Ralf Sonnenberg: Vergangenheit, die nicht vergehen will

Kritische Nachlese zum Erscheinen der Schriften »Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit« (1)
Zugleich ein Plädoyer wider die »anthroposophische Korrektheit« 

(2009 bei den Egoisten erschienen)

In den letzten Jahren häufen sich die Stimmen derer, die eine Konvergenz anthroposophischer Inhalte mit »rassistischen« bzw. »antisemitischen« Anschauungen für ausgemacht halten. Während in dem ersten Band der vom Bund der Waldorfschulen herausgegebenen Reihe »Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit« die Verfasser (noch unter Mitwirkung des inzwischen verstorbenen Manfred Leist) den Antisemitismus-Verdacht zu entkräften suchen und den Nachweis führen, dass Steiners »ethischer Individualismus« den Hintergrund für dessen Zurückweisung judenfeindlicher Gesinnungen bildete, nehmen sich in einer zweiten, etwas umfangreicheren Studie Hans-Jürgen Bader und Lorenzo Ravagli des eher allgemein erhobenen Rassismus-Vorwurfes an.

Zur Widerlegung der Kolportage, der Begründer der Anthroposophie sei »Rassist« gewesen, können die Autoren vordergründig auf eine Fülle von Zitaten aus dem mündlichem und schriftlichen Werk Steiners zurückgreifen, deren Inhalte die Essenz seines Menschen- und Weltverständnisses unmittelbar berühren. Wenn Steiner prognostizierte, dass »nichts mehr« als atavistische »Rassen-, Volks- und Blutsideale« die moderne Menschheit in den »Niedergang« führen würden, wenn er die Aufnahme des Christus-Impulses durch den freien Willen als ein Mittel zur Genesung der in Nationen, »Rassen«, Religionen und Kulturen zersplitterten, einen Menschheitsfamilie anempfahl, wenn er nicht müde wurde, den völkerverbindenden und rassenübergreifenden Charakter der Anthroposophie herauszustreichen, dann sind dies nicht beiläufig oder operational geäußerte Lippenbekenntnisse, sondern dann handelt es sich hierbei um die Quintessenz einer Menschenkunde, die den Primat der Individualität gegenüber »Gattungsmerkmalen« wie »Rasse«, Ethnie oder Geschlecht betont. Man könnte solche Äußerungen auch als Bekenntnisse einer kosmopolitischen Weltanschauung deuten, die im »ethischen Individualismus«, der Möglichkeit gedanklicher Intuitionen, ihren Quellgrund hat.

Mit den beiden Studien sind somit vor allem durch die Medienberichterstattung verunsicherten Waldorfeltern und -lehrern bzw. jedem ernsthaft an der Anthroposophie Interessierten Materialien und Argumente an die Hand gegeben, die es ermöglichen, Gespräche mit Kritikern nicht länger nur aus einer Position der Defensive heraus zu bestreiten. Zumindest scheint es so auf den ersten Blick.

Je mehr man sich jedoch in die Lektüre dieser beiden Studien vertieft, desto mächtiger werden die Zweifel, ob der dezidiert apologetische Ton, welcher den Kommentaren der Autoren zu Äußerungen Steiners über »Rassen«, Ethnien und das Judentum unterlegt ist, nicht eher kontraproduktiv ist. Beim Leser könnten so ungewollt Idiosynkrasien freigesetzt und Abwehrressourcen mobilisiert werden, was weniger dem Inhalt als vielmehr dem Stil der Darstellung zuzuschreiben wäre. Schnell könnte infolgedessen der Eindruck entstehen, dass die Autoren letztlich doch voreingenommen und somit ideologisch argumentierten. Der Verdacht eines überwiegend apologetisch motivierten Rundumschlags bestätigt sich denn auch nach wenigen Seiten. Nahrung erhält er etwa dadurch, dass die Verfasser über einzelne, durchaus prekäre Implikationen des bewusstseinsevolutionären Geschichtsbildes Steiners großzügig hinweggehen, so als ob diese gar nicht existierten. Denn als rassistisch muss aus heutiger Sicht Steiners sporadisches Bemühen gewertet werden, biologische «Rassen» mit dem Grad der mentalen «Entwicklungsreife» ihrer Angehörigen zu korrelieren und so- mit eine Hierarchisierung von Menschengruppen spirituell zu begründen, deren unterste Sprossen den – aufgrund ihrer physischen «Degeneration» zum Aussterben verurteilten – Indianern sowie den von «Trieben» und «Witterungen» dominierten «Negern» vorbehalten bleiben.

Die Tatsache, dass Steiner bisweilen auch anerkennende Worte über den Animismus der Indianer, die «Naturgeistigkeit» der Afrikaner oder die «Tao-Religion» der Chinesen verlor, wie die Autoren Bader und Ravagli nicht müde werden zu betonen, markiert eine entscheidende Schwachstelle der sich geschichtsevolutionären Denkmustern verpflichtet fühlenden Anthroposophie: Folgt deren historisches Verständnis doch einer zutiefst eurozentrischen Binnenlogik, derzufolge außereuropäische Kulturen, selbst wenn sie über spirituelle Ressourcen beträchtlichen Umfangs verfügen, fast grundsätzlich «atavistisch» seien und sogar noch unter der materialistisch geprägten Zivilisation des modernen Europa rangierten, die immerhin eine Vorbereitungs- und Durchgangsstufe zur Entwicklung der «Bewusstseinsseele» darstelle. Die «arische» oder europäische hielt Steiner, der hieraus allerdings keine imperialen oder kolonialistischen Zielsetzungen ableitete, denn auch für die «zukünftige, da am Geiste schaffende Rasse». Sie repräsentiert innerhalb seines Weltanschauungskosmos die «fünfte nachatlantische Kulturepoche», deren Anfang er auf den Beginn der frühen Neuzeit datierte. Die diskriminierenden Implikationen des evolutionsgeschichtlichen Stufenmodells hoffte Steiner durch eine Dialektik einzuholen, die er seinen gelegentlich auch rassenkundlichen Überlegungen vorschaltete: Die Reinkarnationsfolgen der menschlichen Individuen führten demnach durch die verschiedenen biologischen «Rassen» hindurch, so dass, «obgleich man uns entgegenhalten kann, dass der Europäer gegen die schwarze und die gelbe Rasse einen Vorsprung hat, doch keine eigentliche Benachteiligung» (2) bestehe. Natürlich könnte zur Entlastung Steiners ins Feld geführt werden, dass dieser an anderen Stellen seines voluminösen Vortragswerkes das hierarchische Modell der »Rassen« und Kulturen wieder verwarf und diesem somit offensichtlich nur eine Teilberechtigung zugestand. Dies schließt jedoch das Bemühen um geschichtliche Kontextualisierung bzw. um Historisierung entsprechender Auffassungen nicht aus. Gerade unter anthroposophischen Interpreten sollte es überdies Usus sein, den Maßstab der kritischen Beurteilung an einen Denker, der den »Eingeweihten« zugehörte, höher anzulegen als bei durchschnittlich wahr- nehmenden und urteilenden Zeitgenossen. De facto geschieht jedoch meist das genaue Gegenteil.



Von Kant bist Steiner: Antijudaistische Geschichtsdeutungen idealistischer Philosophen und ihr Fortwirken in der Anthroposophie 

Im Folgenden werden Beispiele angeführt, die zu einer kritischen Auseinandersetzung mit rassentheoretischen Äußerungen Rudolf Steiners herausfordern. In einem Fall werden auch Aussagen beleuchtet, die von Friedrich Rittelmeyer (1872-1938), dem protestantischen Theologen, Mitbegründer und ersten Erzoberlenker der anthroposophisch inspirierten Christengemeinschaft, stammen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es kann hierbei nicht um das »Verurteilen« von Menschen aus der sicheren Distanz der Nachgeborenen gehen, um die selbstgerechte Diskreditierung von Personen also, die überaus Bedeutsames auf ihrem Gebiet geleistet haben. Der moralisierende Jargon der »Political Correctness«, wie er heute viele Beiträge auszeichnet, liegt dem Verfasser dieses Aufsatzes fern.

Anthroposophen sollten sich jedoch – so die Kernthese des Beitrags – mit aus heutiger Sicht problematischen Traditionssträngen auseinandersetzen, die im Überlieferungshorizont des christlichen Abendlandes tief verwurzelt sind und deren Spuren sich auch in Werken Steiners und denen seiner Schüler aufweisen lassen. Gemeint ist vor allem die Tradition eines bereits unter christlichen Denkern der Aufklärung virulenten Antijudaismus, dessen Vertreter die jüdische Religion als historisch überholt abwerteten, ihre Existenzberechtigung aufgrund geschichtsphilosophischer Erwägungen negierten und somit folgerichtig die »Euthanasie des Judentums« (3) (I. Kant) durch völlige Assimilation ihrer Angehörigen an die christliche Umgebungskultur einforderten.

Steiners peripheren Beschäftigungen mit dem zeitgenössischen Judentum bewegten sich im Spannungsfeld zwischen einem aufgeklärten, die Assimilation bedingungslos einfordernden Antijuduaismus und der christlichen Tradition soteriologisch untermauerter Judenfeindschaft, ohne dass dessen Anschauungen über jüdische Kultur und Religion bereits restlos in dieser ideengeschichtlichen Schnittmenge aufgingen. Seine Urteile über das Diasporajudentum, die zwischen einer spirituellen Wertschätzung jüdischer Kultur und Esoterik auf der einen und einer Deligitimation der »jüdischen Denkweise« und des »Judentums als solchem« auf der anderen Seite oszillierten, partizipierten an antijüdischen Stereotypen, Chiffren und Denkmustern, wie sie im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts unter Angehörigen des europäischen Bildungsbürgertums vielfach verbreitet waren. (4) Es ist zudem gewiss kein Zufall, dass Steiner wesentliche Anstöße bezüglich der Genese seines philosophisch-anthroposophischen Werkes den Schriften Kants, Fichtes, Hegels und Herders verdankte, Denkern also, die stellvertretend für die Mehrheit der christlichen Aufklärer an der Überzeugung von der Obsoletheit des Judentums festhielten und ein evolutionshistorisches Stufenmodell favorisierten. (5)


Der Versuch idealistischer Geschichtsphilosophen, dem europäischen Judentum seine Existenz streitig zu machen und dessen Vorhandensein – wie Rudolf Steiner in einem Aufsatz von 1888 – als einen »Fehler der Weltgeschichte« (6) zu inkriminieren, hat spätestens seit dem »Zivilisationsbruch Auschwitz« (Dan Diner) seine ideengeschichtliche Unschuld verloren. Letzteres gilt auch für Rassentheorien, die der Begründer der Anthroposophie dem theosophischen bzw. dem gesellschafts- und fraktionsübergreifenden Diskurs damaliger Zeit entnahm und die er sukzessive seinen eigenen Einsichten und Forschungen im Über- sinnlichen anverwandelte. (7) Steiner gebrauchte die Vorstellungs- und Ausdrucksformen, die Bilder und »wissenschaftlichen« Fragestellungen seiner Zeit und Umgebung, um seine durch übersinnliche Forschung gewonnenen Erkenntnisse in ein Medium zu übersetzen, dessen Sprache von den damaligen Zuhörern und Lesern »verstanden« werden konnte. Heute wäre es freilich vonnöten, die Anthroposophie von jenen zeitbedingten Modi der Vermittlung zu lösen, durch die sie vor fast einhundert Jahren räumlich und zeitlich in Erscheinung getreten ist. Denn die Anthroposophie ist nicht einfach nur das Werk Rudolf Steiners, sondern das Werk Steiners legt Zeugnis ab von den unablässigen Bemühungen und Anstrengungen eines Menschen, Anthroposophie zu individualisieren und zugleich Ausdrucksformen zu schaffen, die es anderen ermöglichen, an den Ergebnissen dieser Individualisierungs- Bemühungen Anteil zu nehmen.

Da Steiner nicht immer eindeutig zwischen Übernahmen aus der zeitgenössischen Literatur und eigenständig Erforschtem differenzierte, seine Gedanken überdies oftmals zwischen unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszuständen changierten, besteht für den heutigen Interpreten zudem eine erhebliche Herausforderung darin, dessen Werk mit den Mitteln der historisch-kritischen Forschung nach zeitbedingten Engführungen oder auch Irrtümern zu durchforsten. Neben Erkenntnissen »höherer« Art sind in das Werk Steiners nachweislich Elemente damaliger Bezugsquellen sowie situations- und zeitabhängige Urteile eingegangen, die nicht selten von heutigen Anthroposophen als «Anthroposophia perennis» unreflektiert weitertradiert werden.

Die quellenphilologische Analyse und Deutung kann freilich nur der erste Schritt eines verschiedene Grade der Bewusstheit durchlaufenden »Prüfens« von »geisteswissenschaftlichen« Mitteilungen sein. Zur Ebene des unbefangenen Verstandesdenkens, das nach Steiner die Grundlage der anthroposophischen Schulungswege bildet, können früher oder später andere Erkenntnisstufen und -fähigkeiten treten, die Steiner in seinem Buch »Die Stufen der höheren Erkenntnis« (und in vielen anderen Schriften und Vorträgen) mit den Begriffen »Imagination«, »Inspiration« und »Intuition« benennt. Das imaginative Bewusstsein vermag eines geistigen Inhalts auf bildhaft-vorstellungshafte Weise, das inspirative Bewusstsein in inspirativ-Zusammenhang stiftender Art und das intuitive Bewusstsein in Form eines individual- universalen Wesensaustauschs inne zu werden. Über die »materielle Erkenntnisart« und ihr Verhältnis zu den genannten Ebenen höherer Erkenntnis führt der Verfasser aus: »Bevor der Mensch den Pfad höherer Erkenntnis betritt, kennt er nur die erste von vier Erkenntnisstufen. Es ist diejenige, welche ihm im gewöhnlichen Leben innerhalb der Sinneswelt eigen ist. Auch in dem, was zunächst ›Wissenschaft‹ genannt wird, hat man es nur mit dieser ersten Erkenntnisstufe zu tun. Denn diese Wissenschaft arbeitet ... das gewöhnliche Erkennen feiner aus, macht es disziplinierter.« (8)

Die Ausführungen und Deutungen des vorliegenden Beitrags wenden sich vor allem an jenes Urteils- und Denkvermögen, welches der ersten Erkenntnisstufe des von Steiner beschriebenen vierstufigen Initiationsweges entspricht. Damit soll nicht in Abrede gestellt werden, dass sich auf den Ebenen der Imagination, Inspiration und Intuition andere «Fragestellungen», «Antworten» oder «Evidenzen» ergeben als auf der Stufe der so genannten materiellen Erkenntnisart. Das von Steiner vielfach beschriebene «intuitiv erlebte Denken» (9) bzw. die «seelische Beobachtung» (10) bilden eine Art Bindeglied zwischen dem Bereich des «unbefangenen Denkens» und den Stufen höherer Erkenntnis, auch wenn die Möglichkeiten zur Entwicklung letzterer bereits keimhaft in dem ersteren veranlagt sind. Wer allerdings die Möglichkeiten des an das Verstandesdenken geknüpften Forschens, Fragens und Deutens geringschätzt, diese nicht soweit wie möglich auszuschöpfen trachtet und stattdessen darauf hinarbeitet, möglichst schnell zu »höheren« Einsichten vorzustoßen, der gleicht einem Heilpraktiker, der die Anwendung schuldmedizinischer Wissensinhalte und Methoden mit der Begründung verschmäht, dass diese auf einer reduktionistischen Wahrnehmung des Menschen aufbauten. Welcher Patient aber würde sich von einem solchen Dilettanten den Blinddarm operieren lassen?


Anthroposophische Rassentheorie: Rudolf Steiner über das »Aussterben« der Indianer 

Aus heutiger Sicht befremdlich erscheint das Maß schier grenzenlosen Vertrauens, das Rudolf Steiner der Auffassungs-, Urteils- und Differenzierungsgabe seiner aus unterschiedlichen sozialen Schichten und weltanschaulich-politischen Milieus stammenden Zuhörer- und Leserschaft entgegenbrachte. In seinen Vorträgen findet sich nur selten der warnende Hinweis, dass die von ihm so unbekümmert verwendeten Völker- und Rassentypologien zugleich ein gefahrvolles Ferment darstellen, in dem Vorurteile und Klischeevorstellungen einen idealen Nährboden vorfinden. In diesem Zusammenhang wäre es sicher interessant, einmal der Frage nachzugehen, welche Wirkungen negative Attributs- Zuschreibungen rassen- und völkertypologischer Art, wie Steiner sie als eine unter Anthroposophen weithin unangefochtene Autorität vornahm, im Bewusstsein der damaligen Leser und Zuhörer entfalteten. Eine kritische Bestandsaufnahme der Rezeptions- Geschichte anthroposophischer Rassenlehren steht bislang noch aus. Waren die damaligen Zuhörer und Leser »reif« genug, um vor der Gefahr einer rassistischen Instrumentalisierung derartiger Charakterisierungen gefeit zu sein?

