Akasha oder: Betäubung oder Selbstkonfrontation?

Quelle des Originalbilds
Die süße Selbstbetäubung von Freizeit- Anthroposophen - und durchaus einer erheblichen Anzahl von Langzeit- Geistesforschern - liegt in der weiten, schönen Perspektive, die so weit über den Alltag hinaus ins Erhebende ragt: Engel, Erlösung, Ewigkeit, die Sphären der Himmel und die Sinnhaftigkeit des schnöden Seins. Viele basteln sich in Heimarbeit aus Fragmenten der Lehre ein fundamentales, nicht mehr zu erschütterndes Selbstbild und tragen ihr Anthroposophensein wie eine Monstranz vor sich her. Freilich, der Übergang von der Monstranz zum Monströsen ist manchmal nicht ganz fern.

Die ganze angemaßte Hyper- Selbstvergewisserung nimmt allerdings in Schlaglöchern Schaden, die dann auftreten, wenn tatsächliche meditative Praxis betrieben wird. Denn damit ist eine zunehmende innere Selbst- Distanzierung zwingend erforderlich. Sich als energetische, rein geistig erlebte und aus sich bestehende Entität im meditativen Feld zu erfahren, lässt auf die Schalen der Persönlichkeitsstrukturen schauen, und zwar in zunehmender Befremdung. Innere Freiheit bedeutet kein Betrunkensein von sich selbst, sondern ein möglichst objektiver, freier Blick auf die determinierenden Faktoren im eigenen seelischen, geistigen und sogar körperlichen Gefüge. Die Art des eigenen sozialen Agierens im Sinne von Automatismen und Mechanismen gerät ebenso in den Blick wie die vielen hilfreichen Interventionen, Lektionen und sogar die Wut Anderer. Plötzlich entsteht sogar Dankbarkeit dem besten und intimsten persönlichen Feind gegenüber, der die eigenen Schwächen so klar entblösst hatte, dass es selbst mir nicht entgehen konnte- ich, der ich mich als eine Art Reiz- Reaktion- Apparat entlarve, der immer nur die eigene Rechtfertigung und seelische Selbsterhaltung betrieben hatte.

Die Vokabel von der „Begegnung mit dem Hüter der Schwelle“ erweist sich dagegen als romantische Formel. Vielleicht gibt es da ein einschneidendes Erlebnis- primär entwickelt sich die höchst reale Scham wie ein Prozess der Erosion, der die Automatismen und Illusionen langsam mit sich fortschwemmt. Dabei spielen die im meditativen Prozess neu aufkommenden Erinnerungen eine weitere Rolle. Ganz offensichtlich gibt es in Regionen unserer leiblichen Identität eine Originalversion von dem, was wir mit raffinierter Schnitttechnik verfälscht als „Directors Cut“ unserer Biografie in unseren Erinnerungen mit uns herum zu tragen pflegen. Die geistig- meditative Freiheit bringt es mit sich, dass die weggeschnittenen Fragmente unserer Biografie in geradezu prächtiger Klarheit, in 3D und in voller Farbe, vor Augen treten. Plötzlich sehen die Versionen von Begegnungen und Erfahrungen, die wie von außen gefilmt vor Augen treten, völlig anders aus. Die geschönte Version mit einseitiger Perspektive war deutlich, geradezu abstrus schmeichelhafter gegenüber dem, womit wir nun konfrontiert werden- vor allem, weil uns in diesem Film auch die damals mitschwingenden verborgenen Intentionen vor Augen treten. Nach und nach sieht man die Szenen seines Lebens tatsächlich mit anderen Augen und staunt: Was man sich in die Tasche gelogen hat. Was man sich vorgemacht hat. Woraus man seine primitive äußere Person zusammen gezimmert hat. Die offensichtliche, voller Scham zu betrachtende Version zeigt: Das da, was wir Ich zu nennen pflegen, ist eine Fake- Version unserer selbst.

