Karmische Krönung und vagabundierende Exil- Anthroposophen

Halt mich fest, kleine Karmagruppe!
Mit der Zweigvorsitzenden war ich - im Gegensatz zu ihrer einflussreichen Freundin, die öfter bei unseren langen Gesprächsrunden dabei saß - beinahe befreundet, und denke noch heute gern an sie. Sie hatte dieses weltläufige Liberale, das so typisch für Handelsstädte ist, an sich, und sprach mit einigen der anthroposophischen Exoten, Antagonisten, Quertreiber, Künstler. Letztlich war ihr Anliegen aber doch, Mitglieder zu werben oder zu halten, die auf der Drift, angewidert oder angeödet waren. Wenn das Vorhaben endgültig gescheitert war, erlosch auch ihr Interesse - Liberalismus hin oder her. Ihr Interesse blieb doch vollständig auf anthroposophische Themen bezogen, so wie ihre Freundschaft. Es ist wohl ein Effekt der anthroposophischen Doktrin, dass die Mitgliedschaft nicht nur karmisch - durch bisherige Leben- bedingt sei, sondern sich auch auf die Zukunft auswirke. Als Anthroposoph träfe man demnach in diesem Leben wie in folgenden immer wieder Anthroposophen. Dass das eine Selffulfilling Prophecy sein mag, wird sie sich nicht gedacht haben - „Ein wesentlicher Mechanismus ist, dass derjenige oder diejenigen, die an die Vorhersage glauben, sich so verhalten, dass sie sich erfüllt“- wie das bei vielen der anthroposophischen Dogmen der Fall ist oder zumindest sein könnte. Dass ihr Liberalismus und ihre Begleitung dieser vagabundierenden Rand- Anthroposophen letztlich daher von diesen Interessen geleitet waren, wurde dagegen von verschiedenen Seiten bemerkt und geäußert.

Ihre Freundin, die die esoterischen Kreise der Gesellschaft- was sich selbst für esoterisch hält- vertrat, sicherlich auch die der Ersten Klasse und des Vorstands, war dagegen als Person nicht zu fassen. Sie übte in diesen Treffen offensichtlich Steiners „Nebenübungen“, was sie so greifbar wie eine Raufaserwand machte- egal, um was es sich handelte: Man traf auf eine Sphinx. Vielleicht übte sie so sehr, positiv zu denken, dass sie zu einem Neutrum ohne menschliche Regung und Anteilnahme wurde- ein katastrophales Missverständnis der buddhistischen Tugenden. Einige Jahre nach unserem letzten Gespräch entdeckte ich auf ihrem Facebook- Account dann doch, was sie wirklich dachte. Es war der in diesen Kreisen übliche Kram wie Amerika- kritische Parolen, Selbsterfüllungsseminare, Aufforderungen, AfD zu wählen und pro- russische und antieuropäische Quellen wie „Gegen den Strom“. Das ganze meditative Getue war also nur ein Bluff, um ihren eigenen Dogmatismus, die Engstirnigkeit und Borniertheit zu kaschieren.

Ich stieß dann auch auf ein neues Brevier aus den „Mitteilungen aus der anthroposophischen Bewegung“, Nr. 131, Weihnachten 2016, aus der Schweiz, in dem es um „Verschiedene Stufen mit Rudolf Steiner und seinem Werk umzugehen“ geht, um eine ausdrücklich ohne Wertung (aber doch aus rein anthroposophischem Blickwinkel) vorgenommene Beurteilung der unterschiedlichen Arten, mit Steiners Werk umzugehen. Genau darum ging es auch in den Gesprächen mit der Zweigvorsitzenden und ihrer okkulten Freundin. Dann folgt, wie oft und verbreitet in Anthroposophistan, eine Liste: Erstens, zweitens, drittens.

Erstens gibt es die rein aus einem speziellen Interesse oder Berufsfeld an Anthroposophie Interessierten: „Man liest auch mit Interesse die entsprechenden Vortragsnachschriften von Rudolf Steiner. Ein Eintauchen in die geisteswissenschaftlichen Tiefen der Anthroposophie wird als zu schwierig empfunden; man behält sich dies für eine spätere Inkarnation auf. Sicherlich kann man es mit Fleiß in dem gewählten Bereich ein Stück weit bringen. Es fehlt jedoch oft ein geistiges Fundament. Und ohne dieses Fundament ist eine Befruchtung der eigenen Aktivitäten eine geringere.“ Man hebt sich das für eine spätere Inkarnation auf? Der nur Interessierte ist, aus anthroposophischer Sicht, also noch eine unreife Frucht, die vielleicht noch ein paar Mal sterben muss, um auf das Niveau der Autoren (Anina Bielser und Andreas Kühne) und anderen echten Anthroposophen zu kommen.

