Rudolf Steiner, die Mahatmas und die geheime Loge

Quelle gechannelte Mahatma- Mitteilungen
Natürlich existiert der Prototyp des zeremoniellen Anthroposophen nicht in der realen Welt. Er gehört in die Welt der Karikaturen. Vielleicht ist er auch ein Spiegelbild von abgelegten Zerrbildern, die sich wie transparente Häute an der Leine spannen- der Honigsauger, der sich selbst Altar, Sinnsucher, Gott und Zeremonienmeister ist:

Natürlich hat man Verständnis für die Honigsauger, die seit jeher die anthroposophische Bewegung umschwärmen. Was wäre die schönste spirituelle Lehre ohne Sinnsucher, die sich mit ihr identifizieren, sich selbst aber damit auch in ein ewiges Licht stellen, das dem so vergänglichen und zerbrechlichen Ich ein seelisch- geistiges Fundament geben kann? Dazu gehört: Zu glauben, wiedergeboren zu werden als derjenige welcher. Zu glauben, einer geheimen NGO anzugehören, die seit Jahrtausenden die geheimen Mysterien der Hochkulturen durchwabert- mit geheimem Wissen gefüttert wie mit Gelee Royal und zur Königin mutiert, einem Wanderer zur endlichen Erlösung des Planeten, seiner Kreaturen und der Restmenschheit. Zu glauben, die geheime geistige Führung der Menschheit habe einen Plan mit mir, für den meine augenblickliche Existenz nur eine gewisse Vorbereitung darstellt. Zu glauben, ich hätte, da übersinnlich Botschaften aufzunehmen zu meiner geheimen Superkraft gehört, die zu meiner zweiten Natur geworden ist, via Inspiration zu jedem beliebigen Fachgebiet etwas zu sagen, auch wenn es niemand hören will und Andere es für plumpe Vorurteile halten. Zu glauben, dass es durchaus keinen Zufall darstellt, dass das Schicksal mich an die Spitze der menschlichen Kulturentwicklung im deutschsprachigen Raum gestellt hat, damit ich durchdrungen werden kann von den aktuellsten Transformations- Prozessen in der Weltentwicklung und mit dazu beitragen kann, die brüderliche Philadelphia- Zivilisation der Zukunft geistig vorzubereiten, indem ich auf noch vollkommenere Weise selbstlos werde. Zu glauben, dass es moralisch, geistig und selbst für die Natur existentiell notwendig ist, dass ich den Umgang mit Intellektuellen und anderen geistig wenig entwickelten Individuen möglichst einschränke, außer wenn es karmisch dienlich sein kann. Die meisten Individuen sind einfach in ihrer Entwicklung noch nicht zur Selbstlosigkeit durchgedrungen. Zu glauben, all diese mehrfachen Umstellungen des Sonnensystems und des planetarischen Körpers insgesamt, die auf- und untergegangenen Königreiche und Erdreiche, Tierleiber - Entwicklung und Engel- Einwirkungen haben schließlich in mir - mir- kulminiert, als esoterischer Vertreter des Meisters, seines Meisters- seiner Meisterkollegen, der geistigen inspirierenden Meister, und so weiter. In aller Bescheidenheit. Aber immerhin- zu glauben, das in mir praktizierte Selbsterwachen des Planeten, seiner Geister und Meister, die sich nach Erlösung sehnen, das adelt mich schon ein bißchen, denn die gesamte planetarische Entwicklung verwirklicht sich in mir. Es hat auch, wie in Werken von Seherinnen wie Judith von Halle ausgedrückt wird, direkte karmische Vorteile. So würden Anthroposophen z.B. nicht an Demenz erkranken, da das ein rein ahrimanisches Phänomen sei. Praktisch ist aber auch, dass der Meister der Meister mir auch nach meinem Tod - ebenso wie Christus und die Seinen, St. Michael und der Graf von Monte Christo- sofort Hallo sagen werden. Man ist eben als Anthroposoph auch in den widrigsten Situationen nie ganz allein.