Über eine solche Frage kann hier natürlich nicht pauschal entschieden werden. In den Vorträgen des 1910 in Kristiania (Oslo) gehaltenen »Volksseelen-Zyklus« deutete der Referent immerhin mehrmals die Gefahr eines solchen Missverstehens an. Im weiteren Verlauf dieser kosmopolitisch und emanzipatorisch orientierten »Volksseelenkunde« will es Steiner allerdings nicht so recht gelingen, die seinen völker- und rassentheoretischen Klassifikationen stets immanente Gefahr der Stereotypisierung und der rassistisch verkürzten Exegese vollständig zu bannen. Enthält der vom Redner nachträglich durchgesehene und autorisierte Text doch etwa jene Passage über die Ursachen des »Aussterbens« der Indianer, welche aufgrund ihrer freischwebenden Vieldeutigkeit wohl schon damals von Theosophen so gelesen werden konnte, dass hier die Vernichtung der Einheimischen durch europäische Kolonisatoren als karmische Notwendigkeit gerechtfertigt werde: »Nicht etwa deshalb, weil es den Europäern gefallen hat, ist die indianische Bevölkerung ausgestorben,  sondern weil die indianische Bevölkerung die Kräfte erwerben musste, die zum Aussterben führten.« (11)

Zur Aufschlüsselung dieses Satzes, dessen Inhalt oft von Kritikern als Beleg für das »Menschenverachtende« des anthroposophischen Karmagedankens herangezogen wird, schreiben die Autoren Bader und Ravagli: »Gemeint ist, dass in den Populationen, die Amerika bevölkerten, der Prozess der Rassenbildung insgesamt zum Stillstand gekommen ist, dass die Menschheit nach Westen gehen musste, ›um als Rasse zu sterben‹, d.h. um an das Ende der Abhängigkeit von physischen Differenzierungen zu gelangen. Die Leiblichkeit der so genannten indianischen Rasse repräsentiert innerhalb der gesamten Variationsbreite des menschlichen Organismus jene Form, die dem Geist, damit aber auch dem Tod am nächsten steht, denn der Geist ist die Verneinung des Stoffs, so wie das Alter die Verneinung der jugendlichen Lebensfülle ist. Die nord-, mittel- und südamerikanischen Indianer wurden zwar von den europäischen Kolonisatoren ausgerottet, ein Vorgang, den Steiner an anderen Stellen auch beim Namen nennt und verurteilt.« (12)

Tatsache bleibt jedoch, dass Steiner in diesem grundlegenden Vortragszyklus den Genozid an der autochthonen Bevölkerung Amerikas nicht beim Namen nennt, sondern im Gegenteil den Eindruck erweckt, als sei der millionenfache Mord an den Bewohnern der Neuen Welt lediglich ein »Aussterben« gewesen, das überdies einer karmischen Gesetzmäßigkeit folgte und somit als Bestandteil einer weisheitsvollen Vorsehung akzeptiert werden müsse. Die karmische Unausweichlichkeit des »Aussterbens« der Indianer ergebe sich ja gerade daraus, dass die indianische »Rasse« als absterbender Zweig des Menschheitsbaumes ohnehin dem Untergang geweiht sei. Die Rede vom »Aussterben« der amerikanischen Urbevölkerung ist und bleibt in diesem Zusammenhang ein Euphemismus, dessen Wirkung auf zeitgenössische Leser und Zuhörer die Autoren Bader und Ravagli vergeblich zu entkräften suchen. Darüber hinaus zeigt dieses Beispiel auf beklemmende Weise, dass der Verknüpfung des Schicksalsgedankens mit dem theosophischen Modell der einander ablösenden Völker- und Kultur- »Missionen« stets die Gefahr einer Relativierung von Genoziden und ähnlichen Verbrechen innewohnt. Denn auch wenn – so ließe sich Steiners Gedankenfaden aufnehmen – die Kolonisatoren aus niederen Motiven ihre Mordtaten verrichteten und so- mit schwere Schuld auf sich luden: Waren sie nicht dennoch Werkzeuge einer göttlichen Vorsehung, die den kulturellen und physischen Untergang der Indianer bereits lange vorher beschlossen hatte? – Eine kritische Aufarbeitung des oft schillernden Karmaverständnisses damaliger Theosophen könnte den Nachweis erbringen, dass die Möglichkeit einer verkürzten Interpretation dieses Gedankens unter Zuhörern sowie Lesern des »Volksseelen«-Zyklus real gegeben war. (13)


Anthroposophie und Antijudaismus I: Rudolf Steiner über den Ahasver-Mythos 


In dem Gesamtwerk Steiners finden sich einige Äußerungen des Vortragenden zum Thema »Rassen«, die beim heutigen Leser für erhebliche Irritationen sorgen, die absolut »unverdaulich« erscheinen, deren Brisanz sich meinem Dafürhalten nach auch nicht – wie es das Bestreben der Autoren Bader, Leist und Ravagli ist – durch inhaltliche oder historische Kontextualisierungs- Bemühungen weg disputieren lässt.

Als Beispiel sei im Folgenden Rudolf Steiners Ausdeutung der mittelalterlichen Legende vom »ewigen Juden« Ahasver genannt. Die Quintessenz der in Rede stehenden Passage, welche in einem Vortrag des 1908 vor Berliner Publikum gehaltenen Zyklus’ »Das Hereinwirken geistiger Wesen in den Menschen« enthalten ist (14), lässt sich folgendermaßen wiedergeben: Demnach verkörpern sich »höher entwickelte« Seelen in »höheren Rassen«, während weniger »vollkommene« Seelen sich in »untergehenden« bzw. »dekadenten Rassen« inkarnieren würden. Diese Gesetzmäßigkeit gelte auch für die gegenwärtigen Verhältnisse. Steiner lässt seine Zuhörer darüber im Unklaren, welche Definitionen er den Begriffen »höhere Rasse«, »Dekadenz« oder »Vollkommenheit« zugrunde legt. Für das sich vornehmlich aus Angehörigen europäischer Bildungsschichten rekrutierende Auditorium, das sich wohl einiges auf die Errungenschaften seiner christlich-abendländischen Kultur zugute hielt, wird sich die Frage nach der Bedeutung solcher Begriffe vermutlich gar nicht erst gestellt haben. Waren doch Ausdrücke wie »Dekadenz«, »höhere Rasse« oder »Vollkommenheit« Bestandteil eines kulturellen Codes des selbstbewussten europäischen Bildungsbürgertums im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, dessen semantischer Gehalt stillschweigend vorausgesetzt werden konnte, der folglich nicht eigens aufgeschlüsselt oder »übersetzt« werden musste.

Um seine Deutung von »höheren« und »niederen Rassen« bildhaft zu untermauern, bemüht Steiner die Legende von Ahasver, den im Hochmittelalter entstandenen Mythos vom »ewigen Juden«. Ahasver, der in später entstandenen Holzstichen und Lithographien der Volksliteratur oft als gebeugter Greis mit wehendem Rauschebart dargestellt wird, ist aufgrund seiner Abweisung des zum Kreuzestod bestimmten Heilands dazu verurteilt, in ruheloser Vagabundage umherzuziehen – solange, bis ihn eines Tages die Erlösung finden werde. Steiner interpretiert nun diese Legende dahingehend, dass Seelen, welche den Christus-Impuls in verschiedenen, aufeinander folgenden Inkarnationen von sich gewiesen hätten, dazu verurteilt seien, in einer »dekadenten, untergehenden Rasse« zu verbleiben, mit dieser gar zu »verwachsen«: »Das ist die tiefere Idee des ›Ahasver‹, der immer in derselben Gestalt wiederkommen muss, weil er die Hand des größten Führers, des Christus, von sich gewiesen hat. So ist die Möglichkeit für den Menschen vorhanden, mit dem Wesen einer Inkarnation zu verwachsen, den Menschheitsführer von sich zu stoßen, oder aber die Wandlung durchzumachen zu höheren Rassen, zu immer höherer Vervollkommnung. Rassen würden gar nicht dekadent werden, gar nicht untergehen, wenn es nicht Seelen gäbe, die nicht weiterrücken können und nicht weiterrücken wollen zu einer höheren Rassenform.« (15) Zwar nimmt der Vortragende die Konnotation von »untergehender, dekadenter Rasse« und Judentum nicht explizit vor, doch liegt auf der Hand, dass der Rekurs auf die mittelalterliche Ahasver-Sage bei den christlich sozialisierten Zuhörern eben jene Assoziation hervorrief, die sich auf eine Jahrtausende alte Tradition der Verunglimpfung des Judentums als dem Untergang geweihter Religion des Alten Bundes stützten konnte. Steiner ist in diesem Fall auch Kind seines in naturwissenschaftlichen Begriffen denkenden Zeitalters, wenn er die mythische Trias Ahasver-Christusleugner-ewiger Jude um die Ingredienz »Rasse« bereichert, der er in Fortschreibung des traditionellen antijudaistischen Ressentiments eine »Minderwertigkeit« attestiert, die nun nicht mehr ausschließlich durch religiöse, sondern durch biologische Metaphern wie »dekadente Rasse« und »Untergang« charakterisiert wird. (16)
Die Autoren Ravagli, Bader und Leist taten gut daran, als sie in ihrer Studie zum Antisemitismus-Vorwurf diese Stelle im Vortragswerk Rudolf Steiners schlichtweg ignorierten. Denn der fragliche Passus hätte sich schwerlich in einem argumentatorischen Kontext unterbringen lassen, welcher dem Versuch gewidmet ist, den Begründer der Anthroposophie von dem Vorwurf antijudaistischer und rassistischer Vorurteile freizusprechen.

Man mag es drehen und wenden wie man will: Die Botschaft der von Steiner angebotenen, »modernen« Interpretation der mittelalterlichen Ahasver-Legende bleibt für den heutigen Leser unerträglich: gerade aufgrund ihrer schillernden, zu allerlei Assoziationen einladenden
Semantik, der Unbedarftheit, mit welcher der Redner seine Deutungen vorträgt, ihres an traditionell judenfeindliche Denkfiguren und Topoi anschließenden Subkontextes, wie ihn damals jeder mit der Muttermilch aufgesogen und internalisiert hatte, der dem christlichen Abendland zugehörte. Unerfindlich bleibt, warum der Vortragende, der sich an anderer Stelle scharf gegen die Propaganda politischer Antisemiten aussprach und sich wiederholt vom antisemitischen Diskurs damaliger Zeit distanzierte (17), hier nicht den Versuch unternimmt, die gefahrvollen antijudaistischen Stereotypen und Bilder seiner Zeit aufzulösen oder zumindest deutlich zu machen, welche Folgerungen sich nicht aus ihrer Rezeption ab- leiten lassen.


Anthroposophie und Antijudaismus II
Friedrich Rittelmeyers »Deutschtum« anno 1934 


Dass Steiners offenbar beträchtliche Vertrauensinvestition in das Urteils- und Unterscheidungsvermögen seiner Anhänger keinesfalls immer gerechtfertigt gewesen sein dürfte, zeigen nicht zuletzt Beispiele des Missbrauchs anthroposophischer Inhalte in der Zeit des Dritten Reichs. So inkriminierte etwa Friedrich Rittelmeyer in seinem 1934 erschienenen Buch »Deutschtum« die »Überlebtheit« der jüdischen Religion, deren geschichtliche Bedeutung er auf eine Vorbereiter- und Hebammenfunktion für das »Mysterium von Golgatha« reduzierte – und das, obwohl sich die jüdische Weltreligion erst in den Jahrhunderten nach Christi Geburt allmählich zu formieren begann und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Buches bereits auf eine zweitausendjährige geistige und kulturelle Blüte zurückblicken konnte. Bezeichnenderweise verwendet Rittelmeyer die Begriffe »Religion« und »Rasse« zum Teil synonym. In den Juden seiner Zeit kann der Autor des »Deutschtum« nicht viel mehr als die Multiplikatoren eines »zersetzenden Ungeistes« erblicken, der sich in den vier negativen Phänomenen »Intellektualismus«, »Materialismus«, »Kapitalismus« und »Egoismus« widerspiegele.

Zwar seien diese pejorativen Eigenschaften der Möglichkeit nach in allen Menschen veranlagt, doch verkörpere sie »der Jude« (Rittelmeyer bevorzugt die Verallgemeinerungen und Abstraktionen zugänglichere Singularform) in geradezu idealtypischer Weise. (18) »Der Jude« wird somit zum »Symbol der Zeit« (Theodor Barth), der gesellschaftlichen Missstände schlechthin stilisiert und auf diese Weise depersonalisiert – eine Vorgehensweise, wie sie in der antisemitischen Propaganda Legion ist. Man rufe sich das Datum des Erscheinens dieser Schrift in Erinnerung, um die politische Tragweite einer solchen Aussage zu ermessen: Nach dem Boykott jüdischer Geschäfte, der Entlassung »nichtarischer« Beamter und Anwälte, der Einführung eines Numerus Clausus für Juden an Schulen und Universitäten, den ersten antisemitisch motivierten Verhaftungswellen und Gewalttaten konnte das von Rittelmeyer in erster Linie theologisch gemeinte Verdikt nicht anders als ein politisches Urteil, als Duldung, wenn nicht gar als Rechtfertigung der nationalsozialistischen Maßnahmen gelesen werden.

Heutige, der Anthroposophie nahestehende Interpreten sehen bisweilen in dem religiös motivierten Antijduaismus des Theologen Rittelmeyer eine Art Gegengewicht zum »problematischeren« (Rassen-) Antisemitismus der Nationalsozialisten. Gerhard Wehr etwa liest Rittelmeyers »Deutschtum« als eine Verteidigungsschrift des kosmopolitischen Christentums gegenüber dem völkisch verengten Religionsbegriff der NS-hörigen »Deutschen Christen«. (19) Die Propagandisten der DC verlangten eine Entfernung jüdisch-stämmiger Christen aus der Kirche und eine »Wiedereinsetzung« des Christentums als »arteigener Religion«. Tatsächlich finden sich in Rittelmeyers Schrift Äußerungen, aus denen ersichtlich wird, dass es dem Autor vorrangig um eine Entgegnung auf den Rassismus und Nationalismus der neuen Machthaber ging. Diese Entgegnung bleibt jedoch in entscheidenen Punkten fragwürdig, da sich Rittelmeyers Argumente – was Wehr in seiner Biografie unterschlägt – im klassischen Begründungsrahmen der kirchlich- antijudaistischen Traditionen bewegen. Wehr rechnet es Rittelmeyer hoch an, dass dieser zu einem Zeitpunkt der politischen Gefährdung der Christengemeinschaft und ihrer Pfarrer klärende Worte zur Blut-und- Boden-Ideologie und somit indirekt auch zum Antisemitismus des NS-Regimes gefunden habe: »Auch wenn Rittelmeyer hier und an anderen Stellen seines Schrifttums immer wieder auf Wesen und Mission der Deutschen zu sprechen kommt, so geschieht es so, dass das rassisch oder volkstümlich Typische stets dem Allgemein-Menschlichen untergeordnet ist. So geht es ihm letztlich nur um einen sehr eingeschränkten, vorläufigen Sinn um ›Deutschtum‹. Es geht ihm um Menschentum, um die volle Menschwerdung des Menschen, um einen Prozess, der jeweils dort anzusetzen hat, wo sich ein Volk, eine Gesellschaft gerade befindet.« (20) Viel mehr, so versucht Wehr in seiner Deutung den Eindruck zu erwecken, hätte auch ein Rittelmeyer zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen vermocht. Ein solches als Wertschätzung gemeintes Urteil mutet allerdings wenig plausibel an, da Rittelmeyer ja nicht gezwungen war, überhaupt etwas über die Juden zu diesem Zeitpunkt zu sagen. In den ersten Monaten ihres Bestehens war die nationalsozialistische Diktatur noch keineswegs flächendeckend konsolidiert und ließ in publizistischen Bereichen diverse Freiräume für die Äußerung von Zwischentönen, ja von moderater Kritik zu. Solche Residuen wurden denn auch vielfach von Regimegegnern sowie von protestantischen und katholischen Kritikern der »Deutschen Christen« genutzt. Zu jenen, welche die sich hier auftuenden Freiräume vorsichtig nutzten, zählte auch Friedrich Rittelmeyer.

