Der Liberalismus, die „Vierte Politische Theorie“ und das „christliche Europa“

Diskussionsveranstaltung mit Aleksandr Dugin

Ingrid Haselberger


Am Tag nach dem Vortrag Aleksandr Dugis zum Thema „Ideen für eine Zukunft Europas“ 1) warte ich gespannt, ob ich auch zur Diskussionsveranstaltung (geplantes Thema: Dugins Liberalismuskritik) zugelassen werde. Ich habe die Hoffnung fast schon aufgegeben – doch dann kommt doch noch die mail mit der Bekanntgabe des bis dahin streng geheim gehaltenen Ortes, an dem man sich am Abend versammeln will. Ich habe also tatsächlich die Ehre, auch hier dabeizusein!
Diesmal sind keine Journalisten da, überhaupt viel weniger Menschen, und fast nur Männer – anscheinend bin ich die einzige Frau, die nicht in Begleitung eines Mannes gekommen ist.

Bevor es beginnt, komme ich ins Gespräch mit einigen Teilnehmern. Jemand fragt mich, woher ich komme – offenbar meint er, ich sei die Abgesandte einer Organisation (;-) schon wieder ein „James-Bond-Gefühl“); er scheint überrascht, vielleicht sogar enttäuscht, daß ich ganz allein und aus privatem Interesse hier bin.
Ein sympathischer älterer Herr klärt mich auf:
Es seien Außerirdische, die alles hier auf Erden steuern. Sie sähen zwar aus wie Menschen und lebten auch hier auf der Erde, aber in Wirklichkeit handle es sich dabei um »hohe geistige Wesenheiten.« Als Hellseher könne man sie erkennen...
Ich frage: Können Sie das auch sehen? Ist vielleicht jetzt einer hier, in diesem Raum?
Er: Ich kann das selbst nicht sehen. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, daß Professor Dugin so eine hohe geistige Wesenheit ist.
Auch Donald Trump sei von solchen »hohen geistigen Wesenheiten« eingesetzt, für die Übergangszeit brauche es jetzt gerade jemanden wie ihn; wenn er seine Aufgabe erledigt haben werde, würde er durch jemand anderen ersetzt werden...
Er sei Geopolitik-Berater, sagt der nette Herr. Auf meine Frage, wen er denn berate, antwortet er: Hauptsächlich Konzerne. Ich würde auch Regierungen beraten – aber die wissen entweder schon alles, oder sie wollen es gar nicht wissen...

Nach der kurzen Begrüßung gibt es für mich eine Überraschung: zunächst ergreift nicht Aleksandr Dugin das Wort, sondern der Brite Hugh James – und er hält ein Plädoyer für den klassischen Liberalismus 2).
Das freut mich von Herzen – Dugins Feldzug gegen alles, was mit Liberalismus zu tun hat, ist mir mehr als unbehaglich, und ich bin gespannt, was ein Liberaler in diesem Rahmen hier zu sagen hat:
»Der Herr Dugin ist antiliberal – es ist für mich als gebürtiger Brite sehr schwer zu verstehen, wie jemand antiliberal sein kann.«
Und überzeugend stellt James dar, daß der klassische Liberalismus sich weder gegen Gott noch gegen die Nation richtet:
Sowohl Großbritannien als auch die USA sind Länder mit großem Nationalstolz. Und schon die Präambel der Unabhängigkeitserklärung der USA 3) bezieht sich auf die unveräußerlichen Rechte, mit denen jeder Mensch von seinem Schöpfer beschenkt ist --- diese (gottgegebenen) individuellen Rechte sind es, die dem Staat in einem liberalen System Grenzen setzen (daß das auch wirklich funktioniert, sieht man daran, daß die Gerichte nicht alles zulassen, was die Politik - beispielsweise Donald Trump - will.)
Dem Liberalismus gehe es schlicht um die Handlungsfreiheit des Einzelnen – mit der wichtigen Folge, daß im klassischen Liberalismus jeweils derjenige, der handelt, auch die Konsequenzen seines Handelns zu tragen habe.
Die »goldene Zeit des Liberalismus« sei allerdings 1914 zu Ende gegangen: als klar wurde, daß auf diese Weise weder die Wirtschaftskrise noch den Weltkrieg verhindert werden konnte, versuchte man, politisch zu intervenieren, um die bestmögliche Lösung für die meisten Menschen zu erreichen. Mit dem Interventionismus entstand ein neuer, sozio-demokratischer Gesellschaftsvertrag: der Staat setzte der Handlungsfreiheit des Einzenen Grenzen und gab eine Garantie gegen negative Handlungskonsequenzen (Stichwort: Bankenrettung...).
Und Hugh James erkennt durchaus an, daß die Sozialdemokratie viel Gutes für die Menschen erreicht hat.
Aber 1914 begann noch ein weiterer Strang: Seit dem ersten Weltkrieg dominierten die Angloamerikaner die Welt; unter ihrer Führung wurden internationale Institutionen begründet (James erwähnt das Council on Foreign Relations, den Völkerbund und, nach dem 2. Weltkrieg, die Vereinten Nationen), um die Welt neu zu gestalten... und heute sei man dabei, Schritt für Schritt Nationalstaat, Wohlfahrtsstaat und Demokratie abzuschaffen – und dadurch die Sozialdemokratie ihrer notwendigen Grundlagen zu berauben. 4) Es entstehe eine neue Ebene, die jenseits der demokratischen Kontrolle agiere.
Das gehe einher mit einer Krise der Sprache (»Das habe ich von Prof. Dugin übernommen.«). Wir hätten heute ungenaue, schwammige Begriffe 5), es gebe Sprachverbote, Plattformen wie google und facebook übten Zensur, Realität dürfe nicht mehr dargestellt werden 6) …
»Wenn wir die Kontrolle über unsere Sprache verlieren, dann verlieren wir unsere Identität, da wir die Identität derer annehmen, die unsere Sprache beherrschen und sie uns zuteilen.«
Und Hugh James ist überzeugt: es ist dieser Utopismus, den Aleksandr Dugin eigentlich meint, wenn er den Liberalismus kritisiert.
Die Antwort auf den Abgrund, in den der Utopismus unweigerlich führen müsse, ist für Hugh James der »richtig verstandene klassische Liberalismus«, in dem der Staat zwar Anreize setzen könne, der Impuls für das Handeln aber jeweils aus dem Individuum komme.

Damit steht er in eklatantem Gegensatz zu Aleksandr Dugin, der in seinem Buch Die Vierte Politische Theorie 7) schreibt (S 53ff):
»Liberalismus muß besiegt und vernichtet, das Individuum von seinem Pedestal herabgeholt werden. Könnten wir irgendetwas dem Liberalismus entnehmen - eben diesem hypothetisch besiegten und desorientierten Liberalismus?
Ja. Es ist die Idee der Freiheit […] Die Vierte Theorie soll eine Theorie der absoluten Freiheit sein […] Freiheit ist der größte Wert der Vierten Theorie, denn sie deckt sich mit ihrem Zentrum und ihrem dynamischen, energetischen Kern. Der Unterschied besteht darin, daß diese Freiheit als eine menschliche aufgefasst wird und nicht als Freiheit für das Individuum. Als die vom Ethnozentrismus verliehene Freiheit, die »Daseins«-freiheit, die Kulturfreiheit, die Gesellschaftsfreiheit und die Freiheit zu allen Subjektivitäten - außer der eines Individuums.«

Wie weit diese nicht-individuelle Freiheit geht, zeigt sich, wenn Dugin im folgenden nicht als philosophisch-theoretische Erwägungen anstellender Professor spricht, sondern als Politikberater im Bewußtsein seines Einflusses (man beachte das »wir«!):
»Warum wir Donald Trump geschützt haben, und warum wir mit Steve Bannon gute Beziehungen haben: sie sind so wie wir gegen das, was wir Ultraliberalismus nennen. Wir haben also verschiedene Punkte gemeinsam.«
Und als später ein älterer Herr das Buch Projekt Eurasien erwähnt (wie stolz ist er, daß er es in der russischen Originalsprache gelesen hat...), in dem Dugin das Internet als »на́ша гла́вная служба«, unsere Hauptwaffe, bezeichnet, wird Dugin noch deutlicher:
»Es war Putins Idee, in die amerikanische Wahl zu gehen. Das Internet ist ein Raum, der niemandem gehört. Es war virtuelle Geopolitik, unsere legitime Reaktion auf die Angriffe der Atlantisten. 8) Die USA denken, wir waren da sehr stark – aber ich kenne keine Details.«
Es gibt diesbezüglich für Dugin (und wohl auch für Putin) also keinerlei Unrechtsbewußtsein. 9)
Das ist offenbar die Konsequenz der unbegrenzten Freiheit der Subjekte einer multipolaren Welt nach der Vorstellung Aleksandr Dugins.

