Wenn Linke mit Rechten reden und Rechte mit Linken leben - Was ist dran am Smarties-Dogma?


Ingrid Haselberger

Immer mehr Menschen empfinden in letzter Zeit, daß unsere Gesellschaft gespalten ist. Man meint zwei „Fronten“ wahrzunehmen, die oft mit den althergebrachten Bezeichnungen „die Rechten“ und „die Linken“ benannt werden.
In vielen Diskussionen (nicht zuletzt auch hier im Blog) scheinen diese beiden „Fronten“ einander unversöhnlich gegenüberzustehen: man wirft reflexartig mit stereotypen Argumenten hin- und her, findet allerlei despektierliche Bezeichnungen füreinander oder macht dem jeweiligen Gegner Therapievorschläge - - - bis man sich schließlich frustriert voneinander abwendet und jeweils die eigenen Vorurteile (daß man eben mit „denen“ nicht wirklich reden kann) bestätigt findet.

Dazu sind vor kurzem zwei sehr unterschiedliche Bücher 1) erschienen, die – jeweils von ihrem Standpunkt aus – versuchen, ein wenig Farbe in dieses traurige Schwarz-Weiß zu bringen. Ich habe alle beide mit großem Vergnügen gelesen. Die insgesamt fünf Autoren nähern sich ihrem Thema mit Humor, Freude an pointierten Formulierungen und - ja, wirklich! - liebevollem Augenzwinkern. 2)

Der fundamentale Unterschied laut wikipedia (vgl. die jeweils ersten Sätze der Artikel): Während die politische Linke von der prinzipiellen Gleichheit aller Menschen ausgeht und sich daher die »Aufhebung von Ungleichheit und als Unterdrückung begriffenen Sozialstrukturen, zugunsten der wirtschaftlich oder gesellschaftlich Benachteiligten, zum Ziel« gemacht hat, betont die politische Rechte die prinzipielle Verschiedenheit der Menschen und »befürwortet oder akzeptiert daher eine gesellschaftliche Hierarchie.«

Martin Lichtmesz und Caroline Sommerfeld (von der hier im Blog schon die Rede war) formulieren das in ihrem Buch »Mit Linken leben« (MLL) auf ihre Weise (und lassen ahnen, daß es ihnen nicht nur um Unterschiede zwischen individuellen Menschen geht, sondern auch um Gleichheiten innerhalb gewisser Menschengruppen):
Während die Linke andauernd von »Vielfalt« redet, will sie von echten, konkreten Unterschieden zwischen Menschen nichts wissen – seien diese kultureller, religiöser, biologischer, ethnischer, nationaler, geschlechtlicher oder politischer Art, auf der individuellen ebenso wie auf der kollektiven Ebene. Ihre Vorstellung von »Buntheit« und »Vielfalt« nennen wir das »Smarties-Dogma«: Ein »Smartie« ist eine Schokolinse mit einem knallbunten Zuckerguß; unterhalb dieser Schicht bestehen jedoch alle Smarties aus der gleichen Schokolade.
(MLL S 62)

Per Leo, Maximilian Steinbeis und Daniel-Pascal Zorn (die sich selbst allerdings ausdrücklich nicht als »Linke« sehen, sondern als »Nicht-Rechte«) verfolgen in ihrem Buch »mit Rechten reden« (MRR) einen anderen Ansatz:
Wir begreifen, so viel sei verraten, als »rechts« keine eingrenzbare Menge von Überzeugungen oder Personen, sondern eine bestimmte Art des Redens. […] Fast alle »rechten« Phänomene, mit denen wir es derzeit zu tun haben, lassen sich als Formen der Rede auffassen, genauer gesagt: der reaktiven Rede. Der rechte Diskurs reagiert auf eine demokratische Öffentlichkeit in der Krise.
Die strukturelle Dummheit von Talkshows und Meinungsforschung, eine von der Ausnahme zur faktischen Norm erhobene Große Koalition und das Internet als Medium der Meinungsbildung haben eine Diskussionskultur geschaffen, die sich vor allem durch zwei Merkmale auszeichnet: Nervosität und Erwartbarkeit. Und damit haben sie den Nährboden für Sprechweisen bereitet, die vor allem einen Zweck verfolgen: Störung.  
(MRR S 10f)

Die MLL-Autoren stimmen dieser Schlußfolgerung ganz unverhohlen zu – in ihrem abschließenden »Tugendkatalog« heißt es:
6. Es ist nicht die Hoheit über den Diskurs erstrebenswert, sondern seine Zerstörung!
(MLL S 318)

Es ist nicht meine Absicht, in diesem Aufsatz zu untersuchen, welches der beiden „Lager“ mit seinen politischen Vorstellungen inhaltlich recht hat – ob »rechts richtig und links giftig« ist, wie es in MLL heißt, oder ob es sich genau umgekehrt verhält (einige Gedanken dazu seien einem künftigen Aufsatz vorbehalten).
Ich werde vielmehr einzelne Zitate aus beiden Büchern einander direkt gegenüberstellen, um einerseits unterschiedlichen Stil und Sichtweisen der jeweiligen Autoren erlebbar zu machen und andererseits eine gewisse Spiegelbildlichkeit aufzuzeigen, die – trotz ihres unerschütterlichen Glaubens an die prinzipielle Verschiedenheit der Menschen – auch den beiden Autoren von MLL aufgefallen ist:
Wir haben uns erlaubt, ein paar Sätze aus dem Büchlein Aufstehen statt wegducken. Eine Strategie gegen Rechts von Bundesjustizminister Heiko Maas und seinem Ghostwriter Michael Ebmeyer zu entnehmen und ein wenig zu verfremden. Wo bei Maas »Rechte« stand, setzen wir »Linke« ein, und das Ergebnis paßt unheimlich genau. 
(MLL S 17)

Und in ihrer Betrachtung von Klaus-Peter Hufers Buch »Argumente am Stammtisch. Erfolgreich gegen Parolen, Palaver und Populismus« heißt es:
Die Einleitung zu diesem Kapitel verschafft uns ein inzwischen wohlbekanntes Erlebnis: Nahezu jeder Satz läßt sich problemlos umkehren und auf all die Situationen anwenden, in denen man als Rechter einer Übermacht von linken Parolen gegenübersteht: »Wer mit einer Stammtischparole [setze für unseren Gebrauch ein: Gutmenschen-, Antifa-, Gegen-Rechts-Parole] konfrontiert wird, der gerät sofort in die Defensive. Denn die Sprüche sind plötzlich und unerwartet da, selten ist man auf sie vorbereitet. Sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft: am Arbeitsplatz, in der Straßenbahn, bei der Familienfeier, im Gespräch mit dem Nachbarn, im Taxi, beim Friseur, an der Ladentheke und selbstverständlich auch in der Kneipe.« […] Das Schlagwort »Stammtischparole« dient Hufer als eine Art Löschschaum, mit dem er jede politische Aussage, die ihm mißfällt, bannt und neutralisiert. »Stammtisch« findet nicht notwendigerweise am Stammtisch statt, sondern kann immer und überall sein. Der Unterschied zu unserer Lage ist, daß die »Sprüche« des Gutmenschentums für unsereinen nicht ganz so unerwartet kommen, eben deshalb, weil seine Geschwader quasi überall anzutreffen sind (außer im Safe Space unserer, äh, Stammtische).
Hufer weiter: »Es macht sich das fatale Gefühl breit, daß man auf die aggressiv daherkommenden Äußerungen zwar viele und gute Gegenargumente hätte, aber dann müßte man weit ausholen, Pro und Contra abwägen, eine differenzierte Sicht nahe bringen, Fakten heranziehen. Doch will der Parolenverkünder dieses überhaupt hören?« Danke, Herr Hufer! Sie haben treffend beschrieben, wie man sich als Rechter inmitten aggressiver linker Parolenschwinger fühlt!  
(MLL S 125f)

Die MRR-Autoren sehen »rechtes« Verhalten zunächst als Reaktion auf die anfängliche »Übermacht der Linken« – und zwar nicht nur reflexartig, sondern in vielen Fällen als ganz bewußte Spiegelung:
Mussolini imitierte Lenin vor dem Spiegel, als Noske auf Arbeiter schießen ließ; Goebbels studierte Eisenstein, als Adorno und Horkheimer zum Institutsfasching in SA-Uniformen erschienen; und als Andreas Baader mit Knarre und Tigerunterhose über die deutsche Autobahn raste, las Alain de Benoist mit roten Ohren Antonio Gramsci und Guy Debord. 
(MRR S 58)

Als Voraussetzung für die »rechte Erfolgsgeschichte« benennen sie das »ideologische Desaster der Linken« – und kommen dabei wieder auf den Spiegel zu sprechen, diesmal von der anderen Seite aus:
Die neue Linke […] hatte kaum noch etwas mit der alten zu tun. Sie war mehr Kind des Krieges als der Revolution. […] Der Zweite Weltkrieg hatte mit einem Triumph der Linken geendet. Aber […] sie triumphierte in einer Welt, die vom rechten Widerstand gegen die Revolution geformt worden war. Einer Welt aus Freunden und Feinden. […]
Die alte Linke hatte mit Karl Marx noch dialektisch und humanistisch gedacht. Sie kannte nicht nur die Stärken ihres Gegners, sie schätzte sie auch. Sie konnte Nein und Ja sagen. Nein zu den Ausbeutern, ja zu ihrer Bildungsidee. Nein zu den Produktionsverhältnissen, ja zu den Produktionsmitteln der Industriegesellschaft. Nein zum Bürgertum, ja zur Verbürgerlichung der Arbeiterklasse. Die Strategie der alten Linken bestand darin, den Gegner zu bekämpfen und sich dabei dessen Stärke anzueignen. Und genau das machte sie ideologisch stark.
Die neue Linke konnte dagegen nur noch Nein zu ihren Feinden sagen, so wie diese zu ihr. Aus einer Bewegung zur Emanzipation der Arbeiterklasse war eine Partei von Anti-Faschisten, Anti-Imperialisten und Anti-Kapitalisten geworden. Und genau das machte sie ideologisch verwundbar. Denn der geistige Preis für den Sieg war hoch. Um sich in der Welt zu behaupten, hatte die Linke ihre beiden größten Schätze, die Dialektik und den Humanismus, geopfert. Übrig blieb eine entkernte Ideologie, die nur notdürftig verhüllen konnte, wie sehr sie sich ihrem Feind angeglichen hatte. Die Linke dachte im Freund-Feind-Schema. Wie die Rechte. Sie behauptete sich selbst in einer Welt von sich selbst behauptenden Völkern und Nationen. Wie die Rechte. Und dann entdeckte sie auch noch die Unterschiede zwischen den Rassen, Kulturen, Religionen und Geschlechtern, die alle um die eigene Identität kreisen. Wie die Rechte.
Aus einem Gegner, dem die Linke ins Gesicht sehen konnte, war ein Feind geworden, dessen Züge sie fürchten musste, wenn sie selbst in den Spiegel sah. Ein kaum erträglicher Zustand, aus dem nur Selbsterkenntnis, eine Rückkehr zu Marx, und Erneuerung, eine Hinwendung zu Nietzsche und Hannah Arendt, herausgeführt hätten. Aber die Linke entschied sich für den Selbstbetrug. Statt das Denkschema eines nicht besonders denkstarken Feindes zu kritisieren, fügte sie sich ihm. Und schminkte es mit Moral. 
(MRR S 39ff)

Spätestens wenn es um den Islam geht, wird deutlich, daß die Zuschreibungen »Links=Gleichheit« und »Rechts=Individualismus« so nicht funktionieren:
Warum könnt ihr es nicht mit AKP, Salafismus, IS etc. als Quelle von Gefahren genug sein lassen? Warum muss es unbedingt der komplette Islam sein? Warum verwendet ihr so viel Mühe darauf, auch noch die letzte fromme Muslima, die nur irgendwo in Ruhe ihre Gebete verrichten will, dem Lager eurer Feinde zuzuschlagen?
Fällt euch auf, dass das Bild, das ihr vom Islam zeichnet, demjenigen des Islamischen Staats und anderer Fundamentalisten zum Verwechseln ähnlich sieht? Ihr unterstellt theoretisch genau das, was diese Fundamentalisten gerne in der Praxis sähen – einen einheitlichen Islam als handelnde Einheit. 1,7 Milliarden Gläubige zwischen Neuguinea und Marokko, regional sehr unterschiedlich und oft nur rudimentär organisiert – aber für euch ein kompakter geschichtlicher Akteur. 
Die gläubigen Muslime, vor denen ihr euch so fürchtet, sind euch ironischerweise in vieler Hinsicht ähnlich. Sobald sie ihren Glauben radikal ins Politische wenden, tun sie exakt das, was ihr unzerbeißbaren Kirschkerne im Mund der Gesellschaft auch tut, wenn ihr eure persönlichen Ansichten zum Maßstab erklärt: Sie setzen das, was für sie unbedingt gilt, für alle anderen absolut. Ihr könntet euch ineinander erkennen. Das wäre ein Gesprächsthema, das uns sehr interessieren würde: Erkennt ihr, dass sie euer Spiegelbild sind? 
(MRR S 119f)

Die Autoren von MLL sehen den Islam zwar grundsätzlich als »paradoxen Verbündeten der Progressiven« (MLL S 83), stimmen der obigen Argumentation in MRR aber implizit zu, wenn es heißt:
Als Rechte respektieren wir so manche »konservativen« Züge des Islams, die ihm heute eine gewisse Überlegenheit über die westliche Dekadenz und den liberalen Individualismus verleihen (was sich besonders in den Geburtenraten niederschlägt) […] 
(MLL S 170)

Die erwähnten von den »Rechten« respektierten »konservativen Züge des Islam« finden sich im Kapitel Womit man Linke »triggern« kann:
[…] gibt es eine ganze Reihe von spezifischen Ansichten und Präferenzen, mit denen man sein Publikum, je nach Milieu und Zusammensetzung, aufs Schönste »triggern« und ärgern kann. Hier eine unvollständige Liste in loser Folge (alle genannten Beispiele sind wirklichkeitserprobt):
Wenn man etwa der Ansicht ist, daß die meisten Frauen als Mütter und Hausfrauen wesentlich glücklicher wären, als sich dem Zwang unerfüllbarer feministischer Ideale zu unterwerfen;
wenn man der Ansicht ist, daß die traditionellen Geschlechterrollen auch in der modernen Welt sinnvoll sind und große Vorteile für Männer, Frauen und Kinder bieten, wenn sie passend modifiziert und gut erfüllt werden;
[…]
wenn man für Kopftuch- Schleier- und Burkaverbot ist;
wenn man andererseits findet, daß auch westliche Damenbekleidung wieder geziemender werden sollte und die Finessen der weiblichen Kopfbedeckung der Wiederentdeckung harren;
wenn man der Ansicht ist, daß Gewalt so manche Probleme löst (sie hat immerhin Wien von der Türkenbelagerung befreit und Helms Klamm vor Saurons Armeen gerettet);
[…] 
(MLL S 52)

Das von den »Rechten« vertretene Paradigma der »traditionelle Geschlechterrollen« kommt deutlich zum Ausdruck im heiteren Kapitel Patriotship.de: Partnersuche für Rechte (MLL S 253ff), in dem der angebliche Verlust der »Männlichkeit« der linken Männer thematisiert wird:
Bei Schnecken können dieselben Individuen Weibchen oder Männchen oder beides zugleich sein, je nach Paarungsgelegenheit. […] 
Linke Männer sind Schnecken, weil sie sich weder trauen, ihre eigenen Erwartungen noch die der Frauen voranzustellen. […]
Daß es auf dem linken Ufer offenbar einen wachsenden Bedarf an verlorener Männlichkeit gibt, läßt sich aus einem »Manifest« der Journalistin Hannah Lühmann (1987) mit dem programmatischen Titel »Warum haben linke Männer keine Eier?« (welt.de, 20. Juni 2016) entnehmen: »Die Männer müssen ihre Körper zurückerobern. […] Wo ist der wilde linke Mann? Der Pöbelmann? Der Sehnsuchtsmann? […] die Reaktion frißt unsere Männer. Nehmt das, ihr Gender-Feministinnen, der Mann, er eiert noch, der Mann, er reitet wieder, der Mann, er kämpft.« Der Linke, so er kein gewaltbereiter Antifant ist, sei beleidigt, »weil ihm die prolligen Strahlo-Männer die Schau stehlen. Er ist so beleidigt, daß er sich noch nicht einmal eingestehen kann, daß er beleidigt ist, er sagt stattdessen: „Das ist ein archaisches Geschlechterbild, da sollen wir auf gar keinen Fall hin zurück.“«
Manche linke Frauen haben gelegentlich Glück und werden überwältigt vom Thymos rechter Männer, die sie wirklich verteidigen wollen und die auch körperlich dazu in der Lage sind, die einen Ehrbegriff haben und wissen, was auf dem Spiel steht. Männer, die keine Scheu haben, auf Frauen zuzugehen, und genderlosen Schnecken sind. […] Da hat sich eine Frau in einen wirklich männlichen Typen verliebt, liegt ihm zu Füßen, himmelt ihn an, ihr inneres Bild vom Alphamännchen ist perfekt. Doch irgendwann haut die Mehrheitsgesellschaft brutal rein in die Liebesszene: der Mann ist ein sozialer Outcast, ein Problem- oder sogar Schadbär, die junge Dame muß sich womöglich rechtfertigen oder gar distanzieren. […]
Die heutige Linke, verstrickt in einen »intersektionalen« Antidiskriminierungskanon, zu dessen fixen Bestandteilen Feminismus, Schwulenkult und Genderismus zählen, hat sich zum Feind männlicher Prinzipien und zum Agenten der Feminisierung der Männer gemacht.
(MLL S 255ff)

Das wissen offenbar auch die »Linken« – ein paar Seiten später erzählt Caroline Sommerfeld eine Anekdote aus ihrem Leben:
Ich entsinne mich besonders eines Gesprächs mit einem befreundeten (und nunmehr entfreundeten) Psychoanalytiker […]
Ich darf aufzählen, was ich allein an diesem Abend alles war, allein durch meine Konversion nach rechts: mehrere Male »hysterisch«, einer »Masche« aufgesessen, es sei »schade« um mich als Intellektuelle und Freundin […], ich hätte irgendetwas ganz Tiefenpsychologisches nicht ganz aufgearbeitet (er könne mir gern dabei helfen), sei sexuell frustriert (danke, mein Mann saß daneben) und suchte mir jetzt in der rechten Szene Kompensationsobjekte. 
(MLL S 299)


Insgesamt finde ich sehr viel Übereinstimmung in diesen beiden Büchern.
Zum Beispiel darüber, daß weder »Rechte« noch »Linke« in reiner, ungemischter Form existieren:
Das Hilfsangebot eines Ratgebers sollte eine Frage betreffen, die unmissverständlich genug ist, um in Form eines nüchternen How-to-do-Titels benannt zu werden: Wie man ein Aquarium einrichtet. Wie Sie bei Ihrem Chef mehr Gehalt rausschlagen. Wie Sie Ihr Moppel-Ich lieben lernen usw. […]
Nun heißt unser Buch aus guten Gründen nicht: Wie man mit Rechten redet. Denn das würde ja voraussetzen, eine »man« und eine »Rechte« genannte Gruppe ließen sich ebenso deutlich voneinander unterscheiden wie Untergebene und Chefs oder Sie und Ihr Moppel-Ich. Weil das aber nicht möglich ist, haben wir es gar nicht erst versucht. 
(MRR S 9f)

und:
[…] da es uns vor allem auf die alltägliche, zwischenmenschliche, soziale Ebene ankommt, werden wir rasch entdecken, daß es »Linke« und »Rechte«, die nur links oder nur rechts sind, im strengen Sinne kaum gibt, nicht einmal unter den dezidiert politisch Engagierten.  
(MLL S 33)

Oder darüber, daß es sich mit »Gleichheit« und »Ungleichheit« komplizierter verhält, als es zunächst den Anschein hat:
»Wer Gleichheit sagt, sagt auch Ungleichheit«, konstatiert Niklas Luhmann in seinem rechtstheoretischen Aufsatz »Der Gleichheitssatz als Form und als Norm«(1991). »Und wenn es gelänge, alle Menschen in jeder Hinsicht gleich zu behandeln? Dann würde die Ungleichheit im Verhältnis von Mensch und Nichtmensch entsprechend zunehmen; und praktisch würde jede die Gesellschaft differenzierende Beziehung zwischen dem Gesellschaftssystem und seiner Umwelt abreißen.« 
(MLL S 61)

und:
Wer aber unterscheidet, hat zuvor verglichen. Immer. Auf die Frage, was den einen Menschen von einem anderen unterscheidet, kann man erst sinnvoll antworten, wenn man beide unter dem gleichen Gesichtspunkt vergleicht. Wenn ihr über die Unterschiede zwischen Menschen redet, dann gebt ihr damit zu, dass sie jedenfalls in einer Hinsicht gleich sind: als Menschen. […]
Menschen sind unterschiedlich – und sie sind darin gleich, dass sie Menschen sind. Dasselbe gilt für Kulturen und Gesellschaften. Und anders als bei Steinen unterscheiden sie sich nicht voneinander in Exemplaren, sondern durch das, was sie sind, indem sie etwas tun. Das geht so weit, dass derjenige, der anderen das Menschsein abspricht, das nur tun kann, weil er es vorher voraussetzen muss. Menschen sind gleich darin, dass sie als Menschen – im doppelten Sinn – angesprochen werden können. Genau deswegen kann man oft beobachten, dass man dann lieber über Menschen spricht, wenn es darum geht, sich von ihnen abzugrenzen. Und jetzt könnt ihr euch mal überlegen, warum wir kein Buch über Rechte, sondern für Rechte geschrieben haben.  
(MRR S 117)


Oder darüber, daß »Rechte« und »Linke« einander brauchen:
[…] die Verteidiger des linksdrehenden Status quo […], die sich durch die Abgrenzung von echten oder imaginierten »Rechten« geradezu konstituieren, also unsereinen nötig haben, damit sie die Rolle der »Guten« spielen und dabei allerlei riskante Gesellschaftsexperimente durchsetzen können. 
(MLL S 36)

und:
Die Rechten, Sie erinnern sich, brauchen für ihr Spiel das Nein der anderen. Aber weil sie es ohne Anlass nicht bekommen, schon gar nicht permanent, müssen sie es sich holen. Also provozieren sie den Widerspruch. 
(MRR S 71)

Im Kapitel »Die linke Klischeekiste« (MLL S 123ff) kritisieren Sommerfeld/Lichtmesz das oben erwähnte Buch von Klaus-Peter Hufer: offenbar fingiert Hufer ein Stammtischgespräch mit erfundenen »Rechten«, denen Argumente in den Mund gelegt werden.
Obwohl sie dieses fingierte Gespräch für »nicht realistisch« halten, liefern die Autoren im folgenden ausführliche Begründungen für die Richtigkeit jedes einzelnen der von Hufer den »Rechten« in den Mund gelegten Sätze – und bestätigen damit, daß jedenfalls Hufer den »Rechten« nichts unterstellt, sondern ihre Argumente korrekt wiedergibt.

