Die anthroposophische Melancholie und ihre freßsüchtigen Idiotengötter. Über Karen Swassjan

Lassen wir den Blick auf anthroposophische Autoren mit Substanz schweifen, fällt dieser bald auf den armenischen Karen Swassjan, der durch seine Originalität besticht, aber in seinem sehr spezifischen, mäandernden Schreibstil, seinen oft schillernden Formulierungen, aber auch einer bestimmten melancholischen Attitüde nicht in die leicht verdaulichen Raster passt.

Seine biografischen Daten (1) hat er in einem Interview für die Zeitschrift Agora hinterlegt, in dem er auch auf seine distanzierte Positionierung gegenüber dem etablierten anthroposophischen Mainstream zu sprechen kommt: „Wie würden Sie dann die immer wieder aufgestellte Behauptung erklären, Anthroposophie sei eine Sekte?“ Swassjan:  „Durch den sektiererischen Geist jener Anthroposophen (und wären es auch die meisten), die Rudolf Steiners Erkenntnisse so vor der Welt vertreten, dass es dieser nicht zu verübeln ist, wenn sie zu dieser Ansicht kommen muss. Die Menschen, die so denken, sind freilich zu faul, den ursprünglichen Impuls von seinen zahlreichen Entstellungen zu unterscheiden (ein Beispiel, an dem sich dies gut zeigen lässt, ist übrigens das Christentum in seiner Geschichte). Es ist schon tragisch, dass die Welt durch die Vertreter des anthroposophischen Impulses bis heute keinen Zugang zur echten Anthroposophie gefunden hat, wie sie bei Rudolf Steiner auch in der Gegenwart noch in ihrer ganzen Wucht zu finden ist.“ (1)

Die „ganze Wucht“ Karen Swassjans, der wir hier ein wenig folgen wollen, ist in zahlreichen Büchern, Aufsätzen und Vorträgen auf einer der Geisteswissenschaft gewidmeten Website (2) zu finden- auf Deutsch und Russisch, und mit einer originellen Definition dessen, was in seinen Augen unter Anthroposophie zu verstehen ist: „Es ist deswegen nur mit Vorbehalt zulässig, Anthroposophie als Okkultismus zu bezeichnen: Sie ist zwar ein Okkultismus, jedoch einer, der sich in jedem Fall ohne irgend welche Geheimlehren indischer oder sonstiger Prägung, keineswegs aber ohne Ernst Haeckel erschließt. Das bedeutet: Ihr liegt nicht Tradition und Autorität zugrunde, sondern die Naturwissenschaft, die sich auf die eigenen Gründe besinnt und organisch in die Geisteswissenschaft hinüberwächst.“ (3) Der impulsive, präsente, gegenwärtige Charakter des Geistes, wie ihn Swassjan versteht, passt sich in die Erfordernisse und Notwendigkeiten von vorgefundenen Aufgabenfeldern ein und lässt sich durch keine Tradition fassen- er lebt „nicht in den Totenmasken des Gewesenen, sondern in der Vergegenwärtigung ihrer Energeia“ (3) und wird daher sowohl vom traditionellen Okkultismus wie von der Wissenschaft leicht missverstanden. Das letzte (2016) Thema Swassjans, dem er auch Kurse und Vorträge widmet, ist eine „Geschichte der Philosophie in karmischer Perspektive: Ein Nachruf auf das Denken von Plato bis Stirner“ (4)

Ein solcher „Nachruf auf das Denken“ freilich liegt im denkbar größten Gegensatz zur von Swassjan postulierten Energeia des Geistes- seine melancholische Attitüde wird sogar von seinem brodelnden Schreibstil widerlegt; wird aber in all ihrer zivilisatorischen Skepsis zu einem Kontinuum in seiner Positionierung. Das wird deutlich, wenn man auf seine 1998 erschienene Schrift auf Europa („Europa, quo vadis II. In Erinnerung an eine versäumte Genesung“ (5)) blickt. Es geht Swassjan darin um nicht weniger als um einen Abriss der geistigen Situation Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des alten Krieges, zwischen Holocaust und drohender atomarer Vernichtung. Im Gegensatz zu so vielen anthroposophischen Sonntagsrednern macht sich Swassjan nichts vor: Die von ihm vertretene Geisteswissenschaft war in dieser schwierigen Ära nicht kulturell prägend oder auch nur engagiert, denn „wir hielten es für allein angezeigt, diese uns überantwortete Wissenschaft des Heiligen Geistes in den Dienst unserer dichterischen, malerischen, philosophischen, künstlerischen, schwätzerischen, sonstigen, jedenfalls eitlen, flapsigen und miserablen Kreativität zu stellen, kurz: Wir legten uns längslang ins Zeug, willens, unser Kreativstes zu tun, nur daß der Verdacht nicht auf uns fiele, daß es uns gibt; nur daß die Welt an uns vorüberginge, ohne uns auch nur eines flüchtigen Blicks für würdig befunden zu haben.“ (6)

