Eklat auf der Generalversammlung & neue anthroposophische Schimpfwörter

Ein kurzer Blick auf die Egoisten- Stammseite zeigt, dass die anthroposophische Gesellschaft alles, aber kein stiller Ort der Sammlung und des Rückzug ist; schließlich hat es die diesjährige Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft mittels eines Putschversuchs gegenüber dem Vorstand ordentlich durchgeschüttelt. Vorwürfe entspringen der desolaten finanziellen Situation des Goetheanums und der Gesellschaft einerseits und der behaupteten Oberflächlichkeit und Beliebigkeit andererseits. "Spiritueller Dienstleister" ist das neu geschaffene Schimpfwort, das offenbar dem Vokabular eines Sebastian Gronbach entspringt. So weit hat er es immerhin geschafft. Wer nun da im Einzelnen sein Misstrauen ausgedrückt hat, ist allerdings ein anderes Kapitel. Mit dem ehemaligen dm- Chef Werner prescht da jemand nach vorne, der ausgerechnet eine Stigmatisierte als Galionsfigur vor sich hinschiebt.

Während japanische Anthroposophen das "Ergebenheitsgebet" Rudolf Steiners als spirituelle Grundsteinlegung nach den jüngsten Katastrophen praktizieren, Tom Mellett dieses ins Englische übersetzt hat (auch zu Händen von Sebastian Gronbach, der danach bei Facebook gefragt hat), macht ein Schweizer Anthroposoph darauf aufmerksam, dass es dieses Gebet gar nicht gibt, sondern dass einfach Textfragmente Steiners zusammen gesetzt worden sind.
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Der komplette Antrag auf der Jahrestagung ist hier nachzulesen.

Kommentare

  1. Die Anthroposophen und Dornach haben die Probleme und die gewaltigen Schwierigkeiten. Auch die Japaner haben sie sehr viel im Moment. Alle leiden daran. Ein Unterschied gibt es. Eine unglaubliche Polarität zwischen den schimpfenden Menschen in Bezug auf die Dornach-Krise und den Japanern in der AKW-Krise kommt im Artikel auf der Egoisten Stammseite zum Ausdruck.

    Ob man mit den sich und die anderen verletzenden starken Urteilen ohne die klaren Begründungen auf die anderen Menschen losgeht oder ob man die realen Schwierigkeiten als eine stille Gelegenheit für die eigene spirituelle Prüfung ansehen will.

    Junko Althaus

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  2. das mit dem kommentieren auf der egoisten stammseite habe ich nicht hinbekommen. habe den text geschrieben, dann auf fb geklickt, mich eingeloggt und? nix passiert. was ich bei dem ergebenheitsgebet nicht verstanden habe: hat tom die übersetzung schon, will er sie machen? wollte er eine haben?

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  3. Barbara, ich versuche gerade ein neue Kommentarsystem bei den alten Egoisten einzubauen. Keine Ahnung, wie das klappt. Wo es nun da wieder bei Facebook hakt, weiss ich nicht. Der Facebook- Login wird aber von den Lesern auch schlecht angenommen. Da besteht bei den Lesern meiner Seiten eine gewisse Antipathie gegenüber FB. Zugleich versuche ich, den Blogger- Blog bei den alten Egoisten zu integrieren- also allerlei technische Experimente. Um es mal platt zu sagen: Die alten Egoisten haben im Durchschnitt, obwohl in den letzten Monaten wenig gepflegt, immer noch 6mal mehr Leser als diese Bloggerseite hier. Wenn ich die Leser abstimmen lasse, wollen diese lieber das alte Teil, was aber in der Handhabung für mich sehr sperrig und wenig flexibel ist.

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  4. Ist schon merkwürdig, das Loblied auf Steiner, die Meister usw. auf der Jahrestagung.
    Nüchtern, die gefundenen Worte Steiners als er die Weihnachtstagung als gescheitert erachtete:

    http://www.christian-rosenkreutz-zweig.de/downloads/aktuelles/JStreit.pdf

    Nüchtern die Worte Steiners, als er feststellte, die LehrerInnen der ersten Waldorfschule haben seinen Impuls nicht verstanden.

