Bobby: Die Stunde der Geier

Geier warten auf ihr Totenmahl
Ein Kommentator, er nennt sich Florian Geier, zu Michaels Eggerts Beitrag "Die russische Meta- Mafia und ihre globalen Netzwerke":

"…Eggert reitet voll auf der Atlantikbrücken political correctness. Der ist entweder völlig verblendet oder wird dafür bezahlt, sowas zu schreiben. Voll im Sinne der Reeducation und Mind control (Gehirnwäsche)…"

Geier haben schon immer ein besonderes Vergnügen daran entwickelt, auf den letzten Resten verstorbener Menschlichkeit herumzupicken. Sie warten voller Sehnsucht auf ihr Totenmahl. Ein schauriges Schauspiel der absurden Propagandasprüche und amerika - feindlichen Verschwörungsspinnereien, das hier im Blog kommentarlos und widerspruchslos hingenommen wird.

Das gilt aber auch für die propagandistische Machenschaften und ganz "persönliche Aktionen" des Ultra-Querfrontlers "Karl M." der hier werkelt hinter den Pseudonymen der ehrenwerten Herrschaften "Anonym" und "Rudolf", die "die anthroposophische Szene seit Jahren mit Querfront-Material überziehen", so Michael Eggert in seinem Kommentar zu Rudolfs "Meine ganz persönliche "Aktion Syrien"". Die Hintergründe des Syrientrips Herr Rudolfs wurden im Kommentarbereich des Artikels offengelegt und zeigen seine Verbindungen zu den dunkelsten Netzwerken der Putin- Mafia. Auch im Zusammenhang seines aktuellen Kommentares an dieser Stelle gibt der Sowjet- "gebügelte" Netzwerker "Anonym/Rudolf/Karl M." mal wieder eine Kostprobe seiner bösartigen Verdrehungen und Verzerrungen des russischen Sprachkanons.

Nicht nur durch die Propaganda-Aktionen von Herr Rudolf wird eine Bühne des Putin-Appeasements bereitet. Ein Podium der Verharmlosung, Relativierung und Verschleierung gibt es auch für die Identitären der Neuen Rechten 1). Besonders auffällig sind hier die unkritische und merkwürdig einfühlsame, milde Darstellung des Milieus dieses Personenkreises (Caroline Sommerfeld, Martin Semlitsch, der Neo-Faschismus von Alexander Dugin). Der Anspruch lautet: Man solle, notabene unter Hinweis auf Rudolf Steiner-Zitate, ausgehend von einer angeblich vorhandenen Ansichtstreue der Beobachtung ihrer erlebten Wirklichkeit der Propaganda, ohne negative "Vorurteile" auf Augenhöhe "mit Rechten reden". Die daraus abgeleitete inhaltliche Gleichberechtigung der Sichtweisen offensichtlich neurechter "Wahrheitsfindung", dürfte absurder kaum vorstellbar sein. Die Identitären der neuen Rechten wollen kein Mitreden, sondern die Sprache der autoritären Erlösungsangebote (Martin Sellner). Nicht der Stehplatz im Salon, sondern die Beendigung der Party (Götz Kubitschek). Ihre politischen Gegner werden als "Läuse" bezeichnet (Martin Semlitsch).


Ähnlich sieht es der Historiker Volker Weiß  in seinem sehr aufschlussreichen Aufsatz "Debatte oder Protest: Wie weiter gegen rechts?" und stellt der Sinn solcher Diskussionen nicht nur ausdrücklich in Frage, sondern geht weit darüber hinaus und warnt eindringlich vor den Propagandaschlachten mit den Menschenverächter:

"Mit Rechten reden"… man müsse sie nur an bestimmte diskursive Regeln gewöhnen, im gepflegten bürgerlichen Diskurs ließe sich schließlich noch jeder Dissens normalisieren um sie zu stellen und ihre Positionen argumentativ zu entkräften… 