Zweitens die „Sympathisanten“, die nach „Gleichgesinnten“ suchen, aber noch nicht reif sind für eine Mitgliedschaft oder gar ein anthroposophisches Leben: „Eine intensive Arbeit am eigenen Standpunkt wird vermieden. Man ist stolz eher etwas lebensfremd zu sein.“ Die brauchen auch noch etwas karmische Reife.

Drittens der „Ernsthafte“: „Um ein anthroposophisches Fundament bemühen sich diejenigen, welche die Größe der Anthroposophie zu erfassen beginnen. Sie verinnerlichen durch Studium die von Rudolf Steiner gegebenen Inhalte und begeben sich auch auf den Schulungsweg. Sie begegnen entweder in ihrem Elternhaus oder durch „Zufall“ der Anthroposophie und haben das Gefühl, etwas durchaus Bekanntes anzutreffen. Kaum etwas ist ihnen fremd, sondern sie fühlen sich darin „zuhause“. Solche Persönlichkeiten erhalten mit der Zeit eine sichere Lebens-Grundlage und können die Vorgänge auf der Erde umfassender verstehen.“ Das sind also die echten Anthroposophen, die voll aus dem karmischen Strom schöpfen, keinen Ärger machen, schöpferisch sind, aber noch nicht voll wirksam: „Sie stehen meist nicht in der anthroposophischen Öffentlichkeit. Sie arbeiten im Stillen.“

Und nun, als karmische Krönung, die „Tätigen“, mit Anthroposophie als „Lebensgrundlage“, die Wirksamen und Repräsentativen.

Von hier ab nun geht es bergab, immer tiefer in die Dekadenz hinein. Zunächst kommen die „Kritiker“, „die meinen, man müsse Steiner kritisch oder mit leisem Zynismus bearbeiten“ und sich von wahrer Anthroposophie „angegriffen“ fühlen. Interessanterweise sehen die Autoren in dieser Schublade gerade eine Reihe ihrer eigenen „Repräsentanten von heutigen anthroposophischen Institutionen“, die offenbar zu intellektuell, selbstkritisch und selbständig erscheinen. Man sucht offenbar eine Art Kulturrevolution im maoistischen Sinne, um sich der eigenen Elite zu entledigen.

Am Ende der Liste der Verdammten aber steht natürlich „der Gegner“- diejenigen, die „Steiner lächerlich machen und hemmungslos Unsinn und Lügen behaupten. Hier kann man schon von Hass sprechen.“ Andererseits benötigt man als sektiererische Gruppierung natürlich immer ein Feindbild, um sich als Gruppe zu konstituieren und abzugrenzen. Die Gegner fühlten - so die Autoren- sich zwar von Anthroposophie angezogen, seien aber - „allerdings fehlt ihnen aus karmischen Zusammenhängen heraus die Möglichkeit, die Größe und das Zukunftsweisende der Anthroposophie zu erkennen. (z.B. H. Zander)“- karmisch quasi nicht nur unreif, Anthroposophie in ihrer Größe zu erkennen, sondern geradezu behindert. Der Steiner- Biograf Helmut Zander, der hier genannt wird, ist zum Beispiel katholisch. Die Feindmuster (Jesuit, Freimaurer oder Kommunist) stammen von Rudolf Steiner selbst, sind aber, wie die Praxis zeigt, beliebig erweiterbar, falls nötig.

Zwischen diesen Schubladen gäbe es, ergänzen die Autoren dann großzügig, Zwischenstufen, und letztlich seien doch alle irgendwie - karmisch- verbunden. Sie gehen also davon aus, dass sich die inner- anthroposophischen Querelen über mehrere Leben hinziehen, was keine erquickende Aussicht für mich darstellt. Noch schlimmer dran seien die, denen die hier so verstandene Anthroposophie völlig am Arsch vorbei geht: „Wer sich gar nicht für Anthroposophie und deren Inaugurator interessiert, wen diese Themen völlig kalt lassen, der gehört nicht zum Schicksalsumfeld der oben Genannten. Er kann sich neu dazu gesellen und in Zukunft vielleicht eine dieser Positionen beziehen. Neu hinzukommen kann jeder intelligente Mensch, denn er könnte Anthroposophie verstehen. Aber das genügt nicht, er braucht einen zusätzlichen Impuls, entweder aus der Vergangenheit oder durch sein jetziges, eventuell schweres Schicksal.“