Sein Publikum scheint dem einiges abzugewinnen – man steigert sich dabei aber auch in doch (zum Glück) überzogene Erwartungen hinein:
In einem früheren Interview habe Dugin gesagt, die russische Armee könne jederzeit Europa einen Besuch abstatten, so ein jüngerer Zuhörer. Und erwartungsvoll fragt er: »Wann kommen Sie?«
Dugins Antwort ist deutlich: »Das war eine Provokation!« (sein Unterton drückt in etwa aus: Glaubt ihr wirklich, wir werden uns die Mühe geben, eure Probleme für euch zu lösen? So blöd könnt ihr doch nicht sein! Nein. Das müßt ihr schon selber machen...)
Und ich höre den halblauten Zwischenruf: »Wie schade! Damit wäre unser Flüchtlingsproblem auf einen Schlag gelöst...«

Dabei sind alle Menschen im Saal sich offenbar einig: es sei immens wichtig, daß Europa christlich bleibe.
Ich staune: wie bringen sie das unter einen Hut?
Ein Christentum ohne unveräußerliche Menschenrechte, die für alle Menschen gelten, unabhängig davon, in welche „kollektive Identität“ sie hineingeboren sind? Denn mit Dugins Willen, den Liberalismus zu vernichten, geht auch die vehemente Ablehnung der »Ideologie der Menschenrechte« einher, die in der globalisierten Gesellschaft praktisch zum »Zwang« werde... 10)

Denn Dugin wettert – im Saal wie auch schon in seinem Buch – nicht nur gegen den Liberalismus, sondern auch gegen die Globalisierung (S 212):
»Seelisch ist die Globalisierung die Herstellung einer großen Parodie, das Reich des Antichrist. Die Vereinigten Staaten sind das Zentrum dieser Expansion. Amerikanische Werte geben vor, »universale« zu sein. In der Wirklichkeit ist das eine neue Form der ideologischen Aggression gegen die Vielfalt der noch in der übrigen Welt existierenden Kulturen und Traditionen. Ich bin entschieden gegen westliche Werte […] Daher sollten Traditionalisten und die Verfechter traditioneller Prinzipien und Werte dem Westen entgegentreten und den Rest der Welt verteidigen, insofern dieser Rest Zeichen der Erhaltung der Tradition aufweist […]«

Dabei gibt es nur ein Problem (S 89):
»Es sei nebenbei bemerkt, daß gerade aus der liberalen These, der Mensch sei frei, folgt, daß er immer frei ist, »Nein« zu sagen, wem immer er es sagen will. Darin besteht das gefährliche Moment der Freiheitsphilosophie, die unter der Ägide der absoluten Freiheit ihr langsam die Freiheit entzieht, zur Freiheit »Nein« zu sagen. Das westliche liberale Modell sagt: »Wollen Sie uns widerstehen? Bitte, Sie haben das Recht, aber Sie wollen doch nicht Ihre Waschmaschine zurückgeben, oder?« Die Waschmaschine ist das Totschlagargument der Fortschrittsfreunde. Jeder will ja eine Waschmaschine – Schwarze, indigende Völker, Konservative und Orthodoxe.«

Die Waschmaschine scheint also fast so etwas wie ein universaler Wert zu sein...
Aber Aleksandr Dugin will sie offenbar wirklich zurückgeben:
»Entsinnt man sich der Metaphysik der Waschmaschine in ihrem Bezug zu den echten Werten eines philosophischen Systems, dann muß man zu dem Schluß kommen, daß das Leben des Menschen ohne die Waschmaschine möglich ist und vielleicht sogar durchaus glücklich sein könnte.«

Ich versuche zu begreifen, wie man so denken kann wie Dugin (denn daß man so denken kann, ist ja ganz offensichtlich).
Aber es fällt mir schwer – und es gelingt mir nicht, es in Einklang zu bringen mit allem, was ich bisher von unserer europäischen Kultur, vom Christentum und auch von der Anthroposophie verstanden zu haben meine.
Ich denke an Rudolf Steiners Ausspruch: »An Gottesglauben Stelle glaub ich an den freien Menschen!«
Für Aleksandr Dugin aber scheint es keinen freien Einzel-Menschen zu geben; er sieht nur „kollektive Identitäten“ (»Der Mensch ist nur dann Mensch, wenn er eine kollektive Identität hat!«) – die zwar im Sinne einer multipolaren Welt untereinander kooperieren können, in denen der einzelne in sie hineingeborene Mensch aber gewissermaßen gefangen bleibt.
Dugins Vision einer multipolaren Welt setzt die „Reinerhaltung“ unterschiedlicher Kulturen/Ethnien/Zivilisationen voraus – um den Preis, daß der einzelne Mensch nicht frei zwischen ihnen wählen können würde: denn der Liberalismus, die Freiheit des Einzelnen, wäre kein Pol in dieser seiner Welt.


Im Anschluß an die Diskussion (in der es auch noch viel um Geopolitik und „Achsen“ geht) gelingt es mir, Aleksandr Dugin zwei Fragen zu stellen:

War es nicht der Christus, der dazu anleitete, dem Nächsten zu helfen, auch wenn dieser Nächste einer anderen „kollektiven Identität“ angehört? 11)
War es nicht der Christus, der die Menschen überhaupt aus der „kollektiven Identität“, in die sie hineingeboren waren, herausgeführt und ihnen zum Bewußtsein gebracht hat, daß es auch selbstgewählte gemeinsame Identitäten geben kann? 12)

Dugins Antwort (zur ersten Frage sagt er nichts) verblüfft mich: in der Orthodoxen Kirche könne der Mensch nur in die Irre gehen, wenn er den ihm von Gott vorgezeichneten Weg verlasse und es allein versuche. Dazu zitiert er sogar ein Sprichwort (dessen Wortlaut ich leider vergessen habe).

Ich habe mich bisher noch nie näher mit der Orthodoxie befaßt – zu Hause recherchiere ich im Internet und stoße auf das Filioque-Problem. 13)
Wie oft habe ich das gesungen – Credo in Spiritum Sanctum, qui ex Patre Filioque procedit (Ich glaube an den Heiligen Geist, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht) - - -
Im Glaubensbekenntnis der orthodoxen Kirche aber geht der Heilige Geist nicht auch aus dem Menschensohn, sondern ausschließlich aus dem Vatergott hervor. Das Filioque, auf dem, wie Rudolf Steiner sagt, unsere gesamte abendländische Kultur beruht 14) – das gibt es in der orthodoxen Kirche nicht.

Ich habe das Paulus-Wort »Nicht ich, sondern der Christus in mir« immer so verstanden, daß es für jeden einzelnen Menschen die Möglichkeit gibt, zu seinem eigenen inneren „göttlichen Funken“ zu gelangen, zum „Menschensohn“ in seinem Inneren – zu dem, was in der Anthroposophie als das „Ich“ bezeichnet wird.

Michael Eggert hat vor kurzem Karsten Massei zitiert: 15)
»Das Ich ist der Name, den man sich selbst gibt; aber es ist mehr, es ist die Kraft, aus der unsere Individualität hervorgeht, und es ist noch mehr: es ist das Wesen, in dem sich unser höheres Wesen, unser göttliches Selbst äußert. Wir sind unserer Natur nach geistige Wesen, eigentlich Götter. Im Ich, seinem für uns zwiespältigen Wesen, seiner Flüchtigkeit und Macht, offenbart sich unsere göttliche Natur.«
Ja. Und ist dieses göttliche Selbst, das in jedem einzelnen Menschen wohnt, nicht unseres Schutzes wert?
Bereits im Römischen Recht wurde zum Schutz des ungeborenen Kindes ein Curator Ventris bestellt, ein Vertreter der Leibesfrucht, der dafür zu sorgen hatte, daß der Rechtsgrundsatz eingehalten wurde: Nasciturus pro iam nato habetur, quotiens de commodius eius agitur Der Ungeborene wird einem bereits geborenen Kind soweit gleichgestellt, wie es ihm zum Vorteil gereicht. 16)

Die Gleichheit aller Menschen im Rechtsleben, wie Rudolf Steiner sie fordert – und damit die für alle Menschen ohne Ansehung der Person gültigen, unveräußerlichen Grundrechte, auf die sich die westliche Welt geeinigt hat – verstehe ich als einen Schutz für den „Menschensohn“, der im Inneren eines jeden Menschen lebt – auch und gerade, solange er erst in Entwicklung begriffen und gewissermaßen noch ungeboren ist.

Sollte hier etwa der „Fehler im Programm“ liegen, den Aleksandr Dugin sucht?

Wenn es tatsächlich so wäre: diesen „Fehler“ würde ich sehr gerne beibehalten.