Umgekehrt scheinen viele Aussagen in MLL, unter anderem, daß die Rechten so etwas wie »die neuen Schwulen« seien (MLL S 28), gut zu der Schilderung in MRR zu passen, daß die »Rechten« sich gern als Opfer inszenieren:
Wir haben [den Mythos der »Rechten«, I.H.] nur genau genug studiert, um uns darin frei bewegen zu können. Es ist der Mythos vom ewigen, unerlösten Opfer. Er ist grausam und schön, so wie die unverstandene Natur, von der er handelt. Für uns ist er ein wilder Garten, in dem wir schweifen und wandern, den wir hier beschneiden, dort wuchern lassen, den wir betreten und verlassen, ganz wie es uns beliebt. Aber die Rechten, so hatten wir nun begriffen, können das nicht. Besessen von seiner Schönheit, Grausamkeit und vermeintlichen Ewigkeit, sind sie Gefangene ihres eigenen Mythos. Seit hundert Jahren träumen sie ihn. Bei Tag und bei Nacht. […] 
Die Rechten sind die Minderheit, die sich selbst Deutschland nennt. Und daran wollen sie um jeden Preis leiden. Im Felde unbesiegt, haben sie den Dolchstoß aus der Heimat und das Friedensdiktat des Feindes erlitten. Sie haben die Republik erlitten und das Dritte Reich. Den 30. Juni 1934 und den 20. Juli 1944. Die Gebietsverluste im Osten und die Vertriebenen in ihrer Stadt. Die deutsche Teilung und die Wiedervereinigung. Die Kriegsverbrechen der Roten Armee und die Wehrmachtsausstellung. Und heute leiden sie an Europa und Amerika, an der modernen Welt und der Einwanderung von Muslimen. Sie leiden am Meinungskartell der Eliten und an den Manieren des Pöbels. Sogar an Auschwitz leiden sie: Die Juden haben es wenigstens hinter sich, sie aber tragen schwer an einer Schuld, deren Unvergänglichkeit außer ihnen schon lange niemand mehr behauptet. Und all dies Leid haben immer andere verursacht. Sie haben es Deutschland und damit ihnen angetan, und sie tun es immer wieder. Und dagegen, sagen sie, werde man sich ja wohl noch wehren dürfen. Jeder, der das nicht einsehen will, ist blind oder dumm. Und darum kann, wer nicht mit ihnen leidet, nur gegen sie sein. Aggressive Jammerlappen sind sie. Wehleidige Arschlöcher. Unerlöste, tatbereite Opfer.
Das, liebe nicht-rechte Leser, ist unser Problem mit den Rechten. Nicht weil sie irgendwelchen Ideen anhängen, die vielleicht ein bisschen skandalös klingen mögen, aber tatsächlich nur schlicht und undurchdacht, jedenfalls nie im Leben mehrheitsfähig sind, machen sie uns zu schaffen, sondern weil sie anderen die Schuld dafür geben, dass kein Gott und kein Präfekt erscheint, um sie zu erlösen. Sie spucken und fauchen von ihrem selbstgewählten Kreuz auf uns hinab – und hoffen, dass wir zurückfauchen. Und wenn wir es tun, dann klagen und jammern und schimpfen sie so lange über diese entsetzliche Schandtat gegen ein wehrloses Opfer, bis einige Zuschauer tatsächlich Mitleid mit ihnen kriegen. So mobilisieren sie ihren Anhang. Nicht durch Programme, sondern durch Provokationen. Und Gejammer. 
(MRR S 66f)

Die Autoren von MRR konstatieren zudem einen »Vernunftvorbehalt« der »Rechten«:
[…] wir sehen, dass ihr selbst dann, wenn ihr miteinander redet oder mit einem klugen Nicht-Rechten, der zufällig euer Ehemann ist 3), die Vernunft unter einen entscheidenden Vorbehalt stellt. Und dieser Vorbehalt lautet: Wann immer es mir passt, lasse ich die Vernunft Vernunft sein und behaupte einfach, dass ich Recht habe. Letztlich sind alle Einwände, so der Vorbehalt, doch nur »Theorie«, während mir das »Leben« doch permanent bestätigt, dass es in Wirklichkeit so ist, wie ich es sehe. 
(MRR S 78)

Und unfreiwillig komisch lesen sich so manche einander widersprechende Stellen in MLL, die diesen »Vernunftvorbehalt« irgendwie zu bestätigen scheinen:

Da wird zum Beispiel eine Theorie des amerikanischen Bloggers Michael Trust 4) vorgestellt (MRR S 112f), nach der die Amygdala, der Teil des Gehirns, der für Angstreaktionen zuständig ist, »bei »Konservativen« in der Regel stärker ausgeprägt [ist] als bei Liberals«. Das erkläre zwar, wieso die »Linken« den »Rechten« vorwerfen, ihre Politik auf Angst zu bauen. Vor allem aber:
Für einen Konservativen hingegen bieten die Forschungen zur Korrelation zwischen Amygdala-Ausprägung und politischer Einstellung eine verlockende Erklärung dafür, warum Linke so unfähig erscheinen,die Realität wahrzunehmen und adäquate Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. In unseren Augen erscheinen Linke als fahrlässig naiv, weltfremd, infantil, »gutmenschlich« sentimental, stets bereit, sich in ideologische Illusionen zu flüchten. Da nun die Amygdala durch Erfahrungen wie Angst, Schmerz und Konflikt stimuliert wird, die ihre Herausbildung fördern, liegt der Schluß nahe, daß Gesellschaften, in denen der Ernst des Lebenskampfes durch Wohlstand, Wohlfahrtsstaat und technischen Komfort drastisch reduziert wird, massenhaft Menschentypen hervorbringen, deren entsprechende Gehirnteile verkümmert sind. 
(MLL S 113f)

Dem direkt widersprechend, wird einige Seiten später zustimmend aus »All They Have Is Fear« 5) zitiert und den »Linken« eben jene Angst zugeschrieben, die sie wegen verkümmerter Amygdala doch angeblich gar nicht empfinden können:
»Wenn ein Mann mir versichert, er sei gegen Rassismus oder Sexismus oder Xenophobie oder Homophobie oder Transphobie oder was auch immer gerade angesagt ist, dann ist alles, was ich sehe: Angst. Er hat Angst, seinen Job zu verlieren. Er hat Angst, seine Kunden zu verlieren. Er hat Angst, von der Schule geschmissen zu werden. Er hat Angst, von den Medien angeschwärzt zu werden. Er hat Angst, verklagt zu werden. Er hat Angst, sein Haus zu verlieren. Er hat Angst, seine Freundin oder Ehefrau zu verlieren. Er hat die Dienstvorschriften unterzeichnet, er hat die Videos und Powerpoint-Präsentationen gesehen. Er kennt die Regeln und er hat gesehen, was mit denen passiert, die gegen sie verstoßen haben. Viele Männer haben Angst, die Gedanken auch nur zu denken, die zu den Worten führen könnten, die ihnen Ärger einbringen könnten. Es ist gruselig. Ich verstehe es.«
(MLL S 176)

Oder: 
Linke seien meist Utopisten, Rechte Realisten (MLL S 41); Rechte beziehen ihr Weltwissen aus der Geschichte und fragen, wie die Welt ist, Linke beziehen ihr Weltwissen aus einer imaginierten Zukunft und fragen, wie die Welt sein soll (nach Manfred Kleine-Hartlage, MLL S 65).
Aber: gerade die Rechten seien es, die sich »dem Zeitgeist verweigern« (MLL S 55), und:
Während also der Rechte […] heute tendenziell eher der Außenseiter, der Dissident, der Abweichler, der Nonkonformist, der Systemkritiker, der Aus-der-Reihe-Tänzer ist, ist der Linke dementsprechend heute eher der Insider, der Normalo, der Konformist, der (konservative?) Systemerhalter […] 
(MLL S 66)

Die Autoren von MRR hingegen sehen sich selbst als Vertreter des »Logos« und ordnen den »Rechten« den »Mythos« zu:
Über den Gebrauch, den wir von unserem Verstand machen, sprecht ihr ja oft und gerne abfällig. Wir erscheinen euch als Vertreter eines abstrakten Denkens, das sich nicht nur der Planeten, Atome und Molekülverbindungen, sondern auch der menschlichen Angelegenheiten bemächtigt hat. Mithilfe des Verstandes stellt die Vernunft Naturgesetze auf, schon das erscheint vielen von euch als Zerstörung des organischen Bandes, das alle beseelten und unbeseelten Dinge eint. Vor allem aber empört ihr euch, dass die Vernunft auch Verfassungen und Menschenrechtskataloge schreibt. Diese Art des Denkens eignet sich also zur Markierung eures Gegners, von dem ihr meint, fundamental verschieden zu sein. Ihm schreibt ihr ein Prinzip zu, das ihr wahlweise »Geist«, »Abstraktion«, »Bewusstsein«, »Theorie«, »Aufklärung«, »Doktrin« oder eben »Vernunft« nennt, euch selbst dessen mal »Seele«, mal »Bild«, mal »Wirklichkeit«, mal »Symbol«, mal »Sein«, aber besonders gerne »Leben« genannten Gegensatz. Die kürzeste Version dieses Gegensatzes lautet aus eurer Sicht: ihr Logos, wir Mythos. 
(MRR S 78)

- - -

Was läßt sich also nach der Lektüre dieser beiden Bücher zur »Smarties-Frage« sagen?
»Rechte« wie »Linke« provozieren einander, reagieren aufeinander, diskutieren immer wieder spiegelbildlich. Dabei stehen sie oft ganz deutlich auf einander gegenüberliegenden Seiten des jeweils zu Betrachtenden, haben daher jeweils eine andere „Aussicht“.
Statt sich aber wirklich probeweise auf den jeweils „gegnerischen“ Standpunkt zu stellen, finden beide „Lager“ ihr jeweiliges Gegenüber häufig von vornherein im naiven Irrtum, in der bewußten Lüge oder in krankhafter Realitätsverkennung befangen und fragen gar nicht erst ernsthaft danach, ob man vom anderen Standpunkt aus vielleicht tatsächlich etwas sieht, das die eigene Ansicht ergänzen könnte:
Die Begriffe, mit denen Linke Rechte abstempeln, sind das, was in der Kommunikationswissenschaft Frames genannt wird – Deutungsrahmen mit moralischer, normativer, emotionaler Aufladung. Unsere Aufgabe besteht nun darin, auf diese Begriffe und Attacken mit Reframings zu antworten, also mit Umdeutungen, Umwertungen, Perspektivenwechsel, alternativen Akzentsetzungen und so weiter. Sobald wir die Definitionshoheit abgeben, uns auf die Fragen unserer Gegner einlassen, ihre Fragestellungen akzeptieren, haben wir verloren. Wir müssen sie vielmehr in unseren Deutungsrahmen ziehen. […] Wir haben bereits festgestellt, daß die überwiegende Mehrheit der politischen Debatten und Auseinandersetzungen nur wenig mit sachbezogener Wahrheitsfindung, sondern nach Schopenhauer sehr viel mit der »Kunst, recht zu haben« zu tun hat. Die Kriegserklärungen von links sind eindeutig, und wir haben keine andere Wahl, als sie anzunehmen. Es genügt also nicht, die Begriffe der Linken zu demontieren und zu »reframen«: Wir müssen unsererseits Schlagwörter prägen, die unsere Gegner griffig etikettieren und moralisch diskreditieren. Daß es dabei zu manchen Ungerechtigkeiten und Pauschalisierungen kommen wird, ist leider unvermeidlich […] 
(MLL S 173f)

Solange uns keine anderen als reflexartige, spiegelbildliche Reaktionen einfallen, gleichen wir alle meiner Ansicht nach tatsächlich Smarties: wir unterscheiden uns nur durch den „Zuckerguß“ unserer unterschiedlichen Standpunkte – teilen aber die angeborenen, instinktmäßigen Reaktionsmuster und die tiefinnerliche Überzeugung („Schokolade“), daß wir selbst diejenigen sind, die recht haben. 6)

Es ginge auch anders.
Und auch dazu sind erfreulicherweise in beiden Büchern Ansätze vorhanden.
So heißt es – an Voltaire gemahnend – in MRR:


Euer Protest gegen die real existierende Demokratie in Deutschland hat viel damit zu tun, dass ihr eure Redefreiheit beschnitten seht. Ihr seid zwar um Wege, euch Gehör zu verschaffen, nur selten verlegen und habt wenig Grund, euch über mangelnde öffentliche Resonanz zu beklagen. Aber es ist nicht zu leugnen: Eure Kommentare werden gelöscht, eure Meinungen vielerorts zensiert, ihr werdet moralisch und oft auch als Personen ausgegrenzt – und so zum Schweigen gebracht. Nur noch eure eigenen Zeitungen drucken eure Texte. Wer euch in seine Talkshow einlädt, riskiert den Boykott der anderen Gäste, wer euch ein öffentliches Podium gibt, den Besuch der Antifa.
Wenn ihr aber ehrlich seid, kann das durchaus seine strategischen Vorteile haben. Schließlich könnt ihr nun die Linken und Liberalen als Heuchler brandmarken, die skrupellos ihre eigenen Ideale verraten, wenn es ihnen im Kampf gegen den politischen Gegner nutzt. Da sieht man mal, so könnt ihr sagen, was ihr Gerede von Meinungs- und Redefreiheit wert ist, wenn sie es mit jemandem zu tun bekommen, der nicht immer nur sagt, was ohnehin alle richtig finden!
Wir hätten dieses Buch nicht geschrieben, wenn wir euch in diesem Punkt nicht zustimmen würden. Ihr habt das Recht, zu reden. Und dass euer Reden vielleicht irgendjemandes Gefühle verletzt, ist kein hinreichender Grund, euch von vornherein zum Schweigen zu bringen. […] Ihr sollt sagen können, was ihr denkt. Aber wenn wir daraufhin eure Ansichten bestreiten und angreifen und kritisieren, dann nehmen wir euch die Redefreiheit nicht weg – dann machen wir selbst Gebrauch von ihr. Das versteht sich so sehr von selbst, dass man sich wundert, wie oft ihr »Das wird man doch noch sagen dürfen!« grummelt, wenn ihr aufgefordert werdet, eure Rede zu rechtfertigen. Das wirkt nicht selten unfreiwillig komisch. Insbesondere wenn es sich um Redebeiträge handelt, die anderer Leute Gefühle verletzen. 
[…]
Selbst also, wenn ihr Feinde des Grundgesetzes seid – das Grundgesetz ist nicht euer Feind. Es lässt euch einfach stehen mit eurer Feinderklärung. Es erwidert sie nicht. Stattdessen gibt es euch Rechte. Unter anderem das Recht, sich ausdrücklich gegen die Verfassung und die deutsche Politik auszusprechen. Und wer euch diese Rechte wegnehmen will, den zählen auch wir zu unseren Gegnern.  
Mancher Nicht-Rechte würde euch nämlich aus moralischen Gründen diese Rechte gerne beschneiden – eure Meinungen unter Strafe stellen, eure Demos auflösen, eure Webseiten löschen. Das halten wir für falsch. Nehmt eure Redefreiheit in Anspruch! Macht Gebrauch von ihr! Denn solange ihr das tut, werdet ihr uns das auch tun lassen müssen. Dann reden wir. Mit Rechten. 
(MRR S 112ff)

Und im »Tugendkatalog« von Lichtmesz/Sommerfeld heißt es sogar:

10. Versuche, Dich in jeder Diskussion in die Position des anderen zu versetzen.
[…]
Man gewinnt an Überzeugungskraft, wenn man versucht, zu verstehen, warum der andere bestimmte Dinge sagt, aus welcher Perspektive er spricht, von welchem moralischen Feld […] aus er die Dinge beurteilt und was er einem dabei über sich selbst mitteilen will. Darum empfahl der Philosoph und Mathematiker Blaise Pascal (1623-1662), dem anderen immer zuerst einzugestehen, wo er recht hat: »Will man mit Nutzen tadeln, und einem anderen zeigen, daß er sich irrt, so muß man beobachten, von welcher Seite er die Sache ansieht, denn von der Seite ist sie gewöhnlich wahr und muß ihm diese Wahrheit zugestehen. Er ist damit zufrieden, weil er sieht, daß er sich nicht geirrt und nur unterlassen hat, alle Seiten zu sehn.« Damit wächst seine Bereitschaft, sich einem anderen Blickwinkel und der Kritik zu öffnen, und er hat im Falle einer argumentativen Unterlegenheit die Möglichkeit, sein Gesicht zu wahren. 
(MLL S 324f)

Das erinnert beinahe an Rudolf Steiner:
Jede Ansicht kann eine wahre sein, wenn sie treu das Beobachtete wiedergibt.
Und sie ist erst dann widerlegt, wenn nachgewiesen ist, daß ihr eine andere
berechtigterweise widersprechen darf, welche von demselben Gesichtspunkte
aus gegeben ist. Ein Unterschied hingegen von einer Ansicht, die von einem
anderen Gesichtspunkt aus gegeben ist, besagt in der Regel nichts. 

(GA 45)  

--- allerdings sprechen Lichtmesz/Sommerfeld aus anderer Motivlage: Rudolf Steiner geht es nämlich durchaus nicht um ein »Gewinnen an Überzeugungskraft« für die eigene Ansicht, sondern um ein ergebnisoffenes Suchen nach der Wahrheit, um ein Erkennen, dem Ansichten von möglichst vielen unterschiedlichen Standpunkten aus zugrundeliegen...

Leo/Steinbeis/Zorn schließen ihr Buch mit dem Kaptel Parley:

Uns verbindet ja nicht nur die Literatur, sondern auch Hollywood. Darum gehen wir davon aus, dass ihr, genau wie wir, mit euren Kindern Fluch der Karibik im Kino gesehen habt. Ihr wisst also, dass Elizabeth Swann, gespielt von Knightley, sich dort auf das im Piratenkodex zugestandene »Recht zu reden« beruft. Die vom französischen Wort für »sprechen« abgeleitete Chiffre für dieses Recht, das es womöglich außerhalb von Film und Literatur gar nicht gibt, lautet: Parley. Und sein Symbol ist die schwarze Fahne. Ohne Totenkopf. Wer um Parley bittet, dem wird mitten im Konflikt das Recht gewährt, angehört zu werden, um über das weitere Vorgehen zu verhandeln. Es ist also, wie jedes Recht, eine zivilisatorische Errungenschaft. Und von ihr wollen wir nun Gebrauch machen, indem wir euch Keira Knightley an Bord schicken, eine bildschöne Nicht-Rechte, Tochter der größten Seefahrernation und ein ganz anderer Vogel als euer Bussard. Und durch sie lassen wir euch folgende Botschaft übermitteln:
Wir möchten, sagt Keira und lächelt dabei so, wie nur sie es kann, euch einen Vorschlag machen. Weil wir, wie ihr auch, keine Soldaten mehr sind, sondern in die Jahre gekommene Piraten, die das Abenteuer lieben, wollen wir den Konflikt mit euch gar nicht beenden. Im Gegenteil, wir wollen ihn auf Dauer stellen. Wir wären bereit, bis ans Ende unserer Tage mit euch zu streiten. Aber anders als bisher. Dazu sind aber vorweg ein paar ernste Worte nötig. Uns scheint, sagt sie und lächelt schon wieder – mein Gott, dieses Lächeln! –, als würdet ihr euch über die Natur unseres Konflikts, gelinde gesagt, falsche Vorstellungen machen. Nennt ihr das, was hier abgeht, im Ernst einen geistigen Bürgerkrieg? I mean, come on, ihr ballert hier von morgens bis abends in der Gegend herum, manchmal auch die ganze Nacht, und womit? Mit Platzpatronen! Und womit schießen wir schon seit fast 200 Seiten zurück? Mit Papierkugeln! Aber habt ihr auch nur eine einzige davon entfaltet und nachgeschaut, ob da vielleicht etwas draufsteht? Nein, habt ihr offenbar nicht, denn sonst würde ich jetzt ja nicht vor euch stehen. 
[…] Und jetzt schlagen wir euch ein Spiel für Erwachsene vor. Ein Spiel, bei dem alles zur Sprache kommen könnte, was uns trennt, aber auf eine Weise, die ein bisschen an die guten alten Zeiten erinnert, als wir noch Basketball und Rollhockey miteinander spielten und es weder eurem noch unserem Charakter geschadet hat. Ein Spiel, dessen Regeln Verhandlungssache wären. Aber der Rahmen könnte zum Beispiel so aussehen:
Jede Seite sucht sich vier, sechs oder acht gute Frauen und Männer aus, die dann zu einem verabredeten Zeitpunkt jeweils paarweise zusammenkämen, um auf zivilisierte Weise miteinander zu reden. Und zivilisiert heißt in diesem Fall nicht: sich gut verstehen. Sondern, um es mit einer Lieblingsvokabel of your friend Charlie Schmitt zu sagen: eingehegt zu streiten. Eine gerade Teilnehmerzahl wäre sinnvoll, weil wir uns dann, quasi im Modus von Heim- und Auswärtsspiel, paritätisch mal an einem von euch, mal an einem von uns vorgeschlagenen Ort treffen könnten.
Es gäbe keine Vorbedingungen. Niemand müsste sich zu irgendetwas bekennen oder von irgendetwas distanzieren. Und es gäbe auch keine Verpflichtung auf fair play. Wir vertrauen darauf, dass sich unter vernünftigen Leuten vernünftige Gespräche von allein ergeben. Oder, wenn nicht, man es auch zum Äußersten kommen ließe – und über das Reden spräche.
Was die Themen betrifft, wäre alles Mögliche denkbar. Solche, bei denen vermutlich die Fetzen fliegen würden, wie Demokratie, deutsches Volk, Faschismus, Meinungsfreiheit, Einwanderung, Heimat oder Erinnerungskultur. Aber gerne auch solche, bei denen sich Gespräche entwickeln können wie auf einer Zugfahrt zwischen Unbekannten: über Literatur, Auslandserfahrungen oder Wege der politischen Sozialisation. Nett wäre auch ein Erfahrungsaustausch zwischen Soldaten, die ihren Arsch fürs Vaterland hingehalten, und Zivis, die Windeln an Wehrmachtsärschen gewechselt haben.
Überlegt’s euch mal. Da ihr ja ohnehin nicht von uns lassen könnt, werdet ihr schon wissen, wie wir zu erreichen sind.
Also, wenn ihr mich fragt, sagt Keira, that sounds like a fair idea. Und es wäre mir a bloody honour, für unsere Seite die Verhandlungen mit euch führen zu dürfen. One more chance hat jeder verdient. Always.  
tl;dr: Tristesse droite: Tertium datur.  
(MRR S 132ff) 


Ich nehme mir die augenzwinkernde Schlußbemerkung zum Vorbild und schließe selbst mit:

tl;dr: solange reflexiv-reaktiv – Smarties. Individualität potentiell.

___

1) Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn: mit Rechten reden (MRR)
Martin Lichtmesz, Caroline Sommerfeld: Mit Linken leben (MLL)

2) Zumindest im Fall von Caroline Sommerfeld besteht dieses liebevolle Augenzwinkern ganz konkret auch im täglichen Leben: sie ist mit dem »Linken« oder doch jedenfalls »Nicht-Rechten« Helmut Lethen verheiratet.

3) Direkte Bezugnahme auf Caroline Sommerfeld, die ihre »Dialoge mit H.« im Netz veröffentlicht: 
https://sezession.de/57304/dialoge-mit-h.:-rahmenbedingungen


5) jack-donovan.com, 28. November 2015

6) vgl auch »Der Rechthaber in uns allen«, Egoistenblog 7. Oktober 2014, https://egoistenblog.blogspot.co.at/2014/10/der-rechthaber-in-uns-allen.html




Kommentare

  1. Danke Ingrid, für Diesen ausgezeichneten Artikel und für Deine Mühe, die Zitate so gründlich herauszuarbeiten und gegeneinanderzustellen.

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    1. Lieber Rainer,

      danke - freut mich, daß mein Artikel Dir gefällt.
      :-) Freut mich überhaupt, daß Du ihn gelesen hast — die letzte Zeile (vor den Fußnoten) hab ich ja gewissermaßen für Dich geschrieben ;-)

      LG, Ingrid

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    2. Liebe Ingrid,
      ich musste ja erst etwas schmunzeln, als ich ausgerechnet in dem Beitrag von Dir (Ingrid-tendenziell gut, unverdächtigt) längere Zitate von C.Sommerfeld (tendenziell böse, rechts) gefunden habe (Hätte ich das gemacht, hättè es einen netten Shitstorm gegeben :-) ).

      Das Buch "mit Rechten reden" habe ich mir heute geholt - großartig, vor allem die Einbettung dieser Thematik in eine dialektische Argumentation: "Wir beginnen mit einer Beschreibung der Rechten aus Sicht der Nichtrechten. Aber schon diese Beschreibung wird nicht ohne Positionswechsel zu haben sein. Die Frage, wer die Rechten für uns sind, ist nämlich nicht zu beantworten ohne die Frage, was die Rechten aus uns machen" (S.29).

      Auch ganz lustig, manche Rezension bei Amazon zu lesen: Einige Leser haben sich ja beschwert, weil es sich bei dem Buch nicht, wie aus dem Untertitel hervorgeht um einen "Leitfaden" handelt, ein anderer schrieb, dass das Buch sowohl bei den Linken als auch bei den Rechten auf Ablehnung stößt.

      Ich habe Deinen Artikel auf Facebook gepostet, Michael auch, bisher wenig Resonanz. Wird wohl auch, wie ich es einschätze, auf diesem Blog so sein, ist wahrscheinlich doch zu irritierend der Hinweis auf die Meta-Ebene, die Infragestellung des vertrauten Feindbildes.

      Freue mich schon auf "mit Linken leben" !

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    3. Lieber Rainer,
      :-) Du willst also beide Bücher lesen – das freut mich wirklich.
      Wie gesagt - ich hatte an allen beiden meine Freude. Nicht zuletzt wegen des immer wieder aufblitzenden erfrischenden Humors, den ich in so manchen anderen Diskussionen schmerzlich vermisse.
      Und natürlich konnte ich alle beide in meinem Aufsatz nicht erschöpfend behandeln - da steht jeweils noch sehr viel mehr drin.

      Daß „Mit Linken leben“ nicht als e-book erhältlich ist, habe ich zunächst bedauert (meine Regale quellen über, und ich kaufe nur noch sehr selten ein „leibhaftiges“ Buch). Aber es wäre wohl tatsächlich schwierig gewesen, das spezielle, die Individualitäten der beiden Autoren betonende Layout in ein lesbares e-book-Format zu konvertieren: alle paar Seiten gibt es kleine Einschübe, mit SW-Porträt (je nachdem Sommerfeld oder Lichtmesz, manchmal auch alle beide) und persönlichem Kommentar.

      :-) Daß hier nicht sofort ähnliche Diskussionen losbrechen wie in den letzten Wochen in anderen threads, stört mich eigentlich nicht – ja, ich habe allllllles mitgelesen; auch, daß Du mich schon fast bitten wolltest, das nicht mehr zu tun… :-)

      LG, Ingrid

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    4. Liebe Ingrid,
      Dich bitten, hier nicht mehr zu lesen, war ja nicht allzu ernst gemeint - es bezog sich auf eine mögliche Egoblog-Männergruppe.

      "Alles mitlesen" - Respekt vor Deiner Geduld, könnte ich nicht, zumal sich ja nicht nur die Beiträge sondern auch die Kommentare mehr oder weniger zum Teil fast wörtlich wiederholen (einiges über Jahre)

      Sehr amüsant und lesenswert zum Thema "Umgang mit PC, Rechte, usw." sind übrigends einige Kapitel der Bücher von Harald Martenstein.

      Auch amüsant, zu gucken, wer auf FB den Artikel gerade NICHT geliked hat (Bei ME, auch bei mir) - gerade die, die sonst grundsätzlich alles liken gegen Ganser, "rechte Anthros" usw.

      So, gute Nacht erst einmal, Rainer

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    5. Ja, wirklich grossartig dieser Versuch diese Einbahnstrassen der Kommunikation in Form der mehr als anödenden, weil dem heutigen Empfinden  vieler Menschen nicht mehr gerecht werdenden   "rechts-links" Kategorisierungen etwas entgegenzusetzen. Verbindende Kommunikation, statt trennende  und zuweilen zersetzende Rechthabereien und Abkanzelungen von Gegnern, oft nur wegen einer "anderen Art zu reden " und weniger wegen abweichender Inhalte.
      Etwa die "reaktive Rede..... Der rechte Diskurs reagiert auf eine demokratische Öffentlichkeit in der Krise".     Vielen Dank Ingrid.

