Zweikommafünf Methoden, um sich bereit zu machen, an Hellseher zu glauben

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Ich hatte wirklich an nichts Böses gedacht, als ich mir mal für ordentliches Geld eines der zehn oder mehr „Atlantis“- Bücher von Andreas Delor kaufte. Delor gibt in seinem ersten Band "Atlantis"* an, mal von Jens Heisterkamp lektoriert worden zu sein. Das muss lange her sein.

Man sieht es dem Buch auch nicht an, weder formal noch inhaltlich. Ich hatte mir eine den Eiszeit- Zeitraum betrachtende Material- Sammlung vorgestellt, aber der Untertitel, den ich zu spät las, verrät dann schon, wohin der Hase läuft: ..„nach neuesten hellsichtigen und wissenschaftlichen Quellen“. Ich kann Ihnen versichern, die wissenschaftlichen Quellen sind rar, die befragten medial Veranlagten und ihre ihnen heimleuchtenden Beratungs- Geister- Callcenter, aber auch beliebige dubiose Internetquellen und Hellseher überragen bei weitem- vor allem die bunte Truppe, die auch bei Wolfgang Weirauchs Flensburger Heften** das Bodenpersonal stellt.

Delor jedenfalls möchte sich schon in der Einleitung „neben“ den „offiziellen Wissenschafts- Betrieb“ stellen- was auch immer er sich unter einem solchem Betrieb vorstellen mag- nämlich in eine „gottseidank immer noch ergebnisoffene Wissenschafts- Szene“ (S.19f). Er verspricht, „Vieles exakt beweisen“ zu können, was „die Schulwissenschaft“ verneine- gerade mit dem Beistand diverser Hellseher- Medien. Die Gefahr, dass ihm der Vorwurf gemacht werde, dass seine Hellseher ihm nach seinem Mund reden könnten, erkennt er zwar selbst (S. 22), sieht aber selbst in den offenkundigen Widersprüchen in deren Aussagen nur „Unschärfen“. Notfalls stehen - zwischen Erich von Däniken, einseitig interpretierten Volksmythen und UFO- Spekulationen immer beliebige Quellen zu Verfügung, um das schwammige Resultat dieser Art von Atlantis- Forschung noch weiter zu verwässern. Dort, wo es Delor passend erscheint, wird auch Rudolf Steiner benutzt und eingebaut.

Die bauernschlaue Methodik der diversen Hellseher besteht anfangs wirklich darin, das Halbwissen und die spekulative Ader Herrn Delors auszunutzen. Zunächst einmal gilt es, die vorgefasste Meinung des Fragenden zu bestätigen:

„AD: Waren das aber auch manchmal wirklich Extra- Terrestrische?
Verena: Ja. Es waren auch manchmal wirklich Extra- Terrestrische.“ (S.98)

Im Fall von Andreas Delor bedeutet das für professionelle Wahrsager eine Gratwanderung, ihn nicht vor den Kopf zu stossen, wenn seine Fragen sich einerseits UFOs oder angeblichen atlantischen Rassen zuwenden, die er z.B. „Frank-Zappas“ nennt, andererseits aber darauf beharrt, dass er stets „ergebnisoffen“ argumentiere. Rationaler als Delor zu sein wird keinem Hellseher dieser Welt schwer fallen, bei dessen ganz und gar nicht offener Fragestellung:

AD: Konnten die alten megalithischen und zyklopischen Baumeister die gewaltigen Steinblöcke in die Leichte heben?
Hilo: JA, sie konnten ihnen ihre eigenen Leichte- Kräfte (..) verleihen und sie so mühelos z.B. die Pyramiden hochheben.“ (S. 53)

Selbstverständlich haben sowohl der zu weiten Teilen des Buches so Fragende als auch die ihn meist bestätigenden Quellen eine gewisse Grundlage. Beide Seiten besitzen den Informationsstand ihrer Zeit; sie lesen zumindest populärwissenschaftliche Literatur zum Thema Eiszeit, Genetik, Geologie. Deshalb stimmt ein Grundgerüst von zeitlichen Abläufen und genetischen und geologischen Fakten, Stand etwa 2012. Wenn es dann aber passt, werden auch ein paar Supervulkan- Ausbrüche erfunden, um zu erklären, warum die angebliche letzte Insel der Atlantis verschlungen worden sein soll.

Ansonsten gilt Methode 2: Das Phantastische stets mit Plausibilität vorbringen, vor allem aber gewürzt mit übergenauen Details wie Jahreszahlen, Ort und Name des Stamms, benutzte Materialien und Gebräuche:
Hilo: Es waren die Kuschiten, welche als erstes Volk der Erde um 12900 v. Chr. die Schifffahrt auf der Bahama- Bank erfanden, und zwar auf Schilf- Schiffen..“ (S. 220)

Erstens ist das ein Bluff (allerdings immer der gleiche), zweitens wüsste das nicht einmal das Universitäts- Team, falls es gerade tatsächlich an dieser spezifischen Frage arbeiten würde - drittens: Who cares? Wer wird schon einzeln überprüfen können, was in solcher Breite und Detailliertheit behauptet wird? Und wenn es denn jemand auf sich nehmen würde: Wer würde das wissen wollen? Eben. Nichts in der Schwebe halten, immer klare Kante; das ist die Devise in diesem Gewerbe.

Falls doch einmal zwei Hellseher vollkommen widersprüchliche Aussagen machen sollten, reagiert Herr Delor zunächst pikiert, schaltet dann aber selbstständig um und behauptet, es seien lediglich zwei Blickrichtungen auf einen gemeinsamen Aspekt, den er dann frei dazu erfindet. Beim letzten Zitat Hilos z.B. war Delor nicht gerade amüsiert- er nennt es „ein bisschen missverständlich, denn andererseits betont Hilo auch, dass zur gleichen Zeit andere Völker andere Arten von Schiffen entwickelten!“ Das würde der Dramatik von Delors Untergang der letzten Atlantis- Insel die Würze nehmen. Also fragt er nach:
AD: Wer erfand um 12900 die Schilf- Schifffahrt, mehr die Hünen oder mehr die Kuschiten?“
Hilo: Mehr die Kuschiten.
So ist Delor zufrieden gestellt.

Im Laufe des Buchs mehren sich Begriffe und Ansichten, die keinerlei erkennbaren Zusammenhang haben - Namen von offensichtlich frei erfundenen Volksgruppen, Urvölkern und Inseln werden auf irgend etwas bezogen, Landkarten gemalt, schließlich auch „fliegende Schilf- Fahrzeuge“ (S. 221) eingeführt. Das ergibt einen Brei, der vielleicht noch stark bekifft nachvollziehbar und verdaulich erscheint.

Methode 2.5 für angehende Hellseher: Die Varoufakis- Methode. Einem naiven, aber penetrant nachfragenden Atlantis- Forscher gegenüber einfach mal unvermittelt aufstehen, den Interviewer anstarren und NEIN! schreien. Verwirrt ungemein, reinigt aber auch die Luft. Der Interviewer nimmt einen danach ernster.

„AD: Haben sie noch andere Kolonien in der Welt?
Hilo: NEIN.“ (S. 225)

Aber Delor wäre nicht Delor, wenn er solch ein NEIN einfach hinnehmen würde. Er findet es „etwas missverständlich dargestellt“ und macht einfach weiter mit seinem Text: „Denn vom Mittelmeergebiet (Marokko) begründen sie eine ganze Reihe weiterer Kolonien: Israel- Jordanien-Saudiarabien, Zweistromland, Äthiopien und - Indien!“ So geht der ganze Unsinn weiter- ob belegt oder nicht belegt, ob hellgesehen oder nicht, ist vollkommen egal. Auf Seite 253 habe ich jeden weiteren Versuch, irgend etwas Relevantes in diesem Wust zu finden, aufgegeben.

Dieses Buch ist nicht nur vergeudetes Geld und vertane Zeit. Es scheint auch so eine Aufweichung jeglicher Faktizität- eine Parallele zu den spießigen Pegida- Demonstranten, die seriöse Recherche für „Lügenpresse“ halten. In diesem Buch (vermutlich auch in den folgenden) wird eine komplette Parallel- Wirklichkeit konstruiert, die man nach Belieben und ohne Widerspruch auswalzen oder umdeuten kann. Ein wirres Buch für wirre Menschen, eine weitere Erosion des anthroposophischen Anstands.

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*Andreas Delor, Atlantis nach neuesten hellsichtigen und wissenschaftlichen Quellen Band 1, Schloss Hamborn 2012
**Flensburger Hefte http://www.flensburgerhefte.de/



Kommentare

  1. Hallo Michael,

    Sicher könnte Ngok der Kaiserpinguin uns alles von Lemuria und Atlantis erklären!

    den 4. April 2011
    Wolfgang Weirauch kommuniziert mit einem Kaiserpinguin
    http://egoistenblog.blogspot.com/2011/04/wolfgang-weirauch-kommuniziert-mit.html

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    Auch könnte Ngok die CG retten!

    den 9. Januar 2014
    Der große Pan möchte bitte im Bällchenbad abgeholt werden!

    http://egoistenblog.blogspot.com/2014/01/der-groe-pan-mochte-bitte-im.html
    Ngok und der Christus

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    1. Ja, Tom, stimmt, ich war dieser böse Junge, der das geschrieben hat. Ich habe nach dem ersten Streich auch nie wieder ein Belegexemplar der Flensburger Hefte bekommen.

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  2. Delors Aufsätze "Wissenschaftliches Arbeiten und Hellsichtigkeit", "Platons Atlantis", "Atlantische Magie", "Atlantis eingesaugt?" und "Die Sintflut" (siehe seine Website) sind diesem 1. Atlantis-Band entnommen.