Man kann wohl mit Sicherheit behaupten, dass diese äußerst unangenehme, kontinuierliche Selbstkonfrontation mit den spezifischen ungefilterten Szenen des eigenen Lebens bis in die frühen Kinderjahre zurück das sicherste Zeichen für wirklichen Fortschritt beim anthroposophischen Schulungsweg darstellt. Das hat nichts mit emotionalem Harakiri oder depressiver Nabelschau zu schaffen, sondern schlicht mit der Tatsache, dass reale Schulung Wunden aufbricht, verborgene Intentionen aufbricht und seelische Muster enthüllt. Praktizierte Anthroposophie führt zum Realismus, da nur so geistige Autonomie verwirklicht werden kann, die Perspektiven eröffnet.

Im übrigen kann man die Entdeckung des „Akasha“- Charakters der Biografien ganz unterschiedlich auffassen: Tröstlich ist, dass nichts verloren geht. Es gibt tatsächlich- so die meditative Erfahrung- eine Ebene und Instanz, in der jedes Detail unseres Erlebens-bis hin zu den damit verbundenen Empfindungen und Gedanken-, in ganz neutraler Perspektive abrufbar ist. Nur tun wir alles, um diese Bilderwelt als geschönte Mini- Version zu einem persönlichen Fake- Empire zu verklären. Der Trost, dass nichts verloren geht, dass es eine Ebene gibt, in die wir zwangsläufig nach Ablegen unser Filter und illusionären Ego- Perspektiven wie in eine Landschaft eintreten, ist damit zugleich die tatsächliche Hölle: Wir entkommen uns nicht. Die gespiegelte Schein- Existenz ist das, was illusionär und temporär gebunden ist. Wenn die geliehene Existenz beendet ist, werden wir mit unserer eigenen Realität konfrontiert- spätestens dann.

Insofern erscheint auch der klassische anthroposophische Schulungsweg in anderem Licht. Die süße Selbstbetäubung ist nur ein persönlicher Missbrauch. Tatsächlich kann er zu nichts führen als zu unverstelltem Realismus, einer zunehmenden Autonomie und einer Kraft des Ichs, das in die Lage gerät, die eigenen Abgründe ins Auge zu fassen.

Kommentare

  1. Diese ‘Selbstbetäubung’ möchte ich nennen: den Weg der anthroposophischen Ekstase, den Weg nach Aussen, in grossen makrokosmischen Bilder und fundamentalen Offenbarungen:

    “Denn das ist das Charakteristische, daß in der Ekstase der Mensch Wesenheiten und Begebenheiten kennenlernt, die ihm früher unbekannt waren, die er nirgends finden würde, wie weit er auch mit seinem sinnlichen Anschauen und mit dem Kombinieren über die sinnlichen Tatsachen gehen würde; das ist das Wesentliche also, daß der Mensch Neues kennenlernt.“ 119.43

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    1. Sicherlich können die Bildwelten Steiners auf Menschen aus dem christlichen Kontext und mit Neigungen zur *Reinheit* und zum *Opfer* eine suggestive Wirkung haben, in die sie sich ekstatisch verwickeln. Das Problem ist die Fixierung auf den Bildcharakter, gesteigert und genährt durch Mysteriendramen und auch immer neue Steiner Nachahmer. Man kann das endlos fortstricken.

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    2. Die Bildlichkeits- und Anschaulichkeitsfixierung ist im anthroposophischen Kontext zutiefst verwurzelt - bloß nichts Abstraktes, man spricht bildhaft und anschaulich.

      Darum ist man auch bis in die Texte hinein auf die von Steiner verwendeten Anschauungsbegriffe wie die oben erwähnte 'Ekstase' fixiert, obwohl diese Begriffe heute mit vielschichtigen Kontexten erweitert oder gar ausgetauscht sind und rein bildhaft nicht mehr zeitgemäß begriffen werden können...

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    3. Niederhausens gerade erschienener Frauenaufsatz passt hier als Paradebeispiel wie der Arsch auf den Eimer:

      Er ist zwanghaft darauf fixiert, alles in seinem Wahrnehmungsbereich auf eine einzige Bildhaftigkeit aus seinem Psychokontext, nämlich auf 'das Mädchen' (natürlich mit Bildillustration) herunterzubrechen und zu fixieren.