      Schade, dass Kommunikation so oft  vor ihrem Entstehen absäuft und  in einem Sumpf von Verschwörungsmythen-Wahn und irrealen  Phobien  aller Art mit nachfolgenden Fingerzeigen, abenteuerlichsten Verknüpfungen  und dem Zimmern skurril-absurder Zusammenhänge versinkt.
      Dass durch solche irreal-surrealen  Vergleiche nicht nur - wie in einem anderen thread in diesem Blog geschehen - Eisenhut, sondern sogar Personen vom Schlage eines Ravagli in die Nähe von Rechtsradikalismus gerückt werden, trotz offensichtlich eindeutiger Distanzierung und wegen angeblicher "Nichtdistanzierung" von Putin beispielsweise, erfüllt viel eher mit Angst, als das sinnlos aufgeblasene Kesseltreiben um angeblich unsere Welt zerstörenden Verchwörungsmythen".
      Von einer  Auseinandersetzung z.B. mit dem russischen Kulturkeim geht es sehr schnell über die unterstellte damit angeblich  einhergehende Befürwortung Putinscher Politik, schnurstracks über rechte Verschwörungen zum puren Rechtsradikalismus. Das Ende jeder Kommunikation. Rudolf Steiner und Athroposophie gleich mitentsorgt.
      Natürlich kann man den Begriff des Rechtsradikalismus bis zum Wesensverlust erweitern, wenn man ihn als nicht mehr seinen wirklichen  Kern umschreibenden Kampfbegriff missbrauchen will.
       Man kann auch den Begriff "Ente" neu definieren.  Die Frage  ist nur, was man damit erreichen will.
      Viel bringt es sicher nicht, denn allen  auf verbindende Kommunikation ausgerichteten Zeitgenossen dürfte  längst klar sein, dass genausowenig wie ein Ravagli rechtsradikal sein  kann , jemand der nicht aussieht wie eine Ente, nicht schnattert wie eine Ente und nur manchmal entfernt einer Ente ähnlich watschelt, eine Ente sein kann.

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    6. Rudolf, vieles was du da schreibst kannst du bestimmt auch auf dich beziehen...
      Zudem- du machst auf mich den Eindruck als bräuchtest du geradezu gewisse Feindbilder, oft auch wenn sie gemäßigt daher kommen oder mit einer grundehrlichen Fragestellung nach Sinn, Ursache und Wirkung und Menschlichkeit...Warum? damit du immer die selbe Leier runterspielen kannst?...Aber du bist immerhin hart-NÄCKIG das muss man dir ja lassen als Italiener. Klar, du hältst hier eine Art Feste Burg aufrecht, hinter der sich's bestimmt gut verstecken lässt, von der man auch gut schießen oder querschießen kann (oder halt verharmlosen und einlullen, bis die Wahrheit oder die Wahrheitssuche ganz auf der Strecke bleibt)...

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    7. "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!", und das bedeutet, die Signatur einer Person zu verfolgen, um ihre vordergründigen und hintergründigen Absichten zu lesen. Sie wird auf verbaler Ebene nicht zugeben, welche Ziele sie verfolgt, ob sie überhaupt Ziele hat.

      Wer nicht einmal eine eigene Position hat, sondern mit Sockenpuppen spielt, um sich kompensierend zu erhöhen, und es nur zugibt, wenn er erwischt wird, dem will ich nicht die Hand reichen. Bei Rudolf weiß ich wenigstens, was die Filetstücke seiner Anschauungen sind.

      Nun, für interessante intellektuelle Spiele bin ich als stiller Mitleser besser zu gebrauchen. Es gibt Themen, die von existenzieller und vitaler Relevanz sind. Diese Dinge haben mich interessiert, daher war ich angetan von bobby's Beiträgen. Ich konnte mir nie leisten, mich mit rechten oder linken Attributen zu schmücken, um auf Bälle oder Modenschaun zu gehn. Für mich ist das Leben Kampf, und Überleben ist das Ziel. Dann kommt Reviersicherung und Fortpflanzung, Wehrwille.

      Dann kommt nach meiner Lebenserfahrung der Lack, die Fassade! Der Schnörkel am Revolver. Auch wenn mancher diesen Revolver in einem .. Gesangbuch versteckt, oder seinen giftigen Dolch im schillerndem Eurythmie-Nachthemdchen.

      Es macht "den Menschen an sich" aus, diese Faktenlage zu entschärfen durch Kultur, durch Ethik. Da moderne Zivilisationen, sogar in Nordkorea, arbeitsteilig sind, sind Menschen zur Co-Existenz formal gezwungen. Das ist bloß Zivilisation, ohne Kultur.

      Entweder ist also eine Kultur, oder es ist eine Fassade, ein Pomp und Popanz. Sprache ist Werkzeug und Waffe. Lügen und Verleumdungen Giftgas. Die Sache ist einfach. Bezirzen lasse ich mich nicht, und meine Motive sind lauter.

      Daher war ich stets weder links noch rechts, denn ich bin nicht mächtig und nicht reich genug, zu hobeln und Späne fliegen zu lassen. Und ich fürchte, darauf hatte mancher Kulminator gewartet. Ich mußte mit ansehn, wie etwas, worin ich Hoffnung setzte, von Menschen korrumpiert wird, die von Dünkelhaftigkeit erfüllt sind. Ich bin nicht dazu da, Menschen die Hand zu reichen, die kein Interesse an echter Auseinandersetzung haben.

      Deeskalation und Ausgleich soll der tätigen, der darin seine Aufgabe sieht. Ich bin eher da, um eine Waagschale zu beschweren, die sich bedrohlich in die Höhe hebt. Dies geschieht nicht hier auf dem Blog, sondern allgemein. Wenn die Unterstützung von Verbrechern der Querfront durch Geisteswissenschafts-Adlige der Anthros nicht mehr Thema ist, lese ich gern wieder mit.

      mischa

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    8. Im Grunde ist es für mich ganz einfach: Ethische Grundsätze, Menschlichkeit, Wahrheitssuche und Ehrlichkeit - das verstehe ich u.a. unter Mensch oder Menschwerdung...Und Bobby tut genau das oder beginnt dort, wirft zumindest auf bestimmte, gesellschafts-relevante Themen ein Schlaglicht...

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    9. Was mich wach gemacht hat für Herrn Rainer Herzog ist ja, daß man spürt: Er weiß es besser, aber er möchte genießen, Steiner nannte das mal "schneiden in lebendiges Fleisch", in etwas, was ihm nix getan hat, und daher auch keine Rüstung angelegt hat. So lernt auch ein netter und freundlicher Mensch wie ich, nachtragend zu werden. Besser so? Wer weiß? Sein klagen, wie schlimm es alles sei, ist Schau, es duftet dermaßen aus dem Ärmel. Trotzdem gibt es Einblick in ein Arsenal, sorry, Leute. Da reagiert er was ab. Was ist ja privat, es geht uns daher als anständige Menschen nichts an. Aber was er absäuert, dürfen wir gerne ausbaden, und sind dann auch noch "seine Gegner" und "unfaire Diskutanten". Das ist nichts besonders, weil ja viele Menschen so sind. Gesellschaftliche Verhältnisse? Quatsch. Das ist eben auch "der Mensch". Er wird morgen sagen, wie herrlich es ihm geht. Haarrr! :-))

      Es war nicht alles Rudolf, was da anonym fieses Zeug abgedrückt hat. Es gibt viele Moskitonyme, die erkannt haben, wie heiß das ist, ohne Namen zu trollen. Daher wickel ich jetzt die Panzerfaust wieder ein, und lese lieber wieder still mit, eh noch sonstwer alles hier meint, mich wieder kaputtärgern zu müssen.

      souverän und heiter, mischa

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    10. Mischa, auch wenn Du in jedem Kommentar ankündigst, dass Du nur noch "lieber wieder still mitlesen" willst - wir wissen beide, dass Du das nicht ansatzweise schaffst, oder?

      Was aber ganz schön wäre, wenn Du versuchen könntest, genauer zu zitieren:
      "Steiner nannte das mal "schneiden in lebendiges Fleisch" - bitte nachweisen, wo Du das her hast und wenn möglich, den Zusammenhang mit meinen Kommentaren nachweisen (Soweit ich es erinnere, meinte Steiner damit vor allem schwarzmagische Praktiken).

      "Daher war ich stets weder links noch rechts, denn ich bin nicht mächtig und nicht..."
      Hast Du den Beitrag von Ingrid überhaupt gelesen? Es geht nicht primär um "rechts oder links" sondern um "rechts und nicht-rechts". Mach es Dir also nicht so einfach.

      "Aber was er absäuert, dürfen wir gerne ausbaden, und sind dann auch noch "seine Gegner" und "unfaire Diskutanten"

      Meinst Du mit "er" mich...? Da gehe ich von aus, da Du mich in Deinem Artikel oben nennst.

      Hiermit versichere ich, dass ich in den letzten Wochen, in den letzten Threads ausschließlich mit meinem vollen Namen kommentiert habe, das kann ME sicher mit Blick auf die IP bestätigen (während die meisten anderen hier entweder anonym kommentieren, oder, was nicht viel anders ist, irgendeinen echten oder ausgedachten Vornamen benutzen).

      "So lernt auch ein netter und freundlicher Mensch wie ich, nachtragend zu werden".

      Du hättest auch schreiben können: "Durch Rainer Herzog habe ich netter und freundlicher Mensch gelernt, nachtragend zu werden". Dümmer geht`s wohl nicht mehr, oder? Souverän und heiter ist etwas anderes.

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  2. "Für mich ist das Leben Kampf, und Überleben ist das Ziel".

    Da Du das hier (und vor einiger Zeit ausführlich auf FB) in den letzten Tagen/Wochen öfter geschrieben hast, will ich darauf noch kurz eingehen. Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe den Eindruck, der Kampf findet vor allem in Deinem Kopf statt.

    Machst Du Dir bestimmte Vorstellungen von anderen Menschen und deren Meinungen (Rudolf, ich) und wenn die Vorstellungen dann nicht mehr stimmig sind, oder mit Deiner Wirklichkeit nicht mehr korrelieren, findet eine Art innerer "Kampf" statt?

    So ähnlich, ansatzweise, ist das bestimmt bei vielen Menschen, sinnvoll wäre es, ein Gefühl dafür entwickeln zu können, ab wann man sich so in eine Thematik hineinsteigert, dass sich ein "intellektuell anregender Schlagabtausch" (so erlebe ich das hier) zu einem "Kampf" entwickelt.

    Anthroposophisch gesprochen: Wenn "wir" schon in diesem unglaublichen Luxus (Demokratie, relativer Reichtum, voller Magen, warme Wohnung, Freiheit, Frieden, Überfülle an Kultur) leben und wie der größere Teil der Menschheit keine "wirklichen" Überlebenskämpfe oder Kriege ertragen müssen, ist es eine (vor allem für einigermaßen gebildete Menschen!) mehr als zumutbare Aufgabe, uns in den "Kampf", den wir mit unseren Ideen und Vortsellungen führen, nicht allzu sehr hineinzusteigern.

    Ich erlebe das nebenbei ständig in meiner Arbeit (ASP-Ambulante Sozialpsychiatrie) vor allem bei alleinstehenden Männern, den schmalen Grat zwischen angebrachten Engagement und mental-physischen Nervenzusammenbrüchen; die digitale Entwicklung, die Blogs und FB fördert diese Tendenz massiv.

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    1. »Wenn "wir" schon in diesem unglaublichen Luxus (Demokratie, relativer Reichtum, voller Magen, warme Wohnung, Freiheit, Frieden, Überfülle an Kultur) leben und wie der größere Teil der Menschheit keine "wirklichen" Überlebenskämpfe oder Kriege ertragen müssen, ist es eine (vor allem für einigermaßen gebildete Menschen!) mehr als zumutbare Aufgabe, uns in den "Kampf", den wir mit unseren Ideen und Vorstellungen führen, nicht allzu sehr hineinzusteigern.«

      Danke, Rainer!
      Solange wir aber damit beschäftigt sind, uns in diesen Kampf hineinzusteigern, brauchen wir natürlich Feindbilder. Wogegen sollten wir sonst auch kämpfen?
      Die Autoren der beiden Bücher wissen das, allerdings jeweils nur zur Hälfte. Wie ich ja zitiert habe: in MRR wird beschrieben, wie die »Rechten« die »Linken« brauchen, MLL konzentriert sich auf die Schilderung, warum die »Linken« die »Rechten« brauchen.
      Was dabei auf der Strecke bleibt (man sieht es ja in den Blogdiskussionen hier in letzter Zeit), das sind dann oft gerade die Ideen, um die es eigentlich gehen würde.

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    2. "Was dabei auf der Strecke bleibt (man sieht es ja in den Blogdiskussionen hier in letzter Zeit), das sind dann oft gerade die Ideen, um die es eigentlich gehen würde".

      Ich glaube, eben auch auf dem Hintergrund dieser Blogdebatten hier und ähnlichen Geschichten im Netz, dass das Ringen um die Ideen - was ist rechts, rechtspopulistisch, VT, PC, usw. - sich nicht durch weitere Debatten per se und grundsätzlich klären lässt. Dann schickt man doch nur noch weitere Links, youtube-Filme herum und das Ganze dreht sich mit Vorwürfen, Rechtfertigungen und Verdächtigungen wieder und wieder im Kreis.

      Für sehr gelungen und hilfreich halte ich die knappen Maximen am Anfang von MRR:

      "Unterscheide Person und Rede", "Mißtraue deinen moralischen Reflexen", "Rechthaben ist keine Tugend", "Meide die Opferpose" usw.



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    3. Das Leben - ist - Kampf und in der Evolution ist das Konzept "Durchsetzung". Mein Eurythmielehrer sagte mir mal, sinngemäß: "Mag sein, daß wir in einer reichen Zeit leben, und tüchtige Menschen ihren und den Wohlstand anderer mehren, aber das Leben ist und bleibt ein geistiger Kampf ums Dasein. Darum: Aufrichtekraft!"

      Geistig? Konzepte streiten um das Überleben. Ja: In unseren Köpfen. Damit wohl auch in meinem. Okay!

      Rainer. Du bist doch tüchtig. Dein hoher "idealistischer" Anspruch, den Du hier offensiv zu Felde führst, in Opposition zu Vielerlei Lebendigem, was Dir nicht paßt, ist doch Deine Strategie. Dein Konzept, das wird niemand bestreiten können, der Deine Fährte, und nicht nur Deine Texte liest, besteht darin, mich als jemanden darzustellen, der "die Opferrolle" nicht zu vermeiden weiß.

      Warum tut das ein Therapeut? Um den Willen eines Klienten zu stärken. Warum tut das ein Intrigant in öffentlicher Diskussion: Um den Andern seiner erotisch anziehenden Attribute zu berauben.

      Am Rande ziehe ich eine Figur, und bedrohe folgendes Feld: Ich weiß, Du bist nicht mein Therapeut. Mein Läufer zieht: Was bist Du dann?

      Währest Du hier jetzt nicht mein Gegner, würde die Diskussion einen anderen Verlauf genommen haben. Themen kämen zum Vorschein. Dein Unwille hat sie zugetrasht. Ja, ich habe konsequent permanent

      - reagiert. Denn auf ein Wort von Dir, wer angefangen hat, wissen wir, ich greife keine Kommentatoren an, gab ich ein Widerwort auf das Andere.

      Die Konvention unserer Epoche ist bekannt: Das ist nicht üblich. Vornehmheit impliziere Schweigen. Diese Währung ist akzeptiert. Egal wie lumpig einer ist. Schweigt er, bleibt er Anthroposoph.

      Das aber versuchtetst Du für Dich zu nutzen, und hast Dich rasch vom Angreifer strategisch zum Opfer gemacht, gibst Dich empört, als habest Du stets vornehm geschwiegen!

      - und hast das Tacheles, was ich Dir, zu meiner Verteidigung under Verteidigung mancher Themen hier geredet habe, als Angriff bezeichnet, und Dich entrüstet.

      Das zum Beispiel ist eine Taktik, der ein Konzept zugrundeliegt, denn Du willst ja Andere schlechtmachen. Diejenigen, die der Dornacher Fassade, dem Lack, dem Bildungslack auf der Schliche sind. Etwas Bereinigung ist ja in Ordnung. Aber das ganze Nest auszuheben? Wer wollte das wagen!? Das riecht nach Einkommensinfragestellung.

      Du bist tüchtig, Rainer. Das Steiner-Zitat, daß auch Schreiber die Vivisektion durchführen, da war der Doktor halt zornig, findest Du alleine.

      mischa

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    4. Das Leben ist Kampf. Wo es um Einkommen geht, geht es um Leumund. Wo es um Leumund geht, ist der Anwalt nicht weit. Was ist der Anwalt? Er steht im Landfrieden stellvertetend gegen das, was man früher mit Schwert und Säbel geklärt hat. Ist das denn so schwer? Zu verstehn? Haben wir in der Schule gelernt.

      Nirgends erfüllt noch ein ganz spezieller gebildete Habitus auf diese klassische Weise die Aufgabe Sozialer Abgrenzung, als in der anthroposophischen Welt. Es geht um Einkommen und um Ansehen. Und darum, wie Geizige Menschen Leute ausnutzen. Und wie "Geistige" Menschen Leuten empfehlen, Verschwörungstheorien ..

      ..in ihre Köpfe zu lassen, damit sie dort das Vertrauen in ihre Suche nach Wahrhaftigkeit aufmischen und verwirren.. wer weiß was noch..

      und AfD - das Mindeste - zu wählen.

      Fassadenhalter sind in der Anthropo Sophie Leute, die den Anspruch bekunden, als Akademiker höflich behandelt zu werden, die in ihrer Kanzleisprachen-Gewohnheit nur in Fäkalsprache verfallen können, weil das ihrer Vorstellung "der unteren Klasse der Asozialen" entspricht, wenn sie mal "herabsteigen". Habe ich zu oft erlebt. Ich habe keinen Respekt vor Papierkügelchen und Diplomfetzen. Sondern vor dem Leben und dem Menschen, der sich selbst seine Ethik erworben hat. Ohne sein Milieubonus und sein Vitamin B.

      Mit eigenen Fragen, die nicht geschenkt werden, sondern dem Menschen fortgenommen werden können, wenn er/sie zu stellen wagt! Das sind ja "die Klassen": Die einen dürfen Fragen stellen, die andern nicht! Okay.

      Du taktierst, und gut, dann hast Du zusätzliche Helfer, denn nicht Rudolf allein hat "schwarz" kommentiert.

      Ich werde mich bemühen, mich nicht in die Opferecke drängeln zu lassen. Es wäre reichlich wenig. Bei Herrn Herzog spüre ich die Selbstbeherrschung, aber die dahinter angestaut fokussierte Energie dient nicht der Bereinigung, sie steht im Dienst der Fassade. Er ist ein Mensch, der nicht mal mit der Fassade und Konvention heiter zu spielen weiß, wie etwa Finkelsteen, um dann wieder zu klären, aufzuklären.

      Ja, Rainer, in Deinem Kopf konstatiere ich seit jeher viel mehr Krieg und Kampf. Ich hingegen bin mit mir im Reinen. In meinen Kopf lebt die Ganze Welt in Krieg und Frieden.

      Es ist außerdem nicht gut, auf das Leid in den Entwicklungsländern hinzuweisen, und in welchem Luxus wir leben. Ein Klassiker, wenn man etwas relativieren will. Denn Wohlstand sollte uns gerade besonders wachsam machen, und uns nicht dafür schlafen lassen, daß die Evolution den Menschen offenbar als ein Geschöpf des Krieges, des Kampfes, und der Lügen und Intrigen in das Dasein entließ. Die Bibel nennt es die Vertreibung aus dem Paradies.

      Schön, wenn sich Menschen einfinden, ohne Intrige, Anwälte, ohne sich "Opferrollen" anhängen zu müssen, oder den Aufdecker "Nestbeschmutzer", "Jammerer" zu nennen, um in unsexy zu machen.

      Zeigt mir diese Orte, viele suchen sie ein Leben lang! "Wo ist das Land, in dem Dich jeder liebt?"
      mischa

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    5. Mischa, wow, alles sehr gute und interessante Gedanken.

      "Am Rande ziehe ich eine Figur, und bedrohe folgendes Feld: Ich weiß, Du bist nicht mein Therapeut. Mein Läufer zieht: Was bist Du dann?

      Währest Du hier jetzt nicht mein Gegner, würde die Diskussion einen anderen Verlauf genommen haben. Themen kämen zum Vorschein. Dein Unwille hat sie zugetrasht."

      Ja, auch das.

      Rainer, weise und angebracht wäre es vielleicht, ab einem gewissen Zeitpunkt andere einfach mal diskutieren zu lassen...
      Der Blog ist ja kein Privatbesitz von Dir ;)

      Ohnehin - Mischa ist für mich eines der authentischsten, offensten und interessantesten Schreiber hier im Blog. Ist auch eine wohltuende und LEBENDIGE Abwechslung (nicht Zeitvertreib!) - im Gegensatz zu vielleicht zu vielen Zitate-Sammlungen, fremden Federn und Bücherkommentierungen...Es geht dann eher nicht um einen selbst, um Durchlebtes und vielleicht schmückt man sich auch nur gern mit fremden Federn, weil es schick oder schön einfach ist (das ICH an der Autoren-und Autoritäts-Garderobe abgegeben ?).... oder man will durch Zitate Autoritäts-Nachdruck verleihen....

      In den Diskussionen (dann natürlich auch innerhalb Bücherbesprechungen) sieht man doch hoffentlich immer auch ein Stück Individualität und Lebendigkeit hervorblitzen...reine, brave Trockenmaterie oder Nachplappern ist nicht so meins auf Dauer...

      Na gut, wenn man auf Zitate-Nachdruck steht - zu Echtheit. Lebendigkeit und Persönlichkeit gibt es auch von Steiner sehr schöne Zitate bzw. Äußerungen und Überlieferungen...das spar ich mir aber mal und bleibe nun lieber - ICH...

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    6. @ Valentin:
      »Rainer, weise und angebracht wäre es vielleicht, ab einem gewissen Zeitpunkt andere einfach mal diskutieren zu lassen...
      Der Blog ist ja kein Privatbesitz von Dir ;)«

      Das ist, wenn ich die Häufigkeit (und Länge) von Rainers Kommentaren in letzter Zeit mit der Häufigkeit (und Länge) der Kommentare anderer Gesprächsteilnehmer vergleiche, eine wirklich witzige Bemerkung.

      Ich freue mich jedenfalls, nicht nur Mischas, Bobbys, Stephans, Rudolfs oder Deine, sondern auch Rainers »Individualität und Lebendigkeit« hier immer wieder mal »hervorblitzen« zu sehen...

      :-) LG, Ingrid

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    7. Rainer ist im Augenblick Vertreter von Fassade und Lack. Da wir alle in der kulturellen Trance der Norm und Konvention seine Appelle, Drohungen, Signale und Unverschämheiten verstehen, möglicherweise auch "fürchten" sollen, wie Vieh den elektrischen Zaun, braucht es mehr Text, falls man so blöd und freundlich ist, wie ich, darauf einzugehn. Zu demonstrieren, daß das Alles, was Rainer verteidigt, nicht "andere Meinung" ist, sondern panische Sehnsucht nach gesellschaftlicher Hierarchie, nämlich die der Koriphäen-Mentoren versus der devoten Geistes-Schülerhaltung. Um diese neuronale Prägung offenzulegen, lehne ich mich bewußt weit aus dem Fenster. Gut Benehmen kann sich Rainer. Dieser Reflex in ihm ist so mächtig, daß er für Mehrere reichen mag: Er braucht rebellisches Humanmaterial, Leute zum reglementieren. Fremde Seelen in Bügelfalten legen. Wie es sich für einen Schulmeister im Geiste des 19. Jahrhunderts gehört. Da hätte er ein Monokel und einen Goldenen Spazierstock gehabt. Aber, gut Ingrid, ich glaube auch, es dürfte reichen. Anpassung allerdings kann heute jeder. Brötchenessen. Neinsagen kann keiner mehr. Darum bin ich "penetrant". Schluß mit dem Hierarchiezeugs da.
      mischa

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    8. Lieber Mischa,
      ich schätze Dich sehr — aber das, was Du über Rainer sagst, halte ich, mit Verlaub, für Unsinn.
      Ich schreibe das hier nicht, um Rainer zu „verteidigen“ (das kann er selber), und auch nicht, um mit Dir zu streiten, sondern nur, um deutlich zu machen, daß man’s auch ganz anders ansehen kann als Du.
      »Schluß mit dem Hierarchiezeugs da.«
      Ja. Da - und auch dort.
      Dabei würde ich es gern belassen.

      Nix für ungut, LG
      Ingrid

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    9. »Schluß mit dem Hierarchiezeugs da.« ja, ätzend, nicht? Das war der Schamanische Spiegel, eine kunstvolle rhetorische Geste aus meinem kriegerischen Arsenal. Hahaha.. das dürfen nur die Guten. :-))
      Habe mir überlegt, das rauszuwerfen vor Abschuß des Kommentares. Aber dennoch, Reflex hin, ehrlicher Zorn her: So empfand ich zahlreiche Posts hier, die sich dann häufen, wenn man entspannt und nicht martialisch kommentiert, und dies in schöpferisch poetischer Sprache, die nicht der Kleidervorschrift entspricht. Das Bunte reizt das Verbitterte. Schon klar! So exakt empfand ich zahlreiche Posts, die sich nur camoufliert hatten in Feinsprech!
      Da sagte ich mir mal wieder: "Nein!" Auch Nette Menschen können contra geben. Dulden, dulden, das adelt nicht immer.
      Aber ich halte mich mal zurück, ehe weitere Angriffe auf mich mir als Mischa-Verursachte Klimavergiftung angelastet werden. Weil ich Unrecht nicht so gern hinnehme, muß ich mich viiieeel mehr beherrschen, als Menschen mit einem niedrigerem Stoffwechselumsatz.
      mischa

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    10. Lieber Mischa,
      :-) weißt Du — jetzt würde es mich wirklich interessieren, ob Du eigentlich den Artikel gelesen hast, unter dem Du da kommentierst.
      LG, i.