…Das aber ist eine fatale Fehleinschätzung, denn das intellektuelle Zentrum der Neuen Rechten, das Milieu des von Kubitschek geleiteten Antaios-Verlages, hat gar kein Interesse an einer Annäherung durch inhaltliche Auseinandersetzung, sondern verachtet die Debatte grundsätzlich: "Die Diskussion ist die Visitenkarte, mit der der Tod reist, wenn er inkognito geht"… Rechten durch den Nachweis ihrer Unlogik beizukommen, läuft ins Leere, da sie nicht an einer kohärenten Argumentation interessiert sind… Jede Aufnahme einer Debatte durch diese Rechte ist somit rein instrumenteller Natur. In der Antaios-Zeitschrift "Sezession" ist nachzulesen, wie sehr man sich historisch den Verfechtern der Diktatur verpflichtet fühlt. Statt der Debatte und des Austauschs von Argumenten pflegt man einen autoritären Kult um "Tat und Entscheidung",… das Bürgertum  als "diskutierende Klasse", die schleunigst zum Schweigen gebracht werden müsse. Schon Carl Schmitt formulierte in eben diesem Geiste während der Weimarer Krisenjahre die staatsrechtlichen Grundlagen für die Diktatur. Ziel beider war das Ende der Debatte. Für diese Denkschule ist "das ewige Gespräch" der Liberalen eine Vorstellung von "grausamer Komik". Daher hat Schmitt in der "Politischen Theologie" den Diskurs als das eigentlich zu Überwindende bestimmt. Was dagegen "die gegenrevolutionäre Staatsphilosophie auszeichnet", schreibt Schmitt, sei "das Bewusstsein, dass die Zeit eine Entscheidung verlangt"…

…"In den jüngst bekannt gewordenen Richtlinien des Troll-Netzwerkes "Reconquista Germanica" ist zu lesen: Es "geht nicht darum, wer Recht hat, sondern wer vom Publikum Recht erhält." Erlaubt ist in der Anonymität alles: Persönliche Beleidigungen, Lügen, gefälschte Pornographie, Drohungen gegen die Familie. Diese aggressive Strategie folgt dem Vorbild der US-amerikanischen Altright, zu der man im Hause Antaios gute Kontakte pflegt. Zum Netzwerk von "Reconquista Germanica" zählt auch der Antaios-Autor Martin Sellner. Der Österreicher hat die Anleitungen von "Reconquista Germanica" selbst empfohlen. Er ist ein enger Mitstreiter Kubitscheks und Kopf der "Identitären", der seine politischen Lehrjahre in der harten Neonazi-Szene absolvierte…"

…Gewachsen ist diese Neue Rechte, die in erheblichem Umfang noch immer die alte ist, somit weniger an ihren Gegnern als an deren Gesprächsangeboten, die sie erst zu akzeptablen Partnern machten. Gewachsen ist sie auch an den unzähligen Reportern, die zu Kubitscheks "Rittergut" Schnellroda pilgerten und sich fasziniert den Ziegenstall zeigen ließen…"

(Auszugsweise aus: »Blätter für deutsche und internationale Politik« 6/2018, Seite 41-44)
https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2018/juni/debatte-oder-protest-wie-weiter-gegen-rechts

Volker Weiß setzt Maßstäbe in der Forschung zur Geschichte und Gegenwart der extremen Rechten- nicht nur in Deutschland. Zuletzt in seiner Schrift "Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes" zeigt er die brisante Entwicklung des neuen rechten Denkens schonungslos auf.

Verschwörungsideologien und Verschwörungsmythen der extremistischen Machart finden sich mittlerweile täglich auch im Umfeld eines sich als anthroposophisch bezeichnende Bürgertums. Vier Verschwörungsideologen hatten auf Einladung vom Paracelsus-Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft in Basel in März dieses Jahres die Welt als ein von geheimen Mächten gesteuertes Marionettentheater erklärt. Für Daniele Ganser, Elias Davidsson, Thomas Meyer und Ken Jebsen von KenFM werden Terroranschläge von Geheimdiensten organisiert, lügen die Medien und ist alles anders als es scheint. In der Schweizer Tagespresse heißt es dazu: Verschwörungstheoretiker kapern die anthroposophische Bewegung. Von anthroposophischer Seite blieb eine Klarstellung aus.

Nach Meinung der Basler Verschwörungsmystiker kann heute, seit der Ermordung vor beinahe 60 Jahren des UNO-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld, kein bedeutender und integrer Politiker mehr gefunden werden. Bis auf einem natürlich, in Russland, "der ja sehr dämonisiert ist heute." Putin-Versteher Thomas Meyer, seine Zuneigung für den Mythos des Zaren im Kreml, mitsamt seiner Verbrecher-Banden der Blutsauger der russischen Mafia, scheint bedingungslos zu sein. Die okkulte Gefangenschaft  des Perseus-Verlegers führt zu den seltsamsten Blüten scheinesoterischen Glaubens, Verdrehungen und Lügen. Thomas Meyer, das Musterbeispiel schlechthin eines vom Kreml "gebügelten" Anthroposophen. Der Irrglauben seiner Sektenanhänger, dazu gehören auch die Mitvortragenden der Basler Veranstaltung, scheint ebenso bedingungslos zu sein.

