Erkennendes Fühlen

Wie bei so vielen Begriffen - wie auch „reines Denken“- kann man sich nur bemühen, dem Begriffswirrwarr im anthroposophischen Kontext einige - hoffentlich erhellende- Aspekte hinzuzufügen. Wie bei vielen ähnlichen Begriffen findet man durchaus unterschiedliche, ja widersprüchliche Aspekte darin.

Im „erkennenden Fühlen“ entdeckt man bei der Beobachtung des Denkens und in der Folge in der Realisation prozessualen Bewusstseins bewusste und unbewusste Aspekte- die sich durchaus in fortlaufender Entwicklung bzw. gerade in den letzten Jahren generell in rapidem Verfall befinden.

Die unbewussten Aspekte bewirken im Alltag die in sich stimmige Folge von gedanklichen Fragmenten zu einem intentionalen Ganzen: Ein in sich stimmiger Gedankenverlauf ohne logische Sprünge, der sich einbettet in den Kontext der Erfahrung, aber auch der sozialen Umgebung bzw. in deren Erwartungshaltung - schließlich in einen logischen Gesamtkontext, ohne die Intentionalität - die persönliche Färbung - zu verlieren. Georg Kühlewind nannte das das „hinter dem Denken“ bemerkbare „Fühlen der Logizität“, als „orientierende Kraft“.*

Bei anderen Personen kann man das Überwiegen einer Anpassung an eine Peergroup- etwa das Anbiedern-, aber auch das Überwiegen der Intentionalität - etwa im Rechthabenwollen - ebenso bemerken wie ein surreales, unlogisches Abdriften. Das erkennende Fühlen im Gedankengang hat in diesem Sinne etwas Ausgleichendes, Verbindendes, aber auch Verbindliches. Die ganze Person wird in diesem mitschwingenden Empfinden wahrnehmbar. Letztlich war das Erlernen von Sprache und Bedeutung beim sich entwickelnden Kind nicht anders als durch erkennendes Fühlen der Bedeutung von Begriffen und Begriffszusammenhängen erlernbar. Die Fähigkeit, die beim Kind wie beim Erwachsenen selbst nicht bewusst wird, kann aber mehr oder weniger gestört sein. Das zeigt sich, wenn Fanatismen auftreten, oder wenn der empathische Aspekt, sich je nach Gesprächspartner verständlich machen zu können, geschwächt ist- oder wenn es an der logischen Stringenz in der Entwicklung von Gedanken fehlt. So wie Schwächen Anderer unmittelbar, intuitiv bemerkbar sind - eine gleichfalls empfundene Wahrnehmung- so schwer ist es, die eigenen Schwachpunkte in dieser Hinsicht zu bemerken.

In der gesamten modernen Gesellschaft unterliegt dieses mitschwingende Logizitäts- Empfinden einer kontinuierlichen Erosion. Offensichtlich werden diese intuitiven Fähigkeiten durch die Datenmengen, Informationsbits und vorgekauten Meinungen in Peergroups, Medien und in den Echo- Kammern der Sozialen Netzwerke korrumpiert, gelähmt und abgestumpft: "Alternative Wirklichkeiten" haussieren. Dort, wo das individuelle, sachliche und stringente Verfolgen und Ausdrücken von gedanklichen Zusammenhängen geschwächt wird, klopft eine existentielle Unzufriedenheit an, die auf einer fortdauernden Verunsicherung beruht, aber auch einer zunehmenden Schwächung des Urteilsvermögens. Die Fähigkeit, sich sachlich auszudrücken und sachlich zu verstehen, gehört eben zu den ur- menschlichen Bedürfnissen, den Notwendigkeiten des individuellen Geistes, um sich grundlegend zu orientieren.