Das klingt bedrohlich. Woher die Autoren das wohl beurteilen können? Offenbar nehmen sie den einen oder anderen Weltuntergang in Kauf, damit die verlorenen Seelen der Anthroposophie- Blinden einst auf ihr hohes karmisches Niveau werden kommen können? Falls überhaupt? Man muss den „Tätigen“ gratulieren, dass sie die Weitsicht haben, die Menschheit in gestaffelte Kartons karmischer Reife zu packen und sich selbst stets an der Spitze dieser Kette zu sehen- etwa auf gleicher Höhe wie jeder x- beliebige Boddhisattva. Und das ohne Mühe, nur mit aus Rudolf Steiners Vorträgen gebastelter pseudo- okkulter Selbstherrlichkeit und Karma- Versatz- Stücken. Ziehen wir den Hut, stehlen uns leise davon und denken uns unseren Teil wie etwa: wer solchen Dünkel pflegt, braucht wirklich keine Gegner mehr.

Kommentare

  1. »Eine intensive Arbeit am eigenen Standpunkt wird vermieden.«
    Großartiger Satz!
    Ohne den Essay über die verschiedenen Stufen (ganz ohne Wertung, aber doch „Stufen“, und nicht etwa „Möglichkeiten“...), mit Rudolf Steiner und seinem Werk umzugehen, gelesen zu haben, kann ich mich nun doch des Eindrucks nicht erwehren, daß die Arbeit am eigenen Standpunkt eine Aufgabe ist, die sich die Autoren für die nächste Inkarnation aufgehoben haben könnten...

    :-) LG, Ingrid

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    1. Wie wahr. Es ist natürlich alles etwas aus der Abteilung Kindergarten. Karma- Kindergarten, um genau zu sein.

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  2. Also mir sind in den Reaktionen auf die SKA mindestens drei weitere Kategorien vorgekommen.

    Zum einen die "Wölfe im Schafspelz" und "Trojaner": bittere Feinde der Anthroposophie, die aber öffentlich als Steiner-freundlich auftreten, um ihr Vernichtungswerk umso effektiver verrichten zu können.

    Und dann gibts die "verkappten Anthroposophen", die eigentlich Steineriten sind, öffentlich aber hinter der Maske der akademischen Kritik auftreten, um so ihre subtile Steiner-Apologie in renommierten Fachverlagen unterzubringen.

    Und drittens die "Lauwarmen", die Steiner einfach nur interessant finden, ohne dass dies zu Gegnerschaft oder Anhängerschaft führen würde.

    Wie passen die eigentlich ins Kühnesche Spektrum? Und welches Karma steckt da wohl dahinter?

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    1. Und dann gibt's meine Wenigkeit, in einer Spektralkategorie von selbst, dein amerikanischer anthroposophischer Fremdenführer um deiner karmischen, kosmischen (und deswegen) komischen Auflockerung willen während der Dauer der SKA-Projekt.

      Lighten up, dude!

      Tschüss!

      Tomistopheles

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    2. Hallo Tom,

      "…Und dann gibt's meine Wenigkeit, in einer Spektralkategorie von selbst,…"

      Was ist denn mit "Spektralkategorie" gemeint? Meine Neugierde hat mich zum folgenden Ergebnis gebracht:

      Spektralkategorie LSD-Brille
      0.95€
      Die LSD Optik-Brille ist eine Spektral-Effektbrille, die sowohl tagsüber als auch nachts das vorhandene Licht mit sagenhaften – und dem Kenner sehr bekannten – Effekten zeigt.
      http://jelly-joker.de/produkt/lsd-brille-mit-dem-spektraleffekt-2/

      Deine "Wenigkeit" gehört, wie ich annehme, zweifelsfrei zu den Auserwählten der Kenner!?

      Es ist gewissermaßen die drogenfreie, psychedelische Brille.
      Den idealen Zeitpunkt diese Brille aufzusetzen, so die Anleitung: "Du sitzt im Zug und blickst aus dem Fenster und während du Kopfhörer und Brille trägst verändern sich deine Eindrücke ununterbrochen in perfekter Harmonie zur Musik." Am besten gleich in der ersten Klasse fahren. Wie die Teilnehmer der ersten Klasse des esoterischen Zweigvorstandes.

      Du wirst sehen, das Eintauchen in die geisteswissenschaftlichen Tiefen der karmischen und kosmischen Schauungen gelingt damit auf Anhieb und ist schon für 0.95€ zu haben.