Mit etwas Verspätung gab es nun, nach dieser Tagung der Baseler Verschwörungsideologen, unter Beteiligung der Zeitschrift Info3, ein Treffen von einigen Vertretern der anthroposophischen Bewegung, die mit ihren individuellen Stellungnahmen das Verbreiten von Verschwörungsgedanken nicht unwidersprochen lassen wollten:

"…Im anthroposophischen Umfeld begegne ich immer wieder Vertretern der krudesten Ideologien: Holocaustleugnung, Theorien der Verschwörung durch Juden, Jesuiten, Bilderberger oder Freimaurer, spirituell verbrämte Deutschtümelei… Gemeinsamer Nenner solchen Denkens ist die faszinierte Fixierung auf "das Böse" und sein Wirken in der Welt sowie die Auffassung des Weltgeschehens als einem von einer kleinen Gruppe manipulierten Marionettentheater. Und dies ausgerechnet im Kontext der Anthroposophie, die wesentlich der Entwicklung des freien Individuums und des selbstständigen Denkens gewidmet ist!…  Für die verbohrten bis fanatischen Vertreter solch unsauberen, unredlichen und unanständigen Denkens und ihre suggestiven Methoden schäme ich mich vor der Welt. Mit diesen "terribles simplificateurs" will ich nichts zu tun haben. 

(Dr. David Marc Hoffmann, Rudolf Steiner Archiv)

"…Verschwörungstheoretische Weltbilder aber wirken sich verheerend aus, weil sie die fatalistische Grundstimmung verbreiten: Ich bin das blinde Opfer von okkulten Strippenziehern, nichts ist, wie es scheint, aber wenn ich das erst einmal durchschaut habe, passt plötzlich alles wunderbar einfach zusammen… Ein apokalyptisches Grundgruseln, das die Komplexität der Welt auf die Machenschaften verborgener Mächte reduziert.
(Henning Kullak-Ublick, Vorstand im Bund der Freien Waldorfschulen)

"Indes erstaunt es – und erstaunt dann auch wieder nicht –, dass es im Umkreis der anthroposophischen Bewegung eine überraschend große Zahl an Interessenten gibt, die unkritisch die neuesten verschwörungsideologischen Versatzstücke aufnehmen und dann im Gestus des arrivierten Besserwissers weitergeben… Und einmal ehrlich: Warum soll man sich denn auch der Mühe des abwägend-diskursiven Denkens unterziehen, wenn es so verlockende Angebote gibt, die dazu verhelfen, alte Feindbilder zu nähren, die ein simples Schwarz-Weiß-Denken befördern und die einem dann noch wirklich große Männer wie Herrn Putin präsentieren, der als friedliebender Europäer hingestellt wird?"
(Prof. Dr. Volker Frielingsdorf, Historiker, Alanus Hochschule)

"Was im 20. Jahrhundert die Ideologie war, das ist heute die „Stimmung“. Aus einer erstaunlich konstanten Gefühlslage wird über die Welt gedacht, empfunden und gehandelt – an die Stelle von Frage und Zweifel tritt etwas Absolutes: die empörte Grundstimmung."
(Wolfgang Held, Goetheanum)

Der Anthroposophie geht es um die Überwindung dieses einengenden Materialismus. Sie steht für einen mehrdimensionalen, holistisch-phänomenologischen Ansatz und schließt monokausale Erklärungsmuster aus. Demgegenüber bieten Verschwörungstheorien in grober Vereinfachung Welterklärungsangebote, die mit simplen Polarisierungen arbeiten und zudem oft spirituell aufgeladen sind. Anstelle eines materialistischen Reduktionismus tritt ein spiritualistischer Reduktionismus.
(Prof. Dr. Jost Schieren, Alanus Hochschule)

"Leider greifen manche Anthroposophen aber auch Vorstellungen einer von hintergründigen Strippenziehern geprägten Welt leichtfertig auf und beteiligen sich am Streuen von Gerüchten über einen gezielten „Bevölkerungsaustausch“ oder geheimdienstliche Attentate. Solche Verschwörungstheorien vergiften das soziale Klima und bieten neo-autoritärem Populismus jeglicher Spielart einen Nährboden… Anthroposophische Plattformen wie das Online-Medium "Ein Nachrichtenblatt" oder das Magazin "Der Europäer" verbreiten (nicht selten verbunden mit neo-nationalistischen Einschlägen) Misstrauen anstelle differenzierter Kritik und schüren Manipulierungs-Ängste anstelle des Vertrauens in die rechtsstaatlichen Strukturen demokratischer Gesellschaften."
(Dr. Jens Heisterkamp, Zeitschrift Info3)…"