Andererseits stellt für solche Karikaturen anthroposophischer Selbstvergottung jede kritische Auseinandersetzung mit Anthroposophie oder ihrem Meister einen Angriff auf ihr Selbstkonzept dar. Kritisches Denken wird daher einerseits dämonisiert, andererseits erstarrt das mögliche Potential der Bewegung in diesem unproduktiven Verteidigungsreflex. Das Selbstkonzept, sich auf geheimer Mission des Erzengels Michael zu befinden, verfängt allerdings nur bei Persönlichkeiten, die einer strukturellen, ideologisierten Persönlichkeit- Krücke bedürfen - sie sind die unproduktiven, aber fanatisierten Anhänger, die den Kult- Aspekt benötigen und ständig Futter und Bestätigung suchen. Unabhängige Geister gingen und gehen souverän mit den Ego- Fallen des anthroposophischen Systems um und praktizieren die unkonventionellen, produktiven und humanistischen Impulse, die sie aus derselben Grundlage heraus beziehen.

Ja, es war ein langer Weg Rudolf Steiners vom Goethe- Herausgeber, Philosophen, Mackay- Anhänger und Freiheits- Kämpfer bis hin zum Vorsitzenden einer zunehmend geschlossenen und bizarren sektierischen Esoterik- Vereinigung mit Logen- ähnlichem Zuschnitt. Auch Steiner ist allmählich zum Zeremonienmeister des eigenen Kults geworden. War das theosophische Ambiente ursprünglich vielleicht nur ein Publikum, das ihn überhaupt ernst nahm, wurde er allmählich darin eingesponnen- vor allem, nachdem er 1923 wieder die alleinige Leitung übernahm und sich mit seiner Frau Marie und dem getreuen Sprachrohr Albert Steffen, schon krank und zutiefst erschöpft, auf dem Dornacher Hügel einigelte. Die heutige Hybris mancher seiner Erben geht allerdings voll und ganz auf Rudolf Steiner selbst zurück- vor allem im Rahmen seiner esoterischen Unterweisungen für den engeren Kreis. So beantwortete er die berechtigterweise von ihm selbst gestellte Frage „Bin ich nicht vielleicht ein spiritueller Genussmensch?“ im Rahmen einer Instruktionsstunde (1) so: „Hier, in unserer Loge, weil die Menschen mit ihren Gedanken dabei sind, geschieht mehr für das Heil der Welt als durch alle philanthropische Arbeit. (..) So ist es also kein unbefugtes Genießen, wenn die Mitglieder sich befleißigen, dasjenige in sich aufzunehmen, was hier geboten wird. Ohne dieses Entgegennehmen durch die Mitglieder könnte nichts für die weitere spirituelle Entwicklung der Menschen getan werden. Dann müssten die Menschen ganz dem Materialismus verfallen; die zukünftigen Generationen würden krank an Leib und Seele sein..“

Die Entgegennahme der Mitteilungen des Meisters wirkte danach wie eine Impfung in einem sklerotisierten Weltkorpus- auf die spirituellen Kompetenzen der Mitglieder kam es nicht an. Dennoch sorgte sich Steiner auch um die geistige Entwicklung seiner Anhänger- rührig, unermüdlich, umfassend, aber offenbar vergeblich. Die „erkenntniskultischen“, Logen- ähnlichen Intensivmaßnahmen, die er seit 1906 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges durch einen Vertrag mit Theodor Reuß betrieben hatte und die Steiner zum einzigen legalen Leiter des Misraim Ritus in Deutschland machten, wurden am Ende seines Lebens wieder aktuell. Die Beziehung zu Reuß, dem Steiner mit guten Gründen misstraute und mit dem er den Kontakt so schnell wieder abbrach, hat Rudolf Steiner schwer geschadet. Reuß hat- auch durch gefälschte Dokumente- den Eindruck zu vermitteln versucht, Steiner sei Mitglied der durch Reuß und Aleister Crowley repräsentierten, seit 1912 aktiven Loge O.T.O gewesen- eine Unterstellung, die bis heute immer wieder kolportiert wird. Steiner hätte eigentlich gewarnt sein müssen, war doch die ganze Geschichte der Theosophischen Gesellschaft durchzogen von Scharlatanen, Betrügern, gefälschten „Meister- Briefen“ und einem Fake- Messias wie dem jungen Krishnamurti.