      Damit kann ja nichts mehr schief gehen im neuen Jahr:

      ***Happy New Year!***

      für Tom und die anderen Teilnehmer des Blogs!

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  3. Zu welchen Einsichten "wahrer Menschenkenntnis" manchmal führt…

    Da soll von besonders Auserwählten ein "Abbild geistiger Hierarchien auf Erde" erstellt werden. Bis in die feinsten Abstufungen. Und da werden nebenbei die Rollen verteilt für die nächsten Erdenleben. Das erinnert an rigiden Kastensystemen vergangener Zeiten. Ein geistiger Rassismus durch karmischer Besserstellung und Vorverurteilung von Abfälligen durch eine Zweig-Inquisition könnte es genannt werden. Vielleicht auch geisteswissenschaftlich motivierter Inzucht besonders erstrebenswerter Anthro-Tugenden.

    Verbunden mit moralischem Druck der Überheblichkeit werden so die Verhältnisse einer Sozialgemeinschaft geschürt. Vor allem aber die zwischenmenschlichen Autoritäts-Verhältnissen und dazu die oft persönlichkeitsverletzende, soziale Abhängigkeiten. So offenbaren sich die geistigen "Führernaturen" anthroposophischer Zweiggemeinschaften und treiben ihr Unwesen, schwebend auf einer Wolke "selbstloser Opferbereitschaft".

    Besonders wichtig sind in solche "karmische Gemeinschaften" die gemeinsamen Rituale. Wie beispielsweis in der Adventszeit und Weihnachtszeit, so treffend beschrieben im Beitrag "Zwölf unheilige Nächte". Unter sozial-moralischer Zwang des "wir dürfen, wir sollten, wir sollen und letztendlich wir müssen". So wirkungsvoll disziplinierend, dass keiner es wagt nicht mitzuziehen. Unausgesprochen gibt es vielleicht Widerstand, aber es wird geschwiegen vor dem Hintergrund sozialer Missachtung und des sozialen Ausschlusses bei Nichteinhalten des Sozialkodexes. Das Bekenntnis zur freien Persönlichkeit soll lediglich noch als Tarnung für eine verdorbene Sozialkultur herhalten und gerät zur Bedeutungslosigkeit.

    Verheerend können sich solche Strukturen vor allem auswirken in anthroposophische Lebensgemeinschaften wie Heimen und Institutionen. Wo Menschen Tag und Nacht, Jahr aus Jahr ein, auf Gedeih und Verderb zusammenleben, wo es kein Entrinnen gibt. Teilweise unter schlimme Abhängigkeitsverhältnissen der Mitarbeiter, moralisch aber auch wirtschaftlich. Leider habe ich da, als Außenstehender, beobachten müssen wie menschliche Existenzen zugrunde gehen. Unter Mitverantwortung scheinbar opferbereiten, in Wirklichkeit aber gewissenloser und korrupter Heimleiter.

    Eine Horrorvision "karmischer Krönung" wird da zur Wirklichkeit.

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    1. @bobby

      Eindeutige Signaturen von okkulter Gefangenschaft

      An dem Begriff der 'spirituellen Inzucht' kommt man bei der Betrachtung dieser Phänome wohl wirklich nicht vorbei - nicht nur, was die äußeren Zusammenhänge betrifft, sondern auch mit Blick auf die inzuchttypischen Degenerationen der deformierten Saft- und Kraftlosigkeit...

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  4. @ Michael Eggert
    @ Christian Clement

    Dann haben wir jetzt 6 + 3 sind 9 Stufen.

    Es wäre doch mal eine interessante Frage in welche Stufe man die eigene Persönlichkeit einordnen dürfte. Vorausgesetzt man erfüllt die innere Reife für diese anspruchsvolle Aufgabe.

    Ausdrücklich "ohne Wertung" sollte eingestuft werden Die anthroposophische Zuordnung mit Einstufungskriterien gilt bemerkenswerterweise nicht als solche. Da muss man doch erst einmal darauf kommen….

    Wie auch immer. Es ist den Autoren offensichtlich nicht im Sinne gekommen, dass es vielleicht auch Menschen auf dieser Welt gibt die Rudolf Steiner durchaus als bedeutende Persönlichkeit sehr ernst nehmen, mit seinen Anhänger, die anthroposophische Bewegung als Ganzes, gleichzeitig große Schwierigkeiten haben. Eine Stufe für solche Menschen gibt es anscheinend nicht und soll es auch nicht geben. Es gibt nur Anthroposophen pur oder Nicht-Anthroposophen. Zu den Letzten gehört wahrscheinlich der Rest der Menschheit. Es sollten natürlich auch nur Mitglieder erfasst werden damit Mitgliederlisten und Ausweise erstellt werden mit Einstufungsvermerk.