    Seine drei Musen (seit 2009) seien Hellseherinnen mit geologischen, archäologischen und hydrographischen Kenntnissen. Sie verwenden anscheinend cold reading Techniken. „Hellhörig“ sei seine eigene Tendenz. Ist er selbst medial geworden?

    Drei seiner älteren, regulären Atlantis-Aufsätze (u.a. anthroposophische Atlantis-Rezeptionen) hat Delors 2011 überarbeitet (http://www.andreas-delor.com/tl_files/andreas1/pdf/atlantis/Atlantis-Rezeptionen-I.pdf).

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  3. Ein Koan zum innerlich prüfenden Nachgehen des Denkens in der Erfahrung:
    Das Denken ist eine Ich - Erfahrung oder es ist kein Denken.

    Ein Hellsehen, das sich nicht auf ein so geartetes Denken in der Erfahrung stützen kann, läuft dem zuwider, dass der Mensch in seiner Entwicklung heute darauf innerlich zugeht >ein wacher Bürger zweier Welten< zu werden.

    Bernhard Albrecht

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    1. Herr Albrecht, ich finde auch, dass die erste Übung doch die sein muss, die Schlampigkeiten im eigenen Denken zu reduzieren. Nur wenn das Instrument des wachen Ich ohne Trübung ist, kann es sich selbst gewahr werden, aber auch seine innige Verbindung mit der Natur erkennen. Spekulatives wie von Herrn Delor ist in dieser Hinsicht wohl keine Empfehlung.
      Grüße!

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    2. „Nur wenn das Instrument des wachen Ich ohne Trübung ist, kann es sich selbst gewahr werden.“
      Ich verstehe, was Du damit ausdrücken willst, halte aber die Art der Formulierung (Instrument) für etwas problematisch, da sie in meinen Augen allzu leicht einem abstrakten Verständnis des angesprochenen Zusammenhanges Vorschub leisten kann, an Stelle in ein inneres Erfahren hinein den Weg zu weisen. Die Schwierigkeit geistige Prozesse adäquat in Worte zu fassen ist halt eine immer wieder grosse Herausforderung.
      Weiter unten (10.2.2016 um 00:26:00 MEZ) sprichst Du dann ja auch in dieser Hinsicht ein „dynamisches Feld“ an, was der Frage nach dem Ich, wie ich es sehe, schon sehr viel näher kommt.
      Wie aber gelangst Du in dieses dynamische Feld hinein und innerhalb desselben dann zu einer unmittelbaren Ich - Erfahrung. Das ist für mich eine beständig immer wieder neue in der Erfahrung mir zu vergegenwärtigende Frage. Denn aus meiner Sicht ist Ich - Sein kein Haben Zustand, sondern fortlaufend, durch tieferes Einwurzeln von unterschiedlichen Fragestellungen her, eine neue Herausforderung in entsprechendes E r f a h r e n hinein.
      Geistige Forschung … , provokativ gefragt, ein Ich - Prozess? Eine höchst unbequeme Frage. Oder eine meist übersehene Frage, weil ja die Mehrzahl der Menschen auf die vielfältigste Weise täglich zu sich Ich sagt und von daher nicht unbedingt danach fragt, was es mit diesem Ich eigentlich auf sich habe.
      Im Grunde müsste heute nahezu ein jeder Begriff aus seiner Abstraktion heraus erneut in ein Erfahren seiner Potenz, seiner Kraftgestalt gebracht werden, wenn, wie ich es sehe zeitgemässes geistiges Forschen auf einen Weg gelangen will.
      Ob die Bücher von Herrn Delor hierbei eine Empfehlung sein können, diese Frage stellt sich mir hierbei überhaupt nicht. Alles hat an seinem Ort seine Berechtigung. Herr Delor schaut mit seinen Büchern und mit ihm diejenigen, die ihn lesen in einen je eigenen Spiegel, der ihnen Wegweisung für ihren Weg der Ichfindung gibt, wenn sie nur tief genug hinein blicken.
      Freundliche Grüsse zurück,

      Bernhard Albrecht

      PS: Dies sind meine beiden Vornamen. Hartmann mein Hauptname, den ich nur gelegentlich einsetzte.��

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    3. Entschuldigung, Bernhard Albrecht, das mit deinem Namen war unaufmerksam von mir. Zu dem Übergang ins rein willentlich dynamische Erleben - derselbe wie immer, aber als bewegliche Denk- Willens- Entität in der Zeitlosigkeit - gehört der klassische Reinigungsprozess bzgl all dessen, an dem wir anhaften: Sex, Essen, Machtgefühle, depressives Ausweichen, Andere beschuldigen. Nicht im moralisierenden Sinne, sondern im Sinne eines zumindest geordneten Hauses. Aber es gehören in diese Betrachtung auch alle Selbstbilder, die beschönigen und ein Ego stabilisieren. Es gehören dazu auch die Selbstbilder, die man als seine eigenen höchsten Ideale ansieht. Bestehen sie das Betrachten im Lichte? dieses objaktic Anschauen- Lernen arbeitet die aktive innere Kraft mehr heraus all alles andere.

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    4. Der A l l - T a g als Übungsfeld. A l l es ist in A l l em enthalten. Lächel.

      Bernhard Albrecht

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    5. "Zu dem Übergang ins rein willentlich dynamische Erleben" noch eine Anmerkung.
      Es sind mehr als 40 Jahre vergangen, seit ich im CERN in Genf Zugang zum Protonen Beschleuniger hatte. Was ich dort erlebte, mein Erfahren momenthaft bis ins Mark hinein durchdrang, ist bis heute ein Arbeitsthema für mich. Jenseits technischer Apparaturen den dort gebannten Willen sich zum Erleben zu bringen, ist die vielleicht grösste Herausforderung und Verantwortung in der gegenwärtigen Weltlage.

      Bernhard Albrecht

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  4. Ich kenne diese Bücher auch und bin ebenfalls an dem "Wust" verzweifelt. Die interessante Frage an dich, Michael, wäre nun: Was denkst Du denn über Steiners Atlantisforschungen? Und glaubst du, dass sie jemals in einen Dialog mit aktuellen und belegbaren Erkenntnissen geraten können? Eine noch tiefergehendere Frage wäre: Welche Motivationen hatten und haben Theosophen, Esoteriker, Anthroposophen, wirkliche Erkenntnisse über unsere Frühgeschichte zu ignorieren und ein von gottähnlichen Priestern, Orakeln und technischen Wundermaschinen bevölkertes Urparadies anzunehmen? Zivilisationsmüdigkeit? Schwärmerische Rückprojektion einer Zukunftsutopie? Man darf übrigens nicht vergessen, dass in Steiners frühen Texten über Atlantis und Lemuria auch bereits die ganze Rassismusproblematik angelegt ist: denn neben den weisen Priestergöttern lebten - laut Steiner - auch "Tiermenschen", deren Echo man auch noch heute in "mancher wilder Völkerschaft" findet, die "heruntergekommene Nachfahren einstmals höherstehender Menschenformen" sind.
    ("Aus der Akasha-Chronik"). Alleine das zeigt, welche Brisanz immer noch in den Atlantisphantasien von Steiner steckt, zumal in Zeiten der Flüchtlingskrise, wo wieder Ängste gegenüber anderen (scheinbar barbarischen) Kulturen hochschwappen.

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    1. Lieber akashaworld, "Die interessante Frage an dich, Michael, wäre nun: Was denkst Du denn über Steiners Atlantisforschungen? Und glaubst du, dass sie jemals in einen Dialog mit aktuellen und belegbaren Erkenntnissen geraten können?" Ich sehe keinerlei Widersprüche zwischen Wissenschaft und Steiner, da letzterer mAn eine ganz andere Perspektive hat. Vieles scheint datierbar- etwa der große Gesamtkontinent dort, wo Steiner Lemurien verortet. Aber was "Menschsein" unter diesen Bedingungen betrifft, so schildert Steiner Ereignisse auf der Astralebene. Für ihn beginnt - die gesamte Evolution bejahend- Menschsein im engeren Sinne erst da, wo Selbstbewusstsein entsteht. Das meint er dann mit "Physischwerden" am Ende der Atlantis: Das Selbstgefühl schritt bis zum Körperlichfühlen voran. Alles vorher ist eine Sache auf der Astralebene, die parallel, und immer wieder mit Berührungspunkten, zur geologischen und humanen Entwicklung verläuft. Die Welt, in der man sich aus dem in der Luft schwimmendem Lebensstoff ernährt, ist keine irdische, sondern himmlische.

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    2. Danke. Magst du erklären, was der für die meisten Menschen unverständliche und ungebräuchliche Begriff der "Astralebene" für dich meint? Imaginiert Steiner dort innere Prozesse der Evolution in Bildern oder was meinst du damit? Das Problem ist ja wohl die oft sehr gegenständliche Darstellung, es klingt nicht unbedingt nach Poesie. Und der Begriff "Atlantis" ist auch irreführend, da er ja keinerlei Bezug zu Platons Quelle hat, die eben gar nicht auf innere "astralische" Prozesse anspielt. Brauchst du Steiners diesbezügliche esoterische Sprache, um Vorgeschichte besser zu verstehen, zusätzlich zur aktuellen archäologischen und auch religions- und mythengeschichtlichen Literatur?