Der okkultistischen Schmuddelszene, die von unsichtbaren Meistern wimmelte, hat sich Rudolf Steiner zwar durch die eigenständige Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft entzogen - „Es ist eben die Grenzscheide zwischen Wahrheit und Scharlatanerie im Okkultismus eine haarscharfe“. (2)- aber strukturelle Probleme wie die Teleologie, die kultisch- zeremoniellen Klassen und Logen, die Führung durch „Meister“ wurde auch innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft nie ganz überwunden.

In Bezug auf seine esoterische Kernarbeit, die im Rahmen des Misraim- Kultus bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit bis zu 600 Mitgliedern durchgeführt wurde, hat Steiner nicht nur (3) den Bezug zur Artus- Tafelrunde, der Grals- und Rosenkreuzer- Bruderschaft (alles in einem Aufwasch) hergestellt, einen hierarchischen Aufbau in neun Grade angekündigt (4), sondern auch eine „Versprechensformel“ (5) im Sinne eines Treueschwurs formuliert:

 „Ich ________  geboren zu _______ wohnhaft in ______   gelobe und verspreche hiemit die Regeln des echten und wahren Misraim Dienstes getreulich zu halten und zu befolgen; das heilige Geheimnis streng zu wahren, nach Kräften für die Erhaltung des Sanktuariums zu sorgen und einzutreten und den Generalgroßmeister als oberste Entscheidungs-Instanz in allen Misraim- Angelegenheiten rückhaltlos anzuerkennen. Ich gelobe und verspreche ferner, daß ich mich nicht durch Hypnose, Suggestion usw. in einen unfreien Zustand versetzen lassen werde, so daß alles, was im Leben je auf mich wirken wird, mich in dem Zustande des Wachens antreffen werde, auf daß durch mich niemals die Geheimnisse des großen Dienstes an Außenstehende verraten werden können.
Sollte ich dieses mein feierliches Gelöbnis jemals brechen, so möge meine Seele ruhelos wandern ohne Ziel und Bestimmung im Raume, möge sie richtungslos sein in der unermeßlichen Zeit.
Dieses gelobe ich bei den weisen Meistern des Ostens, die ihr Auge heften mögen auf meine Taten.“ (6)

Dass er eine derartig abgeschirmte Geheimgesellschaft innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft in Kriegszeiten nicht aufrecht erhalten konnte, da dies als Subversion und Konspiration hätte verstanden werden können, war Rudolf Steiner auch klar. Am Ende seines Lebens und Wirkens allerdings hat er sich nach der „Liebeswärme“ einer solchen geheimen Loge (7) gesehnt.

Hatte Steiner 1905 noch gemeint, das „maurerische Leben aus den veräußerlichten Formen aufzufangen und neu zu gebären“ (8) - mithin also das Freimaurertum zu reformieren- stellte er spätestens 1923 fest, dass der postulierte „umgekehrte Kultus“ (die Selbst- Einweihung der Anthroposophenschaft)  durch das typische öffentliche anthroposophische Arbeiten offensichtlich nicht funktionierte und plante nach der organisatorisch- okkulten Neugestaltung der Anthroposophischen Gesellschaft durch die „Weihnachtstagung“ auch einen neuen Kultus: „Gleichwohl hätte Rudolf Steiner, wenn er noch längere Zeit hätte wirken können, auch einen äußerlich zu vollziehenden Kultus (begründet), gewissermaßen als eine wirksame Hilfe auf dem schweren Weg zu dem im rein Geistigen zu suchenden kosmischen Kultus.“ (9) Allerdings sind seine Äußerungen in Bezug auf die Gestalt kryptisch geblieben: „Man könnte nun sagen: die Anthroposophische Gesellschaft könnte ja auch einen Kultus pflegen. Gewiss, das könnte sie auch; das gehört aber jetzt auf ein anderes Feld.“ (10) Auch in einem Gespräch mit Rene Maikowski ist Steiner auf dieses Thema eingegangen: „Zu meiner Überraschung ging er auf den Gedanken einer kultischen Arbeit für die Gesellschaft als durchaus positiv ein. Er erklärte, dass es ja vor dem Krieg auch ein Kultisches gegeben habe. In der Zukunft werde das aber eine andere Gestalt erhalten müssen..“ (11)

