russland in einem atemberaubenden, nie gekannten Ausmaß von einer Clique im Kreml ausgesaugt und des Volksvermögens beraubt wird, ist keine Neuigkeit- dass aber auch die Deutsche Bank in Moskau an dieser Stelle an halb- bis illegalen Geldwäsche- Geschäften und intransparentem Transfer von russischen Milliarden nach Großbritannien beteiligt ist, wurde erst vor wenigen Tagen durch eine groß angelegte Recherche in The New Yorker ausgeführt. Das Geld wandert in so genannten Spiegelgeschäften in Off- Shore- Steuer- Paradiese wie British Virgin Islands: „Because the Russian company and the offshore company both belonged to the same owner, these ordinary-seeming trades had an alchemical purpose: to turn rubles that were stuck in Russia into dollars stashed outside Russia. On the Moscow markets, this sleight of hand had a nickname: konvert, which means “envelope” and echoes the English verb “convert.” In the English-language media, the scheme has become known as “mirror trading.”“ Allein durch diese eine Masche, durchgeführt durch einen 38jährigen Deutsche- Bank- Mitarbeiter, der es inzwischen vorgezogen hat, sich mit seiner Familie nach Bali zu verabschieden und sich einen Bart wachsen zu lassen, verschwanden, wie die Deutsche Bank unter Druck zugibt, zehn Milliarden ins anonyme Nirgendwo. Weitaus größere Summen versickerten allerdings seit Putins Dienstantritt- so der zitierte Artikel-, ohne dass offizielle Spuren davon nachweisbar wären, in die Immobilienmärkte von London und New York- so weit und so umfassend, dass diese Märkte utopische Größenordnungen in Form von Blasen angenommen haben und Ungleichgewichte in den Volkswirtschaften hinterlassen. Selbst die tschetschenische Mafia scheint die Gelder, die Moskau angeblich zur Entwicklung des Landes zahlt, lieber in solche - ideologisch doch verhassten - Märkte umzuleiten. Da es sich hier um ein einziges Geldinstitut in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen geht, darf man davon ausgehen, dass der Diebstahl russischen Volkseigentums in der Gänze Hunderte von Milliarden beträgt.

Im Rahmen der Panama- Papers - hier nur ein einzelner Artikel der Süddeutschen zum Thema- wurden die Methoden aufgedeckt, mit denen Putins Vertraute Gelder systematisch abzweigen. Der oppositionelle Alexej Nawalny ist verzweifelt darüber, dass niemand in Europa den Willen hat, diese systemische Geldwäsche der russischen Regierung und Oligarchen ernsthaft zu bekämpfen: „Wir wussten ungefähr, wie die Putin'sche Korruption funktioniert: Er hat Freunde, diese Freunde gewinnen staatliche Ausschreibungen und verdienen damit Milliarden. Diese Milliarden sind wie ein gemeinsamer Topf, aus dem er sich bedienen kann. Jetzt stellt sich heraus, dass es außerdem noch eigene Kassen Putins gibt. Und wir sehen, wie sie gefüllt werden.“ (dito) Aber es scheint schlicht um zu viel Geld und um die Nutzung eines intransparenten Finanzmarktes zu gehen, dass irgend jemand einschreiten wollte. Vielleicht ändert sich diese Einstellung zumindest in den USA, wie die Ermittlungen gegen die Deutsche Bank andeuten, da immer klarer wird, dass die veruntreuten Gelder von Putins Getreuen auch dazu genutzt werden, um in den US- Wahlkampf einzugreifen, Marine le Pen und andere Rechte in Europa zu finanzieren:“Es wäre nicht das erste Mal, dass Geld aus Russland in die Kassen des FN fließt. Bereits vor rund einem Jahr hat die FN-Vorsitzende Le Pen für ihre Partei einen Neun-Millionen-Kredit bei einer russischen Bank aufgenommen, die von einem Putin-Vertrauten geführt wird. Der FN-Schatzmeister Wallerand de Saint-Just bestätigte damals entsprechende Medienberichte. Das Geld brauche die rechtsextreme Partei unter anderem für die Organisation ihres Parteitages in Lyon, hieß es. Kritiker sagten jedoch, das Geld sei eine Art „Belohnung“ dafür, dass der FN die Sanktionspolitik der EU in Sachen Krim-Annexion scharf geißelte.

Im Westen wird mit den russischen Milliarden ein ganzes Netz von Desinformations- Medien unterhalten, das den Druck auf die demokratischen Prozesse in einer politisch angeschlagenen EU inmitten der Flüchtlingskrise erhöhen soll. Dabei kommt es durch russlandtreue Propagandisten und Fernsehstationen zu einer sich verstärkenden Kampagne nach der anderen. Daniele Ganser ist nur einer von ihnen: „Ganser bewegt sich mit seiner Vortragstätigkeit und Pressearbeit in einem rechtspopulistischen bis rechtsesoterischen Umfeld, das seine verschwörungstheoretischen Inhalte und politischen Positionen begeistert aufnimmt. Ganser ist mittlerweile zum Shooting Star einer grenzüberschreitenden Querfront-Szene geworden und wird in den entsprechenden subkulturellen Zusammenhängen als intellektueller Vorreiter gehandelt. Kontakte bestehen insbesondere zu Jürgen Elsässer („Compact“), zu KenFM, Alpenparlament.TV, Nuoviso und anderen, ähnlich gearteten „Alternativmedien“, deren vollständige Auflistung hier den Rahmen sprengen dürfte…“ (Quelle Irma Kreiten). Die in diesen fadenscheinigen Medien erschienen propagandistisch geprägten Artikel werden wiederum von russischen Quellen aufgegriffen und wieder verwertet: „..beruft man sich sogar auf Daniele Gansers Auftritte bei RT um zu behaupten, der Schweizer Historiker habe vergeblich vor dem nun in der Ukraine stattfindenden Genozid gewarnt“ (dito). „Russia Today“ und ähnliche von Moskau abhängige und finanzierte Sprachrohre nutzen die ideologisch verzerrten Behauptungen als angebliche Belege.

Die übelsten Pamphlete dieser Art werden von anthroposophischen Verlagen wie dem Perseus- Verlag gedruckt, der u.a. den italienischen Verschwörungstheoretiker Guido Preparata verbreitet: „Von Preparata stammen u.a. die Publikationen „Conjuring Hitler. How Britain and America made the Third Reich“ (auf dem Cover passenderweise ein Adolf Hitler, der von Marionettenfäden gehalten wird) und „The Ideology of Tyranny: The Use of Neo-Gnostic Myth in American Politics“. In ersterer behauptet er, es gebe „weit Schlimmeres als den Nazismus” und dies sei „die Hybris der angloamerikanischen Bruderschaften” (..) Mit dessen Verleger, dem Anthroposophen Thomas Meyer, steht wiederum auch Daniele Ganser in Kontakt, so hat Ganser Meyer Interviews für dessen Magazin „Der Europäer“ gegeben. Daß es sich hier nicht um einmalige, zufällige Berührungspunkte handelt, daß Daniele Ganser und Guido Preparata vielmehr in die gleichen diskursiven Netzwerke verwoben sind..“ (dito)

Das entwendete russische Volksvermögen, das in rechte (auch linke) Parteien, Ideologen und Medien zur Destabilisierung der westlichen Demokratien und insbesondere der EU wandert, wird also zugleich auch missbraucht, um die Vision eines durch Russland dominierten Eurasiens zu untermauern. Guido Preparata argumentiert also direkt aus der ideologischen Trickkiste Alexander Dugins, wenn er behauptet, angelsächsische Geheimbünde hätten „eine „gigantische Einkreisung der eurasischen Landmasse“ geschmiedet. Hauptziel der „titanischen Belagerung“ des „jungen deutschen Reiches“ sei „die Verhinderung eines Bündnisses zwischen Deutschland und Russland“ gewesen und Britannien habe eine „außerordentliche Kampagne zur Auseinanderreißung Eurasiens“ betrieben“. (dito)

Die Spur dieser angelsächsischen Bruderschaften, deren Marionette schon Hitler gewesen sei, findet sich indirekt auch in dem hier im Blog kritisierten Artikel von Stefan Eisenhut bei der anthroposophischen Zeitschrift „Die Drei“,  in dem z.B. darüber spekuliert wird, angelsächsische Politiker hätten besondere Fähigkeiten, auf die Instinkte der Bevölkerung zu wirken.
Mit solchen Andeutungen wird offenbar unter einem Deckel auf die Wirkmechanismen vermuteter "geheimer angelsächsischer Bruderschaften" spekuliert, die besondere Fähigkeiten zur Manipulation der Instinkte der Bevölkerung haben sollen- etwas, was im Perseus- Verlag durch "Guido Preparata" (putziger Kunstname!) in Reinkultur ausgeführt wird. Tatsächlich handelt es sich um aber um Propaganda im Sinne russischer Phantasien vom eurasischen Großreich.

....
Zitierte Quellen:
http://www.newyorker.com/magazine/2016/08/29/deutsche-banks-10-billion-scandal
http://www.sueddeutsche.de/politik/russischer-oppositionspolitiker-die-indizien-sind-eindeutig-1.2949514
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.putin-unterstuetzt-rechtspopulisten-der-front-national-und-der-kredit-aus-russland.d8feccad-35ae-4316-8b43-04c1ea39a0b0.html
http://sochi2014-nachgefragt.blogspot.de/2014/12/rainer-rothfu-goes-querfront-tubinger.html

Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Eggert,
    jetzt reicht's. Sie können sich nicht in den Diskussionsthreads freundlich und umgänglich geben und dann in Ihren offiziellen Blogbeiträgen die Keule rausholen. Was, bitteschön, hat mein Versuch, Stephan Eisenhuts Artikel zu erläutern, mit den von Ihnen beschriebenen Machenschaften zu tun – mit "Propaganda im Sinne russischer Phantasien vom eurasischen Großreich"?! Bzw. mit den Schriften von Herrn Preparata? Doch nur die oberflächliche Verbindung, dass Rudolf Steiner von geheimen angelsächsischen Bruderschaften gesprochen hat – worauf ich mich übrigens in meinen Beiträgen hier bewusst nirgends bezogen habe, weil ich mich an solchen Spekulationen nicht beteiligen will. Dennoch werde ich von Ihnen kurzerhand mit Leuten in einen Topf geworfen, die offenbar ganze Bücher darüber schreiben.
    Sie benehmen sich hier wie der Oberlümmel von der letzten Bank, der mit seinen Spießgesellen alles höhnisch durch den Dreck zieht, was ihm widerstrebt, im Vieraugengespräch sich ganz vernünftig gibt, aber gleich lospöbelt, sobald er wieder vor seinem Fanclub agiert.
    Ich war ehrlich bereit, mich auf offene Diskussionen hier einzulassen. Davon haben Sie mich gründlich kuriert. Und die Art, wie Sie dieses Zitat von mir verwenden, wirft ein schlechtes Licht auf Ihre sonstigen Argumentationen.
    Und das ist schade. Denn das von Ihnen angesprochene Thema ist wichtig. Aber nolens volens sorgen Sie dafür, dass nur ein kleiner Kreis von Parteigängern Sie und Ihren Blog wirklich ernst nimmt.
    Ich habe bis vor kurzer Zeit ohne die Lektüre Ihres Blogs ganz gut gelebt. Das lässt sich wieder einrichten.

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    1. Sehr geehrter Herr Weise,

      »Die Spur dieser angelsächsischen Bruderschaften, deren Marionette schon Hitler gewesen sei«, finde sich indirekt auch in Ihren und Herrn Eisenhuts Äußerungen, schreibt Michael Eggert.

      Nun — falls Sie hier (was ich aufrichtig hoffe) doch noch mitlesen, so möchte ich Sie fragen:

      Was genau wäre denn, Ihrer Ansicht nach, der Unterschied zwischen britischen Politikern, die ihre Fähigkeit nutzen, »das, was in den Instinkten aus dem Unbewussten in der Seele sich geltend macht, bewusst zu artikulieren und in die Bahnen zu lenken, die ihren Interessen nützen« – und geheimen angloamerikanischen Bruderschaften, die ihrer Hybris frönen und im Hintergrund die Fäden ziehen?

      Herzlichen Gruß (wirklich!),

      Ingrid H.

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    2. Also schön, weil Sie es sind:

      Das eine sind Leute, die eine – angeborene oder erworbene – Fähigkeit besitzen, und die anderen haben eine – wie auch immer geartete – Mitgliedschaft. Ich glaube nicht, dass das eine mit dem anderen notwendig verbunden ist.

      Ob es solche Bruderschaften überhaupt noch gibt und wenn ja, welche Macht sie noch haben, vermag ich nicht zu beurteilen und ich lehne es, wie gesagt, grundsätzlich ab, darüber zu spekulieren.

      Ebenso versteht es sich von selbst, dass es auch in Kontinentaleuropa Politiker mit dieser Fähigkeit gibt. (Und erst recht solche, welche die Instinkte und Ressentiments ihrer Wähler für ihre eigenen Interessen benutzen.) Solche Generalisierungen sind eben immer problematisch.

      Nun eine Gegenfrage: Warum musste ich diesen simplen Unterschied von Fähigkeit und Mitgliedschaft überhaupt explizieren? Weil Sie vermutet haben, dass ich mit dem einen doch das andere meine, nicht wahr? Und warum sollte ich mit Leuten diskutieren, die mir andauernd solche Dinge unterschieben?

      Ich habe schon vor mehreren Tagen Mails erhalten, in denen mir dringend abgeraten wurde, mich hier weiter zu engagieren. Es war, wie ich gestehen muss, naiv von mir, diese Warnungen in den Wind zu schlagen.

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    3. Sehr geehrter Herr Weise, ich möchte Sie nicht persönlich angreifen und habe deshalb das Zitat, in dem Sie in den Zusammenhang mit den Ausführungen Eisenhuts gebracht werden, heraus genommen- um die Schärfe der Auseinandersetzungen auf einem auskömmlichen Niveau zu halten.

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    4. Sehr geehrter Herr Weise,

      vielen Dank für Ihre Antwort.

      »Nun eine Gegenfrage: Warum musste ich diesen simplen Unterschied von Fähigkeit und Mitgliedschaft überhaupt explizieren? Weil Sie vermutet haben, dass ich mit dem einen doch das andere meine, nicht wahr? Und warum sollte ich mit Leuten diskutieren, die mir andauernd solche Dinge unterschieben?«

      Eben weil ich Ihnen nichts unterschieben will, habe ich nachgefragt.
      Daß ich vermutet hätte, Sie hätten mit dem einen doch das andere gemeint, ist zuviel gesagt.
      Ich hatte es mir einfach nicht bewußt gemacht, daß man in einer Bruderschaft wohl Mitglied ist, während man Fähigkeiten auch haben kann, ohne irgendwo Mitglied zu sein.

      Jedenfalls assoziierte ich tatsächlich sowohl zu den betreffenden Stellen des Artikels von Herrn Eisenhut als auch zu Ihren Erklärungen dazu unwillkürlich, ohne jede Unterstellungsabsicht, diese "geheimen Bruderschaften".
      Daher erschien mir Michaels Formulierung durchaus plausibel:
      »Mit solchen Andeutungen wird offenbar unter einem Deckel auf die Wirkmechanismen vermuteter "geheimer angelsächsischer Bruderschaften" spekuliert, die besondere Fähigkeiten zur Manipulation der Instinkte der Bevölkerung haben sollen...«.

      Es ist ähnlich wie mit dem automatischen pejorativen Verständnis von Begriffen wie "instinktmäßiges Handeln": diese Assoziation scheint mir in anthroposophischen Kreisen gewissermaßen in der Luft zu liegen.
      Ich finde es immer noch seltsam, wenn ein anthroposophischer Autor nicht damit rechnet.

      Und ich halte es für berechtigt, in diesem Zusammenhang hinzuweisen auf die russischen Phantasien vom eurasischen Großreich.
      (Dabei denke ich, wieder: unwillkürlich, auch an die hier erwähnte Stelle aus dem DieDrei-Artikel von Andreas Laudert…)

      Herzlichen Gruß, und Gute Nacht!
      Ingrid H.

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    5. Herr Eisenhut verweist nun einmal mit seinen Zitaten und dem Verweis 6 auf Rudolf Steiners problematischen Band GA 186. Problematisch deshalb, weil diese Vorträge unmittelbar in den Wochen nach Ende des Ersten Weltkrieges gehalten wurden. Steiners Erschütterung zeigt sich in einer erheblichen Sprunghaftigkeit; thematische Wechsel zwischen politischem Tagesgeschäft, meditativen Betrachtungen zur Natur des Menschen, zukünftigen okkulten Entwicklungen der Menschen je nach Herkunft, alt- testamentarischem, auch "jüdischem" Denken, Wirken von britischen Geheimgesellschaften hinter den Kulissen der Politik ziehen sich durch die Lektüre. Man muss sich wirklich fragen, wie man mit diesen in dieser Situation entsprungenen Aussagen sachlich umgehen soll- sicherlich nicht so, dass man sie transponiert auf heutige politische Umstände. Die "Installation" des Bolschewismus durch englischsprachige Geheimgesellschaften mit dem Ziel, eine Sklavengesellschaft im Osten zu implementieren, ist nur eine der problematischen Äußerungen Steiners, wenn man sie mit den heutigen west- östlichen Konflikten zusammen legt: "Um was es sich handelt, ist doch, daß in den ihr Wissen geheimhaltenden Zirkeln des Westens sehr darauf gesehen wird, daß gewisse Dinge sich so herausbilden, daß dieser Westen unter allen Umständen über den Osten die Herrschaft erwirbt. Mögen die Leute heute in ihrem Bewußtsein sagen, was sie wollen, dasjenige, was angestrebt wird, ist, eine Herrenkaste des Westens zu begründen und eine wirtschaftliche Sklavenkaste des Ostens, die beim Rhein beginnt und weiter nach Osten bis nach Asien hinein geht. Nicht eine Sklavenkaste im alten griechischen Sinne, aber eine ökonomische Sklavenkaste, eine Sklavenkaste, welche sozialistisch organisiert werden soll, welche alle Unmöglichkeiten einer sozialen Struktur aufnehmen soll, die aber dann nicht angewendet werden soll auf die englisch sprechende Bevölkerung. Darum handelt es sich, die englisch sprechende Bevölkerung zu einer Herrenbevölkerung der Erde zu machen."

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    6. Schade eigentlich. Es kommt ja auf diesem Blog nicht allzu oft vor, dass ein eher schwieriges politisches Reizthema einigermaßen sachlich und fair diskutiert wird. Schon ist es wieder vorbei.