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    3. Steiner bezieht ein dynamisches Feld hinein, das jedermann betreten kann, wenn er die Koordination, bewusste Ordnung, verständnisvolle Einbettung des eigenen Denkens betrachtet, die eigene Immunität, die Lebensrhythmen. Diese Dynamik wird als Ich des Menschen verstanden. Es hat die darwinistisch ablaufende stetige Spezialisierung und Harmonisierung der menschlichen Gestalt - auf "Ideallinie" für diese allmählich rational, selbstbewusst und sozial agierende menschliche Gestalt- Homo sapiens wird kulturelles Wesen. Im Übrigen brauche ich Steiner nicht, um Vorgeschichte zu verstehen. In Bezug auf die Entstehung und das Vergehen von Sternen finde ich Steiner sehr anregend, wenn man astronomische Quellen nutzt, mehr aber auch nicht. Er verstellt nicht den Blick, sondern bietet eventuell Aspekte, um eine Fragestellung in Bezug auf astronomische Prozesse verstehen zu können. Das ist eine Art hypothetische Heransgehensweise, und Steiner dient zum Verständnis. Für mich hat er Gewicht auf ganz anderen, für mich intimen Ebenen, aber keinesfalls "ideologischen" Vorrang vor Fakten.

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    4. Das ist eine schön bescheidene und ehrliche Antwort, aber sie bleibt auch allgemein. Gerne wüsste ich mehr über das "Anregende" und "Intime" von Steiners Inspirationen für dich. Etwa zu Atlantis und zur Entstehung von Kosmos, Erde, Mensch und Tier. Seit ich auf diesen Gebieten die ungemein zahlreiche und spannende wissenschaftliche Literatur lese, sehe ich vieles bei Steiner noch distanzierter. Kann ihn "nur" noch als modernen Mythenerzähler und Kosmo-Poeten wahrnehmen, der möglicherweise Beiträge zu der von der Wissenschaft vernachlässigten Frage anbietet, wie denn die Beziehung unserer Seele zur Natur aussieht. Dieses noch in der romantischen Naturphilosophie bearbeitete "intime" und "dynamische Feld" (um zwei Begriffe von dir aufzugreifen), ging immer mehr zugunsten rein quantitativ objektivierender Verfahren verloren, aber treibt uns immer noch mächtig um. Vielleicht leuchten Steiners Bilder dort hinein, sowie Rilkes Gedichte in unser Liebesleben hineinleuchten können. Es müsste eine neue Gesprächsebene unter Anthroposophen ansetzen, wo jeder darüber sehr offen und intim spricht, ohne Anspruch auf Wahrheit oder Verklärung Steiners als Allwissenden. Dann käme man ein Stück weiter.

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  5. ‘… denn neben den weisen Priestergöttern lebten - laut Steiner - auch "Tiermenschen"…‘

    Im vorangehenden Absatz hiess es (11.62): “Unsere kleinen Farne waren damals Bäume und bildeten mächtige Wälder. Die gegenwärtigen höheren Säugetiere gab es nicht.“. Hier ist schon für diese Tiermenschen das mesozoische Zeitalter (Kreide usw.) gemeint.

    Man kann nicht umhin: es ist ein schwieriges Herzstück der anthroposophischen Evolutionsidee, dass eigentlich durch allen Zeitalter ‘überall schon Mensch ist‘ (300a.107). Daher, soweit ich sehe, Steiners Hervorhebung der Anpassung, Plastizität, Neotenie, Epigenese und Vererbung erworbener Eigenschaften (11.14 f.) als notwendige, schnelle evolutionäre Mechanismen, neben fortwährender Migration und Mischung von Menschengruppen.

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    1. Ich frage mich, wann dieser Einschlag des Körpergefühls, eines ersten Selbstbewusstseins - wenn auch noch ganz in Kulte und Stamm eingebunden- stattfand. Diese Vertreibung aus dem Paradies des Nicht- Selbstseins, Nicht- Verantwortlichseins, muss wohl so Mitte der Eiszeit gelegen haben. Das war auch, laut von mir zitierter Literatur, die Zeit genetisch nachweisbarer unglaublicher Wanderungen der wenigen (ca 35000) Menschen im Großraum Europa. Die Not und Dezimierung war so erheblich, dass sich bis heute starke genetische Spuren im südlichen Ländern wie Spanien finden- von absoluten Nordvölkern. Der Rest der Bevölkerung sammelte sich nicht nur wegen des eigentlichen Eises ganz im Süden, sondern wegen der schlechten dauerhaften Wetterbedingungen. Die Vermischung aller Kulturen muss ein Schock gewesen sein- ein Augenblick, der bewältigt werden musste- der nur bewältigt werden konnte von einem planenden, arrangierenden, lernenden Menschen.

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    2. Ich zähle bei Steiner (vgl. GA 11 und 54) etwa drei Ich-Einschläge:
      Gondwana (Lemurien) Ich-Funken und magische Wille (13.244/249), Eiszeitalter (Atlantis) Gedächtnis (13.255), Jungsteinzeit (Nach-Atlantis) Verstand (13.271).
      U.a. Neanderthaler seien Nachkommen der Atlantier (97.105, vgl. 354.69 f.).

      Über die kaukasische Jamnaja und glaziale Refugia noch:
      http://www.spektrum.de/news/ahnen-stammen-auch-aus-dem-kaukasus/1376903

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    3. Steiner bezeichnet die drei Ich-Einschläge aus vorchristlicher Zeit auch als Vorstufen des Mysteriums von Golgatha.

      Ich finde diese Schilderungen sehr anregend. Meinem Verständnis nach geht es dabei jedesmal um das Lernen einer bestimmten Art der Enthaltung, jeweils auf einer anderen Ebene – um in Zukunft diesbezüglich nicht bloß reaktiv, sondern frei handeln zu können.

      Und könnte man nicht sogar sagen, daß wir das Erlernen dieser Enthaltungen in den ersten Jahren unserer kindlichen Entwicklung wiederholen – ähnlich wie nach Haeckels biogenetischer Grundregel die Ontogenese die Phylogenese wiederholt?

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    4. Ja, wunderbar. Und embryonal vorangehend ist dann noch das paradiesische Hyperborea, worauf Michael deutet (von Delors geologisch besprochen als Eiweiss-Atmosphäre im Atlantis-Aufsatz ‘Morgenröte der Lemuris‘).

      ‘Sie vernimmt da etwas, was sich etwa in die Worte bringen läßt: «Das ist meine Gestalt» Und ein solches Gefühl, das man auch ein aufdämmerndes Ich-Gefühl nennen dürfte, bleibt der Seele während ihrer ganzen Verbindung mit dem physischen Leibe.‘ 13.228

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  6. Das sind alles Spekulationen, Steiner war kein Anthropologe, Archäologe oder Frühgeschichtler - ausserdem haben seine Formulierungen ("heruntergekommene Nachfahren", "wilde Völkerschaften") einen klar diskriminierenden Charakter. Schade, dass hier nicht wirklich sachlich und auch kritisch diskutiert werden kann. Es werden immer neue Reizthemen und Appetithäppchen ins Rennen geworfen, aber nicht wirklich debattiert.

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    1. Für den Vorwurf der Spekulation bei Steiner, siehe 11.98, 130 und 230. War seine zentrale naturwissenschaftliche Spekulation nicht eine Plastizität des Menschen durch alle geologische Zeitalter hindurch? Und deutet er für Lemurien nicht auf das Mesozoikum, also auf den Kontinent Gondwana?

      Degeneration war ein wichtiger Begriff für die Monogenisten Buffon und Blumenbach. Die archaischen Menschengruppen seien aber laut Steiner nicht isoliert und abgrenzt, sondern umbildungsfähig (11.71) und in Zusammenhang mit einer rückwärtsgehenden Evolution stehend (vgl. 262.15). Die (stereotypierte) Menschengruppen haben bei Steiner ebenfalls einen gemeinsamen Ursprung (kein Polygenismus).

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    2. "Die Seelen- oder Astralvorfahren des Menschen wurden in die feine oder Aethererde hereinversetzt". "Ungeheure Lasten konnte der Atlantier heben durch blosse Willensentwicklung". "Der Mond-Tiermensch hat noch nicht feste Knochen. Sein Gerüst ist noch knorpelartig ... weich ... sein Fortbewegen ... ein schwebendes." Alles keine Spekulation?

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  7. Nein, für Steiner war es keine Spekulation, oder?
    ‘Denn diese Forschung beruht nicht auf einer Spekulation, auf einem Spinnen in bloßen Begriffen, sondern auf wirklicher geistiger Erfahrung. Usw.‘ (11.130)

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    1. Gut, das sind Behauptungen von Steiner, die bis heute niemand anderes verifizieren konnte. Weder empirisch noch "geistig" so, dass es andere wirklich nachvollziehen können.

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    2. Und ist diese “geistige“ Prüfung überhaupt möglich? Oder kann man intuitives Wissen nur logisch (mit reinem Denken) nachvollziehen?

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    3. Eine Intuition (im Alltagssinn) ist eine schlagartige Einsicht in einen komplexen Zusammenhang. Kühlewind hat gern wiederholt, dass diese Intuition verlängert - also als Zustand der Einsicht) den Namen Meditation verdient. Die Komplexität des Betrachteten lässt sich ebenfalls durchaus vertiefen. Aber es ist immer dieselbe Einsicht - d.h. im eigentlichen Sinne fängt das Denken hier an, in der Intuition.

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    4. Niemand kann mit "reinem Denken" nachvollziehen, dass es Atlantis im Sinne Steiners gegeben hat, dies ist auch keine intuitive Einsicht, wieso sollte es auch eine sein? Steiner hat das meiste von Theosophen übernommen. Grosse Intuitive Einsichten, etwa in der Kunst, finden bei vielen Menschen über lange Zeiträume hinweg einen grossen Nachhall, werden geteilt, als Inspirationen aufgenommen, können nachvollzogen werden, weil sie etwas Universelles in uns berühren. Nichts davon bei Steiner, auf dessen Bilder nur eine ganz kleine Minderheit anspricht. Und auch die noch meistens so, dass sie ihre "Be-Geisterung" den anderen kaum oder gar nicht plausibel machen können.