Die antijüdische Argumentation seiner Schrift »Deutschtum« stützte sich nicht auf einen völkischen Rassismus, sondern auf den traditionellen Antijudaismus der christlichen Konfessionen, von dem sich Rittelmeyer als Apostat der evangelischen Kirche offenbar zeit seines Lebens nicht loszusagen vermochte. Seine Einschätzung des zeitgenössischen Judentums mag überdies durch eine selektive Ausbeute von Äußerungen Rudolf Steiners motiviert gewesen sein, dessen Sichtweisen auf das Diaspora- Judentum nicht ausschließlich ablehnend waren, sondern Zwischentöne zuließ. Rittelmeyers Gleichsetzung von »Rasse« und jüdischer Kultur, deren Repräsentanten bis auf Ausnahmen wie den »Logiker Husserl« oder seinen »Rassegenossen Spinoza« kulturell nichts Zukunftsweisendes mehr zustande brächten, näherte sich den antisemitischen Argumentationsmustern der Machthaber bedenklich an, die mit eben solcher Propaganda ihrer Politik der Verfolgung und Entrechtung der jüdischen Minderheit den Boden zu bereiten suchten.


Wie gehen Anthroposophen mit dieser antijudaistischen Tradition um? 


Die Haltung Friedrich Rittelmeyers zur jüdischen Kultur und Religion seiner Zeit – in dem wenige Monate nach Hitlers Machtübernahme erschienenen Buch »Deutschtum« für die Nachwelt dokumentiert – offenbart ein Problem, das bis heute unter »anthroposophisch Korrekten« weitgehend tabuisiert ist und das von den Autoren der Studien »Rassenideale« nicht einmal ansatzweise in den Blick genommen wird: Wie gehen Anthroposophen mit den Erb- und Folgelasten einer überwiegend religiös motivierten Judenfeindschaft um?

Nachdem evangelische und katholische Theologen bereits seit Jahrzehnten mit der Aufarbeitung der antijudaistischen Geschichte der Großkirchen beschäftigt sind und an einer Rehabilitierung der Vaterreligion durch die Sohnesreligion arbeiten, ergeht die Frage an uns, wie lange wir noch an den Zeugnissen unserer eigenen Vergangenheit vorübergehen wollen, wie lange wir noch so tun wollen, als sei diese Vergangenheit längst abgeschlossen und als werfe sie nicht fortwährend ihre Schatten auch in die Gegenwart hinein. (21)

Nachzugehen wäre Fragen wie diesen: Inwieweit stehen heutige anthroposophische Sichtweisen des Judentums noch in der antijudaistischen Tradition der vergangenen Jahrhunderte? Welche Bemühungen haben Angehörige der Anthroposophischen Gesellschaft und der Christengemeinschaft bislang unternommen, um sich der historischen Abhängigkeit ihrer eigenen Anschauungen und Deutungen bewusst zu werden? Haben jüdisch- stämmige Mitglieder anthroposophischer Einrichtungen mit antijudaistischen Bekenntnissen in den eigenen Reihen Erfahrungen gesammelt und wenn ja: inwiefern und in welchem Umfang? Unter »kritischer Geschichtsaufarbeitung« verstehe ich nicht zweifelhafte Vorhaben einer »Symptomatologie« deutsch-jüdischer Geschichte oder gar einer »esoterischen Wesensbestimmung« des Nationalsozialismus (die dann doch nur Funktionen der moralischen Selbstentlastung wahrzunehmen hätten), sondern eine nüchterne, an den historischen Quellen orientierte Rekonstruktion des Gewesenen. Einen Schritt in diese Richtung stellt die 1999 erschienene Studie »Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus« dar, deren Verfasser jedoch die Frage, inwieweit antijudaistische oder antisemitische Anschauungen unter damaligen Anthroposophen verbreitet waren, vollständig ausklammert. (22)

In den letzten Jahren haben einige Autoren anthroposophischer Zeitschriften den Versuch unternommen, sich mit der in eigenen Reihen fortwirkenden antijudaistischen Überlieferungstradition kritisch auseinanderzusetzen. (23) Die Ausgangsprämissen solcher Bemühungen sind jedoch nicht immer unproblematisch: Denn die Versuchung ist gerade unter christlich-esoterischen Interpreten groß, aus einem oberflächlichen, dem schlechten Gewissen zuzuschreibenden Philosemitismus heraus in die mannigfaltigen, zum Teil noch heute bestehenden Traditionsbestände jüdischer Spiritualität das verborgene Wirken eines »Christus-Impulses« hineinzuprojizieren, um auf diese Weise die jüdische Religion dem eigenen Empfinden oder Urteil schmackhafter zu machen. Natürlich ist es legitim (und zahlreiche Hinweise Rudolf Steiners legen dies auch nahe), sich das Wirken des Christus-Wesens als überkonfessionell vorzustellen und infolgedessen auch in so genannten nichtchristlichen Religionen nach Spuren der Christus-Wirksamkeit zu fahnden. Zunächst kann es meiner Ansicht nach jedoch nur darum gehen, das Fremdartige und vielleicht auch Anstößige eines anderen Gedankenkosmos möglichst unbefangen auf sich wirken zu lassen. In einem weiteren Schritt könnte der Versuch unternommen werden, diesen weltanschaulichen Kosmos auch immanent, d.h. aus sich selber heraus zu erschließen. Ein »Verstehen« wird freilich immer nur bis zu einem gewissen Grade möglich sein, da wir unsere kulturelle Identität, unsere begrifflichen Voreingenommenheiten, unsere gesellschaftlichen Prägungen und persönlichen Dispositionen nicht einfach abstreifen können wie ein Kleid, das zu eng oder zu alt geworden ist. Unser hermeneutisches Bemühen liefe jedoch ins Leere, wenn wir den Ideenkosmos der Angehörigen fremder Religionen ausschließlich oder auch nur vorrangig mit dem Inventar der eigenen Vorstellungs- und Erfahrungswelt auszustaffieren suchten. Durch eine vorschnelle Harmonisierung unterschiedlicher religiöser Anschauungen – wofür es in der Geschichte der nach dem »gemeinsamen Wesenskern« der Weltreligionen suchen- den Theosophen und Anthroposophen einige Beispiele gibt – erweist man aber weder dem Judentum noch dem esoterischen Christentum einen wirklichen Dienst.


Unzeitgemäße Wagenburg-Mentalität der anthroposophischen Autoren Bader, Leist und Ravagli und des Bundes der Waldorfschulen 


Im Subkontext transportierten Rudolf Steiners Forderungen nach völliger Assimilation der jüdischen Minderheit sowie seine oft stereotypen Miniaturen jüdischen Daseins Elemente eines «antisemitischen Codes» rechtsbürgerlicher sowie linksliberaler Kreise in den Jahrzehnten vor und nach dem Ersten Weltkrieg. Als manifesten (Rassen-) Antisemiten könnte man ihn freilich nur dann apostrophieren, wenn sich herausstellte, dass seine wiederholten Distanzierungen vom judenfeindlichen, nationalistischen und rassistischen Diskurs damaliger Zeit nicht ernst gemeint waren und somit lediglich als Vorwand dienten, um unter der Hand eine politische Agitation zu betreiben, die auf eine gesellschaftliche Ausgrenzung bzw. Benachteiligung von Juden abzielte. Eine solche Deutung erscheint jedoch angesichts der Fülle an gegenteiligen Belegen und Zeugnissen als wenig überzeugend.

Ob Steiner als ein Angehöriger des 19. und frühen 20. Jahrhunderts jedoch »rassistische und diskriminierende Auffassungen völlig fremd« waren, wie der Klappentext des zweiten Bandes der vom Bund der Waldorfschulen herausgegebenen Studien versichert, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Lesart des Begriffes »Rassismus« man den Vorzug gibt. (24) Warum, so habe ich mich immer wieder bei der Lektüre dieser Schriften gefragt, können die Autoren nicht einfach zugeben, dass einzelne Äußerungen Steiners, die etwa Rassen nichteuropäischer Herkunft als »verholzt«, »absterbend« oder »dekadent« ausweisen, aus heutiger Sicht als rassistisch zu bewerten sind? Als Vortragsredner und Autor rezipierte Steiner Elemente des rassentheoretischen und eben auch rassistischen Diskurses damaliger Zeit durchaus positiv, wenngleich dieses nicht ohne den ernsthaften Versuch geschah, über Engführungen desselben hinauszuweisen und damit zugleich den Keim zur Überwindung dieses Diskurses zu legen. Den von Helena P. Blavatsky in erster Linie zu Periodisierungs- Zwecken verwendeten Begriff »Wurzelrasse« ersetze er allmählich durch semantisch zutreffendere Ausdrücke wie »Epoche«, »Hauptzeitraum« oder »Zeitalter«. Blavatskys »Unterrassen«, welche die »Wurzelrassen« untergliedern sollten, nannte Steiner nach 1907 zunehmend und dann ausschließlich »Kulturepochen«, »Kulturperioden« oder »Kulturzeitalter«, worin ein Versuch gelesen werden kann, rassentheoretische Konnotationen vollständig in den Hintergrund treten zu lassen. (25)

Die Ausdifferenzierung der Menschheit in biologische »Rassen«, so die Überzeugung Steiners, sei ohnedies nur eine vorübergehende Erscheinung der Geschichte. Sie werde in Zukunft an Bedeutung verlieren und eines Tages völlig überwunden sein. Es werde dahin kommen, so prognostizierte er bereits 1907, »dass alle Rassen- und Stammeszusammenhänge wirklich aufhören. Der Mensch wird vom Menschen immer verschiedener werden. Die Zusammengehörigkeit wird nicht mehr durch das gemeinsame Blut vorhanden sein, sondern durch das, was Seele an Seele bindet. Das ist der Gang der Menschheitsentwicklung«. (26)

»Ein Mensch«, so urteilte Steiner 1917 im Hinblick auf die Ursachen des Ersten Weltkrieges, »der heute von dem Ideal der Rassen und Nationen und Stammeszugehörigkeiten spricht, der spricht von Niedergangsimpulsen der Menschheit. Und wenn er in diesen so genannten Idealen glaubt, fortschrittliche Ideale vor die Menschheit hinzustellen, so ist das die Unwahrheit. Denn durch nichts wird sich die Menschheit mehr in den Niedergang hinein bringen, als wenn sich die Rassen-, Volks- und Blutsideale fortpflanzen.« (27) Stattdessen sei es notwendig, dass die anthroposophische Bewegung »... gerade im Grundcharakter dieses Abstreifen des Rassencharakters aufnimmt, dass sie nämlich zu vereinigen sucht Menschen aus allen Rassen, aus allen Nationen, und auf diese Weise überbrückt diese Differenzierung, diese Unterschiede, diese Abgründe, die zwischen den einzelnen Menschengruppen vorhanden sind.« (28)

Reichlich Material für eine Auseinandersetzung mit dem Zeitbedingten im Werk Rudolf Steiners bietet ein Beitrag des katholischen Theologen und Politologen Helmut Zander über »Anthroposophische Rassentheorie«, der auch Beispiele selektiver Ausbeute von Aussagen Steiners und deren Instrumentalisierung für rassenpolitische Zwecke dokumentiert. (29) Trotz Irrtümern und Verzerrungen, welche die Darstellung Zanders mancherorts auszeichnet, ist es diesem gelungen, die problematischen Implikationen, welche das von Steiner entworfene Geschichtsmodell einander ablösender Völker-»Missionen«, Kulturen oder Religionen bereit hält, freizulegen. Warum es Anthroposophen bisweilen schwer fällt, bestimmte Aussagen ihres Lehrers kritisch zu hinterfragen oder sich von diesen zu distanzieren, hängt Zander zufolge damit zusammen, dass dieser von seinen Anhängern weniger als Begründer einer Wissenschaft denn als Religionsstifter behandelt würde; ein Beobachtung, die nicht unbedingt neu ist, der jedoch in dem Zusammenhang mit dem Rassismus-Vorwurf eine Brisanz ganz eigener Art zukommt. Zanders Bemühen, die Anthroposophie unter die neureligiösen Weltanschauungen zu subsumieren, folgt einer inneren Konsequenz, sofern man bereit ist, nicht die theoretischen Ansprüche von Anthroposophen, sondern die vielfache Praxis des Umganges mit Aussagen Steiners zum Maßstab der Beurteilung zu erheben. Charakteristisch für Religionsgemeinschaften ist es ja gerade, dass deren Mitglieder weniger von Forschungs- als vielmehr von Glaubensinteressen und -bedürfnissen geleitet werden. Kritik wird in anthroposophischen Kreisen auch heute noch vielfach nicht als Chance zur Erweiterung des Erkenntnishorizontes begriffen, sondern als eine Gefährdung binnensozialer Plausibilitäts- und bisweilen auch Machtstrukturen wahrgenommen. Oder mit Worten Helmut Zanders ausgedrückt: »Das entscheidene Problem scheint mir die Furcht von Anthroposophen vor einem legitimationsgefährdenden Domino-Effekt zu sein: Wenn ein Teil von Steiners Weltanschauung fällt, weiß niemand, was am Ende noch stehen bleibt.« (30)

Zanders Versuch einer kritischen Darstellung anthroposophischer Rassentheorien wird von den Verfassern der beiden Studien nicht einmal ansatzweise gewürdigt, sondern stattdessen der »gegnerischen Literatur« zugerechnet – und somit keiner weiteren Beschäftigung für würdig erachtet. Dabei wäre gerade der Artikel Zanders eine Gelegenheit gewesen, über den heutigen Umgang mit Steiners Rassenklassifikationen und über die oft problematische Geschichte ihrer Rezeption nachzudenken und dieser Reflexion nach außen hin sichtbare Konsequenzen folgen zu lassen. Man muss sich nicht von der Anthroposophie oder ihrem Begründer distanzieren, wie manche »linke« Autoren in einem Akt vorauseilenden Gehorsams gegenüber der »Political Correctness« verlangen, wenn man öffentlich einräumt, dass nicht alles, was Steiner in nahezu drei Jahrzehnten emsiger Vortragstätigkeit und unausgesetzter literarischer Schaffensfreude der Nachwelt übergeben hat, für bare Münze zu nehmen ist. Protestanten haben Vergleichbares in Bezug auf den Antijudaismus des späten Martin Luther geleistet, undogmatische Linke in Hinsicht auf antisemitische und rassistische Ansichten von Karl Marx und Friedrich Engels – und selbst ausgesprochene Bewunderer der Philosophie Immanuel Kants räumen mittlerweile ein, dass jener Repräsentant der Aufklärung, der eine Ethik der Menschenrechte formulierte, den »Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit« forderte und eine Monogenese menschlicher Rassen vertrat, andernorts weniger aufgeklärt räsonierte, sondern rassistischen und antijudaistischen Ressentiments anhing. (31)

Leist, Bader und Ravagli geht es jedoch nicht um eine ernsthafte, geschweige denn wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Einwänden von Anthroposophie-Kritikern, sondern ausschließlich um Verteidigung und Abwehr. Diese Wagenburg-Strategie mag nachvollziehbar erscheinen angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, mutet aber in jedem Fall anachronistisch an. Es könnte zudem sein, dass der Funken dieser Mentalität von den Schriften auf einige anthroposophische Leser überspringt. Wenn jedoch erst einmal das Gewissen beruhigt und das durch die Rassismus-Vorwürfe angeschlagene Selbstbewusst- sein wiederhergestellt ist, lässt es sich dann nicht umso bedenkenloser zu den unkritischen Rezeptions- Gewohnheiten der Vergangenheit zurückkehren? Die Debatte um rassistische Inhalte anthroposophischer Anschauungen und deren Tradierung durch heutige Interpreten erschiene von dieser Warte aus betrachtet nicht viel mehr als eine Verschwörung, die Gegner der Anthroposophie böswillig ins Werk setzten, um deren Vertreter von ihren eigentlichen spirituellen Aufgabenstellungen abzubringen. Das apologetische Unternehmen der Autoren Bader, Leist und Ravagli könnte sich somit auf lange Sicht hin noch als Bumerang erweisen.

