Neues von der anthroposophischen Polit- Pornografie- Front

Brennen für den Alexander Dugin!
Polit- Pornografie aus diesem spezifischen Treibhaus benötigt spezifische Aufzucht- Bedingungen und Düngemittel- Rezepturen, insbesondere aber kein Licht, sondern ein tiefes, delirierendes Schwarz- Braun. Politisch pornografisch ist die Mixtur wie in dem Beitrag „Politische Voraussagen als versteckte Planungen – Zur globalen Geostrategie des Westens“ der in dieser Hinsicht berüchtigten "Fassadenkratzer"- Seite des Ex- Waldorflehrers Herbert Ludwig, weil hier Zutaten miteinander verbunden werden, die von weitschweifigen Ausführungen des Maya- Hof- Astrologen Terry Boardman bis zu den berüchtigten angeblichen Freimaurer- Karten des Nationalsozialisten Karl Heise - „Entente - Freimaurerei und Weltkrieg“ reichen, dann aber mit frei flottierenden politischen Weissagungen und Untergangs- Fantasien, aber auch mit historischen Daten und Zitaten aus einseitig interpretierten Artikeln angesehener Zeitschriften zu einem toxischen, paranoiden Brei gekocht werden. Das geht über klassische Verschwörungstheorien so weit hinaus, dass man das Ganze in seiner heillosen Beliebigkeit, aber auch in seiner zielgerichteten, morbide anti- liberalen Grandezza nur gedankenlos konsumieren kann, wenn man sich bereits politisch und weltanschaulich in eine komplette Parallelwirklichkeit verstrickt hat. Falls man etwas wie eine Grundthese in diesem Text Herbert Ludwigs heraus arbeiten möchte: Es wird im Fassadenkratzer suggeriert, dass aktuell allmächtige britisch- amerikanische Freimaurer- Eliten - als antisemitische Chiffre für „die Rothschildt - Familie“ - ihren Plan umsetzen wollten, eine russisch- chinesisch- islamische Allianz gegen den Kreml, aber auch gegen die paar aufrechten Gallier zu schmieden, die sich vermutlich schwerpunktmäßig in einem Schweizer Dorf namens Dornach verschanzt haben.  

Konkret lobt sich der Fassadenkratzer Ludwig aber zunächst selbst, da er das geheime Logen- Treiben bereits vielfach „nachgewiesen“ habe: „Die vielfache Planung und Steuerung der britischen und US-amerikanischen Politik durch elitäre Hintergrundkreise, insbesondere okkulte Gesellschaften, ist hier schon in mehreren Artikeln nachgewiesen worden“, sichert sich aber auch beim Meister Rudolf Steiner ab, da dieser auf die „okkulten Bruderschaften“ und die von ihnen angeblich erstellte Karte der zukünftigen Gestaltung Europas hingewiesen habe- in einer Phase während des Ersten Weltkriegs, in der Steiners ambivalenter „Nationaler Kosmopolitismus“ in Richtung Deutsch- Nationalismus tendierte* .

Steiners teilweise obskuren Ausführungen in den Wirren des Ersten Weltkrieges, sein Anti- Amerikanismus und sein latenter Antisemitismus sind ebenso wenig zu leugnen wie eventuelle strategische Planungen in exquisiten, versoffenen Londoner Club- Hinterzimmern oder Pariser Elite- Uni- Treffen dieser Zeit. Tatsächlich tauchte die Europa- Karte, wie selbst „Fassadenkratzer“ zugesteht, in einem satirischen Zusammenhang auf: „Eine solche Karte war am 25.12.1890 für die Öffentlichkeit in der „Christmas Number“ der britischen satirischen Zeitschrift „Truth“ erschienen und sollte die Traumbilder des seit 1888 herrschenden deutschen Kaisers Wilhelm II. darüber zeigen, welche neuen Staatsgrenzen Europa nach dem Krieg haben werde. Sie traten weitgehend so ein, teilweise erst 1945, am Ende des 2. Teiles des Weltkrieges.“ Ihre wirkliche Bedeutung bekommt sie erst durch den Spin, damit eine Planung des Zweiten Weltkrieges von Seiten subversiv operierender Logen zu suggerieren, und so die Kriegsschuld von den Deutschen weg auf die Opfer zu verschieben.

In ähnlicher Weise wurde bei Fassadenkratzer auch schon versucht, den Grund des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs zu den überfallenen Polen zu verlagern: „"Die herrschende Geschichtsschreibung sieht den „Überfall“ Hitlers auf Polen als den nach der Besetzung der Tschechoslowakei weiteren Schritt zur lange geplanten Eroberung deutschen Lebensraumes im Osten. Von solchen Gedanken hat Hitler in der Tat schon in „Mein Kampf“ geschwärmt. Konkrete militärische Pläne dazu gab es aber zu diesem Zeitpunkt nicht. Es kommt historisch darauf an, was jeweils tatsächlich und aus welchen Gründen genau geschehen ist. Hitler wollte offensichtlich in dieser Zeit mit Polen keinen Krieg, sondern einerseits die schwierige Lage der Deutschen in Danzig und Ostpreußen, sowie die Benachteiligungen und Verfolgungen der deutschen Minderheit in Polen auf dem Verhandlungswege lösen und andererseits Polen für einen Bündnisvertrag gegen die Sowjetunion gewinnen." Auf diese Formulierungen Ludwigs habe ich bereits vor zwei Jahren in einem Beitrag in diesem Blog aufmerksam gemacht. Mit Herbert Ludwig waschen sich die Deutschen zuverlässig die Hände in Unschuld.

Armes Deutschland, böses Amerika. Nach einem Exkurs zum 90er- Jahre Klassiker Samuel Huntingtons, der einen globalen Zusammenstoss der Zivilisationen voraussah, streut Fassadenkratzer Ludwig (Warum soll man nicht fragen dürfen?) unvermittelt Zweifel an der Urheberschaft bei den Anschlägen auf das WTC und Pearl Harbor („Die Ereignisse vom 11. September 2001 – ob von der US-Regierung selbst inszeniert, wie in Pearl Harbor zugelassen oder von Osama bin Laden und seinen islamischen Räubern auf die ahnungslosen USA verübt, bleibe hier dahingestellt – eröffneten das westliche Vorgehen..“) und stellt dann den Irak- Krieg in einen logischen Zusammenhang mit der durch die USA angeblich geplanten und inszenierten Flüchtlingskrise. Die Unterstellung, die Ludwig einschiebt, ist die, dass der in seinen Folgen furchtbare Irak- Krieg Teil einer langfristigen US- Strategie gewesen sei, einen globalen Krieg mit der islamischen Welt auszulösen: „Es trat und tritt ein, was Huntington angeblich vorausgesagt hatte, in Wahrheit aber bewusst herbeigeführt wurde.

Bevor Ludwig auf den professionellen Schwadronierer Terry Boardman eingeht, kann er es nicht unterlassen, inmitten seiner Unterstellungen auch noch seinen Antisemitismus zu platzieren. Er erwähnt dazu einfach ohne weiter erkennbaren Zusammenhang, dass die Zeitschrift The Economist im Besitz einer Gruppe sei, zu der auch die Rothschild - Familie gehöre- dies seit den 1970ern eine konstante Chiffre der Ultrarechten für die jüdisch- freimaurerische Weltverschwörung, die der Globalisierung und dem Liberalismus huldige: „Die Publikation gehört zur Economist Group. Sie ist zu 50% im Besitz der englischen Niederlassung der Familie Rothschild und der Familie Agnelli. … Die Rothschilds und die Agnellis sind im Vorstand vertreten.“

Nachdem die Eckpfeiler nun eingeschlagen sind, kommt der pornografische Streifen mit Terry Boardman richtig ins Rollen. Dieser mixt erst einmal den faschistisch- psychotischen Attentäter Anders Breivik und den arabischen Frühling hinein, um mit dem Wörtchen „irgendwie“ dann übergangslos eine Vereinigung der Islamisten mit China zu behaupten: „Kurz, von 2011 an (dem Jahr des arabischen Frühlings und des Breivik-Massakers in Norwegen) kommt der eurasische Konflikt nach einem Militärputsch in einem muslimischen Land ins Rollen. Dies führt zu einer panislamischen Einheit, die über eigene Ölreserven verfügt, mit dem Ziel, das Kalifat wieder einzusetzen und einen einzigen Staat für alle Muslime zu bilden. Dieser verbindet sich dann irgendwie mit China, das seine eigenen Ziele mit «dem Westen» verfolgt, und China zwingt Japan zur Unterwerfung. Die Chinesen und Muslime werden sich zusammen gegen den Westen wenden.“ Sie alle- die verschwörerischen jüdisch- amerikanisch- britischen Logen und die islamisch- chinesischen Horden - haben nur einen hinterhältigen Plan: Sie wollen erst die schöne Erdogan´sche Türkei und dann die noch schönere Putin´sche russische Idylle überrennen: „Am wichtigsten aber ist das Hauptziel: Russland!