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    4. Kann es nicht aber sein, dass Mensch von Natur aus nun mal auch ein Bild oder Fantasiewesen IST ? (wie auch Steiner auf seine Art, siehe hierzu z.B. Überlieferungen von Wachsmuth) ... Kann man da jemanden eigentlich einen Vorwurf machen? Vielleicht wäre ja im Idealfall eine gesunde Balance zwischen Abstraktion und Bilderwesen/Fantasie erstrebenswert (mit einem guten Schuss Humor dazu, lachen gestattet)...

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    5. Die Bilder-Meldung die sprachlichen Gestalt- weist immer hin auf eine Bedeutung; sie ist deren Hülle. Die Sprach- Bildebene kann, wenn sie verbraucht ist, dekadent geworden ist, auf die emotionale Ebene mit suggestiver Eigendynamik zurück fallen. Sie verhüllt dann das, was sie zu enthüllen vorgibt.

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    6. @Valentin
      Klar, es geht nicht um Vorwürfe gegenüber dem Bildhaften, aber ich wehre mich entschieden gegen dieses nonverbale Abstraktionsverbot - insbesondere dort, wo es ohnehin nicht gelingt, aus dem Bildhaften den reinen Gedanken entstehen zu lassen und ganz besonders dort, wo das Bild (wie im Falle Niederhausen) erst künstlich aus Seelenschlamm zusammengeschmiert wird.

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    7. Und natürlich muss man auch sagen, dass das Problem weit über die Anthroposophische Landschaft hinausragt.
      Durch unsere visuellen Medien sind wir vollkommen durchvisualisiert und Bilderverhaftet.
      Die Anthroposophie liefert hier zweifelsfrei die seelisch nahrhafteren und gesünderen Bildbeiträge für unser Bewußtsein...

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    8. Gewiss, nahrhaft ist Muttermilch auch. Es ist dennoch empfehlenswert, sich in fortgeschrittenem Alter abzustillen. (Huch, schon wieder Bilder!)

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    9. Genau!
      Wenn wir mal von der Aptamil-Flaschen-Glotze los sind, können wir auch von der gesunden anthroposophischen Mutterbrust auf den ersten Gedankenbrei umsteigen...

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    10. Ja Abstillen, klingt gut das Bild ;)
      Stephan, ich meinte das eher grundsätzlich und in einem kleinen Anfall von Mitgefühl...Niederhausen ist auch nicht mein Ding ;) Steiner hat ja nun mal auch wahnsinnig viele Bilderwelten geliefert, mächtige anscheinend...die fallen nun auf unterschiedlichste Böden und es treiben natürlich auch die sonderbarsten Blüten, Menschen halt...will sagen, das kann dauern bis das alles (wie auch immer) verarbeitet ist ...

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    11. und natürlich nicht nur Bilderwelten...

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    12. Ja, das kann dauern - in seiner Bude darf er auch gerne alle seine Lieblingsbilder aufhängen.
      Nachdem er aber angefangen hat, hier Bilder von der Wand reisen und durch seine ersetzen zu wollen, muss er sich etwas Kunstkritik schon anhören können...

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  2. Es muss aber nicht unbedingt zwangsläufig so sein, dass Anthroposophen, die nicht 100%ig den meditativen "Kühlewind-Weg" gehen, einem Weg folgen, der durch "süße Selbstbetäubung, ein fundamentales, nicht mehr zu erschütterndes Selbstbild und einem Betrunkensein von sich selbst" usw. zu charakterisieren ist.

    Ein Autor wie Karsten Massei berichtet selbstverständlich von Erfahrungen mit Elementarwesen und Engeln, er beschreibt meditative Haltungen aber auch eine intensive Schulung des Gefühls und der Sinne; ähnlich auch Thomas Mayer, der seinen meditativen Weg mit Geomantie verknüpft hat.



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    1. Rainer, ich glaube gar nicht mehr an einen Schulungsweg, sondern mittlerweile nur noch an eine Schulungslandschaft...

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    2. Apropos Schulungslandschaft:
      Frau Da-hauts-di-Nieder ist übrigens wieder aus seiner Schockstarre auferstanden und bastelt an seinem Menschheitsrepräsentanten 2.0-Beta unter dem Codenamen
      Berta das Dampfweib...