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    5. @akasha

      Mit dem reinen Denken mit Sicherheit nicht. Daher spricht Steiner hiervon: Indem das reine Denken zum reinen Willen wird, ergibt sich die künstlerische Verfassung.

      In selbiger auf Steiners Aussagen geschaut, ergibt sich: Es sind Bilder. In einer bestimmten Komposition von Bildekräften. Und um die geht es Steiner. Eben um eine Neuordnung. Für diese neue Ordnung dienen die Bilder der Bildekräfte. Letztere selbst sind gegenstandsfrei. Und so das genaue Gegenteil. Sie sind Gegenstand bildend.

      ~ B.

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    6. Anders gesagt:

      Imaginationen dienen der Ordnung von Bildekräften. Oft sah ich junge Männer, x-beinig und mit hängenden Schultern, in einen Western latschen. Herausstolziert kamen sie o-beinig, mit gespreizten Schultern.

      ~ B.

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    7. Weiterhin sei gesagt:

      Eine Million „Flüchtlinge“ kam man allein imaginativ erfassen. In welches Bild jemand also eine Anzahl von „Flüchtlingen“ kleidet, das ist weiterhin ausschlaggebend dafür, wie sich die Bildekräfte derjenigen, die solche Bilder nachempfinden, umgestalten.

      Ein und dieselben Bildekräfte kann man imaginativ so „organisieren“, das bei selbigen Gutwilligkeit, oder eben so, das Eigenwilligkeit, in Kraft tritt.

      ~ B.

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    8. Wenn (die Existenz von) Atlantis „keine intuitive Einsicht“ ist und Steiner „das meiste von Theosophen übernommen“ hat, dann geht noch die Frage voran ob geistige Erfahrung (intuitives Wissen) prinzipiell möglich ist, z.B. über das Eiszeitalter oder das Tertiär (Atlantis im Sinne Steiners).

      Ihre Erkenntnis und Weisheit war eine übersinnlich erworbene. Man nennt eine solche Erkenntnis intuitiv. Der gegenwärtige Mensch kommt erst auf einer späteren Stufe seiner Entwickelung zu solcher Intuition, die es ihm möglich macht, ohne sinnliche Vermittlung mit dem Geiste in Berührung zu kommen. 11.79

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    9. Einige Anmerkungen, im Hinblick auf den Philosophen Wilfrid Jaensch, zu dem Wort „Atlantis“

      Dafür, vorab noch eine Klärung des Wortes „Kontinent“.

      Partizip Präsens von dem Verb continere = ;eingeschlossen aus dem Präfix con- = zusammen und dem Verb tenere = halten, besitzen,

      Also bedeutet „Kontinent Atlantis“: Der Zusamenhang ist Atlantis. Mithin ist Atlantis kein Erdteil, oder Teil der Erde, sondern die Erde ist ein Teil des Gesamtzusammenhanges „Atlantis“.

      Laut Wilfrid Jaensch ist dieser Gesamtzusammenhang die Ordo, oder das Sonnenland. Dazu folgt weiter unten ein Textauszug aus dem Ordoblog von W.J. . Dazu aber zunächst noch kurz etwas aus seiner Schrift „Die Zerstörung der deutschen Kultur durch Goethes Faust“.

      W. J. : „ Was war vor der >Sündflut< ? Aus Ägypten drang die Kunde zu Platon, der sie von seinem Vorfahren Solon erfuhr: Vorher war Atlantis. Aber Atlantis ist untergegangen, wie Platon behauptet. [] Aber, ….Atlantis unterliegt nicht der Zeitrechnung. Es ist [] der Kontinent ( Zusammenhang B.S.)
      des ewigen Lebens. Ewig ist das Leben, das sich selbst erzeugt.“

      Nun der angekündigte Auszug aus dem Ordoblog:

      W.J. : Wer ist die Sonne? Wie Sie in Info3 nachlesen können (8), sind die Ungeborenen und Verstorbenen, solange sie noch nicht bzw. nicht mehr innerhalb Mondsphäre sublunar, also irdisch derart verschmachten wie die Autoren + Leser dieses Textes, - die Toten + Ungeborenen also sind die Sonne. [] Das Licht der Sonne ist die Leiblichkeit der Ungeborenen + Verstorbenen. Sie leben nicht nur, wie wir Irdische es tun: Sie schenken uns das Leben. Daher nennt man sie : Gott, Theos, Deus, Deutsch.“ [] Deutschland ist Sonneland

      Deutschland wird weder historisch, noch national erkannt, denn Historie ist zeitliche, und Nation ist räumliche Ausgrenzung anderer Kulturen im Binnenraum der Erdoberfläche (sublunar). Die deutsche Kultur dagegen stülpt den Binnenraum der Erdoberfläche um, in dem wir die Oberfläche ausklappen, als ebene Fläche denken und jeden Punkt der Erdoberfläche direkt auf die Sonne beziehen. Dadurch steht die Sonne in der Mitte aller Punkte der Erdoberfläche. Ganz abgesehen von der Umlaufbahn der Erde im Jahreskreis, dessen Mittelpunkt die Sonne ohnehin ist. Und jetzt erklärt sich das Wort „Deutschland“. Deutsch oder Deus sind die Ungeborenen + Verstorbenen, welche die Sonne erzeugen + uns Irdischen das Leben schenken. „Land“ ist jeder Teil der Oberfläche der Erde. Deutschland bedeutet also : die Erde aus dem Blickpunkt der Sonne sehen, nämlich als deren Umkreis. Jedes Land der Erde ist Sonneland und kann zu Deutschland werden, sobald ein irdische Mensch auftritt, der denkt, und der will, und der fühlt: Dass er/sie aus der Sonne kommt, die sich selber im Menschen „ich“ nennt.

      Gruss ~ B.

      Löschen
    10. Lieber Burghard, ich weiss sowohl Jaensch zu schätzen als auch die Freiheit, auf solch einem Blog die abgehobensten Theorien zu verbreiten. Das alles ist o.k. und muss in einem Raum des "freien Geisteslebens" so sein. Aber wer um alles in der Welt soll diese exzentrischen Gedanken verstehen? Ich meine gar nicht mal Historiker, Archäologen, Mythenforscher, die "professionell" mit dem Thema Atlantis umgehen, sondern der ganz normale Mensch auf der Strasse. Und ihn sollte man ehren, so wie ein Professor in meinem Philosophiestudium mal gesagt hat, wer Hegel nicht am Stammtisch erklären könne, habe ihn nicht verstanden. Das gilt auch für anthrop. Erklärungen von Atlantis. Da sagt mir deine Bemerkung zu Atlantis, es seien Bilder, die zur Anregung von Bildekräften dienen, mehr als die Ideen von Jaensch. Aber was machen diese Bildekräfte in dir, wie vertiefen sie deine Gedanken zur Entstehung frühgeschichtlicher Kulturen, ohne sich ganz von den beeindruckenden Erkenntnissen wegzubewegen, die die Wissenschaft da schon gewonnen hat?

      Löschen
    11. Das ist dann bei Steiner der Nerthus-Mythus:
      ‘Daß im Laufe der atlantischen Zeit die Wasser nebelförmig die Luft der Atlantis durchdrangen, das war ein Zustand, der damals damit zusammenhing, daß eben diese Seelen herunterstiegen, die man mit dem alten Hellsehen der atlantischen Zeit wahrnahm.‘ 121.186 ff.

      Allerdings: ‘Wenn man in der alten Atlantis, wo die Luft ganz erfüllt war von dichten, schweren Wasser-Nebelmassen, und wo der Mensch ein Wasserwesen war, den Menschen angesehen hätte, so hatte man sagen können: Er war so ähnlich beschaffen wie heute gewisse gallertartige Tiere im Meereswasser, die man kaum unterscheiden kann von dem umliegenden Wasser.‘ 112.261

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    12. Lieber Akasha,

      Du schreibst: „Aber wer um alles in der Welt soll diese exzentrischen Gedanken verstehen?“

      Ich. Und das in vielen Jahren sich bewährender und weiterhin fortgesetzter Studienkreise. Gerade diese von dir erwähnte, „scheinbare“, Exzentrik ist es, die mich ständig zur Konzentrik herausfordert. Dabei kann ich gewahren, das die von dir empfundene Exzentrik bei Wilfrid Jaensch, mir nichts anderes ist denn die Wellen derjenigen Kreise, die miteinander eines Mittelpunktes sich gewiss sein können.

      Bei vertiefender Betrachtung erweisen diese Kreise sich als eine alleinige Spirale. So eine, innnerhalb derer Schwingungen, sich stets weitere Spiralen, miteinander allerdings wiederum spiralförmig, in einer allen gemeinsamen Selbstbewegung finden.

      Zudem durchwogt diese eine Selbstbewegung sich mit ihrer „Achterbahn“. Der eine von deren Scheitelpunkten durchzieht fortdauernd den Mittelpunkt, der andere ist in einer fortwährenden Weitung begriffen, immer daraufhin ausgerichtet, die jeweilig „äußerste“ Kreisbildung zu schneiden.

      Selbstverständlich kann diese „Achterbahn“ zudem auch auf jeden frei gewollten und so gewählten Kreis, hingewendet werden.

      Weiterhin stellst Du diese Frage: „Aber was machen diese Bildekräfte in dir, wie vertiefen sie deine Gedanken zur Entstehung frühgeschichtlicher Kulturen, ohne sich ganz von den beeindruckenden Erkenntnissen wegzubewegen, die die Wissenschaft da schon gewonnen hat?

      Dazu kann ich andeutend sagen: Es gibt in mir kein, von meinen Tätigkeiten, unabhängiges Bildekräfteerleben. Das ist von daher so, da ich diese Kräfte allein in Selbsttätigkeit erleben kann und will. Dennoch bin ich mir dessen gewiss, das, unabhängig von meiner Tätigkeit im Besonderen, sie „allerorts“ ihr Kraftfeld darleben.