Das ist eine eigentümliche Verdrehung, ja Umkehr des ideologischen Chef- Eurasiers Alexander Dugin, der ja im Gegenzug Dschingis Khans Steppenhorden gegen Europa ziehen sieht. Die implizite Huldigung des Despoten Erdogan (der selbst wiederum türkischen Großreich- Fantasien anhängt) ist beiden Seiten aber offenbar gemeinsam. Tatsächlich produziert das von Boardman im Galopp herbei fantasierte Szenario genau die russischen Alpträume, die Grundlage für die tatsächliche gewalttätige Eskalations- Politik des Kreml im letzten Jahrzehnt gewesen ist: Die Einkesselung durch eigene islamische Republiken, den Reiz des liberalen und wirtschaftlich erfolgreichen Europa und die stete Expansion Chinas an den Ostgrenzen Russlands. Boardman gibt der russischen Paranoia faktisch eine Stimme - ein zuverlässiges Sprachrohr des FSB: „Während die Chinesen Ost-Sibirien nehmen, fällt der Rest an die Muslime. Russland würde so auf seine Grenzen im 16. Jahrhundert zurückgedrängt und damit geopolitisch ein rein europäischer Staat werden. Es würde dann, (..) reif für die Integration in das «Atlantische Europa», «Euro-Amerika» etc., wie Brzezinski es schon 1990 nannte. Mit anderen Worten: Russland würde in diesem eurasischen Krieg des 21. Jahrhunderts, der 2011 beginnen und ungefähr 2050 enden würde, von Euro-Amerika übernommen werden.

Hat man bei Boardman schon Dugins Positionen exakt, wenn auch um 180 Grad verschoben, vernehmen können, spielt der Fassadenkratzer Ludwig, als vorläufigen Höhepunkt, nun wieder die anti- amerikanische Karte: „Zbigniew Brzezinski, führender US-Geostratege und CFR-Mitglied, befürwortete 1997 in seinem Buch Die einzige Weltmacht – gleichsam vorbereitend – die Aufgliederung eines künftig lockerer konföderierten Russlands in drei Teile: ein europäisches Russland, eine sibirische Republik und eine fernöstliche Republik..“ Vorbeugend - falls dem einen oder anderen Leser die konstruierte europäisch- amerikanisch- chinesisch- islamische Allianz gegen den bedauernswerten Kreml doch als „Phantasiegebilde“ erscheinen würde, raunt Ludwig aus Weiten von Zeit und Raum: „Doch in der Geschichte geschehen immer wieder seltsame Dinge, und die britisch-amerikanische Elite arbeitet mit sehr langfristigen Planungen.“ Ja, die seltsamen Dinge. Und die noch seltsameren Positionierungen solcher Fassadenkratzer. Und die seltsamen Anthroposophen, die diesen propagandistischen Bullshit Duginscher Prägung in ihr heutiges Weltbild einbauen, die Ambivalenzen bei Steiner missbrauchend.

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*Peter Staudenmaier: „Der Grundgedanke kann treffend mit dem Begriff „nationalist cosmopolitanism“ erklärt werden. Für Steiner bestand die deutsche Mission gerade darin, das Eng-Nationale zu überwinden und das Allgemein-Menschliche zu verkörpern. Dies bedeutete eine deutsche Vorreiterrolle in der Weltentwicklung. Anthroposophen begrüßten den Krieg als eine „Zeitenwende, die Deutschland und dem germanischen Volkstum die Führerschaft im Gesamtbereiche der menschlichen Geisteskultur bringen wird.“ (Das Reich April 1916, S. 1) Steiner zufolge war der Krieg „im Karma der Völker begründet.“ Es musste geschehen „zum Heile der Menschheit.“ (Steiner, Die geistigen Hintergründe des Ersten Weltkrieges, S. 19, 25) Als solche Standpunkte ab 1917 zunehmend unhaltbar wurden, kamen andere Töne zum Vorschein, und Steiner stellte die Mittelmächte als unschuldige Opfer eines lange vorbereiteten Planes vor, der Mitteleuropa zerstören und seine weltgeschichtlich entscheidende Aufgabe verhindern sollte. England, Frankreich, und Rußland wollten den Krieg und haben ihn geistig wie auch militärisch ausgelöst. Deutschland und Österreich wurde also ein Verteidigungskrieg aufgezwungen.“ in einem Interview im Waldorfblog 

Kommentare

  1. „Zudem fehlt mir das Geld, mir Bücher zu kaufen, die ich vielleicht einmal lese, d.h. deren Inhalt bei mir nicht haftet.“

    Lieber Mischa!

    Dann mal Socken und Schuhe an, statt im Internet zu surfen!

    Anspruchsvolle Bücher, auch anthroposophische, bekommst Du in jeder Bücherei. Und zwar gratis – fast gratis.

    Lebst Du in einer kleinen Stadt, kannst Du Dir Bücher kommen lassen, was unter Umständen 50 Cent pro Buch kosten mag. Das ist zwar viel Geld, wenn Du an dem Buch aber eine Woche liest sind es unter 10 Cent am Tag. Grundsätzlich solltest Du Dir jedes lieferbare Buch kommen lassen können, also quasi alles, was Du auch bei Amazon oder irgendwo sonst als Buch kaufen und bestellen kannst.

    Falls Du in der Nähe einer größeren Staft lebst, hast Du natürlich Zugriff auf eine viel größere Auswahl und eventuell sogar auf eine Universitätsbibliothek.

    Schau Dir die Kataloge der Bibliotheken in Deiner Nähe gründlich an und überlege, ob Dir die Auswahl zusagt.

    Jeder kann sich einen Leseausweis für eine Universitätsbibliothek ausstellen lassen. Auch die Universitätsbibliothek kann für Dich jedes Buch bestellen, aber aus dem Bestand anderer Universitäten auch Bücher, die längst nicht mehr lieferbar sind.

    Die Kosten für den Ausweis der Stadtbücherei oder Universitätsbibliothek belaufen sich auf jeweils ca. 20 Euro im Jahr.

    Falls Du im Einzugsgebiet mehrerer Städte lebst, kannst Du auch in verschiedenen Städten Leseausweise beziehen. Ruf aber zur Sicherheit vorher an (meist ist nur der Personalausweis oder ein Reisepass nötig).

    Fazit: „Ich surfe so aus Langeweile im Internet herum“, das ist als Ausrede in Ordnung.

    Nicht in Ordnung ist jedoch „Ich habe kein Geld um mir anspruchsvolle Lektüre zu beschaffen.“ Denn das ist im deutschsprachigen Raum schlichweg falsch, da es sehr viele Bibliotheken und Büchereien gibt und die Preise dort geradezu bizarr niedrig sind.

    Suhrkamp, Freies Geistesleben, Hanser, Verlag am Goetheanum, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Rudolf Steiner Verlag; all das kannst Du Dir besorgen und lesen. Hol es Dir.