    Was nützt es, zusammen die alten Vorträge zu studieren. Am Ende gibt es einen Herrn Keimeyer, der sich als Duz-Freund von Judith von Halle outet. RTL zeigte heute das Waldorfschild in Berlin. Tolle Menschenkenner im Kollegium.

    Austreten werde ich nicht aus der AAG. Ich werde mit ihr untergehen.....

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  5. „Austreten werde ich nicht aus der AAG. Ich werde mit ihr untergehen.....“

    Mir aus der Seele geschrieben:):):) Danke!

    Dennoch habe ich ein Problem mit UNS Anthroposophen:(:(:(.
    Ich warte schon soooo lange dass WIR, die Anthroposophen, anfangen zu sagen, schreiben: „Anthroposophie spricht, sagt, verweist, etc.

    Es wird immer nur gesagt, geschrieben: Steiner oder Rudolf Steiner spricht, sagt, verweist…
    Wo doch ER selbst sagte, immer wieder, z. B. in Anthroposophische Leitsätze: „Anthroposophie spricht, zeigt, verweist…

    Meines Erachtens, wäre der Anthroposophie viiiiiel dienlicher, wenn WIR anfangen (wie auch Steiner selbst) öfter die Anthroposophie zu erwähnen… Rudolf Steiner wollte NICHT verehrt werden, sondern VERSTANDEN werden…

    Wie soll Anthroposophie LEBEN, wenn sie nur nebenbei erwähnt wird…???

    Frohe Ostern und auf die AUFERSTEHUNG DER ANTHROPOSOPHIE!!!

    Herzlichst Belinda

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  6. Halloo Barbara2! Thank you for asking about my translation! I am going to post it here soon, but first, I want to review how I came to translate it just last week. As well, there is an older, more traditional English translation which I will include and I will appreciate your comments about them both --- as well as from others, notably Ingrid, to comment on both English translations.

    But first, to set everything up, here is what I wrote to Don Michele:

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    Sebastian Gronbach hat mich gestern gefragt ob ich eine englische Übersetzung dieses “Ergebenheitsgebets” von Rudolf Steiner hätte. Gerade am Vortag postete meine Freundin Valerie Walsh, eine Waldorfmutter in Colorado, diese zwei Berichte von einer Gruppe der japanischen Anthroposophen, die, unter anderen Dingen, das Ergebenheitsgebet auf englisch, deutsch und japanisch aufgesagt hat.

    Der erste Beitrag auf deutsch ( 20.03.2011)
    http://noharajp.net/openforum/article/24
    Der zweite auf Englisch (27.03.2011) (ich kann keine deutsche Version finden)
    http://noharajp.net/openforum/article/59
    “. . . We began with the lyre music by Hajime Kira, who then read us Rudolf Steiner's words on the nature of prayer and the "Ergebenheitsgebet" (prayer of submission) as a necessary inner attitude to face destiny. . .

    Ich habe mich dieses Steinergebet erinnert. Tatsächlich habe ich es in 1980-81 mit meiner “Teacher Training Class” bei der Rudolf Steiner College in Sacramento täglich aufgesagt. Aber aus irgendeinem Grund hatte ich erst gestern die deutsche Version gelesen.

    Ich war überrascht zu entdecken, dass die alte überlieferte Übersetzung verändert war ---
    besonders mit einer wichtigen Wortwahl. Also habe ich meine eigene Übersetzung machen müssen!

    --------------------------

    (continued)

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  7. Now my message to Sebastian:
    ------------

    Hallo Sebastian! Danke für dein Gesuch. Ich kann dir die alte überlieferte Übersetzung schicken, aber ich bin mit dieser Version nicht zufrieden. Der Übersetzer hat etwa zuviel an das Gebet herumbastelt. Deswegen möchte ich meine neue Übersetzung machen. Lass mich erklären was die Problematik ist.

    z.B. Die erste Linie der englischen Version ist doch die siebte Linie der deutschen Verison. Aber sogar noch dringender ist die Wortwahl:

    Rudolf Steiner:
    “. . . wir weisen durch die Wellen der Furcht und Angst zurück, was in unsere Seele aus der Zukunft herein will.