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    11. Ich lese ihn gerne ein Zweites Mal. Aber ich sag eines gleich: Ich bin auch nicht mehr für eine Zwei-Staaten-Lösung in Israel. Ist ein Gutes Beispiel!

      Wenn nun radikale Regime und Hetzer weltweit für die Vernichtung Israels die lauten und feierlichen Werbetrommeln rühren, dann hilft keine Deeskalation und Meidung der martialischen Reflexe, die uns die Weisheit der Evolution nicht umsonst gelassen hat. Dann hilft parallel zu den laufenden Gesprächen der seit über 40 Jahren scheiternden Diplomatie nur der Wille. Nämlich zu siegen. Siegen bedeutet freilich auch, daß noch mehr arabische Einwohner Palästinas ihren Antisemitismus aufgeben, denn die Zweistattenlösung will Israel zum Ghetto machen. Aber mit Krieg muß man rechnen:

      Und wäre dies auch das Ende der Schöpfung, wie wir sie kennen. Für Israel bedeutet "Niemehr Auschwitz" etwas anderes, als für die Nachkriegs-Linke, die Rainer der Notorik bezichtigt. Und für Höcke und Haverbeck und die Hamas noch einmal etwas anderes.

      Es gibt Diskussionen, die eben erst ihr Ende finden, wenn reiner Wille Sieg und Niederlage offenbart hat. Wenn die Dynamiken zu stark sind, fängt jedes Wohlwollen und jede Selbstbeherrschung und Revanche-Entsagung sie nicht mehr auf.

      Es geht der Zug dann direkt Richtung Krieg, Untergang, oder wieder in einen wirklichen Frieden durch einen Sieg einer halbwegs gerechten Sache.

      Das werden wir ja erleben. Das wird eine weitere Bewährungsprobe für die Demokratie.

      Obiger Text hat eine Atmosphäre, die gilt, solange noch sekundärer Luxus wie menschliche Beziehungen, primärer Luxus wie Obdach und Wasser und etwas billige Kohlenhydrate und Obst an den Tafeln verteilt werden, und andere gar ein Einkommen haben, der noch mehr Luxus wahr werden läßt. Wenn die augenblicklichen Probleme ausgestanden werden ohne größeren Konflikt, mag der obige Text wahr werden.

      Die Welt bleibt kriegerisch, egal wie warm einige gerade hocken.

      Jetzt werde ich ihn ein zweites Mal lesen, und überlegen, was ich da übersehn haben soll. (Appeacement ist nicht mein Ding.)
      mischa

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    12. Ich kann nichts anderes finden, als den Verweis auf eine "Meta-Eebene", von der aus Alle sich fragen sollen "Wie gehn wir miteinander um!"

      Diese Art von Meta-Ebenen-Reflexion ist eine NEBELBOMBE auf ein Schlachtfeld. Sie wird den Krieg aufschieben, die Scheidung der Mutationen von Ideen und Konzepten durch die natürliche Auslese verlangsamen.

      Es gibt aber, das sage ich auch hier seit jeher, den Ort im Dasein, wo die Parzen stehn. Genauer die Parze Atropa. Hier muß man sich entschieden haben. Denn dann wird der Diskurs ausgeträumt sein, und die Früchte einer Epoche kulminieren. In Gutes. Oder in Häßliches.

      Gewiß, noch ist er vorhanden, aber der Abgund klafft tief, der die Menschen bereits spaltet. Ich glaube, so tief war die Kluft wirklich das letzte Mal vor dem Kriege. Nicht danach.

      Aber ich predige keine Kriegsangst. Sondern Mut, den heraufziehenden bösen Fakten in die Augen zu sehn. Auch wenn der Tod selber käme.

      mischa

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    13. Zwei-Staaten-Lösung in Israel:
      Irans Standpunkt über Jerusalem ist nicht eindeutig, wegen der von Hardlinern geförderten Widerstandsbewegung im Nahost-Konflikt (und Putin doppelzüngig dahinter?):
      Iran hard-liners welcome Trump decision on Jerusalem
      https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2017/12/iran-trump-jerusalem-reaction-hardliners-welcome-resistance.html

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  3. Geeignete Gestaltung mit diesen Zitatenfarben, obwohl ich sie gewechselt hätte, wegen der Standpunkte der sprechenden Personen. Sommerfelds konservative Standpunkte seien ja blau.
    Im Konfliktmodell ist Streit etwas Schönes. Die stillschweigende Annahme wird offenbar. Im heutigen politischen Kalten Krieg ist das z.B. die verborgene Kreml-Perspektive bei den Konservativen, wobei ich bedenken muss, dass die Russen derzeit konservativ geführt werden. Ist also eine gegenseitige Enthüllung (aletheia) nicht der nächstfolgende Schritt in der Kultur-Debatte im Spiegelpalast?
    Das Nette bei Sommerfelds individuellen Smarties ist übrigens, dass sie sich auch in schönen konservativen Farbengruppen ordnen lassen.

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    1. Lieber Ton,
      die Farben ergaben sich mir zunächst deshalb, weil das Cover von MLL nunmal rot ist und nicht blau (das von MRR ist schwarz). Zudem empfand ich den Tonfall in MLL „feuriger“, gegenüber der gelasseren Sprache von MRR.
      Später wurde mir die Farbwahl noch auf andere Weise bestätigt - darauf komme ich in meinem nächsten Aufsatz zurück.

      »Das Nette bei Sommerfelds individuellen Smarties ist übrigens, dass sie sich auch in schönen konservativen Farbengruppen ordnen lassen.«
      :-) Ja. Wobei sie die Frage, ob die unterschiedlichen Farben wirklich nur den Zuckerguß betreffen, natürlich ganz anders sehen würde.

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    2. »gelasseneren« sollte es heißen (falls es dieses Wort überhaupt gibt)

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    3. Liebe Ingrid, ja klar, soll Rainer nur machen ;) Aber schön dass du mein oder unser häufiges Kommentieren lustig findest ;)
      Nein, Scherz beiseite - ist ja auch wirklich nicht so einfach in so einem Blog...

      Aber an längere oder häufigere Kommentare kann ich zunächst und grundsätzlich keinen Besitzanspruch festmachen, ein echtes Interesse für sehr komplexe Zusammenhängen sollte doch da sein (bis zu einem gewissen Grad auch bei Kommentaren natürlich, siehe z.B. Rudolf, wo du dir ja auch schon, in anderen Zushg. die Zähne ausgebissen hast ;))

      Einen Kommentar-Fluss häufiger unterbrechen oder gar verbieten wollen (so kam das ja fast schon rüber bei Rainer) - z.B. wegen bestimmter Schreibstile, Langweile, ausgedehntere Kommentare etc.- das war schon ein etwas merkwürdiges Paket .... wenn es mich langweilt lass ichs halt liegen (und sogar schon kleine Smileys zur Auflockerung mokieren, würde mir auch nicht in den Sinn kommen, Rainer ;)
      Also, Nachfragen und Gegenwind ist da doch fast Pflicht und eh dann vorprogrammiert...Aber ist okay, ich versuch das dann einfach häufiger mal zu ignorieren ;)

      Und danke für das Smiley am Ende, das sei also doch noch gestattet - deshalb auch von mir ein dickes und freundliches :))

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    4. Valentin, soviel Intersubjektivität kann Rainer von mir haben:
      Er will mal "andere Gesichter" sehn. Darum, nich um Anthrosophie oder Pollitick, geht es.
      Andere Sprachmuster lesen. Selber sich in Diskussionen mittragen lassen. Etwas mehr Leichtigkeit, mehr auch Lockeres, ihm für seine Frequenzen Mutmachendes... für ihn sind manche Kommentatoren schwer verdaulich Pumpernickel geworden, faste oder pupe ohne Ende dran. Halten wir uns zurück. Vielleicht kommen dann wirklich mehr Neue. Wo auch für ihn was zum chattern bei ist.
      Hab auch langsam keine Lust mehr. Widerstand zu leisten.
      Lesen wir still Rainer mit. Und bißchen faschistisches Zeug, mit dem darf er dann Poko tanzen.
      alsdann, mischa

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  4. So, Leute, jetzt muss ich doch noch mal die Notbremse ziehen: Ich werde jetzt (mindestens) einen Monat, also bis zum 13.01. nichts mehr kommentieren.

    Ist doch irgendwie reichlich viel Psychozirkus hier und wenn man sich jetzt in der Gruppe darauf einigt, dass ich der Bad Boy Nr 1 bin, vergeht dann etwas die Lust.

    Mischa, Du hast also gewonnen!!! Gratuliere!

    Irgendwo oben hast Du geschrieben, dass ich hier zuviel Raum einnehme und dass (sinngemäß) ohne mich hier richtig sachlich diskutiert werden könnte. Dem steht jetzt sozusagen nichts mehr im Wege.

    Einmal muss ich (nur ganz kurz) allerdings noch etwas nachtreten: Dass Du gestern hier verbreitet hast, ich würde anonym allerlei Hassgeschichten schreiben, war schon etwas dreist. Heute bin ich wiederum Schuld, dass ich "den Andern (also Dir) seiner erotisch anziehenden Attribute beraube" (!!!) Darauf muss man erst einmal kommen.

    Ich gehe davon aus, dass ich in den nächsten 5-7 Tagen weiterhin als Bad Boy amüsiert thematisiert werde, das ist der Mechanismus des Blogs und so schätze ich Euch auch etwas ein (Huch, jetzt bin ich der Opferrolle!). Muss ich mit leben.

    Ich werde es nicht erfahren, da ich hier nicht nur nicht mitschreibe, sondern auch nichts lesen werde. Meine anthroposophische Willensübung sozusagen.

    Treibt`s nicht zu bunt bei der Rettung des Abendlandes!

    Und einen guten Rutsch!

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  5. Hey und ich hab noch zu guter letzt einen ganz netten und vielleicht passenden song für euch...passt schon AUCH in unsere Zeit, finde ich...aber er soll jetzt nur mal EINEN menschlichen oder zeitgeistigen Aspekt von vielen aufzeigen ;)
    Also, machts gut!

    Stephan Stoppok . Wetterprophet:

    https://www.youtube.com/watch?v=3Ct34yggVwM

    Tschüßchen!



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    1. Gut Mischa, so machen wir das :) Lassen wir doch einfach mal Platz für mehr Blümchen, Gnömchen, Germanen und Engelzitate, ist ja auch schön und weit aus weniger anstrengend :)

      Friede sei mit Allen - doch möge die Zivilcourage nicht sterben!

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    2. Cheers, Rainer! Jo, machen wir Waffenstillstand. Ein Labsal.
      Wir sehn uns auf der Aftershowparty denne, und in der Volkshochschule im Analsprachkurs!
      mischa

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    3. Rainer, wer hat hier eigentlich je von der Rettung des Abendlandes gesprochen? Also, ich nicht...Dann doch eher die Menschlichkeit und Würde retten für Völker ALLER Hautfarben bzw. Gesinnungen und dies dann mal offen betrachtet im engen Zusammenhang mit der EUROPÄISCHEN oder auch deutsch-österreichischen Gesinnung und Geschichte inkl. der Aussagen zahlreicher Okkultisten, Politiker und anderer Berühmtheiten ...

      Da ist schon bisserl was dran an Mischas Pumpernickel, nicht? ;)

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    4. Ohne mir die Schuldangebote anzuziehn, ich hatte in den letzten Tagen vielleicht etwas Hufeisen in den Fäustlingen, soll ja Glück bringen. Mir reicht das mal. Rainer hat sein Fett weg, und ich fühl mich auch schlecht, wenn ich dran denk. Aber okay, manchmal geht es nur so, indems weh tut. Kenn ich aus WGs. Ja, Menschenwürde, schön. Aber du hättest mal erst meine Mutter früher erleben müssen, boah. Die Zielführung ihrer Subtexte war auch hervorragend. Du hast über das Brötchengeld mit ihr abgerechnet und über den Einkauf diskutiert, nachher fühltest du dich wie ein Verbrecher und Kretin. Das kann ich nicht leiden. In Anthroheimen weiß man auch um diese feine Kunst. Stichwort: Subtext. Um Diskussion über die Blogthemen? Gings doch kaum, oder? :-))
      Lassen wir Rainer doch in Ruh, er will nicht eine Woche lang zerissen werden. Mir hat der Fight nicht gefallen.
      mischa

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    5. "Lassen wir Rainer doch in Ruh, er will nicht eine Woche lang zerissen werden. Mir hat der Fight nicht gefallen"

      Tja Mischa, warum tatest du's dann? Wolltest du also ganz bewusst in diese Leiderfahrung hinein? Vielleicht weil Widerspruch dein zweiter Vorname ist? Die meisten kennen hier eigentlich ganz andere als Rainer, die "zu viel Raum einnehmen".
      Wie auch immer, die Kurse, die du an der Volkshochschule belegen wolltest, hast du auch nicht nötig, darin bist du bereits bestens ausgebildet, also wenn's um Sprech- und Wurftechniken im Zusammenhang mit brauner Masse geht....von wegen auch "faschistisches Zeug" bei Rainer, in vielfacher Hinsicht absoluter Blödsinn!
      Aber vielleicht gibt's da ja an der Volkshochschule auch noch andere Kurse, solche die dir vielleicht dabei helfen könnten, dein eigenes Persönlichkeitsbild zu erschließen. Die dich in die Lage versetzen die Hosen wieder hoch zu ziehen, die du im wahrsten Sinne des Wortes zum Entsetzen doch einiger hier, immer wieder herunter gelassen hast. Versuch dich doch mal selbst zu beobachten.

      Mich erschreckt ja nicht mehr viel, hab mir da ein dickes Fell zugelegt, bei dir allerdings kommt fast schon so was wie Mitleid auf. Bist einnetter Kerl, ich mag dich sogar, auch wenn du zu meinem Missfallen immer wieder entscheidend dazu beiträgst, dass Blogschreiber wegen der von dir gewollten Einseitigkeit nicht mehr schreiben.
      Ich will ja nicht so weit gehen, und dir dasselbe empfehlen, was Rainer leider genötigt sah sich selbst aufzuerlegen, nur ein bisschen Reflexion über dich selbst, meinst nicht?
      Weißt du was eines der wenigen Dinge war, das mich in letzter Zeit wirklich erschreckt hat? Als du es bedauertest, wegen einer Nichtigkeit nicht durchs Internetkabel kommen zu können um mir einen "Schwedentrunk" zu verpassen! Wusste ja nicht mal was das ist, wirklich erschrocken bin ich aber weniger beim Lesen des entsprechenden Wikipedia-Eintrags, als über dein Persönlichkeitsbild und deine Vorstellungskraft.

      Nimm dich doch mal ein bisschen zusammen, du hast wesentlich mehr Potential, als die Show die du letztens hier abziehst.

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    6. R H hat darum gebeten, daß nach seiner Erklärung gestern "nicht die Blog-Mechanismen" greifen sollen, mangels neuem "Bahai" da weiter herumzureiten. Mir ist der Kragen geplatzt, war okay. Nach den Spielregeln der Konvention ist RH jedoch moralischer Sieger. Damit sollte es jetzt gut sein. Man muß sich nicht im Schlamm gestriger Gefechte wälzen, um nochmal alles auszukosten.
      mischa

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    7. Lieber Mischa, ja, das kann man jetzt getrost zu den Akten legen, bringt eh nix :)

      Weiß du, dieses ständige gegen Wände rennen...Vielleicht sind wir ja alle schon etwas zu alt hier für sowas und auch zu festgefahren, so dass es immer schwerer wird, wenigstens mal in kleinen Dingen eine Art Konsens oder Mini-Zugeständnis zustande zu bringen...seeeehr aufreibend...Jeder ist dann wohl so wie er ist, sieht man doch...und letztlich geht man ja auch im richtigen Leben nur mit denen gerne zusammen, die ähnlich ticken und mit denen man sich gut versteht und was gutes auf die Beine stellen kann...also, was soll der ganze kommunikative Blog-Stress überhaupt...muss man sich nicht antun im Alter und schon gar nicht häufiger auf einsamer Flur ;)

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    8. Alter Valentin, Alter... ich bin nicht alt. Mag sein, daß ich noch misanthropischer geworden, und misanthroposophischer auch, als ich es einmal war? Laß uns - manchmal - so etwas wie Ewigkeitsbezogenheit haben, wie es ganz junge Leute und ganz alte Leute gleichermaßen haben können. Es ist ganz leicht. Man darf eben nicht dahingehen, wo einen Andere so richtig auf Touren bringen, in Widerspruchsfreude zu geraten. Also dann mal, pfleg Dich gut. mischa

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    9. Gute Idee lieber Mischa. Und ja, Ewigkeitsbezogenheit (aber auch ein wirklich "ALLES besprechen können") - mit Jung oder Alt, das ist mir ebenfalls nicht ganz unbekannt ;))

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  6. Wir brauchen eine konservative und ökologische Politik. Konservatismus allein ist manchmal nicht ökologisch und sozial. Ökologismus allein ist manchmal schädlich. Zum Beispiel machen die Grünen den Fehler, die Einwanderung nicht ausreichend zu begrenzen.
    Zudem muss das Christentum reformiert werden. Es ist unsinnig, zu beten. Ein Mensch sollte u. a. seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Und sich dann morgens unmittelbar nach dem Aufwachen auf einen Wunsch konzentrieren und sich (nochmal) in den Schlaf sinken lassen. Durch Traumsteuerung kann man zu mystischen Erfahrungen gelangen. Traumsteuerung ist auch ohne luzides Träumen (das unter Umständen gefährlich ist) möglich. Man sollte sich vor dem Einschlafen wünschen, dass sich nur Dinge ereignen, für die man die nötige Reife hat.

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    1. Wir müssen die Weltkugel abschaffen und durch einen Pentagondodekaeder-Weltenkörper ersetzen.
      Die Flacherde ist dazu sehr wichtig.
      Erst müssen wir die Kugel wieder zu einer Fläche machen, welche wir dann zuschneiden und zu einem Pentagondodekaeder falten.
      Die Ränder der Flacherde, wo die Flüchtlinge und die Grünen drauf sitzen, werden beim Zuschneiden des Pentagondodekaeders sowieso abgeschnitten.
      Man muss darauf achten, dass die Flacherde so zugeschnitten und gefaltet wird, dass das Goetheanum nacher oben auf dem Pentagondodekaeder draufsteht.

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    2. Dazu Steiner, Die neue Geistigkeit (1920): “Während es im Westen verfrühte Wesenheiten von drei Gattungen sind, die ich aufgezählt habe, die da wirken, sind es im Osten verspätete Wesenheiten, die ihre Vollkommenheit früher gehabt haben, die zurückgeblieben sind, und die jetzt den Menschen des Ostens in medialem Zustande, im Traume erscheinen, oder auch über sie kommen ohne Traum, ohne medialen Einfluß, einfach dadurch, daß sie in den Schlaf hineinkommen, und der Mensch dann im wachen Zustande die Inspiration solcher Wesenheiten in sich trägt, also gewissermaßen bei Tag von den Nachwirkungen solcher Wesenheiten, die über ihn in der Nacht kommen, inspiriert ist.“ 200.44 f.

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  7. MLL - MRR

    Ich habe eher den Eindruck, so lobenswert auch der Versuch einer Annäherung von Standpunkten auch sein kann, dass bereits schon die Titel dieser Bücher im Kontrast zu der (möglicherweise) erklärt dahinterstehenden Absicht stehen. Sie zementieren ja irgendwie die Kategorien "rechts" und "links", deren Überwindung ja eigentlich angesagt wäre.
    Ist es nicht vielmehr so, dass zumindest die Mehrheit aller Menschen, sich gar nicht als "rechts" oder "links" einordnen lässt und diese auch nicht auf diese Weise kategorisiert werden will, man der Mehrheit also gewissermaßen geistige Gewalt antun würde?
    Genauso wenig, wie die meisten Begriffe, Aussagen, Sprechformen usw. , nur weil man sie aufgrund verkrusteter gesellschaftlicher Konventionen dem gewohnheitsmäßigen und überwiegenden Gebrauch mehr der einen oder der anderen Seite zurechnet, an sich "rechts" oder "links" sein können?

    Für den Umgang mit extremen Minderheiten, scheinen mir die Werke ja doch nicht verfasst, auch wenn ich zugebe sie nicht gelesen zu haben.

    Ist nicht (fast) jeder von uns, manchmal ein bisschen "links", dann wieder mal ein wenig "rechts". Mal ist man froh, dass es sozialstaatliche Maßnahmen und ein öffentliches Gesundheistssystem gibt, nimmt sie gerne in Anspruch, mal ärgert sich der selbe Mensch über die Probleme, die aufgrund unkoordinierter Flüchtlingspolitik entstehen. Ist er nun links oder rechts? Ich sage, dass es bereits Unsinn ist, nur darüber nachzudenken und behaupte, dass es so gut wie unmöglich und daher hochgradig sinnlos ist, überhaupt Menschen, vor allem die, welche es gar nicht wollen, als rechts oder links einzustufen.
    Schon die Verwendung dieser zu reinen Kampfbegriffen degenerierten "pseudopolitischen" Schlagwörter ist nichts anderes als wieder nur eine spaltende Maßnahme.

    Genauso wenig wie die allermeisten Befürworter von Einkommensumverteilung nicht deswegen gleichzeitig die Verbrechen Stalins und der Bolschewiki rechtfertigen, so haben auch diejenigen, die Skepsis an der derzeitigen Flüchtlingspolitik äußern oder auch nur mal stolz auf mit ihrem Land verknüpfte Errungenschaften oder ihre Kultur sind, mit der Befürwortung der Verbrechen Hitlers und der damaligen wie auch der heutigen Nazi-Clique rein gar nichts am Hut!
    Wozu dann eigentlich das ganze Theater?

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    1. @ Anonym:
      »so lobenswert auch der Versuch einer Annäherung von Standpunkten auch sein kann«
      Ich habe nicht den Eindruck, daß es den Autoren von MLL und MRR um eine »Annäherung von Standpunkten« geht. Mir selbst geht es jedenfalls nicht darum.
      Sondern ich habe versucht, die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Tisch zu legen und einander gegenüberzustellen, in der Hoffnung, dadurch besser erkennen zu können, wo es Übereinstimmung gibt – und wo nicht.

      Daß weder »Rechte« noch »Linke« in reiner, ungemischter Form existieren, ist nicht nur mir, sondern auch allen Autoren klar (wie ich ja auch zitiert habe).
      Daß sie dennoch so darüber schreiben, wie sie es tun, erklären sie so:

      Die Autoren von MRR bezeichnen sich selbst nicht als »Linke«, sondern als »nicht Rechte«; und sie verstehen unter »rechts« (siehe Zitat in meinem Artikel) »keine eingrenzbare Menge von Überzeugungen oder Personen, sondern eine bestimmte Art des Redens« – mit der sie sich im folgenden befassen.

      Die Autoren von MLL hingegen bezeichnen sich selbst durchaus als »Rechte« und ihre Gegner als »Linke« und schreiben dazu (nach dem in meinem Artikel Zitierten):

      »Man könnte überdies aus guten Gründen die Ansicht vertreten, daß die klassische Links-Rechts-Dichotomie überholt und nutzlos geworden ist, daß es sich hierbei um Schubladen handelt, denen man entrinnen sollte, um die Dinge freier und sachgemäßer beurteilen zu können. Wir ermutigen zwar das Freidenkertum und die sympathische Weigerung, sich einsortieren zu lassen, glauben allerdings nicht, daß es möglich ist, einfach aus der Geschichte und den geltenden Koordinatensystemen auszutreten (die wiederum eine geschichtliche Basis haben). Statt dessen reden wir einer Veränderung des Koordinatensystems von innen, einem Paradigmenwechsel das Wort, in dessen Zug der Begriff »rechts« wieder als legitime Ausrichtung oder Denkfamilie innerhalb des politischen Spektrums akzeptiert werden soll.«
      (MLL, S 35)

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    2. Danke Ingrid,

      wenn es wirklich darum gehen sollte, den Begriff "rechts" insofern zu legitimieren, indem man ihn vom negativen Bereich einer Wertungsskala herunterholt, ihm einen wertfreien Gebrauch ermöglicht, ihn von der Aura des seine eigentliche Bedeutung entstellenden Kampfbegriffs befreit, die dazu führte, dass er vielfach unwidersprochen und undifferenziert mit "Rechtsradikalismus" und somit der Ausgeburt an denkbar abscheulichsten Verbrechen gleichgesetzt werden konnte, wäre das sicherlich ein vielversprechender Ansatz.

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    3. Ja, da stimme ich Dir zu.
      Allerdings ist es mir mindestens ebenso wichtig, die Art des Redens, der es nicht um die Sache selbst, sondern vor allem um die (Zer-)Störung jeglichen Diskurses geht (wie die Autoren von MRR von den »Rechten« behaupten, was die Autoren von MLL unverhohlen zugeben, siehe die Zitate im Artikel), ebenfalls ganz deutlich auf den Tisch zu legen — damit jeder selbst entscheiden kann, inwieweit er weiter mit Menschen diskutieren will, die sich dieser Art des Redens befleißigen.

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    4. Ja, das sehe ich auch so. Es soll ja kommuniziert werden und ggf. die Schnittmenge, das Verbindende ausfindig gemacht werden.

      Aber müsste nicht eigentlich der Begriff "nicht Rechter" dann auch hinterfragt werden? Denn er zementiert ja indirekt auch wieder nur den negativ besetzten Begriff des "Rechten", von dem sich ein "nicht Rechter" versucht abzugrenzen.