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Zum Autor:

Ralf Sonnenberg, geb. 1968, lebt als Historiker und Religionswissenschaftler in Berlin. Zwischen 2001 und 2007 war er Redakteur der anthroposophischen Zeitschrift »Die Drei«. Er ist u.a. Autor der Studie »Keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens«. Judentum, Zionismus und Antisemitismus aus der Sicht Rudolf Steiners, erschienen in: Wolfgang Benz (Hg.): «Jahrbuch für Antisemitismusforschung» 12 (2003), Berlin 2003, S. 185-209 sowie Herausgeber des Sammelbandes Anthroposophie und Judentum. Perspektiven einer Beziehung, Frankfurt a.M. 2009.

Anmerkungen:

1 Hans-Jürgen Bader/ Manfred Leist/ Lorenzo Ravagli: Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit. Anthroposophie und der Antisemitismusvorwurf, Stuttgart 2002 sowie Hans-Jürgen Bader/ Lorenzo Ravagli: Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit. Anthroposophie und der Rassismusvorwurf, Stuttgart 2002.

2 Rudolf Steiner: Die Mission der einzelnen Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie (GA 121), Dornach 1983, S. 78.

3 Immanuel Kant: Der Streit der Fakultäten. 1. Abschnitt, Allg. Anmerkung. Band 7, Berlin 1907, S. 53.

4 Vgl. hierzu ausführlich Ralf Sonnenberg: »Keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens«. Judentum, Zionismus und Antisemitismus aus der Sicht Rudolf Steiners, erschienen in: Wolfgang Benz (Hg.): «Jahrbuch für Antisemitismusforschung» 12 (2003), S. 185-210. Eine aktualisierte und vollständig überarbeitete Fassung des Artikels siehe www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner.htm.

5 Zur gegenwärtigen Kontroverse um antisemitische Positionen in den Werken herausragender Vertreter der Aufklärung, der Romantik und des philosophischen Idealismus vgl. folgende Literaturauswahl: Hans-Joachim Becker: Fichtes Idee der Nation und das Judentum, Amsterdam 2000; Micha Brumlik: Deutscher Geist und Judenhass. Das Verhältnis des philosophischen Idealismus zum Judentum, München 2000; Horst Gronke/ Thomas Meyer/ Barbara Neißer (Hg.): Antisemitismus bei Kant und anderen Denkern der Aufklärung, Würzburg 2001; Gudrun Hentges: Schattenseiten der Aufklärung, Schwalbach/Ts. 1999.

6 So eine antijudaistische Formulierung Steiners in einer 1888 erschienenen Rezension eines Werkes des österreichischen Dichters Robert Hamerling. Zu diesem Komplex ausführlich www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner-2.htm.

7 Ahnherren anthroposophischer Rassenlehren waren neben Helena Petrowna Blavatsky (1831-1891) und Ernst Haeckel (1834-1919) vermutlich auch Johann Friedrich Blumenbach (1752-1840) und Carl Gustav Carus (1789-1869). Vom letzteren stammte die auch von Rudolf Steiner in variierter Form gebrauchte Einteilung der Menschheit in »Tagvölker« (Europäer), »Nachtvölker« (Äthiopier) und »Dämmerungsvölker« (Asiaten und Indianer). Vgl. hierzu Klaus Endres/ Wolfgang Schad: Die Vielfalt der Menschen, in: »Sonderheft der Mitteilungen aus der anthroposophischen Arbeit in Deutschland«, Sommer 1995, S. 36-70.

8 Rudolf Steiner: Die Stufen der höheren Erkenntnis (GA 12), Dornach 1986, S. 11.


9 Rudolf Steiner: Die Philosophie der Freiheit. Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode, Dornach 1986, S. 256.

10 Siehe den Untertitel von Steiners Philosophie der Freiheit, in dem die Methode der seelischen Beobachtung programmatisch angekündigt wird. Vergl. auch ders.: Theosophie. Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung (GA 9), Dornach 1990, S. 65.

11 Steiner: Die Mission der einzelnen Volksseelen, S. 29.

12 Bader/ Ravagli: Rassismusvorwurf, S. 73 f.

13 Im Wortlaut auffallend ähnliche, kaum minder missverständliche Aussagen über eine »karmische Notwendigkeit« des »Verlöschens« der »greisenhaften Stämme« Amerikas, über welche die »Flutwelle der inkarnierten Egos« hinweg rolle, finden sich bei H.P. Blavatsky, deren Hauptwerke Steiner intensiv studiert haben dürfte. Vgl. H.P.Blavatsky: Die Geheimlehre, Bd. 2, S. 824 f.

14 Rudolf Steiner: Das Hereinwirken geistiger Wesenheiten in den Menschen (GA 102), 10. Vortrag, Berlin, 16.5. 1908, Stuttgart 2001.

15 Ebenda , S. 174.

16 Die vermeintliche physische Minderwertigkeit und Dekadenz der jüdischen »Rasse« war Gegenstand eines Diskurses um 1900, der gesellschafts- und fraktionsübergreifend verlief. Siehe Klaus Hödl: Die Pathologisierung des jüdischen Körpers. Antisemitismus, Geschlecht und Medizin im Fin de Siecle, Wien 1997.

17 Vgl. www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner-4.htm.

18 Friedrich Rittelmeyer: Deutschtum, Stuttgart 1934. Kapitel: Juden und Deutsche. Der Niedergang des Judentums.

19 Gerhard Wehr: Friedrich Rittelmeyer: Sein Leben – Religiöse Erneuerung als Brückenschlag, Stuttgart 1998.

20 Wehr: Rittelmeyer, S. 235.

21 Dazu Ralf Sonnenberg: Holocaust-Leugnung und der Umgang mit der deutschen Geschichte, in: Lorenzo Ravagli (Hg.): »Jahrbuch für anthroposophische Kritik 1999«, München 1999, S. 158-185.

22 Uwe Werner: Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus, München 1999. Dem von Werner gemiedenen Fragekomplex ist stattdessen umso eifriger der Politologe Peter Bierl nachgegangen, der das einschlägige Quellenmaterial überaus selektiv aufbereitet und mit stark polemischer Einfärbung präsentiert: Peter Bierl: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädago-gik, Hamburg 1999.

23 Vgl. zum Beispiel Samuel Ichmann: Was Gott ist – oder auch nicht. Aufzeichnungen eines jüdischen Waldorflehrers, in: »Info3«, Nr. 6/2000, S. 25-29 oder Andreas Heertsch/ Benedikt Marzahn/Rainer Marks: Antisemitismus im Oberruferer Dreikönigsspiel?, »Mitteilungen aus dem anthroposophischen Leben in der Schweiz«, Nr. 10, Oktober 2002, S. 1-4.

24 Zur wissenschaftlich nicht immer eindeutigen Semantik des Rassismus-Begriffs, der schnell als politischer Kampfbegriff missbraucht werden kann, siehe etwa Helmut Zander: Anthroposophie in Deutschland, 2 Bde., Göttingen 2007, hier Band 1: S. 631 ff. Eine zum Teil fundierte Kritik mancher Deutungen Zanders bietet die Studie Zanders Erzählungen. Eine kritische Analyse des Werkes «Anthroposophie in Deutschland» (Berlin 2009) von Lorenzo Ravagli.

25 Die Begriffe «Arier» und «arische Wurzelrasse» gebrauchte Steiner ohnedies äußerst selten. Auf den über 89000 Seiten in über 300 Bänden der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe kommt der Terminus «arische Wurzelrasse» auf genau zehn Seiten vor. Zur semantischen Aufschlüsselung der in der Anthroposophie gebräuchlichen Periodisierungen «Wurzelrasse», «Unterrasse» oder «Kulturepoche» siehe Bader/ Ravagli: Rassismus- Vorwurf.

26 Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, Dornach 1986, S. 129.


27 Rudolf Steiner: Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis, Dornach 1998, S. 205.

28 Rudolf Steiner: Die tieferen Geheimnisse des Menschheitswerdens im Lichte der Evangelien, Dornach 1986, S. 152.

29 Helmut Zander: Anthroposophische Rassentheorie. Der Geist auf dem Weg durch die Rassengeschichte, in: Stefanie von Schnurbein / Justus H. Ulbricht (Hg.): Völkische Religion und Krisen der Moderne, Würzburg 2001, S. 291-341.

30 Ebenda, S. 340.


31 Siehe etwa Meyer/ Neißer: Antisemitismus bei Kant.

Kommentare

  1. Es würde gut sein zu erwähnen dass dieser Aufsatz schon 2009 beim Egoisten erschienen ist. Siehe auch Waldorfblog: https://waldorfblog.wordpress.com/2009/08/21/von-nicht-vergehender-vergangenheit/

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    1. Richtig, Michel. Da die alte Egoisten Adresse nicht mehr existiert, ist dieser Artikel nochmals eingestellt worden- allerdings in neuem Format, nicht mehr als PDF- Anhang.

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    2. Ich habe den Hinweis unter der Überschrift eingefügt.

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  2. Der Artikel ist eben erstmals 2003 in der anthroposophischen Zeitschrift ‘Novalis’ (Nr.9/10) erschienen. Siehe http://www.themen-der-zeit.de/content/zur_rassismus-diskussion_in_der_anthropo.1036.0.html

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  3. Abgewogener kritischer Aufsatz.

    Nur hat sich Sonnenberg bei der Verbindung vom ‘Volksseelen-Zyklus‘ GA 121 mit dem Arbeitervortrag GA 349 scheinbar geirrt:
    “Die «arische» oder europäische [GA 121, atlantische Periode] hielt Steiner, der hieraus allerdings keine imperialen oder kolonialistischen Zielsetzungen ableitete, denn auch für die «zukünftige, da am Geiste schaffende Rasse» [GA 349, nachatlantische Periode]. Sie repräsentiert innerhalb seines Weltanschauungskosmos die «fünfte nachatlantische Kulturepoche», deren Anfang er auf den Beginn der frühen Neuzeit datierte.“
    Auch die Völker Europas seien in Steiners Darstellung (121.122) ‘zurückgeblieben‘ (dekadent) gewesen, bis ihre fortschreitende Entwicklung in der Jungsteinzeit (ihre Vermischung mit den ‘Ursemiten‘/irischen Urkelten 121.127 f.). Die späteren Europäer stellen eine Mischung dar.

    Zu den ‘Ahnherren anthroposophischer Rassenlehren’ (Note 7) gehört bestimmt auch Lamarck (Vererbung erworbener Eigenschaften). Die stereotypisierte Indianer haben daher in Steiners Darstellung (121.79) notwendig die Kräfte erworben, ‘die sie zum Aussterben führten‘, d.h. sie waren erblich verarmt/veraltet (heute: genetische Selektion), was aber ihre gewollte neuzeitliche Vernichtung und ihre Vermischung mit europäischen Kolonisten (also genetische Verjüngung) nicht ausgeschlossen hat. Ich könnte das jedenfalls so lesen. Steiner zitierte (121.117) hier die Rede von ‘halbblut‘- Chief Samuel Cobb (1841).

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    1. Und nicht zu vergessen - Rudis Frau Marie ;)
      Sie wollte wohl auch mal ihr ganz persönliches und gut gewürztes "Übersinn-Süppchen" kochen ;)
      Zitat:
      "Man braucht das Blöde oder das Negerhafte, um die pikanten Würzen herzustellen; man gießt das im Krächzen Ersterbende - nicht mehr das im kranken Wohllaut Zerschmelzende. Man freut sich auch am Untersinnlich-Dämonischen, das wiederum dem Negerhaften entsteigt.” (Marie Steiner)

      Quelle: Marie Steiner, Schöpferische Sprache, Vorwort zur 1. Ausgabe (1926) von: Rudolf Steiner/Marie Steiner von Sivers: Sprachgestaltung und Dramatische Kunst. GA 282, Dornach 1969, S. 390f.

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    2. @ Ton Majoor

      Auch die Europäer trugen (und tragen noch) dekadente Anteile in sich. Es ist gerade das Dekadente in einem selbst, das einem das Dekadente in anderen Menschen erkennen lässt.„Gleiches erkennt sich durch Gleiches.“
      Die Tragik von Evolution ist es, dass in kriegerischen Auseinandersetzungen (Indianer/Europäer) zunächst meist mehr das Dekadente in Erscheinung tritt, bis aus Schmerz, Verrat und Tod späterhin die evolutionär befreienden, vorwärts tragenden Entwicklungsschritte derartiger Auseinandersetzungen sichtbar werden. Dem sogenannten Mainstream mag es nicht gefallen, aber ohne Zerstörung kann es keine Entwicklung geben. Das Dekadente muss sich am Dekadenten reiben, bis ein Neues hinter zerbröselnden verhärteten Schalen hervortreten kann.
      Du verweist ja darauf, dass die Europäer ihrerseits aus der Vermischung (gegenseitigen kriegerischen Reibung) mit den Ursemiten/irischen Kelten hervorgegangen seien. Wir werden in einer vielleicht schon sehr nahen Zukunft sehen, welche vorwärtstragende Vermischung verschiedener Menschengruppen mit indianischen und europäischen Blutanteilen noch auf der Weltbühne in Erscheinung treten werden. Geschichte will dynamisch gelesen werden. Das gehört in meinen Augen zu einer erweiterten Sachlichkeit, die zu leben heute Not tut.

      @ Valentin

      Alles hat irgendwo seinen Anfang. Die grobe Fehleinschätzung gehört zur Entwicklung. Daran kann wohl kein Mensch vorbeigehen, also auch Marie Steiner nicht. Oder bist Du noch niemals in eine Fehleinschätzung einer Sachlage hineingelaufen? Und hast Du es in diesem Zusammenhang im Nachhinein nicht als befreiend erlebt, dass Du nach einem derartigen Vorfall von Deinen Mitmenschen nicht weiter durch die Brille dieser Fehleinschätzung fixiert betrachtet wurdest?
      Und wer weiss, wenn die Forschungen zum sogenannten Bauchgehirn einmal noch sehr viel weiter gediehen sind, dann werden wir in der Betrachtung und Urteilsfindung triebhafter Willenspotenzen (des Untersinnlich-Dämonischen) sehr viel vorsichtiger verfahren als bis anhin. Welche Forschungsergebnisse hat nicht die europäische Geistesgeschichte hervorgebracht über die wir heute beschämt/staunend nur lächeln können? Durch die Geschichte hin weiten sich eben die Horizonte und Einsichten, gehen dabei dann auch mehr und mehr leise in grössere Tiefen hinein. Wie es Entwicklung eben so an sich hat.
      Und ein anderes noch: Je älter ich werde, um so mehr begreife ich, wie Rudolf Steiner noch gelesen werden kann. Es erscheint mir, dass ich erst ganz am Anfang davon stehe die Oberton Reihen, die Oberton Klänge seines Sagen zu ertasten und leise zu vernehmen. Rudolf Steiner will willensdynamisch gelesen werden und nicht vom Verstandespunkt des jeweilig eigenen Stand - Punktes aus.

      Bernhard Albrecht

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    3. Auch die Europäer trugen (und tragen noch) dekadente Anteile in sich.

      Aber doch sicher nur gaaaaanz marginal, oder?

      Und Mariechen hatte an diesem einen Tag leiiiider die falsche Brille aufgesetzt - shit happens.

      Anthroposophische Welt- und Menschenerklärung ist beiweitem nicht so kompliziert wie oft gerne behauptet wird; eigentlich ist sie sogar gaaanz simpel, sooo simpel, dass sie jeder Eierkopf sofort ohne weiteres Nachdenken (was ja esoterisch gesehen ohnehin verboten ist) kapieren kann...

