Guru Steiner & das Kuckucksheim für Adepten

Muss man glauben? Darf man als Anthroposoph das eigene Anthroposophentum hinterfragen? Darf man einem Eingeweihten gar widersprechen, oder Äußerungen von ihm infrage stellen? Offensichtlich nein, denn zumindest im Absolutismus eines Holger Niederhausen rückt man bei solchen Zweifeln automatisch ins Lager der „Gegner“: „Michael Eggert ist jetzt endgültig unter die Steiner-Gegner gegangen. (..) Grobstichig und herabwürdigend ist es auch, einen Menschen wie Rudolf Steiner immer und immer wieder auch die wenigen Zitate zu reduzieren und festzunageln, die einem nicht behagen – und die man dann dazu missbraucht, sich haushoch über einen Eingeweihten hinauszuschwingen, dem man in Wirklichkeit nicht einmal das Wasser reichen kann. Ein Eggert wird dies in diesem Leben nicht mehr erkennen, dafür ist er dem Hochmut und einer ganz bestimmten vulgären Art, zu denken, zu sehr verfallen.“ Quelle Holger Niederhausen

Mir liegt es trotz des Vulgären in mir fern, mich „haushoch über einen Eingeweihten“ oder sonst wen „hinauszuschwingen“. Die Frage nach dem Eingeweihtentum stellt sich mir trotzdem- aus der Dynamik des Denkens heraus, nicht aus einer eingebildeten Superiorität. Der unerschütterliche Anspruch des Eingeweihtseins- ist man das im Falle eines Falles permanent, rund um die Uhr? Ich stelle mir das in Beziehungen schwierig vor, wenn einer immer und in universeller Weise und unbedingt recht hat. Und auch Herr Niederhausen hat natürlich so weit recht, dass sich Rudolf Steiner in der letzten Zeit seines Lebens diese Rolle, diesen Status selbst zueigen gemacht hat. Er hat 1924 - Monate vor seinem Tod- während seiner Karmavortrags- Tournee z.B. in Prag und Paris von sich selbst gesprochen als Vertreter für „die Eingeweihten- Wissenschaft, welche „wirklich die inneren Zusammenhänge bloßlegen“ (R. St., Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge V, S. 24 in Prag) kann. Entsprechend spricht Steiner auch, bevor er die Beurteilung einiger zeitgenössischer Persönlichkeiten im Licht ihrer vorherigen Inkarnationen vollzieht, von dem „Eingeweihte(n), vor dem die geistige Welt offen liegt“ (dito) Dabei attackiert er immerhin den damals amtierenden amerikanischen Präsidenten, und zwar in dessen angeblicher früherer Inkarnation. Steiner hat damit selbst die bis heute praktizierte karmische Denunziation begründet.

1924 war auch das Jahr mit Ita Wegman- das Jahr, in dem er offensichtlich so etwas wie romantische Gefühle hatte. Aber hat Steiner nicht gesehen, in welch unmögliche Lage er Wegman brachte? Nach Steiners Tod sah sich Wegman genötigt, sich wegen der Intimität zu dem Verstorbenen zu rechtfertigen- hier in einem Brief an Albert Steffen* (Arlesheim, 21. VIII. 25): "Ich selber habe nichts getan dazu, um mich beim Doktor wegen esoterischer Sachen vorzudrängen“ (Van Emmichoven, S.59).

Steiner hatte, so schreibt sie, sie gedrängt, ein „Gelöbnis der Treue an die Michaelschule“ vor ihm abzulegen, hatte sie „manches Esoterische gelehrt“, ja sogar „den letzten Nachmittag vor seinem Tod meditierte und betete er mit mir. Christian Rosenkreuz spielt in diesen Meditationen eine große Rolle." Schließlich überreichte Steiner auf dem Totenbett ein „kleines Kreuz mit kleinen in Rosen gefassten Rubinen“, das er bislang selbst getragen hatte, „nachdem wir vorher eine Kulthandlung verrichteten.“ (S. 59). In seinen schwärmerischen Briefen an Wegman hatte Steiner das gemeinsame Karma betrachtet, ihr Kosenamen aus früheren Leben zugedacht, sie damit aber auch durch das so vorgegebene karmische Bild in eine seltsame Lage gebracht. Die Autorität, in der Steiner vor der jungen Ärztin stand; ebenso befremdend wie die Vorstellung des "eingeweihten" Mannes, der mit den Mitteln des Eingeweihten warb. Gegen Karma- Beziehungen zu einem Meister, der einen dann Treue an die Michaelsschule schwören lässt, kann man sich schlecht wehren.

Was hat es mit ihr gemacht? Sie war ja nun am nächsten dran am Meister- sie musste wissen, was sie mit der von ihm zugedachten Rolle nach seinem Tod unternehmen wollte. Sie war zudem eine willensstarke und kämpferische selbständige Frau. Dennoch hat sie den Kopf in die Schlinge gesteckt, denn sie hat die Zuschreibungen Steiners für sich übernommen und sah sich - da der Doktor ihr wieder und wieder gesagt habe, dass „die Michaelschule von der geistigen Welt eingesetzt war und keine menschliche Institution (kursiv geschrieben, ME) war“ (dito)- als legitime Erbin Steiners in Bezug auf die „Führung“ (dito) der esoterischen Abteilung der Hochschule für Geisteswissenschaft. Mit diesem Auftrag des sterbenden Meisters forderte sie allerdings zugleich Machtkämpfe um das Erbe Steiners heraus, die die Gesellschaft für Jahrzehnte gelähmt haben. Die Pharisäer, Verwalter des Wortes des Eingeweihten, haben Ita Wegmans Ambitionen und Mission, die Rudolf Steiner unglücklicherweise als ihr Meister in ihr angeregt hatte, nie anerkannt. Wegman hatte sich in eine unmögliche Lage gegenüber Steiners Ehefrau und seinem trübsinnigen, aber machtbewussten Insider- Schriftsteller Albert Steffen gebracht- eine unmögliche Lage mit dem Sprengstoff, den Steiner selbst in sie hinein projiziert hatte.