      Danke an C. Weise für seine Kommentare und seine Geduld.

      @ Ingrid
      Ich habe Deinen Kommentar von gestern 17:59 auch eher (im Kontext und Tonfall) so verstanden, dass CW etwas (eine bestimmte Ansicht, Haltung) "untergeschoben" werden sollte.

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    7. Lieber Rainer,

      danke für Dein feedback.
      Wie ich schon erklärt habe, war ich tatsächlich automatisch-unbewußt davon ausgegangen, daß hier (sowohl von Eisenhut als auch von Weise) auf die "geheimen Bruderschaften" angespielt wird.
      Ich bin überzeugt davon, daß wir alle sehr häufig automatisch etwas annehmen, was der andere gar nicht gemeint hat (zB auch: wenn Du meinen Kommentar so verstehst, als wollte ich CW bewußt etwas "unterschieben") --- das läßt sich wohl kaum vermeiden, da jeder von uns, abhängig von seinem sowohl virtuellen als auch real-life-Umfeld, andere Begriffskonnotationen hat.

      Dadurch, daß Claudius Weise sich nachdrücklich von Spekulationen über "geheime Bruderschaften" distanzierte, wurde mir meine unbewußte Konnotation bewußt. Ab diesem Zeitpunkt wäre es wirklich ein bewußtes "Unterschieben" gewesen, wenn ich dabei geblieben wäre - das wollte ich vermeiden, und deshalb habe ich nachgefragt.

      Das ändert allerdings nichts daran, daß es diese unbewußte oder auch bewußte Konnotation aller Wahrscheinlichkeit nach bei sehr vielen Menschen gibt, die Rudolf Steiner gelesen haben ... und ich finde nach wie vor: anthroposophische Autoren täten gut daran, damit zu rechnen.

      Herzlich,
      Ingrid

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    8. "Problematisch" können geschriebene Texte kaum Sein, ausser natürlich wenn darin Hetze betrieben und zu Verbrechen und Gewaltanwendung aufgerufen wird.
      Die als "problematisch" bezeichneten Passagen bei Steiner, bei welchen er den Sozialismus sozusagen vorhersagt, sind älter und stammen auch nicht von ihm selbst, er griff auf andere Quellen zurück.
      Der englische Okkultist C.G.Harrison hatte bereits Anfang der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts in "Das transcendentale Weltenall" ( deutsche Ausgabe 1898) von den in Russland anstehenden "sozialistischen Experimenten" gefaselt, was sich in ähnlichen Formen auch bei Steiner wiederfindet
      Siehe Seite 24 in
      http://www.menschenkunde.com/pdf/texte/okkultismus/harrison_weltenall_web.pdf

      Die Geschichte hat bewiesen, dass es keine Faselei war.

      Warum ist es dann so, dass angesichts dieser eindeutigen Quellenlage und der stattgefundenen historischen Entwicklung die betreffenden steinerschen Aussagen heute als problematisch zu gelten haben sowie auch eine heute getätigte Aussage, dass "geheime Bruderschaften" des Westens dieses Werk vollendeten?

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    9. Rudolf es ist einfach Bullshit. Ich stelle Dich nicht mal in die rechte Ecke. Es ist einfach Bullshit. Haben Sie mir die Adresse und Namen von diesen geheimen Bruderschaften, dann frag ich mal nach bei denen, so schwierig kann das ja nicht sein.

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    10. Tja, das Ding mit den geheimen Bruderschaften, Manipulationen/Suggestionen etc. ...
      Dem Anschein nach hat Herr Eggert hier einen ganz wunden Punkt getroffen und die Wunde liegt nun quasi offen... - Und es scheint wohl ebenfalls so zu sein, dass eine Art 'geheimer Bruderschaft' ;) - oder 'fastgeheimer Bruderschaft' ;) (denn einige Dinge sind ja offensichtlich)- gerade in Teilen, wie gesagt in Teilen, der anthroposophischen Bewegung zu finden ist - siehe manipulativer Rechtsruck, Verschwörungsängste, Putin, Reichsbürger etc. etc. ... Wehret den Anfängen!...in der Weimarer Republik fing es auch einmal so an - Auf der einen Seite die Elitären und vermeintlichen Feingeister bzw. brutalen Manipulatoren und Esoteriker etc. (siehe Hess, Himmler und co) und auf d. anderen Seite die Schlägertrupps und ein Wahnsinniger der mal eben Notstandsgesetze durchboxt und die parlament. Demokratie aushebelt...Heutige Regierungen wie Polen und Ungarn etc. mach(t)en es vor wie Rechts funktioniert...

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    11. Lieber Finkelsteen,

      Vielleicht ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass die These von der Installation des Sozialismus in der Sowjetunion durch eine geplante Aktion geheimer Bruderschaften des Westens bullshit ist. Ich habe das auch nicht behauptet und kann es auch nicht beweisen. Du aber sicher auch nicht das Gegenteil.

      Es kommt doch auf ganz andere Dinge an. Um es mal mit Herrn Eggert zu sagen....ich hab es nicht behauptet, ich hab ja nur gefragt.
      Es muss doch möglich sein, ohne beschimpft zu werden, ohne gleich ein Nazi oder sonst irgend ein Gehirnaamputierter zu sein, angesichts einer unwiderlegten Quelle - man könnte auch von einem Indiz sprechen - nachzufragen, ob es nicht so sein könnte. Das wirlich Problematische ist nämlich dieses Denk- und Sprechverbot, nicht die VT an sich, egal ob bei Steiner oder so sonstwem, wen wir mal abweichende thesen so benennen wollen.
      Wenn das nicht mehr möglich sein sollte, dann gute Nacht, dann verabschieden wir uns gleich von der Freiheit der Wissenschaft, der Freiheit des Denkens und der Rede, unser aller demokratischen Grundrechte, welche letzlich auch die Grundlage des freien Handelns sind.
      Und da doziert ein Oberzensurbeauftragter Bobby, was heute verboten sein sollte veröffentlicht zu werden. Ich finde gerade das das schlicht unglaublich. Also wenn sich da nicht etwas Beängstigendes breit macht....erinnert an überwunden geglaubte Herrschaftssysteme bzw. längst vergangene Zeitalter. Alles kehrt anscheinend zurück.

      Das Problematische ist genau das, dass nämlich Wahrheitshoheitbeansprucher uns vorgeben wollen, was wir zu glauben, zu denken, zu lesen und weterzugeben haben.
      Es entsteht heute allerorts ein Klima geistiger Unterdrückung, in welchem es ein Unding ist, über mögliche Fehler in der offiziellen Geschichtsschreibung überhaupt nur nachzudenken. Völlig irre.

      Es geht nicht darum, dass wir hier definitiv klären, ob eine These bullshit ist oder Wahrheit. Es geht um die Freiheit des Denkens, und um das Recht nicht wegen einer Aussage als Böse, rechts, Nazi oder auch einfach nur blöd erklärt zu werden.
      Vieles was mainstream ist, kann heute niemand beweisen. Und gerade deswegen ist absurd, den "mainstream-Wahrheiten" wirklich in jedem Punkt blind zu folgen.

      Diese reflexartigen Beschimpfungen sind das wirklich Problematische. Immer mehr Menschen empfinden und werten das zu recht als ein Indiz, das irgendwas mir dem mainstream nicht stimmt.
      Wenn jemand behaupten würde die Erde sei eine Scheibe, würde er müde belächelt und ignoriert werden. Niemand würde sich befleissigen, ihm zunantworten

      Wenn aber jemand z.B. von geheimen Bruderschaften die den Sozialismus installierten auch nur leise spricht, bricht eine wüste Lawine von Belehrungen, Beschimpfungen, Ausgrenzungen, Nazivergleichen und dgl. mehr los. Schon seltsam.
      Und dann erwarten sich die Beansprucher der Wahrheitshoheit noch Respekt.
      Also die spinnen definitiv, die Römer......

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    12. Lieber Rudolf!
      Also wir duzen uns jetzt? Das ist in Ordnung für mich. Wir kennen uns ja jetzt schon eine Weile und ich finde es klasse, dass Sie wieder mit goldenem Dach posten. "Auf dem Mond da blühen keine Rosen" Wir beide wissen dass dies stimmt, aber beweisen kann ich es Ihnen nicht. Wenn jemand über Ihre Familie berichtet, dass Sie einmal im Jahr einem Menschenopferritual beiwohnen und Ihre Volksgruppe kollektiv für Genozid und andere Grausamkeiten vrantwortlich gemacht wird oder zumindest die Frage im Raum steht,was machen Sie dann? Gerüchte können gefährlich werden, weil Sie ein Urteil in Umlauf bringen, was man nicht klar widerlegen kann weil es so allgemein gehalten wird. Dann hat das nicht mit Denken zu tun,sondern eher etwas mit Phantasie (auch ganz wichtig). Ich kann das auch langsam nicht mehr hören, ich bin doch kein Nazi, ich werde unrechtmässig als Nazi beschimpft, ich armes Opfer,,,, Rudolf langsam bin ich mir nicht mehr ganz sicher, weil ich auch davon ausgegangen bin, dass Du kein Nazi bist sondern ein heimatverbundenes Individuum aus den Dolomiten. Weisst Du ich habe einen Freund gehabt, der hat mir Jahre lang verschiedene Artikel vom Neben dem Mainstream geschickt, manche Dinge waren interessant, aber 90 % davon waren Gerüchte, wie z.B. Amerika sprayt Chemtrails über Syrien oder die AMerikaner wollen uns unfruchtbar machen mit Glyphosat aus dem Hause Monsanto ( es sind ja keine AMerikaner die das sprühen, sondern desinformierte deutsche Bauern oder osteuropäische Feldarbeiter, das war noch harmlos...es ist Bullshit Rudolf und es ist Zeitverschwendung Vermutungen und Gerüchten nachzugehen. Handeln, Klarstellen und eine eindeutige Positionierung ist gefordert. Für im Nebel Rumphilosophieren ist keine Zeit mehr. Das ist nicht seltsam. Nicht nur die Römer spinnen. Wir alle haben eine Grille im Ohr. Hast Du DIr mal das Grillenkonzert angehört?

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  2. Heute in der New York Times gelesen: "Politics is no longer about argument or discussion; it’s about trying to put your opponents into the box of the untouchables." Anthroposophie offenbar auch. Der Egoistenblog geht eben mit der Zeit.

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  3. Herr Eggert, jetzt werden Sie aber immer dreister!

    Sie leben gefährlich:

    Bis jetzt waren Sie nur einen Fall für die "Anthro-Zensurbehörde". Da werden aber Sie ledglich (!) für Ihre nächste Inkarnation in Rechenschaft gezogen.

    Mit der FSB von Herrn Putin lässt sich aber nicht spaßen. Der hat es nicht gerne wenn seine Mafia-Machenschaften benannt und publik gemacht werden. Das haben schon vielen bitter bereuen müssen.

    Endlich mal jemand der sagt was gesagt werden soll. Danke für Ihren Mut!

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  4. Let m be an odd number, and {\displaystyle n=2^{m}-1} n=2^{m}-1. We first describe the extended Preparata code of length {\displaystyle 2n+2=2^{m+1}} {\displaystyle 2n+2=2^{m+1}}: the Preparata code is then derived by deleting one position. The words of the extended code are regarded as pairs (X, Y) of 2m-tuples, each corresponding to subsets of the finite field GF(2m) in some fixed way. aus: Wikipedia Es wird immer geheimnisvoller...Der Preperata Code ...

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  5. Was mir in diesem Blog für das simple Äußern von zuweilen natürlich kontroversen, aber keinesfalls wie behauptet abartigen Meinungen widerfahren ist, spricht Bände.
    Die Art der praktizierten Ausgrenzung wurde nun auch von dritter Seite unmissverständlich aufgezeigt und die Vorgangsweise der Betreiber durch Herrn Weise unmissverständlich als das beschrieben was sie ist.
    Entweder man ist pro Egoisten-Meinung, oder man ist pro Putin, das ist noch die am wenigsten schlimme Variante. Oder ein AFD-Anhänger, oder gar ein üblelste Hetze betreibender Rechtspopulist, wenn nicht gar ein ganz dämonischer Nazi bzw. Antisemit. Als Draufgabe persönliche Angriffe unter der Gürtellinie niemals ausgeschlossen. Argumentativ muss das nicht bewiesen werden, es genügen diese primitiven "Argumentersätze".

    Nun zeigt es sich also ganz klar, dass es nie beabsichtigt war, hier ein Diskussionsforum im Dienste der Anthroposophie zu schaffen, in welchem sich unterschiedlich denkende und die Anthroposophie verschiedenartigst interpretierende und anwendende der Anthroposophie nahestehende Menschen zum Nutzen des sagen wir mal "gesamtanthroposophischen Erbes" austauschen können.
    Es geht einerseits um Verbreitung einer bestimmten Richtung, andererseits um das Ausgrenzen wollen von nicht gleichgeschalteten Meinungen und Standpunkten (sprich Propaganda) und somit darum, einen Keil in die so wunderbar heterogen sich artikulierende anthroposophische Szene treiben zu wollen.
    Also nicht im Dienste der Bewahrung und des Schutzes des "Gesamtschatzes" an anthroposophischem Erbe zu arbeiten , sondern an dessen Schwächung und Auseinanderdividieren.

    Zeit dafür, mich nun wieder mal von der "Anonymität" zu verabschieden.

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    1. Ich hab Sie nie ausgegrenzt. Ich fühlte mich nur in manchen Dingen eingegrenzt. Das Ausgrenzen der Anderen habe ich irgendwann mit abgrenzen ausgetauscht so dass ich nicht passiv sondern aktiv im Grenzen ziehen bin und speziell, wenn das Land der unbegrenzten Möglichkeiten irgendwann zu einem synonym von... Wissen Sie wie es die EAGLES angekotzt hat, dass ihr Lied Hotel California, anscheinend versteckte satanische Messages haben. Und genauso Herr Rudolf geht es Ihnen wahrscheinlich auch, sie fühlen sich missverstanden. Die ewigen Fragen war Luis Trenker ein Nazi oder einfach ein heimatverbundener Bergler, der seine Heimat liebte.

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    2. Lieber Finkelsteen,

      "Guilt by association" ist einfach keine treffsichere Methode. Warum sollten tirolische Bergfexe rechtsgerichtet sein? Oder Luis Trenker Fans?
      Ich liebe zwar die Berge, aber nicht Luis Trenker, der dir ja nicht aus dem Kopf zu gehen scheint, kommst ja immer wieder auf ihn zurück.
      Ich interessiere mich nicht im geringsten für Trenker, obwohl er auf demselben Friedhof begraben liegt, wie meine Frau, Gott hab sie selig.
      Hab mich mal bis auf die Knochen blamiert, gegenüber einer norddeutschen Touristin, die mich gescholten hat, als sie mich, gerade das Grab meiner Frau pflegend, nach der Lage des Luis Trenker- Grabes fragte, und ich ihr das als "Einheimischer" nicht sagen konnte, einfach weil es mich nie interessiert hat.
      Diese Pilgerstätte für hauptsächlich nicht "süddeutsch-tirolische" Germanen.

      Nazi war Trenker auch sicher nicht, ist doch bekannt, dass er unmittelbar nach
      Kriegsende das Tagebuch der Eva Braun fälschte und versuchte gewinnbringend an den Mann zu bringen, inklusive aller möglichen erfundenen sexuellen Vorlieben Hitlers, hirschlederner Unterwäsche und dgl. mehr.
      Also kein Nazi im Herzen, trotz filmischer Karriere im NationalsozIalismus und "süddeutsch-tirolischer" Herkunft.
      Gesinnung an zeitliche oder geografische Konnotationen zu knüpfen, ist einfach nur albern.
      Aber wenn einem die Argumente ausgehen, dann muss halt auch schon mal Luis Trenker herhalten, anscheinend......

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  6. Meine Tante war 2002 bereits dement, doch äußerst eloquent, besonders ihr Wortschatz hatte es in sich. Es begab sich, daß ein junger Mann sein Fahrrad durch das Treppenhaus nach oben trug, da man in Worms zuweilen ein unabgeschlossenes Rad bereits nach zwei Minuten nicht mehr wiedersieht. Meine Tante besaß längst kein Fahrrad mehr, doch sie stemmte mit triumphalem Lächeln, bei klarstem Blick, ihre beiden Fäuste auf die Hüften und war sofort im Befehlston, es fehlte nur noch der Trommelwirbel dazu: "Junger Mann, wer hat es Ihnen denn eigentlich erlaubt, mein Fahrrad aus dem Keller zu holen, und es so unverschämt unter meinen Augen die Treppen hinaufzutragen? Diese Frechheit, ich muß schon sagen, ist mir selten untergekommen, und außergewöhnlich!" Der junge Mann versuchte natürlich, erst heiter, dann entsetzt, meine Tante zu beruhigen. Ich weiß die Geschichte ja nur, weil die Betreuerin der Tante erzählte, daß beinahe die Polizei verständigt worden sei, denn meine Tante war nun einfach einmal glaubhafter! Sie wußte zu sagen: "Junger Mann, Sie wissen selbst: Lügen haben kurze Beine. Und ich verspreche Ihnen, daß sowohl Ihre Patzigkeit mir gegenüber, als auch der unverhohlene Diebstahl dieses Fahrrades unter meinen Augen für Sie unangenehmste Konsequenzen haben wird. Glauben Sie mir, das rächt sich alles noch bitter für Sie, und ich rufe alle Anwesenden.." die sich inzwischen gerade durch das autoritäre Drohvokabular zahlreich im Treppenhaus eingefunden hatten .."..zu Zeugen dessen auf, was Sie, junger Mann, was Sie sich hier erlauben! Sehen Sie die Zwecklosigkeit Ihrer Täuschungsmanöver ein, bevor jetzt die Polizei eingeschaltet werden muß!"

    Eine Nachbarin brachte die Menschen zur Besinnung, wies diese auf die Demenz meiner Tante hin. So sage sie auch, ihr (verstorbener...) Gatte zöge mit jungen Mädchen um die Häuser, und ihr? Ihr liese man berichten, er läge mausetot auf dem Friedhof. In eloquent temperamentvollen Familien hat die beginnende Demenz einer histrionischen Persönlichkeit durchaus eine reizvolle Komik, zumindest in der erzählenden Rückschau.
    herzlich
    mischa butty

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  7. Eisenhut, in seinem Aufsatz in Die Drei, klammert das ‘Slawentum‘ im ursprünglichen Steinertext (GA 286) ganz aus. Er verharmlost dazu Russlands ‘Manöver auf der Krim’. Statt eine Dreiheit bleibt bei ihm eine Dualität von Briten und Kontinentaleuropäern übrig.