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    3. @Rainer Selbstverständlich handelt es sich bei solchen zugespitzten Zuschreibungen nur um Typisierungen- so eine Art Comic- Version dessen, was man so kennt.

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  3. Stärken und Schwächen sind sehr relativ - zugrunde liegen Eigenschaften, die sich je nach meinen Fähigkeiten zum Umgang mit ihnen als Stärken oder Schwächen repräsentieren.
    Das Wunderbare an der Anthroposophie ist, dass sie auch schon jenseits des Schulungsweges Möglichkeiten zum erkennenden Erfassen der eigenen Eigenschaften bietet und damit ihre Erschließung zu Stärken ermöglicht.
    Der Karren kann natürlich auch wie oben beschrieben im Sumpf der Selbstbespiegelung landen...

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    1. @ Stephan

      Der Begriff "Schulungsweg" impliziert ja im anthroposophischen häufig ein bisschen etwas strenges und mühevolles, einige Autoren (die oben von mir genannten, auch andere) stellen dar, dass viele "Übungen" etwas sehr natürliches und auch einfaches haben können: Das Beobachten und sich-verbinden mit einem Objekt der Natur, das seelische Raum-geben dieser Beobachtung, die Empfindung, wie das "da draußen" mit "meinem Inneren" zusammengehört, usw.

      Danke für den Hinweis auf den Meister. Endlich ist er wieder da.

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    2. @ Rainer

      Ich finde es sehr hilfreich, dass du hier immer mal wieder verschiedene Namen nennst mit den untersch. anthroposophischen Färbungen und Herangehensweisen...Aus meiner bescheidenen Erfahrung hat sich eh ergeben:
      Niemand sollte doch meinen er habe eins zu eins die - ich sag mal - pure "Schulungsweg-Weisheit" Steiners wie mit Löffeln gegessen und genau so verwirklicht...das wäre doch vermessen und arrogant...oft stellt sich sogar das Gegenteil heraus beim näheren Hinsehen und Erleben einiger so eifrigen Persönlichkeiten...Oft schwingt hierbei auch immer so ein unterschwelliges Schuld und Angstszenarium mit...vielleicht geboren aus einer Versagensangst und schlechtem Gewissen (besser wäre in vielen Fällen auch mal - gute Gewissheit). Jostein war es glaube ich, der hier mal von Sterbenden in einer anthroposophischen Klinik gesprochen hat und dass es dort nicht wenige unter ihnen gab, die Angst vorm Sterben hatten, weil sie den Schulungs-Weg Steiners nicht verwirklicht hätten usw. ... wie gruselig...

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    3. Die üblichen zwielichtigen KO-Tropfen-Phantasien von Dominanz, Hingabe und Unterwerfung eines von Frauen unverstandenen Frauen- und Mädchenverstehers (keiner kennt sie so wie er)...

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    4. "Jostein war es glaube ich, der hier mal von Sterbenden in einer anthroposophischen Klinik gesprochen hat und dass es dort nicht wenige unter ihnen gab, die Angst vorm Sterben hatten, weil sie den Schulungs-Weg Steiners nicht verwirklicht hätten usw. ... wie gruselig..."

      Nicht nur einzelne Anthroposophen verdauen nicht die "gemalten" Höllen- und Himmelsbilder.

      Ringen auf der Bühne:

      Kunst in Insbruck
      http://www.tt.com/kultur/buehne/12725033-91/verst%C3%B6rung-ohne-den-griff-ins-klo.csp

      Kunst in Wien
      http://www.tt.com/kultur/buehne/12730752-91/eine-achterbahnfahrt-durch-norm-und-wahn.csp

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    5. Die Vergötterung Steiners entspringt letztendlich der reinen puren Todesangst vor dem eigentlichen Menschensohn...

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    6. Ich glaube nicht, daß sich das so verallgemeinern läßt. Jeder Mensch hat seine eigenen Gründe dafür, wen (oder auch: was) er „vergöttert“ – je nachdem, was er bisher erlebt hat, und wer er im tiefsten Inneren ist (bzw wird).