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    4. @Bernhard
      ja natürlich das Fehlerhafte kenne ich sehr gut in der Selbsterkenntnis...Das negerhaft-untersinnlich-dämonische allerdings noch nicht s ;) Ich finde, da gehört schon was dazu so etwas zu denken, zu fühlen und zu veröffentlichen, nicht wahr? schau doch bitte mal mit welchen Begriffen hier öffentlich hantiert wurde und zwar öffentlich...Wenn du darin wirklich fehlerhaftes erkennst und es direkt aussprechen kannst als Anthroposoph (und man darf das auch bei anderen und auch bei Steiner, nicht nur bei sich selbst), dann ist das doch aller Ehren wert und vielleicht sogar eine Ausnahme in der Anthroposophie...Und es ist doch ausgesprochen schön dass du die Obertonklänge von Steiner Sagen ertastest oder erspürst im Alter.
      Ich erspüre, ertaste in meinem Älterwerden (knapp 60 J.) eher u.a. die Zwischen- und Untertöne bei Steiner, die mich dazu bringen ganz angstlos und frei diverse umstrittene Dinge oder Fehlerhaftes anzuschauen, auszusprechen oder zu diskutieren :) Aber danke für deinen gutgemeinten Hinweis. Und ich sage nun am Ende dieses Kommentars mal nicht Punkt, sondern einfach Komma-Strich ;)

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    5. sorry ein - öffentlich - zu viel oben...

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    6. Steiner: Die europäische Völker waren retardiert, die alte Kelten haben die Europäer kulturell erziehen müssen. “… das keltische Element [war] der Verleiher des Ich für die übrige Bevölkerung…. das Ich, das sich herauswühlte aus dem Untergrunde …“ 121.169

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  4. Also wird vermutet, dass Bader, Leist und Ravagli nicht Verteidiger der Anthroposophie sind, sondern verkappt verschworene Anthroposophie-Gegner?

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    1. Haben Sie den Artikel wirklich „sachgenau“ gelesen oder eher durch die Brille eines möglicherweise unterschwellig vorhandenen Vorurteils?

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    2. @Bernhard
      Nachtrag. Dann müsste ja nach deiner Theorie (Kriege, Dekadenz etc), mal so runter gedacht - auch ein Aufeinanderstoßen der Gedanken, Thesen und Gefühle zwischen den z.B. rein Steinergläubigen auf. d. einen Seite und den Steinerkritikern - a.d.a. Seite zu etwas völlig Neuen, Fruchtbaren, vielleicht sogar Besseren führen...dann ist es doch total gut dass öffentliche Dispute stattfinden, also weniger Stillstand oder ne Art künstlicher Frieden o.ä. ...oder glaubst du die heutige Anthroposophie sollte so bleiben wie sie ist und die Kritiker sowie die Gefahren und Sorgen einiger aufgrund diverser Aussagen Steiners (die ja gelesen werden auch heute), sind gar nicht so schlimm oder diskussionswürdig oder veränderungswürdig? Und -Kommt es dir denn nicht auf das EIGENE Wesen und Denken an? Wollte Steiner das nicht? wollte er kleine Nachplapperer und Total-Verehrer oder eine Art abgeschlossenen Raum ohne Widerspruch? das wäre ja eine Sekte...das kann es doch nicht sein...

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    3. nochmal sorry,,,das "die Kritiker sowie" oben war mir dazwischen gerutscht bzw. ist nicht gelöscht worden...war etwas in Eile ;)

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    4. @ Stephan

      … lächel. Willst Du noch weniger als ein Eierkopf sein, dann nimmst Du
      Deine Assoziation von wegen „marginal“ nicht noch einmal prüfend unter die Lupe.
      Wenn Du aber mehr als ein Eierkopf sein willst dann setzt Du Dich über das von Dir so benannte angebliche Verbot, wonach esoterisch gesehen Nachdenken ohnehin verboten sei hinweg und denkst noch einmal über das von mir Gesagte nach - einschliesslich der Zwischen- und Obertöne.
      Simpel? …lächel.

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    5. Bernhard, ich halte Deinen willensdynamischen Ansatz für sehr vielversprechend; aber Deine sehr enggeschnürten Zurechtbiegungen oben führen bei einer sich entfaltenden Willensdynamik zu eiförmigen Deformationen...

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    6. @ Stephan

      na klar marginal ;) mehr wäre auch einfach nicht verkraftbar für so manches Eierköpfchen ;)

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    7. womit ich jetzt nicht Bernhard meinte...

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    8. Das Grundproblem einer jeden Steinerkritik ist immer ein anderes, als es den Anschein hat, d.h. es artikuliert sich auf einer ganz anderen Ebene als vorgegeben.
      Es hat zwar den Anschein, dass es den Kritikern um Verbesserung ginge, in Wirklichkeit geht es aber nicht um berechtigte Kritik, um die Widerlegung und notwendige Zurechtrückung einer angeblich nicht mehr stimmigen "Lehre", einer Glaubensrichtung oder einer Religion. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil Steiners Werk keine "Lehre" und keine Glaubensdogmen zum Inhalt hat und auch keine Religion ist, sondern eben eine Wissenschaft.

      Eine Wissenschaft ist insofern realer als eine Lehre oder eine Religion, welche zu ihrer Rezeption und Verinnerlichung des Glaubens bedarf, als dass sie unabhängig von ihren Entdeckern (Vermittlern) existiert und bis zu ihrer Widerlegung ihre unangefochtene Daseinsberechtigung innehat.

      Rudolf Steiner war sehr wahrscheinlich nur teilweise der Entdecker und Begründer der Geisteswissenschaft schlechthin, jedenfalls aber für die gesamte Menschheit über weite Teile der Vermittler dieser Wissenschaft.

      Die Anthroposophie, auch genannt "Anthroposophie Rudolf Steiners", besteht heute deswegen unabhängig von Rudolf Steiner als Person.
      Aus diesem Grund macht es keinen Sinn, Rudolf Steiner anzugreifen, einzelne Aussagen zu widerlegen und ins schiefe Licht rücken zu wollen.
      Genauso wenig wie man die Grundfesten der heutigen Naturwissenschaft ins Wanken bringen, anschwärzen, widerlegen oder außer Kraft setzen könnte, indem man nachforschen würde, ob irgendwelche Aussagen Issac Newtons aus heutiger Sicht falsch oder überholt waren. So wie bei Steiner wird auch nicht alles was Newton irgendwann mal geäußert haben mag, die reine und wahre Wissenschaft gewesen sein. Was anwendbar ist, ist im jeweiligen Zeitmoment universell, egal ob bei Newton oder bei Steiner.

      Da die Geisteswissenschaft im Gegensatz zur Naturwissenschaft, zumindest außerhalb von Mysterienstätten, eine relativ junge Wissenschaft ist und ihr deswegen zu Unrecht die Aura einer Glaubenslehre anhaftet (war früher mit der Naturwissenschaft genauso), wird durch Steiner-Kritik aufgrund einzelner Infragestellungen von Aussagen Steiners letztlich nichts anderes erreicht, als die gesamte Anthroposophie, sprich die Geisteswissenschaft als solche anzuschwärzen und ihre Bedeutung in Frage zu stellen.
      Dementsprechend ist Steiner-Kritik heute nichts anderes als der gezielt betriebene Versuch von Vorenthaltung, Zerstörung, bzw. (rückwärtsgerichteter) Rückabwicklung einer Wissenschaft samt der von Rudolf Steiner der gesamten Menschheit zur Verfügung gestellten ungeheuer wertvollen Instrumente für die (Selbst-)Erkenntnis und Weiterentwicklung der Menschheit.

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    9. Anonym, na da haste ja ausgeholt (Rudolf)...
      Steiners persönliche, hellsichtige und mystische Schauungen Wissenschaft? Das hat ER so gesehen und ausgerufen, das kann man natürlich machen...Und dann wie du - alles ungeprüft und un-wissenschaftlich in Beton gießen oder in Abhängigkeit geraten? ;)

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    10. Tja lieber Valentin,

      "in Beton gegossen" wurde hier rein gar nichts!

      "und dann wie du alles ungeprüft...."

      Nun gut, da ich mal davon ausgehe, dass du auch nicht alles was sich heute Naturwissenschaft nennt, selbst "geprüft" hast , wünsche ich schon mal viel Ausdauer, Zeit, Fähigkeiten, Glück und Erfolg bei diesem ehrgeizigen Vorhaben.

      Es ist im Grunde genommen egal, ob die beschreibenden Inhalte dieser von Rudolf Steiner und seinen Schülern so bezeichneten "hellsichtigen und mystischen Schauungen" real oder erfunden sind. Auch ist die Widerlegung, dass im Wesentlichen die Inhalte der Geisteswissenschaft echt sind, bis heute noch niemandem gelungen!
      Auf deren Verwendung, Brauchbarkeit, Entsprechung im realen Leben und Wirkung kommt es einzig und allein an.

      Entscheidend ist hier also vor allem das erzeugte Ergebnis, welches die "hellsichtigen und mystischen Schauungen" in den Menschen und der ganz realen Welt hervorbringen.
      Das ist das Wissenschaftliche daran, d.h. die Wissenschaftlichkeit besteht aus Untersuchung, Beschreibung und ganz realer Erfahrung dieser Wirkungen der dargelegten "geistigen Tatsachen", sowie der Erkenntnis bezüglich der Anwendbarkeit der geisteswissenschaftlichen Instrumentarien.

      Das kann nicht geleugnet werden, und in Abhängigkeit kann man - wenn überhaupt - auch nur in einer analogen Weise geraten, wie bei den Naturwissenschaften.



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    11. Also, ich würde, wenn ich Zeit hätte, einen Schreibstil-Gutachter bestellen, um die verschiedenen Spiele mit der "Grüne-Männchen"-Anonymität ein wenig zu entwirren.
      lg, meister vom hocker

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    12. Danke Rudolf,
      ich werde Deine Belehrungen nochmals anhand der mir zugänglichen okkulten Quellen prüfen und gegebenenfalls doch einen Staubsauger bei Dir erwerben.
      Den Meister vom Stuhl hast Du ja kraft Deiner unbezwingbaren Argumente bereits vom Hocker gehauen...


      einer ausfü

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    13. Dieses nicht enden wollende ins Lächerliche ziehen von geäußerten anthroposophisch geisteswissenschaftlichen Zusammenhängen, auch zentraler Personen und Begriffe , z.B. "Rudis Frau Marie", "Übersinn-Süppchen", "mir zugängliche okkulte Quellen", "eiförmige Deformationen" um nur einige in diesem noch jungen thread zu nennen, weisen die Schreiber eindeutig als Kritiker der Anthroposophie aus, im wissenschaftlichen Sinne ausgedrückt als rückwärtsgerichtet destruktive Bekämpfer und Involutoren der Geisteswissenschaft.

      So weit so gut. Man könnte dies alles ja noch als eine im weiteren Sinne offene und ehrliche Gesinnungsäußerung werten, mal vorausgesetzt natürlich, es wäre nicht das Fehlen jeglicher spiritueller Sensibilität die wirkliche Ursache für das Gefangensein in dieser bemerkenswerten Spirale von Geistlosigkeit.

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    14. @Meister vom Hocker

      Apropos Schreibstilgutachter: Manches hört sich schon auch nach Holger Niederhausen an...

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    15. @anonym-rudolfo

      ich versuche wirklich dich zu begreifen...und irgendwie finde ich deine künstlerische Freiheit beim Interpretieren R.Steiners Anthroposophie, seiner Intentionen und Schauungen etc.. - mittlerweile auch ganz interessant, aber auch amüsant....auch du mühst dich ja irgendwie ab mit all diesen Dingen, halt auf deine Weise....Und fast scheint es mir, dass Du eine ganz eigene und neue Wissenschaft vom Wesen der Anthroposophie, von R. Steiner, vom Leben selbst, erschaffen hast, jedenfalls so für dich allein...Irgendwie kann das auch gar nicht ausbleiben bei der Fülle an Stoff und Eindrücken...

      Und ab jetzt versuche ich das alles mehr und mehr mit einer Art 'Weltenhumor' zu betrachten ;)

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    16. Der Bumerang kommt wieder? Wer fängt ihn? Oder ist das alles nur halb so schlimm und ich habe wieder nichts kapiert, weil ich die Nebenübungen nicht korrekt ausgeführt habe?
      Vielleicht können sich jetzt mal alle etwas schreiben, die denken wir wollen die Anthroposophie mit unserem Diskurs zerstören?
      Herzlichst
      HF

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    17. Herr Niederhausen nur zu trauen Sie sich.
      Ich bin nur 333 als halb böse. Keine Angst.
      HF

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    18. @ Stephan und Valentin

      Zurechtbiegungen? … Schönes Wort, …in meinen Augen nicht frei von Interpretationseinschüssen Deinerseits Stephan! Ich halte es da eher mit der durch den eigenen Willen geprägten Zurückhaltung.
      Ich lebe heute und betrachte Steiner demgemäss aus der Haltung des gesamthaft zwischenzeitlich sich verändert habenden Bewusstseins. Der Geist ist ein frischer Wind … zu allen Zeiten. Er bläst beständig auf Veränderung hin und nicht auf Heiligsprechung oder Unfehlbarkeit. Konservieren ist demgemäss nicht mein Ding. Ebensowenig eine zu sehr philologisch ausgerichtete Interpretationsarbeit, was Steiner nun wirklich gesagt oder gegebenenfalls auch klar zu belegen falsch gesagt hat. Die Überlieferung seiner Vorträge ist mir da in vieler Hinsicht auf ihre Authentizität hin einfach zu unsicher. Und damit öffne ich von meiner Seite aus „kein“ noch so kleines Schlupfloch für mögliche Verschleierungen, sondern verweise, für den der hier tatsächlich existentiell weiter gehen mag, allein auf real sehr schmerzhaft sich einstellende innere Erfahrungen in der unausweichlichen Konfrontation mit fort und fort sich differenzierenden Willenswelten.
      Wer etwa meint ein Eingeweihter könne zu keinen Fehleinschätzungen eines Sachzusammenhanges gelangen, der hat in meinen Augen Steiner in wesentlichen Aspekten einfach nicht tief genug verinnerlicht. Wer sich auch nur ein wenig mit seinen geistigen Fühlern an die Willensströme geistigen Erfahrens herantasten kann und will, der kann nüchtern betrachtet, sowie zentriert in sich durchaus zu der klaren Anschauung gelangen, dass ein Einweihungsbewusstsein nicht durchgehend durch alle Tage des Lebens, nicht in jeder Lebenssituation aufrecht zu erhalten ist. Die Kräfte, die da wirken sind einfach zu stark, um ohne Atempausen und Einbrüche durch getragen werden zu können. Er kann zu einer solchen Aussage vordringen, ohne selber ein Eingeweihter zu sein. Einfach auf der Grundlage sachlichen Mutes.
      Dies zu sagen bedeutet keine Diskriminierung Rudolf Steiners, sondern im Gegenteil seine Wertschätzung „auf Augenhöhe,“ als der Mensch der er war.

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    19. @ Anonym oben 12:45:00 MEZ

      Wenn Sie meinen dafür stehen zu können mit dem Habitus der Wissenschaftlichkeit die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners aus gegenwärtigen, gewiss nicht immer durchweg sachlichen geführten, aber nichts desto Trotz geführt in dem mutigen Ringen Klarheit für sich zu finden, was aus der Sicht von heute innerhalb zunehmender Verschleierungen und Verkleisterungen die Kernaussage und Kernaufgabe der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners sei, wenn Sie meinen sie aus diesen Auseinandersetzungen, diesem Ringen um Erkenntnis bis in die existentiell eigenen Willenstiefen hinein herausführen zu können, dann irren Sie sich. Was Sie herausführen ist ein toter Korpus, denn Sie trennen den Namen Rudolf Steiners von der Geisteswissenschaft. Ich bezeichne ein derartiges Unterfangen schlicht und einfach als einen Schachzug offener Rückführung in die kurialen Hallen einer fürsorglichen grauen Omnipotenz. Verbunden mit der indirekten Kernaussage: Wir vergeben das Imprimatur für das, was in Bezug auf die Geisteswissenschaft zukünftig als wissenschaftlich zu gelten hat.
      Tiefer kann in meinen Augen Geisteswissenschaft im Sinne Rudolf Steiners nicht missverstanden, um nicht zu sagen verzerrt werden. Und das alles vollmundig in sonor einlullender Tonlage. Respekt, sehr gekonnt, aber dennoch durchschaubar.
      Doch das eigentlich entlarvende Ihres Tuns zeigt sich daran, Sie tun was sie tun anonym, ohne den Mut im eigenen Namen zu sprechen, ohne die auch äusserlich sichtbare Anbindung an den eigenen tatsächlichen Namen, die eigene von daher individualisierte, von jeglicher Verschleierung freie Verantwortung. Grau, grau grau …
      Rudolf Steiner hat ja nicht aus engen persönlichen Ambitionen heraus davon gesprochen die anthroposophische Geisteswissenschaft dürfe nicht von seinem Namen getrennt werden. Warum also dann? Er hat es getan, weil „seine Zeugenschaft für die reale Erfahrung der geistigen Welt“ nicht von dieser Wissenschaft getrennt werden dürfe. Darum ginge es ihm. Und Geisteswissenschaft in diesem Sinne wird sich nur weiter entwickeln, wenn sich Zeugen finden, die in diesem Sinne wissenschaftlich arbeiten, mit eigenem Namen ihre Zeugenschaft bezeugen.
      Was Sie tun werter Anonym: Sie galvanisieren die Geisteswissenschaft in eine noch tiefere Schicht der Abstraktion hinein, als sie über das jahrzehntelange Exegetisieren von Steiner Aussagen bisher schon gelangt ist.