Es ist wohl an der Zeit, das erkennende Fühlen mehr und mehr ins Bewusstsein zu heben, um nicht immer stärker dem (ein Begriff Kühlewinds) blinden Mich- Fühlen zu verfallen, das anfällig macht für Fanatismen und politische Führer, die Orientierung versprechen. Das Evidenz- und Logizitätsfühlen ist in bewusster Hinsicht aber nur in einem fokussierten, voraussetzungslosen, an nichts anlehnenden kontinuierlichen Denkwillen möglich, der meditativer Natur ist. Eine solche in sich ruhende, energetische Bewusstseinsebene, auf der sich das Ich-bin im Denkstrom selbst erfährt, ist heute jedem Menschen zugänglich und klingt im Hintergrund des Erlebens mit, sobald und sofern die Bannung der Fokussierung an die Gegenstandswelt gelockert wird. Diese Fähigkeit ist Kultur- unabhängig und gehört zu den existentiell menschlichen Grundfähigkeiten. Sie wird nicht bewusst, weil das Gegenstandsbewusstsein fragmentiert erlebt wird. Eine intellektuell- willentliche Fokussierung, Stärkung und „Reinigung“ hebt sie lediglich ins Licht. Rudolf Steiner hatte diese Grundfähigkeit das Geistselbst- bei Rupert Spira (um nur ein Beispiel aus der Advaita- Bewegung zu nennen) wird sie die Erfahrung des „Ich-bin“ genannt. In der öffentlichen gedanklichen Meditation unten z.B. geht Spira eine Stunde lang auf das Mantram „Das Ich-bin ist der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ein- gewöhnungsbedürftig, aber sehr realistisch in Bezug auf die hier gemeinte Evidenz- Erfahrung.

Auch Kühlewind* bestätigt: „Je kontinuierlicher das Denken wird, umso mehr geht es in das erkennende Fühlen über, aus dem es stammt, löst sich im Fühlen auf, wird „global“, (..) wird weniger scharf und analytisch, aber umso umfassender. Der Weg zum erkennenden Fühlen führt durch das konzentrierte reine Denken. Das ist das ursprüngliche Fühlen, sowohl beim einzelnen Menschen als auch bewusstseinsgeschichtlich.


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*Georg Kühlewind, Der sanfte Wille“, S. 36

Kommentare

  1. Freut mich, hier mal wieder etwas von Rupert Spira zu finden (Ich glaube auch, Kühlewind hätte ihn sehr geschätzt).

    Der kühlewindsche Begriff des "erkennenden Fühlens", wie Du ihn oben dargestellt hast, ist ja eigentlich sehr anspruchsvoll, vor allem dann, wenn er den "an nichts anlehnenden kontinuierlichen Denkwillen...der meditativer Natur ist" voraussetzt - damit haben allerdings viele Menschen Schwierigkeiten, ich auch.

    Eine Vorbereitung/Ergänzung zum erkennenden Fühlen könnte vielleicht darin bestehen, ein auftauchendes Gefühl direkt meditativ zu erforschen: Kann ich gewahrwerden, wie das Gefühl in mir auftaucht, sich bewegt, etwas "mit mir macht", wie es weniger wird? Wie vermischt es sich mit einer Haltung/Meinung? Lasse ich es überhaupt zu, oder will ich es "wegmachen" (oder überwinden, beobachten, kontrollieren)? Kann ich es überhaupt neugierig, interessiert erforschen, es in seiner Bewegung und Eigendynamik in Ruhe lassen?

    Almaas geht etwas in diese Richtung, auch 1,2 andere Lehrer, für mich sehr interessant, schöne Ergänzung zur Anthroposophie.

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    1. Inbezug auf Kühlewinds "Qualität": Letztlich ist da ein Wechsel der Ebene nötig, wie beim Kundalini: Auf eine energetische Ebene. Aber das lebt Rupert Spira auch vor- vor aller Augen, nachvollziehbar, unbeschwert von der Diktion und dem Wust Steinerscher Imaginationen. Wenn dann aber die Ich-bin- Ebene, die Spira u.a. ansprechen, erreicht ist, bieten die analytischen anthroposophischen Begriffe (Wandel des Astralleibes uvam) eine hervorragende Orientierung. Er ist hilfreich bei dem "Sprung" in der Perspektive bis hin zu einem realen Christus- Begriff, aber aus einer ganz anderen (östlichen) Tradition heraus.

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    2. Zu dem "auftauchenden Gefühl", Rainer. Ja, das halte ich - wie übrigens auch Kühlewind im selben Buch- für eine eigene, fruchtbare Linie. Meine eigene Erfahrung zeigt, dass das Grenzen hat- jedenfalls für mich. Ein bestimmter Grad von Trauma, Verletzung, Begehren, Selbstliebe, Selbsthass steht mir zwar vor Augen, kann mich aber dennoch ganz und gar verschlingen; jedenfalls temporär. Das kommt mir dann - bei den tief sitzenden, verzehrenden Emotionen wie ein Fuchteln mit Essstäbchen vor dem Drachen vor. Gerade dieses Scheitern lehrt aber auch etwas wie Demut.

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    3. Stimmt, ich erinnere es, dass Kühlewind in "Der sanfte Wille" ein paar wenige Übungen vorschlägt, die sich direkt an das Gefühl wenden. Muss ich mir mal wieder angucken.