    “Denn, sehen Sie, während im Westen die Intelligenz instinktiv ist, angeboren wird, in der Mitte anerzogen wird, oder wenigstens entwickelt wird, wird sie eigentlich im Osten wie etwas behandelt, was ganz gewiß nicht angeboren ist, nicht anerzogen, nicht entwickelt werden kann ohne weiteres, sondern was aus gewissen Tiefen der Seele heraus erweckt wird. Usw.“ 186.243 f.

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  8. Peter Staudenmaier auf waldorfcritics zu diesem Blogbeitrag:

    Thanks to Eric for bringing attention to the recent posts from Michael Eggert. They show that it is entirely possible for anthroposophists and admirers of Steiner to see through the conspiracist myths peddled by folks like Daniele Ganser. (Wouldn't it be nice to have more critical voices like this in the English-language anthroposophist world?) For the time being, however, Ganser remains a popular figure in the anthroposophical milieu, the latest example of the enormous degree of political naivete and credulousness that is all too common among Steiner's followers.

    Those reading Eggert's posts, and the commentaries to them, have also had a chance to read numerous indignant replies from Claudius Weise, one of the new editors of the prominent anthroposophist periodical Die Drei, which like other anthroposophist publications has offered a platform for Ganser's claims. Last year Weise published a lengthy article in Die Drei on conspiracy theory, devoted in part to defending Ganser. It is an astonishing text (readily available online, for the German readers). If somebody wanted to write a satire of the political cluelessness, left-right confusion, and utterly uncritical approach to conspiracy discourse that mark so many anthroposophists today, it would be hard to outdo Weise's article -- but his article is, alas, not satire at all.

    In addition to figures like Ganser, Eggert's most recent post also mentions Guido Giacomo Preparata, whose conspiracist tome Conjuring Hitler is a favorite among anthroposophist Holocaust deniers. Preparata is also popular at right-wing anthroposophical outlets like Der Europäer. He is an admirer of Silvio Gesell and C.H. Douglas, and a fan of Steiner's 'social threefolding' ideas (see e.g. Guido Giacomo Preparata, "Perishable Money in a Threefold Commonwealth: Rudolf Steiner and the Social Economics of an Anarchist Utopia" Review of Radical Political Economics 38 (2006), 619-48). And of course anthroposophist conspiracy enthusiasts like Terry Boardman are fond of Preparata too.

    The standard complaint from Steiner's followers is that the very concept of "conspiracy theory" is nothing more than a term of abuse. This is nonsense. There is a very large body of scholarly research on the phenomenon, across many different disciplines, examining everything from the philosophical structures of conspiracist thinking to the social and psychological factors that make some people susceptible to unfounded conspiracist claims. Because the predilection for conspiracy myths is so pronounced within the esoteric milieu, there are even studies of "the confluence of spirituality and conspiracy theory," which give prominent attention to the substantial anthroposophist contribution to this unfortunate trend. All of this work is readily accessible to anybody interested in learning about it.

    There is nothing stopping admirers of Steiner from informing themselves about this topic. Looking forward to that some day,

    Peter S.

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    1. Staudenmeiers grotesk verzerrte Darstellung meines Artikels beweist doch nur, dass er ein total festbetoniertes Weltbild hat. "Utterly uncritical"? So ein Blödsinn. Als ob ich darin nicht ausdrücklich gesagt hätte, "dass verschwörungstheoretische Denkmuster ein wahnhaftes Weltbild erzeugen können". Der superkritische Herr Staudenmeier findet das wahrscheinlich noch affirmativ. Das passt zu der insgesamt herablassenden Attitüde, mit der Staudenmeier der Anthroposophie begegnet.
      Ich würde dieses Lob mit großer Vorsicht genießen, Herr Eggert. Staudenmeier bastelt sich eine akademische Karriere, indem er ganzheitlich orientierte Bewegungen durch die Totalitarismus-Mühle dreht. Der Titel seiner Dissertation lautet ja "Between Occultism and Nazism: Anthroposophy and the Politics of Race in the Facist Era", und sein gegenwärtiges Forschungsprojekt heißt "Environmental Ideas in Nazi Germany an Fascist Italy". Mit der Masche wird er seinen akademischen Output auf absehbare Zeit hoch halten können.
      Ein spannendes Thema wäre übrigens mal: Warum sind eigentlich gerade Juniorprofessoren an konfessionell geprägten amerikanischen Privatunis auf die Anthroposophie spezialisiert? Clement lehrt Deutsch und Deutsche Literatur an der mormonischen Brigham Young University, Staudenmeier lehrt Neuere deutsche Geschichte an der katholischen Marquette University. (Erstere steht im nationalen Ranking auf Platz 66, letztere auf Platz 86. Nur so als Hinweis.)
      Nehmen wir mal dagegen Eckart Förster. Der lehrt an der Johns Hopkins University in Baltimore (übrigens Platz 10) und an der Humboldt Uni zu Berlin Philosophie und steht sehr positiv zur Anthroposophie. Neulich nahm Förster sogar an einer Tagung im Goetheanum zu Steiners "Vom Menschenrätsel" teil.
      Ich sehe überhaupt nicht ein, warum nun ausgerechnet der Herr Staudenmeier in seiner Jesuitenklitsche (bitteschön, steht gleich vorn auf der Website: "Marquette is a Catholic and Jesuit university") hier als Autorität in Sachen Anthroposophie gehandelt wird und Zensuren verteilen darf.

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    2. In der Antwort von Claudius Weise an Prof. Peter Staudenmaiers Kritik zitiert er aus seinem Artikel "Wahrheit oder Wahn - Über den Umgang mit Verschwörungstheorien". Herr Wiese fuhrt aus "…dass verschwörungstheoretische Denkmuster ein wahnhaftes Weltbild erzeugen können…" Diese Feststellung ist erfreulich. Als Beispiel nennt er dazu die "Protokolle der Weisen von Zion", das Stammbuch aller Verschwörungstheorien, und einen Verschwörungsphantasten wie Gerhard Wisniewski. Zwar nicht sehr viel aussagend aber trotzdem erfreulich! Er möchte damit anscheinend seine kritische Haltung zu Verschwörungstheorien unter Beweis stellen.

      Betrifft es aber Daniele Ganser, so möchte Weise diesen Weg nicht gehen und sieht bösartige Maulkörbe und Denkverbote am Horizont erscheinen. Ansonsten fügt er sich nahtlos im Chor der Ganser-Bewunderer und singt den Lobgesang des Meisters ohne nur eine falsche oder unsaubere Note. Ein Kunststück der Naivität. Bösartiges will man ihn dabei selbstverständlich nicht unterstellen.

      Wenn Herr Weise allerdings ausholt gegen den Person Peter Staudenmaier verliert er die Fassung und wird ganz unsachlich und persönlich desavouierend. US-Historiker Prof. Peter Staudenmaier, ein angeseher Wissenschaftler und Spezialisten für die Themengebiete Okkultismus und Faschismus, hat Maßstäbe gesetzt mit seiner Dissertation "Between Occultism and Nazism - Anthroposophy and the Politics of Race in the Fascist Era".

      Herr Weise wirft Staudenmaier vor einen Bastler zu sein in einer Jesuitenklitsche (die katholische Marquette University!). Vielleicht wittert Herr Weise da Verschwörungsgedanken gegen die Anthroposophie. Amerika und Jesuiten: Da gab es doch schon mal etwas, da könnte doch etwas dran sein…Nur keine Denkverbote!

      Die sachlichen Darstellungen und inhaltliche Kritikpunkte von Peter Staudenmaier erwähnt er nicht ein einziges Mal. Stattdessen verrennt er sich in disqualifizierende Vorwürfe zur Person Staudenmaier, die mit sachlicher Auseinandersetzung der Themen nichts zu tun haben. Wie er sich damit disqualifiziert, dürfte er wohl nicht bemerkt haben.

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    3. Sehr geehrter Herr Weise,
      wieder möchte ich sicherheitshalber nachfragen:
      »Nehmen wir mal dagegen Eckart Förster. Der ... steht sehr positiv zur Anthroposophie.«
      Wäre es ein Mißverständnis, aus dem "dagegen" in diesem Ihren Satz zu schließen, daß Ihrer Ansicht nach nicht nur Peter Staudenmaier, sondern auch Christian Clement negativ zur Anthroposophie stehen?

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    4. Sehr geehrter Herr Weise, "Guilt by association" könnte die 1 Episode in der Staffel 1 der neuen Serie "Der Preparata Code" heissen. 2 Episode " Die Jesuitenklitsche" u.s.w.
      Leben wir im Mittelalter oder am Anfang des 21. Jahrhunderts?
      «Meine Überzeugung ist, dass nur
      von demselben Weltort aus, an dem die moderne technische
      Welt entstanden ist, auch eine Umkehr sich vorbereiten
      kann, dass sie nicht durch Übernahme von
      Zen-Buddhismus oder anderen östlichen Welterfahrungen
      geschehen kann. Es bedarf zum Umdenken der Hilfe
      der europäischen Überlieferung und ihrer Neuaneignung.
      Denken wird nur durch Denken verwandelt, das
      dieselbe Herkunft und Bestimmung hat.» Heidegger, Spiegel Interview 1966
      Sind Sie der Braumeister Herr Weise, der über das Reinheitsgebot der Anthroposophie wacht? Wer hat Ihnen die Autorität dazu gegeben? Der "Souverän der Brauerei" (so heisst die letzte Folge der ersten Staffel)?

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    5. Lieber Hermann,

      der fairness halber muß man aber wohl zugeben, daß es auch guilt by association wäre, Eisenhut und Weise mit Rüdiger Keuler in einen Topf zu werfen.
      Guilt by association ist nunmal die Folge jeglicher „Lagerbildung“ – und „Reinheitsüberwacher“ scheint es mir hier wie dort zu geben.

      Deshalb finde ich es so wichtig, daß jeder Autor selbst seine Aufmerksamkeit darauf lenkt, was alles zu seinen Äußerungen assoziiert werden kann; daß Anthroposophen selbst die Anthroposophie (zu der ich nicht nur die Mitteilungen Steiners, sondern, wie Sonnenberg, auch den Umgang mit diesen Mitteilungen zähle) kritisch betrachten, statt diese Kritik anderen zu überlassen.

      Ganz im Sinne von Navid Kermani:
      »Ich würde jedem Muslim widersprechen, dem angesichts des „Islamischen Staates“ nur die Floskel einfällt, dass die Gewalt nichts mit dem Islam zu tun habe. […] Jemand wie ich kann den Islam nicht auf diese Weise verteidigen. Er darf es nicht. Die Liebe zum Eigenen – zur eigenen Kultur wie zum eigenen Land und genauso zur eigenen Person – erweist sich in der Selbstkritik. Die Liebe zum anderen – zu einer anderen Person, einer anderen Kultur und selbst zu einer anderen Religion – kann viel schwärmerischer, sie kann vorbehaltlos sein. Richtig, die Liebe zum anderen setzt die Liebe zu sich selbst voraus. Aber verliebt, wie es Pater Paolo und Pater Jacques in den Islam sind, verliebt kann man nur in den anderen sein. Die Selbstliebe hingegen muss, damit sie nicht der Gefahr des Narzissmus, des Selbstlobs, der Selbstgefälligkeit unterliegt, eine hadernde, zweifelnde, stets fragende sein. Wie sehr gilt das für den Islam heute! Wer als Muslim nicht mit ihm hadert, nicht an ihm zweifelt, nicht ihn kritisch befragt, der liebt den Islam nicht.«

      Herzlich,
      Ingrid

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    6. Sooo, jetzt habe ich mich wieder beruhigt. Man soll eben keine Blogbeiträge schreiben, wenn man wütend ist.

      Dann wollen wir mal.

      Zunächst zu bobby: "Ansonsten fügt er sich nahtlos im Chor der Ganser-Bewunderer und singt den Lobgesang des Meisters ohne nur eine falsche oder unsaubere Note." Hübsch ironisch formuliert, gilt aber nur dann als halbwegs treffend, wenn man nun wirklich gar nichts Positives über Ganser sagen bzw. absolut nichts von dem, was er tut, für berechtigt halten darf. Finde ich zu einfach. Lustig finde ich, wie demgegenüber vor "US-Historiker Prof. Peter Staudenmaier, ein angeseher Wissenschaftler und Spezialisten" (sic) dann aber gleich von Ihnen Haltung eingenommen wird. Ganser hat sich auch seine akademischen Sporen verdient. Muss alles nichts heißen.

      Das mit den konfessionellen Unis hätte ich allerdings lieber unter den Tisch fallen lassen sollen, zumal es unfair ist, Staudenmeier und Clement in einen Topf zu werfen. Clement ist ein sympathischer Mensch mit fundierten Ansichten, denen man nicht in jedem Punkt zustimmen muss, der aber mit Kritik sehr sachlich umgeht und mit dem man wirklich diskutieren kann. Ich würde mir hier in dem Blog jemanden wie Clement wünschen. (Das beantwortet hoffentlich die Frage von Frau Haselberger.)

      Also, das war ein bisschen zu sehr aus der Hüfte geschossen von mir – obwohl die Beobachtung an sich ja richtig ist. Könnte übrigens sein, dass an solchen Unis ein Thema wie Anthroposophie anders ankommt als an nichtkonfessionellen, wobei die Mormonen als ehemals verfolgte Minderheit mit sehr ungewöhnlichen Ansichten (Jesus lebt auf seinem eigenen Planeten) eher tolerant sein dürften als Jesuiten. Das hat mit Verschwörungstheorie gar nichts zu tun. Es ist doch nicht gleichgültig, in welchem Umfeld einer arbeitet.

      "Die sachlichen Darstellungen und inhaltliche Kritikpunkte von Peter Staudenmaier erwähnt er nicht ein einziges Mal." Da muss man jetzt unterscheiden. Ich will seinen akademischen Arbeiten ihren Wert gar nicht pauschal absprechen. Der Mann weiß sicher sehr viel und dumm ist er sicherlich auch nicht. Er hat sich aber ein Fachgebiet ausgesucht, das mit den Stichworten Faschismus und Rassismus grob umrissen ist, und die Anthroposophie wird von ihm eben unter dieser Prämisse betrachtet. Das führt meiner Meinung nach zu Verkürzungen.

      Dass es eine breite Literatur zu Verschwörungstheorien gibt, besagt im konkreten Einzelfall gar nichts. Und in meinem Artikel bin ich auf viele solcher Einzelfälle eingegangen. Vielleicht hat er ja deshalb eine so reiche Blütenlese von Invektiven zusammengestellt.

      Gehen wir das mal durch, wobei ich jeweils die Übersetzung Akademisch-Deutsch hinzufüge:
      "lengthy article" = viel zu lang für die dünne Substanz
      "astonishing text" = darf man nicht ernst nehmen
      "readily available" = davon können Sie sich selbst überzeugen
      "political cluelessness" = der Mann steht auf der falschen Seite
      "left-right confusion" = aber ich kann ihn in kein Lager pressen
      "utterly uncritical approach to conspiracy discourse" = er hält nicht jede Verschwörungstheorie für abwegig – geht gar nicht!
      "but his article is, alas, not satire at all" = Ich entschuldige die Abwesenheit jedes konkreten Arguments damit, dass der Text für einen so ernsthaften Wissenschaftler wie mich zu lächerlich ist.

      Tut mir leid, aber ich lasse mich nicht so arrogant abwatschen, ganz egal wo der Professor ist.

      Zu Finkelsteen: "Guilt by association". Point taken. Das Heidegger-Zitat kenne ich, aber ich bin mir nicht sicher, weshalb Sie es bringen. Meinen Sie, dass die Anthroposophie von Anthroposophen verwandelt werden sollte? Dann haben Sie recht. Und nein, ich bin nicht der Braumeister. Bringen Sie doch mal ein Zitat von mir, das die Unterstellung eines solchen Anspruchs rechtfertigt.

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    7. @ Claudius Weise
      …"US-Historiker Prof. Peter Staudenmaier, ein angeseher Wissenschaftler und Spezialisten" (sic) …

      Wenn Sie mich zitieren, dann tun Sie das bitte vollständig:

      "…US-Historiker Prof. Peter Staudenmaier, ein angesehe(ne)r Wissenschaftler und Spezialisten für die Themengebiete Okkultismus und Faschismus…"

      Sie machen ihn mehr oder weniger zum Vorwurf, er wäre zu spezialistisch und würde die Anthroposophie deshalb verkürzt darstellen. Mit Verlaub, ich finde Ihre Darstellung da vielleicht (etwas?) verkürzt, abenteuerlich und suggestiv.
      .
      Außerdem bringen Sie Sachen in Ihre Argumentation die da wirklich nicht hineingehören. Sie bedauern es Staudenmaier und Clement in einen Topf geworfen zu haben und ergänzen dazu:

      "…Clement ist ein sympathischer Mensch …mit dem man wirklich diskutieren kann…"

      (Unausgesprochen müsste man dann wohl beinahe annehmen Staudenmaier sei kein sympathischer Mensch mit dem man nicht wirklich sprechen könne…)

      Die Nettigkeiten zu Mormonen und Jesuiten möchte ich lieber nicht kommentieren.

      Es bleibt festzuhalten, dass Sie im Kommentar die sachlichen Darstellungen und inhaltliche Kritikpunkte von Peter Staudenmaier kein ein einziges Mal erwähnt haben. Auch ihre jetzige, kleine Auflistung von Einzelbegriffe überzeugt nicht. Die Übersetzungen sind dazu sehr fehlerhaft.

      Es tut mir Leid, dass Sie sich "arrogant abgewaschen" fühlen. Aber Sie haben vollkommen Recht, ich habe eine große Wertschätzung für die Forschungsarbeiten von Peter Staudenmaier. Ob Danielle Ganser seine akademischen Spuren verdient wage ich zu bezweifeln.

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    8. Lieber Herr Weise,

      »Sooo, jetzt habe ich mich wieder beruhigt. Man soll eben keine Blogbeiträge schreiben, wenn man wütend ist.«

      :-) Vielen Dank, ich freue mich über Ihr besonnenes Wieder-Einsteigen, und auch über Ihre Antwort auf meine Frage zu Christian Clement (er hat übrigens eine Zeitlang hier mitdiskutiert und auch Blogartikel geschrieben).

      Besonderen Dank für Ihren Satz:
      »Aber weil andere es sich zu einfach machen, sollte man das selbst nicht auch tun.«
      :-) Ja. Auch wenn’s manchmal schwerfällt...

      Herzlich,
      Ingrid H.