Freilich kommen auch die Anderen, vornehmlich die Philosophen, bei Swassjan nicht gut weg. Er verdächtigt die Zeitgenossen vor, aber auch nach 1945 vor allem Elias Canettis „Masse und Macht“ gefolgt zu sein- einer Analyse, hinter der Swassjan unschwer „das Zugegensein des Auftraggebers Ahriman“ erkennt; die totale Berührbarkeit besteht nach Swassjan im Willen, nicht nur in der Masse aufzugehen, sondern „selber Masse“ (7) zu werden. Dieses Sich- Verlieren sieht Swassjan in Nazi- Fackelmärschen ebenso wie im Hinterher- Hecheln der Wirtschafts- Wunderzeit - dem modernen „wohltätigen Drachen“ verfallen, dessen moderne Sündenfall- Fassung im Vergleich zu der klassischen zumindest den Vorzug hat, "daß sie außer eines gesunden Appetits keiner weiteren Anstrengung bedarf“ (8) Das Sich- Verlieren sieht Swassjan auch in den Philosophen der Nachkriegszeit, die vor allem kollektiv philosophierten, wie man sich selbst aus der nationalsozialistischen Patsche befreit, um dabei selbst „glimpflich davonzukommen“. Dabei bekommen vor allem Jaspers und der gedrechselte Heidegger ihr Fett weg: „Die Deutschen haben ihrem fatalen Führer genau soviel Gefühlsüberschwang und Fanatismus entgegengebracht, wie ihnen an Bewusstsein und Geistesgegenwart von ihren Philosophen abgenommen wurde.“ (9) Der „Seinshirt“ und „Hitlerrektor Heidegger“ (10), dem das „Große des zu Denkenden zu groß“ erschien, hat allerdings hauptamtlich die philosophische Vernebelung der antisemitischen Reflexe im Nachkriegsdeutschland vertreten - ein „weltweit beachteter Philosoph, der seinen Lesern zeit seines Lebens blauen Dunst vormachte“ (11).

Diesen Sündenfällen der Intellektuellen, die es fertigbringen, „an der Intelligenz vorbeizudenken“, setzt Karen Swassjan „im Zeitalter des wild gewordenen Nominalismus“ anthroposophische Begriffe entgegen, die allerdings weder frömmelnd „als Buckel (der) Frömmigkeit und Spiritualität“ (12) noch als abstrakte Begriffe aufgefasst werden dürfen- es gilt ihnen gegenüber „die terminologische Schwelle zu überschreiten und mit Anschauungen zu beginnen“ (12). Rudolf Steiner habe die religiös- spirituelle Symbolik nur als Scheinbild oder Gleichnis gewählt, da er ein Publikum nur bei Theosophen gefunden hatte, die „der Sprache der „Philosophie der Freiheit“ weder gewachsen noch geneigt“ waren: „Was allein zu tun blieb, war, das Philosophische ins Theosophische umzuformulieren.“ (13)

Aber die „lieben Anthroposophen“ (14) neigen eben immer wieder dazu, die theosophischen Begriffs- Zöpfe fortzuspinnen, statt die an jeden Menschen verschenkte immanente Transzendenz so zu entdecken, zu pflegen und weiter zu geben, „dass jeder Mensch sie als sein Höheres in sich zu entdecken vermag“ (15) Das ist für Swassjan der notwendige Wechsel vom Vorrecht „christlich (zu) glauben“ zu dem, „christlich denken zu können“ (15). Er nennt das die „immerwährende Präsenz des Weltsinnes“- eines Logos, der weder in Begriffen und Symbolik noch „in der kirchlichen Dogmatik“ (16) zu finden sei: „Will man christlich denken, so beobachtet man alles, was einem unter die Augen kommt, und wird seiner in dem Licht gewahr, das vom gegenwärtig wirkenden Christus auf es fällt.“ (16) Der von Swassjan gemeinte Logos wirkt in dem „Denken und Erkennen, indem er sich in den individuellsten Gestalten der menschlichen Intelligenz geistig sichtbar macht“ (16).