    Lieber Gruß,
    Hassan حسن

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  2. ach, schau an, da hat ne Freundin von dir gepostet, Mischa ;)

    Aber was soll der Beitrag an d. Stelle?

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  3. Danke für diesen gut recherchierten Beitrag. Man kann allmählich verzweifeln, wie ausufernd diese Dummheiten in Anthrohausen geworden sind.

    In Hamburg haben wir die "Schule für neues Denken" von Hans Bonneval (ein Autor von Büchern mit Titeln wie "Wahrheit heilt"!!) der entsprechende Vorträge über die anglo-amerikanische Verschwörung hält:

    "Die Kulturaufgabe Mitteleuropas und ihre Bekämpfung.

    Wieder wird deutlich werden, wie genau Rudolf Steiner das gegenwärtige Zeitgeschehen vorhergesehen hat und wie wenig wir geneigt waren und sind, dies gebührend zu beachten. Die Lage ist sehr ernst und spitzt sich momentan gewaltig zu. Wir brauchen dringend die richtigen Gedanken und Ideen um zu retten, was noch zu retten ist"

    Ankündigung zu einem Vortrag diese Tage. Erfreulicherweise hat man ihn aber letztes Jahr aus unserem Rudolf Steiner Haus entlassen, ein kleiner Lichtblick.

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    1. @ Rainer

      Danke für den Hinweis mit Hans B. - das war zu befürchten in Hamburg...eigentlich ein kluger Kopf...Vor vielen Jahren hatte ich regen Kontakt zu ihm und fand ihn auch ganz zugänglich und interessant anfänglich...Seine Idee mit der Zeitschrift "Sophia" war auch ganz okay und ich abonnierte sie einige Monate...Aber der Bruch kam meinerseits als ich den schon damals bekannten Rechtsdrall in Teilen der Anthrop. ansprach - oder kritikwürdige Zeilen in Steiners Werk diskutieren wollte...das war dann doch zu viel für ihn und ich war dann wohl eher der Außenseiter in seinem Chef-Umkreis, man könnte auch sagen Schülerumkreis (wie ich später erst merkte) ;) Er begann jedenfalls den Rechtsdrall zu verharmlosen, nicht nur Offensichtliches z.B. so schlimme Holocaustleugner wie Gennadij Bondarew, auch die damals mir schon bekannten, rechten und verqueren Tendenzen im 'Fußvolk' und in diversen Verlagen (Lochmann etc)...

      Er ist ein waschechter Verschwörungstheoretiker und ganz in dieser Facette der Steinerwelt versunken, ja geradezu gefangen (dabei war er einst ein richtiger Rock and Roller bzw. Musiker und Songschreiber ;)

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    2. @ Rainer noch..
      Oder hast du damals eher anderes wahrgenommen, z.B. im Z. mit Hans-Peter? Ich sah ziemlich klar diese Tendenzen bei ihm...Auch war immer eine gewisse Verängstigung bzw. ein Dogma bezügl. vieler Lebensbereiche wahrzunehmen (und zu lesen)...Z.B. in Sachen Architektur und Wohnqualität...eine allgemeine, dahin schwindende Lebensqualität wird konstatiert, natürlich auchr in deinem eigenen Häuschen und Umfeld...Abgerundete Ecken an Haus, Wänden und Fenstern etc. sind gewissermaßen schon Pflicht ;)... Für mich war das einfach zu fanatisch und angstbesetzt und hatte da eine ganz andere und auch gelassenere Haltung (bzw. fand auch neue, moderne (und eckige) Architektur sehr schön ;)

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    3. Dennoch, klar - jedem das seine...aber vieles scheint - auch im sozialen Kontext - in eine selbstgewählte bzw. gewollte Isolation und Wirklichkeit zu führen...

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    4. ... ich sagte ja schon, auch wenn ich eure Freundes / bzw. Bekanntenkreise natürlich nich kenne ... daß die ganze Nischenkultur der einstigen Ökoszene heute ausgewandert ist in die rechte Ecke.. in die sie nicht geschoben werden wollte. Was haben sie Mitte und Ende der 90er geplärrt .. und ich habe das bei einigen selber noch geglaubt, dachte, daß da von etablierten Akademikern pauschalisiert würde, von wegen Deutungshoheit / Lufthoheit über die Gesellschafts-Kritik-Inseln ... sozusagen.

      Ich gestehe zudem, daß ich enorme Bildungs-Defizite hatte, die ich auf einem zweiten Bildungsweg noch längst nicht kompensieren konnte. Weil der zweite Bildungsweg eben - eigentlich - erst einmal auch bloß "Ausbildung" ist, nämlich "Aneignung spezieller Informationen und Arbeitsweisen".

      Es liegt in Einem Selbst, was man an Fähigkeiten zur Gestaltung der Informationen und Methoden mitbringt, die einem von Bildungswegen vermittelt werden.

      Fragestellungen müssen in einem Menschen erst heranwachsen. Sie sind einfach nicht, beim besten Willen nicht, übertragbar.

      Man kann den Anderen beunruhigen, ihn dafür verantwortlich machen, daß er sich nicht bewegt, sich nicht auf den Weg macht, wenn er / sie merken, daß etwas nicht stimmt. Ich vertrete ja die These, daß ziemlich alle Fans "alternativer" Nachrichten in sich spüren, daß da mindestens etwas nicht stimmt, und diese Fans sich dennoch immer wieder dafür entscheiden, das hybride Parallel-Weltbild zu transportieren, in die Welt zu tragen.


      Bei Rock'n Roll geht es eh mehr um den Sound, weniger um den Text. :-) Da es sich, sorry, oft auch um "Pubertäts-Musik" handelt, um ein Suchen nach einem geschl. Leitbild ("Männerbild / Frauenbild"), verbirgt sich dahinter immer eine Faszination für allerlei Varianten des "Codex Machismo", was die Frauen und Mütter auch mittragen.

      Die Rock'n Roll Subkultur war seit eh und je immer erst einmal etwas hingetrieben zu Gewaltverherrlichung, und da war Rechtslastigkeit nicht weit. Auch die Softies dieser Szene mochten sich nicht so recht dem Solidarisierungs-Druck und der "Faszination Matschotum" entziehn. Und die neue Rebellion heißt eben mal "Putin und die Nachtwölfe aus dem Land, was von der Nato und von den alten Establishments-Präsidenten vor Trump um den Frieden betrogen wurde!" Sonst is man nicht cool. Pubertät als Dauerzustand.

      Im Regionalfernsehn eine Sendung: Der CDU-Bürgermeister einer kleinen Kleinstadt beim Klinkenputzen: "Hallo, ich bin Ihr Bürgermeister, was können wir besser machen für Sie, auch schon vor der nächsten Wahl?" Die Kamera zeigt ein typisches alleinstehendes Dorfstraßenhaus, Garten nach hinten hinaus, im Hof steht ein teures Auto und zwei blitzblank geputzte teure Motorräder. Eine hübsche Rock'n Roll Frau, schwarze Lederhose, schwarzes T-Shirt, die man früher auch auf Anti-AKW-Demos womögl. angetroffen hätte, oder auch später bei 'ner Demo gegen Fremdenfeindlichkeit in den 90ern, sagt dem beleibten, behäbigen Bürgermeister:

      "Ey, ich will ma sagen, mir basst nich, daß unseri nix mehr Sozialhilfe kriegn, un die Flichtlinge? Denne bläst mans hinten 'rein! Und, außerdämm: Wennisch Auslända sähn wüll, gäll? Dann faarisch ins Ausland. Wennisch dorhaim bin, möscht ich Landsloite ummisch sähn!" sagte sie, mit lässigem Hüftschwung cool an der Haustür "lähnend"... mit silbernem Hanfblatt als Halsschmuck.