- - - - - - -

1) hier habe ich darüber berichtet: https://egoistenblog.blogspot.co.at/2018/04/ideen-fur-eine-zukunft-europas.html

2) hier ein Mitschnitt dieses Referats: https://www.youtube.com/watch?v=ItHF-_COcdw

3) die Präambel der Unabhängigkeitserklärung der USA: https://de.wikipedia.org/wiki/Unabh%C3%A4ngigkeitserkl%C3%A4rung_der_Vereinigten_Staaten#Pr%C3%A4ambel

4) Für Hugh James ruht die Sozialdemokratie auf den Grundvoraussetzungen der Demokratie mit Mehrheits-Wahlrecht (zur Legitimation des Gewaltmonopols, das der Staat benötigt, um die Freiheiten des Einzelnen einzuschränken), des Wohlfahrtsstaates (denn die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit dem „Preis-Leistungsverhältnis“ drückt sich in den Wahlergebnissen aus) – und des Nationalstaates: aus nationaler Solidarität sei der wohlhabende Wiener Unternehmer bereit, den Vorarlberger Bergbauern (oder auch die Pension eines Wirtschaftskammerpräsidenten mit Zweitwohnsitz am Wörthersee) zu subventionieren. Sehr viel weniger Bereitschaft gebe es allerdings bezüglich der Kinderbeihilfe für bulgarische Kinder, oder der Finanzierung von Kriegen in Afghanistan oder sonstwo...


5) Als Beispiel nennt er das Dilemma der Demokratischen Partei im Vor-Wahlkampf der US-Präsidentschaftswahlen: auf der einen Seite Hillary Clinton, die Vertreterin der reichsten 1% des Landes, auf der anderen Seite Bernie Sanders, der Gegner dieser 1%. »Die Partei war total zerspalten – aber alle nannten sich „liberal“.«
Oder: auch wenn auch heute noch der Faschismus als der Prototyp des Antiliberalismus gelte: heute seien es nicht die Faschisten, die uns einschränkten, sondern die Antifaschisten...

6) Hugh James erzählt von einem Mathmatiklehrer, der entlassen wurde, weil er ein Mädchen, das sich selbst für einen Buben hielt, als „Mädchen“ angesprochen hatte. In den Zeitungen sei gestanden, der Lehrer habe sich geweigert, diese in seinen Augen falsche Realität anzuerkennen, weil er ein Christ sei. Er hätte sich aber, so James, auch als Mathematiker weigern können: »Solange wir sagen können, 2+2=4, folgt alles andere daraus. Winston [die Hauptfigur in George Orwells Roman 1984, I.H.] aber wird gezwungen, 2+2=5 nicht nur zu sagen, sondern auch zu denken...«
Siehe dazu auch newspeak (https://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech) und doublethink (https://de.wikipedia.org/wiki/Doppeldenk)

7) Alexander Dugin: Die Vierte Politische Theorie, Verlag Arktos Media, 2013

8) Dugin sieht »zwei Amerika«:
Das »realistische« der Kontinentalisten und Donald Trumps (»Wir sind auf ihrer Seite!«) und das »globalistische« der Atlantisten.
Vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Continentalism
und https://en.wikipedia.org/wiki/Atlanticism

9) Wieder denke ich an sein Buch Die Vierte Politische Theorie:
»Der Prozeß, der tatsächlich einen globalen Charakter besitzt, ist die Umstellung der einst siegreichen Moderne auf die Postmoderne. Es gibt Zentren, Brennpunkte, Orte und Regionen, wo dieser Prozeß logisch und folgerichtig abläuft. Diese sind der Westen, Westeuropa und besonders die Vereinigten Staaten von Amerika, wo eine historische Gelegenheit zur Errichtung der optimalen modernen Gesellschaft nach im westeuropäischen Denken entwickelten Prinzipien unter Laborbedingungen bestanden hat, nämlich das Schaffen auf einem unbeschriebenen Blatt, ohne die Bürde der europäischen Tradition, in einem »leeren« Raum – Indianer hat man bekanntlich nicht als Menschen angesehen. […] Auf diese Weise hat das spezifisch amerikanische System einen idealen Ort für die Verwirklichung eines Maximums an Freiheit angeboten, aber das nur für Weiße und um den Preis eines entschloßenen [sic] Auschlusses [sic] aller anderen. Allerdings sind die Vereinigten Staaten von Amerika die Avantgarde der Freiheit und die treibende Kraft des Übergangs zur Postmoderne.«
Heute gibt es mit dem Internet einen neuen »leeren Raum«.
Und Aleksandr Dugin findet offensichtlich nichts dabei, mit diesem herrenlosen Raum nach Gutdünken zu schalten und zu walten – ähnlich wie damals die Europäer (die dann zu Amerikanern wurden) ohne jedes Unrechtsbewußtsein mit dem bis dahin „wilden“ Westen verfuhren...

10) Ich denke dabei auch an die Kontroverse Caroline Sommerfeld – Claudius Weise über den Geltungsbereich der Unantastbarkeit der Würde des Menschen: http://diedrei.org/tl_files/hefte/2017/Heft11-2017/17-leserforum-DD_1711.pdf

11) vgl. Lukas 10,25-37 – das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, dem Fremden, der einem halb tot auf der Erde Liegenden (an dem ein Priester und ein Levit achtlos vorbeigegangen waren) zu Hilfe kommt, seine Wunden versorgt und ihn auf eigene Kosten in eine Herberge bringt.

12) vgl. Markus 3,31-35:
»Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir.
Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?
Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.«

13) https://de.wikipedia.org/wiki/Filioque

14) »Es hat seine guten Gründe, daß in der damaligen Zeit der Westen jenes «filioque» hinzugefügt hat zum Ausgehen des Heiligen Geistes aus dem Vater, denn alle die Kräfte, die sich im europäischen Westen entwickelt haben, welche die Impulse für die Kultur Europas gegeben haben, hängen damit zusammen.«
(GA 147, S 11)

15) https://egoistenblog.blogspot.co.at/2018/04/was-uns-verbindet.html

16) Dieser Grundsatz hat sich in § 22 des österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches erhalten: »Selbst ungeborne Kinder haben von dem Zeitpuncte ihrer Empfängniß an, einen Anspruch auf den Schutz der Gesetze. In so weit es um ihre und nicht um die Rechte eines Dritten zu thun ist, werden sie als Geborne angesehen«








Kommentare

  1. Ingrid,
    der Hinweis auf das 'Filioque-Problem' ist sehr, sehr essentiell - er liegt auf ganzer Linie mit dem Waschmaschinen-Problem und bietet einen echten Verständnisschlüssel für sonst 'Unverständliches':

    'Der Mensch kann nur in die Irre gehen, wenn er den Gültigkeitsbereich einer Waschmaschine verlässt.'

    Interessant wäre, ob das 'Filioque-Problem' darauf beruht, dass das orthodoxe Prinzip für seinen Einflussbereich tatsächlich das Gültige (weil dort in dieser Weise wirksame) ist, oder aber ob es sich um einen Irrtum oder gar um Mysterienverrat handelt (auf welcher Seite sei dahingestellt).



    Ich glaube, so ticken die wirklich...

    Danke

    S. Birkholz

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    1. Man könnte spekulieren, ob das orthodoxe Christentum eine Verbindungsqualität (oder vielleicht auch Puffer-Qualität) zur Vater-Religion des Islam darstellt..

      S. Birkholz

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    2. Man könnte auch spekulieren, ob die orthodoxe Anthroposophie eine Verbindungsqualität (oder vielleicht auch Puff-Qualität) für Herrn Birkholz zu seinem eigenen Vater-Bild darstellt...

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    3. @Spekulatius Flatuletius Anonymicus

      Meine Eltern hatten mit Anthroposophie noch nie was zu tun,
      womit Deine Spekulationen als reines Resultat Deiner cerebralen Flatulenzen zu bewerten sind.

      S. Birkholz

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    4. @ Stephan,
      "Man könnte spekulieren, ob das orthodoxe Christentum eine Verbindungsqualität (oder vielleicht auch Puffer-Qualität) zur Vater-Religion des Islam darstellt.."
      Das hab ich mich auch gefragt.
      Jedenfalls sieht A. Dugin den Islam durchaus als möglichen Verbündeten. Das heißt: den Schiitischen Islam - logischerweise. Denn das Schisma zwischen Schiiten und Sunniten entstand ja, nach dem Tod Mohammeds, dadurch, daß die Mehrheit (die späteren Sunniten) den Nachfolger des Propheten frei wählen wollten, während eine Minderheit (die späteren Schiiten) nur einen Nachfolger aus Mohammeds Familie akzeptieren wollten - in Ermangelung eines Sohnes: Ali, Mohammeds Vetter und Schwiegersohn.
      Siehe auch hier:
      »Dugin würdigt die orthodoxe Kirche ihres Strebens nach spiritueller Vervollkommnung wegen. Die Römisch-Katholische Kirche demgegenüber strebe nur nach sozialer Integration aller Gläubigen, das Kontemplative bleibt auf der Strecke. Besonders Jesuiten (für den Katholizismus) und Calvinisten (für den Protestantismus) stellen Entartungen dar, die zur Subversion führen müssen. Ebenso unterscheidet Dugin Strömungen im Islam nach traditionaler Kompatibilität: Der schiitische Islam entspricht dem orthodoxen Christentum, die Sunna der katholischen Kirche. Besonders der puritanische Wahabismus mit seiner ritualistischen inhaltsleeren Oberflächlichkeit erinnert an die Calvinisten. Wahabismus nütze nur dem Westen.
      Für das künftige Russische Reich (und später ganz Eurasien) favorisiert Dugin eine „Union der traditionalen eurasischen Konfessionen“: Orthodoxie, Islam, Buddhismus, (antizionistisches) Judentum und Schamanismus. Mit dieser konfessionellen Phalanx als Widerstand der Gläubigen soll der Endkampf gegen Säkularisierung, Globalismus und neuartige Sekten gewonnen werden.«