    Wie auch immer, ich finde meine Kategorie auf dieser Liste nicht, kann mich deshalb nicht einstufen und werde deshalb nicht die Gnade haben zum karmischen Schicksalsumfeld, in welcher Abstufung auch immer, zu gehören.

    Wenn ich den Beitrag so lese, dann stimmt mich das überhaupt nicht traurig…In Gegenteil!

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    1. 9 Stufen von Anthroposophenkategorien...?!? Das kann kein Zufall sein.

      Eventuell werden erst kommende Generationen die entsprechenden Zuordnungen zu den 9 Hierarchien herausfinden.

      Wir haben auf diesem Blog in diesen Tagen mit großer Wahrscheinlichkeit das letzte und tiefste anthroposophische Mysterium entdeckt. Danke.

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  5. Sind diese 7 oder 12 Stufen karmische Typen, Charaktere oder eher zukünftig änderbare Haltungen, Attitüden? Selbst bin ich essentialistisch-anthroposophisch wohl überwiegend der 'ernsthafte', wie man sagt saturnische, forschende Planetentypus. Und die apokalyptische ‘Soratmenschen‘ und ich-lose, hilfsbedürftige ‘Heuschrecken-Menschen‘ gehören hierarchisch auch dazu. Sonnenmenschen sind wir ja alle.

    Sogar kritischer, zweifelsüchtiger Antiamerikanismus, Putin-Verstehen und VT ist scheinbar unveränderlich oder alt-karmisch. Wie z.B. Trump sagt: „Ich glaube, Computer haben unser Leben sehr kompliziert gemacht. Das ganze Computerzeitalter hat dazu geführt, dass niemand so genau weiß, was eigentlich vor sich geht.“

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    1. Gewiss, aber in Bezug auf die erwachende freie, transparente Willenskraft, die sich selbst hält und den Funken des Logos in sich trägt, sind alle Selbstdefinitionen, Determinationen, "Karmagruppen" irrelevant. Das Anthroposophische selbst ist auch nur dann von Interesse, insoweit es für das Individuum einen Beitrag leisten kann zur inneren Autonomie. Tut es das nicht, wird es zum ideologischen Ballast. "Karma" erscheint da als Hülle - nicht mehr.

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    2. Ja, Karma ist eine Hülle welche dem Herrn des Karma untersteht; mancher würde sich gerne Anwartschaften daraus basteln...

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    3. Da gibt es also das ‘Zukunftskarma, das werdende Karma‘ als Kern (207.85 f., 226.71 f.).

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    4. "apokalyptische ‘Soratmenschen‘ und ich-lose, hilfsbedürftige ‘Heuschrecken-Menschen" versus "Sonnenmenschen" ist anthroposophischer Klamauk.

      Wenn sich die Verhältnisse entsprechend ändern (Krieg, Naturkatastrophe, u.ä.) wird jede/r, der/die meint, zu den "Sonnenmenschen" zu gehören, wahrscheinlich ziemlich schnell die unschönen "Sorat"-Anteile in sich entdecken und ausleben.

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    5. Ja, Rainer genau, daher verwende ich den Steinerschen Begriff ‘Sonnenmenschen‘ (Geheimwissenschaft) hier für das allgemein universell Menschliche. Die andere Begriffen beziehen sich auf die Offenbarung des Johannes (Kap.9 und 13).

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  6. "Die Feindmuster (Jesuit, Freimaurer oder Kommunist) stammen von Rudolf Steiner selbst,"

    Es ist möglich, aus persönlicher Erfahrung, der Erfahrung der Familie nachzuweisen, wie "feindlich" die Katholische Kirche im Einzelfall tatsächlich ist!!!
    - Schreibe dies als Korrektiv zur Beurteilung der Vita Steiners.
    E.S.

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  7. Niemandem kann die Hoheit zugestanden werden, zu definieren was ein Anthroposoph ist, bzw. wie einer zu sein hat. Genauso albern wäre es beispielsweise, Physiker oder Chemiker in verschiedene Kategorien einstufen zu wollen. Sinnlos auch etwa Hobbyphysiker gegen akademisch graduierte antreten zu lassen.
    So wie potentiell jede Wissenschaft, so ist auch die Anthroposophie erweiterbar, nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Zielgerichtetheit ihrer Wirksamkeit. Alles Denken in Kategorien, das sich Klammern an Begriffsdefinitionen oder sonstige gedankliche Imperative ( z.B. was Anthroposophie sein sollte) bewegt sich in geschlossenen Kreisläufen, im Prinzip wäre das nicht anthroposophischer, sondern gewissermassen "antianthroposopischer Klamauk".

