1938 - 2018: 80 Jahre „Anschluß“


https://youtu.be/rL7k2XzJxcA
Foto: APA/Hans Punz

»Herrschaften! Wir leben an einem der sichersten, reichsten und insgesamt privilegiertesten Plätze der Welt. Wir haben den Haupttreffer in der Geburtsort-Lotterie gewonnen. Nun müssen wir bereit sein, faire Preise zu bezahlen und permanent etwas abzugeben und mit jenen zu teilen, die etwa von den katastrophalen Umständen in ihren Ländern zur Flucht gezwungen sind.
Wir müssen dazu beitragen, ihnen ein, zumindest einigermaßen, würdevolles Dasein in Frieden, mit gerechtem Einkommen, medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und gesunder Nahrung in ihren Heimatregionen zu ermöglichen. Das Verdrängen, das Ausblenden, das Wegschauen im Antlitz der grausamen Tatsachen, sowie Amerika zuerst!- oder Österreich zuerst!-Haltungen, befördern logischerweise die Katastrophe. Die Bewältigung der globalen Probleme und Bedrohungen bedürfen fast ohne Ausnahmen globaler Anstrengungen, solidarischer Verbündetheiten und der leidenschaftlichen gegenseitigen Anteilnahme.«

Hier geht's zur Video-Aufzeichnung der Rede André Hellers beim Gedenkakt in der Wiener Hofburg: 1938 - 2018: 80 Jahre „Anschluß“
Vom Balkon der Hofburg, über dem Heldenplatz, hatte Adolf Hitler vor 80 Jahren der begeisterten Masse den „Anschluß“ Österreichs an das Deutsche Reich verkündet. Kurz darauf mußte André Hellers Vater den Gehsteig mit der Zahnbürste reinigen...

Die Transkription der ganzen Rede findet sich hier: http://www.bundespraesident.at/fileadmin/user_upload/Gedenkrede_Andre_Heller.pdf

Kommentare

  1. Hat Andre Heller irgendwas mit Burghards Artikel zu tun?

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    1. Ich finde schon:

      Burghard:
      »Bevor uns die Sonne aufgehen kann, davor muss sie uns erst einmal untergehen.
      […]
      So einem Schauen geht etwas voraus. Was? Jedem Aufgang geht ein Untergang voraus. Und das ist zunächst ein Vorgang im „Seelisch- Geistigen“ des Menschen. Dass dabei etwas untergehen kann, dafür bedarf es zugleich der Mitwirkung des „Geistig- Seelischen“ im Menschen.
      […]
      Daher will ein Untergang hier gesehen werden als der Austritt aus Standpunkten.
      […]
      In diesem Geist-Erschauen erinnert sich der Geist in Selbstbesinnung, dass er der Anthropos ist.«


      André Heller:
      »Erlauben Sie mir, Ihnen noch eine Merkwürdigkeit aus meinem Leben zu erzählen.
      Ich dachte Jahrzehnte lang, ich wäre etwas Besseres als andere. Klüger, begabter, amüsanter, zum Hochmut berechtigt. Ich war arrogant, selbstverliebt, ständig andere bewertend - und es tat mir nicht gut.
      Bis ich eines Tages in einem Waggon der Londoner U-Bahn um mich schaute.
      Da saßen und standen unterschiedlichste Menschen mit unterschiedlichster Hautfarbe, und ich hörte unterschiedlichste Sprachen.
      In einer Art von Blitzschlag in mein Bewusstsein erkannte ich, dass jede und jeder von diesen Frauen und Männern, alten und jungen, hoffnungsfrohen und verzweifelten – auch ich selbst bin, und nicht Deutsch, Englisch, Russisch, Chinesisch, Spanisch, Arabisch oder Swahili unsere wirkliche Muttersprache ist.
      S ondern die Weltmuttersprache ist und sollte das Mitgefühl sein.
      Es ermöglicht uns, in jedem anderen uns selbst zu erkennen, und mit ihm innigst und liebevoll verbunden zu sein.
      Und diese Erkenntnis in weiterer Folge in all unseren Gedanken und Taten zu berücksichtigen.«

      Man könnte für Sonnenuntergang und (anfänglichen) Sonnenaufgang auch insgesamt den Weg Österreichs heranziehen, vom Opfermythos bis zu dieser Rede bei einer offiziellen Gedenkveranstaltung in der Wiener Hofburg (mit dem „Hitler-Balkon“).

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    2. "Aber auf keinen Fall bin ich Österreicher, denn im Jahre l945, nach Kriegsende, wurden die Österreicher, die 1938 Deutsche geworden waren, automatisch wieder Österreicher, aber diesmal nur diejenigen, die die Nazizeit mitgemacht hatten. Wer unter Lebensgefahr ins Ausland geflüchtet wurde, also auch ich, bekam seine österreichische Staatsbürgerschaft nicht mehr zurück. Ich habe mich genau erkundigt: Da ich kein Nazi war und mir überdies die Flucht vor den Nazis gelungen ist, müßte ich bei Gericht um meine österreichische Staatsbürgerschaft ansuchen, und Sie werden vielleicht verstehen, warum ich mich nicht in diese Situation begeben möchte. Es widerstrebt mir zutiefst, jemanden um die österreichische Staatsbürgerschaft bitten zu müssen. Ich bin seit l943 amerikanischer Staatsbürger, obwohl mir der Clinton noch nie zum Geburtstag gratuliert hat." aus: https://www.georgkreisler.info/brief-nach-wien.html Für manche gabs auch nach dem Krieg keinen Sonnenaufgang

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    3. Ja.
      Auch davon spricht André Heller:

      »Wir verdanken unsere Befreiung den Alliierten Armeen. Die Menschen in Österreich wären nicht in der Lage und lange Zeit auch gar nicht willens gewesen, sich aus eigener Kraft zu befreien. Eine Mehrheit begrüßte die Demokratie dankbar als Erlösung, aber für die auf den Trümmern ihres Fanatismus und Irrglaubens Gestrandeten war die Demokratie der Symbolraum ihrer Demütigung.
      In dieser von diametralen Haltungen bestimmten Situation waren sich merkwürdigerweise alle politischen Gruppierungen weitgehend darüber einig, die verjagten, beraubten, vogelfrei gewesenen Juden - sofern sie nicht in den Konzentrationslagern und anderswo ermordet wurden - nicht einzuladen, nach Österreich zurückzukehren, um am moralischen, kulturellen und wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes mitzuwirken. Es gab auch kaum Schuldgefühle ihnen gegenüber.
      1991 - 46 Jahre nach dem Ende der Naziherrschaft! - fand durch Bundeskanzler Vranitzky das erste österreichische Schuldeingeständnis statt, und die Einladung an die Juden, zurückzukehren.«

      Vor kurzem ist der Film Murer - Anatomie eines Prozesses in unseren Kinos angelaufen.

      Es war ein weiter Weg für Österreich bis zu diesem Gedenkakt.

      Und es ist noch nicht ausgemacht, wie es weitergeht.
      Vor allem deshalb finde ich diese Rede André Hellers so wichtig.

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    4. Eine in jeder Hinsicht - auch in Bezug auf das Publikum, in dem die Populisten ja auch saßen- bemerkenswerte Rede: Die Rede, die den Zeitgeist im Kern trifft, eine politische Rede. Und zugleich zutiefst persönlich - vor Hellers persönlicher Geschichte der Verfolgung im Nationalsozialismus auch persönlich in Bezug auf die essentielle Intuition ("Blitzschlag") Hellers von der Überwindung der primitiven, uns alle besessen machenden Selbstbezüglichkeit und der Erkenntnis des alle Menschen Verbindenden. Es als solche Intuition zu erleben verändert die Perspektive schlechthin, verändert bis in das alltägliche Wollen und Handeln.

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    5. Lieber Michael,
      »auch in Bezug auf das Publikum, in dem die Populisten ja auch saßen«
      Ja.
      Die mir in diesem Zusammenhang wichtigsten Sätze André Hellers (Hervorhebung von mir):

      »Diejenigen unter Ihnen die, eventuell, dieser Analyse nicht zustimmen, bitte ich höflich:
      Orientieren Sie sich noch einmal an den schonungslosen Fakten und gestatten Sie sich einen Lernprozess und eine Verwandlung.
      Tun Sie dies aus Liebe zu Ihren Kindern und Ihren Enkeln.
      Es ist in der Politik und im Leben überhaupt keine Schande, wenn man sich einmal irrt. Man sollte Irrtümern nur wider besseres Wissen nicht treu bleiben.«

      Die FPÖ ist ja gerade dabei, den Unterschied zwischen Oppositionspolitik und Regierungsverantwortung zu lernen.
      Immerhin: im Streit zwischen Vizekanzler Strache und Armin Wolf (ORF-Anchorman) kam es vor kurzem zu einem außergerichtlichen Vergleich

      Es sind sehr interessante Zeiten.

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    6. Vgl. Straches Lehrmeister Dr.iur. Haider in 1999 über seine Lobreden. Der Spiegel schrieb:
      “Da will sich wohl einer salonfähig machen: Der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider hat sich erstmals für seine Nazi-Lobreden in der Vergangenheit entschuldigt. Einige Äußerungen seien durchaus unsensibel und missverständlich gewesen, erklärte er selbstkritisch.”
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/oesterreich-haider-entschuldigt-sich-fuer-nazi-jargon-a-51870.html

      Wolf schenkt übrigens das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, https://www.doew.at/

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    7. @ Ton:
      Ja klar, solche Entschuldigungen sind immer cum grano salis zu nehmen.