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    9. Lieber Bobby,

      ich freue mich über Ihre vielen Beiträge hier, und es liegt mir fern, Ihnen etwas zu unterstellen (dies zu Ihrem posting hier).
      Ich habe ja selber Texte von Rüdiger Keuler verlinkt - eben weil ich, ebenso wie Sie und aus ähnlichen Gründen, beunruhigt bin…

      Aber ich wollte einfach darauf aufmerksam machen, daß "guilt by association“ auf beiden Seiten einer jeden "Front" praktiziert wird.
      Und wenn ich diese "Anschwärzungsmethode" auch wenig geeignet finde für eine sachliche Diskussion, so halte ich es doch für angebracht, mit diesem Phänomen zu rechnen, wenn man sich öffentlich zu gewissen heiklen Themen äußert.

      Zu Ihrem an Claudius Weise gerichteten Satz:
      »Sie machen ihn mehr oder weniger zum Vorwurf, er wäre zu spezialistisch und würde die Anthroposophie deshalb verkürzt darstellen. «
      Peter Staudenmaier betrachtet auch meiner Ansicht nach die Anthroposophie unter einem sehr speziellen Blickwinkel — nämlich dem des Spezialisten für die Themengebiete Okkultismus und Faschismus. Es ist also das "faschistische Potential" der Anthroposophie, das er sich bemüht herauszuarbeiten.
      Wie Claudius Weise es formuliert:
      »Er hat sich aber ein Fachgebiet ausgesucht, das mit den Stichworten Faschismus und Rassismus grob umrissen ist, und die Anthroposophie wird von ihm eben unter dieser Prämisse betrachtet.«
      Ja.
      Naturgemäß (und ganz berechtigterweise) kümmert er sich daher wenig um andere Aspekte.
      Ich schätze seine diesbezügliche Arbeit sehr.
      Zu glauben, Peter Staudenmaier stelle die Anthroposophie in allen ihren Facetten vollständig und in jedem Detail zutreffend dar, wäre meiner Ansicht nach allerdings ein Fehler.

      Herzlich,
      Ingrid

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    10. @bobby: Mir kam es darauf an, dass jemand, mit dem Sie übereinstimmen, von Ihnen respektvoll mit akademischem Titel angeredet und als "angesehen" bezeichnet wird. Wofür er Spezialist ist, habe ich ja später selbst erwähnt. Das große Trara, mit dem Sie diese "Auslassung" nachweisen ist also überflüssig.

      Dass Staudenmeier einen bestimmten Fokus hat ist doch offensichtlich. Wenn Sie das "abenteuerlich und suggestiv" finden – tja.

      Dass Staudenmeier unsympathisch und keiner ist, mit dem man sprechen kann, entspricht nun mal meiner – zugegebenermaßen sehr rudimentären –Erfahrung mit ihm.

      Und welche "sachlichen Darstellungen" und "inhaltlichen Kritikpunkte" sollte ich denn aufgreifen? Herablassende Charakterisierungen wie "political naivete and credulousness that is all too common among Steiner's followers"?

      Was er zu Verschwörungstheorien sagt, hatte ich schon berücksichtigt. Alles läuft auf die Frage hinaus, ob es sich um "unfounded conspiracist claims" handelt oder eben um fundierte. Diese Frage muss im Einzelfall immer wieder neu entschieden werden und dazu trägt Staudenmeier – oh, Verzeihung: US-Historiker Prof. Peter Staudenmaier – überhaupt nichts bei.

      Die "kleine Auflistung von Einzelbegriffen" ist eine fast lückenlose Wiedergabe seiner "Kritik" an meinem Artikel. Die Übersetzung war natürlich nicht wörtlich gemeint. Daher nannte ich Sie "Akademisch-Deutsch", anders gesagt: Was er sagt und was er meint. Das "fehlerhaft" zu nennen ist albern. Ich frage mich ernsthaft, ob Sie mich überhaupt verstehen wollen.

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    11. Liebe Ingrid H.,

      Ich danke für Ihre freundliche Worte.

      Sie haben mit Sicherheit Recht:

      "…Peter Staudenmaier betrachtet auch meiner Ansicht nach die Anthroposophie unter einem sehr speziellen Blickwinkel — nämlich dem des Spezialisten für die Themengebiete Okkultismus und Faschismus. Es ist also das "faschistische Potential" der Anthroposophie, das er sich bemüht herauszuarbeiten…"

      Das kann auch als Vorteil gesehen werden. Es ist wichtig dass die Zusammenhänge in der Tiefe erforscht werden. Das ist bis vor wenigen Jahren nicht oder ungenügend geschehen. Es ist gewiss auch kein Nachteil dieses von einen Außenstehender gemacht wird.

      "…Zu glauben, Peter Staudenmaier stelle die Anthroposophie in allen ihren Facetten vollständig und in jedem Detail zutreffend dar, wäre meiner Ansicht nach allerdings ein Fehler…"

      Ich denke das würde auch niemand hier behaupten, auch Peter Staudenmaier nicht…

      Herzlichem Gruß

      bobby

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    12. Ich habe erlebt, dass Ganserfans, die auf das Auftreten von Ganser bei der AZK angesprochen werden, Gar nicht erst in die Diskussion gehen, sondern Ganser durch das Argument "guilt by association" erstmal in seiner politischen Mission relativieren, so als ob das völlig egal wäre, wo er auftritt und mit wem er networking betreibt. Von daher ist dieses Schlagwort eher ein Bremsklotz in der Diskussion. Herr Eggert hat nie daraus einen Hehl gemacht, dass er Staudenmeier liest. Für mich ist dieses ständige Relativieren und Erklären von Texten wie den von Herrn Eisenhut, der mit einem sehr auf die Volksseelen spezifizierten Menschenbild hantiert sehr mühsam und schwer nach zu vollziehen, da es meiner Meinung nach antiquiert daherkommt und einer pluralistischen, demokratischen Gesellschaft nicht gerecht werden kann.Ich habe eher die politische Mission Herrn Eisenhuts herausgelesen, als eine symptomatologische Analyse zum Brexit. Ich finde die Missverständnisse, die daraus entstehen, sehr bezeichnend. Ich finde man sollte Gansers Aktivitäten nicht relativieren, sondern klar aufzeigen. Das wäre eigentlich die Aufgabe einer anthroposophischen Presse. Hintergrundinformationen zu liefern. Darin liegt mein Kritikpunkt

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    13. @Claudius Weise
      Wenn Sie meinen…
      Ich möchte keine Diskussion mit Ihnen die sich im Kreise dreht!

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    14. @Finkelsteen: Egal ist das nicht, in welchen Zusammenhängen sich Ganser bewegt. Da steht ja eine bewusste Entscheidung dahinter. Wenn Sie das gegenüber seinen Aussagen misstrauisch macht, kann ich das gut verstehen. Dennoch heißt das nicht, dass er lügt oder hetzt, wann immer er den Mund aufmacht. Das ist der Punkt, auf den es mir ankommt.
      Dass Herr Eggert Staudenmeier liest finde ich völlig in Ordnung. Ich bin sicher, dass er darin interessante Gesichtspunkte und wertvolle Informationen findet.
      Was das "ständige Relativieren und Erklären" von Herrn Eisenhuts Text betrifft, frage ich mich, wie wir von unserer Zeitschrift aus denn bitteschön mit Kritik umgehen sollen? Einknicken und die Segel streichen?
      Sie sagen, Sie hätten "eher die politische Mission Herrn Eisenhuts herausgelesen, als eine symptomatologische Analyse zum Brexit". Stimmt. Diese Mission steckt da aber nicht drin. Und "sehr bezeichnend" finde ich die daraus entstandenen Missverständnisse auch – für beide Seiten. Ich habe mich bemüht, das aufzuklären. Tut mir leid, wenn Sie das anödet.

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    15. Ich möchte hier Ihnen nochmals danken, dass Sie sich der Diskussion gestellt haben. Es geht mir nicht um "Einknicken und Segel streichen" Es geht mir eigentlich nur um dieses Heidegger Zitat, dass ich nicht denke, dass das "Denken nur durch Denken verwandelt wird, das
      dieselbe Herkunft und Bestimmung hat.» Wirkliche Lösungen werden nur durch fruchtbare Begegnungen unterschiedlicher Meinungen, Kulturen und Denkansätze gefunden, was übrigens auch Steiner gemacht hat, indem er religionswissentschaftliche Vergleiche macht. Alles andere ist Abschotten und Altbekanntes wiederzukäuen. Dieses Hamsterrad ist in der Tat ermüdend und wird meiner Meinung nach der dynamischen Gesellschaftsentwicklung in der wir uns befinden nicht gerecht. Es ist ein bisschen so wie der time warp in der Rocky Horror Picture Show. Etwas skurill.

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    16. Danke für die kompromissbereiten Positionierungen, Herr Weise- und für die Bereitschaft, sich der Auseinandersetzung zu stellen, eigene Standpunkte deutlich zu machen und auch einige Kritikpunkte zu bereinigen. Das nimmt der Schärfe der Auseinandersetzungen die Spitze- was zu begrüssen ist. Es gab aber wirklich auch einiges zu klären, was nicht meine (oder dieses Blogs) privates Problem ist- es geht um reale Betroffenheit angesichts eines Abdriftens von Teilen der Bewegung in Richtung Rechts und Ganzrechts. Daher das Klopfen auf den Busch - es steckt eine echte Frage in Sachen Positionsbestimmung darin.

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    17. Das ist ja ein ehrenwertes Motiv, Herr Eggert. Die von Ihnen beschriebenen Tendenzen beunruhigen auch mich und ich verkenne keineswegs den grundsätzlichen Wert der Arbeiten von Peter Staudenmeier oder auch von Ansgar Martins. Doch die Gefahr schematischen Denkens besteht eben hüben wie drüben.

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    18. Da ich in dieser Diskussion mehrfach erwähnt wurde, möchte ich den folgenden Hinweis machen, inbesonders an Herrn Weise.

      Gern würde ich, wie schon früher, in diesem Forum mitdiskuttieren. Allerdings ist es immer wieder vorgekommen, dass Äußerungen von mir von gewissen Leuten dazu mißbraucht wurden, um anderwärts Unfrieden zu stiften. Mir wäre das ja egal, aber leider hielten es die oben erwähnten Leute (erfahrene "Egoisten" wissen, wen ich meine) für eine gute Idee, sich mit ihrer "Beute" auch an meinen Verleger frommann-holzboog, an meine Universität oder an andere Stellen zu wenden - nach dem Motto: "Schaun Sie mal, was Ihr Autor / ihre Lehrkaft jetzt schon wieder öffentlich von sich gegeben hat? Können Sie das verantworten?" -

      Mir wurde es zu peinlich, dass Menschen, mit denen ich arbeite, in solcher Weise wegen meiner Äußerungen dauernd von Verschwörungsfanatikern belästigt wurden. (Von Verschwörungstheoretikern kann man ja wohl bei diesen Menschen, die keinen klaren Gedanken fassen können, nicht reden...) Ausserdem halte ich solche Vorgänge für die öffentliche Wirkung meiner Arbeit für abträglich. Daher beteilige ich mich kaum noch an öffentlichen Diskussionen.

      Ich gebe aber auf persönliche Anfrage gern Auskunft über die verschiedenen Aspekte meiner Arbeit, auch gern was meine Anstellung an der Brigham Young Universität angeht.

      (P.S. Platz 66 unter 310 Unis ist doch so schlecht nicht, oder? Und seit Jahren sind wir unbestrittene Nr. 1 in der Kategorie "stone-cold sober school".)

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    19. Lieber Herr Clement, ich kann solche Methden "ehrenhafter Anthroposophen" nur bestätigen. Ich bin auch schon auf solcher Weise erpresst worden, inklusive Namensnennung und Dienstort meiner früheren obersten Vorgesetzten. Ich kann nur zutiefst bedauern, welche Art von Hexenjagd Ihnen gegenüber betrieben wird.

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    20. @ Christian Clement
      @ Michael Eggert

      Ich gehöre nicht zu den erfahrenen "Egoisten" und kenne deshalb die von Ihnen beschriebenen Vorfälle nicht. Es ist schlimm und erschütternd zu erfahren was geistige Verblendung anrichten kann. Ich erlebe immer wieder die Unerreichbarkeit von Menschen für die Gedankeninhalte anderer wenn das eigene, fanatische Weltbild auch nur geringfügig ins Schwanken gebracht werden könnte.

      In Gegenteil. Da wird nur noch gemauert, da werden Schutzwälle errichtet. Fanatiker leben somit in ihrer eigenen künstlichen Welt und sind teilweise nicht mehr in der Lage zu einer Kommunikation im menschlichen Sinne. Das Andersartige wird als Bedrohung dunkler Kräfte empfunden. Wenn es dann zusätzlich zu Belästigungen und Bedrohungen in der persönlichen Sphäre und im sozialen Umfeld kommt, ist jede weitere Verständigung natürlich völlig ausgeschlossen.

      Deshalb, Herr Clement, volles Verständnis für die Richtigkeit Ihrer Haltung. Und mein großer Respekt für Michael Eggert, der trotzt der Widrigkeiten den Blog weiterführt. Das kann nicht deutlich genug gesagt werden!

      Ich bedauere ich es sehr, wenn das freie Wort leidet durch das Verhalten von Menschen die von sich behaupten "Kämpfer für geistige Freiheit" zu sein. Die sich aber in Wirklichkeit von Verschwörungsvorstellungen leiten lassen und sich und anderen Menschen dadurch in einen Zustand von höchster Unfreiheit bringen.

      Mittlerweile sind vergleichbare Symptome zum allgemein-gesellschaftlichen Problem geworden. Weltweit. Auch die Beiträge der letzten Zeit diesbezüglich in diesem Blog bezeugen das eindrucksvoll und zeigen wie das Zusammenleben zukünftiger Generationen und der Weltfrieden unmittelbar bedroht werden.

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    21. Eigentlich ist es nur der billige Trick des Handtaschen-Räubers in einer Fußgängerzone, der jemanden die Tasche aus der Hand rupft, und auf den soeben von ihm Bestohlenen zeigt, und laut ausruft: "Polizei, Achtung, Achtung, ein Dieb! Der da!" Dem so vollkommen Überraschten wird sein erstmal geschockter Gesichtsausdruck mit zum Verhängnis. Körpersprachlich.

      Das erwartet man nicht. Beklaut zu werden. Und dann gleich verleumdet und denunziert zu werden.
      Diese "Technik" des "Bäumchen- Wechsel-Dich" ist im Bereich der Rhetorik gerade im und durchs Internet expotentiell verbreitet worden. Manche Anwender dieser Methode haben sie kunstvoll verfeinert. Was mich jedoch etwas frustriert, das ist, daß die Methode, wie ein Kartentrick, inzwischen von sehr vielen Menschen sowohl öffentlich, als auch privat angewandt - und als legitime Art des Argumentierens (miß)verstanden wird.

      Mir selbst platzte bereits Ende der 80er Jahre zum ersten Mal das Selbstbeherrschungskorsett ("der Kragen"), als in trivialst-esoterischen Zusammenhängen sich der nette Euphemismus "positives Denken" anstelle von "Sich die Dinge schönreden" durchsetzte. Diese Denkhaltung implizierte nämlich den fröhlichen Tausch "Tätersein-Opfersein". Fast immer auf eine unbegriffene, verworrene, aber willkommen unfaire Weise.
      Klar: Es macht Sinn, sich zu fragen, ob irgendeine xyz von mir selbst unbemerkte "Opferhaltung" da draußen einen dafür prädestinierten Menschen zu irgendeiner xyz "Täterschaft" aufstachelt. Doch dieser (psychologisch, selbstmotivations-spezifisch) an sich interessante Gedankengang wurde gekapert. Es liegt ja auf der Hand, daraus ein Hütchenspiel zu machen, Verwirrungen hinsichtlich Schuldzuweisungen zu konstruieren. Ein machtvolles rhetorisches Werkzeug zum Mauern, zum Überzeugen und Einschüchtern einfacher gestrickter Menschen wohl leider auch... "Haltet den Dieb! Dort, der hier!" Dessen Brieftasche und Papiere wir jetzt geklaut haben ... er ist ja als ein .. ein Opfer der Mittäterschaft schuldig. (Und ein schlechtes Karma hat er sicher auch noch.)
      mischa

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  9. Im ersten Memorandum (1917) hat Steiner sich auch schriftlich geäußert über ‘politische Formeln‘ von ‘eingeweihten Kreisen‘ in England und ‘sozialistische Experimente‘ in Russland (24.347 f.).

    Herrschaftsgelüste gäbe es ebenfalls der breiten ‘Masse‘ der Mitteleuropäer gegenüber:
    “… daher ragen in der deutschen und in der österreichisch-deutschen Kultur immer nur einzelne Individualitäten heraus, die sich in die Hand genommen haben, während die breite Masse beherrscht sein will, sich gar nicht mit den Gedanken befassen will, … Daher verfiel auch die mitteleuropäische Bevölkerung solchen Herrschaftsgelüsten, wie die der Habsburger und Hohenzollern es waren, …“ 186.149

    Die russische ‘Volkskultur‘ wäre eher eine mystische Offenbarungskultur:
    “Der Russe ist mehr als ein anderer Mensch auf den Seher angewiesen, er ist aber auch empfänglich für das, was der Seher ihm bringt. … Er sieht diejenigen Geister, die gewissermaßen voller Licht sind. Er sieht nicht den Tod, er sieht nicht das Verderben, er sieht dasjenige, was den Menschen durch die Erhabenheit gleichsam ertrinken macht, was ihn vor allen Dingen mit der großen Gefahr durchdringt, demütig und immer demütiger zu sein, sich vor dem Erhabenen auf die Knie zu werfen.“ 186.152 f.

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    1. Danke Herr Majoor. Ich sehe diejenigen Geister... auch wenn nur ganz wenig "russisches" Blut durch meine Adern fliesst, erahnend neige ich mich demütig vor dem Erhabenen. aber ich ertrinke nicht da meine Instinkte auch noch aus anderen Volksseelen mit Erkenntnismana genährt werden....Ich sehe immer klarer....

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    2. Sei getrost (im damaligen Jargon): “… dieser Blutzusammenhang gibt nur ein Siebentel desjenigen, was in der Menschheitskultur (‘sechs Siebentel‘) begründet werden muß.“ (186.121).
      Auch ‘die jüdische Kultur‘ (186.120) wäre also sonnengeführt. Vgl. Sonnenberg (2009) auf hagalil.com, und Martins (2009), Und sie bewegt sich doch.