      Da nun die „Kreise“ frühgeschichtlicher Kulturen sich außerhalb meiner „Studienkreise“ finden, daher kann ich mich derjenigen Bildekräfte, die zur Erforschung derselben dienen können, nicht bedienen.

      Gruß ~ B.


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    13. Man kann alles mit "Atlantis" machen: ein Gedicht, Theaterstück schreiben, von mir aus eine Oper (gibt es sogar) oder einen Fantasyfilm a la Hollywood drehen, alles möglich, alles legitim, der Phantasie des Menschen sollen keine Grenzen gesetzt sein. Man kann auch - poetisch - wie Jaensch, die Erde als Teil des Sonnenland-Gesamtzusammenhanges Atlantis deuten, wenn man mit solchen Imaginationen schöner zu leben glaubt und andere nicht zu sehr damit belehren will, auch das ist vollkommen berechtigt. Nur ergibt sich die Frage, was das alles mit Steiner zu tun hat, der eben kein Poem über Atlantis schreiben wollte, sondern es - mit demselben Ernst wie Blavatsky und Scott-Elliott - für unumstössliche historische und geographische Wahrheit hielt. Er wollte ja auch, dass es in Waldorfschulen gelehrt wird, als tatsächlicher Vorläufer etwa der ägyptischen oder indischen Hochkulturen, was Waldorf heute tunlichst unterlässt, um nicht in grosse Schwierigkeiten zu kommen und endlich vom Staat und der Wissenschaft anerkannt zu werden. Das ist das Hauptproblem: Steiner machte nicht klar genug, ob es sich um einen Mythos, eine Phantasie "zur Anregung der Bildekräfte handelt" oder um historische Wahrheit. Daraus resultieren alle Probleme. Er hätte die ganzen Ortsangaben weglassen und schreiben sollen: Ich erzähle Euch mal einen schönen Traum. So machen es Künstler - und Steiner war eben kein echter Künstler, das war ihm zu wenig, er wollte "Geisteswissenschaftler" sein.

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    14. Lieber Akasha,

      Steiner machte (also deiner Ansicht nach)nicht klar genug, ob es sich um einen Mythos, eine Phantasie "zur Anregung der Bildekräfte handelt" oder um historische Wahrheit.

      In kurzer Selbstbesinnung könnte dir aufleuchten, der Mythos wirkt allein dadurch als Bildekraft,das er als das genommen werden kann, wie er auftritt.

      Du kannst doch einem Kind nicht sagen: Hallöchen, ich erzähle dir gleich einen "vollkommenen ......." und dann mit dem Märchen beginnen.

      Zudem, bitte genau lesen. Es geht dabei nicht um eine Anregung, sondern um eine Neuordnung von Bildekräften. Einer Anregung bedürfen die nicht. Eher umgekehrt, also eines Haltens, auf das sie nicht allein weiterhin, blind füreinander, bloß das machen können, das ihrer jeweiligen Natur gemäß ist, also einander negierend und so bewusstlos aufeinander losgehend,( s. dazu die altgriechische Sagenhaftigkeit) sondern im Selbstbewusstsein des Menschen aneinander aufwachend, sich gegenseitig anerkennend und weiterhin füreinander in Tätigkeit ihr Kräftewirken ausgestaltend.

      ~ B.

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    15. Weiterführung:

      @Akasha: "Steiner war eben kein echter Künstler, ..."

      Jeder Einsichtige ist sich dessen bewusst, das es in guter Kunst um Nichts geht, also allein um die Organisation von Bildekräfte. Dieses nichtige Tun aber, das ist die Grundlinie für jegliche, wie da kommenden, Kreisbögen.

      ~ B.

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    16. Für den Untergang von Atlantis sah Steiner 1919 eine geologische und historische Zusammenhang mit den gleichzeitigen Eiszeiten in Europa:

      X.: Wie kann man für den geologischen Unterricht einen Zusammenhang herstellen zwischen der Geologie und der Akasha-Chronik?... Das ist einfach geologisch festzustellen an den Schichten. Wir versuchen also, diese Dinge in Zusammenhang zu stellen, aber wir dürfen nicht davor zurückschrecken, bei den Kindern von dem atlantischen Land zu sprechen. Wir dürfen das nicht überspringen. Auch im geschichtlichen Zusammenhang können wir daran anknüpfen. …Die Eiszeit, das ist die atlantische Katastrophe. Die ältere, mittlere und neuere Eiszeit, das ist nichts anderes als das, was vorgeht in Europa, während die Atlantis untersinkt. 300a.85 f.

      Siehe: http://www.andreas-delor.com/tl_files/andreas1/pdf/atlantis/Atlantis-Rezeptionen-II.pdf

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    17. @burghard: Kreisbögen, die nur noch in sich selber kreisen .... Ich weiss nicht, wo hier noch ein Dialog stattfindet ... Schade.

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    18. Lieber Akasha,

      gut, belassen wir es also bei dem bisher Gesagten. Danke für deine Beiträge.

      ~ B.

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    19. @Ton

      "Die Eiszeit, das ist die atlantische Katastrophe. Die ältere, mittlere und neuere Eiszeit, das ist nichts anderes als das, was vorgeht in Europa, während die Atlantis untersinkt. 300a.85 f." (Steiner)

      Was sagst du nun dazu als gelehrter Mensch?

      Ich sage mal: Gewagt, gewagt und auch beweisbar? ;-)
      Was kam zu Tage als das Eis wieder verschwunden war? - was findet und fand man außer Mammutknochen, Neandertaler, Dinos, Versteinerungen jeglicher Art, etc. etc.

      Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin da ein ganz prakmatischer und meistens auch logischer Mensch ;)

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    20. pragmatisch sollte es heißen, sorry ;)

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    21. In Warmzeiten (Zwischeneiszeiten) hat es viel Schmelzwasser und Eisstausee-Ausbrüche, und auch Landhebungen und Senkungen gegeben (postglaziale Landhebung). Das Eiszeitalter sei daher für Steiner (vgl. 104.69) ein Anknüpfungspunt an die atlantische Katastrophe (Sintflut) gewesen. Die Atlantis selbst sei Europa und Grönland zusammen gewesen (121.176 f.): geologisch die Situation im Tertiär.

      Es ist nicht leicht, ein konkretes Ereignis in der Akasha-Chronik zu verfolgen; man muß sich zu Hilfe kommen durch Anknüpfung an Dinge, die man äußerlich erfahren hat. 99.44

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    22. @ Ton

      Ja, das kennt man, danke. Alles mal aufgerollt entsteht jedoch folgende Frage. Wie steht es nun konkret (!) - um die atlantische Bevölkerung - VOR ALLEM - vor, während und nach der letzten Eiszeit!! Wie sahen sie z.B. zu dem Zeitpunkt aus, wie lebten sie oder waren sie da immernoch mehr ätherisch/astraler Natur oder Quallenartige Wesen mit extrem fliehender Stirn und wasserkopfartig, wie Steiner meinte? - (inkl. ihrer Flugkörper und magischen Fähigkeiten).

      DANN muss es aber extreme Paralellwelten gegeben haben (wohlwollend ausgedrückt). Denn vor 10-30.000 Jahren haben hier in 'Europa' Jäger und Sammler gelebt und davor die sogen. Neandertaler (inkl. der Tierwelt wie Wölfe, Rehe, Mammuts etc etc)..neuste Knochenfunde in Südafrika und anderswo beweisen sogar ein noch viel älteres, dem Menschen ähnliches Geschöpf!

      Eine völlig andere Menschenart also neben den Steinzeitmenschen und Neandertalern?

      Wenn er die Atlantier dann hinzu noch konkret verortet - wie ja auch geschehen, nämlich - verstofflicht - in Irland, dann wirds spannend, aber auch verwirrend...Dann muss es zu dem Zeitpunkt zumindest Kontakt zu den Steinzeitmenschen gegeben haben ;)

      Ich finde da kaum zu einem logischen Ergebnis...auf der einen Seite Steiners atlantische Mystik bzw. seine Schauungen (mit teils konkretem Einschlag und Verortungen) und andererseits das was damals tatsächlich vorhanden war und ja auch durch Ausgrabungen bewiesen ist!

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    23. Ergänzung: UNMITTELBAR - vor, während und nach der letzten Eiszeit!!

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    24. Also bei Steiner gäbe es in der Atlantis: alte Wassermenschen ohne Fossilierung (Tertiär), Übergangsmenschen (Neandertaler) und anatomisch moderne Menschen (Irland):

      Besonders wenn wir in Zeiten zurückgehen, die noch früher zurückliegen, da haben wir den Menschen viel, viel weicher. Und wenn wir noch weiter zurückgehen, ist er wässerig, ist er ganz flüssig. Da bilden sich natürlich keine Versteinerungen davon, sondern da geht er eben auf in der übrigen Flüssigkeit der Erde. So daß man also sieht: So wie wir heute dastehen, sind wir erst geworden. Wir sind ja auch ein kleines Flüssigkeitsklümpchen, wenn wir zuerst im Mutterleib noch sind. Nun, das ist verkümmert, das ist klein; dazumal waren wir große, mächtige flüssige oder weiche gallertartige Wesen. 354.66 (vgl. 13.265 f.)