    Die überlieferte Version:
    “We must eradicate from the Soul all fear and terror of what comes towards us from out of the future.”

    Meine neue Übersetzung:
    “So we decline whatever waves of fear and dread the future sends our souls.”

    Das englische Verb: “to eradicate” heisst auf deutsch: “ausrotten, auslöschen, ausmerzen, mit der Wurzel ausreißen,” usw.

    Das deutsche Verb: “zurückweisen” heisst auf englisch: “to reject, refuse, rebuff, repudiate, decline.”

    Na ja, als Anthroposophen sollten wir nicht glauben, dass wir eigentlich das Böses auslöschen können. Wir können es am besten nur zurückweisen, weil das Böses oder die Furcht oder die Angst immer da ist, und es ist nicht auszurotten, um Respekt vor unserer menschlichen Freiheit zu haben.

    Immerhin schicke ich dir jetzt diesen ersten Beitrag. Ich folge gerade mit der alten Version und wahrscheinlich in ein oder zwei Tagen mache und bearbeite ich meine neue Übersetzung.

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  8. Die alte Version hat mehrere Titeln:
    “For the Michael Age” oder “The Ringing of the Bell” oder “The Submission Prayer.”

    by Rudolf Steiner

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    We must eradicate from the Soul all fear and terror of what comes towards us from out of the future.

    And we must acquire serenity in all feelings and sensations about the future.

    We must look forward with complete equanimity to everything that may come,

    And we must think only that whatever comes is given to us by a world directive full of wisdom.

    It is part of what we must learn in this age: namely to live out of pure trust without any security in existence,

    Trust in the ever-present help of the Spiritual World.

    Truly, nothing else will do if our courage is not to fail us.

    And we must seek this awakening within ourselves every morning and every evening.

    ===========================

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  9. Jetzt meine neue Ubersetzung:


    THE ACCEPTANCE PRAYER

    By Rudolf Steiner

    Translated by Tom Mellett

    * * * * * * * * * *


    Whatever comes my way,
    whether within the hour or the day,
    even if I don’t know what it is,
    I know I cannot change it through my fear.

    Yet I welcome it
    with the most perfect inner stillness of soul
    resting on an utter calm sea of emotion.

    Through fear and dread our development is stunted.

    So we decline whatever waves of fear and dread
    the future sends our souls.

    The devotion to what we call
    divine wisdom in our experiences;
    the certainty that,
    come what may,
    and come what must,
    and even not knowing in what direction
    the good effects will flow ---
    the evocation of this mood
    in words, in impressions, in ideas ---

    THIS is the mood of the acceptance prayer.

    It’s something that we have to learn
    in this modern age:

    To live in pure reliance,
    even while doubting our very existence.

    To keep on trusting in
    the ever-growing presence
    of the world of spirit helping us.

    How could it be otherwise
    if our courage is not to fail
    today?

    If we would only take our will in hand,
    and seek our inner awakening
    every single morning
    and every single evening.

    * * * * * * * * * *

    --- Rudolf Steiner

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  10. Dear Tom,

    before I give you my own translation, I want to read what Rudolf Steiner originally said in GA 59.
    Therefore, for the time being, I give only two comments:

    “Durch Angst und Furcht wird unsere Entwicklung gehemmt;
    wir weisen durch die Wellen der Furcht und Angst zurück, was in unsere Seele aus der Zukunft herein will.”

    My translation is different from both yours and the older one:

    "Fears and dread impede our evolution; through waves of dread and fear we reject that which intends to come to us from the future."
    (this is obviously not what we should do; it is, however, what happens if we let ourselves be overwhelmed by those waves of fear and dread)

    And the second comment:
    "Es gehört zu dem, was wir in dieser Zeit lernen müssen: Aus reinem Vertrauen zu leben, ohne Daseinssicherung, aus dem Vertrauen auf die immer gegenwärtige Hilfe der geistigen Welt. Wahrhaftig anders geht es heute nicht, wenn der Mut nicht sinken soll."