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  4. Vielleicht sollte man nicht außer Acht lassen, daß der Schwerpunkt des Schulungsweges auf der sittlich-moralischen Erziehung des Mysten liegt.

    Vor den Bildern steht das Seelenwesen, das sie erzeugt.

    Gruß,
    Hassan حسن

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    1. @Hassan

      Vor den Bildern steht das Seelenwesen, das sie erzeugt.

      Guter Ansatz!

      ...und zwar nicht einmal erzeugt und dann mit Firnis versiegelt an die Wand nagelt, sondern in jedem Moment neu erschaft und umbildet...

      Das zeitgemäße Ergebnis und die große Sehnsucht des zeitgenössischen Künstlers ist in diesem Fall - bezogen auf die bildende Kunst - die reine Abstraktion und nicht die (anthroposophische) Prilblume, die als Abziehbild in der Gegend herumgeklebt wird...

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    2. Vor dem Seelenwesen steht die Natur als Bild.

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    3. @ Michael Eggert
      Gilt der 3-Schritt: erst Studium, dann moralische Vervollkommnung und dann geistige Übungen, übersinnliche Wahrnehmungen für den Kainiten nicht? Sind Kainiten vom Studium und der moralischen Selbsterziehung freigestellt?
      Ottmar

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    4. Sie kennen das aus dem 5- Jahres- Plan der DDR: Der ideale Zustand - in diesem Fall der "moralischen Vervollkommnung" tritt nie ein. Der Praktiker unterliegt Versuch und Irrtum, lernt, so gut er kann, erkennt auch, dass das, was er für zweifelsfrei und moralisch einwandfrei gehalten hat - also für eine Stärke- stattdessen das Fragwürdigste an ihm ist und umgekehrt. Die Erkenntnis ist bodenlos - nach beiden Seiten hin, und eine Überraschung reiht sich an die nächste.

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    5. Ja, mir scheint die Erkenntnis auch nach allen Richtungen bodenlosen zu sein - in diesem Zusammenhang und auch im Zusammenhang mit der Diskussion im OM-Beitrag Frage ich mich in letzter Zeit öfter, was Steiner mit den 'mindestens zwölf Ansichten, die man von einer Sache gewinnen kann'* meint.

      *Weiß gerade leider nicht wo's steht.

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    6. "was Steiner mit den 'mindestens zwölf Ansichten, die man von einer Sache gewinnen kann'* meint."

      Es wird wohl nicht ohne echte Esoterik gehen, eben nicht bloß "Spielerei", wie sie Steiner anmahnte, dies hier ein Thema war. Wir hatten in den Tagen das Ereignis vor Gericht, das in Stuttgart sicherlich die Anthroposophen emotional bewegt hat, Fragen offen blieben ("Bratpfanne"), warum passierte dies "unserer" Gemeinschaft. Dank des blogs hier, fand sich ein aktuelles Bild von Judith von Halle. Beide "Ansichten", vor der Stigmatisation, nach der Stigmatisation stehen nun wie eine Mahnung und Aufforderung neben dem Bildschirm bei der Computerarbeit. Ein lebensfrohes, starkes Lächeln, dann der grimmige, fordernde, auch mahnende Blick, als sei eine Geschichte noch nicht zu Ende. Es fehlen noch Ansichten.
      Als hier die Tiergeschichten auftauchten, vom Häschen (und dem Igel), da passierte hier bei uns ein ungewöhnlicher Vorgang. Zwei Wildgänse umflogen zweimal das Haus, sie krächzten irgendwie emotional. Dann versuchten sie auf dem großen Tannenbaum beim Eingang zu landen, es misslang zuerst. Beim zweiten Versuch landete eine direkt unter dem Wipfel, die andere weiter unten. Vögel, deren Anatomie der Füße nicht für das Sitzen auf Bäumen funktionieren. Die Szene irrational. Kurz darauf flog ein Elsternpaar auch in den Baum, sie hatten die Szene ebenfalls mitbekommen. Als ich dann vor das Haus ging, der Baum einige Meter vom Eingang entfernt, erhoben sich beide Wildgänse in die Lüfte, flogen kreischend gegen Süden. Heute Morgen, ein ständiges Hämmern am Haus. Dachte erst ein Specht, aber die Frequenz stimmte nicht. Wir entdeckten schließlich, eine Drossel versucht an zwei Fenstern ein Loch in die Glasscheibe zu hacken. Ebenfalls ein ungewöhnlicher Vorgang in der Natur. Was hätte Herr Kühlewind dazu gesagt, was drückt sich aus, welche der 12 Ansichten.
      Mein Zwillingsbruder, der 1993 über die Schwelle ging, traf einst Herrn Kühlewind, besuchte Seminare, hatte auch persönliche Gespräche mit ihm - und wieder fliegt gerade ein anderer Vogel in das große Küchenfenster, prallt ab. Etwas will in das Haus. 12 Ansichten. Vor ein paar Tagen wachte ich in der Geburtstunde auf, stark. Mein Zwillingsbruder signalisierte im Aufwachen, es ist Zeit......... . Kenne nicht Tag, noch Stunde. Es wird dann eine Gesamtansicht geben, fühle diese Gewissheit bereits jetzt.