      Mit dem ‘weisen‘ Seher scheint eher ein Rasputin oder eine Blavatsky gemeint. Der Zarismus (Peter und Katharina die Große, Lenin, Stalin und Putin) hat die ahrimanische Gewalt mitgebracht. Man kann natürlich auch – siehe Ganser, Eisenhut etc. – das Russentum und Westslawentum bei Steiner einfach (wie Trotzki) wegretuchieren.

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    3. Der ganze Text Sonnenbergs bei den Egoisten: http://www.egoisten.de/pixx/sonnenberg.pdf

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    4. Das Hauptproblem bzgl der fehlenden Bereitschaft heutiger anthroposophischer Publizisten, bizarre Aspekte in Steiners Werk zu beleuchten bzw kritisch zu lesen (etwa Antisemitismus, völkische Zuschreibungen und Charakterisierungen, Verschwörungstheorien wie Jesuiten, Freimaurer, "Geheimgesellschaften" als politische Akteure) in Sonnebergs Resümee: "Zanders Bemühen, die Anthroposophie unter die neureligiösen Weltanschauungen zu subsumieren, folgt einer inneren Konsequenz, sofern man bereit ist, nicht die theoretischen Ansprüche von Anthroposophen, sondern die vielfache Praxis des Umganges mit Aussagen Steiners zum Maßstab der Beurteilung zu erheben. Charakteristisch für Religionsgemeinschaften ist es ja gerade, dass deren Mitglieder weniger von Forschungs- als vielmehr von Glaubensinteressen und -bedürfnissen geleitet werden. Kritik wird in anthroposophischen Kreisen auch heute noch vielfach nicht als Chance zur Erweiterung des Erkenntnishorizontes begriffen, sondern als eine Gefährdung binnensozialer Plausibilitäts- und bisweilen auch Machtstrukturen wahrgenommen. Oder mit Worten Helmut Zanders ausgedrückt: »Das entscheidene Problem scheint mir die Furcht von Anthroposophen vor einem legitimationsgefährdenden Domino-Effekt zu sein: Wenn ein Teil von Steiners Weltanschauung fällt, weiß niemand, was am Ende noch stehen bleibt.«"

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    5. Ja, die Scheidung von Erkenntnis und Glaube ergibt das. Darum halte ich Steiners persistente Insistieren auf sein methodisches Vorgehen für interessant.

      “Man hatte die Überlieferung, aber nicht mehr den Weg, auf dem die überlieferten Wahrheiten erkannt worden sind. Man konnte nur an die Überlieferung glauben.“ 26.244

      Sonnenberg (2009) noch detaillierter in: http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner.htm

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    6. »Man konnte nur an die Überlieferung glauben.«
      Ja.
      Und Menschen, die sich heute in ihren Ausführungen auf die Mitteilungen Rudolf Steiners berufen, so als ob es sich dabei um unumstrittene und für alle Ewigkeit gültige Wahrheiten handle, glauben ebenfalls Überliefertes.

      Nur unter dieser Voraussetzung kann es überhaupt als "gefährlich" empfunden werden, wenn einzelne Punkte aus Steiners Mitteilungen vom heutigen Standpunkt aus als "falsch" angesehen werden – denn das weckt natürlich den Zweifel auch an allen anderen bloß geglaubten Überlieferungen und kann daher das gesamte Glaubenssystem ins Wanken bringen.

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    7. Ein solches Glaubenssystem würde auch beinhalten:
      “… sich nicht befassen zu wollen mit den konkreten Ergebnissen der Geisteswissenschaft und nur immer und immer zu betonen das mystische Forschen, das mystische Seelenvertiefen, die Methode, in die geistige Welt hineinzukommen.“ 191.138

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    8. Wenn z.B. Steiner 1919 bewusst die paradoxe Formel verwendet hat: ‘ehe auch nur ein Teil des dritten Jahrtausends der nachchristlichen Zeit abgelaufen sein wird‘ (für ‘Ahriman im Fleische‘, 191.198), dann würde ich dieses überlieferte Ergebnis konkret verstehen als: am letzten Tag des zweiten Jahrtausends, also am Silvestertag 1999.

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    9. »… dann würde ich dieses überlieferte Ergebnis konkret verstehen als: am letzten Tag des zweiten Jahrtausends, also am Silvestertag 1999.«
      So würde ich das nicht verstehen. Ein Teil — das ist für mich nicht eine Milli- oder Nanosekunde (dann wäre tatsächlich Silvester 1999 der letztmögliche Termin), sondern doch gehörig länger.
      Zudem spricht Rudolf Steiner an anderer Stelle (191.207) ausdrücklich von der Inkarnation Ahrimans im 3. Jahrtausend — wenn es um 1999 ginge, hätte er wohl im 2. Jahrtausend gesagt, nicht wahr?
      Bernhard Lievegood kommt aufgrund einer Bemerkung Rudolf Steiners auf das Jahr 2664 als rechtmäßigen Geburtstermin; Robert Powell und Hermann Keimeyer kommen zu noch anderen Ergebnissen… (siehe hier).

      :-) Aber wäre es nicht ein höchst materialistisches Befassen mit diesem von Steiner überlieferten Ergebnis, wenn wir uns vor allem darum bemühen, das genaue (oder „rechtmäßige") Geburtsdatum herauszufinden?

      Sich mit der konkreten Mitteilung Rudolf Steiners über die Inkarnation Ahrimans (und deren Vorbereitung) zu befassen, kann meiner Ansicht nach auch nicht bedeuten, einen bestimmten Menschen ausfindig zu machen und als Ahriman zu etikettieren. Da hätte jedes Grüppchen bald einen eigenen „Ahriman“…

      Also was dann?

      Vielleicht:
      Das „Ahrimanische“ erkennen im Nationalismus (»Die Zeiten sind vorüber, in denen das Blut entscheidet. Und konserviert man ein solches Altes, dann fördert man dasjenige, was Ahriman gefördert haben will.« 191.202)
      Oder in dem Bestreben, »unter den Menschen nach Möglichkeit die bereits sehr verbreitete Stimmung zu erhalten daß es für das öffentliche Leben genügt, wenn dafür gesorgt wird, daß die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden.« (191.200.)
      Oder in dem Irrwahn der Zweizahl gegenüber der Wahrheit der Dreizahl: »Das alles, was in diesem Irrwahn wirkt, das ist im Grunde genommen Schöpfung der ahrimanischen Einflüsse, jener Einflüsse, die sich einstmals konzentrieren werden in der Inkarnation des Ahriman, von der ich Ihnen schon gesprochen habe. Denn dieser Irrwahn, in dem wir drinnenstehen, ist nichts anderes als das Ergebnis jener falschen Weltbetrachtung, die für die Menschen der neueren Kultur, der neueren Zivilisation überall hervorsprießt aus der Welt, indem sie entgegensetzen Himmel und Hölle. Der Himmel wird als Göttliches angesehen, so wie sie ihn schildern, und die Hölle wird als das Teuflische angesehen, während in Wahrheit man es zu tun hat auf der einen Seite mit dem himmlisch genannten Luziferischen und auf der anderen Seite mit dem höllisch genannten Ahrimanischen.« (194.22f)

      Und sich in jeder Lebenssituation neu dazu stellen:
      Wie berechtigt sind Umvolkungsbefürchtungen à la Rüdiger Keuler?
      Wie sieht es - in Bezug auf das bloße Bestreben nach wirtschaflicher Zufriedenstellung - aus mit dem Bemühen um ein Bedingungsloses Grundeinkommen?
      Wie - angesichts des Irrwahns der Zweizahl - mit einer Parteinahme entweder für die USA oder für Rußland?

      Und natürlich auch: sich bewußt sein, daß die Inkarnation Ahrimans, wie alles „Ahrimanische“, nicht etwas ist, das verhindert werden könnte (oder gar sollte), sondern daß es darum geht, wie wir damit umgehen (»Dieser Inkarnation Ahrimans im Fleische kann nicht etwa die Erdenmenschheit entgehen. Die wird kommen. Es handelt sich nur darum, daß die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muß zu dieser ahrimanischen Erdeninkarnation.« 191.190).

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    10. "Oder mit Worten Helmut Zanders ausgedrückt: »Das entscheidene Problem scheint mir die Furcht von Anthroposophen vor einem legitimationsgefährdenden Domino-Effekt zu sein: Wenn ein Teil von Steiners Weltanschauung fällt, weiß niemand, was am Ende noch stehen bleibt.«""

      Als Prof. Zander diese Worte schrieb, da hatte noch nicht Papst Franziskus den "Domino-Effekt" in der Katholischen Kirche eingeleitet. Wenn eine Katholikin schrieb, was gilt noch meine vom Priester geweihte Ehe, wenn Franziskus erklärt, wenn eine Mann und eine Frau sich echt lieben, dann ist das eine gültige Ehe vor Gott, dürfen wir neidlos erkennen, die Katholiken sind hier bereits weiter wie viele Anthroposophen, welche aus der Geisteswissenschaft oftmals einen gewendeten Katholizismus erstellten. Ob Katholische Kirche oder Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft "Christus" war und ist doch meist nur ein Wort, bzw. der wesentliche Domino-Stein, an dem sich der Mensch mit seinem Glauben festklammert. Prof. Zander hat intuitiv das Problem des Christentums beschrieben. Es wird sich erweisen, ob das zentrale Ringen Rudolf Steiners, das Ringen um zeitgemässes Christusverständnis, Christuserleben, hinter all den gefallenen Domino-Steinen seine Früchte zeigen wird.

      -- ganz nebenbei, meine Hausärztin brachte zum Ausdruck, sie befürchtet, meine Person wird wie 1989 wieder vom Bayerischen Staat in eine Psychiatrie gesteckt. - Jeder wird sich nun seinen Teil denken können. Aber bereits damals habe ich mich weder auf Anthroposophen, noch auf das Funktionieren eines Rechtsstaates verlassen, sondern das von Rudolf Steiner Erlernte und von anderen Geistesströmungen Geschenkte zur Anwendung gebracht, ganz im Sinne des Spruches von Rudolf Steiner:

      "Es wird geschehen, was geschehen muß, das ist des Mysten rechte Weihestimmung"

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    11. Ja schön, danke, ich weiß, darum sage ich auch: ‘paradoxe‘ Formel und versuche eine alternative, grammatikalisch mögliche Lesung. Es ist ja nicht im Steno übergeliefert: ‘ehe ein (großer) Teil des dritten Jahrtausends abgelaufen sein wird‘, oder ‘wenn auch nur ein Teil …‘, sondern buchstäblich: ‘ehe auch nur ein Teil …‘.

      Es geht übrigens nicht um ein Geburtsdatum, sondern um eine merkwürdige irdische Inkarnation im Westen (in ‘der europäischen Zivilisation und ihres amerikanischen Anhanges‘), die man verschlafen oder verstehen könnte.

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    12. Ja nun — einmal abgesehen davon, daß das, was im Stenogramm überliefert ist, nicht immer notwendig auch das ist, was wörtlich gesagt wurde:
      Ein „Teil“ eines Jahrtausends ist für mich etwas sehr viel längeres als beispielsweise ein Teil einer Sekunde.
      Ich empfinde hier den „Teil“ verhältnismäßig zum jeweiligen Ganzen (ähnlich wie Herder die Erde als einen der mittleren Planeten bezeichnete und daher nicht nur das »Verhältnis unserer Materie zu unserm Geist« als »vielleicht so aufwiegend gegeneinander als die Länge unserer Tage und Nächte« ansah, sondern auch unsere »Gedankenschnelligkeit« als »vielleicht im Maß des Umschwunges unseres Planeten um sich selbst und um die Sonne zu der Schnelligkeit oder Langsamkeit anderer Sterne«).

      Für mich klingt es daher gefühlsmäßig eher so, als habe Steiner gemeint: »Ehe auch nur die Hälfte/ein Drittel/ein Viertel … abgelaufen ist«, es dann aber (vielleicht ganz bewußt) weniger genau formuliert.
      :-) Aber das ist natürlich reine Spekulation.

      Wie Du sagst: es geht nicht um das Geburtsdatum, sondern darum, sich „wach“ zu diesem Ereignis zu stellen, und das „Ahrimanische“ jeweils ins Gleichgewicht zu bringen mit dem „Luziferischen“.

      ---

      :-) Interessant finde ich übrigens, im Zusammenhang mit dem Thema dieses Blogartikels, die sich bei Rudolf Steiner wiederholt findende Formulierung »europäische Zivilisation und ihr amerikanischer Anhang« ...

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    13. Gelesen als Kryptogramm, und angenommen dass das ‘Teil‘ proportional zu 1000 aber willkürlich ist, bekommt für mich das beschwörende Wort ‘ehe‘ den Nachdruck. Und dann ende ich ganz am Ende des zweiten Millenniums…

      ‘Europa und sein amerikanischer Anhang‘ im Gegensatz zu Asien. Russland gehöre hier zum christlichen Europa dazu: ‘von dem großen Rußland angefangen bis zu den kleinsten Gebilde … Der Einschlag des Christentums‘ (196.153).

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    14. "Diese Debatte hat Steiner wie auch die Zeitgeonossen bis zum Unglauben irritiert: Ist auf die Evangelien Verlass? Erzählen sie Geschichten statt Geschichte? Bis zu seinem Lebensende sollte diese schwarze Sonne der Angst Rudolf Steiner umkreisen"

      https://books.google.de/books?id=drcUAwAAQBAJ&pg=PT96&lpg=PT96&dq=christliches+abendland+rudolf+steiner&source=bl&ots=uuSC_BU4eh&sig=o4ep1hCg_zELUyoXVAS9OabCFFU&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi8vvGijoDPAhUDDxoKHZaTB-04ChDoAQhPMAg#v=onepage&q=christliches%20abendland%20rudolf%20steiner&f=false

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    15. Nachtrag: Das "Bild" von Steiner wird von Prof. Zander entworfen.

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    16. Herrn Dr. Clement gebührt wahrlich aufgrund seiner Wortmeldung die Ehre zu weiterer "Beute" beizutragen. Es findet sich nun bei Recherche des obigen links die Feststellung von Prof. Zander:

      ""Diese junge Dame war dabei, die Rolle der Geliebten an Steiners Seite einzunehmen."
      ("Marie von Sivers)

      Zander schreibt dies im Kapitel "Neue Liebe".

      Zusammen mit dem Gemälde der schwarzen Sonne "Angst", die angeblich Steiner bis zum Lebensende umkreist, kann mit der neuen "Beute" die Frage auftauchen, spielt in der Katholischen Kirche und der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, die körperliche Begegnung von Mann und Frau, nüchtern Sex genannt, die "scharze Sonne der Angst", welche nach Zander dann nicht nur Steiner, sondern auch die katholische Priesterschaft umkreist?!
      Ich denke, im Forum von Info3 gab es wahrlich umfassende Gedankenfreiheit, so konnte damals das seherische Bild der Türkei geschildert werden, frank und frei, wie nun die militärische Situation Realität wurde. Es ist direkt schade, wenn Rudolf Steiner inkarniert sein sollte und sich nicht zu Wort meldet, zum Thema Sonne-Angst. Im Ernst, es kann sich herausstellen, weder die Ideen der Katholischen Kirche, noch die von Rudolf Steiner vorgetragenen Inkarnationsvorstellungen, können gegenwärtig noch unbedarft Anwendung finden. Insofern sind die Forschungen von Clement und Zander (mit wissenschaftlichem Anspruch) hilfreich, sie führen zu neuen Erkenntnissen, zu neuer "Beute".

      Die Verbindung "Sonne der Angst" mit dem Hinweis auf "Geliebte" (also Sex) wird deshalb hingestellt, weil im Info3-Forum ca 2003 umfassend dargestellt werden konnte (es herrschte damals vollkommene Gedankenfreiheit), wie mir eine Eurythmielehrerin (im Bett mitteilte, sie bat mich um diese körperliche Begegnung), wie während der Eurythmieausbildung in Hamburg sie von ihren Lehrerinnen von den "bösen" Männern gewarnt wurden, keine sexuelle Begegnung einzugehen. (Ich bin hier nun einmal Zeitzeuge durch die Begegnung mit der Eurythmielehrerin). Es ist davon auszugehen, das damalige Info3-Forum hat umfassend das geistige Leben der AAG verändert, da der offene gedankliche Umgang zu Freiheit führte. Unvergessen ist die gedankliche Begegnung mit einem "Kontrahenten", die wir über Wochen in Gedichtform gedanklich ausführten. Es gab damals von Dritter Seite die Anregung, diese Dinge auf CD zu veröffentlichen, nachdem Felix Hau beschloss, in persönlicher Verantwortung, das Forum zu schließen, nachdem Dritte meinen Namen benutzten, die Redaktion solche Beiträge weder löschte, noch kennzeichnen wollte. (E.S.)
      Hinweis, die Eurythmielehrerin wurde mir damals von der Generalsekretärin für Deutschland, Frau Clara Kreutzer vermittelt (es handelt sich um geschichtliche Vorgänge, die für die Wissenschaft vielleicht von Interesse sind).

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  10. Bösartige angelsächsische Bruderschaften? Okkulte, geheime Hintergründe der Ereignisse?

    In der Diskussion schwingen diese ständig mit. Gibt es diesbezüglich Verschwörungsdenken bei Steiner und bei Anthroposophen?


    Ist Steiner ein Verschwörungstheoretiker?

    Nein, das ist er nicht. Aber es gibt in seine Äußerungen reichliche, ernsthafte Widersprüche. Steiner war auch ein Kind seiner Zeit. Nationalismus, Feindbilder, Kriegsrhetorik, Propaganda und Indoktrination, Verschwörungsdenken gehörten damals zur Tagesordnung, haben Spuren bei Steiner hinterlassen.

    Deshalb ein kleiner historischer Exkurs:

    Mit Nachdruck hat Steiner die Veröffentlichung einer der schlimmsten Hetzschriften der damaligen Zeit (Entente-Freimaurerei und Weltkrieg, Basel 1919), vom anthroposophischen Verschwörungstheoretikers, Rassisten und Antisemiten Karl Heise unterstützt. Die Förderung war ideeller Natur, er hat ihn dazu angehalten die Schrift zu verfassen, aber auch in finanzieller Hinsicht durch Übernahme eines erheblichen Teils der Druckkosten. Er hat das Vorwort zur Veröffentlichung geschrieben.