      Auf Straches Facebook-Seite heißt es zum Entschuldigungspost:
      »Ich freue mich immer sehr, dass ihr den direkten Dialog mit mir auf Facebook sucht! Allerdings darf ich euch inständig bitten, jegliche beleidigende Kommentare unter diesem speziellen Posting zu unterlassen!
      Ich stehe immer gerne im konstruktiven Gespräch mit euch. Es ist mir wichtig, diese Möglichkeit der Interaktion mit euch zu haben.
      Daher hoffe ich auf euer Verständnis - in diesem konkreten Fall des außergerichtlichen Vergleichs und meiner unten stehenden Entschuldigung - und appelliere an euch, einen guten und sachlichen Ton in den unten stehenden Kommentaren zu bewahren! Vielen Dank!«

      Immerhin: es hat sich gezeigt, daß nicht alles so ohne weiteres möglich ist. Aber natürlich bedarf das weiterhin der aufmerksamen Beobachtung.

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    8. @ Finkelsteen,

      "Da ich kein Nazi war und mir überdies die Flucht vor den Nazis gelungen ist, müßte ich bei Gericht um meine österreichische Staatsbürgerschaft ansuchen"

      Heißt das, dass wenn Sie Nazi gewesen wären und ins Ausland gegangen wären, es heute ein geringeres Problem sein würde, die österreichische Staatsbürgerschaft wiederzuerlangen???

      Das kann ich kaum glauben, da es jeder Logik widerspricht. Diese historisch und auch zeitgeschichtlich interessante Frage würde mich aber doch sehr interessieren, d.h. ob es tatsächlich heute in einem demokratischen Staat wie Österreich der Fall ist, dass es bei der Staatsbürgerschaftsverleihung heute noch eine Rolle spielt, ob man damals Nazi war oder nicht, bzw. - was eigentlich ganz und gar widersinnig wäre - wenn man es denn tatsächlich war, es heute leichter sein sollte, diese zu erhalten als wenn man kein Nazi gewesen wäre.

      Ich denke, dass dies hochinteressante Tatbestände wären.
      Oder haben Sie sich nur in der Beschreibung der Sachlage vertan?

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    9. @ Anonym:
      Wie aus Hermann Finkelsteens Kommentar leicht ersichtlich ist, hat er nicht in eigener Sache geschrieben, sondern aus einem 1996 geschriebene Brief des 2011 verstorbenen Georg Kreisler zitiert.

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  2. Ich würde auch die bestialische ‘Klugheit‘, die politische ‘Intelligenz‘ betonen, die dem Anschluss vorausgegangen ist, so wie heute in Putins Mafiastaat.
    Z.B. Dr. iur. Seyß-Inquart wurde März 1938 Mitglied der SS (ab Mai 1940 war er Reichskommissar für die Niederlande und war als SS-er verantwortlich für den Mord an über 100.000, d.h. drei Viertel der niederländischen Juden).

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  3. @ Ingrid

    Ja Ingrid, Andre Heller hat nicht nur irgendwas mit dem Artikel von Burghard zu tun, dieser Mann hat sehr viel damit zu tun. Andre Heller bezeugt den Zeitgeist des Anthropos nämlich mit Würde, Mut, Humor und vor allem einer grossen Ehrlichkeit sich selber gegenüber. Er benennt die Tatsachen dieser Zeit ohne die Menschen, die in dieses Tatsachengeschehen verwickelt waren zu treten. Er benennt präzise beschreibend ohne zu verurteilen und damit öffnet er für diese Menschen über ihre gerichtliche Verurteilung oder deren Umgehung, ihre Flucht in den Selbstmord hinaus, den Weg des Selbstgerichts ohne die Möglichkeit der Selbstrechtfertigung. Er nimmt sie Aug in Auge in die Verantwortung ohne Ausweichmöglichkeiten. Und das vermag nur ein wirklich freier Mensch.
    Schaue ich dem gegenüber auf so einige vergangene und gegenwärtige Geschehnisse am Goetheanum, so fällt es mir schwer dort auch nur einen annähernd vergleichbaren persönlichen Ausdrucksstil und Mut ausfindig zu machen.
    Ich grüsse Dich,

    Bernhard Albrecht

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  4. Die Nazis haben der Anthroposophie schweren Schaden zugefügt. Möglicherweise waren es auch Rechtsextreme, die den Brand des Goetheanums zu Verschulden hatten.
    Man braucht nicht dauernd Mitglied zu sein in einer religiösen Organisation, sondern ab und zu. Die Aktivitäten der katholischen und evangelischen Kirche sind teilweise richtig, teilweise falsch (z. B. Gottesdienste in Kirchen). Die nicht-trinitarische Pfingstbewegung (oder ein heidnisch-urchristlicher Synkretismus) muss gefördert werden. Der Glaube an einen „Sohn Gottes“ ist ein überholter (veralteter) Guru-Glaube. Mystische Erfahrungen sind nicht auf Gnade zurückzuführen, sondern auf Naturgesetze. Die Welt wurde nicht von Gott „erschaffen“, sondern existiert von Natur aus (und seit ewig). Es gibt einen Bereich in der Natur (und im Unbewussten), der dem Menschen (genauer: dem Ich-Bewusstsein) ewig unzugänglich ist. Es ist unsinnig, zu beten. Wir brauchen Traumyoga (bitte googeln). Dieses ist allerdings gefährlich, wenn man die nötige Reife nicht hat.

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    1. Einspruch, Bernhard Albrecht. Stop! In the name of Love!
      Deinen Kommentar kann ich zwar zu 90% unterschreiben, und ich wäre irre, täte ich ihn nicht bejahen.

      Dennoch fürchte ich bei Dir den Reflex der Super-Devotion gegenüber einem Menschen wie Andre Heller es geworden ist. Dem man nämlich seine Etablierung nicht mehr nehmen kann. Der zu dem ein Mann ist, der in vielerlei Hinsicht zurückblickt, und daher sagen kann "Ich öffne mich jetzt dem Augenblick!" Er gab Zeiten, ich erinnere mich daran, meine Mutter und ich mochten ihn sehr in den frühen 80er Jahren, da wurde Andre Heller von der Kritik oft so sehr geschmäht und verrissen, und er war der Etablierten, Statisch Verbrieften Welt so fragwürdig, daß man prophezeite, er wäre bald nur noch eine Randnotiz der Geschichte des Kunstgewerbes. Er mußte kämpfen, und hatte statt Anerkennung nur sein Charisma innert der jeweiligen Augenblicke, in denen er alles gab.
      Wenn sich heute Menschen durchringen, den fordernden Umklammerungen eines Populismus zu entsagen, müssen nicht wenige von ihnen erst einmal große antipathische Kräfte in sich zulassen, um schließlich über dieses Leid einer wütenden Auseinandersetzung hinaufzuwachsen. Es kann bedrückend sein, das heißt Druck machen, wenn man auf Andre Heller verweist, wie wenig er verurteilen würde. Mir klingt hier immer die Forderung, sphärisch in den Obertönen schwingend, durch, die sich auf die Geschichte oder die Gegenwart der AAG bezieht! Allen zu verzeihen, um dadurch "Freiheit" und "Souveränität" zu beweisen! Aber Andre Heller hat in den Obertönen seiner bereinigenden Rede "geweint", man spürte den Schmerz.

      Und solchem Schmerz ging eine Gärung der Zorns voraus, der freilich dann nicht unbedingt an die Öffentlichkeit kommt. Was auch am Temperament Andre Hellers liegt. Ich denke an die vielen Menschen, die vergeblich auf "ihre Läuterung" warten, die auch gerne ein "Vorher-Nachher-Erlebnis" ihr eigen nennen würden, und in der seelischen Armut eines falschen schlechten Gewissens Hunger und Durst erleiden, weil sie nicht durch ein läuterndes Zorneserlebnis hindurchgehen dürfen, um die verdrängte Empörung in ihrer seelische Vollständigkeit integrieren zu dürfen, um eines Tages mit sich in Frieden zu kommen!

      Damit diese seelisch Hungernden und Dürstenden, denen noch die eigenen Worte und Ausdrucksmittel fehlen, um zu artikulieren, was in der großen, und in ihrer kleinen Welt nicht stimmt, auch einmal mit Andre Heller gemeinsam rückblickend sagen dürfen: "Früher dachte ich, ich sei etwas Besseres!" Denn wenn Heller das sagt, tätigt er dieses Sagen in einer ganz anderen Empfindungswelt, die sich mit ihm unsichtbar ausspricht, als der Erzieher, der, solche Worte instrumentalisierend, zum fast gebrochenen pubertierenden "Rebellen" geht, meist Jugendliche, aber in unseren Wohlstandstagen auch Ältere "ewige Junge", und sagt: "Schau! Der Heller hat es begriffen. Du aber, du hältst dich immer noch für etwas besseres!" Und damit auch noch diese Tür zuschlägt.