      Der CDU Bürgermeister sagte, nachher: "Was mich bitter macht, ist erstens, Sie hamms ja gsehn, der Wohlstand, zweitens, aus dem heraus sowas gsagt wird. Schauns, hier wohnen nur Ortsansässige, die nächste Flichtlings-Unterkunft, die ich weiß, liegt 12 km dahinten in Bad Sowieso! Die kommen nie hierher." Es war klar, im vorigen Gespräch: Die Rock'n Rollerin und ihr Moo freue sich, dasse die AfDää wehle könnet. Aber auch die härernen Naturkost-Apostel-Freaks wiegen das Haupt in die rechte Ecke hinein, in die sie nicht geschoben werden wollen...

      mischa

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    5. @ Valentin

      Ich hatte mit Hans B. persönlich vor gut 20 Jahren Kontakt, wir hatten gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Egoblog-Autoren HP Dieckmann einen Scaligero-Arbeitskreis geleitet.

      Seine VT-Gedanken sind jüngeren Datums, war früher nicht von mir erkennbar, fand ihn auch eher "umgänglich und nett".

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    6. Mischa, sicher gibt es auch bei den Rock n Rollern die Rechten, aber doch nicht nicht nur! :)
      Für mich steht der Begriff zunächst einmal für Aufbruch (buchstäblich) und Offenheit usw. Vor allem in/ab den 50ern und 60ern war das sicher ein wichtiges Ventil verbunden mit einer eigenständigen Kretivität und Ausdrucksmöglichkeit (u.a. auch der Protest der Blumenkinder, Woodstock etc)...Aufbruch der sexuellen, politischen, gesellschaftlichen Ver-klemmt-heiten sowie der sozialen Abgründe (siehe in England die Entstehung der versch. Punkrichtungen)...Natürlich kam es auch zu Exzessen usw. aber ebenso in der gutbürgerlichen Welt mit dem schönen Schein, vor allem mit Alkohol... - Drogen spiel(t)en schon immer eine Rolle i. d. Gesellschaft...glücklich sei derjenige, der rechtzeitig (etwas) vernünftig geworden ist ;)) ...
      Die Frage ist natürlich auch - welche 'Droge' ist eigentlich ungesünder? Die Droge im rein stofflichen Sinne oder die Droge im ideellen Sinne mit starken Abhängigkeits-Tendenzen und einseitigen Dogmen? Jedes Extrem ist auf Dauer meist zerstörerisch...aber so ist das oft...aber manchmal entstehen auch aus Extreme wunderbare Dinge..

      lg

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    7. ...wiederum und andersum ;)

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    8. z.B. über 70 Jahre Frieden und Demokratie nach den furchtbaren Kriegen...sehr, sehr schützenswert...dafür einfach nur und immer wieder: "Danke!"

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  4. Ein giftiges Quartett präsentiert sich im Verschwörungsdrama von Herbert Ludwig.

    Die unvergleichlichen Akteure sind:

    Herbert Ludwig, alias "Fassadenkratzer", in der Hauptrolle.

    Terry Boardman, der Einflüsterer.
    "mir aus mehreren persönlichen Begegnungen als vertrauenswürdig bekannt" so Ludwig. Das will schon was heißen!

    Thomas Meyer, der unermüdlicher Ober-Europäer.

    Markus Osterrieder, der bahnbrechende und produktive Forscher einer "Welt im Umbruch":
    Das große Ereignis eines Neuanfangs anthroposophischer Jahresrechnung wurde inszeniert und feierlich begangen. Von der Anthroposophischen Gesellschaft von langer Hand gezielt vorbereitet. Das Geschichtsbewusstsein wird dabei sogar offiziell um 100 Jahre zurückgesetzt. Wie eine völkische Reise in vergangenen Zeiten ist die Uhr im Zeitalter der Unschuld stehengeblieben. Es werden die Dämonen der damaligen Zeit erneut heraufbeschworen. Zum Wohle der Welt im Sinne des deutschen Menschheitsimpulses.

    Unsichtbar aber allgegenwärtig:
    Daniele Ganser, der Deus ex Machina (der Gottheit aus der Theater-Maschine).
    Wie ein Leitstern offenbart sich der unbestechliche und aufopfernde Friedensforscher.
    Unermüdlich offenbart sich sein Geist der Aufdeckung. Umfassend und inhaltlich allgegenwärtig, legitimiert er ausgesprochen und unausgesprochen seine Geschichtsdeutungen jenseits des Faktischen und schwingt harmonisch mit in die bunte Verschwörungswelt der Parallelwirklichkeit des Fassadenkratzers.

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    1. Um mir mal ein fundierteres Urteil über Ganser zu bilden, habe ich letztens das umfangreiche Kapitel über den Syrienkrieg aus seinem Buch "Illegale Kriege" gelesen.

      Schlimmer, als ich dachte. Der Syrienkrieg ging natürlich von der NATO aus, Assad hat sich im Grunde nur gegen die terroristischen Rebellen verteidigt, Gas-Angriffe gab`s natürlich auch primär von den Rebellen, und so weiter. Viele Fußnoten, daher "wissenschaftlicher Anschein".

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    2. @ Rainer Herzog

      "…Schlimmer, als ich dachte…"

      In der Tat.
      Ganser ist ein Meister der Verführung: Der Glauben und das blinde Vertrauen der Ganser-Anhänger scheint unerschütterlich zu sein. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Inhalt dürfte in der Glaubensgemeinschaft ohnehin unerwünscht sein. Verständlich, da sonst das Glaubensgebäude in sich zusammenfallen würde.

      Ein Kommentator bei Amazon bringt es auf dem Punkt:
      Lesepflicht für Jedermann und gehört als Pflichtlektüre in jede Schule. Wenn die Damen und Herren von Nobelpreis auch nur ein ganz kleines bisschen Anstand hätten, würden sie diesen Preis dem Obama aberkennen und ihn Daniele Ganser verleihen!

      Das sogenannte kritische Hinterfragen soll das Markenzeichen Gansers sein. Dieses Prinzip wird von ihm allerdings ad absurdum einseitig und dazu systematisch verzerrend umgesetzt. So auffällig suggestiv und so abenteuerlich, dass da schon böswilliger Absicht vermutet werden soll. Es werden Ganser als Person und seine Inhalte selbstverständlich grundsätzlich nicht hinterfragt.

      Gansers Darstellung der Ereignisse ist ausnahmslos oberflächlich. Eine Auseinandersetzung mit seinen Quellen, ein kritisches Infrage stellen, findet schlicht nicht statt. Sie werden häufig ohne weiteren Hintergrund präsentiert. So sieht das "wissenschaftliche" Denken des Friedensforschers aus.

      Soviel zum Buch.
      Seine Vorträge gleichen ohnehin mehr Veranstaltungen einer Kaffeefahrt. Allerdings ohne Kaffee und Kuchen. Und ohne Mittagsessen. Trotzdem strömen seine Zuhörer und lassen sich begeistert vom Genuss der Ausführungen des Oberaufklärers beschenken.

      Eine Kaffeefahrt sieht so aus:
      Mit ausgeklügelten psychologischen Tricks werden Waren zu völlig überhöhten Preisen "angedreht". So werden die angebotenen Produkte typischerweise als revolutionär, völlig neu oder als noch nicht im Handel erhältlich angepriesen. Da den Teilnehmern der Verkaufsveranstaltung vor Ort jede Vergleichsmöglichkeit fehlt, erliegen sie häufig den Verkaufstricks. Einige Verkäufer sollen es so schon auf Einnahmen von bis zu 50.000 € in einem Monat (!) gebracht haben (Stiftung Warentest).