    Die Darstellung und Enttarnung der bösartigen, okkulten (geheimen) Bruderschaften der Freimaurer und ihre Verschwörung und Kriegsschuld gegen Deutschland zum Ziele der Zertrümmerung des Deutschen Reiches und der Deutsche Mission sind allgegenwärtig in dieser umfangreichen und schwer verdaulichen Schrift. Das Vokabular Karl Heises (eine kleine Auswahl):
    "Brüder des Schattens", "okkulten Brüder des linken Pfades", "Mahatmas der linken Hand", "Geheimbünden grauer uns schwarzer Mahatmas", "mit giftiger Schminke gesalbten dunklen Eingeweihten", "Geheimagenten der grauen, schwarze, orangenen, grünen und sonstigen Hochgradbrüder", "die jüdischen Helfershelfer der britischen Großloge", "die blutgenössischen Britten" und natürlich: "der Kult des Wahrhaftigen ist die deutsche Mission".

    Nebenbei:
    Unvermeidbar kommt einem da die Beschreibung der britischen Menschen und Politiker im Sinne, die angeblich die Fähigkeit haben sollen "das, was in den Instinkten aus dem Unbewussten in der Seele sich geltend macht, bewusst zu artikulieren und in die Bahnen zu lenken, die ihren Interessen nützen" (diskutiertes Thema in den aktuellen Beiträge).

    Bösartiger Hass und Lüge sind Leitfaden bei Heise und begegnen einem auf jeder Seite. Die Ähnlichkeiten mit den Ideen Steiners fallen ins Auge. Das kann jeder nachlesen der sich dieses Werk (auch die andere Schriften Heises) und die zahlreichen Vorträgen Steiners zu diesen Themenbereich zu Gemüte führt. Man sollte Steiner dabei zugutekommen lassen, dass seine Vorträge mündliche Mitteilungen waren, ausschließlich für die damaligen Zuhörerschaft, für die damalige verworrene Kriegszeiten konzipiert und nicht zur zukünftig Veröffentlichung gedacht, schon gar nicht 100 Jahre später. Die Inhalte der Vorträge sind dazu lediglich mehr oder weniger zuverlässig überliefert. Trotzdem sind die Tendenzen unübersehbar.

    Heise war später bekennender Nationalsozialist. Seine Schriften wurden von führenden Persönlichkeiten des Dritten Reiches (Himmler) gelesen und rezipiert, bis hinein in die heutige Szene der Rechtsextremen. Heute werden die Stimmen mancher Anthroposophen immer lauter die eine positive Wertschätzung Karl Heises in der Gegenwart fordern.

    Rudolf Steiner hat sich aber, widersprüchlich zum vorherigen, auch eindeutig und wiederholt und vor allem wesentlich gegen den Nationalismus gestellt und die Notwendigkeit einer Überwindung des Nationalen immer wieder betont.

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  11. Fortsetzung:

    Sind Anthroposophen Verschwörungstheoretiker?

    Auch diese Frage darf und soll gestellt werden. Einheitlich kann sie nicht beantwortet werden. Es geht auch hier um Tendenzen. Damals, zu Lebzeiten Steiners, im Dritten Reich aber sicher auch heute.

    Auch hier zuerst ein kurzer historischer Gesichtspunkt:

    Gerade in den Anlaufsjahren zum Dritten Reich, aber auch in den Jahren der Nazi-Diktatur haben manche Anthroposophen Hitler offen unterstützt. Auch das darf und muss gesagt werden (ausführlich dazu: Ansgar Martins, Hans Büchenbacher - Erinnerungen 1933-1949, zugleich eine Studie zur Geschichte der Anthroposophie im Nationalsozialismus). Die Begeisterung für den Diktator war nicht einheitlich und hatte nach dem Verbot der anthroposophischen Gesellschaft und der Waldorfschulen, verständlicherweise, spürbar nachgelassen. Im Jahre 1941 musste die letzte Waldorfschule geschlossen werden.

    Eigentlich sollten Anthroposophen und die Waldorfschulbewegung dankbar sein für das Verbot der Nationalsozialisten. Die Akzeptanz der Bewegung und der Höhenflug der Schulbewegung in den Nachkriegsjahren bis heute wären ohne das Verbot im Dritten Reich und die damit erzwungene innere und äußere Entfernung zum Nationalsozialismus, undenkbar gewesen. Das Verbot wird aber, unberechtigterweise, immer wieder von Anthroposophen als Alibi eingesetzt um sich von der eigenen dunkeln Vergangenheit reinzuwaschen. Gegen jede andere Sichtweise zum Dritten Reich wurde, bildlich gesprochen, Denkverbote erteilt.

    Dabei ist vollständig in Vergessenheit geraten, dass es ohne die großen Opfer des amerikanischen Volkes im zweiten Weltkrieg keine freiheitliche Staatsform in Europa gegeben hätte und mit Sicherheit auch keine einzige Waldorfschule heute existieren würde. Diese Tatsache steht im schrillen Kontrast zum Antiamerikanischen Weltbild heutiger Anthroposophen und macht ihre Sichtweise extrem peinlich. Leider hört man diesbezüglich nur sporadisch Abweichendes vom Mainstream anthroposophischer Meinungsbildung.

    Als positives Beispiel ein Gespräch mit Kommunikationswissenschaftler und ehemaliger Waldorfschüler Tobias Jaecker in der Zeitschrift Erziehungskunst 02.2016 zu Antiamerikanismus und Verschwörungstheorien:

    http://www.erziehungskunst.de/artikel/amerika-ist-an-allem-schuld/

    Erfreulich ist die Veröffentlichung dieser Zeitschrift als Gegengewicht zu der antiamerikanischen Ganser-Hetze. Leider währt diese Freude nicht lange wenn man einige Kommentare zum Gespräch liest.

    Die „anthroposophische Geschichtsdeutung“ in den letzten Jahren orientiert sich heute erneut an scheinbar überwundenen Verschwörungsideologien des frühen zwanzigsten Jahrhunderts inklusive der Glauben an Okkulten Kreisen die die Geschicke der Völker böswillig lenken. Wendepunkt ist die Kasseler Tagung der Anthroposophische Gesellschaft in 2013 (Markus Osterrieder: Welt im Umbruch).

    Die Deutung beider Weltkriege als Verschwörung finsterer angelsächsischen Mächte gegen Deutschland, zur Verhinderung einer Deutsche Mission in Mitteleuropa, verbunden mit einer Neuauslegung der Kriegsschuldfrage, sind wieder salonfähig. Sie prägen, unübersehbar, anthroposophische Sichtweisen, gerade auch in Bezug auf die heutigen Zeitereignisse. Solche abwegigen, unverantwortlichen und letztendlich albernen Tendenzen beschränken sich nicht nur auf Randgruppen und Einzelpersonen der rechten Anthroszene, sondern sie sind, in mehr oder weniger starken Ausprägung, symptomatisch, sogar allgegenwärtig erlebbar.

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  12. Fortsetzung:

    In der anthroposophischen Bewegung war ein völkisches Verschwörungs-Denken schon immer integrierter Teil des Weltbildes. Es war in den Nachkriegsjahren nur latent vorhanden aber radikale Auswuchsen haben es immer wieder an der Oberfläche gebracht (Keuler, Ludwig, Duschek usw). In anthroposophischen Kreisen ist gegenwärtig allerdings ein weit mehr offenes und offensives Eintreten für höchst fragwürdigen Positionen an der Tagesordnung, begleitet von einer geistigen Nähe zur AfD und Pegida, diese Gruppierungen teilweise auch öffentlich unterstützend, und in Übereinstimmung mit radikalem Gedankengut, dass heute leider in der Mitte der ganzen Gesellschaft angekommen ist!

    Als markantes Beispiel die ganz unerfreulich bösartige Ansichten eines Anthroposophen der Gegenwart:

    "…Machen wir uns nichts vor, das was jetzt auf uns zukommt, wenn es nicht gelingt es in letzter Minute abzuwenden, wird schlimmer werden als das, was das Anglo-Amerikanertum Deutschland im Zweiten Weltkrieg angetan hat, einschließlich der Massenvergewaltigungen an deutschen Frauen, denn auch dazu wurden die jungen, kräftigen afrikanischen Söldner, pardon Flüchtlinge, nach Deutschland geschleust, und jeder, der das sagt, ist ein Nazi, ein Rassist. Es geht den anglo-amerikanischen Machthabern darum, den Erbstrom, das genetische Material, welches als Bedrohung der eigenen Weltmachtansprüche empfunden wird, endgültig zu vernichten. Wer die Aufgabe des deutschen Volkstums durch Völkermord vernichtet, zerstört die weitere Entwicklung der Menschheit…"

    Esoterischer, biologisch-Rassistischer Faschismus in Reinkultur!

    Hier auffindbar:

    https://buergerstimme.com/Design2/2015/08/der-voelkermord-an-den-deutschen/
    (Bemerkenswert: Eurusky - Die Prorussische Putin-Orientierung der Website!)

    http://brd-schwindel.org/der-voelkermord-an-den-deutschen/

    http://alphanostrum.blogspot.de/2015/09/geistigen-hintergrunde-der-heutigen.html

    http://www.pelagius.de/index.php?id=120

    Weitere zahlreiche Zitate auf vk.com, info.kopp-verlag.de und andere rechtsradikale Webseiten…

    Text und Verfasser gehören ins Beobachtungsfeld des Verfassungsschutzes. Bis heute sind die Veröffentlichungen aber problemlos zugänglich. Kein sogenanntes Denkverbot sondern ein Veröffentlichungsverbot gegen diese Webseiten ist dringend erforderlich!


    Natürlich gibt es eine sofortige Welle der Empörung wenn eine solche Aussage in Zusammenhang mit Rudolf Steiner und Anthroposophen gestellt wird.

    Leider muss dagegen eingewendet werden:

    Zu häufig, viel zu häufig begegnen einem heute solche und vergleichbare Äußerungen bei Anthroposophen. In Wort und in Schrift.

    Das sollte unbedingt Anlass zur Sorge und Selbstreflexion sein.

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  13. Nachtrag:
    Der Verfasser des unerträglich bösartigen Textes (Zitat in der letzten Fortsetzung) ist Rüdiger Keuler.

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    1. Ja, Rüdiger Keuler — über einen seiner Texte (und die, eigentlich seltsamerweise, höchst materialistische Sichtweise darin) haben wir hier im Blog schon vor längerer Zeit gesprochen.
      Er schreibt auch interessante Briefe, zum Beispiel an Merkel und Gauck (»Als Teil des Souveräns, dem Volk, von dem Schaden abzuwenden Sie in ihrem Treueeid geschworen haben, klage ich Sie des Volkverrates und des vorsätzlichen Völkermordes am Deutschen Volk an!«), oder an Putin (»Wie Sie ja wissen, ist Deutschland bis heute ein von den westlichen Alliierten besetztes Land. […] Ich kenne viele Menschen, die das Spiel der USA und ihrer Vasallen, das die Erlangung der Weltherrschaft zum Ziel hat, immer besser durchschauen. Und viele dieser Menschen setzen ihre Hoffnungen auf den Widerstand, den Rußland dem Westen bietet. Aber Rußland würde diesen Weg nicht gehen ohne Sie, Herr Präsident. Insofern setzen viele Menschen in Deutschland ihre Hoffnungen auf Ihre Person.«)…

      Auch wenn ich die Ansichten Peter Staudenmaiers nicht in allen Punkten teile, so erwarte ich doch von seriösen anthroposophischen Autoren, daß sie beim Abfassen ihrer Texte derartige Äußerungen ihrer Kollegen im Bewußtsein haben.

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    2. @Bobby

      "Das sollte unbedingt Anlass zur Sorge und Selbstreflexion sein."

      Man kann es nur hoffen...aber ich habe da meine Zweifel, zumindest dass sich diesbezügl. frei-willig etwas bewegt...
      Und du brachtest es auf den Punkt: Ohne den verlustreichen und äußerst leidvollen Befreiungsakt der Amerikaner im 2. Weltkrieg (D-day), gäbe es heute keine einzige Waldorfschule und übrigens auch keine Einrichtungen und Fürsorge für Behinderte, die ja nicht zum Übermenschen taugten und ebenfalls vernichtet werden sollten. Stattdessen ein fürchterliches Regime mit Verfolgung, Angst, Folter und Mord...

      Auch ich sage danke für deine Aufklärungen bzw. differenzierten - geschichtlichen Recherchen und persönlichen Intentionen und Rückschlüsse! In anthrop. Umkreis sind diesbezügl. leider nur sehr wenige vernünftige Menschen zu finden, die etwas schnallen und auch öffentl. dagegen halten...

      LG



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    3. @ Ingrid H.
      Rüdiger Keuler habe ich eigentlich nie als ein ernsthaftes Problem gesehen, dafür war seine Gedankenwelt zu absurd. Sorge bereitet mich aber heute, dass er Sachen ausspricht die immer mehr auch von anderen verinnerlicht werden. Auch seine Resonanz in der rechten Szene finde ich bemerkenswert. Das hätte ich vor wenigen Jahren nicht glauben können. Es hat sich da, und das beunruhigt mich sehr, einiges geändert in der anthroposophischen Landschaft. Da braucht es gar kein langes Suchen um das immer wieder festzustellen, teilweise sogar auch im persönlichen Umfeld des Alltages.

      Das ist der Grund, dass ich Keuler im Beitrag zitiert habe. Da sollte der Kontext schon richtig herausgelesen werden. Selbstverständlich will ich Keuler nicht mit Eisenhut und Weise in einen Topf werfen. Das habe ich auch nicht gemacht. Sollte jemand aber trotzdem Gemeinsamkeiten feststellen können, so bleibt das natürlich die Wahrnehmungsebene jedes Einzelnen überlassen.

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    4. @bobby: Mit Ihrer Darstellung bin ich insgesamt völlig d'accord. Ich würde nur im Einzelfall genauer hinsehen wollen. Ganser ist für mich eben so einer und Osterrieder erst recht. Und ich glaube, der Punkt, an dem die Verständigung – nicht nur zwischen uns – schwierig wird, ist immer der gleiche: Kritik an den USA bzw. Verständnis für Russland. Ich meine eben ganz entschieden: Beides muss möglich sein, ohne dass man gleich in die rechte Ecke gestellt wird. Es trifft ja zu, dass es unter Anthroposophen antiamerikanische Ressentiments gibt und dass Russland umgekehrt erstaunlich viel Kredit gegeben wird, weil es laut Steiner in 1.500 Jahren die Menschheitsentwicklung anführt. (Das ist so, als hätte man zur Zeit der Schlacht im Teutoburger Wald die Germanen für die Speerspitze der Zivilisation gehalten.) Aber weil andere es sich zu einfach machen, sollte man das selbst nicht auch tun.

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    5. @Claudius Weise

      Freue ich mich!

      Verständnis für Russland:
      Ja, gerne und jederzeit. Wieso sollte das auch anders sein?

      Verständnis für die heutige Putin-Mafia:
      Nein, in keiner Weise. Sie ist ein Unglück für Russland und eine Bedrohung für die Menschheit.

      Daniele Ganser:
      Meine Meinung zu Ganser haben Sie inzwischen kennengelernt. Vielleicht werden Sie in der Lage sein Ihr jetziges Wissen zu erweitern mit den aktuell vorhandenen Erkenntnissen zu Herr Ganser. Eventuell würden Sie danach Ihre Meinung zu ihm revidieren können.

      Markus Osterrieder:
      Ich sehe Osterrieder als ein Rückschritt in der Zeit. Seine Ansichten sind nicht frei von Verschwörungsgedanken und deshalb teilweise mehr als fragwürdig. Ich finde sie deshalb so gefährlich, weil durch ihn überwundenen Konflikten neu angezündet werden. Das ist auch meine Beobachtung in der Anthro-Szene der letzten Jahre.

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    6. Schön, dass wir sachlich doch zusammenkommen können.

      Mit Ganser werde ich mich noch mal auseinandersetzen, versprochen. Ich fand das "Goetheanum"-Interview mit ihm schon damals zu zahm, die reinste Stichwortgeberei. Vielleicht interviewen wir ihn ja noch mal von "die Drei" aus, dann könnte man ihm auch ein paar kritische Fragen zu den Zusammenhängen stellen, die hier dargelegt wurden.

      Es ist eben immer so eine Gratwanderung. Ernsthafte Leute wie Gabriele Krone-Schmalz und Willy Wimmer sind in Sachen Russland ja ebenfalls aus dem Mainstream rausgefallen. Oder schauen Sie sich "Die Anstalt" im ZDF an. Ist das alles Propaganda? Nur weil bei KenFM manchmal dasselbe gesagt wird? Das kann doch kein Kriterium sein.

      Ich verstehe, weshalb Osterrieder für Sie ein Revisionist ist. Das muss aber nicht schlecht sein, denn er hat nun mal aus den Archiven einiges zu Tage gefördert, das bisher ignoriert wurde. Was Deutschlands Mitschuld am Ersten Weltkrieg betrifft, hat es im Lauf der Zeit Pendelschläge zu den Extremen gegeben, von der Unschuld zur Alleinschuld. Jetzt schwingt das Pendel allmählich zur Mitte zurück, dabei kann Osterrieders Arbeit helfen. Sie kann aber natürlich auch missbraucht werden.

      Sorry, dass ich Sie im anderen Thread so angepflaumt habe.

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    7. @Claudius Weise

      Nun ja, vielleicht in einzelne Punkte!

      Wenn ich das aber so lese was Sie jetzt hier schreiben…
      Da könnte noch vieles dazu gesagt werden. Aber lassen wir das so wie es ist. Ein Schlussstrich für heute!

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  14. Herzlichen Dank, bobby, für das kraftvolle und sortierte, und anthro-historisch bewanderte Statement. Nach meiner Meinung sind all das so brennende Fakten, daß es sich nicht lohnt, um politische Irrtümer, denen man auf den Leim ging, zu feilschen - etwa um sein Gesicht nicht zu verlieren, nicht bei den Co-Anthro-Verschwörologen und und auch nicht bei "Putin regiert eben ein anderes, uns fremdes Land, welches nicht reif für Demokratie nach europäischem Muster ist" - Verstehern. Komisch: Hier bei den Egoisten wird keinem wehgetan, wenn er zugibt: "Ich habe geirrt, und meinen Idealismus falsch kanalisiert...!" oder so in der Richtung..