Der Eingeweihte und das Eifersuchtsdrama um ihn herum ziehen ihre Spur durch die anthroposophische Szene bis heute. Worte des Eingeweihten werden ausgegraben, tradiert, neu präsentiert. Hier ein bisschen Kaspar Hauser, dort ein wenig Atlantis, aber meist diktiert von der sensationellen Bedeutsamkeit, die einige esoterische Worte Steiners ausgelöst haben. So mancher ist da auf einer Mission, deren Eckdaten, da vom Meister vorgegeben, ja fest stehen. Man füllt spekulativ auf oder spinnt fort, was man bei Steiner meint gefunden zu haben- meist auf einer selbst zugeschriebenen Mission. Der Fantastik sind keine Grenzen gesetzt, ganz gleichgültig, was Fakten sagen mögen. Das Selbstkonzept, sich im Fahrwasser eines verstorbenen Eingeweihten auch nur die geringste Bedeutung oder Mission zuzuschreiben, sich abzugrenzen gegenüber Zeitgenossen oder in gefühlter Überlegenheit zu sonnen, ist eben das klassische Ego- Konstrukt. Diese Art von Emphasen regen eine Art von Identitäts - Findung - in - den - Wolken an, ein Kuckucksheim für Adepten, der Wolkendonner eines Kultes.

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*Van Emmichoven, Wer war Ita Wegman, 1924 bis 1943, Kämpfe und Konflikte. Band 3

Kommentare

  1. Das Arbeitsverhältnis zwischen Steiner und Wegman stelle ich mir als das zwischen Eingeweihter und Hellsehende vor. Steiner hat diese methodische Prinzipien in ‘Grenzen der Naturerkenntnis‘ (1920) und in ‘Das Initiaten-Bewusstsein‘ (1924) als Inspiration (Denken, Kosmologie) resp. Imagination (Wahrnehmen, Anthropologie) beschrieben. Wegman ‘lieferte‘ im medizinischer Zusammenarbeit ab 1917 die pathologische Organbilder, Steiner die Heilmittel und Zusammenhänge.

    Diejenige esoterische Geistesrichtung, welche der Gegenwart angemessen ist, macht es sich daher zum Prinzip, zwischen Hellsehen und Einweihung stets das richtige Verhältnis herzustellen. (1911) 15.57

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  2. Vulgär und durchdrungen von dem angloamerikanischen Materialismus. Und immer nur rumkritisieren, anstatt die kosmischen Zusammenhänge auf sich wirken lassen, Don Michele. Niederhausen der Schneckenforscher und der Grossinquisitor der anthroposophischen Glaubensgemeinschaft, die denkt, dass Steiner das Denken erfunden hat, hat Dich durchschaut. Wenn wir die Schnecken bei Niederhausen als Sinnbild für seine Imaginativen Wahrheitsbildern und Urbildern ansehen, die aus dem leibfreien Denken erwachsen sind, muss er aufpassen, dass es ihm nicht ergeht, wie dem Schneckenforscher von Patricia Highsmith.

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  3. http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/der-archivar/patricia-highsmith-ein-leben-am-menschlichen-abgrund

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    1. Highsmith ist wie so ein ganz guter, starker, bitterer Espresso. Immer ein Genuss. Auf die Schneckenforscher!

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  4. Michaela @ Hermann Finkelsteen : Bloss Vorsicht bei Schnecken ! Die schiessen scharf !
    Nach aussen hin harmlose Vegetarier, die keiner Fliege was zuleide tun können. Doch als Hermaphroditen überwältigt von Fleischeslust. Bizarre Sex- Praktiken. Und hinterher sind die weg, zahlen keine Alimente. So sind sie, die Rucksack-Touristen. Heute hier. Morgen da. Und übermorgen in Kanada. Vorteil bei denen ist, dass die keine Grundsteuern zu zahlen brauchen.

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  5. Herr Niederhausen hat - http://www.holger-niederhausen.de/index.php?id=1019 - schon geantwortet. Einerseits gibt er sich bemerkenswerte Mühe, meinen Text nachzuvollziehen, erarbeitet sich die Kernaussagen ganz klar. Andererseits bewertet er inhaltlich stark bis hin zur Dämonisierung. Herr Niederhausen präsentiert wiederum sein Meister- Konzept, der in Makellosigkeit, in idealisierter Eingeweihtheit im Sinne eines Yogis alter Schule weit über den vermeintlich nebensächlichen Tatsachen des Lebens steht. Gerade diese idealisierende Emphase hat illusionären Charakter. Man kann den Eingeweihten- Begriff auch weniger hysterisch auffassen. Dass Rudolf Steiner im Wissen um seine finale Erkrankung, mit schon erheblichen Verdauungsproblemen, gleichzeitig in Sorge um den Kern seines Werks alle Hoffnungen in diese Ärztin gesetzt hat, ist doch verständlich. Er hat ihr das alles aber auch aufgebürdet. Dass es ein solches Drama werden würde, war ja nun nicht vorher zu sehen. Herr Niederhausen braucht offenbar das abstrakte Ideal, den Perfektionismus. Für mich ist das eine verzerrte und neurotische Sicht auf den großen Lehrer Steiner- zu dessen Lehre es nun einmal auch gehört, sich ihr und ihm gegenüber selbständig zu machen. Selbständig, nicht "hochmütig", Herr Niederhausen. Aber Sie können wirklich denken, was Sie wollen. Es tendiert- auch in diesen letzten Beiträgen von Ihnen- stets zu eskalieren. Offenbar benötigen Sie einen Punchingball oder Blitzableiter- etwas, wozu ich nicht zur Verfügung stehe.

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    1. Tut mir leid Herr Eggert, aber ich kann Ihre Kernaussagen (so wie ich sie begreife) bei Niederhausen in keiner Weise wiederfinden...
      Zur Reproduktion Ihrer Kernaussagen ist ein komplexes, mehrschichtiges Denken notwendig, über welches Herr Niederhausen nach meiner Einschätzung nicht verfügt, seine Gedankengänge sind eher so gestrickt:

      Joachim Bauer ist Mitte vierzig, als er aus einem trostlosen Leben als Buchhalter und Familienvater langsam aufwacht. Seine Ehe ist am Ende, eigentlich schon seit Jahren. Seine erste freie Handlung ist das Nachdenken auf einer Parkbank.

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    2. ...Niederhausen kann einfach nur stereotyp denken.

      That' s (vermutlich) all!

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    3. Ja klar, so geht das. Voll auf die eigene Nase hauen lassen.