      Gute Nacht!
      Ingrid

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  2. Herzlichen Dank, liebe Ingrid

    Denn ich habe ja bereits in einem vorigen Post - wo ich, ähm, "in dem" heißt es in "welchem"? - nee, das ist Sprache im zur kurzem Frack... bleibe ich doch beim ordinären "wo" oder heißt es beim ordinäre-m-? .. naja, ich kommentiere immer rasch und schnell, da stammelte ich etwas vom

    Mythos und vom Logos, und daß ich, fast im Sinne des Zitates von Hermann Kurzke von der Uni Mainz nie kapiert habe, was der Logos ist, aber immer gut verstanden habe, was ein Mythos ist, eben wegen dem Prinzip der Wiederholbarkeit. Dugin behauptete nun in einem seiner Vortrag in äääh, schlechtes Do itsch ääääh usw. ein Logos stünde hinter dem ... ich sage mal "Narrativ" einer jeweiligen Kultur, und sowohl die heidnische Epoche, als auch dann später die orthodoxe Ära (Byzanznachfolge, gerade nach 1453, als die bzantinische Kirche Zuflucht bei den Rus-Großfürsten suchte, Moskau, Twer, auch in Großnowgorod, was eigentlich keine Monarchie war, egal) hätten den Russen gut getan, weil die Russen auch innert der Orthodoxie ihrem Logos treu geblieben wären... So hatte ich Dugin, zwischen seinen vielen ääähs und Artikulationsmühen verstanden.

    Jetzt habe ich drei Begriffe: Logos und Mythos, und den erst in neuerer Zeit verwendeten Begriff "Narrativ". Im Narrativ kann man viele Konnotate unterbringen: Ausrede, Anlaß um einen gerechten Krieg zu führen, Rechtfertigung, aber auch die vereinende Erzählung einer kollektiven Heldenphantasie, Image, Selbstdarstellung.... alles etwas, was konkret konstruiert, angefertigt (Waschmaschine) wird. Aus Versatzstücken? Mit einem Mythos ist es bereits schwieriger, weil hier "Resonanzen" erspürt werden, die aus Vergleichen herrühren, wo eins für das andere steht, die Geschichte sich aus Beobachtungen zusammenfügt, als wachse sie in unserer Phantasie, einer Melodie gleich, wo die Schöpfer erkennen "oh, das paßt", und weniger "das paßt - mir/ uns - gut!"...

    Ich zitiere nochmal Kurzke:
    "Der Mythos vergegenwärtigt ein Urgeschehen. Einst hat
    irgendein Kain wirklich seinen Bruder Abel erschlagen. Die
    mythische Erzählung von Kain und Abel, die aus diesem Urgeschehen
    allmählich entstand, bietet in der Folgezeit das Paradigma,
    das für alle ähnlich gelagerten Fälle als Modell dient. Wer
    immer seinen Bruder erschlägt, vergegenwärtigt die Urtat
    Kains. Weil Esau seinen Bruder Jaakob, der ihn um den Segen
    betrogen hat, töten will, nennt der Erzähler ihr Verhältnis »d ie
    Wiederkehr und das Gegenwärtigwerden - die zeitlose Gegenwärtigkcit
    - des Verhältnisses von Kain zu Abel; und in diesem
    war Esau nun einmal Kain« " S.24
    aus Kurzke, Hermann: "Mondwanderungen". Mainz. 1993

    Das ist ja kein interpretationserheischendes Narrativ, da liegen konkrete menschliche Problematiken vor. Ein Narrativ zielt auf Stigma-Bewältigung ab, und auf Imagestärkung. Ein Mythos ist eine Geschichte, die Geschehnisse zu begreifen sucht, die immer wiederkehren. Wenn Kritiker vor einem - Rückfall - in den Mythos sprechen, werden sie vermutlich auf die Argumente zusteuern, die ich für das "Narrativ" verwandte, versuchend, es vom Mythos abzugrenzen. Vielleicht ist ein Narrativ eine Vorstellung, und auch eine verinnerlichte Konvention, und ein Mythos eher ein Nach - und Vorspüren, denn die Bilder der Geschichte lassen eine vielfältige Resonanz zu, die manche manchmal "Tiefe" nennen.

    Wenn Dugin von einem Logos spricht, grenzt er diesem vom Mythos ab? Meint er, daß es einen Logos braucht, um erst entsprechende Mythen daraus hervorgehen zu lassen?

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    1. Im mythischen Bewußtsein bin ich Kain, wenn ich "meinen Bruder" erschlage! Wenn mir ein Mensch entgegentritt, um mir etwas mit Gewalt zu verneinen, wessen ich im Leben dringend bedarf, ist er "der Saturn" - nur in diesem Augenblick! - der die Endlichkeit meiner Existenz bestimmt, die folgende Krankheit zum Tode - ist eine weitere Metamorphose, "der Saturn" ist gegenwärtig, im Dieb, im Gesetzgeber, in der Krankheit zum Tode. Wenn in Indien ein Liebespaar heiratet, ist der Mann Ram, und die Frau Sita. Sie machen nicht auf Ram, auf Sita. Wenn beide ein Paar sind, in diesen Minuten, Stunden, sind sie es wirklich: Ram und Sita.

      Es heißt in der Bekreuzigungsformel der Orthodoxie "Im Namen des Vaters, des Heiligen Geistes und des Sohnes"? Oder gilt das nur für das Glaubensbekenntnis?

      Nun, ich hatte einen Lehrer, der sagte: "Wenn wir wissen, daß das Wasser nicht nur Sinnbild des Heiligen Geistes ist, sondern der Geist des Lebendigen in seiner reinsten irdischen Metamorphosis, dann jagen wir es nicht in Turbinen, um Strom daraus zu machen, beziehungsweise nur unter äußerster Überwindung!"

      Es ging dazu am Rande stets, wie sollte es in meiner grün-alternativen Generationengruppe ;-) denn anders sein (Zeitgestalt der zwischen 1956 und 1970 Geborenen) anders sein, um Heidegger ("Technik und das Gestell"), um Romano Guardini ("Briefe vom Comer See")
      https://www.amazon.de/Die-Technik-Mensch-Romano-Guardini/dp/3786709092


      "So, wie ein Stein, der in den Teich plumst, Wellen der Unruhe über die Oberfläche schickt, die am Rande wieder umkehren, und von der Mitte aus erneut sich wenden, so verzeitlicht sich Schicksal in der Welt über dem Urgrund göttlicher Ruhe. Und wir werden die Götter, wenn sie uns anrühren, und in ihrem Wirken durch uns hindurchgehen." so könnte man über die Gestalten der Mythologie denken.

      Mein Lehrer, der mir sagte, daß das Wasser nicht bloß ein Sinnbild des Heiligen Geistes sei, bezog sich auf die Formel des "Filioque" und es ärgere ihn, daß dieser Sündenfall geschehen sei, der die tiefere Ursache für die Entfremdung des Menschen von der Schöpfung sei.

      Denn er führte den Gedanken weiter und tiefer aus: Wie aber soll die Schöpfung je wieder in Ordnung kommen, und sich selber heilen, so, wie auch eine Wunde heilt, wenn wir sie in Ruhe lassen, wenn nun nach der Zerstörung und dem Verbrauch der Schöpfung durch den Menschen, der in all den Mythengestalten nur noch Sinnbilder sieht auch noch ein Naturschutz vom Menschen auf die Schöpfung losgelassen wird, in dem all das, wovon wir Menschen längst gar nicht wissen, daß wir es zerstört haben, wieder "in Ordnung" geregelt werden soll, nach irgendwelchen Mustern von ephemeren wissenschaftlichen Konventionen, wo sich der Logos gegen den Mythos stellt.

      Da habe ich nicht "Hurra, jawoll! So aber isset!" geschrien, Auch nicht abgelehnt, nicht zugestimmt. All das empfand ich als töricht, weil es mir tief gedacht scheint, bis heute, sondern ich nahm es an, und sann ein Leben lang immer wieder darüber nach. (Und jetzt sehe ich, unerfreulicherweise im Ringen mit den Schwarzen Reitern des Infokrieges dieses "Filioque" - natürlich bei den Egoisten - an die Oberfläche kommen. Woanders kann ich mir das auch nicht vorstellen, darüber zu denken. In Dornach etwa?)