    Here I prefer the "older" version:
    "It is part of what we must learn in this age: namely to live out of pure trust, without any security in existence,
    trust in the ever-present help of the Spiritual World.
    Truly, nothing else will do if our courage is not to fail us."
    ("leben aus reinem Vertrauen" means so much more than just "leben im Vertrauen")

    My heart is with all those who seek this "mood of acceptance".

    Ingrid

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  11. oh hm zuerst zu michael. warum auf den alten egoisten mehr lesen? frag sie mal? vielleicht wird die seite von google noch eher gefunden als das blog hier. ich hatte mich zum kommentieren, da ich keine andere möglichkeit sah dort bei fb eingeloggt. dann erschien ein leeres fenster und das wars und mein kommentartext war noch unverändert in dem kleinen, in das ich getippt hatte:-(
    egal, ich werde das mit dem kommentieren drüben bleiben lassen, gehe eigentlich eh dort nicht mehr hin

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  12. tom: das segro dich gefragt hat, lag an eienr empfehlung von mir in fb in der gruppe rsl2.0 hatte segro nach übersetzungen deutscher anthroworte ins englische gefragt. seit diese diskussionsgruppen aufgehört haben, bin ich da nicht mehr firm.
    eben habe ich gesehen, dass da oben schon beide varianten udn ingrids anmerkungen stehen. also ich nehme mir das dann mal vielleicht über ostern vor. da muss ich ja schon etwas genauer lesen.

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  13. Schade, dass Du nicht mehr kommst, habe gerade ein neues Kommentarsystem installiert (sehr schlicht, aber funktional)

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  14. Sorry, there is a little mistake in the partial translation I offered yesterday:

    “Durch Angst und Furcht wird unsere Entwicklung gehemmt;
    wir weisen durch die Wellen der Furcht und Angst zurück, was in unsere Seele aus der Zukunft herein will.”
    Correctly:
    "Fears and dread impede our evolution; through waves of dread and fear we reject that which intends to enter our souls from the future."

    ("was in unsere Seele herein will" is, of course, that which intends to enter, or come into our souls, not just "come to us", as I had it yesterday)

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  15. michael, das habe ich eben ausprobiert, gibt sogar einen gefällt mir button;-)

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  16. Ja, ich lade jetzt auch ein Widget für die Startseite hoch, damit immer die neuesten Kommentare in der Seitenleiste erscheinen- also fast wie gehabt. Ich weiss nicht genau, wie ich die Kommentare jeweils unter den Blogbeitrag platziere- sie erscheinen bislang in der Seitenleiste. Man muss bei so was aber immer basteln, da das an das eigene System angepasst werden muss, ohne dass es eine Anleitung gäbe.

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  17. Danke vielmals, Ingrid! I see now that I have interpreted the “waved of fear and dread” passage in the opposite way.

    So let me make sure I am clear about it. “What comes to us from the future” is good and beneficial, but when we succumb to the “waves of fear and dread,” then we will reject the good and beneficial stuff from the future that seeks to come into our souls and heal and help us. Is that how you see it?

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  18. Liebe Ingrid und andere Leser:

    Um ich mir da ganz sicher zu sein, schreibe ich jetzt auf deutsch einen von RS imaginären Satz.

    z.B. Rudolf Steiner hätte sagen können:

    "Wenn wir den Wellen der Furcht und Angst erliegen, dann weisen wir die aus der Zukunft kommenden heilsamen und bekömmlichen Dinge zurück."

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  19. Lieber Tom,

    “What comes to us from the future” is good and beneficial, but when we succumb to the “waves of fear and dread,” then we will reject the good and beneficial stuff from the future that seeks to come into our souls and heal and help us. Is that how you see it?

    z.B. Rudolf Steiner hätte sagen können:

    "Wenn wir den Wellen der Furcht und Angst erliegen, dann weisen wir die aus der Zukunft kommenden heilsamen und bekömmlichen Dinge zurück."