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  6. Michaela: Holger Niederhausen schreibt ja aktuell von den "Kräfte/n der Widersacher".
    Man nennt diese auch die "Versucher-Mächte". Das sind ja hoch über dem Menschen stehende Wesenheiten. Wenn ich nun den letzten Satz von ihm meditiere, so, dass ich ganz reingehe in die Worte:"..,das ist jedes Mal mein Versuch.", dann frage ich mich, wie ich mich selber nennen müsste, wenn mein Tun ein Versuch ist ? Wenn es ein Versuchen ist ? Wer versucht ist doch selber ein Versucher, oder nicht ? Ich kann auch irren.

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    1. Versuche unter dem Einfluß von Versuchungen sind die Prüfungen unseres Lebens an denen wir erst wirklich Mensch werden - mancher flieht diese Prüfungen aus Angst vor der Begenung mit sich selbst (weiss ich alles schon von Steiner).
      Wer vorher alles besser weiss, hat hinterher alles falsch gemacht...

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  7. Niederhausen versucht vielleicht eine scharfe Selbstcharakteristik:

    ‘Hochmut. Völliges Überzeugtsein. Die Wahrheit – die Wahrheit über Steiner. Das meine ich mit „sich haushoch über einen Eingeweihten hinausschwingen“. Der abstrakte Intellekt ist immer vollkommen von sich überzeugt. Er hat im Falle eines Falles immer und in universeller Weise und unbedingt Recht.‘

    Und sogar: ‘Es sind aber immer die Widersacher, die in diesem Intellekt urteilen. Sie geben diese absolute Selbstgewissheit, diese Überheblichkeit: „Ich habe es erkannt, also ist es so.“ Kälte des Urteils, Stolz und absolute Selbstgewissheit – das sind die Widersacher.’

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  8. Ja, er beschreibt (wie wir alle) immer(!) sein eigenes seelisches Ringen: Mal ist
    der Mittvierziger Joachim Bauer die Romanfigur, mal der 16-jährige Tom
    , mal der bloggende Anthropotant...
    [Man redet nur über das, was man nicht hat...]

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  9. Obwohl ich H.Niederhausen ansonsten auch gerne mal kritisiere, muss ich gestehen, dass ich ihm in diesem Fall zustimme: Die obige Schilderung des Liebesverhältnisses von Wegman und Steiner hat m.E. schon etwas sehr boulevardmäßiges und zurechtkonstruiertes (Um einer Erkenntnis willen? Oder vielmehr, weil es amüsant ist?).


    "Worte des Eingeweihten werden ausgegraben, tradiert, neu präsentiert. Hier ein bisschen Kaspar Hauser, dort ein wenig Atlantis..." Ja, das ist ärgerlich und traurig, wie sich die anthrop. Bewegung entwickelt hat. Man muss dann aber auch nicht, aus bloßer Opposition gegen diese Tendenzen, in das Gegenteil, in eine Haltung des "Eingeweihtenbashing" verfallen. Hier ein bisschen Info 3, dort ein wenig C.Clement.

    "Steiner hat damit selbst die bis heute praktizierte karmische Denunziation begründet" Wenn ich ernsthaft so über ihn denken würde und zudem davon ausgehe, dass er in vielem "offen rassistisch" gewesen war, dann wäre es wirklich nur konsequent, seine Bücher auf den Müll zu werfen und sich stattdessen einen netten zeitgemäßen und widerspruchsfreien Lehrer zu suchen.

    Ich muss nicht jede Aussage von Steiner 1:1 übernehmen oder "glauben"; mit einigem kann ich "nicht viel anfangen", anderes (weniges angesichts der Größe des Gesamtwerkes) lehne ich ab. Dennoch bin ich ihm unendlich dankbar für sein Lebenswerk.

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    1. Hier geht' s gar nicht um Steiner oder um die Anthroposophie (die überzeugen durch sich selbst). Es geht um jene, die Steiner als Ego-Prothese oder als Galionsfigur für ihr Geschäftsmodell benutzen und durch jede sachliche Auseinandersetzung ihre (oft nur 1-Mann-Internet-)Gralsburgen in Bedrängnis sehen...

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    2. Ja, es geht um den idealisierten, unfehlbaren Super- Guru und um den Missbrauch von Anthroposophie als Ego- Prothese. Ich selbst suche keinen widerspruchsfreien Lehrer, sondern begegne Steiner zwar mit denkbar größtem Respekt - und in nahezu täglichem Studium- aber auch mit der Distanz, die es zumindest möglich macht, die eigene Rolle mit zu reflektieren. Ich habe mich selbst heraus gearbeitet aus der Vermengung seelischer Bedürfnisse nach Sinn und "großer Perspektive"- das, was ich die persönliche Korruption nenne. Insofern ist meine Perspektive natürlich geprägt. Es war z.B. ein Schock für mich, den faschistischen Hintergrund Beneschs, den ich verehrt hatte, heraus zu finden oder die Dokumente von Arfst Wagner zu lesen, der ja auch mal eine Zeitlang bei den Egoisten mitgearbeitet hat. Seitdem - vor allem aber mit dem Erleben der penetranten Schönrednerei aus anthroposophischen Ecken- hat sich meine Haltung doch verändert.

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    3. Lieber Herr Eggert,

      das sich heraus arbeiten aus der "persönlichen Korruption", unstrittig ein hehres Ziel.
      Sich selbst nicht für korrupt oder nicht anfällig für Korruptheit zu halten, auch in Ordnung. Von sich selbst aber öffentlichkeitswirksam zu verkünden, man habe sich selbst herausgearbeitet, sei also nicht (mehr !) geistig oder wie auch immer korrupt, ist zumindest merkwürdig, spirituell anrüchig, könnte man sagen.

      Kommen sie denn, bzw. wie kommen sie denn im Lichte dieser Tatsache wirklich damit zurecht, auch angesichts der vielen Vulgaritätsvorwürfe, alles was von Ihren Standpunkten mitunter auch nur wenig abweicht, immer und immer wieder als fragwürdig im spirituellen Sinne oder geistig korrupt anzusehen?
      Immer nach dem Mantra, wer nicht meiner Meinung ist, befindet sich in irgeneiner Weise auf Abwegen, ist also böse, wobei dieses böse bei Ihnen gebetsmühlenartig fast immer mit rechtsgerichtet umschrieben wird, und Sie mit ihrem Punkt und Basta-Gehabe stets die Deutungshoheit über all das beanspruchen was rechtsgerichtet sein soll ? Eine regelrechte Manie von Ihnen, so vieles als rechtsgerichtet zu titulieren, was es in den seltensten Fällen auch wirklich ist.
      Was Sie Ihren Gegenübern immer nur allzu leichtfertig anlasten, das sagen Sie haben sie längst überwunden, also "herausgearbeitet".
      Ein reichlich simples und oberflächliches Strickmuster, Herr Eggert. Genau das ist es, dass als vulgär empfunden wird, ihre nicht endenwollende spirituelle, eigentlich müsste man sagen, mit spirituellem Anspruch untermauerte, Besserwisserei und Schwarzweissmalerei.