    Und was wäre mit denjenigen Zeitgenossen, welche nicht im Sinne, für oder durch die Anthroposophie leben und diese auch nicht verkörpern wollen, sondern Anthroposophie nur als Mittel verwenden um von ihr zu leben? Oder diese nur als Werkzeug verwenden, und zwar um eigene, ganz egal ob egoistische oder altruistische, oder auch gruppenegoitische Ziele zu erreichen, die mit der Anthroposophie selbst gar nichts zu tun haben?
    Allein das gibt uns schon einen Hinweis, wie sinnlos das Nachdenken über "Kategorien von Anthroposophen" ist.

    Es entsteht der Eindruck, dass hier wieder mal keine Gelegenheit ausgelassen wird, um die Anthroposophie selbst anzugreifen, indem permanent ihre Anhänger auseinanderdividiert und gegeneinender ausgespielt werden, mit dem allerdings nicht erklärten Ziel die Wirksamkeit der gesamten Bewegung abzuschwächen.

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    1. Dass das Denken in Kategorien okkulter Superiorität - mit sich selbst als "tätig sein Wollenden" an der Spitze- ein primitiver Ego- Mechanismus ist, ist das Eine. Es ist aber auch ein Einblick in eine eingebildete Superiorität, die sich logisch fortsetzt in latenten Rassismus. Die Krönung der Menschheit, an der evolutionären Spitze der Rassen- und Menschheitsentwicklung, die Krönung der Anthroposophen: Das ist das Selbstbild. Von Christus selbst auserkoren. Vom Karma erwählt. Was für ein kranker Mist.

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    2. Die Anmassung okkulter Superiorität ist, über den "primitiven Ego-Mechanismus" hinaus, die Grundlage für geistige Verbrechen.
      Die superioren Anthros meinen es stünde ihnen zu, die ihrer Meinung nach inferioren Anthros gering zu schätzen.
      Durch ihren angemassten Allein-Vertretungsanspruch der Anthroposophie bekämpfen sie aber bewusst oder unbewusst die Anthroposophie selbst.
      Wirkliche okkulte Superiorität gibt es nicht, okkulte Wirksamkeiten sind wissenschaftlich erforschbare Methoden des Wirksamwerdens, Instrumente, Werkzeuge mittels derer Menschen beeinflusst und damit Ziele erreicht werden können.
      Was sollte beispielweise der Kampf proamerikanischer Anthros gegen antiamerikanische schon bringen, ausser die anthroposophische Bewegung zu spalten und damit die Möglichkeit ihres Wirksamwerdens zu beschneiden und die praktische Anwendbarkeit der "anthroposophischen Werkzeuge" zu relativieren?

      Gefährliche okkulte Superiorität ist der vermeintliche, weil okkult beschlossene kulturepochenbedingte geistig-wirtschaftliche Führungsanspruch der Angelsachsen genauso wie die albernen Meinungen ob man den Russen ihre Dominanz erst in 1500 Jahren zugestehen sollte, oder bereits heute.
      Das ganze Pro oder Anti-Putin Geschwafel dient hier als Ablenkung, es geht nicht um Demokratie oder Putin hin oder her, es geht letztlich um das Versteckenwollen des eigenen okkulten Superioritätsanspruchs hinter der Anthroposophie, also des Handelns hinter einem Werkzeug und nicht des (okkulten) Werkzeugs Anthroposophie hinter dem Handeln.

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    3. @M. Eggert:

      Schon aus frühesten vorchristlichen Zeiten determiniert - durch Christi Erscheinung fiesbezüglich unberührt/unangetastet...

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  8. Ist es anthroposophisch-magisches Denken? (In den DSM-IV-Kriterien der schizotypischen Persönlichkeitsstörung werden Beziehungsideen, eigentümliche Vorstellungen oder magisches Denken sowie ungewöhnliche Wahrnehmungserlebnisse, eine eigenartige Denk- und Sprechweise sowie paranoide Ideen genannt.)