      Ist das nicht ein Beispiel für die konditionierte selektive Wahrnehmung eigentlich wertfrei-analog-komplementärer Begriffe. Also wenn ich z.B. daran denke, ob der Begriff "nicht Linker" dieselbe Valenz hätte, kommen mir schon gewisse Zweifel auf.

      Vereinfacht ausgedrückt, mit "Linken" kann man leben, mit "Rechten" aber bestenfalls nur reden....:))
      ;-)

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    5. :-)
      Naja.
      Wenn man als »rechts« eine bestimmte Art des Redens bezeichnet, dem es um (Zer-)Störung des Diskurses geht, dann versteht man unter »nicht rechts« einfach, daß man selber nicht diese Art des Redens pflegen will.

      Es wundert mich ja (und läßt mich fragen, ob Du meinen Artikel vollständig gelesen hast), daß Du zu meinen scheinst, es gehe den Autoren der beiden Bücher darum, ihre Standpunkte einander anzunähern oder auch nur »rechts« und »links« als Begriffe gleicher Valenz darzustellen.
      Ganz im Gegenteil - die Autoren beider Bücher versuchen, ihre Leser davon zu überzeugen, daß die jeweils eigene Art, die Dinge anzusehen, die bessere, richtigere, gesündere… ist:
      MRR kritisiert die »rechte Art zu reden« (um nicht zu sagen: macht sie in drastischen Worten herunter) und sieht sie durchaus nicht als gleichwertig zur »nicht rechten«, auf ein sachliches Ziel gerichteten Art des Diskurses an.
      Und auch MLL nimmt sich kein Blatt vor den Mund und sagt ganz deutlich: »Rechts ist richtig, links ist giftig« (S 14).


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  8. Liebe Ingrid!

    Dein Beitrag, ich habe ihn bereits zum dritten und vierten Mal gelesen, bleibt für mich ein Kunstwerk mit der Effiziens einer Glasscheibe, vor der man steht, nachdem man in die Falle des - gesamten - Textes getappt ist, indem man ihn verstanden hat. Er ist dann eine Falle. Kunst nämlich.

    Die hier ausgelegte Moebius-Schleife ist nahezu perfekt. Du weißt ja, wenn wir ein ..braves biederes Stirnband ... entzwey schneiden und dann ... perfiderweise .. ein Ende um 180 Grade drehn, und es somit "verkehrt"-herum an das übrige Ende wieder festmachen.

    Es gibt nun keine Vorderseite mehr, es gibt auch keine Hinterseite mehr, auch wenn wir es nicht bemerken. Es gab einen Buchhit von Douglas R. Hofstadter, den ja alle hier bestens kennen: "Gödel, Escher, Bach – An Eternal Golden Braid." Nun verstehe ich gerade noch die Illustrationen, Figuren, Skizzen von Maurits Cornelis Escher, für ein wirkliches Begreifen der akkustischen Mathematik in der Musik Johann Sebastian Bach und für die Fülle seiner aus protestantischer Werkfreudigkeit entstandenen Flut fehlt mir schlicht quantitativ die Lebenszeit. Und für die Abstraktionen von Kurt Gödel bin ich vielleicht zu wenig "aspergierig" und zu daher "zu dumm". Weiß man aber nicht. Ausprobieren? Wieviel Jahre Leben kostete das? Wieviele Jahre hat man?

    Es dauerte mir lang, aus der Ornamentik, die man sehr vorschnell für den Inhalt des Textes nimmt, die nackte Moebiusschleife freizulegen. Die althergebrachten politischen Begriffe "links", "rechts", die sowieso durch die Geschichte so oft gebrochen, verzerrt und dann relativiert wurden werden dem Zweck des Textes untergeordnet und ihre Vereinfachung macht dem Autor Schwierigkeiten, die er mühelos auf den Leser abschiebt, der dem Text doppelt entgegenkommen muß, um in ihn verstrickt zu werden.

    Man kann den Text, wenn man ihn verstanden hat, eben nicht mehr kritisieren.

    Wenn man den Partner, von dem man gerade geschieden wird, innig versteht, ist es das gleiche, nur daß man da eben eine Menge Geld und Besitz verliert. Was man erst bereut, wenn man sieht, wie fatal Verständnis ist. Zuerst hält man sich ja für klug, "weil man so viel versteht und nachvollzieht". Nachher fragt man: "Wieso war ich nur so dumm, zu verstehen, was mich nichts angeht!?"

    Der Text impliziert, daß jeder, der sich weigert, ihn zu verstehn, ins Unrecht stürzen soll.

    Das wäre soweit sogar in Ordnung, wenn man stattdessen einen Standpunkt empfiehlt, der darauf verzichtet, Forderungen zu stellen. Denn um auf Forderungen zu verzichten, muß man Forderungen stellen dürfen. Dann wäre es keine Moebius-Schleife mehr, weil dann zwei Möglichkeiten da wären. So aber, mangels einer Bias an Möglichkeiten ist ein Nichtdrittes gegeben. Was immer wieder den Verzicht auf jegliche eigene Entscheidung mit sanfter Unerbittlichkeit empfiehlt, und nicht einmal einfordert...

    Was aber wird aus uns, wenn wir uns dem Text öffnen, ihn einlassen und ihn glauben? Ihm folgen?
    Er wird uns lähmen wie ein starkes Narkotikum. Wie beim Curare werden wir bei vollem Bewußtsein zusehn, was weiter geschieht.

    Statt zu "kämpfen". Denn auch in der zivilisierten Welt ist Kampf um Ressourcen und Einfluß präsent, oft tabu unter der Decke zivilisierter Diplomatie. Diese Diplomatie aber ist der Traktor, der unermüdlich arbeitet, in der Politik in all den Abgeordneten und in den Notariaten und Anwaltskanzleien, im perfiden permanenten Wandel der Gesetzestexte, denn der Mensch ist ein Geschöpf des Streitens und des Streits, auch wenn er die Keule ins Museum gestellt, seine Waffen größtenteils der Polizei anvertraut hat.
    mischa

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    1. Der Zwang zur Übereinstimmung wird zur Ordnungsübung des Realen im Sinne der Etikette, stilisiert, wobei die Begriffe "rechts und links" verfügbare Schablonen eines inneren und äußeren Vorgangs werden, bei denen es nicht mehr darauf ankommt, was sie sind, sondern wie sie sich im Sinne der Regelung des Gesamtvorgangs bewegen. Auch in der Möbiusschlinge existiert das Kalkül des Ebenmaßes und der Drang nach formaler Übereinstimmung weiter, nur daß es kein Entkommen mehr gibt, weil alle Positionen und Richtungen aufgehoben werden.

      Diese Moebiusband war tatsächlich bereits im National-Sozialismus in der Schein-Symmetrie des Internationalem Sozialismus angelegt, weswegen auch mühelos 1933 ganze Kampfgruppen der Kommunisten zur SA übertreten konnten und durften, weil hier nur noch Vorgänge, keine Inhalte mehr relevant waren, und daher der Diskurs schmerzbefreit formal bzw. überflüssig wurde.

      Die Phantasie für den Anderen und für Anderes geht verloren. Symmetrie und Spiegelung der Phänomene "Rechts-Links", "Progressiv-Konservativ" schienen doch bisher einmal anzudeuten, daß sich in einer Polarität zwei Welten begegnen, sich in ihr das Gleichnis der Gegenwelt jenseits der Grenze des Phänomens findet.

      Und nicht deren Aufhebung durch ein Moebiusband eines Schein-Monismus. Die Grenze, die, weil sie namenlos und schöpferisch war - und die Begriffe "Rechts und Links", "Konservativ, Progressiv" früher einmal nur Platzhalter, und das Werden der Gestalten im Spiel von Yin und Yang sich offenbarte - diese Gegenwelt wurde nunmehr funktionell dialektisch aufgehoben und ganz ausgeschlossen. Der Blick wurde in das Reproduzierende des Phänomens gelenkt.

      Statt "Phantasie" (was mehr mein, als bißchen zu phantasieren) füreinander zu haben, verweist man sich in die Schranken und zwingt einander, nur sich selbst im Andern zu sehn. Was schließlich alternativlos wird.
      mischa

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    2. Es ging ja im Blog seit Jahren immer wieder nicht einmal um pro oder contra x y z. Sondern implizit um die Frage, ob die gesellschaftlichen Klassen außerhalb der virtuellen Welt zwingend einzuhalten seien in der virtuellen Welt.

      Und ob eine gewisse Klasse bisheriger Blogkommentatoren, die sich durch Schreibstil einer Klasse zuordnen lassen, überhaupt ein Recht auf Kommentieren haben. Und ob sie nicht die Freiheit und Einsicht besäßen, dies aus Freiheit zu unterlassen. Denn es zeichnet ja das Hierarchische Klassenverständnis der Anthroposophischen Gesellschaft, als Tumor und Staat im Staate, dadurch aus, daß Hierarchie - in Freiheit - eingesehen werde. Der Unfreie ist ein Rüpel. Mehr nicht.

      Und von Experimenten der Klassennivellierung ist in der Dreigliederung bei Steiner nicht die Rede. Auch sprach Steiner selber vor den Arbeitern mit einladender Sprache, um es selbigen durch den einfühlsamen Ton zu versüßen, sich als Kretins und geistig Zurückgebliebene zu vertrösten. Weil ja dieses Opfer nötig sei zum Funktionieren des Sozialen Organismus.

      Und wenn die Kuchen sprechen, haben die Krümel zu schweigen, und zugegeben: Dies reizt und demütigt über das Maß. Und lockt dann tatsächlich zu Schnellschüssen. Vor allem, weil die Kuchen inzwischen alle politische Vorlieben haben, die dann, aufgrund ihrer Kuchengewalt auch gegessen und verdaut werden sollten. Dies immer zu wiederholen, und gar zu belegen...

      ...scheint an eine Grenze gekommen zu sein. Aber in der Politik und Öffentlichkeit geht der Diskurs weiter. Und das Wort wird lächerlich. Und wenn die Krümel reden, statt der Kuchen, ist Feierabend.

      Dies ist aber in einer gewissen Weise schon ein Ressourcenstreit, teils berechtigt. Wer liefert Qualität, wer nicht.
      Es ist der archaische Kampf von Status (statische "verbriefte" Anerkennung, Konservative Klasse) und Charisma (dynamische, immer neu zu erringende spontane Anerkennung, Progressive Outlaws), deren beider Vorteile und Nachteile jedem - bar oder mit Karte - auf der Hand liegen.

      Da ist der klassische "links, rechts" Aufbruch des 19. JH ins industrielle Zeitalter auszumachen. Soll das noch gelten, kann es noch gelten? Der Markt an sich, das "Neoliberale" hebt diese Polarität auf. Neue Probleme, fangen erst an. Recht auf Trinkwasser und Wohnung, wieso denn das? Einfühlsame Sterbehilfe, oder autoritärer Sozialstaat für nicht funktionierende und therapieresistente Organismen? mischa

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    3. Lieber Mischa,

      ich hab schon, als Du ihn, weiter oben, als „Nebelbombe“ bezeichnet hast, verstanden, daß Du meinen Artikel nicht magst.
      Das ist in Ordnung.
      Ich stimme Dir nicht zu, und ich fühle mich auch von Dir ganz und gar nicht verstanden - aber auch das ist in Ordnung, vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.

      Aber auch ich verstehe Dich nicht (manche Deiner Texte kommen halt bei mir als „Nebelbomben“ an…) - und frage daher nach:

      »Was aber wird aus uns, wenn wir uns dem Text öffnen, ihn einlassen und ihn glauben? Ihm folgen?
      Er wird uns lähmen wie ein starkes Narkotikum. Wie beim Curare werden wir bei vollem Bewußtsein zusehn, was weiter geschieht.

      Statt zu "kämpfen“.«



      Was genau verstehst Du darunter, dem Text (meinst Du die roten oder die blauen Zitate oder meine Zwischentexte oder alle miteinander?) zu »glauben« und »ihm zu folgen«?

      Als „These“ könnte man allenfalls die Kurzzusammenfassung meines eigenen Eindrucks nach der Lektüre der beiden Bücher lesen:
      »tl;dr: solange reflexiv-reaktiv – Smarties. Individualität potentiell.«
      Ist es das, was Du nicht »glauben« willst?

      Aber was meinst Du mit »ihm zu folgen«?
      Welche „Anweisung“ meinst Du denn aus meinem Artikel herauszulesen?

      Und:
      »Kämpfst« Du eigentlich noch auf andere Weise als hier mit Worten?


      Und noch etwas:

      »Es ging ja im Blog seit Jahren immer wieder […] implizit um die Frage, ob […] eine gewisse Klasse bisheriger Blogkommentatoren, die sich durch Schreibstil einer Klasse zuordnen lassen, überhaupt ein Recht auf Kommentieren haben. Und ob sie nicht die Freiheit und Einsicht besäßen, dies aus Freiheit zu unterlassen.«

      Meinst Du mit »Schreibstil« das, was in MRR als »eine bestimmte Art des Redens« angesprochen ist?

      »Denn es zeichnet ja das Hierarchische Klassenverständnis der Anthroposophischen Gesellschaft, als Tumor und Staat im Staate, dadurch aus, daß Hierarchie - in Freiheit - eingesehen werde. Der Unfreie ist ein Rüpel. Mehr nicht.«

      Mir wird nicht einmal klar, wen genau Du hier als den »Unfreien« bezeichnest.

      Es klingt für mich, als würdest Du sagen:
      Ich, Mischa, der Meister vom Stuhl, bestimme, wer »Kuchen« ist und wer »Krümel«, will heißen: wer als „frei“ bezeichnet wird und daher „oben“ ist in der Hierarchie, und wer „unfrei“ ist, „unten“, und »ein Rüpel«, weil er sich weigert, das »in Freiheit« einzusehen.

      :-) Falls ich Dich da richtig verstanden haben sollte: dem schließe ich mich nicht an.

      Es könnte sogar auch sein, daß Du es genau umgekehrt gemeint hast und Dich darüber beklagst, daß ein anderer Dich als »Rüpel« sieht.
      Dessen bin ich mir nach dem Lesen Deines Textes nicht sicher (wie gesagt, manche Deiner Texte, wie auch dieser hier, bleiben für mich „neblig“…)

      Wie immer Du es auch gemeint haben magst:
      Draußen in der Welt bestimmen die Strafgesetze (je nach Land verschieden) die Grenzen, in denen jeder sagen kann, was er will.
      Die gelten natürlich auch für diesen Blog.
      Darüber hinaus ist Kommentieren hier im Blog für jeden genau in den Grenzen erlaubt, die Michael als angebracht ansieht.
      Dies deshalb, weil es sein Blog ist – aus keinem anderen Grund.
      Wer das nicht - in Freiheit - einsieht, dem setzt er deutliche Grenzen, wie in einem bestimmten Fall für längere Zeit geschehen (und vor kurzem wieder aufgehoben).

      Ich finde nicht, daß wir darüber hinaus noch eine Schreibstil-Polizei brauchen.

      Herzlich,
      Ingrid

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    4. Mischa, danke für deine detaillierten Gedanken hierzu und für deine erneute, klare und lebensbezogene bzw. soziale Positionierung ...
      auch für mich immens wichtig geworden...

      Okay, und diese Neutralität, die Nivellierung, die Abstraktheit und Sachlichkeit eines Friedens, was auch immer man will - kann ja durchaus seine Berechtigung haben...bloß - wo genau und wann und zu welchem Preis und - zu welchem Schutz? Ists doch eher für den eigenen, schönen Frieden, für die Freude an der anthroposophischen Sachlichkeit und Übung? (innerhalb eines sehr speziellen, außen liegenden Gemeinschaft-Komplex)...

      Ich schlage mal vor: Aus Nebenübung "Leben" - eine Hauptübung machen ... nur zwischendurch mal ;)

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    5. Nebenübung/Hauptübung "Leben" - abwechselnd natürlich...Denn beides hat ja seine Berechtigung...

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    6. Nun, ich habe den Blog seit jeher als Geschenk betrachtet. Die Beiträge von Bobby, von Dir, von Finkelsteen, von Michael waren für mein Leben seit 2009 eine Bereicherung und haben, obgleich es nur virtuelle Welt ist, zu einer Weiterentwicklung meines Wesens beigetragen, in einer Weise, die ich selbst nicht mehr für möglich gehalten hätte.

      Beigetragen heißt natürlich, daß noch andere Faktoren eine Rolle spielten, auch, daß mir das Geschick im Lebenskriege, den wir Menschen zum "Markt" hin zivilisiert haben, zu einigen Freiräumen verhulff, und die Schlacht um ein Einkommen für Heizöl, Essen, Anziehen und für die Sicherheit einer Behausung nicht permanent gefochten werden mußte.

      Kampf: Mancher Mensch kann sich, ja, ...

      ...wir leben im Luxus, dieser Luxus heißt Frieden. Landfrieden. Gesetze.

      Meine Generation (und die nach uns) aber muß einst wieder lernen, mit zwei drei Jobs einmal auszukommen, um ein Nähr-Einkommen zu haben. Denn oft reicht das Geld bei einer freilich eine noch geringen Anzahl von Menschen nicht für Behausung und Obdach, für ein Revier-Einkommen aus.

      Sie müssen erst noch lernen, in den Schlafsälen der Frosthilfe z.B. usw. sich ein Quartier wieder mit vielen zu teilen. Warum auch nicht: Hauptsache Frieden. Das hat nichts mit den Flüchtlingen zu tun, sondern mit den Gesetzen des Marktes, der eben die Natur wieder ein bißchen in unsere Zivilisation zurückholt, das Leben wieder aus der einstigen Komfortzone holt. Diese Angst und Traurigkeit hierüber ließ m E Menschen - neurechts - werden, erschuf die Pegida. Erschuf viele neue Phänomene und destabilisierte das, was wir vereintes Europa nannten.

      Für die Menschen Rußlands aber .. die Europa beneideten, ist das Schlafen auf der Straße, und dazu arbeiten, ohne Lohn ausgezahlt zu kriegen, ja ganz normal...

      Frieden ist eine Kunst und etwas künstliches. Es ist fast wie ein Haus. "La Casa Nostra" aber ist eine spezielle Art von Frieden, und "La Cosa Nostra" zeigt, wessen Sache dieser andere Frieden ist. "Unsere Sache", die Sache der "Ehrenwerten Gesellschaft".

      Die wahre Natur des Menschen ist das Leben im sozialen Verband, der Kampf um Rangordnung, und der Übergriff auf andere Verbände, um Ressourcen zu rauben, und um die Art zu dezimieren. So ist die Natur und die Schicht der Zivilisation ist dünn. Lüge und Intrige ist ein wesentliches Element des sozialen Miteinanders, und man sieht, wie sich der Bruch des Friedens im Verbrechen, daher das Wort, immer wieder durchsetzt. Und diese Natur scheint dem Menschen offenbar schwer beherrschbar zu sein. Nicht immer nur dann, wenn er nicht genug zu Essen oder kein Dach über dem Kopf hat. Sondern gerade dann, wenn er spürt, daß er mit dem Markt, mit Angebot und Nachfrage, als Humankapital konform geht, sprich "erfolgreich" ist.

      Das ist die Grundlage, worauf unsere Gesellschaften aufbauen, um uns vor Auswüchsen der menschlichen Natur zu schützen. Wer? Wer schützt? Wer wird beschützt? Wer macht Gesetze?

      Das sind lebendige Fragen, die bis in Beziehungen hinein relevant werden, wo sie doch lange Zeit keine Fragen, sondern selbstverständlich waren. Die Menschen spüren, daß der Luxus der Wohlstandsgesellschaft eine erkaltete Lava ist, und darunter lebt das Unbewußte, und das ist ein tiefes Meer aus Hinnahme und Ergebenheit dem Sterbenden, auch im Mystischen Tod. Und ein glühendes Meer aus Begierden und einem grenzenlosem Willen zur Macht da, wo der Mensch spürt, daß er oder sie siegen kann, "Erfolg" haben kann....

      Ich hoffe, keiner erschrickt jetzt, wenn ich auf solche Weise das Leben als Kampf empfinde, was den Gesetzen von Wandel der Strategien und Konzepte, der Mutation, und daher der Selektion unterliegt.

      Wir sind alle Nahrungskonkurrenten, ob wir das wollen, ob uns das gefällt, oder nicht.

      Ich bin kein Mensch, der der Auslese der Natur nachhelfen möchte, sondern hinschaut, wo andere an etwas Anderes zu denken wünschen.
      mischa

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    7. Man sollte nun bedenken, liebe Ingrid, daß der Schöpferische Mensch mit dem Verbrecher eines gemein hat: Den Bruch mit der Konvention und den Regeln, das Aufbegehren gegen die Gesetze.

      Der Verbrecher aber verstößt gegen die Gesetze, wo sie Ausdruck einer Höheren Bestimmung zu sein versuchen.

      Der Schöpferische Mensch hingegen bricht nur alte Krusten auf, um die Bestimmung wieder einzulassen in die Gemeinwesen.

      Was diesen Gemeinwesen natürlich freisteht,

      Was ist Bestimmung? Die Bestimmung des Menschen ist in der Tat die immer höhere Kultivierung des Friedens untereinander, miteinander, in uns selbst. Denn sonst werden wir als Humakapital Tiere, oder nahmen uns als Menschen war, innerhalb "unserer Sache" in "unserem Haus", aber die Türen sind verschlossen und die anderen, die als Fast-Menschen gesehn werden, zahlen eine Gebühr, nicht um ein Gemeinwesen zu strukturieren, sondern das man sie ein wenig in Frieden läßt.

      Wenn um Gesetze gerungen wird, damit diese zum Ausdruck der Bestimmung des Menschen werden, so denke ich, ist die Demokratie nicht weit, da jeder mitverantwortlich wird.

      Nach dem Krieg waren die Menschen müde und zugleich voll Hoffnung für eine gerechtere Welt. Heute ist der Glaube an das Gesetz ein Stück weit verloren gegangen, nämlich daß es Ausdruck einer "Bestimmung" sei.

      Heute gelten Spielregeln. Zuerst unhinterfragt, weil sie schon immer da waren!

      Aber mancher fragt sich, ob man die Regeln, wenn sie eben nur Regeln sind, weil "Bestimmung" in den Bereich der Metaphysik gehört, die beliebig sein mag, einfach nur der Ausdruck der Starken sind. Wer ist aber "Stark"? Der Unverschämte?

      Nun, es wird ersteinmal immer der/diejenige sein, die sich per Spielregel-Gesetz der Vollzugskräfte (Polizei, Armee) dieser Regeln zu versichern weiß.

      Dazu braucht es eine gute Versicherung und ein Diplom, den Denkberechtigungs-Schein. Und hier sind wird beim Streit um die devote und subalterne Haltung eines Kommentierenden, der nicht genannt werden will.

      Der die Spielregeln der offiziellen Welt, die ja in die Anthroposophische Welt hineinragen, durch virtuelle Anmaßung "einseitiger Kommentare" bedroht sah. Das ist oben von mir sehr deutlich gesagt worden.

      Immerhin war der Doktortitel Steiners, der es ebenso leid war, um einer Kompetenzbescheinigung meterweise langweilige Bücher zu lesen und erbsenzählend zu zitieren auch keine besondere Leistung. Wir hatten das hier mal, möglicherweise steht das auch bei Ansgar Martins.

      Es braucht nicht eines seltsamen Textes, um mir zu empfehlen, daß ich keine Widerworte gegen meine eingangs (länger her, ich geb es zu!) immer freundlich freudige Beiträge erwidern soll, sondern als weniger rüpelhafter Mensch Beleidigungen, auch durch Subtexte, auszuhalten habe. Da wäre es wohl klüger, die Kommentarfunktion nicht mehr zu nutzen. Und nur noch mitzulesen.

      mischa





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    8. Mischa, wenn man das ganze als Gemeinschaftsarbeit betrachtet, dann verliert der Gedanke vom 'Kampf ums Dasein' seinen Sinn, denn dann ist der Sieg des anderen auch mein Sieg...

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    9. Nein, Stefan, es kommt auf Deinen Stellenwert an, ob der Raubbau am zu verzehrenden Erdapfel, den Eva an den Adam weitergab, auch Dir zugute kommt. Nicht jeder, das weiß man, egal welcher Lehre man hörig sein will, darf. Die Früchte der Bildung, des Ackerbaus, der Drogengeschäfte, der Prostitution, der Umweltzerstörung, des Bergbaus, der erfochtenen sexuellen Freiheiten, der künstlerischen Gaben, kommen nicht jedem zugute. Aber auch die Reviere! Dort, wo man den Erdapfel plündert, sie sind abgesteckt. Ich habe an der Uni erlebt, wie ein fähiger Dozent um eine Vorlesung gebeten wurde, und vor Furcht weiß wurde, weil ein älterer in der Hierarchie, gerade auf Reisen, sich in alle Kompetenzen über das Thema kraft seines Stellenwertes. Oder Ethnologen: Was kostet ein Pygmäenstamm? Zum Forschen halt. Du kannst doch da nicht einfach hin. Die Claims und ihre Absteckung ist komplex geregelt, oft kaum überschaubar.
      mischa

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    10. Deine Vorstellungen von Gleichheit lassen sich wohl nur realisieren, wenn wir alle in einen großen Mixer steigen, der liebe Gott auf den Schalter drückt und ein Smoothie aus uns macht...

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    11. Und jetzt noch, wenn ich darf, dies für Dich, Ingrid: Wenn ich einen Claim eines anderen bewirtschafte, ausbeute, dann gibt es Sanktionen, in der Regel kommt die Polizei, am Klondike River wurde sich auch mal um einen Claim geschossen. Auge in Auge...