      Das wird von vielen Menschen eben auch als Missbrauch der Anthroposophie angesehen.

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    4. Lieber Unbekannt, bei anthroposophischen Salonfaschisten werde ich mir auch weiterhin erlauben, so vulgär wie möglich zu werden.

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    5. Man kann jemanden wie Steiner für sein Lebenswerk selbstverständlich Verehrung und Dankbarkeit entgegenbringen und dennoch immer mal wieder bestimmte Aspekte, wie auch den eigenen Umgang mit diesem Werk, kritisch distanziert betrachten.

      Ebenso "seelische Bedürfnisse nach Sinn und "großer Perspektive" - die haben die meisten Menschen, die sich für "spirituelle Dinge" interessieren, warum sollte das zu "persönlicher Korruption" führen, damit kann man nüchtern und pragmatisch umgehen.

      Die "fragwürdigen" Stellen in Steiners GA halte ich für marginal: Wenn man sie alle zusammenstellen würde, wieviel käme dabei heraus innerhalb von 370 Büchern? Ein Band? Ein halber?

      Letztens las ich ein Buch von Marcel Reich-Ranicki über Thomas Mann. Er beschrieb, dass TM (ähnlich wie Goethe, Rilke, Kafka) ziemlich sicher als Menschen äußerst schwer erträglich gewesen wären und dass das aber angesichts deren Werke vollständig egal ist.

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    6. Genau so sehe ich das auch, Rainer!
      Und dabei ist mir (zumindest)noch nicht mal zu Ohren gekommen, dass Steiner als Mensch unerträglich gewesen sei.
      Die 'persönliche Korruption' ist auch kein integraler Bestandteil der Anthroposophie - sie entsteht als einer von vielen Metaboliten im Zusammentreffen der spirituellen mit der pragmatischen Sphäre...

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    7. Auch ich werde weiter vulgär jedoch freundlich bleiben bei all den Anthro Salonfaschisten lieber Unbekannt. Und bestimmte Dinge müssen auch nicht mehr unter einem geistigen Lichte oder aus einem reinen Denken heraus betrachtet werden. Irgendwann ist Schluss mit lustig lieber unbekannter Herr HN.

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    8. Der ‘persönlich korrupte‘ Benesch hätte als deutscher Siebenbürger, psychologisch gesehen, eine pessimistische Lebensstimmung (‘im Untergange, den es nicht sehen möchte, sich wacker bewahren möchte.‘) und ‘eine anerzogene Freudigkeit‘ gehabt. (vgl. Zitter, 28.78 und 28.185 f.)
      (egoisten.de/ns/benesch_st/benesch1/benesch1.html)

      Über die Siebenbürger Sachsen ‘die einst am Rhein gewohnt haben‘, siehe 185a.187 (1918), 65.615 (1916), und Steiners Siebenbürger Vortrag (1889) ‘Die Frau im Lichte der Goetheschen Weltanschauung‘ (Beitr. 61/62 S.7, bdn-steiner.ru/cat/Beitrage/D61_62.pdf).

      Dort lebte aber schon vorher keltischer (d.h. deutscher?) Geist:
      ‘… in den Völkern, welche noch zur Zeit, in der das Christentum seinen Anfang nahm, in einem großen Teile von Westeuropa, bis hinein in das heutige Ungarn, durch Süddeutschland und durch die Alpen hindurch, verbreitet waren. … Auch weit herauf gegen den Nordosten Europas waren die Völker des keltischen Geistes verbreitet.’ 121.127

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  10. "So geht es einem wirklich reinen Denken aber auch, wenn es Eggert über Steiner sprechen hört. Man hört keine Wahrhaftigkeit, man hört Luzifer (in dem Hochmut) und Ahriman (in der herabwürdigenden Gefühllosigkeit)" HN
    Kann reines Denken sprechen hören? Geht HN davon aus dass er im Besitz des "wirklich reinen" Denken ist. Steiner hat mal nach einem Arbeitsessen 1922 im August behauptet, dass derjenige der behauptet rein zu denken 1998 die Früchte seiner Selbstüberschätzung ernten wird. Und da sind Ahriman und Lucifer dagegen reine Kasperlefiguren. Ist sich HN dessen bewusst?

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  11. Michaela @ Hermann Finkelsteen: " Kann reines Denken sprechen hören ?"

    Manche Fragen haben es aber auch in sich. Die scheinen mir besser zu sein als manche Antworten. Solche Frage stellt man besser nicht Hinz & Kunz, sonst hielten Hinz & Kunz einen für komplett durchgeknallt und könnten versucht sein, einen über den Tisch zu ziehen. Wie schön, dass es hier möglich ist, diese Frage zu stellen.

    Ich will mal bildhaft veranschaulichen. Der Begriff "reines Denken" soll dargestellt sein durch das Bild: "blitzeblank geputzte Küche". Diese Küche ist wirklich rein. Man braucht eine Sonnenbrille, um dieses Strahlen der Lichtreflexe aushalten zu können. Alles duftet nach Putzmitteln, alles ist steril wie auf einem OP Tisch. Und plötzlich -oh Schreck- wird mir bewusst, dass doch noch ein einziger Bakterien-Herd da ist. Ich selber bin dieser Bakterien-Herd. Das lehrte mich die Biologie. Dieser Hort der Unreinheit ist der Mensch selber. Egal wie gründlich wir uns gewaschen, gebadet, geduscht haben, wir stecken voller Bakterienkulturen-und so weiter.

    Plötzlich höre ich -rein geistig - eine Stimme sprechen: Erst wenn ich selber RAUS bin, ist meine Küche wirklich REIN.