Die globalen apokalyptischen Erschütterungen, die wir erleben, sind nach Swassjan die äußeren Bilder der in diesem Sinne nicht vollzogenen individuellen Geist- Geburt: „Apokalypse heißt: Ein sich im Ich nicht vollbringen lassen wollendes Mysterium wird ins Geschichtliche verdrängt- als Katastrophe“ (17). Man muss Karen Swassjans Formulierungen tatsächlich auf der Zunge zergehen lassen, um die in ihnen liegende Wucht zu schmecken, auch wenn der Wahrheitsgehalt womöglich minimal sein mag - sie klingen auf jeden Fall gut und haben suggestive Macht: „Wo die Erkenntnis mißlingt, treibt sie ihre ungeborenen Imaginationen als apokalyptische Bilder ab.“ (18) Oder, angesichts der Bedrohung einer nuklearen Zuspitzung: „Man konnte doch nicht im Ernst glauben, die Welt offenbare ihr Ich- Wesen spiritualistisch eigens für Theosophen, nicht aber auch physikalisch für Physiker.“ (19) „Man legt doch nicht umsonst schon ein halbes Jahrhundert lang nukleare Waffenvorräte an.“ (20)

Nun, die nukleare Bedrohung, die Swassjan hier sieht, ist von ihm vor zwei Jahrzehnten beschrieben worden, aber mit Trump, dem Wiedererstarken des sowjetischen Geistes im Sinne der Putinschen Kleptokratie, der iranischen Aggression  und dem nordkoreanischen Pubertärismus wieder höchst aktuell. Manches in der melancholischen und arroganten Attitüde Swassjans hat heute allerdings ein deutliches Geschmäckle. Da jeglicher Trend, jede Gruppe, Schule oder Richtung Swassjan zuwider ist, („die modernen Philosophen, von denen zwölf bekanntlich ein Dutzend machen“ S. 10), siedelt er sich recht komfortabel in einer elitären Nische an, die die Heimatlosigkeit eines wahren Steiner- Schülers widerspiegeln mag, womöglich aber ihrerseits auch sein - Swassjans-  Urteil korrumpieren mag. So geht er denn von der „Todesursache des Westens: Darm- und Gehirnverschluß“ (S. 8) über zum Widerwillen, die Deutschen nach Auschwitz als ein „Volk von Mördern“ zu sehen, dem die „ganze zivilisierte Welt“ „Umerziehung“ (S.9) angedeihen lässt. Die No Problem - Mentalität des Westens wird ebenso gegeißelt wie sein Konsumismus, bis hin zur Demokratie schlechthin: „Im 20. Jahrhundert kämpft man gegen das Ich entweder dadurch, daß man es demokratisch vertuscht, oder aber dadurch, daß man es totalitär aufbläst. Der eine Pol ruft dann jeweils das Bedürfnis nach dem anderen hervor. Schon Plato wusste, und wir wissen es besser, daß es keinen kürzeren Weg gibt, Tyrannen ins Leben zu setzen, als die Demokratie.“ (21) Der Führer ist dann lediglich eine missglückte, pur ins Leben umgesetzte „Ich- Imagination“. Die demokratischen Prozesse werden mit Ängsten der Völker vor solchen diktatorischen Persönlichkeiten - wie z.B. Stalin- gelenkt.

