Die Rechten mögen Info3 nicht

Wie man hört, waren die überregionalen Sitzungen anthroposophischer Redakteure und Verleger schon früher kein Hort der Einigkeit; so mancher Schreiber fuhr insbesondere in den Gedanken an Jens Heisterkamp und „die Info3- Clique“ dorthin mit pelziger Zunge und dunkel bewölkten Gedanken. Diese Liberalen, Globalisten und spirituell Aufgeschlossenen unter den anthroposophischen Publizisten haben aber nicht nur in der Szene einen schweren Stand, nein selbst das (nach eigener Einschätzung) elitäre Leitmedium der neuen Rechten, die Vordenker der AfD unter Leitung des Hipster- Schlossherrn und Publizisten, ja „geistigen Führers“ (FAZ) Götz Kubitschek aus Schnellroda widmet sich jetzt Info3. Kubitschek und seine Frau mögen, nach Informationen der FAZ, Ziegenkäse, Wehrsportgruppen und Leni Riefenstahl. Die Info3 mögen sie nicht.

Jedenfalls kommt die anthroposophische Zeitschrift in einem aktuellen Artikel Caroline Sommerfelds in Kubitscheks Blättchen Sezession -„Den Weltgeist verraten und verkauft“ -, wie der Titel des Artikels schon verrät, nicht gerade gut weg. Sommerfeld möchte dabei untersuchen, wie der „Mainstream“ in dieser Szene, die ja „ein bißchen anders als die anderen“ ist, tickt- wobei schon diese Ursprungsfrage ganz offensichtlich voreingenommen ist, da der Begriff „Mainstream“ für die Rechten negativ besetzt ist.

Dabei gibt es eine gewisse ideologische Nähe zu Rudolf Steiner, da dieser, wie Sommerfeld meint, ein strammer Anti- Amerikaner, „Antiglobalist“ und gegen den Marxismus gewesen sei. Steiner sei auch gegen die „verdiesseitigte Massengesellschaft“ gewesen, was ihn eigentlich dazu geeignet zu machen scheint, von der neuen Rechten vereinnahmt zu werden: „Klar ist nur: links ist er nicht! Klar ist auch: der „wirklich freie Geist“ ist einer, der eben nicht in der durchökonomisierten, rhetorisch durchmoralisierten, verdiesseitigten Massengesellschaft zu finden ist. Das „Übersinnliche“ muß ich an dieser Stelle nicht theosophisch-esoterisch ausdeuten, sondern nur als Chiffre nehmen für die zitierte „ Freiheit, daß man sich nötigenfalls den äußeren Verhältnissen entgegenstemmen kann“.“

Da ist sie einigermaßen ernüchtert von den Positionierungen Jens Heisterkamps in diesem Info3- Heft, das sie offenbar gerade vorliegen hat: „Er sieht den „Versuch reaktionärer Kräfte, den Zusammenhalt der Nation wieder vom 'Volk' und vom Völkischen her zu denken“, als „geistiges Krankheitssymptom.““ Das tut ihr weh, so weh, ebenso wie die Bekenntnisse zu einer offenen Gesellschaft und gar zum Oberschurken der Antiglobalisten, George Soros: „„Info 3“ bekennt sich auf den folgenden Seiten fröhlich zur „Offenen Gesellschaft“, denn die gepriesene Initiative „Die Offene Gesellschaft“, an der auch mehrere anthroposophische Institutionen teilhaben, ist ein Ableger der „Open Society Foundation“ des Oberglobalisten und NGO-Finanziers George Soros.“ So schreibt sich Sommerfeld die Finger wund und klagt gegen die „antirechte Propagandanummer“, internationale Konferenzen am Goetheanum und Waldorfschulen, die es wagen, Feste der Weltreligionen „munter“ (auch noch gut gelaunt, offensichtlich!) durcheinanderzufeiern. Das alles riecht doch sehr nach Liberalismus und Weltoffenheit. Nicht einmal Alexander Dugin mögen diese heutigen Anthroposophen, die die schönsten Hoffnungen der Rechten auf einen in ihrem Sinne gestrickten Rudolf Steiner einfach nicht erfüllen wollen. Die heutigen Anthroposophen- die „haben Steiners Freiheitsbegriff mir nichts, dir nichts, an Clinton und Soros verraten und verkauft. Pfui Teufel, oder auch Ahriman!

So wendet sich Frau Sommerfeld und mit ihr die „Sezession“ mit Grauen ab. Glücklicherweise hat sie nicht so genau hingesehen. Bei den Basler „Europäern“ wäre sie sicher ganz in ihrem Sinne fündig geworden. Aber glücklicherweise sind ihre Recherchen in der Szene so hohl wie oberflächlich, so voreingenommen wie ideologisiert.