      Das würde doch alles sehr gut auf Daniele Ganser zutreffen. Name der Veranstaltung: "Die Geschichte des Imperiums des bösen Westens und seine Kriegsverbrechen". Allerdings, die Gage von 5.000,- Schweizer Franken pro Werbeveranstaltung ist vergleichsweise bescheiden. Vielleicht könnte Wladimir Wladimirowitsch für diese für ihn kostenlose Werbung noch etwas beisteuern. Es würde sich lohnen…

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  5. Schon 1918 hatte Steiner über den Anfang des ersten Weltkriegs geurteilt:
    “Bereits Ende September hatte dieses Heer keine Munition mehr! ... niemand dachte an einen Präventivkrieg …“ (185a.33 f.). „So daß - es kann das nun angefochten werden oder nicht - in der ersten Zeit nach dem Ausbruch dieser katastrophalen kriegerischen Verwickelung tatsächlich in der Mitte Europas niemand anders dachte, als daß man es zu tun habe mit einem Verteidigungskriege.“ (185a.41).

    Die Phrase ‘ein Verteidigungskrieg aufgezwungen‘ (Waldorfblog) stammte von Von Moltke. Steiner zitierte 1921 den Satz aus Moltkes Memoiren (1919) über den Verteidigungskrieg im Ersten Weltkrieg: «Deutschland hat den Krieg nicht herbeigeführt, es ist nicht in ihn eingetreten aus Eroberungslust oder aus aggressiven Absichten gegen seine Nachbarn. Der Krieg ist ihm von seinen Gegnern aufgezwungen worden und wir kämpfen um unsere nationale Existenz, um das Fortbestehen unseres Volkes, unseres nationalen Lebens.» 174b.375 (1921).

    Moltkes Folgesatz (“Damit kämpfen wir um ideale Güter…“ ) wurde aber weggelassen. Die deutsche Kriegsschuld sei politisch. Deutschland und die deutsch-mitteleuropäische Mission seien zwei Dinge. Die Letztere umfasse nach Steiner (1914) auch Tschechen, Slowaken, Ungarn und Polen (vgl. ‘Streben nach Individualität‘, 287.38 f.).

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  6. Da gab es doch diese Geschichte vom "Mirakel an der Marne", wo ... laut Steiner, aus der geistigen Welt der Haltebefehl erfolgt sei, damit Deutschland nicht, in seiner sinngemäß "spirituellen und mentalen Höchstentwicklung" nicht die Allein-Herrschaft über den europäischen Kontinent bis hinüber nach dem russischen Asien ganz selbstverständlich an sich risse.
    Helmuth Karl Bernhard von Moltke habe diesen Haltebefehl aus geistigen Sphären inspiriert, wurde mir einst von einem Mentor bei Kerzenlicht während der Herbst-Stürme berichtet. Seine Witwe habe mit Rudolf Steiner in Kontakt gestanden, und Steiner channelte ihr dies, wurde mir erzählt. https://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_Karl_Bernhard_von_Moltke

    Dazu fand ich noch einen Link, den zu lesen ich jedoch zur Zeit nicht schaffe. Zu viel andres zu tun. Aber ich gebe ihn mal durch:
    http://www.menschenkunde.com/pdf/RSteiner/rudolf_steiner_die_schuld_am_kriege.pdf
    lG, mischa

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    1. Nur ist der richtige Moltke hier Helmuth d.J.:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_Johannes_Ludwig_von_Moltke

      Marie Steiner berichtete über die Heeres-Sybille im Pdf (die Anmerkungen sind von Thomas Meyer).

      Der Kaiser figurierte damals natürlich auch:
      “Durch viele Jahre ist unter der Ägide des Generals von Schließen die Schulung dieses Heeres in der unglaublichsten Weise getrieben worden. Die Sache wurde erst als Unfug verbessert, als Moltke Generalstabschef geworden ist. Denn dieses Heer wurde so gedrillt, daß der Kaiser stets auf den großen Manövern unter dem General Schliefen Abteilungen führte, ohne einen Schimmer von irgend etwas in der Kriegführung oder dergleichen zu haben. Die ganzen Anordnungen wurden so getroffen, daß selbstverständlich Majestät siegte. Also man soll sich nur vorstellen, wie man ein Heer schulen konnte, wenn man jene Theatercoups machen mußte, daß jeder, der auf der Abteilung war, auf der nicht Majestät war, notwendigerweise die Sache so anordnen mußte, daß er eine Niederlage kriegte, damit Majestät siegen konnte. Solche Dinge lassen sich in kurzer Zeit nicht verbessern, sondern das bedarf dann erst wiederum langer Arbeit. Das aber erzeugt selbstverständlich die Stimmung, daß man zugreifen muß, wenn man darauf angewiesen ist, ja etwas zu tun, wo die berufenen Instanzen gar nichts tun.“ 185a.33

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  7. Die Traumbilder des deutschen Kaisers Wilhelm II

    Nachfolgend die Übersetzung von Abschnitte der Parodie aus der englischen satirischen Zeitschrift Wahrheit "Truth", Weihnachtsnummer 1890. (Siehe 2. und 3. Absatz des Beitrages).

    Das Ganze nimmt Bezug auf die dazugehörende Karte, sie fehlt hier, mit den zukünftigen Staatsgrenzen Europas nach einem zukünftigen Krieg, angeblich erstellt von "okkulten Bruderschaften" der Freimaurer. Eine Vereinfachung dieser Karte wurde unter Autorisierung Rudolf Steiners mit seinem Vorwort vom Anthroposophen und späteren Nationalsozialisten Karl Heise veröffentlicht in seiner Hetzschrift "Entente - Freimaurerei und Weltkrieg" und hatte einen nachträglichen Einfluss auf den Nationalsozialismus aber auch auf heutigen Autoren völkischer Gesinnung wie Meyer, Ludwig, Boardman, Osterrieder usw.


    Die Satire im Wortlaut:

    Ein Professor der Hypnose und Zauberei unterhält sich mit der als Frau personifizierten Truth (Wahrheit). Wir bringen nun das Gespräch beider im Wortlaut:

    Die Truth fragt den Professor, welche Kräfte er habe.

    Er antwortet: "Drei!"

    Hypnotische Kraft Nr. I .
    "Der Hypnotist, der sein Geschäft versteht, kann seinen Willen so durchsetzen, dass die seinem Einfluss Unterstehenden seine Befehle ausführen müssen. Was immer er ihnen zumutet, es muss von ihnen erfüllt werden. - Das bezeichnen wir Hypnotisten als Kraft Nr. 1."

    Hypnotische Kraft Nr. 2.
    "Doch da gibt es noch eine feinere, zartere Kraft die nur wenige von uns besitzen - die Kraft, unsere Medien die Gedanken aussprechen zu lassen, die sie in ihrem Innern hegen. Was immer sie in ihrem Gehirne denken, das müssen sie sagen und tun. Diese höchst seltene Kraft aber ist Kraft Nr. 2."

    Hypnotische Kraft Nr. 3.
    Truth: "Was sind nun aber die Merkmale, darf ich Sie fragen, der Kraft Nr. 3?"
    "..Oh!" erwiderte der Hypnotist, "die ist noch weit fremdartiger und seltener, denn sie setzt Sie in der Lage, durch einfache Willensäußerung die Gedanken der Ihrem Willen unterworfenen auch dann zu lesen, wenn diese sich zur Zeit Ihrer Willensäußerung weitab von Ihnen befinden."

    "Und besitze ich solch eine Kraft?" fragte die Truth.

    "Jawohl!" war die Antwort.

    "Und ist es möglich, diese meine Gabe sofort zu erproben?"

    "Ohne Zweifel". Sagte der Professor, ,,alles, was Sie zu tun haben, ist, zu entscheiden, mit wem Sie die geistige Unterredung haben wollen."

    "Wenn ich also wählen kann, mit wem es mir gefällt", sagte die Truth zu ihrem Berater, „dann möchte ich die augenblicklichen Gedanken des jungen deutschen Kaisers kennen lernen.

    Kaum hatte sie gesprochen, als auch schon - wie aus einem Telefon - mit der Stimme des Königs von Preußen die Antwort kam:

    "Was wollt Ihr von mir?" fragte gähnend die Stimme.