    Und nachher ist mir klar, es ist NICHT die Stimme der Grossmutter von Meister Propper, auch nicht die von W5 Essigreiniger, und nicht die von Viss.
    Es könnte die Stimme des Gewissens sein. Bloss wer hat dann die Ohren zum Hören ???

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  12. Michaela: Thema "unfehlbare Super Gurus". Es gab mal in den späten 1980 er Jahren einen "Guru", der Kurse in Levitation anbot. Habe selten so gelacht.
    Es wurde eine Doku gezeigt. Seine deutschen Schüler finanzierten den dafür, dass der ihnen beibringen sollte, wie sie über dem Erdboden schweben können...
    Zuerst mussten die sich im Schneidersitz hinsetzen und "meditieren". Und dann sollten sie ihre Arschmuskeln bewegen und zunächstmal "hüpfen"...Angeblich die Vorstufe vom Schweben...Vielleicht war dieser "Guru" die indische Reinkarnation von Till Eulenspiegel.

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    1. Ja Michaela,

      Vielleicht sind ja auch sehr viele Anthroposophen bereits ihre eigenen unfehlbaren Gurus.
      Die meisten schweben ja schon irgendwie weit über den Niederungen des Lebens der Nichtauserwählten....;-)

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    2. @Michaela: Transzendentale Meditation? War ein lustiger Verein. David Lynch ist, glaube ich, einer der letzten Anhänger.

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  13. Michaela @ Michael Eggert : Ja, das war ein wirklich "lustiger Verein" ! Und wenn wir heute bei schönem Wetter mit einem guten Fernglas nach oben gucken, wer weiss ob wir diesen Verein da oben schweben sehen ? Da müssen wir aufpassen, dass die uns nicht auf den Kopf spucken.

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    1. Jetzt hört doch auf. Die waren doch klasse. Man muss doch nicht alles durch den Dreck ziehen. Ich hab mein Mantra damals für 100 Mark bekommen und kanns immer noch. Den Beatles hats doch auch nicht geschadet. Nur die Religionslehrer der Schule fanden das gar nicht lustig.

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  14. »Dabei attackiert er immerhin den damals amtierenden amerikanischen Präsidenten, und zwar in dessen angeblicher früherer Inkarnation. Steiner hat damit selbst die bis heute praktizierte karmische Denunziation begründet.«

    Gemeint ist Thomas Woodrow Wilson (* 28. Dezember 1856 in Staunton, Virginia; † 3. Februar 1924 in Washington, D.C.), US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei, der von 1913 bis 1921 der 28. Präsident der Vereinigten Staaten war.

    Steiner redete über ihn in Zusammenhang mit Muʿāwiya I. (eng: Muawiyah I) wohl am ersten Mal in den Karmavorträgen in Dornach am 16. März 1924 – also etwa 6 Wochen nach Wilsons Tod; ob Steiner davon wusste, ist mir nicht bekannt, jedenfalls wäre dieser Hintergrund von Bedeutung in einer historischen Aufarbeitung:

    »Muavija, einer der Nachfolger des Propheten, der auf der einen Seite seine Feldherrn bis nach Konstantinopel herüberschickte, auf der anderen Seite allerdings auch nach Afrika hin einiges versuchte, war zu gleicher Zeit ein sinniger Mann, aber ein Mann, dem eigentlich äußerlich nicht viel gelang, auch nicht auf dem geistigen Gebiete. Wenn dann ein solcher Geist durch die Pforte des Todes geht, weiterlebt, so lebt natürlich eine solche Stoßkraft weiter, und man hat dann, wenn man den Weg weiterverfolgt, vor allen Dingen den Eindruck: Das geht durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durch, indem vieles von dem, was Sehnsucht geblieben ist, ausgebildet wird als weltumspannende Pläne, die keine sehr konkrete Form annehmen. Muavija taucht wieder auf als Woodrow Wilson.« (Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Band I. GA 235. Dornach 1984. Seite 180.)

    »Muʿāwiya I. [muˈʕaːwija] (arabisch معاوية بن أبي سفيان, DMG Muʿāwiya b. Abī Sufyān; * 603 in Mekka; † 18. April 680 in Damaskus) war der erste Kalif der Umayyaden (661–680) und Begründer dieser Dynastie. Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher der arabischen Geschichte.« Online-Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/ Muʿāwiya_I.

    Vorher hatte Steiner über Wilson u. a. 1917 gesprochen:
    »Es entwickeln sich Menschen wie Woodrow Wilson die nur eine Umhüllung des Doppelgängers sind, durch die der Doppelgänger selbst ganz besonders wirkt, die im wesentlichen eigentlich Verleiblichungen desjenigen sind, was amerikanische geographische Natur ist.« (Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen. GA 178. Dornach 1980. Seite 71.)

    In diesem Zusammenhang ist es auch interessant, dass Steiner sowohl Wilson wie seine Ehefrau, Ellen Luise Wilson (1860 -1914), in der Deckenmalerei der kleinen Kuppel porträtierten und zwar – wenn ich es richtig verstanden habe – als Ausdruck ahrimanisch und luziferisch beeinflussten Menschen.

    Ich finde es ebenfalls bemerkenswert, dass Steiner so schnell über das Karma von jemand redet wie im Falle Wilsons. Auch bei Carl Ludwig Schleich (1859 – 1922), der deutsche Chirurg und Schriftsteller, der mit August Strindberg (1849 – 1912) befreundet war, ging es nur zwei Jahre, bis Steiner seine karmischen Enthüllungen über ihn – und über die beiden – machte. Immerhin brachte Steiner seine reinkarnatorischen Verknüpfungen in einem internen Forum, etwas, was wohl nicht verhinderte, dass es im fortgesetzten Verlauf der anthroposophischen Geschichte zu manchen negativen Auswirkungen kam – u. a. derjenige, in der Ita Wegman die Hauptperson war.

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    1. Vielen Dank, Jostein, für die kenntnisreich eingebrachten Details. Dass nun Wilson nach Steiner "nur eine Umhüllung des Doppelgängers" darstellen - also eigentlich kein wirklich menschliches Wesen - ist schon ein sehr spezieller Vorwurf, besonders in dem thematischen Umfeld - Islam- US-Präsident. Zugleich wird die internationale Diplomatie - Völkerbund bzw spätere UN- verunglimpft, ohne weiter auf biografische, politische oder sonstige Einzelheiten einzugehen. Was sollte das dann? Wenn es Steiner so wichtig war, dass er diesen angeblichen diabolischen Gegenspieler enthüllen musste, warum hat er nicht mehr erläutert? So sieht das wirklich schlimm aus- der Antiamerikanismus und Islamophobie zieht sich ja bis heute durch die rechte Anthroszene. Danke auf den Hinweis auf die Deckenmalerei!