Zu dieser Reform durch einen internen „maurerischen“ Kultus ist es durch den Tod Rudolf Steiners nicht mehr gekommen. Es ist nicht ganz frei von Ironie, dass Steiner 1905 die Freimaurer- Kulte durch Anthroposophie hatte reformieren wollen, und zwanzig Jahre später Anthroposophie durch einen noch zu gestaltenden eben solchen Kultus. Es ist auch nicht frei von Ironie, dass er während der Kriegsjahre das Freimaurertum der Weltverschwörung bezichtigte- was Wiesberger „die damalige scharfe Verurteilung politischer Sondertendenzen gewisser westlicher Geheimgesellschaften“ (12) nennt. Nach dem Ende des Krieges hat Rudolf Steiner einigen Mitgliedern der AG sogar den Rat gegeben, in Freimaurerlogen einzutreten. Es gab zwischen offiziellen Logen und Anthroposophen einen regulären Austausch und keinerlei Berührungsängste.

Letztlich hat sich Rudolf Steiner auch durch die Einsetzung seiner Ehefrau Marie Steiner- von Sivers als Erbin seines Werkes für die kultisch- symbolische Ausrichtung entschieden: «An der Spitze, als Haupt der Schule und als Vermittler der geistigen Wirklichkeiten stand Rudolf Steiner; ihm zur Seite als Genosse und Mitarbeiter Marie von Sivers. ... Bei einer Handlung in einem höheren Grade, bei der nur eine geringe Anzahl von Teilnehmern zugegen sein durften, wurde uns durch Rudolf Steiner selbst kundgegeben, daß die Mitarbeit Marie von Sivers' in einem vollberechtigten Sinne zu nehmen sei - nicht symbolisch wie bei uns andern allen. Und zwar so, daß auf eine Wirklichkeit hingewiesen wurde, die über Geburt und Tod hinausgeht.» (13) Die Entscheidung für die Ehefrau Steiner- von Sivers, die dem zeremoniell- Symbolistischen nahe stand - und nicht z.B. einer Pragmatikerin wie Ita Wegman- hatte wegweisenden Charakter und führte zu jahrzehntelangen Grabenkämpfen. Es ist auch eine Entscheidung Rudolf Steiners, die die Rhetorik der Aufbruchsstimmung um die „Weihnachtstagung“ Lügen straft- mit der organisatorischen Übernahme der Gesellschaft kehrte er zurück zur okkultistischen Theatralik, die er mit seiner Frau zwei Jahrzehnte zuvor gepflegt hatte. Die „Ritualtexte“ für die jeweilige Logeneröffnung und - Schließung liegen im Wortlaut für den 1.- 3. Grad komplett vor (14) und haben heute, im Zeitalter der Jedi- Ritter, auch schon mal etwas unfreiwillig komisches: „Lerne schweigen und dir wird die Macht“ (15) Es gibt auch magisch- lateinische und rosenkreuzerische Ritualtexte, die zum Teil auf Helena Blavatsky, die Kabbala und auf alchimistische Überlieferungen zurück gehen (16) - rätselhafte, schöne, symbolträchtige Texte.