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    2. Freilich liebe ich den Gedanken an eine Friedenskommission, die Nelson Mandela kurz in Südafrika verwirklichend aufscheinen ließ, in dieser realen, trüben Welt. Aber Leute wie Slobodan Milošević oder Radovan Karadžić, stehen die nicht doch besser vor Gericht? Vor einer Metamorphose eines Nürnberger Tribunals?

      Andre Heller hat viel durchlitten und gut gekämpft. Auch seine Familie hat Schlimmes ausgestanden. Doch er war auch etwas Besonderes, denn das Schicksal hat Andre Heller erwählt, Manches durch ihn sichtbar werden zu lassen, was uns verborgen blieb. Er ist nicht "nur" das Instrument, er - i s t - das Instrument einer besonderen "Musik". Und ist heimgekehrt! In den Schoß des "ich und du, wir sind Geschwister".
      Ein Weg! Der sinnbildlich besehn, einmal um die ganze Welt führt. Mancher kommt auf dem Weg durch die Wüsten Ozeane, über all die Gebirge usw. um, und findet noch nicht heim, dort, wo "wir" alle wieder "ich und du" und Brüder und Schwestern sind.

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    3. Traumyoga ist nur dann nicht gefährlich, wenn man auch Heuleurythmie dazu macht und dabei traumhafte Anthroposophie herauskommt.

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    4. @ Öko-Theosoph:

      »Wir brauchen Traumyoga (bitte googeln). Dieses ist allerdings gefährlich, wenn man die nötige Reife nicht hat.«
      Beim Googeln findet man sehr vieles, das »teilweise richtig, teilweise falsch« ist, oder gar »ein überholter (veralteter) Guru-Glaube«...
      Wenn Du Googeln dennoch einfach so jedem Leser empfiehlst, übersiehst Du, daß Googeln gefährlich ist, wenn man die nötige Reife nicht hat!

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    5. Fuck! Jetzt habe ich oben die Zeile "in the name of love" gelesen und - schwups - gleich ist dieser eklig-aufdringliche Song von U2 in meinem Kopf.

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  5. Danke, Bernhard Albrecht, für Deine Worte!

    @ mischa:

    Ich finde in B.A.s Kommentar weder einen „Reflex der Super-Devotion“ noch auch (ebensowenig wie in André Hellers Rede) eine Forderung, »Allen zu verzeihen, um dadurch "Freiheit" und "Souveränität" zu beweisen«.

    Wenn Du aus Hellers ehrlichem Eingeständnis »Ich dachte Jahrzehnte lang, ich wäre etwas Besseres als andere. Klüger, begabter, amüsanter, zum Hochmut berechtigt. Ich war arrogant, selbstverliebt, ständig andere bewertend - und es tat mir nicht gut.«
    (oder vielleicht auch aus der Tatsache, daß ich hier darauf aufmerksam mache?) heraushörst:
    "Schau! Der Heller hat es begriffen. Du aber, du hältst dich immer noch für etwas besseres!“ — dann, so mein Eindruck, sagt das mehr über Dich aus als über Heller (oder Bernhard Albrecht oder mich).
    Ob damit, wie Du meinst, eine Tür zugeschlagen oder, im Gegenteil, ein Tor geöffnet wird — das bleibt wohl abzuwarten.

    Bernhard Albrecht sagt sehr richtig über André Heller (Hervorhebung von mir):
    »Er benennt präzise beschreibend ohne zu verurteilen und damit öffnet er für diese Menschen über ihre gerichtliche Verurteilung oder deren Umgehung, ihre Flucht in den Selbstmord hinaus, den Weg des Selbstgerichts ohne die Möglichkeit der Selbstrechtfertigung.«
    Es geht hier also nicht um das Vermeiden einer gerichtlichen Verurteilung.
    Aber mit einer solchen Verurteilung ist es eben nicht getan - und zwar weder für den Verurteilten selbst, noch auch für diejenigen, die ihn verurteilt haben.

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    1. Ich habe Andre Heller gar nicht angegriffen!

      Sondern der Menschen gedacht, die in einer seelischen Unterdrückung leben und die Not leiden, durch Schwarze Pädagogik von der Teilhabe an einer Heller-Rede ausgeschlossen zu werden.

      Es ist nicht immer mit dem verkehrsschildartigen Reflex getan, Menschen darauf hinzuweisen, sie mögen vor ihrer eigenen Tür kehren, wenn es doch so wie so immer andere bereits getan haben, meistens, damit man ein schlechtes Gewissen hat.

      Möglicherweise hast Du meine Gedanken nicht verstanden, die ich mir mühsam abgerungen habe, um Dinge sichtbar zu machen, die es nicht in einer wüsten unordentlichen Phantasie von mir gibt, sondern draußen, außerhalb von mir, auch ohne mich!

      Was Du mir zu erklären versuchst, gehört zu den 90% des Kommentars von Bernhard Albrecht, denen ich voll zustimme, denn er referiert Andre Hellers Intention.

      Ich muß darauf hinweisen, daß es Menschen gibt, die unschuldig sind, eben keine Neurechten, keine Nationalsozialisten, sondern Menschen, die sich erst artikulieren, und bereits mit den Worten ihrer eigenen Vorbilder und den von ihnen bewunderten Stars mundtot gemacht werden können. Sowas ist schnell passiert. Abseits der Feiern. Das sind dann Menschen, die keine Zukunft, keine Bildung haben.

      Daß es Menschen gibt, die auch gerne ein Erlebnis haben würden, wie Heller es haben durfte: Daß alle Menschen Geschwister seien, bzw, "wie ich". Zu denen aber die Welt heute, zum Zeitpunkt dieser Rede "nein" sagt.

      Und ich weise entschieden darauf hin, daß all das, was Heller uns von dem Ort aus in der Welt sagen darf, an dem er sich befindet, von vielen Menschen erst noch errungen werden muß. Man kann Heller nicht in Opposition zu bösen Buben stellen, die noch zornig auf Nazi und auf Krim- Kriminelle sind, auf Kinderbombardierer in Syrien. Die noch leiden am ihnen frisch angetanem Unrecht. Und dazu kein Essen, kein Heizmaterial und schlechtes Wasser haben. Das sind dann die Menschen ganz mitten drin.

      Viele von uns "hungern und dursten" noch anders nach Menschlichkeit, und können noch nicht so abgeklärt und destilliert wie ein Heller vorbildlich dastehen. Haben ein schlechtes Gewissen, daß sie voller Zorn und Haß sind. Wären gern versöhnt mit der Welt. Haben aber gerade ein Kind verloren.

      Habt Erbarmen mit diesen Menschen, die auch Unrecht empfinden und mit Worten ringen, aber nie wie ein Heller so abgeklärt sein werden.

      Das ist vielleicht etwas "ungezogen" und "unartig" gedacht. Aber ich wollte diesen Gedanken nicht wieder unterschlucken. Und ich fürchte, den versteht nicht jeder. Andere wieder verstehn, sehn es aber gar nicht ein, einem solchen Gedanken Raum zu geben.

      Wer all das aber bedenkt, mag fast gar nix mehr sagen, wenn Heller gesprochen hat.

      Natürlich danke ich "dennoch" viele Male, diese Rede hören zu dürfen, die mir beinah entgangen wäre. Im Kaleidoskop meine Gedanken zeigte sich auch noch viel weiteres...

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    2. Angesichts der Tatsache, daß aus Gründen der Tradition, gerne sind viele sicher nicht gekommen, viele Träger einer neurechten Geistbesessenheit anwesend sein mußten, ist es eine Rede direkt in einen noch nicht geladenen Gewehrlauf. Auf jeden Fall. Ich erinnere mich, wie im Deutschen Bundestag die AfD sich nicht zu rühren vermochte.

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestag-wann-die-afd-beim-gedenken-an-auschwitz-befreiung-nicht-klatschte-a-1190774.html

      Ja, ich wünschte mir auch, daß Menschen innen mit sich in ein Gericht gingen. Und ja, Andre Hellers Rede ist dazu geeignet.

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    3. Lieber mischa,

      Nun ja.
      Aber weder Heller noch B.A. noch auch ich tut das: »Heller in Opposition zu bösen Buben stellen, die noch zornig auf Nazi und auf Krim- Kriminelle sind, auf Kinderbombardierer in Syrien. Die noch leiden am ihnen frisch angetanem Unrecht. Und dazu kein Essen, kein Heizmaterial und schlechtes Wasser haben. Das sind dann die Menschen ganz mitten drin.«

      Sondern B.A. sagt:
      »Schaue ich dem gegenüber auf so einige vergangene und gegenwärtige Geschehnisse am Goetheanum, so fällt es mir schwer dort auch nur einen annähernd vergleichbaren persönlichen Ausdrucksstil und Mut ausfindig zu machen.«

      … und bezieht sich damit wohl nicht auf die von Dir geschilderten Menschen, sondern viel eher auf diejenigen, an die Heller so appelliert:

      »Verehrte Zuhörer, es brauchte ungeheuren Todesmut und Prinzipientreue, um während des Terrors der Nazizeit in den Widerstand zu gehen oder sich auch nur in bestimmten, schwierigen Situationen anständig und charaktervoll zu benehmen.
      Ich bewundere all diese Gerechten aufs Dankbarste, und ihre Leistung ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.
      Aber heutzutage gibt es keine akzeptable Ausrede, Rassismus und Fremdenhass in der Politik nicht entgegenzutreten, oder am Arbeitsplatz, am Stammtisch, dem Fußballplatz, den sozialen Medien oder in geselligen Vereinen. Man riskiert dafür nicht Folter und Tod; ich gebe zu, möglicherweise riskiert man berufliche Nachteile, aber wir erhalten dafür ein bedeutend qualitätsvolleres Österreich.
      Vergessen wir nicht, dass am Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft nicht Ausschwitz, sondern die Ausgrenzung von Menschen, die als störend, als schädlich betrachtet wurden, stand.
      Und weil es dafür viel Zustimmung gab, hatten die Nazis freie Bahn, und die humanitäre Katastrophe wurde immer größer.