      E.S.

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    7. Ja, Herr Seler, wie Sie sagen - das würde sich auch nach meinem Begreifen tatsächlich daraus ergeben (keine bloße Spielerei)!
      Keine buntes Sammeln und Verbinden von einelnen Aspekten und Sichtweisen, sondern das bewußte Einnehmen (bis in die Anzahl hinein) wohldefinierter Standpunkte zu einer Sache...

      Grüße

      S. Birkholz

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  5. “True understanding is unattainable without both love and detachment,”
    ― Owen Barfield, History in English Words
    https://youtu.be/KE6FnhSC6Ik Es ist erstaunlich, dass vielleicht eine der wichtigsten Philosophen des 20. jahrhunderts in der akademischen Welt, der auch Anthroposoph war, von Anthroposophen völlig ignoriert wird, weil er das " böse angelsächsische Abstrakte Denken " verkörpert?
    Junge amerikanische Studenten scheinen ihn wieder zu entdecken wie das obige Video zeigt.
    herzlichst Herrmann

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  6. DER WEGZEHRUNG SUCHENDE

    Er legte los
    stieg ab vom Schoß
    ergründete die Spur
    heimwärts, blieb ajour
    Er ging in den Fußtapfen
    zwischen Glut und Eiszapfen
    verlassend das Allgemeine
    Sogar die Grundsteine
    wurden Ungeheuer
    ging auf im Feuer
    am Gemäuer
    der Illusion
    Vision
    und Fantasie
    führt zu Dysplasie
    sagten Besserwisser
    und die Dippelschisser
    als er seine Ergebnisse
    und allerhand Gleichnisse
    gleich wie Fingerabdrücke
    und ausgesuchte Stücke
    des Schicksals zeigte
    Niemand neigte
    zu wissen
    wie beschissen
    es ist am Abgrund
    den eigenen Schwund
    erleben zu müssen
    wenn das Küssen
    des Erzengels
    dem Bengel
    sein Stängel
    erweichen lässt
    und Bett einnässt
    Da hilft kein Wahrspruch
    mehr oder ein Übungsbuch
    von sonstigen Mitgliedern
    die sich anbiedern
    denn nur das Ich
    ist Stich
    ins Kupfer
    und Tupfer
    ins Wesensohr
    am Geistesmoor
    Wer sich selbst betäubt
    wird nie bestäubt
    vom Proviant
    bleibt Bonvivant
    ohne Wegzehrung
    ohne Ich mit Ehrung
    Wer sich dem Geiste gibt
    wer sein Streben liebt
    wird Begriffe finden
    nie mehr blinden
    Der wird Herr
    aller Sperr
    Seine Freiheit
    zeigt ihm Einheit
    zeigt ihm Trost
    gibt ihm Host
    und Bleibe
    auch dem Leibe
    Entscheide
    die beiden
    sowohl zu leiden
    gemeinsam
    wie ganz einsam
    ohne sichtbaren Pfad
    zu ersteigen Geistes Grad
    Karma wird sein
    Glühwein
    und Brot
    für Tot

    Jostein Sæther, 7. April 2017

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