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    2. - Der russische Gegenpart vom amerikanischen Präsidenten Wilson war Lenin.
      Vgl. Adalbert Graf Von Keyserlingk, The Birth of a New Agriculture: Koberwitz 1924 and the Introduction of Biodynamics 1974/1999, (google: IhKwMKcExV8C ):

      Mankind was led towards annihilation by Lenin in the East and by Wilson in the West. Rudolf Steiner repeatedly turned against these two opponents of the `Representative of Man'. (Keyserlingk, p. 196)

      What a painful disappointment it must have been for Rudolf Steiner when, in his speech on 5 October 1918, Prince Max did not announce the Threefold Commonwealth but instead the 14 points of President Wilson… (p. 195)

      On 22 January 1917, already, President Wilson had drawn up his American `peace principles for humanity', which, if one reads them today, seem like the fantasies of a young man devoid of any knowledge of European affairs. (p. 192)


      - Und der Bolschewismus hänge zusammen mit dem Schamanismus und der astrale Atmosphäre in Mittel- und Nord-Asien (Grund für Steiners Antibolschewismus):

      Da, östlich und westlich vom Gebiete des Ural und der Wolga, wird eine Ehe angestrebt zwischen Magismus und Bolschewismus. Was sich da abspielt, das erscheint der Menschheit so unbegreiflich, weil es sich in einer merkwürdigen Mythosform abspielt, weil sich das Luziferisch-Geistige des Bolschewikentums verbindet mit den ganz dekadent gewordenen Formen des Schamanentums, die herankommen nach dem Ural und der Wolga und dieses Gebiet überschreiten. 225.130 f. (siehe 200.45 f. und Lindenberg, Die Technik des Bösen 1978)

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  15. Michaela: Thema Wilson

    Habe mal bei Steiner gelesen, wie er Wilsons Begriff von Freiheit sah. Wilson sei gefragt worden nach seiner Vorstellung von "Freiheit". Wilson soll geantwortet haben, man würde in Amerika über eine Maschine, die reibungslos funktioniert, sagen: " It`s running free."

    Was Steiner dazu wiederum äusserte, leuchtet mir voll ein. Denn Steiner sagte darüber sinngemäss, es sei ein Zustand totaler Unfreiheit, wenn der Mensch wie ein Rädchen im Getriebe einer Maschine eingesperrt wäre, ohne herauskommen zu können.

    Steiner sagte, sein Bild für Freiheit sei, aus der Reihe tanzen zu können.
    Mir ist allerdings noch unklar, warum Rudolf Steiner den Schamanismus mehr negativ zu sehen schien. Denn Schamanismus spricht doch auch von einer geistigen Welt, in die der Schamane eindringt, aus der er manches herausholt.
    Und die Bolschewisten in der früheren Sowjetunion haben die sibirischen Schamanen erbarmungslos verfolgt und sollen sie ermordet haben.
    Aus der Sicht dieser Bolschewisten passte das schamanistische Welt-und Menschenbild nicht mit dem Materialismus zusammen. Weder mit dem dialektischen noch mit dem historischen Materialismus passte dasjenige zusammen, was als Schamanismus damals da war. Deswegen frage ich mich, warum Steiner - der ja selber dem Materialismus vorwarf, den Geist abzuschaffen - ausgerechnet den Schamanismus negativ bewertete.

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  16. Dieser Materialismus stehe in Verbindung mit dem asiatischen Magismus der Schamanen.
    Siehe bei Steiner 225.129 f. (1923), und vgl. die sibirische Turanier im Gegensatz zu Iran in: 123.26 f. (1910).

    "Mit Bezug auf die Kritik der sozialen Verhältnisse und der Realisierung der Freiheit in denselben heute stimmt Woodrow Wilson mit Lenin und Trotzki überein, so verschieden auch die Konsequenzen sind, die sie ziehen." etc. 329.234 (1919)

    "Zwei leitende Persönlichkeiten, Wilson und Lenin, sind unter den gleichen Krankheitssymptomen gestorben, beide an Paralyse [Lähmung], das heißt, beide boten ein Tor für die ahrimanischen Mächte. Diese Dinge zeigen doch, daß die Weltgeschichte aufhört, Erdengeschichte zu sein, sondern anfängt, eine kosmische Geschichte zu werden." 260a.430 (1924)

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  17. Michaela @ Ton Majoor: Danke für die Hinweise ! Will das unbedingt recherchieren.
    Habe derzeit Besuch und kaum Zeit, das bewusst konzentriert zu lesen. Doch wenn es um einen "asiatischen Magismus der Schamanen" geht, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass Steiner den Schamanismus per se irgendwie negativ bewertete.
    Ws er über den Krieg zwischen Turaniern und Iranern sagte, habe ich noch im Gedächtnis. Die Turanier wollten ihr Nomadenleben führen, waren "auf Du" mit mächtigen Geistwesen, waren noch näher dran an der alten Atlantis in puncto hellseherischer und magischer Fähigkeiten. Doch sie liebten keinen Ort irgendwie besonders. Im Gegensatz dazu diese Iraner, welche Städte erbauten und mehr bereits den Verstand ausbildeten.
    Für mich sehr interessant, diese Bewertung der Lähmung als Tor für ahrimanische Mächte. Da müssten die Heilmittel luziferischer Art sein. Also evtl. Blüten-Essenzen,Düfte,Aromen, Aquarellieren.
    Lenin hat man ja konserviert wie eine Mumie. Wer weiss, welcher Geist diese Mumie besetzt hält ? Evtl. ist diese Mumie ein Tor zur Kommunikation mit ahrimanischen Intelligenzen ? Andere Frage ist dann die, wer das für eigene Zwecke wie ausnützt ?

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    1. Die Heilweise der Schamanen wäre – im Gegensatz zu der materiellen Denkweise der arabischen und maurischen Ärzte – psychisch ausgebildet (Steiner 1904). Mohammeds arabischer Monotheismus habe sich Attilas früherem schamanistischen Monotheismus gegenüber gestellt. Beide sollen das polytheistische Christentum gereinigt haben.