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  9. Die Erklärung für die Existenz dieser empirischen Kategorien ist eben nicht Schicksal, sondern die schizoide Spaltung der Persönlichkeit und Trennung der Psyche durch die ‘zusätzliche Impuls‘ der anthroposophische Schulung ( SKA 7/GA 10):

    “Das sind die drei Irrpfade, auf welche der Geheimschüler geraten kann: das Gewaltmenschentum, die Gefühlsschwelgerei, das kalte, lieblose Weisheitsstreben. Für eine äußerliche Betrachtungsweise - auch für die materialistische der Schulmedizin - unterscheidet sich das Bild eines solchen auf Abwegen befindlichen Menschen, vor allen Dingen dem Grade nach, nicht viel von demjenigen eines Irrsinnigen oder wenigstens einer schwer «nervenkranken Person» usw.“

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    1. Ton, ich sehe die schizoiden Züge eher selten. Die reale Esoterik hat im übrigen einen zutiefst heilenden Charakter- eine aus dem Kern entspringende innere Versöhnung mit den divergierenden Elementen des menschlichen Puzzles. Man sieht doch kaum echte anthroposophische Esoterik. Wenn, dann wird sie durch östliche Methoden und Einflüsse implementiert- wie bei den zahlreichen Cohen- Anhängern. Das führt diametral von jedem rosenkreuzerischen Einfluss weg. Sehr häufig sind obskure astrologische Methoden, verquickt mit rechtem rassistischem Element wie bei den Jüngern Terry Boardmans. Oder Salonfaschisten wie Savoldelli https://www.facebook.com/ra.savoldelli?fref=ts, der ein Zwillingsbruder von "Rudolf" sein könnte.

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    2. Bei Judith von Halle dagegen hat die pathologische Entwicklung wohl den Korken aus der Flasche gehauen. Sie setzt ihr "Werk" jetzt mit selbstverherrlichenden Autobiografie- Framenten fort: http://www.aargauerzeitung.ch/basel/baselbiet/schwanenfluegel-umstrittene-anthroposophin-veroeffentlicht-autobiographie-mit-44-130824231

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    3. Gibt es denn unter den Anthroposophen außer Sebastian G. und seinen Schülern wirklich noch "zahlreiche Cohen-Anhänger"? Viele integrale Freunde haben sich ja von ihm distanziert, auch Menschen wie Thomas Steininger.

      "Östliche Methoden und Einflüsse" werden dem anthrop. Schulungsweg vielleicht eher gut tun - das muss nicht dieser Guru-Kram sein, vielmehr Haltungen und Übungen aus der breitgefächerten Achtsamkeitecke.

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    4. "Östliche Methoden und Einflüsse" werden dem anthrop. Schulungsweg vielleicht eher gut tun - das muss nicht dieser Guru-Kram sein, vielmehr Haltungen und Übungen aus der breitgefächerten Achtsamkeitecke.

      Da schließe ich mich an, Rainer...

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    5. Ja, ich stimme Euch ja auch zu. Ich mag auch Vieles aus der integralen Seite und schätze Rainers Advaita- Tipps. Das neuerliche Promoten des sehr speziellen Cohen finde ich eine Bankrotterklärung, nach all den Skandalen. Aber wer es wissen will, kann sich kundig machen.

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    6. Michael, ich will den Ernst der Psychopathologie bei schizoiden und schizotypen Bilder nicht abwerten, aber es gibt ein Schizophrenie-Spektrum mit milderen Formen, die hier möglich auf der ‘Irrpfaden‘ anwendbar sind. Auch Steiner spricht im psychiatrischen ‘Entfesselungsvortrag‘ (GA 174) von ‘somnambulen‘ Formen neben ‘Deformationen‘.

      Ich möchte noch die Möglichkeit offenhalten, dass von Halle eine unzeitgemässe christliche Mystikerin wäre. Der unmittelbare ‘Gefühlsweg‘ (GA 13.430 f.) hat den anthroposophischen Weg heute vielleicht weit mehr beeinflusst als die östliche Wege.

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    7. "Unzeitgemäße Mystik" hat ja schizoide Züge - die herein brechende Vision (bei ihr in sehr frühem Lebensalter) neben dem modernen, aufgeklärten Menschen, mit allen Konsequenzen ihrer "filmischen" Vision mit überzeichneten, überreizten Verzerrungen. Bildlich gesprochen ein implantiertes Visionstum. Aber wer will, kann das ja jetzt bei ihr nachlesen.

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    8. Umschreiben kann man es auf vielfältigste Weise.
      Alles in allem eine Form von Protagonismus gekoppelt mit einer krankhaften Überhöhung des eigenen Ichs.
      Also sich um jeden erdenklichen Preis am Markt durchsetzen wollen, nicht nur ökonomisch verstanden, sondern auch geistig, etwa durch das Erreichen einer gewissen Anhängerschaft.
      Hier wird jedes noch so hohe Risiko in Kauf genommen, denn auch wenn der Schuss nach hinten losgehen sollte, also nur das Negative an der eigenen Person haften bleibt, wäre das ganz egal!
      Denn sich überhöhen, herausragen, berühmt werden usw. kann man auch allein im Negativen.