Dann kippen bei Swassjan die Schrnken weiter, indem er ziemlich nahtlos über in eine generelle Verächtlichmachung der ganzen deutschen Nachkriegsphilosophie als „Orientierungskrisenbusiness“ übergeht. Die melancholische, elitäre Positionierung, die sich in Selbstverzückung gefällt, verachtet einerseits „die typisch deutsche Verrenkung, auf einen gralssüchtigen Psychotiker zu setzen“, hält aber eben gleichzeitig „seinen demokratischen Gefühlsüberschwang im Zaume“ (22), angesichts der „Volksabstimmungen“ in Deutschland 1933 und „bei Kaiphas in Jerusalem 33“ (22).

Aus der Perspektive des geistigen Melancholikers ist die Schuld der Deutschen nach 1945 letztlich nur eine Variante des „Schattens“ der Hitlerzeit: „Die Umerziehung des deutschen Volkes durch die moralisch- polizeiliche Sanierungsmaßnahme Denke nicht, lebe! stellt nicht mehr und nicht minder als eine Schatten- Transplantation dar. Der deutsche Schatten, der zwischen 1933 und 1945 Deutschland und Europa unter dem Namen Adolf Hitler überzog, heißt ab 1945 und fortan- Schuld.“ (23) Der „deutsche Doppelgänger“ sei lediglich so ausgetauscht worden, „daß er in Washington, London und Moskau ohne Dolmetscher verstanden wird.“ (23) Überhaupt seien die russischen und amerikanischen „Eroberer“ von einer ihnen nicht bewussten „abgrundtiefen Sehnsucht getrieben“ gewesen und kamen in Wahrheit als „Pilger“ (24) - ganz offensichtlich auf der Suche nach dem wahren deutschen Geist.

Solche treibenden Kräfte seien den „liberalen Gecken“ (24), vor „lauter Humanität und Correctness“ blind, nicht klar zu machen. Um es kurz und brutal auf den Swassjanschen Punkt zu bringen: „Ähnlich wie die römischen Legionen Griechenland erobern, um Platos Gastmahl zu empfangen, wie fortan die wildgermanischen blonden Bestien über Rom herfallen, um dem Christusimpuls durch alle Maja hindurch zu begegnen und ihn in sich aufzunehmen, so ziehen die Rotten aus dem wilden Westen und dem wilden Osten in das gelobte deutsche Land ein, um desselben Impulses, diesmal aber in einer völlig unerwarteten Artung, über alle Gräuel hinweg gewahr zu werden.“ (25) Die, die als Sieger von den „Weltenden“ „zu den Besiegten der Weltmitte“ (26) strömten - nicht, um die Konzentrationslager zu öffnen, sondern aus Hunger nach dem, was diese „Weltmitte geistig hätte geben können“ (26)- gingen leer aus, weil - so der sich immer weiter in Rage schreibende Swassjan- die Anthroposophen „inzwischen ahnungslos im Luxus des Geistes (schwelgten) und ließen sich’s wohl sein, ohne auf eine Lappalie wie den Weltkrieg Rücksicht nehmen zu wollen“ (27). Die „verlotterte Weltmitte“ wurde so durch den „freßsüchtigen Idiotengott Dada des Westens und des Ostens“ (28) überflutet, was wohl den Blick Swassjans auf den demokratischen Aufbruch nach 1945 beschreiben soll.

Vielleicht reicht es auch den wohlwollenden Lesern an dieser Stelle und sie möchten von den nun folgenden Ausführungen Swassjans zur Erdenmission, zu Christus und den Widersachern verschont bleiben. Es sei nur erwähnt, dass Swassjan auf political correctness ebenso wie auf spiritual correctness von kritischen Anthroposophen abzielt, die dem „Fürsten dieser Welt ihre anthroposophische Loyalität“ (28) dadurch beweisen wollen, dass sie sich vom Rassismus Rudolf Steiners distanzieren. Eine solche Distanzierung ist für Swassjan ebenso undenkbar wie die Leugnung der besonderen Mission des Deutschen, das für ihn schlicht ein Synonym zu Weltmitte darstellt. Die vorgebliche melancholische Verschwebtheit in mäandernden Begriffen und verwinkelten argumentativen Zügen fällt bei ihm schließlich in einem fanatischen Fanal zusammen, das sich als anti- demokratisch, elitär und Kriegsgräuel relativierend entpuppt. Die spirituelle Selbstfindung ist bei ihm verankert in der deutschen Weltmitte- ein identitäres Wurmloch, das im Humanismus und demokratischen Prozessen nicht mehr als Ablenkungsmanöver irrelevanter Idealisten sieht. Dieser Apokalyptiker sieht in zivilisatorischen Zusammenbrüchen nichts als die Geburtswehen zu einer spirituellen Verwirklichung, die er bislang vor allem in sich selbst realisiert sieht. Der Logos dieser Geistesart kann einen schaudern lassen- diese „Vergegenwärtigung der Energeia“ (Swassjan) geht offenbar über Leichen.


