Lieber anthroposophischer Staatsratsvorsitzender! Seid wehrhaft, anthroposophische Genossen!

Bildquelle (Screenshot vom Dresdner Brief)
Lieber anthroposophischer Staatsratsvorsitzender. Anbei ein Anschreiben aus unserem sozialistischen Zweig, das Dich, Genosse, auf verdächtige Umtriebe in unserer Kolchose aufmerksam machen soll. Besonders begründen müssen wir das Verhalten der anti- sozialistischen Subjekte wohl nicht mehr- aus ihren Worten allein kann die Kollaboration mit dem Staatsfeind erkennbar werden. Wir bitten um geeignete Maßnahmen vonseiten der Staatssicherheit, zumindest aber vorausschauende Entfernung der Subjekte aus publizistischen Organen, um dem Staatsfeind keine Plattform zu bieten. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass wir dem sozialistischen Bruderbund von Anfang an treu dienen und der sowjetischen Doktrin stets den Arsch geküsst haben. In diesem Sinne. Glückauf, Genosse. Die anti- anthroposophischen Subjekte sind enttarnt, beschattet und gemeldet. Nun wird es aufwärts gehen, der Mitgliederschwund, der schleichende Schwachsinn und die bevorstehende Pleite sind abgewendet. Es lebe die anthroposophische Denunziation! (1)

So die Assoziationen zu einem Schreiben des anthroposophischen Zweiges Dresden aus dem November 2019, gerichtet an den Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft zu Dornach, in dem diese Goetheanisten schon im ersten Satz von einem „besondere(n) Kunstgriff ahrimanischer Geistigkeit“ (1) schwadronieren, der darin bestünde, „Nebel zu verbreiten“ (1), um „bestimmte einmal gesetzte Impulse“ (1) letztlich doch durchzusetzen. Das ist offenbar die perfide Strategie des Volksfeinds, der sich im Untergrund, verborgen und verschleiert, daran macht, sein zerstörerisches Werk zu vollenden, während der treue sozialistische, schlichte, ideologisch treue Dresdner Anthroposoph und Spiritualist diesem Treiben nur atemlos zuschauen kann. Brave Helfer und Zeugen werden im Schreiben aufgerufen, um zu bezeugen, wie sehr die ahrimanisch inspirierten Professoren Zander und Clement das Werk, die Liturgie, die Ordnung des Doktor Steiners gefährden, verzerren und besudeln.

Als die braven Dresdner das einmal erkannt hatten (es hatte offenbar ein Weilchen gedauert, bis es ihnen dämmerte), war es „wie ein böses Erwachen“. Nun werden gegen diese „Gegnerschaft zur Anthroposophie“ endlich Maßnahmen gefordert. Köpfe sollen rollen! Das Stasi- Gefängnis in Lichtenberg soll wieder eröffnet werden! Denn jetzt ist der Endkampf da, es geht nun darum, „Gegnerimpulse innerhalb der anthroposophischen Gesellschaft durchzusetzen und zu installieren“. Entlasst die Schierens und Klünkers! Ersetzt sie durch ideologisch gefestigte Genossen und Genossinnen. Die Staatssicherheit sollte sich dieser Fälle annehmen. Und dann, nachdem das Aufräumen im Vorstand selbst ja schon erfolgreich voran geschritten ist, werden wir verhindern, dass das „Vertrauen in das Goetheanum (immer mehr) verloren geht“ und die „Mitgliederzahlen weiter schrumpfen“. Wenn der Schießbefehl einmal gilt, wird keiner mehr über die Mauer wollen! Steht zusammen, Genossen! Seid wehrhaft! Der Maitreya wird kommen! Mit anthroposophischem Gruße! (Hackenzusammengeschlagen).

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