      In der Philosophie der Freiheit steht, daß der Reife Mensch, der freiheitsfähige Mensch, aus freien Stücken der Regeln der Gesetze einsehen kann, und nicht aus Angst vor dem Polizist.

      Denn die Gesetze, die sich die Menschen gemacht haben untereinander und füreinander, die seien weise.

      Steiner impliziert hier, daß, in meiner Sprache: Bestimmung und Regelwerk einander decken. Der Idealfall.

      Denn am Klondike hat der jetzige Besitzer des Claims den vorigen umgelegt. Das ist unmenschlich, also keine "Bestimmung".

      Daher wird in anthroposophischen Einrichtungen nicht - befohlen- .

      Sondern "von Dir " allerhand "erwartet". So war das, ironisch halt, gemeint.

      Ein Seitenhieb innert meines "kryptischen Textes", auf die " - freiwillige - Achtung von Hierarchien und Berücksichtigung der Zugriffsberechtigungen auf Claims" in Anthroposphischen Einrichtungen und Instituten, auch ein Rederecht im Zweig, wer etwas sagen darf, was im Munde anderer lächerlich klingt - ist dort "freiwilliger" hinzunehmen usw.

      mischa



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    12. Der Gleichheitswahn ist eben schon in physischer Hinsicht nicht realisierbar...

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    13. Was ich da machte, ist nur deskriptiv. Eine Beschreibung, ohne Forderung. Die einzige Schlußfolgerung, die ich hieraus ziehe ist: Überlebe!

      Schön, wenn du das Klobürstenpatent dein eigen nennst, reiche Großeltern hattest, schön, wenn du ein Dach überm Kopf hast, und geliebt wirst, obwohl du dich in der Küche mit dem Chefkoch prügelst!

      Wenn nicht, ey: Schau zu, wo du bleibst, oder klingel beim Soilent Green Institut! :-))

      ok, mischa

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    14. Auch der Klobürstenpatent-Besitzer wird vielleicht mal dement und vergisst dann, wozu die Klobürste einst von ihm erfunden wurde. Dann schiebt er sie verlegen lächelnd in den Mund und versucht vergeblich die Zahnprothese damit zu bürsten.
      Man sollte einfach größere Zeiträume in Betracht ziehen...

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    15. Problematisch wird halt der Kontrollverlust über jede Einhaltung von "Bestimmung" durch das Organisierte Verbrechen.

      Das ist die Zersetzung des Diskurses. Denn selbstverständlich ist Organisierte Kriminalität eine Alternative zu einer staatlichen Ordnung, nur wirft sie uns in die Antike, und teils noch fast vor die Antike ins prähistorische zurück!

      Denn "Diskurs" ist Geschichte. Davor und danach ist ahistorische Zeit.

      Das ist von Mao, von Stalin und Hitler versucht worden, und von Pol Pot. Letztens vom IS.

      Doch ein Diskurs führt mehr und mehr zwar nicht in die Gleichheit, doch in die Mitverantwortung. Aller Individuen.

      Ein Ideal.

      mischa

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    16. Der gute Hirte

      Alle, die sich vor mir als eure Hirten ausgaben, waren Diebe und Räuber. Aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.

      JOHANNES 10.8

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    17. Oder anders gesagt:

      Ein Banküberfall ist was für Dilletanten, Profis gründen eine Bank...

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    18. Stephan, ich weiß nicht ob ich dich richtig verstanden hab bezügl. 'lange Zeiträume und Gleichheit" etc. ... Ja, klar, da ist irgendwie was dran, aber hat auch ordentlich Haken und Ösen, nämlich doch dann, wenn es in reiner Ich oder Gruppenbezogenheit endet oder gar in Gleichgültigkeit und Abgehobenheit anderen gegenüber....Ich habe Freunde die sich 20 Jahre nicht trauten zum Chef zu gehen um etwas mehr Lohn zu fordern...fehlende Wertschätzung sich selbst gegenüber und Autoritätsangst? Neokapitalismus und Angst?

      Klar, und die Klobürste ist sicher irgendwann zur Selbstverständlichkeit geworden und hat später (inkl. Patentmillionen) auch keinen Platz mehr im letzten Hemd ohne Taschen (höchstens bei den Erben ;) ---Aber, um mal auf Hauptübung "Leben" zurück zu kommen, Stichwort Dankbarkeit:

      Auch die Klobürste hat eben ein MENSCH erfunden und das zum (reinlichen) Wohle aller, ein ganz bescheidener Erfindergeist, aber klug und nützlich ;) So kann man doch ganz simple konstatieren - der MENSCH steht eigentlich (ganz natürlich) in der Kreativität und Wertschätzung des Lebens, macht und tut zum Wohle aller oder will es gerne, aber halt nur für eine bestimmte Zeit, logisch.
      Und gilt dann nicht in der Folge ganz natürlich und automatisch (oder im Idealfall): Eben diesen Wert "Mensch" - auch wenn nur eine Klobürste erfunden wurde, zu wertschätzen und somit hoch zu achten und auch zu schützen? Ist es sinnvoll den Wert-Mensch zu vernachlässigen? Und die Liebe gleich mit und die gemeinsame Stärke miteinander und füreinander? Was geschieht denn gerade in der Welt?

      Steiner sprach mal vom zukünftigen Liebesplaneten Erde...gut, irgendwo muss man dann ja mal anfangen, am besten im Hier und Jetzt...er tats sicher auch auf seine Art, über Details lässt sich natürlich auch hier streiten, es war ein spezielles Konzept, sein Ding, die Anthroposophie...Dennoch sei gefragt: Nebenübungen Hauptübungen, Anleitung zum okkulten Schauen etc - bedeutet das auch gleich Liebesfähigkeit und Interesse, vor allem für außerhalb des Anthrolandes?

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    19. Also, ich kann Mischa sehr gut verstehen, wenn er u.a. vom Lebens oder Überlebenskampf spricht...die soziale Frage ist eine sehr wichtige u.a....

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    20. Klar ist die soziale Frage wichtig, aber ewige Verteilungskämpfe, bei denen doch nur wieder die gewinnen, die am besten verhandeln können oder die beste Gewerkschaft haben?
      //
      Mir ist ja das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg sehr sympathisch!

      s.b.

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    21. Ja, ein sehr schönes Gleichnis :)

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  9. "Ich habe an der Uni erlebt, wie ein fähiger Dozent um eine Vorlesung gebeten wurde, und vor Furcht weiß wurde, weil ein älterer in der Hierarchie, gerade auf Reisen, sich in alle Kompetenzen über das Thema kraft seines Stellenwertes. Oder Ethnologen: Was kostet ein Pygmäenstamm? Zum Forschen halt. Du kannst doch da nicht einfach hin. Die Claims und ihre Absteckung ist komplex geregelt, oft kaum überschaubar."

    Von mischa erwünschter Paradigmenwechsel?

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    1. Wenn ich hier sehr stark zur Verwendung des Begriffes KAMPF animiert wurde, geradezu - g e r e i z t - wurde, hier auf dem Blog, - u n d - im Internet allgemein, so ist das der Tatsache geschuldet, daß durch die Gespräche der Trolle im Netz, die Kommentarfunktion kann ruhig "Troll-Leiste" genannt werden das archaische Gerippe des zivilisierten Diskurses zum Vorschein kam!

      Affen balgen sich um vergorene Früchte, Vögel um einen Kadaver, Hirsche gehen wegen einer Hirschin oder wie sagt man?, aufeinander los, der Oberpavian in Notzeiten ist der einzige, der noch Weibchen haben darf, in der "Zivilisation" balzen die Händler in den Basaren um ihre Kunden, machen die Ware des andern über alle Maßen schlecht, bis kurz vor der Schlägerei, der Kunde feilscht mit dem Händler, Theologen kommen sich in die Haare über Gott und Götter, der Oberste Lakai ohrfeigt den Dienstboten, der weint, weil er spürt, er ist im Leben stets Verlierer gewesen, und die Gänsemagd, die es sieht, wird heiß, auf den Marktplätzen predigen Säulenheilige und Philosophen von Tugenden, und vor Gericht erwirken Anwälte Polizeischutz für Atomanlagen gegen Demonstranten, die des Landfriedensbruchs, des Hausfriedensbruchs freudig und zufrieden lächelnd angeklagt werden, weil jetzt die armen Polizisten in Hundertschaften ausrücken müssen, die akademische Koryphäe weißt einen eventuellen Nachfolger in seine Schranken, er schreit ihn an, denn er trägt die einfarbige Krawatte, den einfarbigen Anzug, was ihn in der akademischen Welt als Führer ausweist, nicht die gemusterte Krawatte mit kariertem Anzug, die den niederen Assistenten vorbehalten ist...

      Hier auf dem Blog wurden vitale Interessen in anthroposophisch geprägten Umfeldern in all ihrer Vitalität sichtbar. Mal hängen von Aberglauben ganze Existenzen ab, etwa ob Frau von Halle an einer milden Form der Anorexia nervosa leidet, oder ob sich Wunder vollziehn, die sich zu Omen funktionalisieren lassen, den Omen ist Machtpotential, das Omen, in letzter Instanz mahnt und droht! Seht, der Christus, wir hier "haben" ihn, ihr aber nicht, also wehe!

      War Steiner naziähnlich? Dann wäre der ganze Anthroadel mit einem Hebelruck entmachtet! Der sich, kraft einer anmaßenden Vorstellung von "Geisteswissenschaft" legitimiert sieht, in Opposition zu den Instanzen der Universitäten zu gehn! Auch wenn man sich selbst dort, zur Rechts-Sicherheit, wie Steiner, wie damals auch Yogananda, der Hindu-Missionar für den Westen, den strategischen Doktorgrad rasch mal ergattert!

      Dort, wo Wunder ersehnt werden, wird Wissenschaft als Versachlichung und Verneinung des Wunderbaren erlebt, hier bildet sich der Groll gegen die Eliten, die sich lustig machen über "Heiliges".

      Und der alte Diskurs von "rechts versus links" kann nicht mehr zurückgeholt werden, es war ursprünglich der Sitzordnung im Parlament geschuldet. Nur, man will ihn entweder retten, in dem man ihn läutert und wandelt, oder in einer Moebius-Schleife in sich selbst aufhebt, oder ihn vorschnell entsorgen, um altes rechtes Gedankengut zu remobilisieren: Im Auftrag des Organisierten Verbrechens, um einen Konsens und Zusammenhalt aufzubrechen, um parasitäre Blasen ins Gewebe von Markt und Zivilgesellschaft zu etablieren. Dazu muß durch autoritäre und gewaltbereite Kräfte die Immunabwehr der Zivilgesellschaft, wo sie intakt ist, weiter herabgesetzt werden.
      mischa

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    2. Das Ideal demokratischen Streitens in der Öffentlichkeit der Politik ist der Gegner. Das Ideal in der geregelten Öffentlichkeit des Marktes ist der Konkurrent und der zu überzeugende .. Kunde.

      Archaische Gegenbilder: Auf dem Schlachtfeldern der Kriegsherren kämpft man gegen den Feind. Im Kampf um die Ressourcen gibt es den Freßfeind und den natürlichen Feind. Beim Tausch gilt es auch mal zu Betrügen.

      Nachdem der Glaube an göttliche Ordnungen zerfallen war, wurde man sich der Skala, die sich zwischen archaischer und zivilisierter Welt in vielen Schattierungen auftut, deutlicher bewußt. Man nannte das später auch Naturalismus. Der alte "rechts-links" Diskurs ist überholt, das merken auch diejenigen, die durch Autoritarismus, früher eine Spielart von "rechts", das Archaische vermehrt in die Öffentlichkeit zurücktragen wollen, um ungehemmter herrschen und nach Gutdünken selektieren zu können. Wie Parasiten nun einmal sind: Der alte Diskurs ist geschwächt, also greifen sie ihn an, um ihn zu zersetzen.
      mischa

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  10. Bevorzugt Links das progressive Konflikt-Modell (MRR), und Rechts das konservative Konsens-Modell (MLL)? Sind nicht nur die Standpunkte verschieden, sondern auch die Methoden? Links Klassenkampf und individuelle Identitätspolitik gegenüber Rechts Hierarchisierung und identitäre Gruppenpolitik.
    Dann ist keine Interaktion möglich.

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    1. @ Ton:
      Naja.
      Weder der Tonfall, noch die Ansicht der MLL-Autoren,
      »daß Gewalt so manche Probleme löst (sie hat immerhin Wien von der Türkenbelagerung befreit und Helms Klamm vor Saurons Armeen gerettet);« noch ihre Ausführungen über die »fehlenden Eier« der »linken« Männer (siehe die Zitate oben im Artikel) sprechen meiner Ansicht nach für ein Konsens-Modell.

      Es wird uns allen wohl nichts anderes übrigbleiben, als miteinander zu reden statt bloß übereinander.

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    2. Methodisch finde ich Polarisierung und Provokation in der Debatte nicht per se schlechter als Harmonie und Konsens (oder Friede und Verständnis, bei Anonym/Niederhausen).

      Tonfall und Ansicht z.B. über traditionelle Geschlechterrollen können dennoch sowohl auf Konsens (konservativ, wie bei Sommerfeld?) als auf Polarisierung (progressiv) bedacht sein.

      (Der Begriff ‘entsorgen‘ i.B.a. Menschen, wie bei Niederhausen, scheint übrigens seit Gauland verschmutzt.)

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    3. Auch ich habe nichts gegen Polarisierung und Provokation. Und in MLL finde ich das viel eher als Harmonie und Konsens (denen mir MRR näher zu sein scheint).

      Und:
      »(Der Begriff ‘entsorgen‘ i.B.a. Menschen, wie bei Niederhausen«
      Worauf beziehst Du Dich da? Ich sehe bisher nicht, daß HN diesen Begriff in Bezug auf Menschen verwendet hat.

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    4. Es ist Niederhausens Perma-Vorwurf, dass alle die hier schreiben Steiner und die Anthroposophie wörtlich 'entsorgen' wollten oder dieses zumindest unbewusst impliziert täten...

      s. birkholz

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    5. In seinem Aufsatz bezieht HN sich damit auf einen Kommentar von Rainer.
      Und weder in diesem Kommentar noch in dem „Permavorwurf“, von dem Du sprichst, geht es um die Entsorgung von lebenden Menschen. Ganz anders als bei Gauland.
      Ich würde mir schon wünschen, daß wir das auseinanderhalten.

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    6. Nein Ingrid,
      Niederhausen macht sich diesen Terminus der geistigen Entsorgung Steiners/der Anthroposophie im Verlauf zu eigen!

      Er Zitiert mich:
      Stephan Birkholz – 09.12.2017 20:36
      Ich lese Steiner seit 27 Jahren regelmäßig im Original, aber vielleicht liegt's ja nur an den 3 Jahren, die Du mir voraus hast...
      Allerdings zweifle ich mittlerweile, ob Du hier überhaupt gründlich liest: Niemand stellt sämtliche Anthroposophen oder Steiner als ausschließlich rechts und rassistisch dar.


      Aus der völlig verpolten Interpretation dieses meiner Aussage heraus, bezichtigt er mich (er tut das) der geistigen Entsorgung der Anthroposophie:

      Mit anderen Worten: Ein solcher Blogger [also ich] erhebt bereits einen Anspruch auf eine innere Beziehung zur Anthroposophie, wenn er Steiner „nicht ausschließlich“ als rechts und rassistisch darstellt. So tief ist der „Egoisten“-Blog also bereits gesunken. Dass die Anthroposophie mit solchen Äußerungen aber im Grunde bereits entsorgt ist, wird bestritten und nicht ehrlich zugegeben. Derselbe Blogger hatte Steiner zwei Wochen zuvor einen „Eiertanz“ vorgeworfen. Dass er selbst einen vollführt, nimmt er gar nicht wahr.

      Bezüglich des 'Eiertanzes' hatte ich geschrieben:

      Es ist mir trotzdem nicht klar, warum Steiner hier so einen Eiertanz vollführen soll.


      Was in diesem Kontext eindeutig heißt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass Steiner Eiertänze vollführe.
      Niederhausen macht daraus die Behauptung, dass ich Steiner einen Eiertanz vorwerfe.

      Niederhausen hat in seinem deutlich paranoiden Wahn offensichtlich vollständig das Lesen verlernt.
      Diese rotzfreche Verdrehung meiner Aussagen hat mich darum heute auch zu meinen deutlichen Statements bzgl. Niederhausens Geschmiere über die 'Dreckschleudern' (womit er uns meint) veranlasst.

      Ich würde mir schon wünschen, dieses hier klar festzuhalten!

      s. birkholz

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    7. Lieber Stephan, aber auch in den jetzt von Dir zitierten Äußerungen HNs geht es weder um eine von HN befürwortete Entsorgung noch überhaupt um eine Entsorgung eines lebenden Menschen.
      Ganz anders als bei Gauland - und das ist es, was ich gerne deutlich auseinanderhalten will.
      Gute Nacht!
      Ingrid

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    8. Ja, klar - aber die Entsorgung lebendiger Menschen liegt vollkommen außerhalb dessen, was ich zu diskutieren bereit bin.

      s. b.

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    9. Herr Niederhausen ist als Gesamtkunstwerk zu betrachten, und zwar eher unterhaltsamer Natur. Diese seine Selbstverliebtheit in die idealisierte Selbst-Ego- Konstruktion - das Reine, Mädchenhafte -erscheint natürlich als etwas unreif und belustigt die alten Hasen der Selbstdestruktion. Ansonsten danken wir - mein Dackel Polli und Ich- Herrn Niederhausen, dass er quasi eine Blaupause, eine Negativform von uns - den Egoisten- in die Akasha- Datei des anthroposophischen Devachan einschreibt. Damit ist das Karma der Egoisten unlösbar mit dem Rudolf Steiners verbunden. Und zwar bis zum Jupiter-Zeitalter. Tut mir jetzt leid, aber Herr RSt. gehört jetzt zu unserem Beraterstab!

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  11. Man kann Euch nicht mal einen halben Tag allein lassen, und schon wieder gehts um Klobürsten und dgl.......tztztz....

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    1. Wenn wir hier Icons und den, für rein Anthropoposophen, dekadenten Emoji-Kram hätten, würde ich Dir jetzt ein Herz posten... in Deutschland ist es ja, tiefenpsycholisch höchst spannende Thematik (Volksgeister), auf den Türen der "Haiserl" angebracht.... wobei auch nicht sicher ist, ob mit diesem Symbol überhaupt das Pumporgan des Blutkreislaufs gemeint sein kann, wenn man die Symmetrie der beiden Blätter des Icons meditiert, also sollte man ein Blümchen senden..
      mischa

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  12. Hier geht's zur Analyse unseres langjährigen Außendienstmitarbeiters Holger Niederhausen.
    Ich stimme ihm in vielem zu - bis auf eine kleine, mich selbst betreffende Passage, da bin ich naturgemäß anderer Ansicht. Aber auch da begreife ich gut, daß man's so sehen kann wie Holger.

    Herzlichen Gruß in die Runde,
    Ingrid

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    1. Lieber Mischa, danke.

      "Dort, wo Wunder ersehnt werden, wird Wissenschaft als Versachlichung und Verneinung des Wunderbaren erlebt, hier bildet sich der Groll gegen die Eliten, die sich lustig machen über "Heiliges"."

      Ja, das Bedürfnis nach Wundern und Mystik wurzelt tief im Menschen, das ist zunächst mal ganz natürlich...Aber so mancher gerät dabei leider in ein Minenfeld und merkt es nicht mal, auch nicht den Humbug (viele Minen gehen ja auch erst 'später' hoch)....Und wer weiß, vielleicht liegt für so manchen gerade darin der Reiz (des Thymulus), a bisserl mit dem Feuer zu spielen ;) Aber wahr ist auch - die Anträge der Räumungstruppen werden an kleineren Stellen des Minenfeldes schon
      auch mal genehmigt, verschämt zwar und widerwillig, aber dann sei auch mal gut! Denn schließlich - "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen!" ;))

      Naja Mischa, und solange es nicht auch noch in die Richtung des DVLP ging damals...aber die Wahrheit bzw. die Liebe zur Wahrheit wird dann hoffentlich schon frei machen ;)

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  13. Holger Niederhausen war in seiner Kritik sehr milde. Das "rechne" ich ihm hoch an. Es ist der tragische Streit, obwohl ich mich nie mit einem so versierten und hochgebildetem Mann wie Fischers Joschka vergleichen werde, zwischen Realpolitik und Utopie, zwischen Fundis und Realos.

    Es ist der Farbbeutel, der natürlich fliegt, wenn man den realen Plan betritt, und sich aus dem Hintergrund des Geistigen lösen muß. Es ist dies der Abgrund, der klaffende, der übersprungen wird, kommend dem Hintergrund des Prinzips des Fisches, der allverständig umfassenden Weltseele des Neptunischen, aus welchen sich das Prinzip des Mars herauslöst, um Individuelles - vertrieben aus dem Paradies - Erscheinung werden zu lassen.

    Jeder, auch Niederhausen, der in der Welt steht, erzeugt Gegenkräfte, denn Erscheinung werden ist- streng spirituell besehn - "unrein". Immer. Wir werden in das Sein geworfen, durch die Geburt, und werden eine Last, nicht nur eine Freude. Wir nehmen anderen Wesen Raum, Nahrung, Dasein. "Erbsünde" eben.

    Wir werden aus dem Paradies vertrieben, um Unerlöstes endlich werden zu lassen. Dann kehren wir wieder zurück in den Schoß "der Göttin", einer Geistigen Welt.

    Ursache des Streits, auch der mit RH war ja mein Unmut: Wie kann es sein, daß ...in unserer Klassengesellschaft ... akademisch geweihte Meinungsführer ... anthroposophischer Herkunft... in einer seelischen Krise der Demokratie, ...in einem neuen Konflikt... mit postsowjetischen Machtstrukturen, ...völkische und populistische Tendenzen intellektuell aufbereiten... und Wirklichkeitsverzerrern das Wort reden?

    Und wie kann es sein, daß diesen Autoritäten, die kraft ihrer akademischen Titel und kraft ihrer Rangordnung in der anthroposophischen Welt.....eben nicht..... zu schämen haben für einen wie auch immer gearteten quasizurechtweisenden Tonfall ..Steiner definitiv mißbrauchen, in dem sie seine Weltkriegsvorträge ... für antidemokratische Machenschaften durch ihre Fähigkeiten aufbereiten und instrumentalisieren?

    Von allen anthroposophischen Menschen, von den akademischen Bossen der "Elite" und von der wollpullovernen und lilaberockten Basis, aber auch von den öfter viel rauchenden Intellektuellen hatte ich mir weiterhin eine Verteidigung der Demokratie erhofft plus erwartet, auch eine Zustimmung für einen Militäreinsatz in Syrien, der dann nicht stattfand, weil Obama kniff, auch eine Zustimmung zur Rettung der Flüchtlinge, wie Frau Merkel dies tat. Was dann kam, hat mich enttäuscht.
    mischa

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    1. Wer Freunde verliert, gerade in der Realität, hier ist nur eine virtuelle Gesprächfunktion, besinnt sich ... um nicht "Opfer" zu sein .. auf die anderen alten Werte, der des "einsamen Marlboro-Cowboys", dessen Urbild allerdings das des keltischen Kriegers ist, der in den Sonnenuntergang hineinreitet, um "die Reise des Helden" anzutreten. Immer auch ein Bild für Neubeginn.

      Was ich / man aus der anthroposophischen Ecke hier an Beschimpfungen erlebte, die auf ganz anderen und statischen Lebenseinstellungen, statt kurzfristigen Überreaktionen in rhetorischen Stilfiguren basieren, darüber wird geschwiegen. Selbst-Verständlich. Und Selbsterklärend.

      Was ich bei Holger Niederhausen finde, ist eine Ahnung des Neptunischen, aus dem der Realo und Realist sich lösen muß, um die realen Umstände zu gestalten, oder in den Dystopien in der Sphäre der "Frau Welt" eine Position zu beziehen, weil er sich genötigt sah, den Seins-Hintergrund der Unschuld zu verlassen, um sein "Nein" zu wagen, selbst wenn er scheitert.

      Beim "Fundi" Holger Niederhausen spüre ich, daß er, wenn auch selber m E (das berühmte m E von RH ;-) ) ebenso - noch - scheitert, die andere Hälfte der Welt bewahrt, damit das Erkennen selbst nicht zur Ausweglosen Moebiusschleife werde.

      Der Realo nennt es "Phantasie". Der Wissende nennt es die unsichtbare Hälfte der Welt, um dereinst einmal wieder die Welt der Erscheinung, wo der "unreine" Daseinskampf herrscht, so einzurichten, - die Kulturlandschaft der Parks, die chinesische Verbotene Stadt, sie träumten nur davon - daß sie zum Spiegel der Welt des Himmels werde.
      mischa

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    2. Auf- und Niederbrausen verdient seine Brötchen als Mädchenfänger und der Egoistenblog ist ihm in dieser Hinsicht nichts als Promotion-Gegenstand beim verzweifelten Versuch, seine selbstverlegten Ladenhüter zu verscheuern.

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    3. Wenn es in meinen Büchern immer wieder um das Mädchen geht, hat dies einen tiefen Sinn.

      Also enden seine Anklagen gegen die schmutzigen Abgründe des Egoistenblog auch wie zu erwarten mit dem Hinweis auf Sankt Holgers Mädchenbücher.

      Im Namen des Mädchens, des Steiners und des heiligen Holgers.

      Amen

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    4. Nö, find' ich nicht. Er interessiert sich. Er müßte mich, und auch Bobby, Beiträge von Michael, Finkelsteen, so wie es die Anonymen oft taten mit giftigen Zitatverissen zu "vernichten" suchen, was ich freilich immer fürchte und fürchtete. Da, wo HG nicht in übersteigerten Reinheitsforderungen (Satire - und Ironie- Probleme) "schäumte" ;-) .. oder eben die Faktenverzerrer, Hauptsache "contra kapitalistische, neoliberale USA-Kriegstreiber" mit Kotau in der Öffentlichkeit begrüßte und empfahl.. liest er hier mit, weil er Interesse hat, freilich eines, welches voll Ingrimm ist. Verkaufen muß jeder, weil jeder essen und heizen und sich anziehn muß.