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  2. Die von Michael dargestellten Gedanken zur Situation des Individuums und der Gesellschaft führen "so" zu dem Verstehen des Vortrages des Dalai Lama in Wien, zur "Ethik" im Menschen. Das Religiöse und Politische findet im Menschen eine Brücke. Im Nachdenken, Mitdenken der Gedanken von Herrn Eggert wird klar, warum unsere Gesellschaft solche Probleme hat. In den Vorstellungsgedanken einer Priesterhierarchie begibt sich der religiös-politische Mensch in einen Zwiespalt, da in der Politik Hierarchie keine Rolle zu spielen hat, sondern, Einsicht, Verstand, Überblick. Im Religiösen (K-Krche) gilt das Dogma der Hierarchie, der Mensch bleibt unmündig. Dies wird der Entwicklung der Bewußtseinsseele nicht gerecht. Dieser Konflikt ist momentan ganz aktuell in der Katholischen Kirche, subtil lebt auch "Dogma" in der AAG, Menschen kamen ja aus kirchlichen Zusammenhängen.
    Es ist "Zufall" im Sinne des Wortes, wenn zu dem Beitrag in den letzten Tagen gestern dies im Deutschlandfunk vorgetragen wird:

    "Im Christentum - jetzt wohlgemerkt aus jüdischer Sicht - ist das Problem, dass man alles auf Jesus konzentriert. Und alles muss schön sein und alles muss wunderbar sein; und es fehlt der jüdisch-kritische Geist, der sagt: Warum? Wieso? Muss das so sein? Wenn ich sage: Jesus ist Gott selbst, warum klagt er mit dem jüdischen Gebet: 'Mein Vater, mein Vater, warum hast du mich verlassen?' Hat er sich selbst verlassen? Das sind Fragen, die geradezu das Fundament des Christentums erschüttern und für einen Juden gar nicht blasphemisch gemeint sind, auch gar nicht demagogisch, sondern eine ganz logische Frage in unserer Zeit, nach Ausschwitz, ist es bis tief auch in die moderne Orthodoxie eine Überlegung, dass der Zweifel und die aus dem Zweifel resultierende Form des Nachdenkens, des Suchens nach Antworten, konstitutiv ist fürs Judentum."

    http://www.deutschlandfunk.de/vielstimmigkeit-im-judentum-der-zweifel-ist-konstitutiv.886.de.html?dram:article_id=378544

    Es wäre interessant, die ICH-Bewußtseinsbildung im Christentum, Judentum und Islam zusammen mit den östlichen ICH-Vorstellungen auf einen gemeinsamen, "globalen" Nenner zu bringen. Weder die bisherige ICH-Bildung im Sinne der Zweigabende, der Hochschule für Geisteswissenschaft, noch die ICH-Bildung einseitiger Vorstellungen der jeweiligen Religionen werden helfen. Gilt hier der Hinweis Steiners als fragende Lösung: das zukünftige Yoga wird aus dem Wirtschaftsleben geboren?! Insofern können ernsthafte Forschungen in den Wissenschaften mithelfen, wenn die jeweiligen Einseitigkeiten aufgehoben werden.

    Die Kolumne „Wir Prügelknaben“ von Thomas Fischer
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-02/polizei-wir-pruegelknaben-fischer-im-recht

    zeigt zusammen mit den vielen Kommentaren in welcher doch chaotischen Stimmungslage unser Land sich befindet. Sie zeigt aber auch, welche Schranken bestehen, „Erkennendes Fühlen“ wird für viele Menschen nicht möglich sein, zu sehr fehlt der Ich-Impuls zur individuellen Bildung. Der Fan-Club des sonntäglichen „Tatorts“ zeigt, wie gefangen das Gefühlsleben Vieler ist. Die bewußte Entwicklung eines Gefühlslebens fehlt in der Schulbildung.... .

    Die jüdisch-kritische Frage zum Karfreitag hebt die fatale Gefühlsentwicklung des sog. Christlichen Abendlandes hervor, unabhängig der individuellen Leistungen Vieler. Ich gehe inzwischen davon aus, der Geistesimpuls Rudolf Steiners ist auf Erden angekommen. Die „Kulmination“ fand jedoch nicht so statt, wie die Anhänger Steiners dies erwarteten.... .