      Den jungen Zuhörern möchte ich weitergeben, was mir Bruno Kreisky bei unserem ersten Gespräch 1970 eindringlich sagte: "Für dich und alle aus deiner Generation in Österreich, die ihr die Gnade hattet, in Frieden, Freiheit und Wohlstand aufzuwachsen, darf, schon aus Dankbarkeit für euer Glück, die Feigheit keine Option sein.
      Und seid gefälligst euer Leben lang solidarisch mit den Schwachen und jenen, die Unrecht ausgesetzt sind.“
      «

      Aber ich freue mich, daß auch Du A.H.s Rede »direkt in einen noch nicht geladenen Gewehrlauf« etwas abgewinnen kannst.
      Ich gebe übrigens die Hoffnung nicht auf, daß dieser Gewehrlauf (auch aufgrund dieser Rede) nicht geladen werden wird.

      Herzlich,
      Ingrid

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    4. Die Heller-Rede hat mich zutiefst bewegt.
      Vollkommen.

      Und meine, zugegeben, für manchen etwas verschwurbelten Gedanken wollte ich nur experimentierender Weise mal in die Welt hinauslassen. Weil das Leben selbst oft so voller Dornhecken, Verworrenheiten ist, und soviel Gutes oft verwunschen und noch unerlöst. Wenn Heller sagt: "Die in der U-Bahn sind alle wie ich!" Dann tönt es aus der geistigen Welt dieser U-Bahn auch umgekehrt: "Wir wollen auch eines Tages uns verwirklichen dürfen, unser Bruder Andre, der ist schon weiter, erlöster, befreiter fürs Erste!".. aber das hört Andre Heller. Da bin ich mir ganz sicher. Denn ich habe vielen seiner Interviews auf der Tube gelauscht.

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    5. @ Mischa,

      Willst du damit sagen, dass Heller meinte, man sollte sich heute mehr dem Leid heutiger Menschen zuwenden und die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen?

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    6. Nein, ich hab doch kein Waschpulver getrunken!
      Hast Du schonmal Waschpulver getrunken? Warum nicht?

      Mich berührt alles Leid, das der Zukunft, das der Vergangenheiten, und das gegenwärtige, denn Steiner sagte auf die Frage "Wo finde ich den Christus?" - Im tiefsten Leid und mitten in der Finsternis.

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    7. @ Waschpulver - Mischa,

      Gut. Christus finden im Leid der Anderen ist gut und recht. Aber kommt es bei der "Christus-Findung" nicht hauptsächlich auf unsere Taten an?
      Sollten wir daher Christus in erster Linie nicht dort finden, wo wir mitwirken können, das Leid anderer Menschen zu lindern, also im aktiven Entgegenwirken dem Leid und in der aktiven Beseitigung des Leids der heutigen Menschen?

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    8. "Aber kommt es bei der "Christus-Findung" nicht hauptsächlich auf unsere Taten an?"

      Sehe ich auch so. Das Leid, mit dem wir uns "beschäftigen", welches wir im Netz oder TV "konstatieren", kann, wenn überhaupt, bestenfalls zu einer gewissen Bewusstwerdung führen, zu einer Einsicht oder Dankbarkeit, wie gut wir es in Europa haben. Den syrischen Kindern wird`s letzendlich egal sein, ob wir von ihrem Leid berührt sind.

      "Nachfolge Christi" heisst, eine/n Ort/Situation zu finden und sei es noch so unscheinbar, wo man dem Leid konkret und praktisch entgegenwirkt (Eine "Online-Unterschriftenaktion gegen Assad" womit mich meine Nachbarin die Tage konfrontierte, zähle ich nicht dazu...)

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    9. @ Rainer:

      »Das Leid, mit dem wir uns "beschäftigen", welches wir im Netz oder TV "konstatieren", kann, wenn überhaupt, bestenfalls zu einer gewissen Bewusstwerdung führen, zu einer Einsicht oder Dankbarkeit, wie gut wir es in Europa haben.«
      Einerseits.
      Andererseits auch dazu, daß uns bewußt wird, was, so weit entfernt es uns heute auch erscheinen mag, prinzipiell menschenmöglich ist.

      »"Nachfolge Christi" heisst, eine/n Ort/Situation zu finden und sei es noch so unscheinbar, wo man dem Leid konkret und praktisch entgegenwirkt«
      --- dazu gehört: daß wir dem entgegenwirken, was jederzeit wieder geschehen könnte, wenn wir gewisse Dinge nicht im Bewußtsein behalten.

      Ich habe mir die (noch 5 Tage in der Videothek verfügbare) Dokumentation Schluss mit Schuld - was der Holocaust mit mir zu tun hat angesehen und mitgeschrieben, was drei KZ-Überlebende auf die Frage antworten, was sie uns heute mitzugeben haben:

      Aba Lewit, Wien:
      »Daß Sie sich nicht von Propaganda, Zeitungen, Fernsehen, Radio - nicht beinflussen lassen, sondern sollen selber denken, und nicht blind folgen Populisten oder Propaganda, ganz egal von welcher Seite.«

      Jehuda Bacon, Jerusalem:
      »Ich denke, jede Sache, auch die grausamste, kann Sinn haben, wenn sie den Menschen so tief irgendwo berührt, daß er sich zum Guten verändert.«

      Esther Bejarano, Hamburg:
      »Ihr habt keine Schuld an dem, was damals geschah, ja, aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr über diese Geschichte nichts wissen wollt. Ihr müßt alles wissen, damit so etwas nie wieder passieren kann.«

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    10. @ Ingrid
      "Ihr müßt alles wissen, damit so etwas nie wieder passieren kann"

      Da habe ich Zweifel, dass das "funktioniert": Wir wissen alles und es passiert und es stört unsere Ruhe nicht.

      Gerade viele eher "tendenziell Linke" wissen z.B. viel über den Holocaust, sind auch zutiefst berührt von dem Leid worüber dort berichtet worden ist, würden aber nie auf die Idee kommen, wg Syrien (wo der größte Völkermord seit WK 2 stattfindet) vor der russischen oder iranischen Botschaft zu demonstrieren (Also auch vor 3 Jahren nicht, jetzt ist es eh zu spät).

      Was es häufig gibt: Debatten über Umgang mit dem Leid in Feuilletons, Blogs oder Talkshows; das kann unterhaltsam oder interessant sein oder sogar "betroffen machen", manchmal kann man sich auch "engagieren" (etwas liken oder unterschreiben) ich mach das auch, nach Lust und Laune, manchmal (Bundesliga) schalte ich einfach weg. Das gehört zum Alltag, nichts besonderes.

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    11. Auf die Hinweise: "Mich berührt - alles - Leid" und "Steiner sagte auf die Frage 'Wo finde ich den Christus?' - Im tiefsten Leid und mitten in der Finsternis."

      Antwortet mir eine Schlangenzunge, ein Pharisäer wie ein härener fastender aus dem Munde übelriechender Entsagungstaliban:

      "Gut. Christus finden im Leid der Anderen ist gut und recht. Aber kommt es bei der "Christus-Findung" nicht hauptsächlich auf unsere Taten an?
      Sollten wir daher Christus in erster Linie nicht dort finden, wo wir mitwirken können, "

      Nichts an Deinen Worten ist gut und recht. Denn sie implizieren und fordern Moralismus. Diese Art von Druck ist alt, und geschwängert mit Unheil. Auch hier müssen wir den Anfängen wehren.
      Wenn ich schon höre "sollten wir nicht?"
      Ist es nicht der Theo in uns allen? Der uns fordert: "Theo! Wir fahrn nach Łódź"?

      Kinski, der kein Heiliger war, fand weiland "Christusworte" für solcherlei "Gute Hirten"! Denen ich mit freudig unreinem Herzen nur wünschen kann, daß sie ihren Kinski finden mögen.

      Es sei denn, sie ändern ihre die Bilder des Heiligen zu Leihen nehmende moralistische Gesinnung, mit denen sie, statt an der Linderung des Leidens in der Welt mitzuwirken, das Leid in der Welt nur vermehren.

      Und, was das Infamste ist, die Tatsachen Guter Werke selber in Opposition stellen.

      In Opposition zu gemutmaßten soebenannten "Faulenzern",

      also Christus und das Wort Gottes knechten, um damit pseudochristliche Faulenzerdebatten vom Lattenzaun zu brechen.

      Zu diesen makabren Dingen sage ich, heiteren Gesichts: Always look at the bright side of life! Das Leben sei ein Heidenspaß, für inzwischen "christliche" Pharisäer ist es nichts. Vorwärts zum Buffett. Es ist angerichtet.