    Erbsenzählen, Psychologisieren, Handeln, Feilschen, als wäre man ein bezahlter "Diplomat", und schließlich Drohen, Drohen und dann Pathologisieren. So erlebte ich im Netz in allen möglichen Saalschlachten und in "sachlichen" Diskussionen das Tauziehen. Als gäbe es einen Kompromiß. Oder als ginge es um Sieg... oder Niederlage. Um Kommentkampf? Denn es gibt doch dazwischen keine Regenbogenbrücke, zwischen ins staatskriminelle abgleitenden Verschwörungs-Droh-Lehren (die längst kein Gedankenspiel mehr sind) und dem Versuch, in einer demokratischen Wahrhaftigkeit menschlich tolerant zu sein. Notwehr ist kein Verbrechen. Und Notwehr ist nicht Intoleranz. Notwehr kein Kommentkampf.
    bobby, Dein wichtigster Satz war m.E. dieser:
    "Eigentlich sollten Anthroposophen und die Waldorfschulbewegung dankbar sein für das Verbot der Nationalsozialisten. Die Akzeptanz der Bewegung und der Höhenflug der Schulbewegung in den Nachkriegsjahren bis heute wären ohne das Verbot im Dritten Reich und die damit erzwungene innere und äußere Entfernung zum Nationalsozialismus, undenkbar gewesen. Das Verbot wird aber, unberechtigterweise, immer wieder von Anthroposophen als Alibi eingesetzt um sich von der eigenen dunkeln Vergangenheit reinzuwaschen." Michael Eggert sagte auch mal sinngemäß, daß Goebbels und seine Entourage besser über die Anthroposophie Bescheid wußten, als viele, viele Anthroposophen.
    ... die ganz heiß darauf waren, Anthroposophie mit der nationalsozialistischen Bewegung kompatibel zu sehn. Die Feiern müssen gar zu verlockend gewirkt haben. Auch die schwulstigen Festreden, oja.
    Aber gerade dieses Alibi ließ meine Generation nie wirklich mißtrauisch werden bezügl. der problematischeren Geschichte der Anthroposophischen Bewegung, und dieses Alibi gab viel Vorschußlorbeeren und führte bis zur Wende der Anthropsoph. Bew. nochmal viel frisches und unverdorbenes Herzblut zu.
    Doch es ist die Qualität unserer gesamten gegenwärtigen Epoche, daß die unverarbeiteten, verdrängten Dinge an die Oberflächen der Teiche kommen, wo früher nur der dicke Frosch quakte, und nachts vom Ungelösteten kündete ....
    mischa butty

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  15. "…Doch ist die die Qualität unserer gesamten gegenwärtigen Epoche, dass die unverarbeiteten, verdrängten Dinge an die Oberflächen der Teiche kommen…"

    Ja gewiss! Anderseits:

    "…Die Propaganda hat durch die neuen sozialen Netzwerke einfach eine ganz neue Dimension von Durchschlagskraft erhalten, die jetzt global genutzt wird: eine geradezu hypnotische Wirkung, wie wir sehen…"
    Michael Eggert (https://egoistenblog.blogspot.com/2016/08/die-macht-der-meme-von-den-identitaren.html?showComment=1472599816665#c6488372342225900184 )

    Die Propaganda hat da noch ganz andere Mittel und Kapazitäten, vor allem wenn sie staatlich gelenkt oder zumindest beeinflusst ist. Aber letztendlich, auch wenn es manchmal lange dauert, ist sie verlogen und zieht deshalb am Kürzeren, so hoffe ich.

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  16. I
    Und ich, ich möchte noch ergänzend beifügen, daß ich froh bin, daß die Anthroposophie in der alten Bundesrepublik eine Alternative zu den alternativen Alternativen sein durfte und das auch oft sehr gut sein konnte.

    Die alte Bonner Republik, ach!, der wohlbehütete "Kindergarten", in welchem dreiviertel von "die Deutschen", entnazifiziert, Demokratie lernen, üben, nachspielend verstehen lernen konnten oder durften. In Wohlstand, ohne allzuviel "Neidgesellschaft!". Während ein anderes Viertel "des deutschen Volkes" quasi weiter unter autoritärer Herrschaft leben und weiter sich gegenseitig bespitzeln mußte, intrigieren lernen mußte, und nicht "Ich mag das, doch nicht dies!" lernen durfte, sondern "Wir mögen das, nicht dies!" zu sagen lernen mußte. Mir scheint:

    Der autoritär eingeschulte Mensch kann nicht so einfach, so scheint mir, vor seinem internalisiertem "Wir-Gewissen" unterscheiden in Aggressor und Angegriffenen, in Angreifer und Verteidiger, in der Sprache der Soziologie "Täter" versus "Opfer". (Ich mag das Wort "Opfer" nicht, weil die Gosse es als Schimpfwort längst übernommen und in ein Spottwort "verhext" hat.)
    Er/Sie relativieren da gern, wenn sie autoritär erzogen sind. Das scheint mir auch für Menschen zu gelten, die sich im Westen martialisch auftretenden Gruppen anschließen (Fußball-Fanblock, Bikerszene, Boxerställe). Das ist meine Beobachtung. Studien habe ich darüber kaum gelesen, oft aber entdeckt, daß ich da öfter ganz gut gelegen habe, was gesellschaftliche Strömungen und deren Eigenarten betrifft, wenn ich mir dann dochmal Soziologische Schriften (ächz) vornahm. Beim Militär "auf Stube" werden "Streithähne" bestraft, nicht verhandelt, wer den Streit veranlaßte, anfing, verschuldete. Unrechtsbewußtsein rangiert - hinter - dem Gruppenprinzip "Es muß zusammengehalten werden!"

    Die Gruppe, die Bewegung .... sie darf nicht "gespalten" werden. Die ..Front .. muß halten.

    Ein zum Individualismus erzogener Mensch, der ein wenig selbstverantwortungsverwöhnter und entscheidungsfreudiger, freiheitsverwöhnter ist, weiß, das beim Löschen eines Brandes, beim Fußball meinetwegen, beim Segeln oder Theater, Chor usw. ein Einzelner sich frei unterordnen muß. Ab da, wo die aktive Choreographie des Ereignisses beginnt! Wohlgemerkt. Vorher, so er kann, so sie kann, gestalten wir alle mit. Streiten vielleicht. Wenn wir es gelernt haben. Wenn... Auch das ist schwer genug. (streiten..bis der Rechtsanwalt kommt, :-)) .. aber eben, den gibt es dann)
    m.butty

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    1. II
      Doch in autoritären und sehr hierarschisch strukturierten Zusammenhängen ist Meinungsverschiedenheit, Streit und auch Warnung, "Kassandrismus" und mahnende Kritik sehr schnell "Spaltung", "einen Keil treiben.."... wird - jeder - Streit, jede Uneinigkeit benannt, und eine Fassade der Eintracht ist höchstes Gut. "Geht vor die Tür, prügelt euch, wo es keiner sieht, dann sitzt ihr eure Strafe ab, ihr Unruhestifter." Eine trostlose friedliche Welt. Eine Einladung aber auch, im "Wir" aufzugehn. Wenn auch ziemlich immer humorfrei. "Wer über sich selbst Witze macht, liefert sich ja aus!" - "Mach über mich keine Witze, und ich mach über dich auch keine." - "Wehe dem, der über uns lacht!"
      Hier liegt die Wurzel der Humorzensur autoritärer Gruppen und Systeme. Der Spaßmacher im autoritären System bringt, zuvor gut erklärte, sehr brave Witze, oder bedient die primitivste Schadenfreude.. Ironie setzt eine Intelligenz voraus, die von von der kohärenten Gruppe abstrahieren muß (Meta-Ebene), die Entfaltung solcher Intelligenz ist im "Wir-System" nur den Chefs vorbehalten ist. Falls diese überhaupt dazu neigen ..

      Einen Keil treiben, Intrigieren? Kann man, darf man. Eben um feindliche Gruppen zu zersetzen. Schläue und Hinterlist speisen sich aus dem Reservoir der Schadenfreude. Wer Unterdrückung durch ein Gruppenbewußtsein internalisiert hat, nutzt vielleicht gerne die Schadenfreude als Ventil für die ansonsten verweigerte Sozialkompetenz, die scheinparadoxerweise der Gruppenmensch nicht hat...

      Fazit: In der alten Bonner Bundesrebublik in ihrer Blütezeit war für sehr viele Menschen m E die Chance gegeben, eine sehr individuelle private Selbstverwirklichung, auch jenseits marktwirtschaftlicher Real-Selbstwirklichung zu haben. Wenn sie das wollten. Der Sozialneid, die Klassenspaltung war kaum so wahrnehmbar, wie heute. Neben tragischen Auswüchsen (RAF usw.) entstand aus einer zuerst sozialistisch orientierten Jugendbewegung mehr und mehr ein differenzierter Flickenteppich ökologischer und esoterischer Projekte, und oft wurde vergessen, daß vieles vor 1933, ja vor 1914 schon einmal - irgendwie - versucht wurde, "da" war. Vergessen weil: So neu, so radikal, wie das Alles - jetzt - passieren durfte.

      In dieser Zeit entschieden sich auch viele (junge) Menschen gerade deshalb für die Anthroposophie, weil diese erstens eine kohärente und stabile - und - internationale Bewegung zu sein schien, und dort ein sanftes, aber deutliches Leistungs-Prinzip fühlbar war: Es wurde stets auch "ernst" gemacht. Da zerbröselte kein begonnenes Projekt sogleich wieder. Das vermittelte Bestand und irgendwie auch Zukunftspersektive!

      So möchte ich selbst auch nicht die typisch anthroposophische Aufführung des Faust I und II in Dornach missen, auch die Mysteriendramen I und II fand ich damals beeindruckend.

      Vor allem jedoch wegen der Eurythmie, die leider heute nur noch mit der "Waldorferziehung" in Verbindung gebracht wird, und als eigenständige Kunstform unverstanden und unerlebt geblieben zu sein scheint.

      Die Demeter-Wirtschafts-Weise möchte ich nie mehr wegdenken aus der Naturkostszene. Auch waren manche Weledaprodukte für mich eine Bereicherung, und die Duschgels sind hübsch designed, finde ich, kamen aber zu spät...

      Steiners Art, die Naturreiche "hellsichtig" zu durchdringen, sagt mir bis heute noch so einiges, womit ich Büchlein füllen könnte, wenn ich konstitutionell mehr Stubenhocker sein könnte.
      m.butty

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    2. III
      Ja, und nun entsteht offenbar die Frage, ob anthroposophische Strömungen und deren Bewegung mehr und mehr der Fassadenmentalität zuneigen (früher, bei den Dreigliederern, wurde viel gestritten, wenn auch zuwein überflüssig viel, wer weiß? :-) ...), ob viele anthroposophisch intendierte Menschen mehr ein "Wir mögen das, dieses nicht!"-Gefühl brauchen, und Kritik, Kassandrarufe bezüglich des zunehmenden vereinheitlichendem Fassadendenken als "Keil im Fleische unseres altfamiliären Wirgefühls" wahrnehmen, als "Spaltung". Fronten kann man spalten.
      Der Mensch ist eines Tages in sich selbst mehr und mehr gespalten, fürchte ich, wenn er hinter Fassaden Schutz sucht. Vor sich selbst? Vor seinem einsamen "in die Welt geworfen sein"?
      mischa butty



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  17. Wenn ich das hier alles so lese/überfliege, habe ich mehr und mehr den Eindruck einer Hexenjagd (gegen CW).

    Mir gefällt übrigends sehr das Buch von Michael Lüders "Wer den Wind sät", aufgrund der darin enthaltenen USA-Kritik Lieblingsbuch vieler VT-Fans. Wahrscheinlich werde ich also demnächst auch "rechts", oder gleich Nazi.

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  18. Wenn Gruppen von Anthroposophen in großer Personenzahl nie mehr zu einem intersubjektiven Ausgleich im Gespräch zwischen der Welt, in der sehr sie real und gegenwärtig leben und der Welt ihrer Vorstellung des unreflektiert gezimmerten Steiner-Vortrags-Kosmos, daß man fast schon von einem steiner-evangelischen Phariäerkosmos sprechen kann, dann ist ein Zusammentragen von Kritikpunkten, auch wenn es Dir, Rainer Herzog, Angst bereitet wegen der Vielfalt und der differenzierten Gedanken und vielen Quellen dazu, keine Hexenjagd, sondern Verteidigung einer zukünftigen Freiheit.
    Eine Freiheit, die in einem lauten brüllenden Mainstream, vormals ein Antimainstream, untergeht. Es kann sich nur noch um den Bau einer Arche handeln. Was nehmen wir mit in die Zukunft.
    Wer möchte da mitgehn, oder zurückbleiben? Nicht "zurückbleiben" im Sinne der Steinervorträge. Sondern wer möchte "alte, orthodox, steiner-evangelische Pharisäosophie" betreiben, und das Kassandrarufen, so leid mir diese Tatsache selber ist, mit Propagandisten gemeinsam zur "Propaganda" wegrelativieren. Um dem neurechten Strom zum Sieg zu führen. Wegsehend, nur halb hinsehend, und wissend, daß auch "Putin nur ein Mensch ist", und das auch "Rußland seine Kinder und Mütter liebt".
    Als Sting sang "The Russians love their Children too!" öffneten die Ungarn paneuropäisch den eisernen Vorhang, und machten keine Jagd mit dachlattenbewaffneten Schlägertrupps auf Zigeunerdörfer. Das war eine andere Zeit. Wer sich nur mit Meditation und geistigen Welten beschäftigt, scheint das alles nicht gerne mitzubekommen, wie sehr ... es brennt!
    m.butty

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    1. @ Mischa
      Von "Angst" war keine Rede.

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    2. @Rainer
      "Wenn ich das hier alles so lese/überfliege, habe ich mehr und mehr den Eindruck einer Hexenjagd (gegen CW)".

      Ein typischer Rainer Herzog, mit dem ich leider wenig anfangen kann ;) Tja und Pech gehabt Rainer - mit Bobby hat Herr Weise wohl trotz vieler (oder gar - wegen vieler?) Meinunsverschiedenheiten anscheinend einen fruchtbaren Austausch gehabt ;)

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    3. @ Valentin
      Stimmt. Ich habe das allerdings gepostet, bevor C. Weise gestern Mittag wieder geantwortet hat.

      Was wäre aber mit einem Menschen, der eben nicht so mutig und souverän wie CW reagieren kann? Wird der/die hier "gejagt", als Person diskreditiert? Soll schon durchaus mal vorgekommen sein, im Netz.

      (Ach so, ja klar, alles "notwendige Aufklärung", hihihi)

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    4. Gucksch Du hier, Rainer:

      http://wir-haben-uns-lieb.blogspot.de

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    5. Sag mal Rainer, meinst Du nicht, dass Du unter einer ziemlich verdrehten Sicht der Wirklichkeit leidest?
      //
      Was meinst Du denn, woran es liegen könnte, dass sich hier keine Kommentatoren einfinden, die Herrn Weise in seiner Sicht der Dinge argumentativ unterstützen?
      Die Vertreter seiner Denkrichtung ziehen es -wie er an anderer Stelle sagt- lieber vor, ihm unerkannt in Mails von der Teilnahme an dieser Diskussion abzuraten, anstatt ihn hier michaelisch-geistesmutig argumentativ zu untermauern.
      Bei DieDrei gibt es im Gegensatzt zum EgoBlog keine Kommentarfunktion - da wird unantastbar okkultes Basta produziert und wer unglücklicherweise zum Personenkreis der dort als instinktgesteuerte in der geistigen Entwicklung zurückgebliebene Wesenheit zählt, findet bei DieDrei keine Möglichkeit der schnellen Stellungnahme mittels Kommentarfunktion.
      //
      Wenn dann hier im EgoBlog (dank Herrn Eggert) jene Auseinandersetzung gepflegt wird, welche eigentlich dringend in einer Kommentarfunktion auf DieDrei selbst stattfinden sollte und sich nur ein einziger [der Mutigste - oder wurde er verdonnert?] DieDrei-ler hier hertraut, dann kann ich darin nicht die geringsten Anzeichen einer Hexenjagd erkennen...

      s. birkholz

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    6. @ Stephan:

      »Bei DieDrei ... wird unantastbar okkultes Basta produziert«
      Das ist Unsinn: man kann an DieDrei durchaus Leserbriefe schreiben.
      Ich begreife gut, daß die Redaktion der Zeitschrift keine Lust hat, einen Wust schneller Stellungnahmen all derer zu lesen, die sich nicht die Mühe machen wollen, einen solchen Leserbrief zu formulieren.

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    7. "Sag mal Rainer, meinst Du nicht, dass Du unter einer ziemlich verdrehten Sicht der Wirklichkeit leidest?"

      Nein.

      "Was meinst Du denn, woran es liegen könnte, dass sich hier keine Kommentatoren einfinden, die Herrn Weise in seiner Sicht der Dinge argumentativ unterstützen?"

      Möglicherweise an dem Umstand, dass der Blog zwar einige positiv-interessante Dinge zu bieten hat, in Bereichen wie Fairness, Ausgewogenheit und Sachlichkeit aber etwas hinterherhinkt.

      "Bei DieDrei gibt es im Gegensatzt zum EgoBlog keine Kommentarfunktion"

      Na und? Die gibt es auch nicht bei Info3, das ist nach einiger Zeit bei denen eingeschlafen.

      "da wird unantastbar okkultes Basta produziert"

      Quatsch.

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    8. Nein Ingrid - das ist kein Unsinn!
      //
      Ich hatte den Aspekt der Leserbriefe ursprünglich in Klammern in meinem Kommentar erwähnt, ihn dann aber wieder entfernt, da es keine Garantie für die Veröffentlichung von Leserbriefen gibt und Leserbriefe einer Selektion unterliegen (oder meinst Du, DieDrei würde ggf. 300 Leserbriefe veröffentlichen?).