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  3. Das Video erinnert mich sehr an die 70/80 er Jahre, als ich / man vor dem Videogerät saß und sich eine Meditations-Kassette reinschob verschiedenster spiritueller Anleiter und Lehrer...
    Ich finds etwas banal...Und klar, anthroposophische (aber auch theosophische oder wenige Psychologisch-Spirituelle, wie z.B. D.Millman) haben diesbezügl. etwas konkretisierenderes, ergänzendes im Spirituellen...der Kopf wird quasi etwas mit gefüttert, in diesem ansonsten oft sehr luftleeren und manchmal auch sehr langweiligen Raum...
    Für mich persönlich kommt mehr eine Art Zen in Frage: Leben und Lernen über das konkrete, praktische Tun und Miteinander im sogen. Alltag (da gibt es eh immer reichlich zu tun und zu spiegeln ;)...sozusagen in einer Balance und einem Spannungsverhältnis zwischen Aktiv und passiv (wenn man so will - eine typische Arbeiter und Handwerkerhaltung ;)
    Nur, was man in den wenigen Ent--spannungsphasen macht, ob Kunst, Natur, Nachsinnen, Sport oder Tatort schauen, ist für mich nicht von Belang, Hauptsache man ist glücklich und zu---Frieden damit und halbwegs bewußt bei der Sache...Ein TOTALES Abtauchen ins Nichts oder in die Stille, spare ICH mir sehr wahrscheinlich fürs aller letzte Jahrsiebt auf und darüber hinaus ;))

    Ein schönes Weekend Euch!

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    1. Ergänzend noch zu "ob Kunst, Natur, Nachsinnen, Sport oder Tatort schauen, ist für mich nicht von Belang, Hauptsache man ist glücklich und zu---Frieden damit und halbwegs bewußt bei der Sache" - alles im Sinne eines echten Interesses und konkreter Aufmerksamkeit für den Moment gedacht...sozusagen - GANZ - bei der Sache und darin Abtauchen...

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  4. Hab es soeben komplett durch. Es war wunderschön. Klar, heute hat es draußen geschneit, die Sonne scheint etwas, ich wurde erinnert an die Zeit nach dem Tod meines Vaters, als ich mit meiner Mutter solche Dinge hörte, die, auch wenn's nicht immer leicht war, sehr gerne sich sowas, aber nur mit mir, "'reinzog". Man kann dazu ja meditierend stillsitzen, und sehr tief hineingehn, aber eben auch, wie ich heute, in Erinnerung und der Atmosphäre des Morgens unterwegs sein, oder Krtoffeln schälen, weil das Thema dies alles einbezieht. Kommt drauf an, wieviel man an "äußerer Action" draufpacken kann, um den goldenen Faden der Meditation noch aufrecht zu erhalten.
    @ Valentin
    Diese Meditation ist sehr schlicht, ich find sie gerade deshalb gar nicht banal. Denn, - bitte mich jetzt nicht für absichtlich arrogant :-)) halten - , es kommt drauf an, was du mitbringst, um "das Gefäß" dieser Stunde zu füllen. Du kannst eine "Sammlungs-Übung" damit machen, eine "Entspannung" und eine richtig tiefe Meditation. Es ist vollkommen freigestellt, und immer anders.
    herzlich, mischa

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    1. Hi Mischa, nein, gar nicht arrogant ;)
      Was ich persönlich mitbringe ist, dass ich zu dieser speziellen Lehrer-Video-Schiene keinen Zugang bekomme...tiefe Meditation und Entrückung erlange und erfahre ich eher und zeitweise (-im Wechsel, siehe oben), durch ganz im Jetzt sein...z.B. in der Hingabe (auch mit Pinsel) an einem Kunstwerk, einer Musik, in der Natur oder beim Putzen oder auch Bäumebeschneiden im Garten, egal etc. Das ist so mein Ding...das sind für mich 'Mittel' zum Eintauchen und auch Erfreuen (und manchmal auch ärgern, alles gut), da regt sich mein Herz quasi...
      Dieses - vor einem Lehrer sitzen - ist gar nicht mein Ding mehr, hab da fast eine kleine Abneigung seit ein paar Jahren, auch vor Vorträgen usw. - wenn die mir was 'erzählen' wollen...bin ja irgendwie kein Schuljunge mehr, finds halt etwas albern ;) Aber! - Jedem das seine!!