      “Die arabischen Ärzte gingen lediglich vom physischen Plan aus, anders als die Heiler bei den alten Ägyptern, bei den Druiden und selbst bei den alten Germanen. Alle diese waren dadurch zu ihrem Heilberuf gekommen, daß sie durch Askese und andere Übungen ihre psychischen Kräfte ausgebildet hatten. Heute noch sehen wir Ähnliches in den Praktiken und Vorgängen des Schamanismus, nur sind dieselben heute degeneriert. …
      Erst durch die von den Mönchen bei den Mauren erlernte Wissenschaft wurde dann das spirituelle Element immer mehr verdrängt. Und vom 16. bis zum 19. Jahrhundert nahm die materielle Denkweise immer mehr zu. Die psychischen Heiler weichen; sie kommen in Mißkredit und werden als Zauberer oder Hexen verachtet. Damit hängt zusammen der Verlust der Fähigkeit, überhaupt mit psychischen Mitteln heilend zu wirken; die Heilung auf diesem Wege ist nicht mehr so wirksam. Paracelsus besaß diese Fähigkeiten noch vollkommen. …
      Den heilenden [Erzengel] nennt die christliche Esoterik «heiliger Michael», das ist der Erzengel, welcher den psychischen Idealismus des Menschen lenkt. Der Mensch wird erst dadurch frei, daß er sich bekanntmacht damit, daß alles, was auf dem physischen Plane passiert, von höheren Kräften bewirkt ist. Er muß in ein Schülerverhältnis zu dem Erzengel Michael kommen.“ 92.17 f..

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  18. Michaela: Laut Deutsche Wirtschafts Nachrichten hat die USA den Iran verklagt, der Iran müsse über 10,5 Milliarden US.Gollar zahlen. Als Entschädigung wegen 9.11 Anschlägen.
    Beweislast - Umkehr : Weil der Iran nicht beweisen kann, nicht in die WTC Anschläge verwickelt zu sein, müsse er zahlen. Schwarzer Humor ?
    Ein viel zu mildes Urteil. Eigentlich wäre die Todesstrafe angemessen. Man müsste diesen bösen Iran in eine Todeszelle sperren und mit der Giftspritze hinrichten.
    Das wär`ja wohl das Mindeste, oder ?

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    1. @ Michaela,

      ja, das mit der Umkehrung der Beweislast ist leider auch so eine üble Masche der Gegner der Freiheit, welche sich im heutigen Zeitalter des Zerfalls von geistiger Rechtschaffenheit, moralisch geprägtem Denken und vieler Rechtssysteme mit mindestens 200-jähriger Entwicklungsgeschichte breit macht.
      Denkbar einfach: Jeder kann ungestraft in die Rolle des in punkto Anmaßung nicht mehr zu überbietenden Staatsanwalts, Richters und Henkers - alles in einer Person - schlüpfen.
      Gegner, auch nur Menschen mit abweichender Meinung, sind immer und grundsätzlich böse, ja in der Regel sogar gemeine Nazis. Beweisen muss man dies heute ja nicht mehr selbst, dass es so ist.
      Es genügt, wenn ein Bekannter über 10 Ecken der eigenen Großtante des Stiefonkels dritten Grades, welcher - auch nur möglicherweise - ein Nazi ist, mal irgend eine belanglose Meinung äußerte, welche - noch dazu mit reichlich Phantasie - der des eigenen Gegners ähnelt.

      Das ist in der Grundsubstanz der Mechanismus mittelalterlicher Hexenprozesse. Im 20. und 21. Jahrhundert wurde er zuhauf wissenschaftlich dokumentiert, aber eben - zumindest auf geistiger Ebene - nicht überwunden, bzw. wieder "zeitgeistig" gemacht.

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    2. Da bricht einem ja das Herz. Die 1000 abgefackelten Flüchtlingsheime waren bestimmt auch nur "eine belanglose Meinung". Rechts sein, und dazu noch Opfer- das ist wohl so ein sächsischer AfD- Reflex. Da muss man sich als Opfer gar von Hexenprozessen fühlen, natürlich. Ich weiß nur nicht, was Sie in meinem Blog suchen. Ab jetzt erlaube ich mir wieder, Ihre selbstmitleidige Propaganda zu löschen.

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    3. Lieber Herr Eggert,

      nein, keine Propaganda, es ist die Lust an der sachlichen Auseinandersetzung mit Andersdenkenden. Sehr wahrscheinlich ist es das, was ich in Ihrem blog suche.
      Für mich wäre es langweilig, im Dunstkreis der eigenen Meinung allein sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen.
      Im übrigen gibt es genug Schnittmengen bei mir in Bezug auf Ihr Weltbild.
      Was auch immer Sie von mir glauben und mir ohne Unterlass unterstellen trifft nicht zu. Genauso wie Sie verabscheue ich jede Art von Verbrechen. Auch das Abfackeln von Flüchtlingsheimen, ganz egal von wem begangen. Auch habe ich Mitleid mit den Flüchtlingen, und nicht mit mir selber, wo ich keine Veranlassung empfinde.

      Auch scheinen es alle blog - Teilnehmer außer Ihnen schon zu wissen, dass ich kein Rechter bin, kein Afd-Anhänger, kein Sachse, kein Deutscher, kein deutscher Staatsbürger, kein in D lebender, ich kann es nur wiederholen.

      Sollten Sie tatsächlich das mit der "belanglosen Meinung" und ihrer Gleichstellung mit abscheulichen Verbrechen auf mich bezogen gemeint haben, erschliesst es sich mir nicht, wie Sie es fertig bringen so etwas vom Stapel zu lassen.

      Aber was ich denke, fühle und will, das entscheiden ja Sie, lieber Herr Eggert. Diesen Beweis haben Sie für alle ersichtlich geliefert und das ist im Grunde der Kern meiner Argumentation.

      Lg Rudolf

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    4. Ich habe keine Ahnung, was Sie für einen "Beweis" suchen. Ich denke, Sie spritzen Ihr Gift und finden Gleichgesinnte dabei- wohl wissend, dass diese Art von Gift hier im Blog nicht gut gelitten ist. Da können Sie noch so viel behaupten, Sie suchten die "sachliche Auseinandersetzung mit Andersdenkenden". Ich denke, Sie wollen mich - aus welchen Gründen auch immer- provozieren, und das gelingt Ihnen auch. Ade!