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    9. So weit ich im Verlauf der Diskussion erfahren konnte, ist Herr Weise eine Person des öffentlichen anthroposophischen Lebens. Denn ich habe gar nicht in die Unmengen an Information, Links, Impressen und historischen Hintergründe, die Literatur, die hier in all den Diskussionen besprochen, empfohlen werden, hineinlesen können. Meine Kommentare galten allgemein und am Rande der Diskussion einfach dem Blog-Artikel allgemein.
      Ab da habe ich mit Bangigkeit die Gespräche verfolgt, und Herrn Weise eine Weile die Daumen gehalten, kam dann jedoch zu dem Schluß, daß Herr Weise seinen sozialen Hintergrund schließlich selbst gewählt haben muß, um für diesen öffentlich zu sprechen. Herr Weise ist quasi ein "Abgeordneter" der Informationsmedien-Politik seiner von ihm selbst gewählten anthroposophischen Mitwelt. Wenn Joschka Fischer einst, noch in Turnschuhen, an die Adresse von Helmut Kohl im Bundestag eine historische Beschimpfung riskierte, oder Herbert Wehner in den Sternstunden der Debatten der alten Bonner Republik sich mit seinen Gegnern Wortgefechte liefert, war das nicht immer "sachlich" und labor-steril. Für mich gibt es den Menschen Herr Weise, dem ich manches Gute wünsche, und dann aber die exponierte öffentliche Person. Der nicht einknicken darf, weil er Garant von Erwartungen ist, die ein weiter Personenkreis an ihn stellt. Verliert Herr Weise "sein Gesicht", verlieren viele Leser, "knickt" er "ein", werden viele sich verraten fühlen.
      Wo sich für mich die Frage auftut zwischen privater persönlicher Entwicklung und öffentlich authentischer Repräsentation. Gesicht? Oder bereits Maske? Biographisches Abwerfen einer alten Haut. Wenn öffentliche Debatten, auch meine dazu versuchten Gedanken, die gar nicht denn Brennpunkt der Diskussion berühren, sondern gerne lieber am Rande bleiben wollten, gleich mit dem Stichwort "Hexenjagd" gewürtzt werden, das Wörtchen in den brauenden Kessel geworfen wird, .. ich finde, es geschah zur Unzeit. Meine Forderung an Personen des anthroposophischen öffentlichen Lebens ist, daß es aufhört, daß man Steinerzitate aus der Zeit vor 100 Jahren auf die unerfreuliche politische Situation unserer Tage anwendet, und das hauptsächlich unerfreuliche liegt im Erstarken rechter Parteien, teilfinanziert durch den Kreml (und nicht durch Rußland, und nicht durch die russische Kultur), das unerfreuliche liegt im syrischen Krieg, im mörderischen Ukrainekonflikt, alles vor unserer "Haustür", unerfreulich sind auch die Entwicklungen in der Türkei, und das Debakel Pauschal-Diffamierung Frau Merkels. "Meine" Anthroposophie, und die Personen, die sie verträten, würden diese Probleme klar benennen. Obwohl mich praktische Anthroposophie nichts angeht, ich arbeite da nicht, noch bin ich in Dornach eingeschrieben, tut es mir weh. Ganz "unsachlich" weh. Meine Ansicht ist nur ein kleiner Vektor im Tauziehn, kein Beitrag zu "Hexenjagden".
      mischa butty

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    10. @Rainer

      "Bei DieDrei gibt es im Gegensatzt zum EgoBlog keine Kommentarfunktion"

      Na und? Die gibt es auch nicht bei Info3...

      Deine Logik ist einfach nur trollig:

      'Im EgoBlog gibt es Hexenjagd'

      'Na Und? Die gibt' s bei Arthur Miller auch!'

      //

      Rainer, jede Tageszeitung hat heute eine Kommentarfunktion - Leserbriefe sind ein Relikt von 1970!

      Und wenn ein Publikationsorgan Welterklärungsmodelle aus okkulten Fragmenten und Schlagzeilen aus der Tageszeitung zusammenbastelt und dazu nicht die Voraussetzungen für einen öffentlichen Meinungsaustausch bietet, dann ist das a) okkult und b)unantastbar und Basta - und damit also auch kein Quatsch...

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    11. »jede Tageszeitung hat heute eine Kommentarfunktion« --- ja, und jeden Tag genug damit zu tun, unzählige Haßpostings zu entfernen. Bei heiklen Themen wird die Kommentarfunktion auch ganz gesperrt.

      Leserbriefe mögen in Deinen Augen ein Relikt sein --- ich finde, es zahlt sich aus, in Bezug auf schnelle Stellungnahmen Enthaltsamkeit zu üben, zu warten, bis im eigenen Inneren Ruhe eingekehrt ist, und seine Gedanken für einen druckreifen Leserbrief zu ordnen (man könnte das auch als ein Praktizieren der dritten Nebenübung ansehen...).
      Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er diese Mühe auf sich nimmt oder nicht. Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn eine Redaktion sich dazu entschließt, ihren Lesern das nicht abzunehmen.

      :-) Für mich bleibt es daher Unsinn, was Du über die angebliche Unantastbarkeit der Inhalte von DieDrei gesagt hast.

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    12. Liebe Ingrid,

      verstehe ich die Logik mit der Du meine Haltung als Unsinn deklarierst richtig:


      Du forderst von Laienlesern (die vielleicht noch einer anderen hauptberuflichen 10-12 Stunden Tag- und oder Nachttätigkeit nachgehen), dass sie sich bitteschön die Mühe machen sollen, auf 'Gut Glück' einen Leserbrief zu formulieren, um mit der eigenen Meinung möglicherweise Gehör zu finden.
      Hingegen begreifst Du gut, daß die [für ihre Arbeit freigestellte] Redaktion der Zeitschrift zwar Weltanschauungen in die Welt setzen kann, aber keine Lust [wie Du sagst] hat sich die Mühe zu machen, die Reaktionen der mit der Weltanschauung Beglückten in einem direkten Kommentar-Dialog zu moderieren und stattdessen einige gefällige Leserbriefe zu selektieren.
      //

      Aufgrund dieser Logik (wenn ich Dich richtig verstehe) müsste man konsequenterweise eigentlich vorschlagen, im EgoBlog ebenfalls die Kommentarfunktion zu sperren und stattdessen die Möglichkeit von 'Leserbriefen' an die Blog-Administratoren einzuführen.
      //
      Deine Worst-Case-Argumentation mit den Haßpostings halte ich hingegen für Unsinn - sie entspricht der hinlänglich bekannten Muster des 'Verkaufsverbot für Küchenmesser'...

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    13. Hallo Rainer,

      na, dann hättest du die Auseinandersetzung und die Art zwischen Bobby und C.W. ja bestimmt noch nachträglich, lobend erwähnt ;))

      Zu Aufklärung...wie wärs denn mit Bewußtwerdung statt Aufklärung? Klingt doch gleich viel spiritueller oder so ;) hi hi

      P.S.: Wie gehts eigentlich Hans B. dem alten St Michel-Haudegen in seiner 'school of thought'?

      @Mischa
      Danke für deine Gedanken zu 'Hexenjagd' und zu 'deiner Anthroposophie' ... stimme zu :) Da könnte ich doch glatt Mitglied sein in der Anthroposophie ;)

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    14. Lieber Stephan,

      »Du forderst von Laienlesern…«
      :-) Ich fordere gar nichts. Ich wäre auch nicht in der Position, hier etwas zu fordern, schließlich bin ich nicht Teil der Redaktion von DieDrei.
      Ich begreife es aber sehr gut, wenn Zeitschriftenredaktionen keine Möglichkeit zum schnellen Dampf-Ablassen im Internet bereitstellen.
      Leserbriefe werden, soviel ich bisher feststellen kann, in der Zeitschrift DieDrei auch dann abgedruckt, wenn sie inhaltlich kritisch sind. Manchmal antwortet ein Autor direkt auf Kritik. Einiges davon kann man hier öffentlich nachlesen (wird es aber wohl nur dann wirklich begreifen können, wenn man jeweils den Grundartikel gelesen hat).
      Ich finde das in Ordnung so.

      »Aufgrund dieser Logik (wenn ich Dich richtig verstehe) müsste man konsequenterweise eigentlich vorschlagen«
      :-) Wieso sollte man so etwas müssen?
      Es lebe die Vielfalt!

      Und nun ist es für mich genug damit.
      Wenn Du Beschwerden an die Redaktion von DieDrei hast, dann bringe sie doch dort an.

      LG, i.

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    15. @Ingrid

      Und nun ist es für mich genug damit.
      Wenn Du Beschwerden an die Redaktion von DieDrei hast, dann bringe sie doch dort an.



      Uuuups!
      Da bringst Du die Tatsachen aber gründlich durcheinander:

      Nicht ich habe Beschwerden an die Redaktion von DieDrei (sonst hätte ich sie nämlich tatsächlich dort angebracht), Du hatest eine im weiteren Verlauf nicht haltbare Beschwerde an mich bezüglich einer meiner Kommentare, der unverkennbar an Rainer gerichtet war!
      Entgegen Deiner mehrfach postulierten Maxime der Besonnenheit hast Du meine Ansicht bereits nach 14 Minuten als 'Unsinn' bezeichnet, was Du aber argumentativ nicht belegen konntest...

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  19. Entschuldigung:
    Wenn Gruppen von Anthroposophen in großer Personenzahl nie mehr zu einem intersubjektiven Ausgleich im Gespräch zwischen der Welt, in der sehr sie real und gegenwärtig leben und der Welt ihrer anthroposophistischen Vorstellung kommen, dann ist das Zusammentragen sehr vieler Kritikpunkte keine Hexenjagd, sondern Verteidigung einer zukünftigen Freiheit. Und eine Einladung zu einem intersubjektiven Ausgleich...
    ... unter Berücksichtigung, daß Rußland in Diktatur lebt, ein Aggressor in der Ukraine und in Syrien ist, hybride Propaganda weltweit betreibt, und die USA immer noch ein demokratisches Land sind, trotz außenpolitischer Fehler und innenpolitischem Leid..
    mischa butty

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  20. Michaela

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration/rassismus-das-schweigen-der-schule-ueber-deutschfeindlichkeit-11056390.html

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  21. Ich sag mal kurz was zum Thema Leserbriefe und "die Drei" bzw. die Abwesenheit einer Kommentarfunktion auf unserer Website.

    Zum einen ist es so, dass unsere Artikel nur zum Teil online einsehbar sind und dann auch nur als PDF. Das macht die Sache etwas unpraktisch. Und zum anderen wollen wir uns die Verwaltung eines solchen Blogs vom Arbeitsaufwand her nicht antun. Wenn ich mir die Qualität mancher Kommentare hier, in der Virtuellen Anthroposophischen Gesellschaft (VAG) oder meinetwegen auch auf SPON anschaue, ist das auch richtig so.

    Zugegeben: Kommentare innerhalb eines Blogs können beliebig lang sein. Linksammlungen wie die von bobby z.B. wären als Leserbrief beim besten Willen nicht möglich. Es sind eben verschiedene Medien.

    Von einem "okkulten Basta" zu sprechen ist dennoch Unsinn. Wenn wir wenige Leserbriefe veröffentlichen, dann allein deshalb, weil wir kaum welche kriegen. (Soviel zum Thema "300 Leserbriefe"!) In meiner Zeit waren das bisher diese:

    http://diedrei.org/tl_files/hefte/2016/1_2016/DD_1601-leserforum.pdf
    http://diedrei.org/tl_files/hefte/2016/7-2016/Leseforum-DD1607.pdf

    Ich finde nicht, dass wir hier "gefällige Leserbriefe" selektiert haben. Im nächsten Heft kommt übrigens noch einer dazu, der sehr kritisch gehalten ist. Eigentlich sollten es zwei werden, aber dann schrieb mir der betreffende Leser: "Ich habe immer wieder Notizen dazu gemacht, bin aber zeitlich nicht zu einer Endfassung gekommen. Eventuell hat es auch damit zu tun, dass ich eine Portion Polemik nicht aus dem Text rausbekam; Polemik finde ich hingegen nicht (mehr) das akkurate Mittel, um etwas in ein anderes Licht zu rücken." Dies als Ergänzung der Äußerung von Frau Haselberger: "Ich finde, es zahlt sich aus, in Bezug auf schnelle Stellungnahmen Enthaltsamkeit zu üben, zu warten, bis im eigenen Inneren Ruhe eingekehrt ist, und seine Gedanken für einen druckreifen Leserbrief zu ordnen." Dem kann ich nur zustimmen. Ich bin ja selbst auch nicht auf alles stolz, was ich hier verfasst habe. (Z.B. als Reaktion auf Staudenmeier. Der Mann ist unerträglich arrogant, aber ich hätte dennoch sachlicher bleiben müssen.)

    Ich habe schon in der VAG – und ich denke auch hier – geschrieben, dass man uns ja gerne einen Leserbrief zu Eisenhuts Brexit-Artikel schicken kann. Bisher ist keiner eingetroffen. Die Mühe, einen druckreifen Text zu schreiben, machen sich eben nur wenige.

    Natürlich behalten wir uns vor, Leserbriefe zu kürzen und ggf. nicht abzudrucken. Das gilt aber für jeden Text und ist ganz normal. Und Beleidigungen drucken wir auch nicht ab. Ich denke aber, dass das auch niemand ernsthaft erwartet.

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    1. Lieber Herr Weise,
      danke für die Antwort in dieser Form - es ging mir beim 'Klingeln an Ihrer Person' nur und ausschliesslich darum klarzustellen, dass Sie hier auch als Repräsentant von DieDrei auftreten und manches eben wohlerwogener und gebundener darstellen müssen, als es ein völlig ungebundener Kommentator tun muss.
      //
      Leserbriefe halte ich für überhaupt nicht vergleichbar mit Kommentarverläufen:

      Der Leserbrief funktioniert nach dem Prinzip 'Artikel-Leserbrief-(und eben)Basta.
      Ein Kommentarverlauf ist offen und lässt Entwicklung von ganzen (und auch völlig neuen) Gedankenzusammenhängen oft über Jahre zu.
      Und gerade was die auch von Ihnen geforderderte Reife der Gedanken betrifft, bin ich nur bei der Kommentarfunktion in der Lage ganz genau dann zu veröffentlichen, wenn ich meine Gedanken für ausgereift und zeitlich/thematisch richtig platziert halte [wenn andere das dann anders sehen oder es mal daneben geht, hat das ja nichts mit der virtuellen Möglichkeit an sich zu tun].
      Bei Leserbriefen hingegen gerate ich unter Berücksichtigung von Redaktionsschluss und sonstigen Vorgaben viel mehr in die Gefahr unter Zeitdruck zu veröffentlichen.
      //
      Was den Missbrauch der Kommentarfunktion angeht kann man nur sagen: Vielfalt fordern aber Angst vor unerwünschten Arten zu haben gleicht eben diesem 'lehre mich schwimmen aber mach nicht naß'.

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    2. Lieber Stephan,

      *** :-) auf die Gefahr hin, daß es Dir nicht recht sein sollte, wenn ich schon wieder auf einen Deiner erkennbar an jemand anderen gerichteten Kommentare antworte — diese Möglichkeit bringt halt die Kommentarfunktion so mit sich… :-) ***

      »Der Leserbrief funktioniert nach dem Prinzip 'Artikel-Leserbrief-(und eben)Basta.«
      Als Abonnentin weiß ich: bei DieDrei ist das nicht so. Da gibt’s eben auch die direkte Antwort vom Autor des betreffenden Artikels, und manche Leserforum-Themen ziehen sich über mehrere Hefte.

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    3. Lieber Herr Birkholz,

      ich verkenne nicht den Wert einer Kommentarfunktion. Dass wir uns vorerst dagegen entschieden, bzw. die Website in ihrer gegenwärtigen Form unverändert gelassen haben, kann man mit gutem Grund so kritisieren, wie Sie das getan haben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir auch mal ändern. Ich würde dann allerdings lieber einen allgemeinen Blog integrieren wollen.

      Dass der so lebhaft und interessant werden würde wie dieser hier, ist aber nicht garantiert – eher unwahrscheinlich, ehrlich gesagt. Insofern könnte man ja auch von einer Arbeitsteilung sprechen.

      Was die Vielfalt angeht: In dem einer Zeitschrift möglichen Rahmen stehen wir nicht schlecht da, wie ich finde.



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    4. Lieber Herr Weise,
      wie oben erwähnt habe ich weder Ihre Internetpräsenz, noch die fehlende Kommentarfunktion kritisiert!
      //
      Meine Aussage war lediglich die folgende:
      //
      Wenn man (wie in diesem Fall bei DieDrei) Artikel mit einer derartigen Brisanz publiziert und keine Möglichkeit zum Austausch (einschließlich zu selektierendem Shitstorm) für alle(und nicht nur für einige wie im Leserbrief-PingPong)bereitstellt, dann muss man damit rechnen, dass die Auseinandersetzung darüber an einem anderen Schauplatz ausserhalb der eigenen Kontrolle stattfindet.

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  22. Lieber Herr Birkholz,
    ach so. Ja, damit haben Sie wohl recht.
    Dennoch finde ich, dass Leserbriefe keine Schwundform der Kommunikation sind. Es handelt sich auch ein bisschen um eine Geschmacksfrage, welche Art des Pingpongs man bevorzugt.

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  23. Wo ist eigentlich Herr Eisenhut? Er wurde in die Ecke gestellt und vergessen. Also wir spielen hier Rundlauf oder Mäxle Ping Pong. Da darf er gerne mitspielen. Hat ihm denn keiner Bescheid gegeben?

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  24. @ Anonym (Gucksch Du hier, Rainer: http://wir-haben-uns-lieb.blogspot.de)

    Antwort:

    "Der Blog, den du suchst, existiert leider nicht. Der Name wir-haben-uns-lieb ist jedoch für die Registrierung verfügbar."

    Sehr erheiternd ;))

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    1. ...will sagen, so einen 'Blog' wird man sehr wahrsch. ewig suchen, aber als Ideal vielleicht gar nicht so schlecht (?) ;)

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  25. Klar existiert der nicht und ist noch verfügbar - war ja auch als Anregung für Rainer gedacht, den Blog zu reservieren und inhaltlich zu füllen...

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    1. http://freibier-lsd-schnaps-boxkampfkarten-für-alle-die-sich-liebhamm-wollen.blogspot.de
      Den Blog scheint es voll zu geben. Wahnsinn, was für Bilders!
      mischa butty

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    2. @Stephan

      okay, das hatte ich doch längst 'registriert' ;)

      ...dann doch lieber etwas Trost für 'arme' Egoistenbblogger untermauert mit Dylans wunderbaren song (man darf das auch ruhig etwas umdichten hier und da... und wer 'Sie' ist, das darf jeder selbst entscheiden):

      Shelter from the storm / Bob Dylan

      https://www.youtube.com/watch?v=TgQYPxEa46w

      (aus http://shelter-from-the-storm.blogspot.de):

      Zitat:

      "Ich lebe in einem fremden Land, doch ich werde bestimmt die Grenze überschreiten.
      Die Schönheit geht auf Messers Schneide. Eines Tages hole ich sie mir.
      Könnte ich nur die Uhr dahin zurückdrehen als Gott und sie geboren wurden.
      „Komm rein“, sagte sie, „ich werde dir Zuflucht vor dem Sturm geben“

      oder:

      "Ich habe eben-geborene Säuglinge wimmern gehört wie eine trauernde Taube.
      Und alte Männer mit zerbrochenen Zähnen, gescheitert ohne Liebe.
      Verstehe ich deine Frage, Mann, ist es hoffnungslos und scheußlich? „Komm rein“, sagte sie,
      „ich werde dir Zuflucht vor dem Sturm geben“.





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