      Ein Versuch, HGs Sehnsucht "nach dem Mädchen" synkretisieren zu wollen mit den pathologischen und unergelösten Umtrieben von Leuten, die Natascha Kampusch bei sich in den Keller sperrten, ist mehr! als überzogen. Denn hier ist HG einer "Medizin" (medium = Mittung, Vermittlung) auf der Spur, ein Verstehen zu entwickeln, warum es pathologische Auswüchse des Phänomens der Pädophilie gibt. Er tut dies nicht auf dem Wege der Konvention, sondern nimmt den steinigen Pfad individueller Eigensinnigkeit. Denn "Steiner" ist das auch nicht, die "Mädchenseelen-Forschung".

      Und Derbheit war doch immer nur das eskalierende - bisher - letzte Mittel, wenn das Mobbing, Trolling, Autoritär- Abmahning ("Pfui, Unterklasse, pfui Analfäkalgenital-Jargon!"), Drohing penetrierend wurde. Wir dürfen nicht verhärtend darin gewohnheitsmäßig verwurzelt bleiben. Nach all den schmerzlichen Gewittern. Auch wenn jetzt, weil ich exakt das sagte, sicher ein sehr verletzender Kommentar aus der Hölle selber kommen wird, und wenn nicht jetzt, dann doch die Tage.
      mischa

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    5. Typische anthroposophische Werbeverkaufsveranstaltung um das maue Weihnachtsgeschäft zu pushen.
      Innen im Saal erst das große apokalyptische Szenario des Weltenabgrundes; vor der Tür dann der Büchertisch mit den erlösenden Geheimrezepten.
      Er sieht ja im Egoistenblog keinerlei Entwicklungspotential und bezeichnet selbst Ingrid als zwar ansatzweise richtig denkend, aber dabei 'unehrlich'.

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    6. Und sein Interesse:
      Neid, Mißgunst, Verbitterung über das Leben, Vereinsamung.
      Keiner kauft seine Bücher, keiner lässt sich von ihm fotografieren oder beraten, keiner liked oder kommentiert seine Facbookbeiträge.
      Er sieht in Morgenstern den anthroposophischen Marlboro-Man, der einsam und unerschrocken durch die Geistesprärie reitet; währen er selbst im Holzschaukelpferd sitzt und keinen Millimeter von der Stelle kommt.
      Wen wundert's, dass ihm da von Zeit zu Zeit die Wutgalle überkocht, wenn er das rege Leben im Egoblog sieht...

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    7. Stephan :)) Marlboro-Man on se Schaukelpferd, herrlich :)

      Wenn der Egoblog nun auch noch etwas Humor hinüber schicken könnte, das wärs doch....

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    8. Durch Vermittlung Ingrids ist zustandegekommen, daß HN offenbar gesehen hat, daß unser beider Innerstes nicht gerade Schokolade ist, aber im "Heimweh" nach himmlischen Zusammenhängen, die man in Worten ja gar nicht benennen kann, übereinstimmt. Pi mal Daumen.

      Doch ich gebe zu bedenken, daß der Marlboro-Cowboy, der Mars, der aus dem Hintergrund des Fisches auf die Bühne (hier paßt der Begriff fast) der Realwelt gekommen ist, in dem er die erste Stufe der zwölf Metamorphosen durchmachen mußte, die "Reise des Helden" erst begonnen hat. Ihn beschützen zwölf Feen in 12 Zeichen, die sich im Kreis die Hände reichen, die 13. Fee, der Anteil des Himmels, bleibt stets bei ihm, wehe, sie wird, das weiß man im Märchen, nicht zum Fest eingeladen ... :-))

      Erst am Ende des Lebens kehrt das Wesen in die grenzenlose Weite des für die diesseitige Welt "Unbewußten" (welches sich nicht kollektivieren läßt, so wie auch Engel nicht verfügbar sind) heim, und für unterwegs gilt, daß jede Seele ein wenig zu einem Richard Nixon wird, auf dem Weg durch Vereinzelung und Schuld. Ich sagte nicht, daß wir "für extra" schuldig werden müssen, um erlösbar zu werden, sondern daß wir wissen, daß wir nie schuldig werden könnten, wenn das Böse nicht in der Welt wäre. Zumindest auch folgendes:

      "Womöglich wird die Demokratie in Zeiten des islamistischen Terrors, der Verächtlichmachung des Staates von rechts und dramatischer Konflikte an den südlichen und östlichen Grenzen Europas wieder vermehrt auf Menschen angewiesen sein, die Opfer bringen oder gar Zeugen werden mit ihrem Blut. Aber selbst und gerade dann, wenn Gegnerschaft in Feindschaft umzuschlagen droht, gilt das Lied: Even Richard Nixon has got soul." Navid Kermani . Nochmals vielen Dank an Ingrid. Man muß mich übrigens nicht mögen ...
      "Even Richard Nixon has got soul"
      Na sicher doch.
      mischa

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    9. In ‘das Mädchen‘ in ihren vielen Gestalten sieht Niederhausen eine positive reale Gegenmacht, eben welche Steiner ‘Luzifer‘ (freie Wille, 13.249 f.; Paradies, 13.260) genannt hat. Das scheint mir jedoch bei ihm eine verborgene Annahme, die viel Verwirrung verursacht.
      Vgl. sein neuer Aufsatz Über das Weiche.

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    10. Töchter der Sonne, vereinigt euch ;)

      Sorry, mir kommt das alles vor wir ein schlechter Scherz...und manchmal auch wie Werbung für eine alternative Waldorf-Babypuppe...hat Holy Holli überhaupt Töchter?

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    11. Nun weiß ich nicht mehr, ich las darüber mal an der Uni-Bibliothek, was man wissenschaftlich so annimmt und was man weiß über "Das Bild des Mädchens" in den Märchen, weil ja die Märchen mündlich überliefert worden sind. Und zwar hinaus in Vergangenheiten reichen, die ohne Schrift auskommen mußten. Jetzt sagen manche Wissenschaftler, daß nach dem Prinzip der Stillen Post überhaupt nichts vom einem Archetypos übrigbleibt, so nennt man in der Quellenkunde die orginalste Urfassung, die oft nur als theoretische Rekonstruktion angenommen wird. Manche reden, erwartungsgemäß, "vom Kern", der immer unverändert weitergegeben wird, manche gar vom "historischen Kern" einer realen einstigen Begebenheit, so beim trojanischen Krieg.

      Es soll indianische Überlieferungen geben, die von der Eiszeit erzählen. Was denkbar wäre, wenn sich über Jahrhunderte und Jahrtausende kulturell kaum etwas ändert, und nur wenig einschneidende Katastophen passieren.

      Wie alt sind unsere Märchen?

      Ist dies eine Frage nach einer "Legitimation"? Das Alter selbiger? Ja, wenn wir dann auch noch nachsehn, wo in anderen Kulturkreisen, mit oder ohne "Landbrücken" solche Urbilder auftauchen. Jung verwendete für solche Phänomene, ähnlich wie in der Quellenlehre der oft nur vermutete, theoretische Urtext genant wird, auch den Terminus Archetypos, und prägte für die Welt dieses Phänomene den derben Begriff "kollektives .."usw. Man könnte, um diese forschenden Umtriebe sogleich poetisch aufzulockern sagen: Kollektiv ist das Plastik, was im Meere schwimmt, aber das Meer ist größer als der Mensch, es ist sowohl Teil, als auch Bild der Schöpfung, die allein sich selbst gehört. Auch die Urbilder werden somit Geschenk an den und die Menschen, und sind nicht dem kollektiven Zugriff verfügbar. Das ist sehr bedeutsam, weil "ein Geschenk" keiner Machtpolitik und weltlichen Justiz eignet, und weder besessen werden noch sozial umverteilt werden kann. Die Verantwortung für den Müll im Meer schon eher. Da öffnet sich thematisch vieles, was ich jetzt hinterm Horizont belasse..

      Das Urbild des Mädchen ist nicht nur uralter "Archetypos", sondern auch in vielen andern Kulturkreisen präsent. In unseren Märchen vervielfältigt es sich in die Gestalten, ich zähl mal die auf, die mir spontan einfallen: Dornröschen, Schneeweißchen und Rosenrot und der Bär, Aschenputtel, Schneewittchen und die Sieben Zwerge, die Gänsemagd, Die zwei Marien bei der Frau Holle.

      Ein altes Wort für Baum ist "Dheru", ich recherchiere da jetzt nicht, sorry, ich hab noch zu tun. Es besteht noch im engl. "Tree", der Hollun Dheru aber, der Hollunder, das ist der Baum der Frau Holle. Dies nur als Hinweis, daß diese Märchen alt sein, vorchristlich. Alle Bäume mit der Suffix "ter" tragen noch im Stamm ;-) den Verweis in uralte Zusammenhänge.

      Holger Niederhausen versucht wohl, im Urbild des Mädchens schreibend, meditativ unterwegs zu sein. Es ist eine Art der Forschung. Nicht historisch, nicht psychoanalytisch, sondern rein in sich selbst. Sollte man ihm zugestehn.

      mischa

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    12. In Das Mädchen und Luzifer sagt Niederhausen sagt eher was das ‘Mädchen‘ anthroposophisch nicht ist. Wenn sie kein Lichtträger ist, ist sie dann Farbenträger (Die Suche nach der neuen Isis, 202.238f.)? Ist das ‘Mädchen‘ eine Isis, Sophia oder Maria-Gestalt?

      Luzifer war ja bei Steiner (1909) immer mehr ein kosmischer Gott, daher schöner Schein geworden. “Immer mehr wird er aufleuchten draußen in der Welt, die wir erblicken, wenn wir hindurchsehen durch den Teppich der Sinneswelt.“ (113.127 f.).

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    13. Ja Ton, und da beginnen die Probleme doch schon (u.a.)...
      Luzifer und der TEPPICH der Sinneswelt...
      Ich bin mir auch nicht ganz sicher ob Holy man die Essenergeschichte von Steiner richtig verstanden oder hier nur für sich passend hinein-interpretiert hat (siehe 5.Evangelium)...Hab da kein gutes Gefühl...Da schleicht sich nicht etwa doch ganz subtil ein kleiner, reinlicher Luzi oder Schein-Christus durch die Hintertür hinein? Extremer Typ irgendwie...
      (aber ich frage noch mal nach bei Maria-Magdalena und dem Jesus, wie das so lief damals, auch mit Reinheit und so ;)

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    14. Wenn ich mir anschaue, wie er blindwütig-manisch unsere Kommentare hier zusammenkopiert und -teilweise unter Verdrehung unserer Aussagen ins Gegenteil- unhaltbare Behauptungen daraus konstruiert, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er auch nur ansatzweise zur Darstellung spiritueller Tatsachen befähigt ist...
      Der Mann hat ein Problem!

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    15. Doch, das hat er schon - holger-niederhausen.de ist ein reiner 'Holger gegen den Rest der Welt'-Blog, technisch miserabel, nebenbei gesagt.

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    16. Also rein technisch find ich ihn aber doch viel besser als den homunculus blog

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    17. Eine Seite wie holger-niederhausen.de ohne Suchfunktion ist technisch gesehen Bullshit.
      Der Rest ist wie alles Geschmacksache.
      Außerdem ist der Homunculus-Blog eine Arbeit von 30 Minuten (mit Suchfunktion), während Holger-Niederhausen.de ein Lebenswerk mit Herzblut ist...

      s. b.

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    18. Jesus Christus...!
      Hmmm. Daß ein Extra-Blog existiert, gemacht wird, das find ich nicht gut.

      Ist zuviel. Ein Mars in der Konservendose, bzw. ein ganzes Dosenlager?

      "Der Seppl, der Damma, der Schorsch hamm sich im Wirtshaus die Stühl um die Ohren gehaut, und dem ...Preiss eins 'naufgebn, weil der so gestochn und gschraubt dahergeredt hott!" Das ist sozusagen ein Bild für das Prinzip des "Mars", der reaktiven Eigendurchsetzung, manchmal auch Notwehr usw. Und dann ist gut!! Dann ist der Impuls eingelöst, und eine sogenannte Refraktärzeit beginnt, auch bei den Brennesseln. eine Zeit, wo aa Ruah wieder is. Im Bauerntheater...

      Wenn ein Impuls aber durch Tätigkeit des Geistes verewigt, wird, statt dem Vergessen anheimgegeben, geht es ins Ideologische. Und verliert zudem jeden Realbezug. Da versteh ich, daß einer gegen Spott allergisch wird. Der Kääs hat auch so einen Blogg gemacht, der war ..naja...
      ..ich muß schon sagen... :-(
      mischa

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    19. Mischa,
      der Blog ist von 2015, als Niederhausen diesen Blog hier (und insbesondere auch mich) massiv unter Beschuss genommen hat.
      Er hat damals so sein Revier abgepinkelt und wollte klar machen, wer einen Zugang zur Anthroposophie zu haben hat und wer nicht.
      Für mich war das damals ganz neu, dass anthroposophische Schöngeister wie Niederhausen plötzlich das Revierpinkeln anfangen.
      Ich brauchte damals ein Medium um das nur für mich etwas spielerisch reflektieren und klar kriegen zu können...
      Der Blog hatte so die Funktion einer Sammelstelle für das Dümmste, was mir im anthroposophischen Kontext begegnet.



      that' s all

      s.b.

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    20. Wie ich bereits schonmal, ich glaub sogar, als Holger auf Besuch war, erläuterte, liagt in Bayern oft direkt bei der Kirchn das Wirtshaus. Auch findet man im Ramen der katholischen Prüderie immer verbindliche Schlupflöcher und Fensterleien, und auch der strenger gläubige findet das Ohr des Pfarres in der Beichtn, und so hat auch der keusch lebende im Beichtstuhl drin sei Aufklärung und Fraid ghabt seit jeher. Dazu gibt es den Fasching und allerlei Feste, denen die Pfaffn nur scheinbar Widerstand leisten, weil ja aus jedem cotra ein um so stärker pro hervorgehet, und je inständiger der Pfaffe vor dem Fasching den Schäflein ins Gewissen redt, desto ausgelassener isses dann aa immer zuagang. So hat immer alles sein Sinn ghabt.

      Es ist auch wenig bekannt, daß es im katholischen Raum je zu vermehrtem Zuspruch zu Erweckungsbewegungen kommen ist. Man kann ja sehn, wohins führt. Der Evangelikale und auch schon der Praiss denken den lieben langen Dag "nicht an Sex" und die gelehrten Pastoren ermuntern ihre Schäflein, sich dem zu enthalten, woss sie "die Fäkalsprache" bezeichnen, manche sogn sogar noch "Analsprache". Was hamm wir im Wirtshaus gelacht! Und dann rümpfens die Nasen über den Fasching, und, woss homms gsogt, die praissischen Pfaffn: "Bacchanalien, die ans Heidentum gemahnen!" Schimm is immer, wenn Prüderie mit Inbrunft verwechselt wird. Weil die Inbrunft ist für die Brunft und für den Spaß, und die Frömmigkeit is Frömmigkeit, und die Kirchn und das Wirthaus liegn zwar beinandt, aber alles hott sei Ordnung.

      Übrigens, Zitat aus der Wikipedia: "Zu Heiligabend 1818 führten der Arnsdorfer Dorfschullehrer und Organist Franz Xaver Gruber (1787–1863) und der Hilfspfarrer Joseph Mohr (1792–1848) in der Schifferkirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht erstmals auf.

      Mohr hatte den späteren Liedtext bereits 1816 in Mariapfarr im Salzburger Bezirk Lungau in Form eines Gedichts geschrieben. Conrad Franz Xaver Gruber, der als Sohn einer armen Leinenweberfamilie aus Hochburg-Ach im Innviertel stammte, komponierte dann vor Weihnachten 1818 auf Wunsch von Joseph Mohr eine Melodie zu diesem Gedicht." Wenn man das Mittel nimmt, wird das schöne Lied jetzt bald 100 Johr alt.
      mischa

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    21. "Er hat damals so sein Revier abgepinkelt und wollte klar machen, wer einen Zugang zur Anthroposophie zu haben hat und wer nicht"

      Wieder ein bezeichnendes Beispiel von eigenem projiziertem Revierdenken und die Art des Redens von Anthros, die meinen nur sie hätten den richtigen Zugang zur Anthroposophie.

      Und zu allem Überdruss willst du dann noch "klar machen", fragt sich eigentlich nur für wen überhaupt, wie jemand technisch seine HP zu gestalten hat. Sprichst jemandem quasi das Recht ab, eine "nicht technische" HP zu betreiben und auf eine Suchfunktion zu verzichten.
      Denn das tust du eindeutig, wenn du deinen lächerlichen Homunculus-blog qualitativ über den von HN stellst....denn über Inhalte wenn du schon meinst, dein Witz-blog könnte es mit HN aufnehmen, reden wir doch hoffentlich gesondert.
      Echt abgehoben, muss ich schon sagen.

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    22. Lieber Stephan, ja.

      Und vielleicht ist es ja tatsächlich auch die Angst etwas verkehrt zu machen, verknüpft mit einem großen Übereifer und der Bitte um Anerkennung (und dann macht man ja oft gerade vieles verkehrt, gibt es aber nicht zu ;) ... Vielleicht möchte er mit Eifer etwas ganz Neues schaffen neben Steiner, für Steiner...vielleicht eine (s.Ingrids Frage) ganz neue Adamseelen-Initiation?! Etwas nie dagewesenes! Und das Reine und Mädchenhafte ist erhaben über alles 'schnöde' NATÜRLICHE, das Unschuldige soll bewahrt bleiben und der Christus wird ins Spiel gebracht, ein Androgyner wahrscheinlich...

      Dass aber ein Mädchen wie auch ein Junge (inkl. Eltern) eigentlich ganz anders ticken und z.B. die Pubertät oder die Trotzphase erleben - und dass hierin schon das positiv Luziferische wirkt, nämlich der Drang zur Selbstständigkeit, Abgrenzung und eigenen Weisheit und dass später dann der erste Freund und die Sexualität ganz natürlich eine Rolle spielen und die Liebe sich entwickelt und das Soziale ebenso (im Beruf) etc etc - das scheint in dieser idealistischen Überhöhung des 'Mädchenhaften' keine Rolle zu spielen, sonst hätt er es zumindest irgendwo eingebaut.. vielleicht hab ichs auch übersehen...

      Das Reine ist eben auch 'dreckig' und müh-SELIG hinzu und liegt eigentlich im Natürlichen selbst drinnen, man muss nur hinschauen....
      Die Initiation findet womöglich schon im Leben selbst statt und es ist für vieles gesorgt, da braucht man keine Anleitungen aus dem Kloster, das können ja alte Männer später machen aber bitte für sich allein und ohne Mädchen und Knabenphilosophie...

      So folgt er eigentlich radikal dem vorzeitig-fliehenden Luziferprinzip (nenne es wie du willst) - nicht gelebte und erkannte Anteile gehen vorzeitig HINAUS in den Kosmos in eine abstrakte, kalte Welt, verkleidet und hübsch eingepackt mit rosa Schleife, was man bestenfalls noch idealistisch-überhöht nennen könnte oder mit etwas Wohlwollen - Spinozitär....wie auf einem fliegenden Teppich braust er davon....

      Deshalb u.a. mein "Es lebe die Pubertät und Natürlichkeit" etc....

      Und Frau Glöckler hat das doch sehr treffend, weise und auch geschickt geäußert, denn sicher war das auch für die verschd. inneranthroposophischen Menschlein und Protagonisten gedacht...
      Guter ärztlicher Rat muss also nicht teuer sein ;)

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    23. @ Stephan:
      »der Blog ist von 2015, als Niederhausen diesen Blog hier (und insbesondere auch mich) massiv unter Beschuss genommen hat.«
      Die letzten vier Einträge stammen aus dem Jahr 2017.
      Darin (und auch darin, wie beharrlich du hier im Blog Holgers Aufsätze aufzuspießen und in der Luft zu zerreißen pflegst) sehe ich schon eine gewisse Kontinuität.
      Insofern hätte ich gerade von Dir etwas mehr Verständnis für ein Verhalten erwartet, das Du weiter oben »blindwütig-manisch« nennst.

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    24. Da gebe ich Ingrid schon Recht...man muss das ganze nicht übertreiben mit einem zus. Blog - sonst tappt w. man in eine andere Falle und so gesund ist es vielleicht auch nicht auf Dauer (auch wenn man sich zu recht ungerecht angegriffen fühlte i.d.Vergangenheit)...
      Zudem - du kannst Menschen ab einem bestimmten Zeitpunkt oder mit bestimmter Konstitution eh nicht überzeugen...Wohl darf man aber seine Texte analysieren und auch kritisieren, schließlich ist er öffentlich...da gibt es dann immer ein für und wieder...

      Sicher kann man das ganze aber auch mal zu den Akten legen....

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    25. Zu den Akten legen sollte man wohl endgültig die F.....al- bzw. Ur.....alsprache in einem blog, der vorgibt sich eher mit geistigen Formen menschlicher Ausscheidungen zu befassen.
      Ist halt nur schwierig, wenn man zu einem wirklichen Abwägen des "für und wider" gar nicht fähig zu sein scheint und anderen Menschen richtige Positionen vielfach grundsätzlich abspricht und meint, dadurch Diskussionen grundsätzlich aus dem Weg gehen zu können.

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    26. Liebe Ingrid,

      Nachdem mir Niederhausen im Februar 2017 (ok. Fasching)

      einen ganzen Auf- bzw. Niedersatz auf seiner Geschmacksache-Seite gewidmet hat, wollte ich eben nochmal das 'Look and Feel' eines fanatischen Anthro-Kampftrolls etwas nachempfinden; experimentell dieses 'wie blöd muss man eigentlich sein ausloten...



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    27. @Valentin

      Kennst Du die Seite Anthroposophie Lebensnah mit Inhalten von Frau Glöckler?
      Für mich immer wieder eine Fundgrube und Orientierungshilfe zu konkreten Fragen...

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    28. Stephan, ja kenne ich !! :))

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    29. @Valentin

      Sicher kann man das ganze aber auch mal zu den Akten legen....

      Ich hatte meinen Spottblog bei Blogspot längst zu den Akten gelegt!

      Ingrid meinte ihn hier wieder ausgraben zu müssen (der Grund dafür erschloss sich mir nicht).

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  14. Und hier noch der link zu HNs neuem Aufsatz Über das Weiche – über den ich mich ebenso freue wie über die Worte Mischas, die der Anlaß dafür waren.

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  15. Was ich bisher noch nicht begreife, das ist die Weiblichkeit der von Holger Niederhausen geschilderten Gestalt (aber vielleicht liegt das ja daran, daß ich eine Frau bin, laut Rudolf Steiner mit männlichem Ätherleib?).

    Ich denke bei Holgers Ausführungen eher an die Seele des »nathanischen Jesusknaben«, an »die Adam-Seele, die noch nicht berührt war von der menschlichen Schuld, die noch nicht verstrickt war in das, wodurch die Menschen zu Fall gekommen sind.«, und die, wie Rudolf Steiner sagt, »aufbewahrt [wurde] in der großen Mutterloge der Menschheit«, und später »als «provisorisches Ich» dahin geleitet, wo dem Joseph und der Maria das Kind geboren wurde« (vgl. GA 114; eine Zusammenfassung bietet AnthroWiki).

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    1. Die weibliche Gestalt sei dann eine Projektion der weiblichen Anima der männlichen Autor.

      Steiner (1913) hat ferner eine Verjüngung der älteren Ziehmutter von der Seele der gestorbenen jungen Maria beschrieben, wenn ihr Sohn im dreissigsten Lebensjahr gesprochen hat (148.85, 152.145 f.). “Und es war, wie wenn die Mutter von einem neuen Leben durchzogen worden wäre; wie verjüngt lebte sie neu auf.“.
      Vgl. https://anthrowiki.at/Maria_(Mutter_Jesu)

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    2. Es lebe die Pubertät und die Natürlichkeit des Ringens aller :))

      Hab noch was nettes...Frau Glöckler erklärte Luziferisch und Christus einmal so:

      "Luzifer offenbart sich im Hang des Menschen, sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.

      Eine christliche Haltung wäre im Gegensatz dazu die Bereitschaft, Fehler zuzugeben, sich und anderen zu verzeihen, Toleranz zu entwickeln und dennoch nicht bequem zu werden und alles laufen zu lassen, sondern sich ehrlich anzustrengen, immer wieder neu das Beste zu versuchen."

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    3. Niederhausen ist eine kindlich-naive Seele die nur das in ihr Weltbild einlassen kann, was ihr sympathisch behagt - von allem unsympathischen fühlt sie sich verspottet und reagiert mit Kratzen, Beißen und Spucken.


      Ein Beispiel aus seinem letzten Trotzartikel (Von der Schönheit und der Hässlichkeit der Seele)
      macht dieses deutlich:


      Es gibt Begriffe, über die muss man nicht nachdenken. Sie sind so mit dem innersten Wesen verbunden, haben einen so innigen Zusammenhang mit diesem, dass man unmittelbar weiß, was gemeint ist, ohne dies intellektuell auseinandernehmen zu müssen. Zu diesen Begriffen gehören die Schönheit und das Hässliche. Die Seele hat zu diesen Begriffen ein unmittelbares Verhältnis. Und wenn sie innerlich lebendig ist, umfasst dieses Verhältnis auch ein unmittelbares Empfinden. Eine Liebe zum Schönen, zu allem, was bereits dieser Begriff umfasst, und etwas anderes gegenüber dem Hässlichen – ein Zurückschrecken, ein Sich-zurückgestoßen-Fühlen, ein Zu-sich-selbst-Kommen, weil man sich diesem fremd fühlt.