      Was ich für "Taten" tue, das verrate ich schon mal gar nicht. Denn ich bin kein Preisochse, der heiß auf Verdienstkreuze ist. Was ich in die Welt hineingebe, sind meine Worte. Mögen sie den Ganzschwachen Waffen werden gegen die Halbstarken.

      Ich verneige mich vor dem Geist, der uns die wahren Guten Taten schenkt und erst ermöglicht. Denn auch die wahrhaft Gute Tat ist eine Gnade und kein Verdienst. Freilich müssen wir sie tätigen, aber dann, wenn sie gekommen ist, um durch uns Erscheinung in dem Teil der Welt zu werden, der uns durch das Schicksal zubemessen ist. Da ist nur zufällig mal Fernsehn dabei. Wir brauchen keinen Spiegel, um gute Werke zu tun, wo sie uns möglich werden!

      Die wahrhaft Gute Tat ist eine Gnade und kein Verdienst. Sie wird nicht erzwungen, sie wird nicht befohlen. Sie ist nicht dazu da, uns zu schmücken. Wozu: Dem, der gerne lebt, dem ist das Leben schön genug! Er hilft dem Bettler, und vergißt auch nicht, seinem Mädchen Blumen zu bringen. Davon braucht "die Welt" nix zu wissen.

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    12. @ mischa böse:
      »Nichts an Deinen Worten ist gut und recht. Denn sie implizieren und fordern Moralismus.«

      Auch das Konstatieren, daß an den Worten eines anderen »nichts gut und recht« sei, ist Moralismus.
      Überhaupt, wenn man diesen anderen dann auch noch als »eine Schlangenzunge, ein Pharisäer wie ein härener fastender aus dem Munde übelriechender Entsagungstaliban« bezeichnet. Dazu sage nun ich (Achtung, moralisch erhobener Zeigefinger!): Pfui.

      Ich gebe Rainer natürlich recht:
      »"Nachfolge Christi" heisst, eine/n Ort/Situation zu finden und sei es noch so unscheinbar, wo man dem Leid konkret und praktisch entgegenwirkt.«.
      Das ergibt sich schon aus dem (Achtung, moralischer Zeigefinger!) Gebot der Nächstenliebe.
      Der Nächste ist derjenige, mit dem gemeinsam ich mich in einer Situation finde, in der ich »dem Leid konkret und praktisch entgegenwirken« kann.

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    13. Mir geht es nicht um das Feilschen mit den Begriffen des Heiligen, sondern mir geht es darum, die zwischen den Zeilen verborgenen Treibminen aufzuspüren und hochgehen zu lassen. Möglicherweise müßte ich noch chirurhischer und präziser diese Dinge ans Licht bringen. Dabei dachte ich, das werde verstanden. Denn ich habe ja nicht gegen die Guten Werke gesprochen, auch nicht gegen Herzog. Auch nicht gegen Andre Heller. Jeder weiß, was gemeint war. Wer am Buchstaben klebt, der dreht mir ein "Pfui" draus. Wer Ohren zum Hören hat, der höre. Am Moralismus und am Buchstaben scheiden sich die Geister. Wer hilft denn denen, die in Faulenzerdebatten ins Bockshorn gejagt werden, und meinen, sie müßten vor ihrer Tür kehren? Nein, oft müssen sie das nämlich nicht.

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    14. Lieber mischa,

      »Jeder weiß, was gemeint war.« Freilich - Du hast es ja deutlich genug gesagt.

      »mir geht es darum, die zwischen den Zeilen verborgenen Treibminen aufzuspüren und hochgehen zu lassen.«
      und
      »Wer Ohren zum Hören hat, der höre.«

      :-) Auch ich habe Ohren zum Hören - und ich bleibe dabei: welche »Treibminen« jemand in Rainers hier geposteten Kommentaren aufzuspüren meint, das sagt sehr viel weniger über Rainer aus als über diesen Jemand und seine Ängste, seine Zornigkeiten - und nicht zuletzt über seine Bedürfnisse, einen Sündenbock dafür (und möglicherweise auch für die eigenen Unzulänglichkeiten und darob ins-Bockshorn-gejagt-Gefühle) verantwortlich machen oder zumindest beschimpfen zu können.

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    15. @ Ingrid

      Schade, bringt, glaube ich, nichts, eine weitere Diskussion wenn sie wieder diesen Tonfall bekommt.

      Ergänzend zum obigen Thema fiel mir noch die Frage nach der moralischen Legitimität von militärischen Einsätzen - hier: Bosnien - ein: Vor 20 Jahren waren die Grünen gespalten, ob man in Bosnien militärisch intervenieren sollte oder nicht. Die Gegner ("Fundis") meinten (sinngemäß) "da wir Ausschwitz verursacht haben, dürfen wir nicht in den Krieg ziehen", Joschka Fischer, (als "Realo") entgegnete (sinngemäß): "Da wir Ausschwitz verursacht haben, müssen wir in den Krieg ziehen" (um eben den Völkermord dort zu verhindern).

      Interessant ist, dass sich beide Richtungen, obwohl in der gleichen Partei, moralisch auf den Holocaust "berufen" haben, um zu diametral entgegengesetzten Ansichten zu kommen (Nicht nur irgendeine "Ansicht", sondern Entscheidung eines Angriffskrieges). Ich war damals, als Grünwähler, übrigends für Fischer.

      Ähnlich interessant, bzw. schwierig, "normale" moralische Kategorien anzuwenden, wenn ein Mensch wie Rupert Neudeck (der zigtausend Boatpeople gerettet hat) sich um Palästinenser bemüht, deshalb nebenbei die israelische Politik kritisiert und dann deswegen selbst Zielscheibe von massiver Kritik wird.

      @ Mischa
      Bevor Du Dich weiter in mentale "zwischen den Zeilen verborgenen Treibminen" gegen "Faulenzer" hineinsteigerst: Wenn ich sage, es kommt auf die praktische, konkrete Hilfe usw. an, nur betroffen sein bringt nichts, meine ich alle in Deutschland lebende Menschen, egal ob in Arbeit oder nicht. Auch der/die "Normalarbeiterin" kann/sollte sich fragen, ob es reicht, zu posten, zu liken und zu kommentieren. Ich mach da auch zu wenig.

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    16. Lieber Rainer,



      Deshalb ist nicht nur Esther Bajaranos Satz wichtig, sondern auch das, was Jehuda Bacon sagt (Hervorhebung I.H.):
      »Ich denke, jede Sache, auch die grausamste, kann Sinn haben, wenn sie den Menschen so tief irgendwo berührt, daß er sich zum Guten verändert.«
      Eine solche Berührung kann nur individuell geschehen - und es ist nicht unmöglich, daß das auch „virtuell“ geschieht.

      Karl-Heinz Böhm zum Beispiel hatte 1976 anläßlich eines Kuraufenthaltes in Kenia die Kehrseite der Luxusfassade seines Hotes gesehen… und machte am 16. Mai 1981 die Probe aufs Exempel: in der Fernsehshow „Wetten, dass“ wettete er »… dass nicht einmal ein Drittel der Zuschauer, die uns jetzt in Österreich, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland zusehen, bereit ist, nur eine Mark für die hungernden Menschen in der Sahelzone zu spenden. Und diese Wette möchte ich gern verlieren« – in welchem Fall er selbst nach Afrika gehen würde, um zu helfen.
      Es kam zwar eine große Summe zusammen, aber nicht genug – Karl-Heinz Böhm gewann also seine Wette.
      Und reiste dennoch mit dem gespendeten Geld nach Äthiopien; im November desselben Jahres gründete er den Verein Menschen für Menschen, der auch nach seinem Tod noch fortbesteht...

      Für mich ein Beispiel, wie Nächstenliebe sich durch individuelle Berührung ausweiten kann auf Menschen, die zunächst zu weit entfernt scheinen, um „Nächste“ sein zu können.

      ---

      Ah, jetzt sehe ich Deinen neuen Kommentar.
      Ja natürlich: es gibt sehr viele komplexe Situationen, in denen es schwierig, wenn nicht unmöglich ist, „normale“ moralische Kategorien anzuwenden.
      Dennoch meine ich: wenn wir nicht nur das Leid anderer Menschen „durch unsere Seele ziehen lassen“ und im Bewußtsein tragen, sondern auch, wozu Menschen (auch wir selber!) fähig waren und noch sind – dann wird sich das auch auf unsere Intuitionen und Handlungsimpulse im konkreten Einzelfall auswirken.
      Daß es in den meisten Fällen keine eindeutigen, für alle Menschen und zu jeder Zeit und an jedem Ort „richtigen“ Lösungen gibt, das tut dem meiner Ansicht nach keinem Abbruch.

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    17. Oh - seltsamerweise ist zu Beginn meines Kommentars der Satz Rainers nicht angekommen, auf den ich mich bezogen habe. Er lautet:
      »Da habe ich Zweifel, dass das "funktioniert": Wir wissen alles und es passiert und es stört unsere Ruhe nicht.«

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    18. Rainer schreibt, und das freut mich von Herzen:
      "@ Mischa
      Bevor Du Dich weiter in mentale "zwischen den Zeilen verborgenen Treibminen" gegen "Faulenzer" hineinsteigerst: Wenn ich sage, es kommt auf die praktische, konkrete Hilfe usw. an, nur betroffen sein bringt nichts, meine ich alle in Deutschland lebende Menschen, egal ob in Arbeit oder nicht. Auch der/die "Normalarbeiterin" kann/sollte sich fragen, ob es reicht, zu posten, zu liken und zu kommentieren. " Genau so sehe ich das auch, und das ist - eigentlich - selbstverständlich.