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1 „Karen A. Swassjan, der auch diesen Herbst wieder verschiedene Kurse in der Schweiz anbietet, ist einer der engagiertesten anthroposophischen Redner und Autoren der Gegenwart. 1948 in der armenischen Hauptstadt Erevan geboren, studierte er Philosophie sowie englische und französische Philologie an der dortigen Universität und promovierte mit einer Arbeit über Henri Bergson. 1981 erschien seine Habilitationsschrift über «Das Problem des Symbols in der Philosophie der Gegenwart». Karen Swassjan war Professor für Philosophie, Kulturgeschichte und Ästhetik an der Universität Erevan. Daneben trat er als Übersetzer ins Russische und Herausgeber von Werken Nietzsches, Spenglers und Rilkes sowie als Autor zahlreicher Bücher zu Philosophie und Literatur, Kultur- und Wissenschaftsgeschichte hervor; darunter eine im russischsprachigen Raum weitverbreitete Goethe-Biographie und das Werk «Der Werdegang der europäischen Wissenschaft» sowie Bücher u. a. über Nietzsche, Spengler, Husserl, Cassirer (zu seinen deutschsprachigen Büchern: s. Kasten). Karen Swassjan ist Forschungspreisträger 1994/95 der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (Bonn) und hatte 1997
eine Gastprofessur in Innsbruck inne. Heute lebt er als freier Schriftsteller und Vortragender in Basel.“ in http://www.geisteswissenschaft.net/fileadmin/Interview_K._Swassjan_fuer_AGORA.pdf
2 http://www.geisteswissenschaft.net/index.php?id=4
3 http://www.geisteswissenschaft.net/fileadmin/Swassjan_Karen_-_Was_ist_Anthroposophie.pdf
4 https://www.amazon.de/Geschichte-Philosophie-karmischer-Perspektive-Nachruf/dp/3906891011/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1511274131&sr=8-1&keywords=swassjan
5 in: Urphänomene. Die Zerstörung der Kultur - 2. Lichtblicke. Dornach 1998
6 dito, S. 75
7 dito, S. 12
8 dito, S. 8
9 dito, S. 20
10 dito, S. 25
11 dito, S. 26
12 dito, S. 33
13 dito, S. 34, Anmerkung 17
14 dito S. 39
15 dito S. 40
16 dito S. 41
17 dito S. 42
18 dito S. 43
19 dito S. 45
20 dito S. 44
21 dito, S. 53
22 dito, S. 62
23 dito, S. 63
24, dito S. 65
25 dito, S. 67
26 dito, S. 75
27 dito, S. 76
28 dito, S. 77

Kommentare

  1. Swassjans "Urphänomene - Zerstörung der Kultur" halte ich nicht für die beste Einführung in sein Denken (mehr zu empfehlen ist die Aufsatzsammlung in "Unterwegs nach Damaskus", ebenso lesenswert seine Antwort auf Zander "Aufgearbeitete Anthroposophie").

    Er gehört für mich zu den anthrop. Autoren, die sich nicht leicht einordnen lassen; ich persönlich schätze ihn sowohl als Mensch als auch brillianten Autor sehr, wenn ich auch mit einigen Dingen wenig oder nichts anfangen kann, ihn auch manchmal mit seinem überquellenden Wissen oder aufgrund einiger politischer Aussagen als "etwas anstrengend" erlebe.

    Kühlewind hat ihn übrigends eine Zeit lang sehr geschätzt, ich habe (etwa 96) beide zusammen auf einem Seminar erlebt.

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    1. Ja, etwas genial und ziemlich ausgeflippt. Stilistisch und in den Formulierungen kaum zu übertreffen, sehr gebildet und zweifellos ein gigantisches Ego.