Der reaktionäre, pseudo- maurerische Einschlag zeigte sich z.B. bald nach Steiners Tod in Marie Steiners Inszenierung der Gedenkfeiern zu seinem einjährigen Todestag:
Zur ersten Wiederkehr von Rudolf Steiners Todestag, am 30. März 1926, gestaltete Marie Steiner-von Sivers, die nicht nur als Mitbegründerin und Mitleiterin des erkenntniskultischen Arbeitskreises, sondern auch durch innere Kompetenz in demselben eine besondere Stellung eingenommen hatte, im Rahmen der ersten Klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft eine Gedenkfeier mit symbolisch-kultischem Charakter. Auf der mit schwarzen Vorhängen verkleideten Bühne des Saales in der Schreinerei des Goetheanums, in der damals alle Dornacher Veranstaltungen stattfanden, ließ sie drei Altäre aufstellen, an deren Ostaltar sie stets an der Seite Rudolf Steiners gedient hatte. In den folgenden Entwürfen für ihre Ansprache kommt zum Ausdruck, was ihr die Lebenstat Rudolf Steiners bedeutete, nämlich: die Tempellegende dargelebt zu haben.“

So begann Marie Steiner denn auch die Zeremonie mit den pathetischen Worten: „Wir haben uns hier versammelt zum Angedenken desjenigen, der vor einem Jahr von dieser Erde Abschied nahm, der hier an dieser Stätte für uns, unter uns gewirkt hat, der uns Richtlinien gegeben hat für unser Handeln, den Dienst an den Altären der Weisheit, Schönheit und Stärke, als Zeichen welcher wir diese Altäre hingestellt haben, die uns sein Wirken versinnbildlichen. Wir haben als Zeichen seines werktätigen Schaffens diese Werkzeuge auf die Altäre gelegt. Mit ihnen prägte er dem Holz die neuen Formen ein. Es sind sein Zirkel und sein Richtmaß, seine Kelle und sein Hammer. Sie sind noch durchseelt vom Feuer seiner Hände, sie sprechen zu uns und fordern Taten.

Das Pathos und die Intimität einer internen Geheimgesellschaft waren offenbar das Rezept, mit dem sowohl Rudolf Steiner wie seine Frau das in ihren Augen intime anthroposophische Element - in einer Bewegung, die sich in Schulen, Krankenhäusern, Heilpädagogik, Landwirtschaft erfolgreich realisierte- in die Zukunft retten wollten. Nach Steiners Tod inszenierte Marie von Sivers ihn als „Führer“ der „Menschheitswende“ und „Großen“, dem die Mitglieder an drei Altären nicht nur gedachten, sondern sich ritualisiert unterwarfen, auf dass „unser Handeln diene seinem Geist“ :