      Allerdings: "Ich mach da auch zu wenig." kann zweideutig interpretiert werden, vor allem der Spritzer "auch". Es ist emotional, und von Herzen besehn immer zu wenig. In der Beziehung. Beim caritativen Engagement.

      Bei den Egoisten, wenn man den Hausfrieden stört, und mal ausschert und gleich riskiert, daß man in die Abseitsfalle gerät, weil man ein Tabu bricht, und "das Edle" als Gesinnungserpressung in unserer Gesellschaft entlarven möchte. Es preußische Tugend "ein plus zu machen". Das finde ich bei Christus nicht.

      Sondern da, wo Religion z. B. arbeitspolitische Klammer wird. Da sind auch die Allgemeinplätzchen nicht weit, daß die Opfer, die schreien, mehr über ihren Zustand verraten, als über den Zustand ihrer Peiniger.

      :-)) Noch einmal, bevor ich schweige: Wie Wälder um Sonnenlicht kämpfen, so streiten manche religiös falsch verbundenen Menschen um ihre moralische Rechtfertigung. Niemand weiß, ob ich oder sonst objektiv "zu wenig" tut. So geht das nicht.

      Auch kann doch nicht jeder nach Syrien reisen, er würde ohne Ausbildung dort die Arbeit berufner Menschen stören.
      Wir haben Grenzen, und es gibt eine ungesunde Distanz zu unseren natürlichen Grenzen. Das"zu wenig" ist irrational, wenn auch herzlich.

      Darum aber ist der, der weil gesundheitlich angeschlagen oder mangels Ausbildung nicht dort anpackt, wo es eine "gute Figur" macht, nicht in der "zu wenig" Zone. Jeder macht etwas.

      Was mich das gerade bei unserer Nachkriegsgeneration schon genervt hat, die Leistungsvergleiche, und wer mehr arbeitet, wer zu wenig. Wer "mitreden darf", "wer nicht". Die Folgen dieser Hackerei, denn das macht krank, mit denen rede ich dann einen Tag, eine Nacht lang. Um die Menschen wieder runterzubringen.

      Regelrechte Kommentkämpfe. Das geht auf keine Kuhhaut. Und ich maße mir an, das mal zu benennen. Auch wenn es dann "auf mich zurückfällt" und dieser rhetorische Reflex geschaltet wird.

      Doch ich möchte nicht streiten. Im Gegenteil. Ich freue mich über Kritik, und Fairness, auch wenn das nicht immer so aussieht. Und klinke mich eine Weile aus.

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    19. Als Liebe zu dem Objekt 4.161, Leben in der Liebe zum Handeln 4.166, Liebe zur auszuführenden Handlung 26.117 hat Steiner das Tatchristentum (Rittelmeyer), die Werkgerechtigkeit (Luther), die Werke der Barmherzigkeit (Mt.25) dargestellt.

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    20. Lieber mischa,

      »Da sind auch die Allgemeinplätzchen nicht weit, daß die Opfer, die schreien, mehr über ihren Zustand verraten, als über den Zustand ihrer Peiniger.«
      Ich hatte bisher nicht den Eindruck, daß Du selbst ein »Opfer« bist, und daß es einen »Peiniger« gibt.

      Sondern ich habe den Eindruck, Du machst Dich zum Sprachrohr für hypothetische »Menschen ganz mitten drin«, die »noch leiden am ihnen frisch angetanem Unrecht. Und dazu kein Essen, kein Heizmaterial und schlechtes Wasser haben« — und die »noch nicht so abgeklärt und destilliert wie ein Heller vorbildlich dastehen. Haben ein schlechtes Gewissen, daß sie voller Zorn und Haß sind. Wären gern versöhnt mit der Welt. Haben aber gerade ein Kind verloren.«

      Und dann bittest Du uns:
      »Habt Erbarmen mit diesen Menschen, die auch Unrecht empfinden und mit Worten ringen, aber nie wie ein Heller so abgeklärt sein werden.«

      Nun.
      Wenn Du es nicht selbst bist, mit dem wir hier in dieser Weise »Erbarmen« haben sollen (und wie gesagt: diesen Eindruck habe ich bisher nicht. Irre ich mich?) – dann finde ich es wirklich sehr ungerecht von Dir, zu unterstellen, daß Menschen, die es jetzt unendlich schwer haben im Leben, »nie wie ein Heller so abgeklärt sein werden.«

      Beweisen nicht die drei KZ-Überlebenden, die Lisa Gadenstätter in der weiter oben verlinkten Dokumentation interviewt hat, daß Du Unrecht hast?
      Auch Viktor Frankl zeigt in seinem Buch „...trotzdem Ja zum Leben sagen“, daß es möglich ist, sogar unter Umständen, die wohl um etliches schwieriger sind als das, was heutige »Opfer« in Deutschland oder Österreich erleben…

      Auch wenn das jetzt hart klingt: ich halte nichts davon, das persönliche Schicksal als Ausrede zu gebrauchen. Und ich verweise dazu auf einen früheren Aufsatz.


      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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    21. @ böser Mischa,

      "Was ich in die Welt hineingebe, sind meine Worte. Mögen sie den Ganzschwachen Waffen werden gegen die Halbstarken"

      Was sind denn deine Worte?
      "Antwortet mir eine Schlangenzunge, ein Pharisäer wie ein härener fastender aus dem Munde übelriechender Entsagungstaliban"

      Jemanden, der nichts anderes meinte , als dass esauf die Taten ankäme, und weniger auf Betroffenheitsbekundungen und das "liken" von Anti-Assad Petitionen und dgl. mehr, mit Schmutz zu bewerfen und zu allem Überdruss sich noch einzubilden, dass mit solchen Abartigkeiten "den Schwachen eine Waffe gegeben würde", ist wohl das letzte Stadium.
      Die Schwachen brauchen so etwas ganz gewiss nicht und sie auch noch zu verhöhnen ist wohl nur noch krankhaft!

      Nein Mischa, du bist auf dem Holzweg.
      Willst du dir schon wieder diese Blöße geben und dich erneut so fertig machen, wie erst vor einigen Wochen?

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    22. "Auch kann doch nicht jeder nach Syrien reisen, er würde ohne Ausbildung dort die Arbeit berufner Menschen stören."

      Vielleicht sollten wir aber doch gerade das alle tun. Auch die Anwesenheit von Menschen, die der Realität und dem Leid nicht ausweichen und gleichgültig gegenüberstehen, kann Kraft und Hoffnung geben.
      Gerade in einem Krieg, könnte dies auch dazu dienen, zwischen Realität und Propaganda unterscheiden zu lernen, den betroffenen Menschen ein Gefühl zu geben, dass ihr Schicksal doch nicht überall vergessen wird.
      Der Blick in die Augen der "syrischen Kinder" wäre dafür mit Sicherheit geeigneter, als das einseitige Gebrauchen dieses politischen Schlagwortes im Sinne von moralisierenden Fingerzeigen in Internet-Foren und TV-Talkshows auf immer nur einen Teil der "Kinderbombardierer", die es in jedem Konflikt in Wirklichkeit auf allen beteiligten Seiten gibt. Ok, das war jetzt wieder ein politisches Schlagwort, pardon! Aber der geduldete Missbrauch der ohne Ende getrieben wird, durch Hinweise auf das Leid von Kindern, im politischen Sinne durch einseitige Querverweise auf alleinige Urheber und Schuldige, ist eindeutig viel eher ein Ausdruck von Gleichgültigkeit als das ernsthafte Bemühen um eigene Erkenntnisse und Hilfebemühungen vor Ort. Wir können unsere eigenen Taten eben nicht delegieren!
      Auch könnten wir hiermit alle Schutzschilder sein, und diese Rolle nicht nur den Gefangenen derjenigen überlassen, die - und das nicht nur in Syrien - die Menschen ins Mittelalter und die Frauen in die Burkhas zwängen wollen. Schutzschilder gegen die Angriffe auf Freiheit und Menschlichkeit, egal von welcher Seite diese auch kommen mögen.
      Im Geiste könnte etwas beginnen, was in der Realität seine Fortsetzung findet. Es sei denn , wir würden uns alles, sprich unser eigenes Verhalten von den "geistigen Bombardierern" diktieren lassen, die meinen man könnte durch blosse Betroffenheitsbekundung die wirklichen "Kinderbombardements" verhindern.
      Die Kinder stehen hier stellvertretend für unsere eigene Freiheit.