      Die Atlantier, die alten Atlantier, die hatten in ihrem wäßrigen Kopf gerade eine sehr hohe Stirne, und dann kam, als dies zurückging, zuerst die niedrige Stirn, und die wuchs sich nach und nach wiederum aus zu den höheren Stirnen. Das ist eben eine Zwischenzeit, wo die Menschen so waren wie der Neandertalmensch, oder die, die man in Südfrankreich [La Chapelle] oder in Südslawien [Krapina] ausgegraben hat. Das ist ein Übergangsmensch, ein Mensch, der gelebt hat, als gerade in den Küstengebieten sich der Boden nach und nach gesenkt hat. 354.69

      Im letzten Drittel der atlantischen Zeit wird dann die Menschengestalt immer ähnlicher der heutigen. So steigt der Mensch buchstäblich, wörtlich aus Sphären herunter, die wir bezeichnen müssen als Wasser- und Wasserdampfsphären, Wasser- und Luftsphären usw. 103.113 f.

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    25. Danke Ton. Aber wo bleibt nun die angeblich so hohe Kultur (siehe Flugobjekte etc) der Atlantier ab, im Tertiär?
      Denn die Frühmenschen (aus Arika herkommend) sowie später die Neandertaler und dann die späteren Steinzeitmenschen, sind doch nicht mit Flugobjekten herumgeflogen...die waren Sammler und Jäger, hatten Steinwerkzeuge und waren bestenfalls Höhlenkünstler (wo sie meist die Jagd abbildeten)...

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    26. Bei Steiner hätten die spätere Nachkommen der atlantische Wassermenschen feste Formen bekommen:
      Dem widerspricht nicht, daß noch Nachkommen der letzten Lemurier und Atlantier vorhanden sind, die heute ebenso feste Formen aufweisen wie die später gebildeten Menschenrassen. Diese Überbleibsel mußten sich den geänderten Umgebungsverhältnissen der Erde anpassen und wurden so auch starrer. Gerade darin liegt der Grund, warum sie im Niedergang begriffen sind. usw. 11.71

      Das Leben in der Zeit der alten Atlantis war eine Art von Wasser- oder Seeleben, wo die Menschen zum größten Teile auf Fahrzeugen auf dem Wasser lebten und sich erst allmählich an das Leben auf dem Lande gewöhnten. Denn die alte Atlantis war nicht nur von einer Wassernebelluft umgeben, ein großer Teil der Atlantis war von der See bedeckt. Usw. 101.162

      Scott Elliot (The Story of Atlantis) hatte 1896 Luftschiffe (air boats) und seetüchtige Boote – angetrieben von einer ätherischen Kraft – beschrieben, etwa wie Knatterboote:
      A strong heavy metal chest which lay in the centre of the boat was the generator. Thence the force flowed through two large flexible tubes to either end of the vessel, as well as through eight subsidiary tubes fixed fore and aft to the bulwarks. Etc.

      Bei Steiners Atlantiers seien es schwebende Fahrzeuge, geheizte Pflanzensamen und weiche Metalle:
      Er wußte, wie man es macht, um die Kraft eines Kornhaufens in technische Kraft umzuwandeln, … so hatten die Atlantier Vorrichtungen, die sie — sozusagen — mit Pflanzensamen heizten, und in denen sich die Lebenskraft in technisch verwertbare Kraft umwandelte.
      So wurden die in geringer Höhe über dem Boden schwebenden Fahrzeuge der Atlantier fortbewegt. Diese Fahrzeuge fuhren in einer Höhe, die geringer war als die Höhe der Gebirge der atlantischen Zeit, und sie hatten Steuervorrichtungen, durch die sie sich über diese Gebirge erheben konnten. 11.29 f. (vgl. 13.255).

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    27. Lieber Ton,

      Ausgangspunkt unseres Austausches war folgender Satz von Steiner: "Die Eiszeit, das ist die atlantische Katastrophe. Die ältere, mittlere und neuere Eiszeit, das ist nichts anderes als das, was vorgeht in Europa, während die Atlantis untersinkt."

      Eindeutig ALLE Eiszeiten sind hier genannt(ältere, mittlere, jüngere) in Verbindung mit Atlantis. Und ich erhoffte mir eigentlich von dir weniger weitere Zitate von Steiner (die kenne ich alle), sondern mich hätte interessiert wie - DU - das ganz persönlich siehst und ob du das gedanklich durchleuchtet und gegf. recherchiert hast anhand der geologischen/eiszeitlichen Tatsachen bzw. Wissenschaften! Der obige Satz von Steiner ist ja ein wichtiger Anhaltspunkt, um sich dem allgemeinen Wissensstand anzunähern (was er ja forderte, auch für die W.schule)...Wann in welcher Eiszeit sollen also diese wässrigen, mehr ätherischen - atlantischen Wassermenschen in etwa gelebt haben und wann die 'irische' Gruppe, die sich schon verstofflicht hatte nach Steiner und gen Osten wanderte (mit einem hohen Anführer) - ins heutige Asien...

      Für mich sind das eher Parallelwelten oder Mythen und Träumereien - quasi "Atlantis im Astralen" wie es im Waldorfblog heißt...es gibt von Steiner keinen oder kaum einen fundierten Hinweis für eine Entsprechung im Irdischen (wie oben so unten). In der letzten Eiszeit bis vor 10.000 Jahren und weit, weit davor, lebten in Europa und verstreut in der ganzen Welt, Steinzeitmenschen, Jäger und Sammler und Neandertaler...(und die Wiege der Menschheit wird von den Wissenschaftlern in Afrika gesehen)...

      Ein anderes Beispiel noch bezügl. des Themas Pflanzenwelt in der Karbonzeit...das geriet sogar der Ur-Anthroposoph und Forscher Wolfgang Schad in Bedrängnis, Zitat/Tiel im Waldorfblog:

      "Kein Äther im Karbongestein"

      "Ein anderes Beispiel wäre der anthroposophische Evolutionsbiologe Wolfgang Schad, der in einem Sammelbandbeitrag von 2011 eine genau umgekehrte Neuinterpretation vornahm. In Steiners Weltbild hat sich die Erde aus “übersinnlichen” Welten heraus erst zu ihrer heutigen Gestalt verdichtet, was er mit zahlreichen pittoresken Details anreicherte. So meinte Steiner, wie Schad ausführt, “dass die Pflanzen der Karbonzeit keine physischen Pflanzen gewesen seien, sondern, was so aussieht, seien nur hauchartige Eindrücke von Ätherwirkungen [sprich: “übersinnlich”-subtilen “Lebenskräften” – AM] in einem undifferenzierten Kohlebrei.” (Schad in Uhlenhoff: Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart, 156, vgl. Steiner: GA 300)."

      Das kann und muss Schad als Evolutionsbiologe kritisieren:

      "Wer selbst einmal im Karbongestein Pflanzenfossilien gesammelt hat, kann sich leicht davon überzeugen, dass es sich einst um reale, physisch lebendige Pflanzenfossilien gehandelt hat. Im Mikroskop ist die Zellstruktur der Pflanzengewebe noch gut zu erkennen … auch schon fossile Amphibien und erste Reptilien sind aus dem Karbon gut bekannt.” (ebd.)

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    28. Ergänzung/Verbesserung meines Satzes:
      "Für mich sind das - BIS JETZT - eher Parallelwelten oder Mythen und Träumereien..."

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    29. Also, meine Schlüsse? Es handelt sich bei Scott Elliots und Steiners Atlantis-Darstellungen um geologische und anthropologische Systematisierungen, was bei Blavatsky noch zerstreut und chaotisch ist. Zentral steht eine anthropozentrische, neolamarckistisch geprägte Evolutionsgedanke.

      Geologisch betreffen ihre früh-atlantische Beschreibungen das Paläogen und besonders das Paläozän mit Baffinbai, Polarmeer, Turgai-Strasse, Tethys und Sahara (zusammen der griechische Okeanos). Nur Spät-Atlantis ist gleichbedeutend mit dem (quartären) Eiszeitalter.

      Die knorpelige, atlantische ‘Wassermenschen‘ sind nur eine logisch nachvollziehbare Konsequenz von einem stufenweisen, elementaren Deszensus. Archaische Homo-Spezies (Erectus, Neandertaler) und anatomisch moderne Jäger-Sammler (zuletzt die Iren) sind nicht eigenständige, menschliche Zwischenformen (missing links), sondern quasi parallel fossilierte Nachkommen (Abzweigungen) dieser gallertartigen, transparanten, warmblutigen, kindlich aussehenden (neotene) Wassermenschen.

      Die atlantische ‘Luftschiffe‘ sind faktisch Fahrzeuge, so Steiner korrigierend 1909 (109.77) und noch 1918 (184.148). ‘Luft‘ bedeutet hier ein nebeliges, eiweiss-artiges Zwischending. Bei Scott Elliot sind allerdings additional noch komplette technische Auswirkungen phantasiert in der Form von putt putt boats und war ships.

      Steiners karbonische Pflanzen in ‘Ätherform‘, die sich in einem organischen Brei versteinerten, wurden bei Schad (2011) zu “hauchartige Eindrücke von Ätherwirkungen in einem undifferenzierten Kohlebrei“. Also, lebendige Form wird hier physikalische Wirkung, lebendiger Brei wird toter Kohlebrei?

      Im Allgemeinen: … es nur zu leicht vorkommt, daß eifrige Bekenner der Geisteswissenschaft, wenn sie einige Erkenntnisse in sich aufgenommen haben, dann ins Blaue hinein die Ideen weiterspinnen. Dann ist es kein Wunder, wenn dabei nur Hirngespinste herauskommen, wie sie ja auf diesen Gebieten ganz besonders wuchern. (11.230).

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    30. @Ton

      Danke für deine Schlüsse. Sie machen mich jedoch nicht so recht zufrieden, ich hatte etwas mehr erhofft. Es geht mir mehr um das EIGENE Denken, Erleben, Fühlen und Forschen und Beobachten in der Neuzeit, auch und gerade bei anthroposophischen Themen! Deine Gedankengänge sind interessant, aber doch sehr durchzogen von reiner anthroposophischer, esoterischer Lehre, Zitaten, Mystik und und...Oder um es anders auszudrücken - Reformation der Anthroposophie beginnt für mich im Pragmatismus und im eigenen Denken (und dazu gehört auch spekulieren bzw. sinnen im besten Sinne, nicht im niedersten!)...