Zitatauszüge aus folgenden Quellen:
https://www.info3-magazin.de/die-offene-anthroposophie-und-ihre-gegner-eine-stellungnahme/
https://www.info3-magazin.de/die-offene-anthroposophie-und-ihre-gegner/

Überfällige Stellungnahmen sind es, es geht dabei mit Sicherheit auch um den Druck der Öffentlichkeit und dadurch indirekt um die Weiterexistenz anthroposophischer Institutionen, die durch die krudesten Ideologien aus dem eigenen Umfeld gefährdet sein dürften. Hoffnungsvoll stimmen aber die sehr erfreulich deutlichen und unmissverständlichen Positionierungen der zitierten Verantwortungsträger anthroposophischen Wirkens. Erfahrungstatsache bleibt aber: Die Rache des geballten anthroposophischen Wutbürgertums an "denen da oben" wird nicht lange auf sich warten lassen. Es stellt sich die Frage, was sich durchsetzt; ob die Vertreter der anthroposophischen Bewegung im Umkreis der Zeitschrift Info3 das Stehvermögen haben werden, die Stürme der Entrüstung auszuhalten, und/oder ob sie Opfer der Zensur der eigenen Anhängerschaft sein werden, die durchaus im Einklang gesehen werden kann mit den Identitären der Neuen Rechten. Sie beinhaltet die Verachtung und Eliminierung der Diskussion, wenn sie abweicht von den Dogmen der eigenen Weltanschauung von der Ungleichwertigkeit von Menschengruppen. Im Sinne einer Orbanisierung und Putinisierung der Gesellschaft, vor allem aber im Sinne des Exits eines freien Geisteslebens. Auch hier gilt:

"Die Diskussion ist die Visitenkarte, mit der der Tod reist, wenn er inkognito geht".

Die Geier werden sich mit Wonne darüber hermachen.


Abschließend noch einen Kommentar der "Geierschen Art":

"Die GLS-Bank ist längst nicht mehr antroposophisch, und ihr Vorstand setzt sich aus Freimaurern und Jesuiten der schlimmsten Art zusammen. Einer der Vorstände ist gerade aus dem Vorstand der allgemeinen antroposophischen Gesellschaft geflogen. Wer weiß, ob die nicht auch bei den pädophilen Satanisten mitmachen? Würd mich nicht wundern…"

Der Kommentator Geier spricht wohl für sich und scheint so seine eigene, einschlägige Erfahrungen zu haben mit Freimaurern, Jesuiten und pädophilen Satanisten. Paul Mackay, bis 2012 Aufsichtsratsvorsitzender der GLS-Bank, dürfte aber das Zielobjekt seiner satanischen Verschwörungs-Einflüsterungen sein. Aber er hat recht, am 24. März 2018 stimmte die Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, nein, es sollte korrekterweise gesagt werden, das populistische Stimmvieh des Ganser- und Meyer-affinen Online-Mediums "Ein Nachrichtenblatt", in einer Karikatur eines demokratischen Wahlverfahrens, darüber ab, dass das Vorstandsamt von Mackay am Goetheanum nicht um sieben weitere Jahre verlängert werden sollte.

Obiger Kommentar erfolgte zum Artikel "GLS-Bank kündigt AfD-naher Erasmus-Stiftung das Konto – steckt die asozialistische "taz" dahinter?" Veröffentlicht bei "Journalistenwatch", eine populistische Webseite selbsternannter Vorkämpfer für eine stramm rechte Political Correctness, dazu eine einflussreiche Plattform der Neuen Rechten, am tiefbraunen rechtsäußeren Rand des Internets im Dunstkreis der AfD. Webseite, Artikel, Kommentar und Kommentator sprechen für sich und sind eine passende Illustration zum Inhalt meiner Ausführungen. Geier ist, nach eigener Angabe, Bauer. Demeter-Landwirt, wohl zu verstehen.

Bio aus brauner Erde? Nein danke!


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1) Anmerkung der Redaktion (I.H.):
Zu dem Vorwurf, hier werde »ein Podium der Verharmlosung, Relativierung und Verschleierung […] für die Identitären der Neuen Rechten« geboten, verweisen wir auf diese Replik: https://egoistenblog.blogspot.com/2018/07/verweigerung-der-gesprachsverweigerung.html

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