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    5. “… und mir ohne Unterlass unterstellen trifft nicht zu. Genauso wie Sie verabscheue ich jede Art von Verbrechen. etc.“

      Wenn ‘verabscheue‘ hier als Konjunktiv gemeint ist, dann treffe dieser Satz also nicht (oder nur ironisch) zu?

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    6. Ritter Rudolf bricht eine Lanze für verfolgte Nazis.

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  19. Michaela @ Rudolf

    Ja, wer teilen und herrschen will, der muss spalten. Und wer das anstrebt, der muss natürlich Feindbilder kreieren. Bei den kurzsichtigen Nazis war das Feindbild, das sie aufbauten, "der Jude". Individuelle Menschen gab es nicht mehr. Man wollte einen "moralischen" Mass-Stab gleich an ein ganzes Volk anlegen. Manche Emanzen hassen "die Männer"und sehen sie als ihr Feindbild.
    Und manche Parteien betrachten "die Anderen" als ihr Feindbild, weil die nur andere Meinungen vertreten, als sie selber für richtig halten.
    Ich möchte all diese Feindbilder ablegen, weil ich mehr an Kooperationen glaube als an Kriege, die gewaltsam "die Feinde" abschaffen sollen.
    Offen gesagt bin ich selber auch nicht immer frei von Feindbildern gewesen. Seit 2009 hatte mich meine Tochter um Geld verklagt, hatte mich genötigt dazu, Rechtsanwälten usw. Kohle hinterherzuwerfen. Ich begann, sie als Feindin zu sehen. Ich konnte sie nur noch hassen...Doch dieser innere Zorn hat mir selber schwer zu schaffen gemacht. Nun verlor sie selber dadurch zunächst 144.000,00 Euro und sagte mir, das sei "bitter" für sie. Demnächst wird sie noch mehr verlieren, was sie noch nicht weiss, höchstens ahnt. Hätte sie 2010 auf meinen Rat und auf den eines Kaufmannes, mit dem ich kooperiere, gehört, stünde sie heute besser da. Und ich hätte nicht eine 5 stellige Summe für Anwaltskosten ausgeben müssen. Ich habe ihr vergeben, lieber Rudolf, und dadurch fiel mir ein schwerer Stein vom Herzen. Vergeben bedeutet nicht Vergessen. Wie kann man vergessen, wenn die eigene Tochter versuchte, einen über den Tisch zu ziehen ?
    Möglich wurde das nur durch einen Notarfehler. Fast wäre es ihr gelungen, und es gilt, aus solchen Dingen eine Lehre zu ziehen. Fazit: Ich traue keinem Notar mehr unbedingt. Und dem eigenen Fleisch & Blut auch nicht bedingungslos.
    Trotzdem keine Feindbilder mehr kultivieren. Nach Möglichkeit sich selber regieren. Was Du mitteilst, kann auch ich nur voll bejahen.

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    1. Wie immer, Michaela, nehmen Sie AfD- Rudolf das Wort buchstäblich aus dem Mund.

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    2. Hallo Michaela, du schreibst " Ich habe ihr vergeben, lieber Rudolf, und dadurch fiel mir ein schwerer Stein vom Herzen. Vergeben bedeutet nicht Vergessen.". Was bedeutet denn für dich vergeben? Für mich hat Vergebung immer einen seltsamen Beigeschmack und eher die Wirkung eines Narkotikums. Man verharmlost den anderen, "entfeindet" ihn damit wieder Ruhe in der Seele ist. Bitte nicht als Kritik verstehen, soll es überhaupt nicht sein. Vielmehr ist dieses Thema etwas das mich ziemlich beschäftigt und mich interessieren einfach andere Sichtweisen und Erfahrungen.
      Hört sich vielleicht seltsam an, aber wenn jemand von mir Vergebung verlangt stehe ich vor einer unlösbaren Aufgabe. Vergeben stelle ich mir schon vor wie ein Vergessen dessen was der andere mir angetan hat und damit ein Unterdrücken der eigenen Verletztheit. Ich narkotisiere mich, mache mich dumpf um nicht mehr vollumfänglich fühlen zu müssen, aber lege ich nicht genau damit die Saat für neue (oder alte) Feindschaft? Dann wenn das was unterdrückt wurde mit aller Macht an die Oberfläche drängt? Das einzige was ich tun kann ist versuchen zu verstehen. Das nimmt zwar nicht den Schmerz, aber indem ich damit "arbeite" wird er erträglicher und irgendwie sinnvoll.
      Tanja

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  20. Michaela @ Tanja:"Was bedeutet denn für dich vergeben ?"

    Moin Moin Tanja,

    vergeben bedeutet für mich seelische Freiheit. Solange ich ihr nicht vergeben konnte, war sie andauernd in meinem Bewusstsein, im Denken und im Fühlen drinnen. Jahrelang zwang sie mich dazu, mich auf Prozessierereien zu konzentrieren, was mir ein Gräuel ist. Diese ganze Juristerei ist mir zuwider.
    Und da kam die Frage auf: Warum kann sie nicht sich mit uns privat zusammensetzen und das privat aushandeln ? Warum ruft sie immer nur nach Gerichten ?
    Wenn so zwei Prozesse - einer lief gegen eine Notarversicherung, einen hatte die Tochter angeleiert-jahrelang die Aufmerksamkeit fesseln, binden, kaann das sehr sehr nerven. Man kommt gar nicht mehr los von der Person, die einen verklagt. Zuletzt hatte ich sie mit Hass innerlich "verfolgt", und das machte mich selber unfrei. Nach fast sieben Jahren war das Mass voll. Der Zorn hätte mich aufgefressen, wenn ich ihr nicht vergeben hätte. Habe gebetet. Vaterunser. Und vergib uns unsere Schuld wie wir vergeben unsern Schuldigern.
    Bin auch selber ihr manches schuldig geblieben. Wer ist schon perfekt ?

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    1. Da kommt mir gerade die Idee daß Vergebung vielleicht gar nichts ist was man aktiv tut. Man kann die Vorbereitung treffen daß Vergebung passiert, dadurch daß man zu verstehen versucht. Der Weg des Verstehens führt durch den Schmerz zu seelischer Freiheit.
      Tanja

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  21. Scheißeschade um das schöne Geld. Maaine Güte ! ! !
    Weiber!
    m.butty

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