      Letzters Zitat, insbesondere zu "wenn sie einige Erkenntnisse in sich aufgenommen haben, dann ins Blaue hinein die Ideen weiterspinnen. Dann ist es kein Wunder, wenn dabei nur Hirngespinste herauskommen, wie sie ja auf diesen Gebieten ganz besonders wuchern" .. Das kann sehr schnell zum Totschläger werden und denktot machen. Steiner hat doch geradezu dazu aufgefordert, individuell zu prüfen, damit man schließlich SEINE Schauungen nicht für Hirngespinste hält! ALLE sind also am Spekulieren, Studieren und Suchen! Ton, trotzdem danke für deine Mühe! lg

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    31. "Geologisch betreffen ihre früh-atlantische Beschreibungen das Paläogen und besonders das Paläozän mit Baffinbai, Polarmeer, Turgai-Strasse, Tethys und Sahara (zusammen der griechische Okeanos). Nur Spät-Atlantis ist gleichbedeutend mit dem (quartären) Eiszeitalter."

      Hast du das aus dem Steinerfundus?

      Zu "Archaische Homo-Spezies (Erectus, Neandertaler) und anatomisch moderne Jäger-Sammler (zuletzt die Iren) sind nicht eigenständige, menschliche Zwischenformen (missing links), sondern quasi parallel fossilierte Nachkommen (Abzweigungen) dieser gallertartigen, transparanten, warmblutigen, kindlich aussehenden (neotene) Wassermenschen."

      Das kann nach Steiner nicht sein! Denn er sagte, dass die 'atlantisch-irische Gruppe' in die Verstofflichung kam (durch die klimatische Abkühlung) und mit einem Anführer gen Osten zog - wobei gleichzeitig auf dem 'europäischen' Festlande, laut Steiner, schon Menschengruppen/Jäger und Sammler, existierten! Schau mal nach auf Anthrowiki/Thema Atlantis!

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    32. Anthrowiki erwähnt doch ebenfalls, Steiner zusammenfassend, Paläogen (d.h. Tertiär, 300a.107 f.), Baffinbai, Sahara etc. (121.176 f.)? Siehe z.B. Karte: http://worterbuchdeutsch.com/de/palaogen

      Aber auch Anthrowiki ist natürlich nicht lückenlos, z.B. über Irland:
      Die am letzten auswanderten, das waren diejenigen Menschen, die in der Nähe des heutigen Irland wohnten, und die sich am längsten schmiegsam erhalten hatten, die sich sozusagen am längsten im Paradiese erhalten hatten. Sie wanderten vom Westen nach dem Osten und ließen überall auf dem ganzen Umfange des europäischen Kontinents gewisse Völkerschaften zurück. Die Fortgeschrittensten wanderten nach Asien und vermischten sich dort auf mannigfache Weise mit denen, die auf anderen Wegen hinübergekommen waren. 105.107f.

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    33. Lieber Ton, folgendes Problem meinte ich:

      Zitat Steiner: „Dort aber, wo Irland ist, und westlich davon, wo heute Meer ist, hatte der Mensch sich am weitesten entwickeln können. Da waren jene Mischungen von Warm und Kalt, durch welche der Menschenkörper am weitesten vorwärtskommen konnte. Aus der damals noch magischen Willenskraft entwickelte sich in der ersten Anlage ein unausgesprochenes Ich- Empfinden. Gerade an diesem Zeitpunkt lernte der Mensch zum ersten Male «Ich» zu sich sagen. Dann lernten da die Menschen in der ersten Anlage zählen, rechnen, ein beginnendes Urteilsvermögen zu entwickeln, das Kombinatorische. Es gab aber immer auch unter ihnen fortgeschrittene Wesen, die Führer der Menschheit, die sich zu den Menschen so verhielten, wie Wesen eines höheren Reiches. Die waren die Lehrer und Leiter geworden und gaben den Anlaß zu dem Zug nach dem Osten. - Von jenem Punkt in der Nähe des heutigen Irland aus bis weiter Östlich und nach Asien hinüber waren schon überall Völkersiedlungen. Nun gingen die fortgeschrittensten Bevölkerungsmassen nach dem Osten hinüber und bildeten auf ihrem Wege überall eine Art Kolonie. Die mächtigste, mit der höchst entwickeltsten Kultur, war in der Nähe der heutigen Wüste Gobi. Von dort gingen später einzelne Teile nach den verschiedensten Gegenden der Welt, ein Teil nach dem heutigen Indien; sie trafen dort schon Völkerschaften an, gelb-bräunliche, und vermischten sich zum Teil mit ihnen.

      Das war nach der atlantischen Flut, als diese Kolonie nach Süden ging und dort die erste Kultur der nachatlantischen Zeit begründete, die erste Kultur unserer Zeitepoche.“ (Lit.:GA 100, S. 141)

      Das macht mich stutzig Ton. Denn einerseits sagt Steiner, dass die Atlantier der Ursprung/Beginn der Menschheit seien, angefangen als feinstoffliche 'Wassermenschen' (also NICHT in Irland sonder weiter westlich) - quallenartig, knorpelig auf dem ersten Atlantis-kontinentlebten - dann, nach ersten dortigen Überschwemmungen, sich weiter entwickelten zum verstofflichten, sichtbaren Ich-Menschen, im Bereich des heutigen Irlands (die irische Atlantis-Gruppe) durch Abkühlung!! Teile dieser Gruppe zogen dann nach Süd-Osten übers Festland, aber - und nun kommst - dabei auf andere Menschengruppen stießen, nämlich Steinzeitmenschen.

      Diese anderen Steinzeitmenschen - (die übrigens schon vor 11700 Jahren teils sesshaft wurden in südlichen und südöstlichen Gebieten und Kunst und auch Kultstätten betrieben wie Ausgrabungen ergaben) - waren also schon längst da!! Somit kann Steiners Theorie, dass diese Festlandmenschen von den Atlantiern abstammen sollen, gar nicht stimmen! Denn die waren ja 'gerade erst' zu stofflichen Menschen geworden da irgendwo in Irland!

      Verwirrung, Verwirrung, kann ich nur sagen...ich verstehs jedenfalls nicht...und ich glaube, ich bin nicht der einzige ;))

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    34. Davon mal abgesehen, gabs ja viel viel früher auch schon die Neandertaler und die ersten Menschen aus Afrika...dann kamen die Steinzeitmenschen, wahrsch. eine Mischung daraus...aber was nun mit den atlantischen Menschen, die viel später zu stofflichen Menschen wurden?

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    35. Das späte anthropologische Atlantis-Bild bei Steiner, mit wechselnden Details zerstreut über die frühe Vorträge, ist komplex:

      Die Wölbung der Stirn (Denken) trat zuerst auf bei der fünften, irisch-atlantischen Kultur (93a.252), die aber paradoxerweise als letzte migrierte. Es waren schlichte Leute (109.13 und 44). Fast ganz Europa, die Nordteile Afrikas und große Teile Asiens waren damals schon bevölkert (106.14, auch 121.121 f.). Früher von Menschen ‘mit niedriger Stirn‘ (Homo erectus und neanderthalensis), später von anatomisch modernen Jäger-Sammlern (H. Sapiens). Diese kluge Jäger-Sammler betreffen dann Nachkommen der zwei späten atlantischen Kulturen; sie haben sich vermischt mit den irischen Kolonisten (105.107 f.).

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    36. @Ton

      "Diese kluge Jäger-Sammler betreffen dann Nachkommen der zwei späten atlantischen Kulturen; sie haben sich vermischt mit den irischen Kolonisten (105.107 f.)."

      Okay, aber nach wie vor - Wie bekommt man das nun zusammen - chronologisch, logisch und geordnet? Ich dachte immer - nur die IRISCHE Gruppe gehöre zu der späten, atlantischen Kultur und sei die einzige 'verstofflichte'? Nach obiger Steineräußerung müssten dann ja schon weit, weit vor der ausgewanderten 'irischen Gruppe' eine weitere Atlantier-Gruppe auf dem Festlande erschienen sein.
      Ich war jedoch fest davon ausgegangen, dass, laut Steiner, vorher nur feinstoffliche 'Wassermenschen' vorhanden waren ... da sehe ich im Augenblick noch einen Widerspruch, vielleicht ists auch nur ein 'missing link' ;)

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  8. Nehmen Sie es nicht persönlich, sondern versuchen Sie sich nur für einige wenige Sekunden einmal nüchtern vor Augen zu halten wie ein Nobelpreisträger der Physik in einer Vorlesung einem Studenten wohl antworten würde, der aus einer an der Wandtafel in ineinander folgerichtig verwobenen Abläufen entwickelten Formelkette einige Elemente schnell einfach einmal herausnimmt und damit glaubt die ganze Formel adabsurdum führen zu können.
    Meinen Sie nicht, dass eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit R.St. sich über derartig verkürzende Schlagwort Zitate ersthaft führen lässt, womit i c h Rudolf Steiner keineswegs verteidigen will, sondern Sie nur leise an ihre eigene Vorgabe oben (9.2.2016, 22:00:00 MEZ) erinnere sachlich und kritisch vorzugehen; dies also nicht nur anzumahnen, sondern im eigene Tun auch an den Tag zu legen.
    Und im Übrigen: Meinen Sie wirklich, dass Wissenschaft debattierbar sei?
    Freundlichen Gruss,

    Bernhard Albrecht

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  9. @ akashaworld:
    »Er hätte die ganzen Ortsangaben weglassen und schreiben sollen: Ich erzähle Euch mal einen schönen Traum. So machen es Künstler - und Steiner war eben kein echter Künstler, das war ihm zu wenig, er wollte "Geisteswissenschaftler" sein.«
    :-) Wie oft hat ein Teil von mir ganz Ähnliches gedacht!
    Ja, das wäre natürlich sehr praktisch. Rudolf Steiner als „echter Künstler“… und Atlantis als hübsches, anregendes Märchen…
    Oder vielleicht auch (wie Burghard es zu sehen scheint) als eine Art platonischer Mythos: frei erfunden, aber „wahr“ in einem höheren Sinne...

