Rudolf Steiners Russlandbild und Neues von der anthroposophischen Querfront
Wenn man Rudolf Steiners Völkerseelen-Lehre und seine geopolitischen Mysterien mit den Debatten der Gegenwart abgleicht, drängt sich ein fast schon unheimliches Déjà-vu auf: Was der Meister vor gut hundert Jahren als „hellseherische Forschung“ in Vortragssälen zu Protokoll gab, funktioniert heute im politischen Raum wie eine maßgeschneiderte Legitimationsmatrix. Ob im Kreml, an den Rändern des deutschen Parteienspektrums von AfD bis zum Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) oder in der esoterisch grundierten Friedensbewegung: Steiners manichäisches Weltbild feiert fröhliche Urständ. Die Konstruktion einer reinen, unschuldigen „russischen Seele“, die von dämonischen westlichen Logen bedrängt, missbraucht und geknechtet werde, passt passgenau in die Krisenrhetorik des 21. Jahrhunderts. Putins Eurasismus und Steiners Volksgeist: Ein ideologisches „Match made in Heaven“ Die offizielle russische Staatsideologie unter Wladimir Putin – maßgeblich befeuert von neoeurasischen Philosophen wie Alexande...