      LG

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    2. Wahrsch. liegt es insges. auch daran, dass ich eh in rel. abgeschiedener Natur lebe mit meiner Familie (bei Arbeiten i. d. Großstadt)...Stille und Natur-Schönheit etc. sind für uns so in 'Fleisch und Blut' und selbstverständlich, wie das täglich Brot ;)

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    3. Ich hab den Mann eben gar nicht als "Lehrer" wahrgenommen, sondern das als eine Performance gesehn, wie bei 'nem Musiker. Da sagt man ja auch nicht zum Klavierspieler "Du, ey, was bildest du dir ein, in meine innere tonale Atmosphäre meiner Selbst-Melodie und Selbstgesänge dich, mich ganz aus Tonlage, Takt und Rhythmus herausholend, einmischen zu wollen?" Und das Publikum verjagte den von sich selbst eingenommenen Pianisten, und es war wunderbar still im Konzertsaal... haha ;-)
      mischa

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    4. Performance ist für das, was Spira da macht, ein passender Ausdruck- eine Improvisation. Nichts Reproduziertes. Man kann darauf einsteigen oder nicht, es lässt frei und will ausdrücklich keine Methode, keinen "Weg" vermitteln. Ganz im Gegenteil. Ich habe es auch gerade aus dem kulturellen Kontrast - Sufismus - heraus gepostet. Dass gerade von da aus Christus - Bewusstsein zu vermitteln versucht wird, ist doch erstaunlich.

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    5. Mischa, ist doch okay, dass du ihn so wahrgenommen hast, jeder nach seiner Façon...Aber wie gesagt, mein Ding ist es halt aus den versch. Gründen nicht mehr, mache da mittlerweile recht schnell die Ohren und Augen zu ;) Vielleicht ändert sich das ja auch mal wieder, wer weiss ;)
      Musik anhören und darin eintauchen oder persönlich praktizieren ist eine eigene Geschichte, finde ich...
      Wenn ich allerdings alles hautnah mitbekommen hätte wie z.B. ein Musikstück entstanden ist - unter welcher enormen Arbeits -und Gemeinschafts-Stress (teils heftigem Streit z.B. bei Pink Floyd oder bei Karajan), wüsste ich nicht, ob ich den einen oder anderen auf Dauer noch hören möchte, weil da halt schon rechte Stinkstiefel dabei waren ;)

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    6. Lieber Michael, nichts für ungut! und ja kann sein...

      Wenn ich aber z.B. den Sufismus in seiner ganzen Bandbreite wahrnehmen bzw. studiere will (ist mir z.T. sehr sympathisch), kann ich mich da doch durch das Wort bzw. durch einige Meditationssätze (oder Derwische bei einer Sema-Zeremonie)inspirieren lassen...da empfinde ich pers. viel mehr individuelle Freiräume...

      Es ist wohl ansonsten meine grundsätzliche Abneigung gegen Vortragende, wie immer sie es auch gestalten...
      Ich habe halt gemerkt bzw. hatte so einen Schlüssel-kick irgendwann: "Hey, du kannst ja selber laufen!" :)

      Und plötzlich kam mir das Vortragen der Leute und 'Autoritäten' dann alles sehr banal und gewollt und auf Dauer --- auch sehr teuer vor ;)

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    7. Man wird einem Lehrer/Autor wie Spira m.E. eher gerecht, wenn man sich auf seine Bücher einlässt, in seine konzentriert-meditativen Gedanken wirklich eintaucht.

      Gibt leider nur ein Buch von ihm auf deutsch, "Bewusstsein ist alles", das ist allerdings ganz hervorragend. Einer von den wenigen Advaita-Lehrern, die den Verstand nicht, wie sonst üblich, negativ darstellen.

      Diese "Satsang-Performences" sind auch nicht ganz mein Ding (Manche Lehrer sind allerdings richtig nervig - die schweigen ganz lange beharrlich in ihrem diffusen Einheitsbrei aus Leere und Sein; ganz schlimm sind Lehrer, die Schüler neben sich sitzen lassen und die sich dann endlos lange in die Augen schauen).

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    8. Lieber Valentin, ich habe absolut Verständnis dafür, dass man derlei keine Sympathien hegt oder sich sogar genötigt fühlt - z.B. durch die Pausen und das spezifische Tempo, oder dass man einfach keine Lust hat, diesem allmählichen Eintauchen ins Thema beizuwohnen oder einfach nervöse Zuckungen bekommt. Es ist von meiner Seite nur ein Hinweis, keine meditative Empfehlung. Andererseits finde ich Spira nicht verkehrt, ein meditatives Mitgehen schadet nicht, denn es ist ziemlich klar, transparent und vom klaren Bewusstsein her aufgebaut. Da sind z.B. keine unverständlichen Mantren enthalten o.ä. Wie Rainer schon erwähnt, sind Spiras Bücher eben ohne "Ambiente", wenn das Thema überhaupt interessiert, und sehr klar strukturiert. Mir war schon klar, dass das nicht jedermanns Sache hier im Blog sein würde, wollte es aber auch nicht vorenthalten.