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    2. Nun aber wird das ja spannend, denn, es kam zu einem leisen Bruch, als andere Schüler dieses Lehrers mir zum Vorwurf machten, daß ich mich vor einer Mitfahrt im Auto schon "wie von selbst" anschnallte. Wer oben mit mir mitgedacht hat, für den ist längst klar, was jetzt kommt! :-)) ... "Was hat die Gurtpflicht mit Menschenrechten zu tun?" fragte der Glasperlenspieler-Meister!

      "Wer sich anschnallt, der schlägt seinem Schutzengel mitten ins Gesicht. Er erkennt nicht an, daß Gott und der Heilige Geist allein ihn in seine Erlösbarkeit führen können, er erkennt keine Schöpfung an, sondern spielt der luziferischen Anmaßung durch den Logos in die Hände, daß allein der Mensch sich von all seinen Metamorphosen des Sündenfalls erlösen könne! Die Schäden, die sich durch die Verzeitlichung in Gottes unschuldiger Schöpfung vollzogen haben, kann der Mensch nicht gutmachen! Das kann nur Gott!"

      Ich wurde quasi 'nausgschmissen! Weil Schüler auch immer ein wenig weniger orginell sind, als die immerhin genialen Lehrer! Wenn der Lehrer spielerisch, wohlgemerkt, die Gurtpflicht und den Umweltschutz anzweifelte, machten die Schüler halt daraus einen Mobb... nun gut, es gab andere Unvereinbarkeiten, mein "Gurtreflex" war nur ein wíllkommener Anlaß...

      Für mich aber wieder ein Grund, vertieft weiterzumeditieren! Das ist nicht "logisch", schreit jetzt das Gscheiterle: "Das Auto ist doch selber schon ein Sündenfall, da kann man sich doch auch anschnallen, jetzt, wo alles zu spät ist!"

      Mit ein wenig Codex Machismo "Was ich spucke, lecke ich nicht!" läßt sich das ganze nämlich verstehen, es geht um Ehre, und darum, zu seinen Sünden und zum Verbrechen aufrichtig zu stehen, damit uns Gott auch greifen und erlösen kann! "Wer die Sünde begeht, und Auto fährt, ist ein ehrloser Feigling, ein Weichei, wenn er sich dann, sich seiner Schuld bewußt, auch noch anschnallt! Weil er ja weiß, daß er schon ab 50 km/h verspielt haben kann, wenn es verkehrstechnisch kracht und knallt. Wer dann stirbt, der hat Anstand! Wer aber mit Airbags und Gurten und Helmen da zu hantieren anfängt, der ist ein rechter Esel!"

      Und, jetzt begreift man auch das Anzweifeln der Waschmaschine, dem Kühlschrank, den Sanitär-Einrichtungen ein bißchen, wohin der Wink weisen will...

      Es ist eh menschlich, sich zurückzuziehen hinter "es war alles nur symbolisch gemeint!", und dem, wenn es einem dann wieder kampftechnisch etwas besser geht, invasivemn"das mein ich keineswegs sinnbildlich!" Was nun? Logisch folgenrichtig, und frei aller Widersprüche? Wie oft mir das in Diskussionen auf den Zeiger geht: "Du widersprichst Dir!" .. als wäre der Mensch und die Welt nicht voll der notwendigen Widersprüche..

      Wo war ich? Nun kann man sich denken, daß es vom Zweifeln am Naturschutz nur ein Schritt sein kann zum Zweifeln "an der Anmaßung der Eliten" sich einzubilden, zu wissen, was Menschenrechte sind. Auch da kann man in Teilen ja mitgehen, wenn es konstruktiv bleibt.

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    3. Aber, ähnlich wie beim Fluchen der Mutigen und Beherzten auf das Anschnallen derer, die sich im Straßenverkehr aus ihrem von Gott vorgegebenen Unfallrisiko schleichen wollen, gleitet das in destruktive Bahnen ab.

      Interessanterweise begegnen sich hier "Logosfeindlichkeit" und wirtschaftlicher Liberalismus, weil beide nämlich behaupten, "Gott" regele alles - wenn der Mensch den Heiligen Geist - in Ruhe läßt, wobei im wirtschaftlichen Liberalismus "Der Markt" die Metamorphosis des für den Einzelmenschen und den Wissenschaftler ewig unergründlichen Heiligen Geistes ist, der Geist, der nur durch uns für eine Weile hindurchgeht, und dessen vgorübergehende (wie auch ein Job rasch vergehn kann) und vergängliche Werkzeuge mir sein müssen, wenn sich Gottes Wille zum Segen des Ganzen vollziehen soll...

      In all diesen Gedanken ist eine verlockende Tiefe für den einen, eine deprimierende Abgründigkeit für den anderen.

      Der Begriff der Schuld wird beim Mißbrauch solcher Tiefe im Nachsinnen enorm relativiert. Denn auch Schuld ist etwas sehr Metaphysisches, ein fehlgeleitetes Geistiges, was der Mensch nicht bewältigen.. kann? .. nicht darf! "Nur Gott kann vergeben!" Es geht hier nicht gleich um die Legitimation von Rache (Welche Art von Justiz wollen wir?), es geht um die Nachlässige Einstellung zur Selbsterziehung.

      "Sklaverei, insofern sie in der Natur der sündigen Menschengestalt liegt, ist von Gott möglicherweise gewollt, und Teil des geheimen Schöpfungsplans." "Abtreibung ist auch sowas wie Anschnallen." "Verbietet Kondome und Antibabypille, Aids kommt von Gott und dient der Reinigung", "Kriege reinigen die Völker und metaphysische Erbsünden können jetzt abgetragen werden", "Völkermord ist ein Mittel der Wahl, wenn von Gott legitimierte Herrscher sie vollziehen."

      Jeder wird sagen: Was wirres Zeug. Wenn man aber die "Filioque"- Kritik stur "anwendet", dann wird dem Menschen "der Geist" abgesprochen, was wahrscheinlich bedeutet: Eine Einsicht in das Schicksal und in die Dinge an sich kann der Mensch nicht realisieren, und damit sind all seine Initiativen sinnlos und bedeutungslos. "Es ist alles egal" -weil es alles "es kommt, wie es kommen muß"? Auch das Verbot des Öffnens von Leichen wurde auf ähnliche Weise immer wieder tabuisiert. Machtpolitik wird interessanterweise nie wirklich angezweifelt, aber jedes Erkenntnismühen, was immer nur Einzelne realisieren können, um sich dann als Menschheitsfamilie darin neu zu finden.

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    4. Lieber Mischa,

      »Wenn man aber die "Filioque"- Kritik stur "anwendet", dann wird dem Menschen "der Geist" abgesprochen,«
      Ja - so sehe ich das auch.
      Deshalb schrieb ich ja zum Schluß: falls das Filioque der Fehler sein sollte, den Dugin sucht, dann würde ich diesen „Fehler“ gern behalten.

      Das ist interessant, was Du von Deinem Lehrer, und von den Schülern Deines Lehrers und der Gurtenpflicht erzählst:
      »"Wer sich anschnallt, der schlägt seinem Schutzengel mitten ins Gesicht. Er erkennt nicht an, daß Gott und der Heilige Geist allein ihn in seine Erlösbarkeit führen können, er erkennt keine Schöpfung an, sondern spielt der luziferischen Anmaßung durch den Logos in die Hände, daß allein der Mensch sich von all seinen Metamorphosen des Sündenfalls erlösen könne!«

      Wenn ich an Lukas 4,9-13 denke:
      »Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich zu behüten; und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, / damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
      Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.
      Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.«

      — dann finde ich umgekehrt: Wer sich nicht anschnallt, erliegt der luziferischen Versuchung, indem er Gott (bzw seinen Schutzengel) auf die Probe stellt...

      Gute Nacht!

      Ingrid

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    7. @ Stephan:
      Deine beiden Kommentare sind wohl in den falschen thread gerutscht...

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    8. Naja, man könnte streiten, wieviel Engel auf eine Nadelspitze gehn.
      "Wer verantwortungsbewußt lebt, kriegt weder ungewollte Kinder, noch Aids, wer vorsichtig fährt, braucht weder Helm noch Gurt, weil er ohne diese Überversicherungen zudem aufmerksamer ist usw."
      Auch könnte man sich fragen, was all das Bergsteigen, Freeclimben, Fallschirmspringen soll, und ob Risiko immer eine Versuchung des Christus, bzw. des Schutzengels ist.
      Früher sagten auch katholische Priester: Schickt Gott ein Häslein, schickt er auch ein Gräslein. Denn auch Schwangerschaften sind Risiko.
      Es geht ja darum, wer bestimmt, was ein legitimes Risiko ist, und was als Anmaßung das Maß der Bestimmung überschreitet.
      Nicht nur die katholische Kirche sagt bis heute, daß der einzelne Mensch nicht sich selbst gehört, sondern der Gemeinschaft, der Gesellschaft. Darum sollen wir ja heiraten, wenn wir lieben. Weil dann alle mit im Bett liegen, der Staat, das Finanzamt, die Familien, Tanten und alle Anverwandten, die Kirche, usw. Wir sind geprägt durch unsere Sozialisation, und die Gesellschaft ist mit dabei, wenn ich ohne Seil in der Felswand krabbele.
      Diese Dinge interessieren en detail im Soziologiestudium, oder auch im Proseminar, wenn man Jura studiert...
      Jeder, der dazu ein eigenes Gespür entwickelt, wird hier mitlesen, weil er oder sie noch am Leben sind.
      Eine Frage des Gleichgewichts.