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  6. Lieber mischa,
    ich möchte meinen Kommentar hier ergänzen:

    Du sagst:
    »Was ich in die Welt hineingebe, sind meine Worte. Mögen sie den Ganzschwachen Waffen werden gegen die Halbstarken«

    Zur Zeit meiner Krankheit (myasthenia gravis, 19 Jahre lang) habe ich es immer als das Allerschlimmste empfunden, wenn jemand mir - gewissermaßen in vorauseilendem „Begreifen“ - Tätigkeiten abnahm, die ich sehr gut selber hätte ausführen können: ich sei ja krank, natürlich „brauche“ ich dies oder jenes nicht zu tun…
    Den Bescheid des Landesinvalidenamtes (meine Eltern hatten erhöhte Kinderbeihilfe beantragt), ich sei zu 100% arbeitsunfähig wegen Körperbehinderung empfand ich als tiefe Demütigung – auch wenn ich zugeben mußte, daß das der Wahrheit entsprach. Aber wirklich: 100%??? Es sollte gar nichts mehr geben, das ich tun konnte?
    Oder später, während meines etliche Jahre später begonnenen Gesangstudiums, wenn eine Phrase nicht ganz gelang: »Na, in Ihrem Fall ist das ja schon eine großartige Leistung…«
    Solche Erfahrungen lähmten mich, und zwar sehr viel stärker, als es meine Krankheit ohnehin schon tat.

    Also: Ja, die »Ganzschwachen« brauchen selbstverständlich Hilfe (auch ich brauchte immer wieder Hilfe).
    Aber vor allem brauchen sie das Ernstnehmen als vollwertige Menschen. Sie brauchen Ermutigung, Zutrauen, und, ja: auch Zumutungen.
    Vorauseilende „Verteidigung“, die dazu (ver)führt, die eigene Schwäche (zunächst vor der Welt und schließlich auch vor sich selbst) als zum Einstellen jeglicher Bemühung berechtigende Ausrede zu gebrauchen - eine solche »Waffe« brauchen sie ganz sicher nicht.


    Herzlich,
    Ingrid

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    1. Nein, ich möchte doch - mit meiner Person nicht - die Ganzschwachen verteidigen, sondern ich arbeite an Gedanken, die herausführen aus den Labyrinthen von Schuldzuweisungen. Es ist mir bereits oft gelungen. Nein, in der Wirklichkeit. Doch nicht hier auf der Schreibtafel, der Schattenwand.

      Ich habe so viele geschwächte Menschen auf meinem Lebensweg erlebt, die sich in der Arbeitswelt, im gnadenlos intraganten Lebenskampf an der Basis der Gesellschaft - eben nicht durchzusetzen wußten - oder durch Intelligenz und Charisma punkten , kompensieren konnten: Ihnen wurden alle Worte im Mund umgedreht, und wenn sie dann mal sich schlugen, auch noch der Arm. Einige dieser Menschen sind längst gestorben. Es geht nicht um Kriminelle, das ist ein ganz ander Kaliber. Es waren schlichte Menschen, oft nicht dumm, aber "schlecht progammiert", die wurden ausgenutzt, und sehr oft auch mit Appellen an deren Spiritualität! Und immer auch mit Appellen an deren Minderwertigkeitskomplexe, welche diesen Menschen aus ihrer Schwäche heraus "ein gutes Herz" verliehen.

      Da ich abgeklärter Realist bin, dachte ich oft, daß "die Schwachen" (dieser Pauschalismus sei mir bitte mal verziehn) "das Böse" noch vor sich haben, was so oft in der Welt ja das Privileg der Starken ist. Und einige böse Starke aber haben noch eine Läuterung vor sich, eines Tages als Schwache herzensgut zu werden, dies hab ich in Altenheimen bei manchen ehemaligen Drachen sehen können. Nein, ich möchte einfache Worte und Gedanken in der Welt ausbringen, mit denen Menschen die wirklichen Fallen besser erkennen mögen. Damit sie sich aus Intrigen und aus dem Gestrüpp permanenter böser Sprache befreien mögen, in dem sie diese überhaupt durchschauen können. Und Intrigen sind das, wo das Soziale, das Spirituelle stattfindet. Vielleicht ist ja jede Beziehung immer kurz davor, und "Inrige" ist nur eine Entartung dessen, was immer ist, wenn Menschen mit Menschen sich die Arbeit und die Welt teilen wollen oder müssen.

      Klar hab ich mich über Anonyms Worte geärgert. Das darf Anonym wissen. Und ich denke, dieser Anonym war nicht Rainer.
      Vermutlich habe ich mit der Kanone mal wieder auf einen Sperling geschossen. Ich habe es als Stichelei aufgefaßt, auch weil ich gefragt wurde, ob die Vergangenheit, die Heller anspricht, irrelavant sein könnte? Wo ich sagte, daß alles bedeutsam ist.

      Es geht hier keineswegs um mich alleine. Immer wieder suchten und suchen mich Menschen auf, die plötzlich am Scheitern, die am Verlieren sind. Oft sind es selber erfolgreiche Demütiger anderer, auf der Überholspur lange gewesen. (Es liegt daran, daß ich auf mich aufpassen kann, aber immer auch offen bin. Ich grenze mich ab, aber mache nie zu.) Mancher muß lernen, zu schimpfen, statt nur immer bei sich die Schuld zu suchen. Andere müssen lernen, nicht den Giftigen Gedanken zu folgen, sondern zu andern und zu sich selbst gnädig zu sein. Mancher, der zu streng mit anderen ist, verachtet sich insgeheim. Über diese Dinge berichte ich hier nicht gern. Weil das das wirkliche Leben ist.

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    2. @ Sperling-Abschiesser,

      Merkst du denn immer noch nicht, wie dich deine Überheblichkeit lächerlich macht?

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    3. So habe ich zum Beispiel gelernt, daß solche Appelle zwar keine defintiv persönlichen Drohungen sind. Doch sie stellen mitnichten eine Kritik da, sondern sondern Verwünschungen. Es ergeht an mich der quasihypnotische Befehl, "zu merken", daß das und das "objektiv sei". Und eine Einladung an Alle, da, wo sie Herde sind, mich als "lächerlichen" Menschen zu denken so, daß meine eigene Selbstironie zwecklos wird. Sehr freundlich und arglos.

      "Willst du damit sagen, dass Heller meinte, man sollte sich heute mehr dem Leid heutiger Menschen zuwenden und die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen?" Was ist das denn für eine Fragestellung. Es ist eine "arglose" Fragestellung, um einen Skandal vozubereiten. Im Angesicht des Holocaust, der Reichskristallnacht und des Holocaust wird mir diese rhetorische Frage gestellt. Freilich anonym. Mündlich von Angesicht zu Angesicht? Wer würde das wagen? Säbel oder ...? Zeit, Ort? Sekund....

      "Gut. Christus finden im Leid der Anderen ist gut und recht. Aber kommt es bei der "Christus-Findung" nicht hauptsächlich auf unsere Taten an?"

      "hauptsächlich" - hier liegt eine Zurechtweisung und Besserwisserei vor, der verletzen und zugleich zurechtweisen soll. Jeder kann das sehen. Als hätte ich Depp nix begriffen.

      "Sollten wir daher Christus in erster Linie nicht dort finden, wo wir mitwirken können, das Leid anderer Menschen zu lindern, also im aktiven Entgegenwirken dem Leid und in der aktiven Beseitigung des Leids der heutigen Menschen?" Wir können nicht das pauschale Leid der Menschheit beseitigen, es wäre anmaßend, das zu behaupten. Auch ein Entgegen hat nie viel genützt, sondern nur wer mit der Schöpfung geht, kann Schmerzen lindern. Dagegen gehen ist schon in der inneren Haltung ein Aufbegehren gegen Natur und Schicksal, der Hase soll gegen den Fuchs kämpfen, der Fisch an Land schwimmen. Damit Gerechtigkeit herrsche?

      Alles vergiftete Kommunikate. Es geht ein Ruf an Christus in der Manifestation als Banana Joe! Wenn ich mich selber dann darüber wie im Bud Spencer Film aufrege, dann heißt es gleich, was für viel Porzellan kaputtgegangen sei. Banana Joe! Hilf! Aus der Tiefe rufe ich!

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    4. Eins noch, anonym, gut, ich werfe Ihnen in Zukunft ihre Siege hin!

      Wollen Sie mich doch offenbar als seelisch kranken, dümmlichen, lächerlich tatterigen, eigendünkelüberströmten Trottel sehen.
      Machen Sie doch. Wenn nur ihr Gott Sie nicht gar so schnell erhören möge, damit ich für meine Freunde und Bekannten noch a bissel dasein kann. (Ich meinte oben übr. Reichskristallnacht, Anschluß 1938, dann H.)

      Warum mich redlichen netten gesunden Menschen? Ich glaube nicht, daß ihre Bekannten und Freunde unterm Strich eine freudige und gute Erinnerung an Sie haben, eine eben nicht durch staatlich verbriefte fixe Anerkennensverpflichtung der Welt abgenötigte "Freundlichkeit".

      Nein, ich wollte Ihnen nichts tun. Auch den Taten nicht, die man tun mag, wenn man damit sinnvoll tätig ist.

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    5. @ Mischa
      "Und ich denke, dieser Anonym war nicht Rainer".

      Das ist richtig, ich habe bei dieser Debatte mit Dir hier nur mit meinem Namen gepostet.

      Nervig, diese ewig-gleichlaufenden Dauerstreitereien. Die Karwoche bietet eigentlich eine gute Gelegenheit für eine Blogabstinenz, mache ich jedenfalls. Alles Gute für Dich, herzliche Grüße!