      Bernhard Albrecht Hartmann

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    20. @ Bernhard,

      Vielen Dank für den Versuch einer Analyse meiner Standpunkte und Anthroposophie-Interpretation. Die schon mehrfach kritisierte Anonymität sehe ich als notwendiges Mittel, den in diesem blog bei Meinungsverschiedenheit leider üblichen und nicht selten weit unter die Gürtellinie gehenden persönlichen Angriffen etwas weniger Spielraum und Projektionsflächen zu gewähren, die in sachlichen Auseinandersetzungen ja auch keine Rolle spielen sollten.

      Außerdem missverstehen Sie mich gründlich. Gerade ich habe immer wieder kundgetan, dass ich jede Anmaßung zu diktieren, was an der Geisteswissenschaft richtig oder unrichtig ist, zutiefst verabscheue.
      Warum behaupten Sie dann, ich würde so quasi das Imprimatur beanspruchen, ich würde für mich beanspruchen zu definieren "was in Bezug auf die Geisteswissenschaft zukünftig als wissenschaftlich zu gelten hat" ? Alles was sich als Wissenschaft bezeichnet, ist bis zu seiner Widerlegung als Wissenschaft anzusehen.

      Sehen Sie es doch einmal so, ich trenne nicht die Anthroposophie von Steiners Namen, ich trenne sie sehr wohl aber von seiner Person.
      Ich spreche mich gegen die Denigrierung der Person Steiner aus, was hier leider im Übermaß betrieben wird. Warum und aus welchen Motiven , hatte ich schon ausführlich begründet.

      Heutige Anthroposophie kann nur dasjenige von Rudolf Steiner Mitgeteilte sein, das sich heute auch sinn- und gewinnbringend im geistigen Sinne einsetzen lässt. Wer also Steiner persönlich angreift, zum Beispiel als Antisemiten oder Rassisten, verfolgt damit das Ziel durch den damit suggerierten Zusammenhang seiner Person mit der Anthroposophie, gegen den ich mich vehement ausspreche, auch den Ruf und die Wirkungsmöglichkeiten der Anthroposphie selbst negativ zu beeinträchtigen.

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    21. Existiert eine Wissenschaft “unabhängig von ihren Entdeckern (Vermittlern)“? Oder ist sie trotzdem abhängig von der Methode, dem Weg, dem Instrument des Vermittlers? Kann man real das Werk von der Person loslösen?

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    22. @Bernhard

      (...)dass ein Einweihungsbewusstsein nicht durchgehend durch alle Tage des Lebens, nicht in jeder Lebenssituation aufrecht zu erhalten ist

      Genau darum geht es: In Phasen, in denen man sich vom Heiligen Geist überreich gespeist fühlt, fällt es nicht schwer, menschliche Größe zu demonstrieren.
      Die spannende Frage ist, was in Zeiten geistiger Hungersnot vom Menschlein übrig bleibt - so zu sagen als vom Geist autonome Existenz:
      Kann man dennoch an die Mitwelt anknüpfen, oder verfällt man in den Wahn, durch herabwürdigende Verurteilung des vermeintlich Andersartigen (als beispielsweise 'dämonisch-negerhaft') die eigene Geistesarmut maskieren zu wollen.
      Ihr etwas reflexartiger Verteidigungsimpuls mit dem mittlerweile zur Stangenware gewordenen Hinweis auf den menschlichen Anteil der Anthroposophen-Avantgarde empfinde ich persönlich darum als 'zurechtbiegen' bzw. als ein schnell vorgehaltener Seidentüchlein, da er der eigentlichen Frage nach autonomer Geistesgröße nicht gerecht wird.

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    23. Klar ist es Unsinn, jemanden an einigen Äußerungen dingfest machen zu wollen - aber man kann's ja auch einfach mal so stehen lassen, wie einen Leberfleck.
      Rudolfs Angst, durch die Besprechung problematischer Teilaspekte einer Sache, die Sache im Ganzen zu gefährden halte ich zwar nicht für völlig unberechtigt, allerdings ist es ein okkultes Gesetzt (*), dass nicht bearbeitete/geklärte Bereiche einer Sache, ebenfalls die ganze Sache mit in den Abgrund ziehen ( und in diesem Fall sogar mit unabwendbaren Sicherheit).


      * GA 10 '...gelingt es Dir nicht, mich umzuarbeiten, so werde ich auch Dich mit hinabziehen in eine dunkle und verderbte Welt' (so ähnlich)

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    24. @ anonym

      ...ja doch, du wirst dem Holger N. immer ähnlicher, ich mache mir Sorgen allmählich (schade dass es hier kein Grübelmännchen wie bei WhatsApp gibt)...Aber dann auch wieder nicht Holger...denn, anonym - weißt du noch wie du hier im Blog vor gar nicht allzu langer Zeit dem Steiner unterstellt hast, dass es seine übersinnlichen Mitteilungen in Wahrheit gar nicht gibt, dass er mit voller Absicht und aus einem nur dir erklärlichen Grunde, seinen Schülern und Interessenten quasi die Unwahrheit gesagt hat ? Und weißt du noch wie erstaunt wir damals über diese Aussage waren und wir uns letztlich fragen mussten, warum ausgerechnet du dem Steiner Täuschung oder gar Lüge unterstellst? Also, bei allem psychologischen Verständnis für gewisse Verrücktheiten und Exzentriker auf diesem Felde, hör mir bitte auf von Steinerbeschuldigungen oder fehlendem Anstand zu reden...

      Und wie siehts eigentlich bei dir aus bei Leuten, die eben nur Teile Steiners Äußerungen zurückweisen oder einfach nur inner-anthroposophisch diskutieren möchten, wie z.B. die als 'linke Gang' diffamierten Autoren und Diskussionsteilnehmer in einer Flensburger Hefte Ausgabe - über Rassismus bei Steiner, wo u.a. auch ein W. Schad dran teilnahm...passen die denn in dein Weltbild? Oder reagierst du eh etwas anders auf etwas berühmtere Namen, Autoren und Dr.Titel ...

      Schon vergessen deine Ideen? - oder verdrängt?

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    25. ;) ach schade, da wars mit dem Weltenhumor schon fast wieder vorbei ;))

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    26. @ Valentin,

      keine Angst, der "Weltenhumor" ist etwas Unvergängliches, Ewiges.
      Du hast recht, es mag widersprüchlich erscheinen, wenn ich einerseits von "Lügen" Steiners sprach, andererseits Steiner-Kritikern mangelnden Respekt oder fehlenden Anstand vorhalte.
      Dieser scheinbare Widerspruch tritt aber auch nur aus einem schon angeführten Grund zutage. Ich unterscheide auf der einen Seite zwischen Steiner als Mensch, als Person und auf der anderen dem Namen Steiner, also der rein sachlichen, inhaltlichen Ebene seiner Aussagen.
      Auf der sachlich-inhaltlichen Ebene ist es z.B. möglich "lügend die Wahrheit zusagen", sprich mit positiver Intention zu wirken. Wir wissen ja auch genau, dass es umgekehrt auch möglich ist, die Wahrheit sagend zu lügen, das wäre negative Intention!
      Auf die dahinterstehenden Absichten kommt es einzig und allein an. Eine Aussage hat auf dieser Ebene eben eine andere Valenz, wenn man sie in den Kontext der Intention und des Bemühens Rudolf Steiners stellt, im geistigen Sinne positiv wirksam zu sein. Von der positiven Intention Steiners bin ich durch und durch überzeugt, und deswegen schätze ich sowohl sein Werk als auch ihn als Person sehr.
      Kurz gesagt, für mich ist der Hinweis, dass Steiner in Bezug auf die Natur seines geistigen Schauens (möglicherweise ergänze ich jetzt, denn das Gegenteil ist auch nicht beweisbar!!) gelogen hat, nicht Ausdruck mangelnden Respekts vor seiner Geistpersönlichkeit. Ich analysiere nur die Methoden seines geistigen Wirkens.
      Für mich ist die Geisteswissenschaft die Wissenschaft von den Möglichkeiten und Wirkungen der vom Menschen geschaffenen (man könnte krass und verdeutlichend sagen .... möglicherweise als Phantasiegebilde erfundenen, also vorgelogenen) geistigen Welt.
      Die Leistung Steiners ist es, uns Werkzeuge in die Hand gegeben zu haben. Eines davon ist, eben z.B. lügend positiv zu wirken zu können.
      Nur die allererste Stufe erfolgt im religiösen Sinne, sein Lügen ist vergleichbar mit dem Lügen von Religionsstiftern beim Abfassen von wissenschaftlich unbeweisbaren, also religiösen Abhandlungen.

      Die Geisteswissenschaft fängt für mich erst eine Stufe darunter, d.h. bei ihren für alle greifbaren Wirkungen an. Die Natur der "geistigen Schauungen" kann wissenschaftlich nicht erläutert und bewiesen werden, wir befinden uns hier auf dem Gebiet des Glaubens, der Autosuggestion bzw. der sicherlich auch real erlebbaren Einbildung.
      Das Verdienst Rudolf Steiners liegt für mich darin begründet, dass er die Religion von der Stufe der "göttlichen Offenbarung" auf die menschliche Stufe herunterholte, dem Menschen den Weg wies, ihn auf die Möglichkeiten hinwies, selbst im geistigen Sinne wirksam zu werden.

      Wenn man aber auf der menschlich-persönlichen Ebene Steiner anschwärzt, spöttisch abwertende Bemerkungen über seine Person loslässt - wie ich es nie getan habe - erst dann liegt - abgesehen von der Intention die Anthroposophie selbst anzugreifen, erst wahre Respektlosigkeit und fehlender Anstand vor.

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    27. Ah so ist das...
      Du denkst dir also deine ureigenste Steiner-Hellsichts-Lügen-Theorie zurecht und weil du diese Theorie eben für unumstößlich richtig hältst, ist es eben auch richtig Steiner einen Lügner zu nennen??
      Verstehe...du lebst da in deiner eigenen Welt quasi...

      Hast du diese deine Theorie und dein Denken, eigentlich auch mal angezweifelt im Laufe deines Lebens? Oder - Gibt es da irgendwie Erweiterungsbedarf? Das wäre doch mal eine schöne,wissenschaftliche Haltung...

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    28. ...das muss man wohl erstmal so hinnehmen anonym...Ich glaube ja fast, da steckt eine gewisse Rat oder Hilflosigkeit dahinter...gepaart wiederum mit einem Respekt vor Steiner der womöglich und komischer weise - eigentlich deiner ganz persönlichen Theorie über ihn und Wissenschaft entspringt...also meinst du evtl.mehr dich als Steiner...Frage: Wäre es dann nicht sinnvoller, all deine gewagten Ansichten und Theorien zunächst mal fragend-forschend in den Raum zu stellen?
      ....

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    29. Ja, das ist Rudolf. Und auch sehr schön und differenziert, auch verstehbar, erklärt. Das ist eigentlich eine gängige Theorie, und die hat auch bereits greifbare Züge eines Konzepts, weil Rudoolf hier nicht zappelt, sondern stillhält und die Becher seiner Hütchen vorführt. Respekt!

      Auch ich sagte oft, gerade zu erklärten Atheisten: Religion aber, da, wo sie nicht Machtpolitik ist, ist die älteste Form höchster menschlicher und menschenmöglicher Poesie und das älteste Placebo.

      Der Weg vom anthropophagen Menschenopfer hin zum Tieropfer, um Unheil selbst, Schmerz, bereits vorwegzunehmen bis hin zum Opfer der reinen Frucht des Getreides in der Form ungesäuerter Brote, führt zur Transsubstantiation und ist die menschheitsgeschichtliche Homöopathisierung des brutalsten Mordes in das "reine Globuli" der weißen Hostie in der Heiligen Wandlung.

      Und Rudolf sieht in der Beschäftigung Steiners mit allen möglichen Mysterien eine Vorbereitung, auch die Botschaft hinter anderen Placebo-"Lügen"-Poesien zu entschlüsseln, ohne deren Wirkung zu entkräften. Das ist das Filetstück von Rudolfs Philosophie. Ich kann ihn damit aber nicht "zum Ritter schlagen":

      Denn ab da wird auch ersichtlich, warum er Hybride Kriegsführung als eine Hohe Kunst ansieht. Denn wer Einsicht in die weiße Placebic und den idealistischen Placebismus hat, der rühmt sich vor seinem intimen Spiegel auch stolz des Einblicks in die böse Placebic, in den bösen Placebismus, den Lügismus. Der Lügos.

      Da wird - "Braucht die Erde einen zweiten Mond?", verkaufen Sie mir das! :-)) - die Erde durch das Internet und neurolinguistische Staubsaugervertreterkünste, wie Carnegie (für die deutschen Esothante: "Sorge dich nicht, lebe!") "How to win friends and influence on people" zu einem Debattierclub, und während alle debattieren, räume ich in Ruhe die Krim ab. Naja..

      Und ob ich Steiner lese, oder fortgeschrittener, die "Obertöne" in dem Buch mit unbeschriebenen Seiten finde, auf dessen Deckel steht: "Alles, was du brauchst ist in dir!" - und in der Speisekammer, versteht sich, - das ist eigentlich auch Gans Wurst! quak quak quak...

      Interessante Anregung, alles, ohne Frage...

      mischa

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    30. @ Valentin,

      ich könnte dich ja genauso fragen, warum du es für richtig hältst, Steiner persönlich mit spöttischen Bemerkungen ins Lächerliche zu ziehen, oder ihn zeitverschoben (aus heutiger Sicht) in die Nähe von Rassismus usw. zu rücken ohne in seiner Zeit gelebt zu haben und daher beurteilen zu können, was seine Ausgangspunkte waren, von welchen geistigen Urgründen und Strömungen er sich beeinflussen ließ usw. usw...

      Vielleicht wärst du ja selbst, und das sogar heute, ein Antisemit, wenn Gott, die Vorsehung, oder dein eigener Geist dich in einem Palestinenser hätten inkarnieren lassen, meinst nicht?

      Jeder hält seine eigene "Theorie" für richtig, ich, du und genauso auch Steiner, sofern es sich nicht eine provozierende Geste handeln sollte um andere aus ihrer Reserve zu locken.
      Und viele Menschen, die eine solche Theorie vertreten, von denen sie überzeugt sind, dass die richtig ist, stellen sie in den Raum, in der Hoffnung, dass vielleicht andere auch dazu fragen und forschen.
      Was sollte daran falsch sein?

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    31. Anonym und du scheinst mir ganz besonders überzeugt zu sein von deinem Irrsinn...zudem null Empathie und wirkliche Diskussion sondern nur deine statements !!
      Für mich bist du eingeschlossen in deiner eigenen kleinen Welt und total konditioniert. nicht zu helfen! ;)

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    32. @Hermann

      Nein, es ist noch viel viel schlimmer...

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    33. Das Lügen oder zumindest ein "Hinterm-Berghalten" sowie verschachtelte Aussagen usw. - scheinen also salonfähig zu werden...solange bis keiner mehr auch nur die einfachsten Dinge und Wahrheiten versteht oder verstehen will oder halt soll..wo wir fast wieder bei Bobbys sehr wahre Thesen angekommen wären ;))

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    34. Schade dass potentiell noch so herausfordernde und einigermaßen sachlich geführte Gespräche im Egoistenforum , wenn sich abweichende Meinungen manifestieren, immer ohne jegliche Begründung mit Angriffen unter der Gürtellinie oder - wie Valentin 12:26 MEZ jetzt zum x-ten Male wieder vorexerziert, pauschal mit Bemerkungen wie z.B. "Irrsinn" - abgebrochen werden.