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  4. Es gibt heute kaum echte liberalen mehr. Liberal zu sein heist meistens eine neue Dogmatismus. Kann man überall sehen.

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    1. @ Benő:
      Ist das nicht so ziemlich die Position von Hugh James? Er sagt ja, die goldene Zeit des Liberalismus sei 1914 zu Ende gegangen; heute seien es nicht die Faschisten, sondern die Antifaschisten, die uns einschränkten; und er wünscht sich für die Zukunft einen »richtig verstandenen klassischen Liberalismus«.

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    2. Ich kenne Hugh James nicht, wer ist er?

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    3. Auch ich kenne Hugh James nur von dieser Diskussionsveranstaltung. Hier (ab min 0.56) ein Mitschnitt seines Referates. Im Bild sitzt er links, in der Mitte Dugin, rechts der Veranstalter Thomas Bachheimer. In der Video-Unterschrift wird er nicht Hugh, sondern John James genannt, in der Begrüßung aber redete man ihn mit Hugh an (vgl den Reim zur Wortübergabe: »Hugh, bitte --- to you, Hugh«).

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    4. "heute seien es nicht die Faschisten, sondern die Antifaschisten, die uns einschränkten".

      Ohne im Mindesten den Antifaschismus verurteilen und im Umkehrschluss dem Faschismus das Wort reden zu wollen, da ist ungeheuer viel Wahres dran.

      Weil der Faschismus die persönliche Freiheit gewaltig einschränkte, heute in seiner wirklichen historisch wirksam gewesenen klassischen Definition, Bedeutung und Ausprägung aber keine wirkliche Rolle mehr spielt, während sich heute ganz offensichtlich im Namen eines als reine Zwangs-Bekenntnisideologie verstandenen Antifaschismus neue autoritäre den Liberalismus gefährdende Systeme und Denkrichtungen breitmachen.

      Heute erleben wir, wie der Begriff des Antifaschismus, dessen an sich schon selbstverständliche Verinnerlichung - sei es wegen historischer Erfahrungen wie auch wegen der für jeden Menschen mit freiheitlicher Grundeinstellung selbstverständlichen Geisteshaltung - zwangsweise zur Autorität und Zwang generierenden Maxime mit fast schon religiösem Bekenntnis-Charakter erhoben wird.
      Mit einer (eigentlich sinnfrei) zum politischen Schlagwort erhobenen, im Grunde aber selbstverständlichen Geisteshaltung eines jeden vernünftigen Menschen, werden heute neue autoritäre Hierarchien geschaffen und Zwänge ausgeübt.
      In dem Sinn, dass es möglich wird, jede Absurdität im Geistigen wie im Politischen damit zu rechtfertigen.

      Mit anderen Worten, der Antifaschismus ist heute faschistisch geworden.
      Oder auch, er war nur solange wirklich gut, als er der reinen Befreiung diente.

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    5. Wir brauchen endlich mehr gemischte Bierzelte, in den freizügiger getrunken werden darf, bevor es in Geisterbahnen oder auf die Achterbahn geht. Die Faschisten und Antifaschisten waren alles Analcharaktere, die einen Stock verschluckt haben. Diogenes lag voller Wonne hinterm Vorhängelchen von seiner Schlummertonne, er hauste stets im leeren Faß, wir habens zuvor ausgesüffelt, wir hatten großen Spass, nur die Füße, eiderdaus, die guckten aus dem Faß noch raus, drum wurde seine Füße naß, aber Schuhgröße 56 ist auch krass,
      ... wie könnten die Verse weitergehn? Einfach googlen und eine Woche auf dem Ock Toberfest gewonnen. Toben, ockten und saufen, und die Faschierten und Antifaschierten brummen lassen
      Heil und Segen

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    6. Sind wir hier in der sächsischen AfD- Versammlung gelandet oder im Salzburger Bierzelt, wenn alle schon im Koma liegen? Oder hat da jemand in Syrien zu viel vernebelte Luft eingeatmet? "Heute erleben wir, wie der Begriff des Antifaschismus, dessen an sich schon selbstverständliche Verinnerlichung - sei es wegen historischer Erfahrungen wie auch wegen der für jeden Menschen mit freiheitlicher Grundeinstellung selbstverständlichen Geisteshaltung - zwangsweise zur Autorität und Zwang generierenden Maxime mit fast schon religiösem Bekenntnis-Charakter erhoben wird.
      Mit einer (eigentlich sinnfrei) zum politischen Schlagwort erhobenen, im Grunde aber selbstverständlichen Geisteshaltung eines jeden vernünftigen Menschen, werden heute neue autoritäre Hierarchien geschaffen und Zwänge ausgeübt.
      In dem Sinn, dass es möglich wird, jede Absurdität im Geistigen wie im Politischen damit zu rechtfertigen."

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    7. @ Michael Eggert,

      Sie dürften mich gründlich missverstanden haben.

      Nix da mit AfD und Bierzelten!!!!!
      Dagegen verwehre ich mich strikt.
      Das wäre schon wieder eine erneute völlig ungerechtfertigte Verortung nach rechts.
      Mehr als deutlich hatte ich doch geschrieben, dass eine antifaschistische Geisteshaltung meiner Meinung nach für jeden vernünftigen Menschen eine Selbstverständlichkeit darstellt.

      Ich möchte lediglich zum Ausdruck bringen, dass jede Instrumentalisiseriung des Antifaschismus im Sinne einer Zwangs-Bekenntnisreligion, wo in der Folge dann Grundsätze und Aktionen die genauso gut einem "faschistisch" Hintergrund entspringen könnten, als "Antifaschismus" zusammengefasst, auf diese Weise gerechtfertigt und damit sozusagen gesellschaftsfähig gemacht werden. Obwohl diese vom Wesen her "faschistisch" und gegen die menschliche Freiheit gerichtet sind.
      Was soll bitte daran verwerflich oder rechtslastig sein?

      Ich gehe mal davon aus, dass Sie meinen Beitrag nur oberflächlich gelesen haben und deshalb in der Beurteilung des Gesagten wieder in die übliche klischeehafte, rechtslastig schubladisierende Denkweise verfallen sind.

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    8. Na, da hat Ingrid ja wieder was losgetreten...es nimmt einfach kein Ende mit dieser eindeutigen Uneindeutigkeit und Schwammigkeit...und man konnte ja die Uhr danach stellen: Eine Einladung mit einem schön zubereiteten, lauwarmen Wellness-Tummelbecken für Rudirallala und CoKG, Assadfreunde und andere Zwielichte.. ...

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    9. Unser Bier, gebraut nach jahrhündertealtem teutschen Reinheitsgebot möcht ich mir nicht faschiert oder antifaschiert oder großkariert und kleinkariert reden lassen. Eine feine zünftige Saalschlacht, wo der geschmissene Humpen ein Gottesurteil erfliegt, untermalt mit schöner Blasmusik, da ist weder was linksvölkisch noch rechtsvölkisches am Hut, sondern a Gambsbart. Fingerhakln, Jodelgesang und eine ordentliche Tracht Prügel für die Gscherten ist ein traditionelles Gut, frei von Ideologie, wie aa gute Bachforellen. Die Faschierten und Antigscherten wollens uns gsunden Lait immer bloß ihre Kranknkassn adrehn, dabei hats der Hofer scho dem Napolium gzeigt, wos haamgeht! Na gut, der Adolf vons Schicklhubers, der is uns halt auskommen. Was is a Tummelbecken? Nacktkultur, FKK? Pfui!

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    10. joa mei, soa sinds halt die Joadler...und der Wind trägst doann scho fort...

      "Nun gut", sproach der Herr, loassens Soalschloacht moal Soalschloacht sei...

      Ade...

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    11. Holocaustleugnerin Haverbek endlich im Knast:

      https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_83734560/leugnete-den-holocaust-89-jaehrige-ursula-haverbeck-verhaftet.html

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    12. "Uneindeutigkeit und Schwammigkeit"

      Diese sind durch die heutigen  Erweiterungen der  Begriffsdefinitionen bedingt.
      Sagen wir so, eindeutig bin ich dort Antifaschist, wo es um Distanzierung vom Nazifaschismus mit  allen seinen perversen Standpunkten und Verbrechen geht. 
      Nicht eindeutig Antifaschist bin ich gegenüber der Ideologie von sog. "Antifaschisten", in deren Namen heute Menschen und Regierungen wahllos   als rechts bzw. böse bezeichnet werden,  Angriffskriege geführt und gerechtfertigt werden bis hin zur Inkaufnahme von Risiken weltweiter kriegerischer Auseinandersetzungen mit allen unabsehbaren negativen Folgen. Genau das waren die Markenzeichen des Nazifaschismus.  Das hat selbstredend mit wirklichem Antifaschismus, Liberalismus und Friedensliebe  nichts mehr zu tun.
      Das ist der faschistisch gewordene "Antifaschismus" unserer Tage, den fast niemand realisiert und von dem sich abzuwenden eben keinesfalls bedeutet Faschist zu sein!