    In ihrer Erwiderung setzte die Truth ihre Wünsche folgendermaßen auseinander:

    "Ich wünsche", sagte sie, "Ihre Gedanken kennen zu lernen, welche immer diese auch sein mögen, und ich befehle Ihnen, sie alle mir rückhaltlos zu erzählen."

    Dann, nach einer halben Minute Pause, begann der Kaiser wieder:

    "Einige Stunden schlief ich in meinem Kaiserlichen Zuge und hatte da einen solchen Traum, dass ich – ich kann machen, was ich will - keinen einzigen Augenblick mit meinen Gedanken von diesem Traum fortkommen kann."

    "Wenn dem so ist", rief die Truth, "dann fordere ich Sie auf, Ihren Traum zu erzählen."

    Und als Antwort gab der Kaiser folgende Einzelheiten:

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    1. Fortsetzung 1

      Des Kaisers Traum.

      "Seitdem ich in finsterer, trauriger Mitternacht, von der Reise matt und müde, im Königlichen Sonderzuge von Pest nach Potsdam abgereist war, überfielen mich in meinem oft unterbrochenen Schlummer Träume in solcher Zahl dass ich, kaum dass ein Traumbild vorbei war, gleich wieder neu zu träumen begann. Eindrucksvolle Bilder aus meiner Vergangenheit drängten sich mir zuerst auf.
      Dann aber sah ich, wie in einem Zauberspiegel, meine Zukunft enthüllt, ich sah mein kommendes Leben aufgezeichnet und sah solches Unglück über mich hereinbrechen, daß ich, wie ich Ihnen schon erzählte, sehr traurig und furchterfüllt bin.

      So wahrheitsgetreu war dieses mystische Diorama (diese übernatürliche Bilderfolge) daß jedes dieser packenden lebenden Bilder noch jetzt in meinem erregten Hirn verweilt, und daß ich ganz genau jede Szene beschreiben kann. Jede grub sich so fest in mein Gedächtnis während meines Traumes im Sonderzuge. "


      Es folgt die Beschreibung der 16 Bilder. Jedes Bild nimmt Bezug auf einen Abschnitt der Karte mit den zukünftigen Staaten Europas. (Aus Platzgründen hier weggelassen, auch weil die Karte hier nicht sichtbar gemacht werden kann)


      Der Hypnotist ruft nun die zur Verwirklichung seines Planes nötigen Hilfskräfte herbei.

      In einem kürzeren Gespräche bittet nun die Truth den Hypnotisten, ohne Zaudern Kraft 1 und 2 zur Anwendung zu bringen.

      - Jedoch die Nummern 1 und 2, möchte ich ohne Zaudern anwenden. Kurz und gut! Kann ich sofort beginnen?"

      "Das allerdings braucht einige Vorbereitung",
      erwiderte der Professor. ..um Ihre noch schlummernde Kraft zu wecken, brauchen wir eine Beschwörung. Da ich aber ein Mann bin, der Voraussicht hat und Auswege kennt habe ich glücklicherweise die erforderlichen Hilfsmittel bei mir."

      "Und Sie können also sofort beschwören?"
      fragte die Truth.

      "Jawohl ich kann es!" -

      "Dann bitte gehen Sie sogleich ans Werk und verwirklichen Sie Ihren Plan." -

      Der Hypnotist ruft nun die zur Verwirklichungseines Planes nötigen Hilfskräfte herbei.

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    2. Fortsetzung 2

      Die Beschwörungsszene.

      Kommt, Ihr politischen Scharlatane!
      Kommt, Ihr jesuitischen Pfaffen!
      Kommt, Ihr scheinheiligen Spulwürmer!
      E r s c h e i n e t! E r s c he i n e t!
      Kommt, lhr Quacksalber und Täuscher und Ränkemacher!
      Kommt, Ihr Schnüffler und ihr Schnupperer!
      Kommt, Ihr falschen Kreaturen und Blender!
      Verlogene Kriecher, lügenhafte Prediger!
      Kommt, Ihr Heuchler und Betrüger!
      Meineidige und Falschheit-Flechter!

      Stimmen (von draußen):
      "Meister, wir sind hier!"

      Rasch hierher! Ihr Politiker!
      Kommt, ihr sorgloser Rhetoriker!
      Bei den Bürgschaften die ihr bricht,
      Bei den Bestechungen, die ihr gebt und nehmt,
      Bei euren niedrigen und erbärmlichen Tricks,
      Bei dem Gesindel mit dem Ihr euch mengt,
      Bei dem Dreck, den ihr täglich esst,
      Bei eurer vollständigen Rückgratlosigkeit,
      Bei der Korruption, der ihr zuwinkt,
      Bei dem Unrecht. dem ihr zublinzelt,
      Bei eurer Gier nach Ämtern und Geld,
      Bei dem Land, auf dem ihr plündert.
      Bei dem Schlamm, in dem ihr euch wälzt,
      nur damit ihr euer Ziel erreicht! –

      N u n E r s c h e i n e t! E r s c h e i n t!

      Stimmen (von draußen):
      „Meister, wir sind hier!"

      Auf! Ihr Finanzleute von der City!
      Kommt ihr Börsen-Banditen!
      Bei euren faulen Plänen, die ihr (marktschreierisch) anpreist,
      Bei euren oft gespielten „Bluff'-Spielen,
      Bei dem von Euch geförderten Diebstahl.
      Bei den Schwindeleien, in denen ihr plätschert,
      Bei den falschen Würfeln, die ihr braucht,
      Bei dem Elend. das ihr verbreitet,
      Bei den Sachverständigen, die ihr bestecht,
      Bei den Witwen, die ihr beraubt habt,
      Bei dem vielen Familienglück, das ihr vernichtet habt,
      Bei den Händen. die ihr geschmiert habt.
      Bei eurem niederträchtigen und geldsüchtigen Glauben,
      Bei eurer alles verschlingenden Gier,

      N u n E r s c h e i n e t! E r s c h e i n t!

      Stimmen (von draußen):
      „Meister, wir sind hier!"

      Auf, ihr Herren Neureich!
      Kommt, ihr reichen deutschen Juden!
      Bei eurer gemeinen Verschwendungssucht,
      Bei eurem abscheulichen Mangel an Geschmack,
      Bei eurem schrecklichen Nieder-Rassentum,
      Bei eurer furchtbaren Völlerei.
      Bei eurer vornehm tuenden Prahlerei,
      Bei eurer Liebe zu Rang und Stellung,
      Bei eurer Kriecherei und Schleicherei,
      Bei eurer erschreckenden Unwissenheit,
      Bei euren zweifelhaften Taten, die ihr verübt habt,
      Bei euren Vermögen. die ihr schmutzig gewonnen habt,

      N u n E r s c h e i n e t! E r s c h e i n t!

      Stimmen (von draußen):
      „Meister, wir sind hier!"

      Kommt ihr anspruchsvollen Klerikalen!
      Ihr ausgesprochener Verteidiger der Tyrannei!
      Bei den höllischen Glaubensbekenntnissen die ihr predigt,
      Bei der Heuchelei, die ihr lehrt,
      Bei der Liebe von "Brotlaib und Fischen".
      Bei euren selbstsüchtigen, weltlichen Wünschen,
      Bei euren Frömmlereien und Riten (Gebräuchen).
      Bei euren Hass erbitterten Kämpfen,
      Bei eurem Verfolgungseifer,
      Bei euren scheinheiligen Gefühlen,
      Bei euren Drohungen mit Höllenstrafen,
      Bei eurem kreischenden Feldgeschrei.

      N u n E r s c h e i n e t! E r s c h e i n t!

      Stimmen (von draußen):
      „Meister, wir sind hier!"

      Kommt auch ihr alle, die ihr schändet
      Den vielgeschmähten Namen der Wohltätigkeit.