    Aber so einfach hat Rudolf Steiner es uns halt nicht gemacht.
    Und so bleibt die Frage: würde es wirklich zu diesem Menschen passen, ein solches frei erfundenes Märchen/einen solchen zwar im „höheren“, nicht aber im wissenschaftlichen Sinne „wahren“ Mythos in zahlreichen Vorträgen detailreich als (in Zukunft von der Wissenschaft zu bestätigende!) Wahrheit zu verkünden –– nur weil es ihm zuwenig gewesen wäre, ein Fantasy-Schriftsteller zu sein?

    Ehrlich gesagt – das erscheint mir persönlich sehr viel unwahrscheinlicher als alle die Frühgeschichte betreffenden „geisteswissenschaftlichen Mitteilungen“ zusammen.

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    1. Liebe Ingrid,

      in Bezug auf „mein“ Verständnis, bevorzuge ich Wilfrid Jaensch. Rudolf Steiner nehme ich in das Gemüt, was mythische Darstellungen betrifft.

      Wilfrid Jaensch gelingt es, selbige in so einer Gestalt vorzulegen, die es einem Leser ermöglichen kann, Mythos aktuell wie willentlich im Verstandesdenken begreif „und“ erlebbar(!), also, in Selbsttätigkeit als Selbst - und Welterkenntnis, denkend so in die Gegenwart zu heben, dass die willentliche Denkbewegung selbst der Mythos ist.

      Dazu ein Auszug aus dem Buch:

      „Wilfrid Jaensch – „ein moderner Geistesforscher“.
      Aus dem Briefwechsel zwischen Wilfrid Jaensch und Dietrich Spitta

      W.J. : „Aber es ist eine Tatsache, dass die Initiation des Menschen, wie Steiner sie anbietet, mich ungeheurer kalt lässt, langweilt. Wenn ich Ähnliches tue, so nur als Mittel zum Zweck. Der Zweck ist umgekehrt: Einweihung der Götter in das menschlich-irdische Bewusstsein. Ich sehe meine spezifische Arbeit so: Ich muss den irdischen Verstand (und soweit er vom Willen gesteuert ist, auch diesen Willen) derart durcharbeiten, durchglühen, dass er geschmeidig genug wird, um die „Liebe“ rein im Verstand zu sehen, zu erkennen und fruchtbar zu machen. Das, was ich „Göttin“ nenne, soll in den Verstand einziehen. Oder im Bild: Ich muss den Verstand zu einem Geschmeide für die Göttin umschmieden. Das ist der Unterschied. Steiner führt aus dem Verstand in „höhere“ Ebenen des Bewusstseins. Ich habe diese „höheren“ Ebenen in den Verstand zu bringen. Sie wurden durch Aristoteles, also durch das Verbot des Widerspruchs, aus dem Verstand ausgeschlossen. Ich muss sie wieder in den Verstand einführen. Damit polemisiere ich nicht gegen Steiner. Ich anerkenne vollständig, was er geleistet hat.“

      Gruß ~ B.

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  10. @ Ingrid

    "Aber so einfach hat Rudolf Steiner es uns halt nicht gemacht."

    Naja, das Wörtchen 'uns' in deinem Satz kannst du eigentlich nur auf dich beziehen oder? Ich würde da eher klar 'Ich' sagen und nicht verallgemeinern ;-)
    Ich verstehe Akashaworld ganz gut, verstehe seine Be-Denken, auch ist ja gar nix bewiesen bezügl. Steiners Schauungen...man bleibt also eh im träumerischen Glaubensbereich...wieso also sollte man nicht ganz entspannt von Mythos oder Sience-fiction oder sonstwas reden?

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    1. @ Valentin:

      :-) Mit „uns“ meinte ich nicht alle Menschen dieser Welt.
      Aber doch auch nicht nur mich selbst. Sondern all jene, denen es, wie mir, nicht genügt, in Bezug auf Steiners Mitteilungen über Atlantis „im träumerischen Glaubensbereich“ zu bleiben und ganz entspannt von science fiction oder sonstwas zu reden.
      Beim Nachlesen der postings hier hatte ich den Eindruck, einige der Gesprächsteilnehmer zählen sich mit zu diesem Kreis.
      Wem der Schuh paßt, der kann ihn sich anziehen — aber Du brauchst es natürlich nicht zu tun.

      LG, Ingrid

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  11. Neben intuitivem Zugang zur Atlantis durch die Akasha-Chronik seien imaginative Bilder der Atlantis möglich, die – wie bei Scott-Elliot – eine Verwechselung mit der Atlantis und der atlantischen Katastrophe bilden, z.B. Eisstausee-Ausbrüchen in Norddeutschland in Wärmeperioden.

    Die Weichheit (Bildsamkeit) der Atlantis sei zusammenhängend mit einer grösseren Lebendigkeit der Erde als Organismus, wie sie der Geologe Bosse dargestellt hat:

    “Wenn wir bei der Erdenentwickelung durch die Angaben der Akasha-Chronik zurückgeführt werden bis zu jenen Zeiten, wo die Atlantis bestand, ehe die große Flut kam und sie wegspülte, können wir die Vorgänge in dieser alten Atlantis verfolgen.
    Dieselben haben sich später in anderer Form noch einmal wiederholt. Lange vor der christlichen Zeit haben sich Ereignisse abgespielt in Norddeutschland, in Mitteleuropa, ostwärts von der Atlantis, bevor das Christentum von Süden heraufgezogen ist, die eine Wiederholung der atlantischen Ereignisse sind.

    Wenn jemand verfolgt die astralen Bilder der Akasha-Chronik, nicht die devachanischen [geistigen] Bilder, dann kann ihm eine Verwechslung mit diesen Wiederholungen der alten atlantischen Vorgänge passieren. Das ist wirklich der Fall gewesen in den Angaben von Scott-Elliot über Atlantis, die zwar durchaus stimmen, wenn man sie prüft in Bezug auf die astralen Bilder, doch nicht mehr, wenn man sie anwendet auf die devachanischen der wirklichen Akasha-Chronik. Das mußte einmal gesagt werden. In dem Augenblick, wo man erkennt, wo die Quelle der Irrtümer ist, kann man leicht zur wahren Schätzung der Angaben kommen. Noch eine andere Quelle des Irrtums kann kommen, wenn man sich auf die Angaben von Medien stützt. Medien, wenn sie entsprechende Mediumität haben, können die Akasha-Chronik sehen, obgleich meist nur deren astrale Spiegelungen. Usw. 99.45 (1907).

    “Wenn Sie die Erde also geschaut hätten in jener Zeit, bevor der Mensch aus ihrem atmosphärischen Umkreis zum festen Grund heruntergestiegen war, so würde sie Ihnen nicht vorgekommen sein wie das, was in der heutigen Geologie und so weiter abstrakt beschrieben wird, sondern unsere Erde als Ganzes war dazumal viel näher, man möchte sagen, einem Organismus. Es war diese Erde durchzogen von allerlei regelmäßigen Strömungen. Die Erde glich eher einem lebendigen Wesen als dem, was sie heute ist. Und der Mensch, der mehr als geistig-ätherisches Wesen in jener alten Zeit vorhanden war, wurde damals nicht so geboren wie heute, sondern er wurde sozusagen herausgeboren aus der Mutter Erde selber.“ 104.180 (1908),
    vgl. Ideen zum Gesteinskunde-Unterricht, Ein Beitrag von Dankmar Bosse 2011, http://www.waldorf-ideen-pool.de/index.php?aid=2906)

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  12. "............In diesem Buch (vermutlich auch in den folgenden) wird eine komplette Parallel- Wirklichkeit konstruiert, die man nach Belieben und ohne Widerspruch auswalzen oder umdeuten kann. Ein wirres Buch für wirre Menschen, eine weitere Erosion des anthroposophischen Anstands."

    Zurück zum Ausgangspunkt.
    Schon klar, dass es im entsprechenden Ambiente "anthroposophisch unanständig" ist, dasselbe Recht, das sich Steiner nahm, auch jedem x-beliebigen anderen Autor zuzugestehen.
    Das Recht - mit wissenschaftlichem Anspruch - zu phantasieren, spekulieren, hypothetisieren, erfinden, "geistig zu schauen", "hellzusehen", Phantasiebilder und -vorstellungen als Wissenschaft auszugeben (natürlich implizit auch umgekehrt) usw. usw...
    Warum sollte das alles nur Steiner vorbehalten sein?

    Vielleicht könnten wir uns die ganzen Debatten hier sparen, wenn man Steiner wie auch Delor so stehen ließe, wie sie daherkommen.
    Denn womöglich haben sie auch sehr viel mehr gemeinsam, als wir so auf die schnelle zu glauben geneigt sind.

    Woraus leitet sich denn dieser offensichtlich unüberwindbare Überlegenheitsanspruch der steinerschen "Parallel-Wirklichkeit" ab?

    Kommt es nicht immer nur auf die Wirkungen an, welche durch geistige Aktivitäten in der Welt erzeugt werden?

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    1. Lieber Rudolf,
      Steiner hat sich - im Gegensatz zu vielen anderen Denkern - auch durch praktische Kultureinrichtungen bewiesen...

      S. Birkholz

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