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    13. Auuuu...m...m...m...joadilie...

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    14. noch net soooo goanz,noa...
      Ah geh, wos net poast moachmer poassend...un der Assad, ha, der gut Bub, der hot noch oa frei Stell in sei Fabriken...

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    15. Mein Anliegen war und ist es, darzustellen, daß wir nicht in einer schwarz-weißen, sondern in einer sehr bunten Welt leben, und daß "echte Liberale" auf der einen und Traditionalisten vom Schlag eines Aleksandr Dugin auf der anderen Seite zwar Berührungspunkte haben (vor allem in Bezug auf ihre Kritik an derzeitigen westlichen demokratischen Systemen) --- daß sie sich aber dennoch insgesamt in diametral entgegengesetzte Richtungen bewegen.
      Ich habe nämlich den Eindruck, daß das nicht allen "echten Liberalen" vollkommen klar ist.
      :-) Und wohl auch nicht allen, die Kritik üben an meiner (denn ich beziehe diesen anonymen Vorwurf auf mich) eindeutigen Uneindeutigkeit und Schwammigkeit ...

      Gute Nacht!
      Ingrid

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    16. Ich finde diese wertvollen und informativen Beiträge gar nicht schwammig, Ingrid. Sondern das ganze Thema ist ein komplexer Schwamm, in den wir durch genaues Hinsehen und Abspüren Ordnung hineinbringen können. Es kann nicht angehen, daß alle, die gegenüber Dugin mindestens Mißtrauen hegen, dumm für die Hintergründe bleiben, die er politisch bedienen will, um daraus eine gedankenvolle Legitimation herzuleiten, die in Zukunft die Novizen studieren müssen, um in die Nomenklatura des Eurasischen Imperiums aufgenommen zu werden, nachdem sie zuvor erwählt und für ... genug befunden worden sind.

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    17. gel, und dann küammt des arm Tirolersche ins Spiel mit sei hübsch Schwamml ... Ha ha, doa weischt noher net a mol mehr: Bischt nu a Männlei oder Weiblei? oder nur komplett daibbisch...

      Oooder.....ja... bischt am End nu selbst a Nazi?? - nur weil's gege Nazis bischt und des dei Lebe lang schon??
      Oah, verzwockt des Ding...

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    18. Der Begriff "Antifaschismus" hat heutzutage den schalen Beigeschmack von Billigkeit und Modeerscheinung bekommen:

      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kampf-gegen-rechts-ein-volk-von-antifaschisten-13429214.html

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    19. Es ist langweilig, bloß weil man keinen Grips hat, bloß bißchen Bewußtheit über Organfunktionen und Brieftasche, irgendwelches permanische Geschwätz über Naziecke und Fasching und Antifaschiertes und Mode hü oder hott aufzuführen. Brauchen Sie Geld? Sind Sie krank im Portmonnaie? Haben ihnen vermehrungsfreudige Islamisten und verlogene Antifaschisten das Erbe streitig gemacht? Brauchen Sie einen Anwalt? Die Adresse einer Spielbank? Rauschgift? Alkoholika? Lacoste T-Shirts und Goldene Uhren für bißchen Schwarzmarkt in der Fußgängezone? Eine von Rudolf Steiner handsignierte Ausgabe von "Mein Kampf"? Oder eine von Adolf Hitler handsignierte Beatles-Schallplatte? Römische Münzen? Oder die Adressen von Edelprostituierten? Oder die Nummer einer Inkassofirma? Vielleicht gehen Sie auch mal etwas spazieren!
      Aber bitte merken: Wenn Sie jemanden anquatschen oder sich ein Eis kaufen: Bitte nicht denken, man wolle Sie in die Naziecke stecken, wenn Sie nicht gleich jemand bedient. Oder die Mädchen sich wegsetzen. Lassen Sie mal Ihre Zähne untersuchen, nehmen Sie ab, und ziehen sich bißchen sexy an....

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    20. Wir haben nur unsere Pflicht getan auf dem Balkan. Mich haben fremde Menschen in Rassen immer schon interessiert. Ausserdem waren das die piffkes, die uns gezwungen haben fremde Länder zu erobern. Mein aber spoass hoats trotzdem gemacht. Und des mit suedtirol des schafft die Firma Strache Kurz schon no. Servus Euer Kurt aus dem jenseits

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    21. Danke, Mischa. Ich freue mich, daß Du mit solchen Beiträgen etwas anfangen kannst.
      Ja, es ist ein sehr komplexer Schwamm, und es braucht sicher noch sehr viel mehr als nur meine Gedanken zu den Vorträgen einzelner „Mitspieler“.
      Zumal mir gestern ein Rußlandexperte sagte, daß Dugin in Rußland kaum Einfluß habe, schon gar nicht auf Putin, er sei „ein Verrückter“, eine - und das finde ich besonders interessant - „westliche Ente“.
      Dennoch ist Dugins Einfluß auf rechte Gruppen in Europa nicht zu leugnen. Umso wichtiger, finde ich, sich mit seinen Theorien zu beschäftigen.

      Was es meiner Ansicht nach nicht braucht, das sind automatische Gruppen-Zuordnungen von Menschen, die nicht in allen Punkten die eigene Meinung teilen.
      @ Jodelkaiser und Jenseitskommunizierer: :-) klingt für mich eher nach Schwäbisch.

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    22. Ei Kurt, oalter Wehrmoachtshaudegen! Hast dei Kamaloka fertisch? Dei SA-Mapp liägt immer noch doa in Wien...du wollts ja net zugeben, Schwammerl drüber...Hoast hernach ja noch soooo a gut Läben gehoabt mit dei Lüg, Mord und dei Rassehass...isch gönnst dir joa...Verhoarmlose wolln wirs oaber net gel?..ah geh..bischt a Wienerl Bub, a goaaaanz Guder...so wie der Adolf mit sei Autoboahn...

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    23. Du i hab mei Pferd ins Kamloka geschickt und der liabi Gott hoat nix gmerkt. Hihihi..........

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    24. Und dann wär da ja noch die Frau hinterm Manne, da in Syria...hm, was macht die eigentlich so den ganzen 'lieben' Tag? Achso, auf Instagram posten und glotzen, klar...

      https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_83739364/freunde-sagen-asma-al-assad-verdraengt-graeueltaten-ihres-mannes.html

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    25. "Frau hinterm Manne"

      Der "Mann vor der Frau" mag kein Demokrat nach westlichem Vorbild sein, aber er regiert nicht allein und das syrische Regierungssystem weist weitaus mehr demokratische Elemente auf als dasjenige vieler vom Westen hofierter Nachbarstaaten.

      Das Recht eines souveränen Staates sich gegen aus dem Ausland angeführte und nicht von der UNO abgesegnete Angriffe zu verteidigen besteht laut UN-Charta unabhängig von der Regierungsform des sich verteidigenden Staates.

      Die "Information", dass Assad, ich meine er als Person oder ausdrücklich auf seinen Befehl, gezielt Kinder umbringt, hat ungefähr dieselbe Qualität wie die seinerzeit als Lüge entlarvte Nachricht, Saddam Husseins Soldaten hätten in Kuwait City Babys aus ihren Brutkästen gerissen.

      Ob es richtig ist, dass die sog. "Kollateralschäden" - so grausam das Wort auch klingen mag - die in jedem Krieg von allen beteiligten Seiten verursacht werden - von Seiten des Westens in Abhängigkeit von der jeweiligen Regierungsform immer nur einer einzigen Seite angekreidet werden, denkt anscheinend niemand mehr nach.

      Ich meine jedenfalls, dass bei so viel Einseitigkeit in unserer Berichterstattung, sich jedenfalls die ca. 2 Mio. Toten der durch die USA "demokratisch" angeführten, völkerrechtswidrigen, z.T. auf eklatanten Lügen aufgebauten Kriege im Nahen und mittleren Osten, sich im Grabe umdrehen.

      Eventuelle Vorwürfe ein "Assad-Fan" zu sein, weise ich präventiv zurück!

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    26. Ah geh, des Schwammerl do wieder mit voar däem Manne...woas soagst...bischt joa a guat Bub aus der Fabriken, aus der Küechen...