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    9. Lieber Rainer,
      "Man wird einem Lehrer/Autor wie Spira m.E. eher gerecht, wenn man sich auf seine Bücher einlässt, in seine konzentriert-meditativen Gedanken wirklich eintaucht."

      Ein Lese-Versuch scheint es vielleicht wert zu sein ;) Hatte mir ja auch auf. deine Anregung hin mal ein kl. Büchlein (die anderen waren einfach zu teuer) von...wie hieß er noch gerade...irgendwas mit A...) - besorgt und im Dänemark Urlaub an einem Tag verschlungen...war damals sehr angetan und erfreut von den konkreten und vernünftigen Ansätzen des spirituellen Autors...Aber wie du siehst, ich habe nicht mal mehr den Namen in Erinnerung...so vergänglich und flüchtig kann alles bzw. auch der schöne Moment sein ;)

      Ich habe ja sogar eine zeitlang Sebastian Gronbach sehr geschätzt, als er noch rein bei Info3 zu Hause war und seine Artikel schrieb...Erinnere mich noch gut an z.B. eine kl. Geschichte/Beschreibung in irgendeiner Eckkneipe in einer Grßstadt, spät nachts bei Bier und Qualm - wo zwei Freunde am Tresen tief-philosophisch wurden und später dann die Wirtin noch dazu stieß usw....insges. auch Super atmosphärische Erzählkunst, sehr sozial und menschlich - aus dem Leben gegriffen...Außerdem wars für mich ein sehr guter und wichtiger Kontrast zu den allgem. anthrops. Phrasen, Verknöcherungen und Wolkenkuckucksheimen etc. ...
      Es erinnerte mich fast ein wenig an ein Leben eines 'kleinen' umherziehenden Jesus (in uns), der in den dunkelsten Gassen und Peripherien (jedenfalls AUCH) zu Hause war ;)Aber lang ist's her...Als Sebastian dann zum Guru wurde, ständig im Internet präsent war und seine sonstigen Geschäftsmodelle entwickelte, war für mich aller Zauber fort, fast auf einen Schlag...nur noch gähn....und dann diese ganzen Eitelkeiten, Anhänger etc...
      So gings MIR jedenfalls damit...

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    10. Lieber Valentin,

      wahrscheinlich war das A.H. Almaas, oder? ("kleines Büchlein" müsste "Elixier der Erleuchtung" sein), den mag ich auch, sehr bodenständige Spiritualität, psychologisch-therapeutisch fundierter Hintergrund (Von Michael ebenso wie Rupert Spira gelegentlich hier positiv besprochen).

      Das Buch von Spira ist schon sehr zu empfehlen, man hat etwas den Eindruck, als würde man beim lesen auf die Erfahrung, um die es geht, hinsteuern.

      Mit Gronbach geht es mir ähnlich wie Dir, ich halte ihn für einen sehr authentischen und auch symphatischen Menschen, mit dem ganzen "Guruding" kann ich nichts anfangen (zumal er auch sehr viel mehr das Thema "Guru" betont, als alle anderen Lehrer, die ich kenne).

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    11. Lieber Rainer,
      "wahrscheinlich war das A.H. Almaas, oder? ("kleines Büchlein" müsste "Elixier der Erleuchtung" sein"

      Ja! - genau der Almaas :) Danke dafür noch mal nachträglich...
      @ Michael
      Ist doch alles sehr okay...Zudem - Für mich persönlich resultieren ja immerhin aus diesem ganzen Beitrag, völlig neue Anregungen und Möglichkeiten ;) Sozusagen, das Ganze und der Blog-Austausch im Blickpunkt...so läuft es halt manchmal...auch ;)
      lg

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    12. Rainer, ich empfand das Büchlein tatsächlich als kl. wärmendes Elixier ;) Auch wenn es zur Erleuchtung wohl nicht ganz gereicht hat bei mir ;))

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    13. aber was ist schon Erleuchtung...

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  5. Der dunkelrote Zweig neben Spira symbolisiert für mich sehr schön die ‘okzidentalische‘ Imagination (Wahrnehmung) neben der 'orientalischen' Inspiration (Sprache, Denkwille, vgl. Grenzen der Naturerkenntnis, 322.117 f.).

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