Seiner gedenkend und dessen, was wir zu tun haben, entzünden wir diese Kerzen: Das Licht, das er in unsern Herzen entzündet hat, es leuchte hell auf und werde Weisheit. Es steige in Reinheit zu ihm empor, so rein, wie er es in unsere Seelen gesenkt hat. Es erkrafte an ihm im werktätigen Schaffen, auf daß unser Handeln diene seinem Geist, unser Geist erstarke in der Ich-Durchchristung.
Wir stehen in diesem Raume der Trauer, gedenkend des Großen, der uns verlassen hat. Die drei Altäre stehen als Zeichen und Siegel seines Wirkens vor uns. Der Führer, der dieser Menschheitswende vorstand, hat dauernd an diesen Altären gedient. Er durfte sie herausholen aus den Tiefen des Tempels, in denen sie gestanden haben, seitdem es Mysterien gegeben hat und durfte sie der Menschheit übergeben. Er gab sie uns im Bilde, in der Kunst, indem er sie hineinstellte in seine Mysteriendramen, an den Etappen des Fortschritts der Geistesschüler. Er gab sie uns in seinem Wort, indem er in den Mittelpunkt seines Wirkens stellte die Ideale der Weisheit, der Schönheit, der Stärke, sie in ihrer Einzelauswirkung und in ihrem Ineinanderwirken uns ständig vor Augen führte. … Wir haben den Bau erlebt, wir haben erlebt, wie Rudolf Steiner den Hammer hob zum Werk und wie seine Schüler herangeströmt sind, um dem Werk zu dienen; der Tempel hatte sich hehr und strahlend erhoben aus seines Geistes Kraft und seiner Hände Geschicklichkeit, und wir durften lernen und werken. Aber auch wir haben neben unsern Schwächen und Unvollkommenheiten unter uns die drei bösen Gesellen gehabt, die bis zum Verrat gegangen sind und bis zum Vernichtungswillen. Die Saat des Hasses trug ihre Früchte. Der Bau stand in Flammen, wie einst das Eherne Meer in Flammen gestanden hat. Rudolf Steiner lebte die Legende dar; er hat sie in der physischen Tat realisiert; er ist die Legende geworden. Er hat sie durch sein Leben der Menschheit kundgetan.
Und Rudolf Steiner stürzte sich selbst ins sengende Feuer des Mittelpunktes. Wir sind dies sengende Feuer für ihn gewesen, wir, die Kainskinder. Er nahm unser Karma auf sich, auf daß wir freier würden zum Dienen. Aber unser Karma war zu hart und zu schwer und zerbrach seine physische Kraft, fast unmittelbar nachdem er den Bund vollzogen hatte. Sein letztes Lebensjahr war ein mächtiger Aushauch seines Geistes ...
Wenn wir so zusammenkommen wie heute, so ist es, weil wir uns bewußt sind, einen Moment in der Weltgeschichte erlebt zu haben, der ein Angelpunkt, nicht nur ein Wendepunkt gewesen. Der Geist senkte sich hinunter in nie geahnten Strömen durch einen Menschen, der sich fähig dazu gemacht hatte, in Geist, Seele, Leib den Geist zu empfangen. … In seinem Geiste versammeln wir uns heute, bittend, daß er unsere Schwächen und unsere Unzulänglichkeiten mit dem Glanze seines Wesens überdecke. In seinem Namen rufen wir an den Erzengel, dessen Dienst er uns geweiht hat, trachtend, den Hüter zu erkennen, der vor dem Tore steht des Tempels zum jenseitigen Reiche: (3 Hammerschläge: lang kurz kurz; lang kurz kurz; lang kurz kurz).“ (17)

Der Unterschied zu den originellen, sakralen Texten Steiners in den Freimaurer- Kulthandlungen ist der, dass seine Frau ihn nach seinem Tod als den alleinigen Meister inszeniert, der sich geopfert hätte, um „unsere Schwächen und unsere Unzulänglichkeiten mit dem Glanze seines Wesens“ zu überdecken. Nicht nur der pure Guruismus, sondern die Betonung der schwachen, sündigen Mitglieder, die sich bestenfalls durch gehorsame Devotion ein wenig am Glanz des Meisters laben dürfen, ergeben eine spezifische Note, zwischen Kult und Selbstkasteiung schwankend, aber geadelt durch den Glanz des Verblichenen, durch den seinerseits die Meister wirkten. So entsteht eine seltsame, selbst-referentielle Pseudo- Esoterik aus zweiter Hand, der der christliche Stempel aufgedrückt wird: „Nicht ich, sondern der Christus durch mich..“