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    27. Was für einen Blödsinn Herr Anonymous, sprechen Sie doch mal mit Flüchtlingen aus Syrien speziell mit kurdischen Syrern. Als ob die Amerikaner für jeden umgefallenen Korb Linsen im Nahen Osten verantwortlich sind. Wurden die russischen Bombenangriffe auf Allepo von der UN abgesegnet? nein spielt ja auch keine Rolle mehr was Russen und Iraner in Ihrem tapferen Kampf gegen Israel und Amerika und den liberalen Westen an sich treiben in Syrien und Libanon. Russland hat ja wohl weislich den Internationalen gerichtshof verlassen vor zwei Jahren.
      Eventuelle Vorwürfe ein "Amerika-Fan" zu sein, weise ich präventiv zurück!
      https://www.zeit.de/politik/ausland/2016-11/russland-wendet-sich-vom-internationalen-strafgerichtshof-ab
      Sie hören sich an wie ein Abziehbildchen des Stay Behind Forschers.
      magash+
      hf

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    28. Lieber Finkelsteen,

      ich habe mit syrischen Flüchtlingen gesprochen, zwar nicht mit kurdischen, das ist eine Sondersituation, wo zu deren Unglück die Türkei und tlw. auch der Westen ihre Finger im Spiel haben, aber sehr wohl mit arabisch-syrischen Flüchtlingen.
      Sowohl außerhalb von Syrien als auch in Syrien, wo ich mit einigen aus D zurückgekehrten Flüchtlingen zusammentraf. Ich meine zu wissen, wovon ich spreche.

      Die syrischen Flüchtlinge im Ausland sind zu 95% aus den von Islamisten besetzten Gebieten geflohen, und zwar nicht "vor" Assad, d.h. sie flohen nicht aus dem von der Assad-Regierung beherrschten Gebiet. Sie sind geflohen, zum Teil aus wirtschaftlichen Gründen, also weil ihre Häuser und Lebensperspektiven zerstört waren, z.T. auch vor den Islamisten selbst.

      Wovon bemerkenswerter Weise niemand spricht, ist die Tatsache, dass es heute im Assad-Gebiet ca. 5 Mio Binnenflüchtlinge gibt, allesamt von den Islamisten-Gebieten hin "zu" Assad geflüchtet, eine schier unglaubliche Leistung für einen Staat und deren Bewohner mit diesen fertig zu werden.
      Ich habe mir vor Ort ein Bild gemacht, und die Hochhäuser mit eigenen Augen gesehen, die dort für diese Binnenflüchtlinge - mag sein mit russischer Hilfe - (während des Krieges) hochgezogen wurden.

      Nix für ungut.

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    29. Wir warten noch auf Bilder, Rudi...sonst glaub ich dir kein Wort, was allerdings auch schon bei Bildern eine Herausforderung wäre bei deinem verschwörerischen und einseitigen Antiwestkurs...Aber hier lässt sich gut leben und Vereinseitigen in einer westlichen Demokratie mit Aldi und Bioladen, gel? Leute wie du könnten doch auch ebensogut nach Russland ziehen oder nach Syrien, warum denn nicht in seine wahre, auch politische Heimat gehen?...aber Rückfahrschein nicht vergessen, könnte Atemnot geben...

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    30. @ Anonym:
      »Wir warten noch auf Bilder, Rudi...sonst glaub ich dir kein Wort...«

      Siehe hier.

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  5. @Ingrid

    Auch wenn's für Dich schäbisch klingen mag (für mich als gebürtiger Schwabe klingt' s nicht so), von mir ist jedenfalls keiner der ano- bzw. pseudonymen Jen- oder Diesseitsbeiträge...

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    1. @ Stephan: hab ich auch nicht angenommen. Ich wußte gar nicht, daß Du aus dem Schwabenlande stammst.

      »(für mich als gebürtiger Schwabe klingt' s nicht so)«
      Das glaub ich gern --- aber eben: der Jodelkaiser scheint das Österreichische bzw Südtirolerische ähnlich „gut“ zu kennen wie ich das Schwäbische...

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    2. :-) Du meinst also, nicht Schwäbisch, sondern Appenzellerisch? Aber sacht ma in der Schweiz wirklich „fertisch“?

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    3. Liebe Ingrid
      Nachdem, was ich so aus meinen nur sporadischen Recherchen weiß, ist Rußland wieder ein dermaßen heißes Pflaster, daß die Frage "who is who" auch gleich mitten auf einem kochenden mörderischen Maskenball gestellt werden kann. Sogar Menschen mit kritischer und liberaler Gesinnung (nicht neo-liberal), die sich versuchen, zu informieren, aufzuklären, haben keinen Überblick mehr. Wäre ich ein Ganove, würde ich über meine Compagnons nur schlecht reden, "Taugenichtse, eingebildete Hoppelhasen, eitle Weicheier!" damit ich etwas mehr Luft habe. Ich glaube, etwas diabolisches Mutmaßen und kriminalistiscvhes Einfühlungsvermögen sind da von Vorteil. Eben, weil Rußland so vielbödig unüberschaubar, verlarvt und in allerlei Garne eingesponnen ist, daß auch Experten mit ihrem Lot keinen Boden finden mögen...
      Und vielleicht sind viele eifersüchtig auf seine Creativität, seine Bewanderung in der Mythologie, in der Byzantinistik und der slawschen Geschichte und der europäischen Philosophie, er ist ja schon ein Freak, eine quasiwestlicher Bohemian, der auf intellektuellen Rasputin, auf Starez macht. In der Esoszene sind die einflußreichsten Gurus immer zu finden, in dem man den giftigen und triefenden Spuren der üblen Nachreden folgt. Viel Feind, viel Ehr ... "westliche Ente!" grrrr....

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    4. Liebe Ingrid
      Danke für diesen Artikel, der die Spaltung Europas sehr gut wiederspiegelt. Was diese WANNA BE ÖSTERREICHER wahrscheinlich verbindet, dass alle mal beim Oberuferer Weihnachtsspiel mitgemacht haben und denken sie könnten ÖSTERREICHERISCH ohne dass man es merkt.
      Herzlichst Herrmann

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    5. Lieber Mischa,
      »"westliche Ente!" grrrr…. «
      Ah nein - ich nehme das ernst.
      Der erwähnte Rußlandexperte, mit dem ich gestern kurz sprach (im Anschluß an ein öffentliches ORF-Interview, dsa im Juni ausgestrahlt wird), ist Gerhard Mangott.
      Ich verstand sein »Dugin ist eine westliche Ente« so, daß der Westen Dugin als Berater und Stichwortgeber Putins hochstilisiere, obwohl Putin sich in Wirklichkeit überhaupt nicht nach ihm richtet.
      Und wenn ich an die beiden Abende Ende Jänner denke, wie er hofiert wurde (es war kein Ende der Dankbarkeit für den Herrn Professor, der sich gewissermaßen in die Höhle des Löwen gewagt hatte, um die ehrfürchtig an seinen Lippen Hängenden an seiner Weisheit teilhaben zu lassen) — dann kann ich mir gut vorstellen, daß Dugin, der sich in Rußland nicht genug ernstgenommen fühlt, eben in den Westen ausweicht, um zu schauen, ob er hier eine Anhängerschar um sich sammeln kann…
      Insofern finde ich es weiterhin wichtig, sich seine Ideologie anzuschauen, die ja stark auf europäischen Autoren fußt: Oswald Spengler, Ernst Jünger, Carl Schmitt, Martin Heidegger, Julius Evola, Alain de Benoist, um nur einige zu nennen.

      Auch wenn es stimmen sollte, daß Dugins Einfluß auf Putin im Westen weit überschätzt wird: Mangott malte ein ziemlich tristes Bild für die Zukunft. Auf die Frage, ob er einen Lösungsansatz sehe, eine Hoffnung, daß der neue „Kalte Krieg“ zwischen Rußland und dem Westen wieder beendet werden könnte, antwortete er mit Nein. Zu unterschiedlich seien das westliche und das russische Narrativ, zu verhärtet stünden die Fronten einander gegenüber, und es sei derzeit keine Persönlichkeit in Sicht, die hier erfolgversprechend etwas zusammenführen könnte…

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    6. Lieber Hermann,
      ah, die Oberuferer Spiele! Das wäre freilich eine Erklärung...
      :-)
      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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  6. Laut Dugins Konkurrent Surkow, in einem rezenten Artikel, sei Russland eine gemischte Kultur (‘Einsamkeit einer Halbblut nach 2014‘, Одиночество полукровки (14+)). Es sei keine wirklich dritte Zivilisation, sondern eine geteilte.
    "Russland ging vier Jahrhunderte nach Osten und vier Jahrhunderte nach Westen. Weder hier noch dort schlug es Wurzeln. Beide Wege sind wir gegangen. Jetzt wird eine Ideologie des dritten Weges gebraucht, eines dritten Zivilisationstypus, einer dritten Welt, eines dritten Rom …"
    https://www.rferl.org/a/putin-adviser-surkov-says-russia-abandoning-hopes-integrating-with-west-loneliness-isolation-/29155700.html

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