      //
      Von der Vorstellung, das beispielsweise der Spinnenforscher einen Sinn für die ganze Schönheit von Spinnen hat, währen der Arachnophobiker nur Widerliches in diesen Tieren erleben
      kann, ist Niederhausen in seinem kindlich-naiven Vorstellen vollkommen überfordert.
      Vermutlich gelten für ihn ganz klare Vorstellungen von 'rechtmäßig' und 'entartet'.

      s.b.

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    4. "Der Spott ist aber nur einer der letzten Auswüchse des von niederen Empfindungen genährten Intellekts." Das ist mein Lieblingssatz von HN, könnte von Schopenhauer stammen.
      Danke Ingrid für den ausführlichen Artikel und Deine Recherche.Das links Rechts Schema beschäftigt wahrscheinlich jeden von uns hier seit er oder sie denken kann.
      Ich habe meine Nazionkelsz alle geliebt als Kind und vor allem fand ich es klasse als Kind, wenn die dann mal richtig ausgepackt haben zwischen Kuchen und Cafe und Kriegsgeschichten des deutschen Imperialismus des 20. Jahrhunderts erzählten. Der eine hatte Holland Judenfrei gemacht, der andere entkam Stalingrad nur knapp und konnte sich der Gefangennahme durch die Russen durch einen martialischen Fussweg gerade noch so entziehen und der andere kämpfte mit Finnen gegen die Russen in der nordischen Tandra. Lustig fand ich die Geschichte als russische Scharfschützen die Gulaschkanone, die auf dem Rücken eines Kameraden festgeschnallt war, trafen, und Onkel O. lachend erzählte wie ihm der ganze Gulasch ( Pferdegulasch aus wertvollen Trakenerpferden) über den Arsch rann. Die Onkelz zerstritten sich, der eine wurde wieder national und der andere links sozial. So gab es spätestens seit Willy Brandts Kniefall in Polen bei den Familienfesten immer zwei Schichten. Die nationale Front kam zum Frühstück. Die Gewerkschaftler inzwischen überzeugte Antifaschisten kamen zum Mittagskaffee und dazwischen die Frauen, die versuchten zu beschwichtigen ihre Kriegsgeschichten anhörten und weiter Kuchen und Kaffee in die Exwehrmachtsoldaten schaufelten, um all den Hunger, das Blutvergiessen, die Scham, Wut und Trauer um die verlorenen Jahre im Feld, vergessen zu machen. Sie redeten darüber "bis zur Vergasung".
      „In jedem Vorortzug des Landes ist, zwanzig Jahre nach Auschwitz, die Redensart zu hören: bis zur Vergasung. […] Diesen Befund vor Augen, werden die ‚Kulturträger‘ des Landes ihr altes Gejammer über den Nihilismus von neuem anstimmen, eine Messerspitze Abendland verordnen und getrost zu ihren Goethe-Jahren und Hofmannsthal-Wochen zurückkehren. Da hilft aber kein Goethe mehr, und auch kein Hofmannsthal.“

      – Hans Magnus Enzensberger in Der Spiegel 14/1963[1]


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    5. Aber was Rechte und Linke bis heute einigt, das kann ich aus meinem eigenen Bekanntenkreis bezeugen, ist der offene und zum Teil versteckte Antisemitismus.
      Ist nicht unbedingt meine Hauszeitung, aber interessant nichtsdestotrotz:
      https://www.antifainfoblatt.de/artikel/antisemitismus-der-deutschen-linken-0
      https://www.antifainfoblatt.de/artikel/die-%E2%80%9Ealternative-f%C3%BCr-deutschland%E2%80%9C-und-der-antisemitismus

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    6. @ Finkelsteen,

      es gibt sicher viel, was "Rechte" und "Linke" einigt. Es ist aber nicht richtig, etwaige vereinzelte Extrempositionen von linken Splittergruppen auf das gesamte Spektrum der Linken zu übertragen.
      Den "Linken" eigen sind meines Erachtens eher Eigenschaften und Geisteshaltungen, die zwar in der Regel zusammen mit Judenhaß, aber eben auch ohne einen Zusammenhang mit letzterem vorkommen. Da könnte man beispielweise anführen elitäres Denken, Besserwisserei, Überhöhung des eigenen Ichs, der eigenen Gruppe, der eigenen Meinungen, Ideologie usw., auch extreme Intoleranz, Überheblichkeit und Geringschätzung des und der Andersartigen. Diese ganzen für "Linke" typischen Merkmale sollten wir nicht als "antisemitisch" bezeichnen, genauso wenig wie wir ja auch nicht all diejenigen als "rechts" bezeichnen sollten, die mit Fremdenhass und Antisemitismus nicht das Geringste am Hut haben, was aber leider an der Tagesordnung ist.

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    7. Niederhausen hatte 15.12 angefangen mit einem Angriff auf Putin-Kritik, Liberalismus und Individualismus. Er sieht das alles als dekadente Erscheinungen an und distanziert sich davon (wie Putin das schon seit Jahrzehnten mit dem dekadenten, liberalen Westen macht):

      “Das Signum des „Egoisten-Blogs“ ist aber seit langer Zeit diese kumpelhafte Einigkeit bezüglich (a) der wirklich wichtigen Themen: Putin-Bashing, „Rassismus“ in der Anthroposophie, eifrige Distanzierung und Betonung der eigenen Selbständigkeit, …“

      Seine ‘Mädchen‘-Theorie ist quasi eine Reflexion der orthodox-russischen Sophia-Gestalt, die personifizierte Weisheit, die Tugend der gereinigten Seele und das weibliche Gegenstück des Logos.

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    8. Ja, das mit der Sophia-Gestalt finde ich sehr nachempfindbar...

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    9. Das Sophien- Erlebnis der heutigen Zeit ist in der meditativen Praxis naheliegend- als transparente, zusammen gefasste Seele- transparent nicht moralisierend gemeint, sondern als durch sich erhellend, Verständnis fördernd. Der Zusammenklang zwischen eigener Hingabe und dem Aufgehen in eine natürliche Umgebung reiner Hingabe ist bald entdeckt. Dann wird es schwierig, noch von eigener Empfindung zu sprechen. Man bewegt sich in Wissen, Verständnis und belebenden, aufbauenden Strömungen. Es ist aber zugleich Erfahrung der eigenen Mitte. Die vollkommene Selbstaufgabe bildet gerade die Person. Man kann diese Grunderfahrung imaginieren, personifizieren, vergöttlichen, usw. Man kann es auch als eine Verbindung mit dem Strom verstehen, eine technische Ausgangslage, ein Basislager. Aber es ist zweifelsohne die Grundlage der Sophia.

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    10. Niederhausen, in einem neuen Aufsatz über Hate Speech und Political Correctness, zitiert zustimmend den Dramaturg Bernd Stegemann auf eine anti-amerikanische Website. Stegemann hat ein Buch über Populismus geschrieben (SZ, 27.04.2017: ‘Ein pathetisches Gemisch aus Trivialmarxismus, Systemtheorie und wilden Verurteilungen‘), augenscheinlich Surkowsche Kreml-Propaganda.

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    11. @ Ton:

      »Niederhausen ... zitiert zustimmend ... Bernd Stegemann auf eine anti-amerikanische Website … augenscheinlich Surkowsche Kreml-Propaganda«

      Sapperlot!

      :-) Ich frage mich, ob überhaupt noch jemand meine Aufsätze lesen wird — schließlich erscheinen sie in einem Blog, das von manchen (schon aufgrund des Untertitels, und natürlich aufgrund der häufigen Bezugnahmen auf Rudolf Steiner oder die AAG) als „anthroposophisch“, von anderen aber als „anti-anthroposophisch“ wahrgenommen wird… beides in jeweils gewissen Kreisen allerhöchst verdächtig!

      Ich hab trotz Deiner „Warnung“ sowohl Holgers Aufsatz (noch nicht den nächsten) als auch den von Bernd Stegemann gelesen. Und in beidem vieles gefunden, dem ich zustimme.

      (@ Holger: Schweigen bedeutet manchmal auch einfach, daß man erstens nicht rund um die Uhr online ist, und daß man zweitens nicht immer und überall sofort die Ruhe findet, längere Aufsätze zu lesen, weil man drittens auch noch ein „real life“ und also anderes zu tun hat als zu bloggen…)

      Sehr interessant finde ich übrigens, daß die zahlreichen Berichte über „Kuschelzonen“, „Triggerwarnungen“ und Panik vor bzw Anprangerung von „Mikroaggressionen“, die ich bisher gelesen habe, allesamt aus dem Bereich US-amerikanischer Universitäten stammen.

      »Im Gegensatz zu den deutschen Hochschulen sind die amerikanischen Hochschulen autonome Institutionen, die sehr stark vom Wettbewerb untereinander geprägt sind. […] Private und öffentliche Universitäten sehen sich als selbstständige Unternehmen und Dienstleistungsanbieter und werden von den Studenten für Vorlesungen und Seminare bezahlt. Sie werden nicht vom Staat beaufsichtigt und entscheiden in allen Belangen […] vollkommen eigenständig.« (Quelle).

      Das bedeutet anscheinend, daß amerikanische Universitäten auch in Bezug auf ihren Umgang mit Redefreiheit nicht vom Staat kontrolliert werden.

      Anders ist es wohl nicht zu erklären, daß das 1. Amendment zwar öffentliche Neonazi-Demonstrationen schützt (oder auch gewisse öffentliche Aussagen des derzeitigen Präsidenten), nicht aber Professoren, die es wagen, ohne vorherige „Triggerwarnung“ an Universitäten über Ovids Metamorphosen oder Kants „Kritik der Reinen Vernunft“ zu sprechen.

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    12. @Stephan

      Nein, glaube ich nicht ;) Es / Er ist halt so wie Es / Er ist...
      Dennoch, seine Analysen haben schon etwas Absolutes und es gibt auch Menschen, die das halt gut finden oder gar als vorübergehende Orientierung brauchen (die reine Lehre)....und etwas Steinerkritik hier und da oder kleinere Zweifel an seinen Schuungen oder Äußerungen, um Gottes Willen, niemals....das ist für ihn eine Erbsünde, auch raubt man ihm sämtlichen Halt und seinen Denkrahmen (da wird nicht eine Winzigkeit zum 'Mars zurückgeschickt' oder je zugegeben ;)

      Übrigens, Holger, mal was anderes, es gibt und gab tatsächlich gute, jüdische Bildhauer! Wußtest du das? Halten wir sie in Ehren wie jeden anderen Bildhauer auch, welcher Abstammung, welcher Hautfarbe auch immer ;) Und übrigens, in der Anthroposophie wurde schon immer gerne und ganz unverblümt ausgeteilt, schau mal:

      “Und wenn sich die Juden zum Beispiel beleidigt fühlen, wenn man sagt: Ihr seid keine Bildhauer, ihr könnt da nichts leisten - so kann man sich sagen: Es müssen doch nicht alle Leute Bildhauer sein! Sie können doch durch ihre persönlichen Fähigkeiten anderswo etwas leisten!
      So sind die Juden eben nicht zur Bildhauerei geeignet; sie haben ja auch in die Zehn Gebote das eine aufgenommen: «Du sollst dir von deinem Gotte kein Bild machen», weil sie eben überhaupt in der bildlichen Anschaulichkeit nichts Übersinnliches darstellen wollen.”

      Quelle: Rudolf Steiner, “Vorträge für die Arbeiter am Goetheanumbau”, Elfter Vortrag, 1924, GA353




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    13. Äh, Todsünde meinte ich natürlcu..

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    14. Hallo Stephan, wie meinst du das genau? Überbewertung dann in Anführungszeichen bzw. in einem anderen Sinne, z.B. dass er Egoistenkommentare zu ernst nimmt? Also, dass man z.B. Michaels Sophienbeschreibung nicht ernst nehmen kann oder gar sollt, kann ich nun nicht sagen; das hat er ja auch nicht, sondern hat das haarscharf auseinandergenommen und z.B. für zu ahrimanisch und luziferisch angesehen...

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    15. JA, Nein:
      Er verarscht sich wohl eher selbst, indem er unsere Statements in seiner apokalyptisch-endzeitlichen Überspannt- und Überreiztheit vollkommen überbewertet.
      Ein Leitsymptom neurasthenischer Erschöpfungszustände: Das Kleinste erscheint riesig, man flüchtet sich in Bedeutungsloses und verbeißt sich darin, weil man den wirklich bedeutungsvollen Dingen schlicht nicht gewachsen ist...

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    16. Die Überbewertung und Dämonisierung der Egoisten als "Gegner" Niederhausens wertet vor allem ihn selber auf, als "Geisteskämpfer für das Gerechte" und gegen die kritischen Intellektuellen, Liberalen usw. Im Zerrspiegel wird vor allem das eigene Spiegelbild riesenhaft verzerrt. Ganz im Sinne Steiners, der dieses süße Bild des Hyper- Egos quasi als Losung ausgegeben hat - sei "Wächter deiner Zeit" - sei Geheimagent der ewig esoterischen Logen, die seit Tausenden von Jahren die Geschicke steuern- und Holger Niederhausen gehört zu diesen Agenten des Guten eben schon seit mehreren Inkarnationen. Insofern braucht er einen Gegner als Zerrspiegel, um dieses synthetische Hyper- Anthro- Ego produzieren zu können. Es ist ziemlich albern.

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    17. Oder Überbewertung aus einer Haltung heraus, dass er häufig andere An-Sichten - z.B. Michaels Sophien-Erfahrung/Mitteilung als falsch bzw. als nicht-anthroposophisch oder steinergemäß ansieht...

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    18. Es gibt eben Hauptthemen (die Beiträge) und Auseinandersetzungen in Kommentarform dazu.
      Die Sophienbeschreibung (beispielsweise) war für uns ein treffender Kommentar, ein Verständnisbaustein an einer passende Stelle - für Niederhausen ist jeder Einzelkommentar sofort Anlass, ein ganzes Faß aufzumachen.
      Es ist, wie wenn er 1 + 1 zusammenzählen möchte, aber anstatt die Plus-Rechenoperation durchzuführen, schreibt er einen Aufsatz über die 1 mit dem Ergebnis NULL.

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    19. Er wirft uns vor: Hastige Gedanken, mal so nach Feierabend hingeschmissen, um Gemainschaftsgefüühhl und um Wichtig zu sein.

      Dabei ist er schon so eine wahrliche Gebetsmühle, Holger "hurt" mit der Gebetsmühlenhaftigkeit seiner Liebsphrasen, die er in ruhiger Monotonie hobelt, wie der Campill-Mönch in seiner Schreinerei, die ja zum Codex gehört, wie der Rosenschmuck und die Sümmbole da am Weihnachtsbaum.

      Aber das mit den Kinderbüchern, die nachfrisiert werden, aus einer kranken, nämlich angsterfüllten "arimanisch" verspießerten politischen Korrektheit (wahrscheinlich, ähnlich wie jedes Denunziantentum auch aus Karrieresubalternität erwachsen, Leben ist immer Kampf!), da kann ich mit ihm einig sein.

      Im Hermann Hesses Steppenwolf ist sie auch noch, die "Negermusik", das "Negerhafte", Pablo, der Saxophonist, ..Schreck der Anthro-Gouvernante, die in der Dose "AAG" eh unsterblich wurde, ...die Glorifizierung der "kindlichen Naturnähe des Wilden", sogar Hannah Arendt spricht noch von "unzivilisierten Stämmen", die zu ihrer Zeit entdeckt wurden. Das ist Geschichte. Weiß nicht, wie ein Schwarzer den Steppenwolf liest? Ein gebildeter Schwarzer könnte damit sicher umgehn, und den Steppenwolf von Hesse mit Genuß und Gewinn lesen.

      Dann aber - und das nervt mich jetzt seit Jahren bei den esoterisch anthroposophischen Angsthasen mit ihrem falsch verstandenem Ahnenkult, ... der ja immer auch die Ahnen von der Holocaustverantwortung posthum schützen will (rede ich chinesisch?) - dann wird das überkandidelt pharisäische Puritanisieren, was dem Anthro eigentlich sehr nahesteht ... (Hohe Furcht, sich zu versündigen und sich dreckig zu machen, spirituelle Gier nach Reinheit, sakra und verflucht auch all die subalternen Omega-Triebe der niederen Rangordnung! Alphatiere haben das nicht, die herrschen aber damit.)

      ... da wird dann das mit der in ihrer Bigotterie entlarvten Triggerwarnung gleich genutzt, um sich bei Oma und Opa liebkind zu machen, und deren Gesinnung (eurozentrierter Subtil-Rassismus) neu zu konservieren, damit die Mumien im Keller des Herzens frisch bleiben! Muß das Herz ein Keller sein? Ein gut verschlossner Mumienschrein?
      Ja, es muß sein.

      Die spirituelle Gier auf blitzblanke Reinheit, Reinlichkeit und Saubersein, die subalterne pawlowsche Lüsternheit auf das Lob der Obrigkeit und der vermeintlichen Parfaits (ein Begriff aus der Katharerzeit) der jeweiligen Klasse, Kirche, Uni, Schule, Firma, Moschee, es ist eine Menschheitsplage, tief verankerkt im Daseinskampf und in der Banalität des Bösen. Schlimm. Vielleicht doch: Mehr Humor, statt Empörung.

      Dann aber: Kommt er wieder: Der Dämon des Spottes. Wir triefen. Vor Weihwasser und exorzistischen Gebeten, "und im selgen Nachtgewande, erscheinet uns im Schlaf die jüngst verstorbne Anthro-Gouvernante... Wehe, ruft sie Wehe wehe!" ... frei nach Wilhelm Busch. Sei "alpha", oh Mensch, sei froh und fromm und frei... und hilf Deinem Nächsten wieder aufs Pferd!
      mischa

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    20. Ja, das mit dem Agenten trifft's auch sehr gut:

      James Niederhausen, Agent 00-8-15, der Doppelnull-Agent mit der Lizenz zum Aufsatzschreiben.

      Aufsatzschreiben dürfen nur die wenigen Doppelnullen, einfache Nullen dürfen nur Schmiere stehen...

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    21. Das 'James' ist in diesem Fall natürlich durch 'IGOR' zu ersetzen: Игорь Нидерхаузен.

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    22. Ich wollte jetzt nur kurz diese "Überbewertung" noch mal begriffen haben...und wie er sonst so tickt, na, das weiß man ja und wir sind sicher auch nicht die einzigen, die bewacht werden ;)
      Und Dämonisierung trifft es ja ganz gut und vielleicht sogar buchstäblich, gerade bei den Sophienmitteilungen Michaels... was man umgekehrt natürlich auch versuchen kann und das sicher mit ganz anderen bzw. neueren Ergebnissen (u.a. auch, weil die A/L Begriffe durchaus dehnbar und untersch. erfahrbar sind ;))

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    23. Danke Euch und Michael für die Sophia, habe ich gerne auf mich wirken lassen, allerdings ohne dabei je an unsere alten Freunde Luzifer und Ahriman zu denken...shit, wieder mal sehr un-anthroposophisch ;)

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    24. Mischa, ich glaube tatsächlich, dass sich die Anthroposophie hier ganz in einem zeitgemäßen Prozess befindet;
      Die Basta-Gouvernante, die anthroposophische Alpha-Tante kann das ganze nicht mehr stemmen; jetzt liegt's an den Parsival-Desperados...

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    25. Die Anthrotante war ja ein Unterworfenes Subjekt, und zwar nicht unter ein Alphamännchen, sondern unterworfen unter eine Drohung (Omen) und unter eine Vorstellung. Gewisse Religiöse Vorstellungen drohen. Darum sagte ich ja in meinem obigen Kryptoskript "Wehe, wehe!"
      Für mich bedeutet "alpha" werden ein Nadelöhr, wo es erstmal hinausgeht aus der inneren Fremdbestimmung.

      Eine gute Kriegs-Rhetorik und eine gutes Herrschaftsskript, ein gutes Unterdrückungs-Narrativ bewirkt Schuldkultur. Du sollst alle Vorwürfe, mit denen du kontrolliert wirst erstens glauben, und zweitens in der Unterwerfung deine Heilung erblicken. Und auch die Möglichkeit, Ablaß oder wenigstens Nachlaß erwirken zu können. Karmalehren sind hier super. Prädestinationslehren auch. Ewige Verdammnis ist oft zu hart, glaubt keiner mehr so leicht.

      Die Schuldkultur durch die Unterwerfung unter Drohlehren hat als Bonbon dann das "Du nämlich bist zum Hüter vom dem und dem berufen, einer, von denen die Prophezeiung geht!" ... das gibt Streß, wenn man dann sieht, daß die weiße Weste Flecken haben könnte. Aber dann werden dir noch Sachen für Sünde erklärt, die eigentlich dein Gleichgewicht ins Heil zurück bringen könnten. Etwa Humor. "Witz" kommt von "wetzen, schärfen" und verweist auf ein geschärftes Sehen, auch gedankliches Sehen, in der Imagination "das Schwert".

      Die echte metaphysische Schuld, und die daraus resultierende individuelle Schuld, die mit dem Daseinskampf zusammenhängt (Erb-Sünde) kann gar nicht mehr geklärt werden, wenn man ständig die Bringschuld einer Religiösen Vorstellungen bedienen muß, die jedoch den Quell des Lebens verneint, und daher ist gerade das eigene Naturell - das ist das infam perfide - unerschöpflicher Quell von Schuld und vorgestellter Unerlösbarkeit.
      mischa

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    26. Ein "Alpha" tritt das irgendwann einfach - ganz asozial und gesund - von sich weg. Oder, was aber dann typisch Sekte ist, er erkennt, wie man andere mit ominösen Vorstellungen unterdrückt und mit Adels-Etiketten lockt.

      Was die Arbeitsteilige Welt betrifft, so wird aus dem Alphatier der Alphamensch, denk ich mir. Für den dann "alpha" einfach "souverän"-sein - und das immer wieder -neu- erarbeiten, bedeutet. "Wir" werden aus der Gruppenseele erlöst, die nur in Rangordnungen funktioniert, und zwar oft so irrational ungerecht, daß die Mut, etwas zu artikulieren schwindet, die niedren Ränge tatsächlich dümmer und dümmer werden. In der Gesellschaft dann auch "kleinkriminell", was ja kein intelligentes Verhalten ist, weil man null von hat, und zumeist rasch geschnappt wird.

      Die Rangordnungsreflexe sind auf jeden Fall immer spürbar. In Familien, in Betrieben usw. Aber nur - in Stressgruppen - für die Ganz oben (Parfaits) und die Ganz Unten (Parias) auch offen einsichtig, das Mittelfeld hat den Auftrag, das Tabu zu stabilisieren, auszugleichen, zu verdrängen, zu verleugnen, und wird sich hüten, zu artikulieren, wird sich hüten aufzudecken. Die Verstellung und Identifikation mit dem Verhau muß nahtlos werden, Tunnelblick wird Pflicht.
      Kritik ist "Nestbeschmutzung", Selbstverleugnung ist "Ehrenhaftigkeit". Empörung, Verzweiflung gar "Selbstmitleid". Bittere Ironie "Respektloser Spott".

      Aber der "Abschaum" und die "Hohen Etagen" spüren immer genau, was ist. Nur daß der "Abschaum" keine gelenke Zunge hat, den "Witz" nicht kann.

      Es wäre fein, wenn man diesen Naturgesetzen durch etwas menschenfreundliche Psychologie die Spitze nehmen könnte. Ganz verschwinden werden diese subtielen Hierarchien und Dynamiken nie, sie unterliegen leider einem kompliziertem Diktat der Botenstoffe des Nervensystems, der Hormone und lassen sich auch durch ein Parfüm nie ganz ausblenden, den Hormone "wirken" sogar per Photo. Oft ist die offizielle Hierarchie Trug, die Körper sprechen eine andere Sprache.

      Hier ist das "Spirituelle" Tätigkeitsfeld und Erkenntnisfeld. Eine manchmal furchtbare Welt, eine peinliche und beschämende Welt, aber manchmal auch schön...
      mischa

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    27. Mir fällt gerade der Begriff - Aberglaube - (verschiedenster Art) in den Sinn...Z.B. auch der/ein - legitimierte Aberglaube.
      Wenn man also etwas vertritt von jemand anders - woran man sehr stark glaubt, aber es eigentlich eine Hypothese bleiben muss, weil man eigentlich gar nicht beweisen, eben nur glauben kann (geheime Bruderschafften / Logen etc) - es also nie real gesehen wurde (auch nicht hellseherisch).

      Ein Nebenprodukt dieses Glaubens könnte dann doch sein (neben kleineren Dauer-Streitereien und Kontroversen):

      BUCHSTÄBLICHE - "ABER-Glaube-Aufsätze" - als ewige Rechtfertigung, Korrektur, Warnung und Richtigstellung, halt als Wächter.
      Ein ewiges ABER also (diesmal nicht Abelmenschen sondern Abermenschen) - wird zur Bestimmung bzw. ein "Nein, so ist es nicht" tritt ewig hervor...Das wiederum wäre ja geradezu und wiederum klassisches: Maya :)

      sozusagen in einem Geiste handeln der stet's (oder zumind. sehr häufig)verneint...

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    28. ...der stets verneint im Schattenspiel...

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    29. stepahan, aber bitte nicht auf schwäbisch, versteh isch kaum...pfälzisch ginge...

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  16. Ihr Wort in Gottes Ohr, Herr Anonymix. Ich hoffe für die Zukunft, dass Sie mich hier eines Besseren belehrt haben. Bei der sogenannten "Querfront" ist das auf alle Fälle der ideologische Kitt, der zusammenhält und man so Hand in Hand bei den Montagsmahnwachen demonstriert. Traurig aber wahr.
    Pass uf Stichel s hot Glatteis!
    Und a schene Weihenacht!

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