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    6. Oh! Herzlichen Dank.
      Auch ich hab reichlich zu tun. In der realen Welt.
      Wo ich zum Glück nicht solchen Terz bisher habe.
      Was sich ändern könnte.
      Wenn demnächt ein "Büchlein" von mir erscheint.
      Da es aber - keine - Kampfschrift ist,
      mag dieser Kelch erst gar nicht vorbeikommen.
      Etwas Bewunderung ist mir fast sicher.
      Und dann dazu vielleicht jede Menge
      Spott von der Konkurrenz eben.
      Den, den es bereits gab, hab ich wörtlich fast vorhergesagt.
      Und manches andre, schönere, auch.
      Angenehme Überraschungen aber, im Alter, sind wunderbar.
      Dein "alles Gute" ist z.B. eine.

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    7. Ja, habe ich schon auf FB entdeckt, die Ankündigung Deines Gedichtbandes, irgendetwas mit "Leuchtfeuer" im Titel (im Klingenberg-Verlag, oder?) - schöne Geschichte, so etwas, viel Erfolg damit.

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    8. Lieber mischa,

      quod scripsi, scripsi… und dabei bleibe ich auch.
      Aber auf Deinen Gedichtband freue ich mich.

      Herzlich,
      Ingrid

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    9. Der Hinweis auf diesen Band diente - hier - vor allem dazu, anzudeuten, daß ich ein Leben habe, und nicht ein Blogkommentkämpfer und Fäissbuck-Män bin. Wovon das Schreiben nur ein Ausschnitt ist. Werbung machen wollte ich nicht wirklich.

      post scriptum: Ich spielte auf eine Geisel des mittelalterlichen Abendlandes an. Viele, die sich gerade mit dem unheiligen Bernhard, beschäftigt haben, wissen das. Er soll damit diejenigen in die Flucht geschlagen haben, die seinen Predigten in geschlossenen Räumen zu lauschen suchten.
      »Mit der Gotik setzte um 1200 die große Zeit der Mönchsorden ein. In schneller Folge gründeten sich neue Konvente. Ihre Chefs gingen mit gutem Askesebeispiel voran:
      * Franz von Assisi, Gründer des Franziskaner-Ordens, ließ seinen Körper verkommen;
      * Dominikus, Stifter der Dominikaner, peitschte sich bis zur Bewusstlosigkeit;
      * Bernhard von Clairvaux, Führer der Zisterzienser, stank vor lauter Fasten "der Odem so übel, dass niemand um ihn bleiben mochte", wie Luther berichtet.« aus: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42903312.html

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  7. Antworten
    1. Nein, nach den aktuellen Umfragen liegt von Plato allerdings knapp vorne, die ersten Hochrechnungen werden wir ab morgen, 18:00 im TV erfahren (Danach die ewig nervige Elephantenrunde bei RTL und ARD mit Siegern und Verlierern...gähn)

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    2. Ja klar, im ARD (Anthroposophischer Rundfunk Dornach)...

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    3. Ita Wegmann und Elisabeth Vrede wurden rehabilitiert.

      Bodo von Plato und Paul Mackay wurden nicht wieder als Vorstand bestätigt.

      Jetzt beginnt die Suche nach der AfD (Alternative für Dornach)

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    4. Vielen Dank für diese Information!
      Ich hatte das so ziemlich erwartet (und war erstaunt, wie sicher sich andere zu sein schienen, daß die beiden Vorstandsmitglieder bestätigt werden würden).
      Ich bin gespannt, wer als Nachfolger genannt werden wird.
      Gibt es da eigentlich wieder eine Wahl? Oder geht das per Kooption?

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    5. Ich bin sehr überrascht. Allerdings konnte es angesichts der finanziellen Schieflage ja nicht so weiter gehen. Jetzt geht es um eine Neuaufstellung und um Perspektiven. Vermutlich wird der starke Schweizer Landesverband federführend sein und einen Sanierer bestellen.

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    6. Getwittert hat das Goetheanum noch nichts...

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    7. https://www.goetheanum.org/article/generalversammlung-2018/

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    8. Warum waren das nur etwa 940 Stimmen - ist die Anzahl der entscheidungstragenden Anthroposophenschaft so gering?

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    9. Ich nehme mal an, weil nicht allzuviele Anthroposophen aus anderen Ländern (in denen die Zustimmung für Mackay und von Plato, wie im Vorfeld kolportiert wurde, wohl größer gewesen wäre) die weite Reise auf sich genommen haben.
      Überhaupt, da, wie es hieß , "viele Mitglieder Generalversammlungen, wie sie sonst üblich sind, ablehnen" ...

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    10. Bei etwa 45.000 Mitgliedern weltweit gerade mal mickrige 2%.

      Gibt's da keine Briefwahl?

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    11. »Gibt's da keine Briefwahl?«
      Darüber hab ich letzte Woche mit einem Zweigverantwortlichen gesprochen.
      Ich meinte auch, es müßte doch heutzutage sogar möglich sein, die GV per live-stream in die anthroposophischen Zentren der verschiedenen Länder zu übertragen, um dann jeweils „peripher“ abzustimmen und das Ergebnis ins „Zentrum“ nach Dornach zu übermitteln…
      Er meinte, das sei eine gute Idee, die er gern weiterleiten werde…
      Es schien mir fast, als habe noch nie zuvor jemand sich solche Gedanken gemacht.

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    12. "Ich meinte auch, es müßte doch heutzutage sogar möglich sein, die GV per live-stream in die anthroposophischen Zentren der verschiedenen Länder zu übertragen..."

      "GV" ist eigentlich die offizielle Abkürzung für "Geschlechtsverkehr" - das wäre tatsächlich interessant, wie die verschiedenen Arbeitsgruppen mit einer entsprechenden live-stream Übertragung umgehen würden.

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    13. Ja, wir sind hier in DORNACH in der Vergangenheitsaufarbeitung ja auch gerade erst beim Jahr 1935 angelangt - bei der Sache mit den elektrischen Apparaturen müssen Sie sich schon noch etwas gedulden...


      Aber Steiner hat ja auch für seine geistige Nachfolgeschaft Selbsterkenntnis-Hilfestellungen gezaunpfahlt:

      Zwei Unfuge, möchte ich sagen, stehen da allem geistigen Streben der Menschen ungemein nahe. Das erste ist, daß die Menschen alte, uralte Bücher sich kaufen, die nun studieren und die nun höher schätzen als die neuere Wissenschaft. Sie schätzen sie meist nur deshalb höher, weil sie sie nicht verstehen, weil die Sprache wirklich schon nicht mehr verstanden werden kann. Das ist der eine Unfug, daß man immer wieder und wiederum mit dem zum Kauderwelsch gewordenen Inhalt der alten Bücher kommt, wenn man von Geistesforschung reden will. Das andere ist, daß man möglichst den neueren Bestrebungen alte Namen geben will und sie sich damit geheiligt hat. Sehen Sie sich manche Gesellschaften, die sich okkult oder geheim oder sonstwie nennen, an: ihr ganzes Bestreben geht dahin, sich möglichst weit zurückzudatieren, möglichst viel zu erklären über eine legendarische Vergangenheit, in alten Namensgebungen sich zu gefallen. Das ist der zweite Unfug.

      GA 171, Seite 157

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    14. Der Zutritt zur Generalversammlung ist wegen ‘Hackerei‘ (möglichen Hacker-Attacken) nur mit der rosa Mitgliedskarte möglich.

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    15. Ich schätze mal, dass sich das Häckerrisiko durch Passwortoptimierungen reduzieren lässt; beispielsweise, indem man das Generalpasswort von 'Rudolf' (kommt ja jeder drauf) auf 'Albert' ändert.

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    16. Habe mal bei einer größeren, renommierten anthroposophischen Einrichtung (keine beschützende Werkstätte!) per Mail auf eine eklatante Fehlfunktion (Fehlprogrammierung) auf deren Internetseite hingewiesen.

      Die offizielle Antwort:

      'Ja, da wurden wir gehäckt - das passiert ständig!'

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    17. Zugegeben, multiple voting ist unwahrscheinlich, aber es gibt derzeit mehr Zwillinge auf der ganzen Welt.

      https://www.independent.co.uk/news/world/europe/russia-voting-fraud-putin-win-ballots-twins-election-officials-a8268156.html

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    18. Selbst bei Verfälschungen durch 'multiple voting' würde ein erheblich repräsentativeres Ergebnis zustande kommen, als bei einer Wahl durch jene 2% der Wahlberechtigten, welche sich eine 'Pilger-Wa(ll/hl)fahrt' nach Dornach ermöglichen können...

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    19. Es sei denn die 2% sind zufälligerweise repräsentativ für alle.

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    20. Klar, aber dann könnte man auch einfach würfeln oder Gänseblümchen abzupfen (Sie werden rehabilitiert, sie werden nicht rehabilitiert...).
      Könnte zufälligerweise auchbrepräsentativ sein.
      Außerdem geht's ja nicht nur um die beiden hier besprochenen Top-Themen, sondern um viele Abstimmungsinhalte...

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    21. Wie würden die Mitglieder über Putin und Ganser abstimmen? Wir fragen Facebook oder Cambridge Analytica.

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    22. Ja, an diesem Argument kommt man leider noch nicht vorbei!
      Aber dann sollte man doch ein wählendes/wahlberechtigtes Gremium einrichten und nicht an der Lüge(!) von Wahlberechtigten Mitgliedern festhalten.
      Oder soll die Anthroposophische Gesellschaft auch nur eine Inszenierung von Polit-Clowns sein, um die finstere demokratische Kulturepoche zu durchsegeln?

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