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  2. Swassjan ist Lebensphilosoph (Bergson, Nietzsche, Husserl), aber leichtfüssiger. Er hat etwas französisches. Ein Denker, kein Naturwissenschaftler.

    Swassjans Urphänomene (1996) auch als pdf bei Blankertz:
    http://www.menschenkunde.com/swassjan/index.html
    http://www.menschenkunde.com/pdf/swassjan/ks_ur96_2.pdf

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    1. Danke, Ton, mir fehlt noch der eine oder andere Aufsatz aus der Buchreihe, und ich werde gern nachsehen, ob hier etwas zu finden sein könnte.

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    2. Die "Urphänomene" (l) sind auch in Swassjans Buch "Rudolf Steiner. Ein Kommender" (Neuausgabe 2017) zusammengefasst.

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    3. Die "Urphänomene" (l) sind auch in Swassjans Buch "Rudolf Steiner. Ein Kommender" (Neuausgabe 2017) zusammengefasst.

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    4. Stimmt, aber nicht die Beiträge "Zerstörung der Kultur", nur die Texte über R.Steiner

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  3. Zur Weltmittenperspektive des Mannes aus Erevan, die ihm wahrscheinlich R. Steiner aus der Vergangenheit eröffnet hat:
    "Der deutsche Geist, das deutsche
    Geistesleben steht nicht an einem Ende, nicht vor einer Vollendung;
    sondern es steht an einem Anfange. Ihm ist noch viel zugeteilt.
    Wenn Feindeswünsche, die nach dem Entgegengesetzten
    gehen, sich von allen Seiten gegen die Existenzmöglichkeiten
    des deutschen Volkes, der mitteleuropäischen Welt erheben,
    dann muss es dieses sein, was der mitteleuropäischen Welt,
    was dem deutschen Volke die Kraft 2um Widerstände gibt, die
    Kraft gibt, die Keime lebendig zu erhalten, die wir in seine Seele
    gelegt finden gerade dann, wenn wir diese Seele in ihrer ganzen
    lebendigen Entwickelung betrachten. Und der Glaube an die
    Sieghaftigkeit des deutschen Lebens, er braucht nicht ein bloßer
    blinder Glaube zu sein; er kann hervorgehen aus der lebendigen
    Erkenntnis des deutschen Wesens, aus jener lebendigen Erkenntnis,
    welche da zu der Anschauung kommt, dass das deutsche
    Leben fortleben muss, weil das deutsche Wesen in der
    Weltenentwickelung seine Mission erfüllen muss, weil nichts da
    sein würde, was die rein äußere materialistische Weltanschauung
    erheben würde zu jener ideellsten spirituellen Höhe, deren
    Intention im deutschen Wesen liegt."
    aus: RUDOLF STEINER
    DIE GERMANISCHE SEELE UND DER DEUTSCHE
    GEIST
    Berlin, 14. Januar 1915 GA 64

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    1. @Hermann
      ...na, dann wollen wir mal anfangen damit... Weltmeister sind wir ja schon dreimal geworden! Naja und das bisschen Scheitern zweier unverschuldeter Weltkriege, ach soll uns Germanen nicht erschüttern, da geht noch was...sonst halt Giftschrank auf und ab unters Volk...

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    2. ... nein im Ernst, diese überzogene Deutschtümelei, diese Wortwahl kann ich nicht nachvollziehen... fremde Welten...längst gab es auch schon ganz andere Stimmen zu der Zeit in good old Germany, die schon mehr an Heute, Moderne und Aufklärung erinnern...
      Er hielt diesen Vortrag im Jahre 1915, der 1. Weltkrieg war also voll in Gange...so sad...

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    3. Das "Deutschtümelnde" in Steiners über 100 Jahre alten Aussagen mag aus 3 Gründen aus heutiger Perspektive befremdend wirken:

      Erstens, weil man vergisst, dass damals alle Menschen und Völker in Bezug auf ihre Nation emotional auf einer etwas anderen Welle empfanden als heute, die - wenn auch unter dem jeweiligen Volkscharakter angepassten unterschiedlichen Vorzeichen - sicherlich europaweit eine (bei auf die jeweilige Nation bezogenen Gefühsaussagen) ähnliche Sprachfärbung hervorbrachte.