      Der eigentliche Irrsinn ist doch wohl dieser irrationale immer wiederkehrende Reflex, der tief in den Genen dieser gewissen Gattung sich fortschrittlich wähnender "Anthroposophen" veranlagt sein muß.
      Eh klar, die "einfachsten Dinge und Wahrheiten" verstehen immer und ausnahmslos nur sie selbst.

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    35. Anonymus

      Gespräch??? Schade??? Wer's glaubt...Ausweichgespräch bestenfalls, Statement-Robot und immer dieselbe Leier ;)) Da ist leider nichts zu machen, total langweilig auch...deshalb an dieser Stelle Rudi: Ausgesprächelt ;)

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    36. Hmmm, sich aufregen über die "Lügen" Steiners, und dann selbst über den wirklichen "Rudi" und  dessen bessere Hälfte respektlos herziehen und immer noch eins drauflegen.
      Rassistische und antisemitische  Äusserungen Steiners nicht genug, jetzt auch noch Anspielungen auf das Dämonenhafte in Belgisch Kongo mit mehr offenem als verdecktem Bezug über das Negerhafte zum wirklichen Rudolf. Unterste  Schublade. Aber klar, was man selber zum Exzess betreibt, dürfen andere noch lange nicht. So hält man das einfach, jedenfalls danke für diese Demonstration einer eindrucksvollen intellektuellen  Glanzleistung und die wirklich aufschlussreichen Einblicke in bisher für unvorstellbar gehaltene  geistige Abgründe avantgardistischer Pseudoanthroposophie.
      Und am Ende, also dann wenns  brenzlig wird und die Widersprüche zu einer Grösse von mindestens 3 Universen angewachsen  sind,  wird einfach das männliche Teil eingezogen. Bravo, meine vorzügliche Hochachtung!

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    37. Tja, anonym, es gibt eben Menschen die haben noch einen Hintern in der Hose - Du hast die Hosen leider ständig voll da wo du deine besseren Hälften sitzen hast ;)) und es gibt Menschen die eine gute Vorstellung haben davon, was weiße, schwarze und graue Magie bedeutet, auch im Wort und wie in diesem Fall Afrikaner durch negerhaft-untersinnlich-dämonische Äußerungen und anderes Zeugs DÄMONISIERT werden! Was glaubst du, ist das weiße Magie? Du armer Wichtel?

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    38. @Anonym
      Nicht 'schwarz' ärgern, sonst tragen Sie noch 'Negerhaftes' in Ihr Zweigleben!

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    39. Wichtel"

      Haha...jetzt drehst wohl endgültig durch?
      Grosse Klasse ....muss ich schon sagen!

      Weisse Magie? Also deine Verspottung Rudolf Steiners und seiner Ehefrau ist es schon mal definitiv  nicht!

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    40. Mischa, du hättest den Anonym-Troll lieber nicht 0,25 cm größer machen sollen mit deinem Lob..Jedenfalls kaum geschehen, springt er schon wieder aus seiner Hecke ;) (ich tippe bei ihm eh auf ein extrem ausgestaltetes BL-Syndrom "Komm her und leck mich am A...." - auch im übertragenen Sinne ;)

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    41. Anonym, wiederhole doch bitte mal was Frau Steiner gesagt bzw. geschrieben hast! Hallo, ich habe das doch nicht geschrieben ;) bist du betrunken? Lies doch einfach mal :)

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    42. Lies doch selber nach was du selbst geschrieben hast!

      Valentin Mittwoch, 29. November 2017 um 13:46:00 MEZ

      Was "Frau Steiner" gesagt  hat, könnte genauso "Herr Hitler" gesagt haben. Du hast es selbst geschrieben.

      Und da willst du mir weis machen, dass es nicht stimmt, dass du Rudolf Steiner in ein schiefes Licht rückst? Also mehr Stumpfsinn  brauche ich heute wirklich nicht mehr.

      Gute Nacht!
      Und verrat mir doch mal bitte was du dir heute schon hinter die Binde gekippt hast....;-)

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    43. Wenn man eine Aussage über 'Frau Steiner' für eine Aussage über 'Rudolf Steiner' hält, muss man wirklich sternhagel besophen sein, lieber Anonym!

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    44. "besophen"

      Ich halte mir wieder mal den Bauch vor lachen. Ihr seid wirklich Unterhaltungskanonen! Ja, in der Tat, "besophen" können wohl wirklich nur Anthroposophen sein.

      Also wenn man eine Aussage von Frau Steiner für eine Aussage über Frau Steiner hält, und den damit hergestellten Bezug zu Rudolf  Steiner für eine Aussage über Rudolf Steiner, dann ist man wohl wirklich im delirium-tremens Status eines antroposophischen Rausches angelangt.

      Vielen Dank jedenfalls für die nette Unterhaltungsshow, echt amüsant!

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    45. Anonym
      Ich trinke gar nicht, du armes Wichtelchen...und du? aber sag, wie konnte es passieren dass wichtige Anteile deiner 'Persönlichkeit' einfach so abgespaltet wurden? Du bist ja nur noch so ein Anthro-Automat fast wie eine Maschine oder wie ein Tonband welches man ständig abspielt!...Robot-Rudolf

      Frage: Kennst du eigentlich Mitgefühl? Oder - Hast du schon mal einem Afrikaner die Hand gegeben oder mit einem gesprochen oder in die Augen geschaut, so ganz ohne Marie und Rudolf Steiner-Brille?

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    46. Wetten dass - Mitgefühl oder Afrikaner - Reizwörter für dich sind und du erneut nicht konkret darauf antwortest und den Seiten -oder Hintereingang benutzt? ;)) Ich habe übrigens einen sehr liebenswürdigen afrikanischen Freund (deutsche Frau zwei wunderhübsche Kinder) aus Ghana und was glaubst du wie er wohl auf negerhaft-untersinnlich-dämonisch reagieren würde?

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    47. Hat der Haustroll uns wieder seine Sarottiseite präsentiert und hat uns geistig mit seiner fäkal analen Aftershow beregnet? Um sich und seine Beileser auf unsere Kosten zu amüsieren? Ja, wenn man den Kleinkindern nicht streng schaut, schmeißen sie den Brei vom Stühlchen, den Löffel behalten sie um Lärm zu machen. Erinnert mich an den holländischen Käsemensch, der wegen Judith von Halle hier öffentlich eine Psychose entwickelte, oder Lichte, der seine Überschriftenleserschaft hoffte, zu überzeugen, hier sei ein Naziblog. Hier haben sich schon viele öffentlich mit ihren Fäkalien eingecremt, wenn gar nichts mehr geht, zerreißen sich die Rumpelstilzchen eben selbst. Das sind okkulte Gesetze, übrigens. Nichts von Placebo.
      herzlich, mischa

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    48. @ Valentin,

      Abgesehen davon, dass ich in Deutschland selbst ein Ausländer wäre, woraus um alles in der Welt schliesst du eigentlich nur, dass Mitgefühl oder Afrikaner für mich Reizwörter wären?
      Woraus schliesst  du, dass ich die Aussage von Frau Steiner nicht auch, genauso wie du für ausgemachten Blödsinn?  Natürlich ist die Aussage von Frau Steiner Quatsch. Aber es ist genauso falsch, diese Aussage zuninstrumentalisieren, um den Ruf Rudolf Steiners und den der Anthroposophie zu beschädigen, das ist alles.

       Ich kenne auch persönlich sogar sehr viele liebenswürdige Ausländer, vor allem kenne ich nur solche, also persönlich, weil ich auch nur die Nähe dieses Typus Ausländer suche. Jeder Ausländer, der liebenswürdig, ehrlich und integrationswillig ist, auch vor hat à la long nicht dem Gemeinwesen zur Last zu  fallen ist bei mir mehr als willkommen.
      Es wäre aber eine Absurdität den Fakt zu leugnen, dass es nicht nur liebenswürdige Ausländer gibt. Leider gibt es auch enorm gestiegene Kriminalitäts- und Vergewaltigungsraten in Gebieten mit hoher Flüchtlingsdichte.
      Und es ist ein Unding, jeden der nichts anderes tut, als eine Obergrenze für reine Wirtschaftsflüchtlinge zu fordern, als Nazi zu bezeichnen. Noch dazu nicht unterscheiden zu wollen, ob es sich um integrationswillige und halbwegs gebildete, d.h. um alphabetisierte, arbeitswillige und des Deutschen oder Englischen mächtige Personen handelt, oder - Karl Marx hätte es so bezeichnet - das "Lumpenproletariat" der gesamten dritten Welt, wo die betreffenden Herkunftsstaaten heilfroh sind es loszuwerden und auch die Rücknahme verweigern.
        Denn so etwas würde unweigerlich zum Untergang Deutschlands und der deutschen Kultur, zur Zerstörung der Volkswirtschaft, des Gemeinwesens wie wir es kennen und schätzen und letztlich  ein Absacken auf Dritt-Weltniveau zur Folge haben.
      Oder aber man provoziert mit einer solchen Politik - wie es ja schon nach dem ersten Weltkrieg wegen der Auflagen von Versailles der Fall war - einen erneuten  Rechtsruck. Wollen wir das wirklich?
      Das kann doch nicht gewollt sein. Aber genau diesen Rechtsruck forciert man, wenn man jeden der eine vernünftige Ausländerpolitik wie in jedem diesbezüglich noch gesunden Land der Welt üblich fordert, als Nazi bezeichnet.

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    49. Als nur mehr gelegentlichem Mitleser fällt mir jetzt erst auf:

      "Fäkalien-Mischa" hat wieder zugeschlagen.

      Schämst du dich denn nicht für diese widerliche Ausdrucksweise? Warum lässt du dich nur so weit aus der Fassung bringen?
      Denn die einzige wirklich braune Spur in diesem Blog, ist die, welche du hier hinterlässt!

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    50. Immer wieder köstlich, wodurch sich gut durchmeditierte Sophen aus der Fassung schrauben lassen...

      s. b.

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    51. Und vor allem nicht schwarz ärgern, sondern einfach mal Spaß haben und etwas lustig sein, wie neulich in einem Tiroler Festzelt..Ja,ja es könnte doch alles sehr entspannt und friedlich sein in unserem Europa:

      https://youtu.be/yi0cBmlnM4Q

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    52. Die Zersetzung des Kulturgutes Tirolerhut durch das Negerhafte!

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    53. Falsch........

      das "Negerhafte" zerstört rein gar nichts. Ganz im Gegenteil, es kann sogar dem "Tirolerhaften" zu neuer Daseinsberechtigung und Anerkennung verhelfen.
      Einzig und allein die Instrumentalisierung des "Negerhaften", bzw. die Rudolf Steiner oder seinem Mariechen unterstellte angeblich rassistisch motivierte  Geringschätzung des "Negerhaften", soll hier ganz augenscheinlich die Anthroposophie beschädigen.
      So wollen es ganz offensichtlich gewisse "Anthroposophen".

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    54. auch sehr niedlich - unser(e) Befreier und die Heidi-Kultur ;) https://www.youtube.com/watch?v=93VPOqugKP4


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    55. @Falsch

      Richtig......

      Da gibt's einen Vortragszyklus mit dem Titel 'Von der Mission des Negerhaften', welcher davon handelt, dass eine gewisse Anzahl von Negern (mindestens müssen es 48 sein) nach Tirol herüberkommen und Tirolerhüte tragen müssten, damit deren Nachkommen keine Mulattenhaare mehr bekämen.
      Durch diese Tatsache wird dann auch der Tirolerhut vom furchtbaren Schicksal der Sinnlosigkeit erlöst und mit einer neuen nie geahnten Daseinsberechtigung ausgestattet.

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    56. Liebes Birk-Mariechen,

      Ist ja süss, was du dir da alles ausdenkst.

      Nuuur.....am Ende aller Tage bleibt geradezu schicksalshaft  einzig und allein die Sinnlosigkeit deiner Steiner-Gegnerschaft übrig.
      Noch etwas.....da wie ich schon mehrmals andeutete, ich nicht nur kein Deutscher, Schweizer oder Österreicher bin, und jetzt auch noch ein für alle mal unmissverständlich  hinzufüge, dass ich auch kein Tiroler bin und mich auch mit einer eventuell geisteswissenschaftlich begründbaren Mission oder Daseinsberechtigung des "Tirolischen" nie auseiandergesetzt habe, ist mir das Schicksal des Tirolertums  im Weltzusammenhang auch relativ wuuuuurschht!
      Nichts desto trotz gönne ich den Anthroposophen ihre Vortragszyklen und den Tirolern ihre Hüte.

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    57. Mariechen will's wissen...Freitag, 8. Dezember 2017 um 21:44:00 MEZ

      Bist Du dann Reichsbürger?

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    58. Wer nicht für mich ist, ist gegen Steiner!

      Merkst Du was, Rudolf vom Jupiter?

      Wahrscheinlich nicht, denn dieses Denkmuster ist ein hermetisch geschlossenes System, aus dem es für den Gefangenen kein Entkommen gibt.
      Bis ans Ende aller Tage bleibt geradezu schicksalhaft die Sinnlosigkeit Deiner Steiner-Türsteherei, zu welcher Dich nie jemand bestellt hat...


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    59. Lieber Stephan,

      Glaube jetzt zwar nicht, dass du diese Albernheit ernst meinst, aber trotzdem: Neeeein, auch kein Reichsbürger. Wobei hier angemerkt werden muss, dass vermutlich  kein noch so verrückter Reichsbürger leugnen würde, ein Deutscher zu sein.

      "Lasst mich singen........weil ich stolz darauf bin..........ein Italiener zu sein, ein richtiger Italiener........guten Tag Italien........mit zuviel Amerika in der Werbung........" usw...usw.usw...

       https://m.youtube.com/watch?v=DlOO-EkdTCM  

      Toto Cutugno durfte es singen, ein richtiger Italiener zu sein und der kulturellen Vereinnahmung durch die USA einen Seitenhieb zu verpassen und es wurde trotzdem ein Welthit.
      Hätte ein Deutscher gesungen, er wäre stolz darauf ein richtiger Deutscher zu sein, wäre ihm sicherlich nicht nur internationaler Erfolg versagt geblieben,  er wäre wohl im innersten Kreis der Nazi-Hölle gelandet.

      Vielleicht wird dem  oder der einen oder anderen hier ja doch noch mal die ganze Tragik dieser  grotesken "geistigen Kastration" der  Deutschen bewusst, die sie dazu führt, sich selbst zu hassen und sie daran hindert, im Geistigen das zu sein, was sie sein könnten und das hochzuhalten, was aus ihnen hervorgegangen ist.

      Ein für alle mal, ich bin kein Nazi, kein Nationalist, kein Faschist, kein Rechtsgerichteter, kein AfD - Anhänger und dgl. mehr.
      Klar, ich verurteile primitive und undifferenzierte  Steiner-Gegnerschaft.
      Ein für alle mal oute ich mich jetzt zum letzten Mal. Ich bin ein "italiano vero",  ein richtiger Italiener, trotzdem Weltbürger und als Besonderheit .......mit Deutschland, seiner Kultur und seinem Geistigen tief im Herzen, vielleicht sogar in der Seele.

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    60. Lieber Stephan,

      Glaube jetzt zwar nicht, dass du diese Albernheit ernst meinst, aber trotzdem: Neeeein, auch kein Reichsbürger. Wobei hier angemerkt werden muss, dass vermutlich  kein noch so verrückter Reichsbürger leugnen würde, ein Deutscher zu sein.

      "Lasst mich singen........weil ich stolz darauf bin..........ein Italiener zu sein, ein richtiger Italiener........guten Tag Italien........mit zuviel Amerika in der Werbung........" usw...usw.usw...

       https://m.youtube.com/watch?v=DlOO-EkdTCM  

      Toto Cutugno durfte es singen, ein richtiger Italiener zu sein und der kulturellen Vereinnahmung durch die USA einen Seitenhieb zu verpassen und es wurde trotzdem ein Welthit.
      Hätte ein Deutscher gesungen, er wäre stolz darauf ein richtiger Deutscher zu sein, wäre ihm sicherlich nicht nur internationaler Erfolg versagt geblieben,  er wäre wohl im innersten Kreis der Nazi-Hölle gelandet.