      Bei den Lügen, die ihr verbreitet,
      Bei eurem scheinheiligen Geschwätze
      Bei dem Vertrauen, das ihr missbraucht
      Bei den Geldern. die ihr betrügerisch verwendet.
      Bei den Kindern, die ihr quält,
      Bei den Opfern, die ihr täuscht,
      Bei eurer glatten und salbungsvollen Miene.
      Bei den teuflischen Betrügereien, die ihr euch erlaubt.

      N u n E r s c h e i n e t! E r s c h e i n t!

      Stimmen (von draußen):
      „Meister, wir sind hier!"

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    3. Fortsetzung 3

      Der Truth kostet es zu viel Zeit, dass all die einzelnen Gruppen heranzitiert werden. Auf ihre Bitte ruft nun der Professor das gesamte auf der Welt noch vorhandene Gesindel aller Stände zusammen. Den anfänglich von ihnen geleisteten Widerstand bricht der Professor mit Hilfe der Zauberlampe, er unterwirft sie dem Willen der Truth. In der Folge werden sie nach Hause geschickt mit folgenden Worten:

      "Und von Falschheit und Arglist soll meine Lampe die Welt erlösen."

      "Es ist gut, es ist gut", rief der Professor.
      "Der Zauber ist zu Ende! Fort mit euch! Ihr
      elende Bande! Fort mit euch, alle miteinander!"

      "Ja", fügte die Truth hinzu, "fort! Aber merkt, ich behalte euch im Auge. Ich werde euch der Reihe nach allmählich vornehmen. So geht, aber hütet euch vor dem Tage, an dem ich euch einen nach den anderen hypnotisieren werde.

      Der Versuch wird zwecklos sein, zu heucheln oder zu lügen, wenn ich - die Lampe in der Hand - euch verhören werde".

      Chor der Betrüger:
      "Wir gehen. Denn Widerstand ist vergeblich. Wir müssen tun, was Sie von uns verlangen."

      Truth:
      "Ich sage also auf Wiedersehen
      Bis zu einem nicht allzu fernen Tage"


      Und gleichzeitig verschwanden sie in Hast und Eile, während sich um das Haupt der Truth ein heller Schein zu formen begann. Aus diesem strahlte schimmernd gar mancher wohlbekannte Name von jenen, die sie verhindert hat, zu sündigen, oder die sie zu offener Beschämung brachte. "Sieh! Sieh!" rief der Hypnotist. "die Zukunft leuchtet über Ihrem Haupte, Ihre vergangenen Leistungen werfen die Schatten der Taten voraus. die Sie noch zu vollbringen haben."
      Dann aber überfiel beide, die Truth und ihn, eine eigenartige hypnotische Freude und sie sangen frohen Sinnes, während sie rund um das Zimmer tanzten, diese Zeilen:


      „Nun soll der Angriff beginnen!
      Drauf! Auf den flinken Scharlatan!
      Drauf! Auf den Täuscher und Quacksalber!
      Drauf! Auf den gerissenen City-Mann!
      Drauf! Auf den geilen Betrüger!
      Drauf! Auf den geschickten Heuchler!
      Drauf! Auf den geschniegelten Marktschreier!
      Drauf! Auf den Schmarotzer und Falschspieler!
      usw.


      Und als dieser fröhliche Singsang zu Ende war, wirbelte die Truth in ekstasischer Freude noch weiter so lebhaft wie möglich im Zimmer rund herum! während der Professor, der ihr nochmals vollen Erfolg wünschte, ausrief:

      "Hokuspokus! Geschwinde dich!" und in den Fußboden versank.

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    4. Die 16 Bilder, 16 Strophen und 16 Erläuterungen der Karte sind zugänglich via:
      http://www.schauungen.de/forum/index.php?id=200

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    5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    6. Danke!
      Die Seite kannte ich wollte da aber nicht verlinken da sie eindeutig extremistisch ist und die Inhalte entsprechend unzuverlässig. Die Bilder sind aber korrekt.

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    7. Die englische wiki zeigt die ganze farbige Karte mit Traumbildern (damalige Auflage 1 Million):
      https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Thruth-1890-12.jpg

      The Christmas Edition 1890 received international attention, as it published a conversion with a professor of hypnosis who described a dream of the German Emperor, under the title "The Kaiser's Dream". In this dream, the destruction of European monarchies was described, and Truth presented a colored map to show the results after a war in the future.[3] At that time the magazine had a circulation of one million. The story about "The Kaiser's Dream" was sometimes interpreted to be a prophecy for First World War.
      https://en.wikipedia.org/wiki/Truth_(British_periodical)

      z.B. Bild I (Kindheit) ist rechts unten:
      Zuerst als kleiner Prinz In Opa Alberts Arm / In Portsmouth' Arsenalen / In Sicht von Kriegsalarm / Ich krähte; all den Schiffen / Zulachend und hüpfend vor Freud' / Die Riesengeschütze und Anker / Und Geschosse zu sehen heut'. (Übers. 1927)

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    8. Mir wurde die Karte 1991 im damaligen Dornacher Begegnungszentrum (wurde im Stil einer klassischen Jugendherberge mit getrennten Schlafsälen etc. geführt) im Sonnhaldeweg nach einem großen Mittagessen mit vielen "Walfahrts-Gästen" gezeigt und besprochen. Ich hatte gerade keinen Geschirrspüldienst und konnte eine Weile an der Diskussion teilnehmen, bevor ich weiter Geschirr abräumen mußte. Auch der alte Herr Schiller, damals 90, ein Physiker, der Rudolf Steiner noch persönlich kannte, war auf den Nachtisch hin noch zugeben. (Das Essen für bis zu 100 Leute, einige mußten rotieren, die Räumlichkeiten waren zu eng, war immer wahnsinnig gut, trotz einer engen, heute würde man "Messi-Küche" dazu sagen, in der das Essen zubereitet wurde. Auch das Engsitzen, und dennoch aufmerksam sein, das konnte jeder hier wunderbar und vorbildlich gut.) War es in "Die Drei" oder im "Goetheanum", in "Novalis" oder in Herrn Finsterlins Zeitung, deren Namen ich vergessen hab? Es lag so ziemlich 3 Viertel der damals relativ umfangreichen Anthro-Presse dort immer aus. Die Karte rief großes Hallooo hervor, und freilich auch manche Genugtuung, daß man gottseidank "hier in Dornach" wo sei, wo man all das wissen und sogar bereden dürfe. Klar.
      Dennoch überlegte ich mir, daß so eine Karte, wenn es sie gab, eine von vielen sein könnte, und "wer weiß, was für Karten 'die Deutschen' von ihren Besiegten in spe bereits hier und dort schon entworfen haben?" Gut, es war da etwas geplant, aber warum ist das "Deutschsein" so wichtig? Und nicht das Weltbürgertum, das Kosmopolitische? Fragte "es" in mir immer stumm.... Stumm? Weil ich spähte und äugte, "wer?" mir das würde erklären können. Denn ich erhielt nirgends zufriedenstellende Erklärungen, wenngleich immer reichlich "interessantes Gespräch". Dennoch wäre mir damals nie der Gedanke aufgeblitzt, daß hier teils völkisch und autoritär-nationales Gedankengut kolportiert worden wäre. Zeitungen laß ich zudem nicht gerne. Da stand zu wenig drin, und Literaturhinweise waren "Schilder nach Amerika", boaah, nee!