    Nein. So hat Rudolf Steiner es nicht gesagt, und ich halte es für falsch, ihm solche Worte in den Mund zu legen.

    Was aus der Zukunft in unsere Seelen kommen will, ist zunächst einmal nicht "heilsam und bekömmlich", sondern vor allem neu und unbekannt.

    Das, was aus der Zukunft "in unsere Seelen herein will", so verstehe ich es, will uns veranlassen zu handeln. Und unsere eigene Mitwirkung an den zukünftigen Ereignissen wird darüber entscheiden, ob sie "heilsam" sein können oder nicht.
    Einige Zeilen aus dem Gedicht Patmos von Friedrich Hölderlin fallen mir dazu ein:

    Nah ist
    Und schwer zu fassen der Gott.
    Wo aber Gefahr ist, wächst
    Das Rettende auch.
    Im Finstern wohnen
    Die Adler und furchtlos gehn
    Die Söhne der Alpen über den Abgrund weg
    Auf leichtgebaueten Brüken.


    Da ist es ganz deutlich: ohne den Abgrund kann es auch keine Brücke geben.
    Die Zukunft hält solche "Abgründe" für uns bereit, um uns dazu zu veranlassen, "Brücken" zu bauen.
    Doch es ist in die Freiheit des Menschen gestellt, sich in Furcht und Angst von solchen "Abgründen" abzuwenden - dann allerdings würden die "Brücken" nicht gebaut werden.
    Auf diese Weise würde es den "Wellen von Furcht und Angst" gelingen, die Entwicklung des Menschen zu hemmen.

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  20. Ich habe inzwischen den ganzen Vortrag "Das Wesen des Gebetes" gelesen. Dabei wurde mir sehr deutlich, daß dieses "Ergebenheitsgebet" nicht ein Ganzes ist, sondern nur eine Hälfte: jene Hälfte, die sich auf den "Blick in die Zukunft" bezieht. Es fehlt die erste Hälfte, der "Blick in die Vergangenheit" und damit das, was Rudolf Steiner die "Stimmung der Gottinnigkeit" ("the inner feeling of God within us") nennt, die vor der Stimmung der "Ergebenheit" gesucht wird.

    Ich muß sagen - ich bin wirklich dankbar dafür, daß darauf aufmerksam gemacht wurde: dieses sogenannte "Ergebenheitsgebet" wurde nicht in dieser Form von Rudolf Steiner gegeben. Herzlichen Dank an Michel Gastkemper für das ausführliche Zitieren aus GA 59.
    In diesem Vortrag stehen übrigens auch die wichtigen Sätze:
    "Wollen wir uns doch einmal darüber klar sein: Nicht jene Dinge sind die schädlichsten, die unwahr sind, denn das Unwahre wird sich in der menschlichen Seele sehr bald als unwahr zeigen. Das Schlimmste sind die Dinge, die unter gewissen Voraussetzungen wahr sind, und die, wenn sie unter falschen Voraussetzungen angewendet werden, etwas durchaus Falsches darstellen."

    Ich empfehle allen Menschen, den gesamten Vortrag zu lesen - hier ist er auf deutsch, hier in einer englischen Übersetzung von im Netz.

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  21. "in einer englischen Übersetzung von Henry B. Monges, überarbeitet von Gilbert Church", muß es vollständig heißen.

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  22. „Das Schlimmste sind die Dinge, die unter gewissen Voraussetzungen wahr sind, und die, wenn sie unter falschen Voraussetzungen angewendet werden, etwas durchaus Falsches darstellen.“

    Ja, liebe Ingrid, das hat Rudolf Steiner mehr als ein Mal sagen müssen, und es wird heute noch nicht beherzigt:

    «Denn ausgesprochen muss in unserer Zeit werden das, was wahr ist, in einer wahren Weise. Wir müssen auch diesen Satz lernen, dass wir nicht bloß die Wahrheit zu vertreten haben, sondern dass wir auch die Wahrheit wahr zu vertreten haben. Denn heute sind wir durch die Menschheitsentwickelung in der Epoche angekommen, wo man die Wahrheit auch unwahr vertreten kann. Es wird gelernt werden müssen, die Wahrheit wahr zu sagen. Denn auf manchem Gebiete sind heute die Wahrheiten billig wie Brombeeren, weil man sie nur da oder dort aufzulesen hat. Die Menschheitskultur ist in dieser Beziehung eine vollkommene. Aber nur diejenigen erfüllen die Aufgabe für die Zukunft, die nicht nur dasjenige machen, was heute leicht zu machen ist; denn irgendwelche Begriffe zu verknüpfen selbst zu einer neuen Weltanschauung, das ist leicht zu machen. Nicht diejenigen machen etwas, was in die Zukunft hineinwirkt, die so verfahren, sondern nur die machen etwas Fruchtbares, die über die Wahrheit aus der wahren Seele heraus sprechen. Nicht allein auf den Wortlaut kommt es heute an, sondern auf das geistige Fluidum, das diesen Wortlaut durchzieht. Dafür muss man sich heute aber ein Gefühl aneignen. Von diesem Gefühl sind die Leute vielfach recht weit entfernt. Man kann heute noch ganze Seiten lesen, ohne dass man darauf kommt, dass der Betreffende, der sie geschrieben hat, ein verlogener Kerl ist. Dazu werden sich die Menschen die Fähigkeit aneignen müssen, nicht allein das Logische zu empfinden, sondern den Wahrheitsquell zu fühlen. Viel innerlicher als diejenigen es glauben, die heute von Innerlichkeit zu sprechen glauben, viel innerlicher wird dasjenige sein, was den Menschen für die Zukunft wird befähigen können, wirklich zu wirken, wirklich etwas zu tun, sei es auch im kleinsten Kreise, was die Menschheit hinüberträgt in die Zukunft.
    (…) Mit dieser inneren Sehnsucht, heranzutreten an die Weltengeheimnisse und sie innerlich wahr und kraftvoll zu empfinden, mit dieser Sehnsucht müssen wir uns ausrüsten. Nichts anderes wollte ich gerade heute mit diesen Worten, als dass Sie etwas in sich selbst erfühlen lernen von der Notwendigkeit dieser Sehnsucht und von dem Walten von so viel Unwahrem in unserer Zeit und zwischen den Menschen unserer Zeit. Dass Wahrheit werde! Dieses Verlangen möchte man gerade aus dem sorgenvollsten Herzblute heraus heute immer wieder und wiederum der Menschheit zurufen.
    Von solchen Dingen wie das, von dem ich ausgegangen bin: dass jemand vollständig einverstanden ist mit einer Sache dem Wortlaute nach, sie aber nicht begreifen kann, weil sie aus dem Geiste kommt, von solchen Dingen muss noch viel, viel gelernt werden. Versuchen Sie gerade das Lernen auf diese Art zu verstehen, und Sie werden den Aufgaben dienen, welche die Gegenwart an Sie stellt. Sie werden noch manches andere finden, als Sie bisher schon gefunden haben, und vieles ruht noch im Schoße der Gegenwart, was gefunden werden muss, damit Gesundung in die Menschheit hineinkommt. Aber gefunden ist noch nicht alles Ausgesprochene von der Menschheit. Und wer die Dinge durchschaut, wie sie heute wirken, der weiß nur zu gut, dass dadurch, dass er das eine oder andere gesagt hat, es noch nicht gefunden worden ist von der Menschheit. Helfen Sie dazu, solch ein Wort richtig zu verstehen, dann werden Sie nicht mehr verfehlen, auch dazu zu helfen, dass die Wahrheit nicht bloß der äußeren, logischen Gestalt nach, sondern wahrhaftig in der Menschheit verbreitet werde. (…) Dies, meine lieben Freunde, ist wert, bedacht zu werden: was es heißt, Schaden dadurch anzurichten, dass man die Wahrheit unwahr geltend macht.»
    < Rudolf Steiner, GA 192>

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  23. tom, ob du das noch mitbekommst? warum ist die alte englische version des gebetes so viel kürzer?
    ich habe mir jetzt mal alles zusammenkopiert (den ga vortrag nicht) und gukc mir alle versionen an, dann gibt es ein feedback. ich habe nur keine ahnung, wo, damit du das noch findest. vermutlich auf fb.