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    9. In der Zeit, als Judith von Halle ihr erstes Buch verfasste, war ich einige Jahre in Kontakt mit Herrn Suhrmann, der mir das erste Buch schenkte.
      Es waren "Dritte", welche Judith von Halle "installierten".
      Durch das Mitlesen hier am Blog fand sich nun beim googeln dieses Bild von Judtih von Halle:

      http://lichtblick-buecherkiste.de/index.php?info=p538_judith-von-halle--schwanenfluegel--eine-spirituelle-autobiographie--teil-i-kindheit-und-jugend.html

      Herr Suhrmann "schenkte" mir ca 2010 ein Bild von Judith von Halle. (damals gab es keine Bilder, die das Gesicht zeigten im Internet)

      Es ist, als gäbe es zwei verschiedene Menschen.

      Fast etwas tragisch-verzweifelt-anklagendes in dem Blick von Frau Halle.
      Das "geschenkte" Bild zeigt einen fröhlichen, starken Menschen.

      Frau Halle ernst nehmen, heißt auch ihr Umfeld in den Blickpunkt zu nehmen.

      Danke, durch das Mitlesen, Impuls, kam es nun zu dem aktuellen Bild von Frau Judith von Halle.
      Verantwortlich ist die AAG, welche durch das erste Buch von Frau Halle, erst den Aufstieg in den Abstieg ermöglichte.

      Gehe davon aus, es wird alles gut enden!
      E.S.


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    11. Hallo Ernst,

      das soll durchaus mal vorkommen, auch bei nichtstigmatisierten Menschen, das 2 verschiedene Bilder 2 unterschiedliche Verfassungen der jeweiligen Person zeigen.

      Ist nichts schlimmes und "gut enden" wird das Ganze sowieso.

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    12. Scheiß Gotteskult!

      https://www.youtube.com/watch?v=0zhEnVJX1TA

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    13. Gotteskult ist nur scheiße, wenn er auf Personen projiziert wird...

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    14. "Personenkult" - "Gotteskuilt"

      Zwei besondere Worte.

      Zufällig gestern Abend im Internet Liveübertragung der Eröffnnung von "MEHR", eine Veranstaltung des Gebetshauses Augsburg. Dem Leiter waren vor Jahren anthroposophische Hintergründe zum christlichen Symbol etc. unterbreitet worden.

      Eine sehr technische Veranstaltung, Rahmen, Videos, Equipement.

      Wie von Zauberhand steht nach dem Dunkel auf der Bühne,
      eine "Tafel", bunte Kreiden liegen geordnet bereit, dann tritt der Inspirator mit Doktortitel auf die Bühne, beginnt seine Mission. Er zeichnet gekonnt sein Weltbild auf die grüne Fläche, wie einst Rudolf Steiner seine Illustrationen. Später schwebt herab, schwebt dann auch wieder hinauf, das christliche Symbol, jetzt gleichschenkelig.

      "Gotteskult" in neuer Variante. Als Höhepunkt ein christliches Musikevent, ein Ehemaliger der Kelly Family spielt auf. Zuvor per Laufschrift, wer mag, kann sich Ohrenstöpsel an der Info besorgen. Angeblich 10 000 Menschen versammelt, "Gotteskult", "Personenkult", vielleicht tatsächlich ein "Erziehungsprogramm", anerzogen?!

      Wird die Gottessehnsucht erst "angezüchtet", durch Schuld?!
      Und tatsächlich der Gründer in Augsburg malt mit bunten Kreisen sein Weltbild an die Tafel.
      Interessant.
      Mittelpunkt der Garten Eden, das verlorene Paradies.
      Es bleibt immer sets die Schuld der "Eva", der verlameteite Apfel, die Schlange, die Sünde.

      Diese Tafelzeichnung führt auch nur zu Personenkult, zu Gotteskult,
      das Vergangene, das Heilige wirkt wie eine Erkrankung der Menschheit - Berlin... .

      So wird "Gotteskult", "Personenkult" zu einer zerstörerischen Kraft in der Gegenwart.
      Ein ewiges Erziehungsprogramm von Außen..... .

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    15. kleine Info des BR zur Zeit-Geschichte:

      http://www.kathtube.com/player.php?id=42115

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Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

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