      Vielleicht wird dem  oder der einen oder anderen hier ja doch noch mal die ganze Tragik dieser  grotesken "geistigen Kastration" der  Deutschen bewusst, die sie dazu führt, sich selbst zu hassen und sie daran hindert, im Geistigen das zu sein, was sie sein könnten und das hochzuhalten, was aus ihnen hervorgegangen ist.

      Ein für alle mal, ich bin kein Nazi, kein Nationalist, kein Faschist, kein Rechtsgerichteter, kein AfD - Anhänger und dgl. mehr.
      Klar, ich verurteile primitive und undifferenzierte  Steiner-Gegnerschaft.
      Ein für alle mal oute ich mich jetzt zum letzten Mal. Ich bin ein "italiano vero",  ein richtiger Italiener, trotzdem Weltbürger und als Besonderheit .......mit Deutschland, seiner Kultur und seinem Geistigen tief im Herzen, vielleicht sogar in der Seele.

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    61. Penner trinken WürttembergerSamstag, 9. Dezember 2017 um 06:39:00 MEZ

      Rudolf, Da sagst Du es doch : Weltbürger!

      Ich war kürzlich in Italien und zutiefst traurig und entzückt zugleich, als ich die wunderschöne sekuläre wie klerikale Architektur genießen durfte - warum lasst Ihr Italiener Euch das alles von einem Blowjob-Fuzzi verkacken?

      Was nützen uns Goethes Dampfworte, wenn wir Pass-Deutschen unsere Augäpfel von so einer Kaiser-Wilhelm-Scheiße wie dem Brandenburger Tor dazu foltern lassen müssen.

      Oder bei ICH BIN STOLZ AUF DEUTSCHE BAHN:
      Nooooooch jemand zuuugeschdigen, di Faschaine bidde; im Schbaisewagen sävieren wia inen längere Wösdschen...
      Das hört sich doch an, als würde einem Schiller persönlich die läggeren Wöschdchen in's Maul stopfen; und dann das ganze noch mal in weltbürgerlichem 'wällkomm on bord si Ai-See I-Train'...
      Der Frecciarossa war da deutlich formvollendeter: Die Zugbegleiterin hatte hatte perfekte Manieren und sprach makelloses Englisch,

      Wer stolz auf seine nationale Herkunft ist, nur weil's ihn an einem bestimmten Flecken Erde in irgend eine Wiege gehauen hat, der wird wohl eher als Wutbürger (wegen all der Deppen jenseits der -in Deutschland sogar föderalen-Landesgrenze) denn als Weltbürger enden; das verträgt sich so einfach nicht...

      Ich Persönlich bin nicht stolz, ein DEUTSCHER zu sein: Mein ganzer Stolz gilt einzig und alleine dem deutschen Musterländle Baden-Württemberg, wobei Baden endlich wieder abgespalten und bei den Franzosen entsorgt gehört, denn die Badener schaffen nix und schwätzen bloß...

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    62. Italiener und Schwabe...

      https://www.youtube.com/watch?v=lS5J0cHfamg

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    63. "Blow-job Fuzzi"

      Ich bin wahrlich kein Freund dieser negativen Übertreibung italienischer Tugenden.....er hat Italiens Ansehen weltweit sicher nicht positiv beeinflusst.......aber warum wird er bei seinen  Leuten dennoch so geliebt?

      Als wirklich einziger seit WK2 ist es ihm gelungen, während seiner Regierungsperioden, die Steuern zu senken, das halten ihm eben alle kleinen und grossen Unternehmer und Selbstständigen  zu Gute. Wo der Sozialstaat, der in D übertriebene Ausmasse angenommen hat, noch nicht die Mehrheit der Bevölkerung  befriedigt, hat das eben Erfolg.

      Es freut mich sehr, dass du so positiv über Italiens Hochgeschwindigkeitszüge schreibst. Ich brettere auch  viel lieber über Italiens tolle Autobahnen als über die teilwiese in jämmerlichem Zusatnd befindlichen  in  Deutschland, trotz -  im Unterschied zu Deutschland- Maut und Geschwindigkeitsbegrenzung.
      Gerecht ist es aber zweifelsfrei, wenn nur diejenigen, die sie wirklich benützen zahlen, und wirklich sozial ist, wenn diejenigen, die sie nicht benützen, nicht zahlen müssen.
      Und wenn gleich zwei Vorteile auf einmal zutreffen, dann fällt es nicht schwer eine Meinung zu haben.
      So wie auch die vielen Ausländer in Italien bei der einheimischen Bevölkerung  niemals diesen Rechtsruck bewirken, wie augensscheinlich  in Deutschland. Aus dem einfachen Grund, weil der Sozialstaat, wenn er auch manchmal den deutschen  versucht nachzuäffen, niemals die Absurdität des deutschen erreicht. Weil er eben unterm Strich,  aufgrund niedrigerer Besteuerung des Staatsvolks dazu führt, dass es der Mehrheit der Einwanderer nicht gelingt, diesen auszunehmen, und sie demzufolge in der Regel gezwungen sind, von ihrer eigenen Arbeitsleistung ihr Auskommen zu erwirtschaften.

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  5. @Bernhard
    Fast scheint es mir als sei in der heutigen Anthroposophie alles möglich...da muss man einen kühlen Kopf behalten in einigen Fällen...Ich halte z.B. gar nix von der Theorie dass der Mensch nur durch Gewalt oder ein - Dekadenz trifft auf Dekadenz - sich weiterentwickeln kann...Bernhard, was meinst du bei dieser deiner These von der du scheinbar sehr überzeugt bist - mit mainstream? Sind das für dich diese dummen kleinen Idealisten und Friedvollen oder meintest du gewisse Politiker die mehr auf Verhandlungen, Entspannungspolitik und Diplomatie setzen, wie einst der Willy Brand und der Genscher und einige andere? Ein Trump kann es doch nicht sein oder?

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    1. @Valentin

      Ich antworte auch mal noch kurz, obwohl Du Bernhard gefragt hast. Es gibt harte Naturgesetzlichkeiten, und in meinen Augen hat "Spiritualität", man kann auch manche Ausdrucks- und Darlebensweisen einer Anthroposophie dazu zählen, den Auftrag, für Jeden Einzelnen diese schweren Daseinsauflagen abzufedern und unterstützend, heilend, oder tröstend, und motivierend zu tätiger Empathie und Mitempfinden beizutragen. Zu den Sozialberufen gehört, in einer menschenwürdigen Zukunft im übrigen auch der Wehr - und Polizeidienst, auch der Kampf gegen die größte Macht der Zukunft: Das Organisierte Verbrechen, was nicht nur Staat im Staate sein will, sondern eben stets auch territoriallen Gewinn anstrebt. Das ist ja vollkommen alles in unseren internationalen Organen veranlagt, Kriegsverbrechertribunale, Vereinte Nationen usw.
      Das ist - eigentlich - "spirituell"! Auch unser Grundgesetz! Das ist "spirituell"! War für mich nie eine Frage, denn das hat mir dschon 1985 mein Esobuchhändler, der auch ein Mentor war, "gesteckt". Ist doch auch klar! Und warum gibt es Kriegsverbrechertribunale, Grundgesetz, Verfassungen? Eigentlich schon um den Krieg, jeder gegen jeden, bis in die Familie hinein geht das doch oft! gemeinsam zu bändigen, ohne uns die Luft gegenseitig abzudrehn.... Und, ja, da gibt es in Steiners Werken wertvollste Hinweise zur Selbsterkentnis. Damit es andre nicht so schwer mit uns Egoisten haben...

      Aber: Es gibt halt die Wissenschaft, es gibt die Selektionsgesetze, es gibt Programme von Hackordnungen und soviel "Anzeichen": Als gäbe es - da draußen - keine Liebe, keinen "Sinn", nur Kälte. Und ja, da gibt es immer Verlockungen, hinzuwerfen, und kurz gesagt "Böse" zu werden.

      Wo gibt es denn heute noch "Schuld" als Begriff? Für den freien und gesunden Menschen, denn nur von dem ist jetzt mal die Rede: Wenn nicht aus der Freiheit, die die Einsicht überhaupt zuläßt, daß wir so oft selbst gescheitert sind, wir aber dennoch ... weitermachen! .. müssen und wollen, obwohl wir längst alle irgendwo einmal unsere Menschenwürde verleugnet haben. Es gar nicht mehr "wert" sind, uns noch ein weiteres Mal zu bemühen, bessere Mitmenschen zu werden, statt nur makellose Fassaden zu präsentieren...?
      Nein, wir machen weiter, und forschen, auch textkritisch. Wir wissen heute warum der Genozid gegen die Ureinwohner Amerikas, flankiert mit den Infektionskrankheiten auch, stattfand. Warum im Belgischen Kongo gemordet wurde. Weil? "Wir" nicht fähig waren, die zivilisatorisch höchst komplexen Konzepte und komplett anderen neuronalen Vernetzungen in den Nervensystemen nicht europäischer Kulturkreise auch nur annähernd zu verstehn, und die "Eingeborenen" umerzogen haben, um ihnen "unsere" Fehler beizubringen und Lösungen für "unsere", für europäische Fehler. Welch ein Verlust. Erst allmählich ein Gespür zu entwickeln für die Lösungen und Fehler, für den ganzen Kosmos anderer Hochkulturen, wo diese fast schon ganz ihrer alten Wahrnehmungen und ihrer Reaktionen und Aktionen auf und in der Welt beraubt worden sind.

      mischa

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    2. Todessehnsucht, Kampf und Schwert ja der Mensch der ist sich's wert!
      Sag; frisst dich eigne, unerlöste Wut? Ohnmacht nährt die innre Glut? Drauf los und zu ist nie verkehrt? Einfach Gemüt, nur zu, nur zu, der Mensch der ist sich's wert!

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    3. Fiel mir gerade so ein ;) ... später mehr Mischa, ich stimme in v.zu....

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  6. .
    Mischa, nur kurz und etwas scherzhaft vereinfacht - vielleicht ist ja vieles auch auf ein Testosteron-Problem zurückzuführen ;)
    Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt :)

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    1. Und diese furchtbaren Geschehnisse in Belgisch-Kongo waren ganz besonders schimm...auch bekannt unter Kongogreuel...das war mehr als untersinnlich-dämonenhaft...und man fragt sich also: Wer waren hier eigentlich die Dämonen? Die Afrikaner etwa?
      Und wer redet eigentlich mal über Wortmagie? Über Wortmagie gegen einen ganzen Kontinent und darüber hinaus?

      Kongogreuel:
      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kongogr%C3%A4uel

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  7. @ Anonym 30.11.2017 um 19:04:00 MEZ

    Teil 1
    Werter Anonym, wenn sie meinen ich hätte ihre Aussagen einer Analyse unterworfen, so irren Sie sich gründlich. Was ich getan habe ist, ich habe in Ihr Sagen vertieft hinein gelauscht und aus den Klangräumen Ihrer Worte, den Ober- und Zwischentönen, die dabei an mein Ohr gelangt sind in meinen Worten einen Klangspiegel vor Ihren Augen aufgezogen, der ihnen die freie Möglichkeit vor Augen führt in diesen dynamisierten Klangräumen sich selber tiefer erkennend wahrnehmen zu können, wenn Sie das wollen. Doch wie es aussieht haben Sie auf Ihrem Lebensweg allem Anschein nach keine Vorsorge ausgelassen ein Verhältnis zur Anthroposophie aufzubauen, das sich auf nicht wenige aussen und innen Standpunkte stützt.
    Nun haben es aber Standpunkte (das Stehen auf einem Punkt) so an sich, das Sie von dort her nur einen sehr begrenzte Sicht auf das hin erlangen können, was Sie in Ihre Betrachtung rücken, also in unserem Falle die Anthroposophie. Im Heilpädagogischen Kurs spricht Steiner von der Notwendigkeit ein Tänzer zu werden. Ich will hier dieses: „Werden Sie wie ein Tänzer“ einmal auf das Verstehen-Können von Anthroposophie beziehen und sagen, ohne eine hohe, eine sehr hohe innere Beweglichkeit im Denken „und“ Erleben zu entwickeln kann das Wesen Anthroposophie nicht erfasst werden.
    Standpunkte sind zudem meist sehr tief beeinflusst von dem Selbstbild, das ein jeder Mensch durch sein Leben trägt, gewissermassen - um es bildhaft auszudrücken - als seinen Monteuranzug, auf dem alle Risse, Öl- und Schmierflecken usw. abgebildet sind, die er mit anderen Menschen schicksalhaft noch in der einen oder anderen Weise abzuklären hat. Wenn dann innerhalb seiner sozialen Begegnungen seine Schicksalsgenossen im Vorbeigehen aneinander von dem einen oder anderen Flecken wie getriggert darauf reagieren, dann hat das nicht unbedingt etwas mit negativer Projektion zu tun, sondern in erster Linie mit einem vielleicht sogar schmerzhaften Impuls dasjenige erinnernd (Geisterinnern!) innerlich heraufzuholen, was es noch zu bereinigen gilt. Hiergegen wehrt sich nun das eigene Selbstbild vehement, fühlt sich vielleicht so gar beschmutzt ohne zu bemerken, dass der Schmutz bereits tief in seine Bekleidung eingewoben vorhanden ist und es „nicht die Anderen sind,“ die dieses Kleid beschmutzen.
    Damit habe ich „eine“ wesentliche Dynamik sozialer Interaktionen aus der seelischen Beobachtung heraus skizziert. Es gibt noch andere. Doch diese wesentliche Linie will zuerst bearbeitet sein, bevor aus meiner Sicht heraus ein fruchtbarer Umgang mit anderen Dynamiken möglich wird. Andernfalls kommt einem eine latente, vom Selbstbild gesteuerte Überheblichkeit allzu leicht in die Quere und treibt soziale Interaktionen an Abgründe heran und über diese hinweg. Die Geschichte der grossen und kleineren Konflikte innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft bietet hierfür mehr als ausreichendes Anschauungsmaterial.

    Bernhard Albrecht Hartmann

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  8. @ Anonym 30.11.2017 um 19:04:00 MEZ
    Teil 2

    Was Sie über die Angriffe auf Rudolf Steiner sagen, dazu will ich vorderhand nur dieses erwidern. Diese Angriffe auf Rudolf Steiner sind die Folge starker Defizite innerhalb der Anthroposophenschaft genau das untereinander zu bearbeiten, was ich Ihnen oben als Dynamik aus der seelischen Beobachtung heraus skizziert habe. Wäre dieses umfassender geschehen, so hätte sich damit auch gegenüber der Öffentlichkeit eine andere Sprache herausbilden können darauf einzutreten. So aber wird nicht wenig verdeckt ideologisch argumentiert, verharmlost, zugedeckt, gerechtfertigt und wer weiss was sonst noch. Die Probleme hier sind also in erster Linie hausgemacht und kommen nicht in dem Umfang von aussen wie es den Anschein hat. Wenn Sie tiefer hinschauen, können Sie auch von einer Sogwirkung im Hinblick auf gleichsam schwarze Löcher innerhalb der sozialen Abläufe in der Anthroposophenschaft sprechen. Kein inneres Tun oder nicht Tun bleibt ohne Aussenwirkung.
    Abschliessend noch dieses: Ich habe nicht behauptet „Sie“ würden quasi das Imprimatur beanspruchen, „was in Bezug auf die Geisteswissenschaft zukünftig als wissenschaftlich zu gelten hat.“ Da Sie sich aber in Ihrem Sagen gerne nicht nur als Verteidiger Ihres Verständnisses von Anthroposophie darstellen, sondern auch auf eine unterschwellige Art gleichsam auch als Sprecher einer nicht näher umrissenen Gruppe anderer Menschen hat das Imprimatur oder besser gesagt die „Haltung zu einem Imprimatur“ möglicherweise auch etwas mit Ihnen zu tun. Doch die möglichen tieferen Zusammenhänge mit Ihnen gesprächsweise zu bearbeiten, das ist nicht meine Aufgabe. Wenn Sie den oben skizzierten Weg gehen wollen, dann werden Sie es früher oder später schon selber herausfinden.

    Bernhard Albrecht Hartmann

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  9. Bernhard , siehe auch Egoistenblog / Mai 2014
    Nichts neues im Westen...

    https://egoistenblog.blogspot.de/2014/05/roman-boos-der-liebling-marie-steiners.html

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