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  24. Liebe Belinda,

    "Wie soll Anthroposophie LEBEN, wenn sie nur nebenbei erwähnt wird…???"

    Es sind nun an die 42 Jahre, seit mein Inneres mit den Ideen Rudolf Steiners in Berührung kam, an die 40 Jahre, als ich erstmals das Goetheanum besuchte, ohne zuvor "Anthroposophen" kennen gelernt zu haben.
    Da stand das Goetheanum, mächtig thronend oben am Berge und die Seele ahnte die Bedeutung der ersten Begegnung mit dem Gebäude, nicht mit dem Nachlassverwalter, Herrn Friedenthal, der mir ermöglichte die Originalskizzen Steiners zu sehen.
    Da war alles da, was ich kannte, vertraut.
    Probleme gab es letztlich dann mit Menschen und erst nach einigen Jahrzehnten, dem Wissen, Steiner selbst erachtete die "Weihnachtstagung", als gescheitert, geht mir eine Lösung auf. Das was "Anthroposophie" genannt wird, wollte Steiner nicht in diesem Worte gefangen haben, aber es wurde bis zum Erbrechen in diesem Worte gefangen, damit Leer, denn das Geistige "ist".
    Es kommt nicht zu den Zweigabenden, den Waldorfschulen, es ist flüchtig, flüchtig vor dem Menschen.
    Ganz verwundert trat meine Seele in der Nacht vor der Heiligsprechung in Rom mit den vielen Menschen in Kontakt, deren Sehnsucht sich auf die Seligsprechung konzentrierte. Es geschah dies zweimal. Am nächsten Tag die übertragenen Bilder, das Blut des Papstes in der Silbergestaltung.
    Rudolf Steiners Hinweise zu Christus, zur Katholischen Kirche, zur Evangelischen Kirche lassen erahnen, es findet für Christus selbst etwas Wichtiges in der Gegenwart statt.
    Der Hinweis von Ingrid zu dem Text von Steiner hinsichtlich "Gebet" ermöglicht das "Wesen", des Gebetes besser zu verstehen.
    Herr Niederhausen beklagt auf seiner website, wie "Anthroposophen" oftmals in Streit geraten, beginnen sie nur mit "Anthroposophie".

    Das merkwürdige Bild von Osama Bin Laden, der Kopfschuß, das Blut, wie ein Kontrast zur Blutrelique, wie zeitlich gesetzt, mundtot gemacht, denn wer und wie und warum wurde das in New York inszeniert. Jetzt die feiernden Menschen auf den Straßen in Amerika.

    Ich denke, es wird in der Zukunft innerhalb der Menschheit sich das verwirklichen, das Rudolf Steiner seherisch ausmalte. Die "dunkle Zukunft", in seinem Text zu Gebet, das lastet gegenwärtig auf der Menschheit, global.

    Meinem Empfinden nach, hat sich der Impuls der Geisteswissenschaft "für sich" innerhalb der Menschheit inkarniert, ist wirksam...... .

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  25. Nachtrag:

    "Eine "Kill Mission" vor laufender Kamera
    Nach dem Tod von Osama bin Laden werden immer mehr Details zum Einsatz in Pakistan bekannt: Eine Festnahme des Terrorpaten stand nie zur Debatte, sein Tod war fixer Bestandteil der US-Operation. Der 40-minütige Einsatz wurde live ins Hauptquartier der CIA übertragen."


    http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2734139/kill-mission-vor-laufender-kamera.story

    Kurz vor der Bekanntgabe des EGMR-Urteiles vom 28.März 2011 gab es die nüchterne nächtliche Wahrnehmung, unser "Rechtssystem" bricht zusammen.
    Die gezielte Tötung, abgesegnet, beziehungseise angeordnet vom amerikanischen Präsidenten Obama ist wie ein Symbol des Zusammenbruches des Rechtssystems. Bewußt zur Seligsprechung "Europas"?!

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