      Vier Jahre später, in einer anderen Stadt, klagte einer meiner Mentoren: "Sehen Sie, wir haben ja in Deutschland längst keine mächtigen Logen mehr, nur kleine Johannis-Logen. Aahaaber in England und den USA, daa! Wir machen ja als Deutsche längst keine wahre, keine Politik mehr! Ohne mächtige Logen"
      "Ach? So ist die politische Praxis? Alles Logen?" :-O
      "Wir haben die Anthroposophie, aus der das Deutschtum erst wieder gestärkt werden wird. Ohne das... Hauptzahnrad des Deutschtums... dreht sich eines Tages nichts mehr in Europa. Aber Deutschtum ist Anthroposophie und Anthroposophie Deutschtum! Ihre Generation kann ja nicht mal mehr im Gleichschritt gehn!" .. ich sagte: "Aber Steiner sagt nirgends, man müsse im Gleichschritt, und Anthroposophie müsse Loge werden?" "Schauen Sie den Modellbau von Malsch! Eine Einweihungsstätte, die dereinst in Fels gehauen werden muß..!"
      mischa

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    9. Das obige Dornacher große Essen im Begegnungszentrum war wegen der Mysteriendramen I und II Anno 1991, wo man ja über Stunden im Goetheanum zubrachte, sich diese anzusehn. Daher die vielen Gäste an den Eckpunkten des Jahres.
      mischa

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    10. Die Szenerie war vom sich anbahnden Golfkrieg 1991 überschattet, wo manche freilich sich wohlig gruselnd der Frage hingaben, ob der dritte Weltkrieg nahe. Schweizer machten Hamsterkäufe, Saddams Giftgas-Raketen könnten Europa, daher auch die Schweiz erreichen. Herr Schiller meinte gar: "Die Zeit großer Heldentaten nahet nun wieder heraan!" und wiegte das schneebedeckte Haupt. Frau von Bonin entrüstete sich: "Ach, was redet der für Quatsch, na sowas!" In dieser Atmosphäre hatte ein Anthrozeitung 1991 diese Karte - schwarz weiß - gedruckt. Da muß etwas mit "Logen" dabeigestanden haben, weniger etwas von "Satire".
      mischa

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    11. "Da muß etwas mit "Logen" dabeigestanden haben, weniger etwas von "Satire"."

      Danke für die ausführliche Schilderung. Es starben wohl die letzten Zeitzeugen Steiners inzwischen hinweg.

      Zu "Satire": auch Satire kann bitterböse Wahrheit beinhalten, denken wir nur an den Fall Böhmermann, der wohl vor dem Bundesverfassungsgericht landen wird, wenn nicht inzwischen.... . Ja, die Stimmung 1991 war schon merkwürdig und jetzt wissen wir, Deutschland lieferte den USA die falschen Beweise (da spielten Lastwagen eine Rolle). Wir Deutsche spielen auch im jeden Weltenscheiß eine Rolle... .
      E.S.

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    12. Ernst, ich habe - nichts zu meiner politischen Position gesagt - und ich gelangte, zwischen allen Stühlen.. und Zinnen wie auch Abgründen - stets balancierend - nie zu einer sich festigenden Position vor dem 42. Lebensjahr.
      Manchmal muß ich mich, wie Christoffel von Grimmelshausen sich als Simplex, krass auch mal als "Hanauer Kalb" beschreiben mußte, in den versuchten Wiedergaben aus meiner autobiographischen "Akasha-Chronik" ;-)) .. als unwissenden Lümmel darstellen, dem seine hochgelareten Mentoren das Grüne und Blaue, auf wundersame Weis', vom Himmel heruntererzähleten. Alles wird gut!
      mischa

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    13. Mischa, vielleicht war es Polzer-Hoditz, Das Testament Peters des Grossen (Verlag am Goetheanum, 1989) mit der Heise-Karte auf dem Cover. Obwohl es um russischen Imperialismus handelt, wird das Tetament natürlich von Meyer (Polzer-Hoditz, A European, 2014, p.69) als vom Westen dominiert angesehen.

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  8. Herr Michael Eggert verwendet öfters den Begriff "obskur" in Beziehung zu Rudolf Steiner:
    "Steiners teilweise obskuren Ausführungen in den Wirren des Ersten Weltkrieges".
    Soweit erkennbar, verweist Michael in verschiedenen anderen Artikeln auf esoterische Inhalte Steiners, Chakren usw. In solchen Artikeln taucht das Wort "obskur" nicht auf.
    Es braucht bei vielen Themen Steiners Zeit, bis aus "obskur" dann doch ein Thema wird, welches wissenschaftlich erwogen wird. Hierzu aktuell die interessante Nachricht des Bayerischen Lehrerverbandes:

    "München - Der Bayerische Lehrerverband BLLV fordert, die Vergabe von Schulnoten zu überdenken. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann sprach sich stattdessen für eine „differenziertere und individuellere Leistungsbewertung“ aus."

    https://www.chiemgau24.de/bayern/lehrerverband-stellt-schulnoten-infrage-7406829.html

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    1. Ingrid, welche die bestimmte Art von Diskussionen hier wiederholt als kindliche Streitereien bezeichnet, wird wohl auch erkennen, wie in den ganzen politischen Eurptionen (Polen, Türkei, USA), die verfassungsrechtlichen Fragen, ihre Beachtung eine wichtige Rolle spielen. Hörte heute zum ersten Mal diese grundlegende Rede des "ersten" Juristen des Dritten Reiches:

      "Wir bekennen uns offen dazu, dass wir nationalsozialistischen Juristen in jedem Recht nur das Mittel zu dem Zweck sehen, einer Nation die heldische Kraft zum Wettstreit auf dieser Erde sicherzustellen."

      http://www.deutschlandradiokultur.de/prozess-in-nuernberg-kein-einziges-todesurteil-gegen-nazi.932.de.html?dram:article_id=379175

      Recht wurde seitdem einer Ideologie untergeordnet, im Dritten Reich. Diese Unterordnung des Rechts wird nun in Polen, der Türkei und durch Trump auch in den USA versucht. Der Präsident Duterte schafft auch sein persönlich-ideologisches Recht. In Russland dient Recht ebenfalls der Ideologie. Insofern ist der esoterische Hinweis Steiners, das neue Yoga wird aus der Wirtschaft kommen, interessant. In der Wirtschaft spielt Religion keine Rolle mehr, die jeweiligen extremen ideologischen Ausformungen. Wer dieser Tage den Film die "Ketzerbraut" auf sat1 gesehen hat, das brennende Kreuz in München, Martin Luther usw., wird das Zusammentreffen der Ideologien in München im Rahmen der Sicherheitskonferenz als Fragezeichen und Ausrufezeichen bedenken. Welche Rolle nehmen Deutsche in dieser offensichtlich gesellschaftlich-chaotischen-religiösen Lage der Welt ein.

      Wer den Reisebericht auf Cicero las:

      Reise in den Iran -
      „In welcher Hälfte der Welt leben wir?“

      http://cicero.de/weltbuehne/reise-in-den-iran-in-welcher-haelfte-der-welt-leben-wir

      darin:
      "Der ausländische Besucher wird mit großem Interesse registriert und herzlich willkommen geheißen. Die Iraner reagieren mit Begeisterung auf die wachsende Anzahl von Touristen in ihrem Land, mit denen sie, insbesondere die jungen, gerne ihre Fremdsprachenkenntnisse erproben. Erstaunt und verwirrt zugleich, nehmen viele Besucher aus dem Westen die erwähnten Eindrücke von diesem Land wahr, die kaum in Einklang zu bringen sind mit der medialen Berichterstattung, die sie von zu Hause gewohnt sind. „Die trauen sich kaum noch in die großen Städte, weil die Angst haben vor der jungen Generation“, antwortet Reza, bei einem kurzen Espresso-Stopp in der Nutella-Bar, auf die Frage, weshalb man keine Mullahs im Stadtbild sieht. Hossein fügt hinzu: „Manche geben sogar Gas, wenn Mullahs die Straße überqueren!“"

      wird anerkennen, die Menschen beginnen sich von religiöser Bevormundung zu befreien, ganz im Sinne des Impulses des Dalai Lama in Wien, des Filmes die "Ketzerbraut".

      Es ist richtig, viele Gedanken Steiners erscheinen mehr als obskur, sie erscheinen als verrückt, genauso, wie der Gedanke eine kosmische Wesenheit habe sich geopfert, um die Menschheit zu erlösen, als verrückt gelten kann.

      E.S.

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