      Zweitens, weil damals (1915) die Deutschen erst am Beginn eines Jahrhundertprozesses standen, nämlich zu lernen sich selbst zu hassen und viele eigene Gefühlsregungen zu unterdrücken.
      Valentin hat im zweiten Beitrag exemplarisch bewiesen ein wirklicher heutiger Deutscher zu sein, also jemand der zu Ironie und Sarkasmus sogar gegenüber der eigenen Identität fähig ist. Dies unterscheidet die Deutschen heute von ausnahmslos allen Völkern der Welt.

      Drittens, weil auch die geistig wirksamen Mächte sich im Laufe der Zeit ändern und diese Aussage Steiners - natürlich in anthroposophischem Sinne - zu Recht als eine Mitteilung aus der geistigen Welt angesehen werden darf.

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    4. Pardon, ich meinte in Valentins erstem Beitrag hat er 's bewiesen!

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    5. "...Deutscher zu sein, also jemand der zu Ironie und Sarkasmus sogar gegenüber der eigenen Identität fähig ist. " Das beschreibt eher die Bewusstseinsseele und ihre Entwicklung h at Steiner den Engländern zu geschrieben, den kartoffelessern, denn das was Sie als typisch deutsch beschreiben, ist eigentlich die Bewusstseinsseele.
      kucken Sie nochmals im GA nach. , aber wenn sie sich den Prozentsatz an germanischem Blut seit Einfall der Wikinger und Saxons beim jetzigen modernen Engländer anschauen, müssen Sie die viele n Einflüsse z.B. der Franzosen, der vielen Inder und Pakistani und Iren und EU Bürgern, in England anschauen. Wieviel Prozent deutsches hellsichtiges Blut im Entwickler der Bewusstseinsseele vorhanden ist, wäre eine interessante biologische Untersuchung.

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    6. Soll ich mal die Pandorabüchse meines deutschblütigen unterdrückten Astralleib mal ganz kurz öffnen. Tschuldigung im voraus ich bin ja so unterdrückt DU ARSCHLOCH...whoops jetzt mach ich sie mal wieder zu passiert halt, ab und zu. Schönen ah schade heute abend gibts nur Euro League. Tschuldigung Tschuldigung normalerweise funktioniet die Unterdrückung, tut mir echt leid Anonimyx Relativierkus.

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    7. Ach Rudolf, lern du erstmal ehrlicher zu den Egoisten zu sein (erste anthroposophische Bürgerpflicht)...Hermanns Fragen hast du nämlich noch immer nicht beantwortet, wer nun genau negativ auf Deutschland einwirkt seit 1915...na erzähl mal...

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    8. Ich denke im Gegensatz zu Anonym, dass Steiner auf durchaus unterschiedlichen Niveaus gesprochen hat, und gerade im politischen Bereich versagt die Inspiration aus gutem Grund. Da gerinnt der oft weitsichtige Steiner zum zeitgenössischen Provinzler. Gerade der Furor verschleiert auch die kultivierten innigen und hellsichtigen Fähigkeiten Steiners, sich in Inspiration und Bodenhaftung zu artikulieren, auf bedauerliche Weise dem Furor ist eben auch- gerade mitten im Krieg- Steiner unterlegen.

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    9. Das Verhältnis von Ich-Kultur zu Bewusstseinsseele-Kultur bei Steiner (1914):

      Und mit diesem Wort «Streben nach Individualität» können wir nicht etwa bloß die Deutschen charakterisieren, sondern da müssen wir noch eine ganze Anzahl von anderen Völkern zu Mitteleuropa rechnen. 287.38

      Der Mensch, der auf sich selbst gestellt ist, wird Zuschauer, und so wird er dasjenige Verhältnis zur Welt haben, daß er als Zuschauer tief hineinzuschauen vermag in die Konfiguration der Wesenheiten, in ihren Organismus und Mechanismus, um sie von innen heraus zu schaffen, so daß sie dastehen,wie von der Natur selber geschaffen. Eine Zuschauerkultur, eine Kultur des scharfsinnigen
      Zuschauens und Untertauchens in die Wesenheiten finden wir da, ... 287.29f.

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