Das Prinzip klingt bei Rudolf Steiner selbst auch an, als er (1) das „Entgegennehmen durch die Mitglieder“ zum passiven spirituellen Prinzip erklärte, das meist eben leider erst in der nächsten Inkarnation wirke. Auch das Meister- Verhältnis hat er durchgehend beibehalten- wenn auch mit Hilfskonstruktionen. Helena Blavatsky, die bekiffte russische Ur- Theosophin, war nach Steiners Ansicht durch dieselben östlichen Meister KH und M in okkulte Gefangenschaft genommen worden wie später, 1907, der sterbende führende Theosoph Henry Steel Olcott, dem „an seinem Krankenlager vor Zeugen die beiden Meister KH und M erschienen wären um ihm zu sagen, er solle A. Besant zu seinem Nachfolger bestimmen“ (18)- was die Abspaltung Rudolf Steiners von der Theosophischen Gesellschaft einleitete. Dem waren eine Reihe von Skandalen vorangegangen wie die Coulomb- Affäre 1884/1885, in der Blavatsky selbst durch gefälschte Meisterbriefe korrumpiert wurde, was ihre endgültige Heimkehr von Indien nach Europa zur Folge hatte: „Das Ehepaar Coulomb, das in Adyar Mme Blavatskys Haushalt besorgte, war mit seiner bescheidenen Stellung in der T.S. unzufrieden. Es fühlte sich zurückgesetzt und inszenierte einen Betrug, teils als Erpressungsversuch, teils als Racheaktion. Die beiden setzten sich in den alleinigen Besitz von HPB´s Wohnung und bauten dort geheime Durchreiche- Türen ein..“ (19), um ein Komplott zu schmieden, in dem Blavatsky als Fälscherin der „Meisterbriefe“ erschien.

Das sind nur einige Beispiele für die jahrzehntelangen Manipulationen, Betrügereien und Fälschungen in Bezug auf die „Meister“ bzw „Mahatmas“, die auch häufig in voller Öffentlichkeit diskutiert wurden. Es hielt Rudolf Steiner nicht davon ab, die Wirkung der Mahatmas auf Helena Blavatsky zu bestätigen: „Und obwohl H.P. Blavatsky sehr gut wusste, was sie selber schauen konnte- sie war dadurch auch besonders bedeutsam, dass sie nicht bloß ein passives Medium war, sondern eine ungeheuer starke Erinnerung hatte für alles, was sich ihr aus den höheren Welten kundgab-, so mussten allerdings doch gewisse Persönlichkeiten auf sie einen Einfluss haben, wenn sie Kundgebungen aus der geistigen Welt hervorrufen wollte. Deshalb berief sie sich immer auf das, was eigentlich wegbleiben müsste, auf die Mahatmas. Die können ja dahinterstehen, darauf kommt es aber nicht an, wenn es gilt, die Menschheit zu fördern.“ (20)

Rudolf Steiner übernahm die Führung durch die „Meister“ trotz aller aufgedeckten Betrügereien und blieb ihr bis zum Ende treu: „Sie wissen, dass hinter der ganzen theosophischen Bewegung hochentwickelte Wesen stehen, die wir „Meister“ oder „Mahatma“ nennen (..) Auf dem physischen Plane wirken sie durch die von ihnen beauftragten „Boten“, deren erster H.P. Blavatsky war, das heißt für die theosophische Bewegung erster..“ (21) Nach seinem Tod wurde Rudolf Steiner dann folgerichtig selbst, wie die oben dargestellte Inszenierung von Marie Steiner- von Sivers andeutete, zum Meister gemacht- ein Eldorado für Scharlatane und Second- Hand- Okkultisten der Szene bis zum heutigen Tag. Momentan vertritt solche Spekulationen vor allem die angeblich stigmatisierte anthroposophische Hellseherin Judith von Halle (22).

Man kann den Einfluss der Mahatmas z.B. auf Helena Blavatskys auch in ganz anderem Licht sehen- etwa aktuell wie der renommierte Esoterik- Forscher Wouter J. Hanegraaff (23), der nicht nur dem Haschisch- Konsum Blavatskys nachgeht, sondern auch einer minutiösen Auflistung der von ihr verwendeten Quellen, die heute völlig vergessen sind. Eine von ihnen, auf die sich Blavatsky am häufigsten bezieht, ist der Autor (24) Samuel Fales Dunlap (1825–1905), der seinerseits nichts als okkulte Quellen aneinander gereiht hatte. Blavatsky hat ihre umfangreichen, wirren Kompilationen aus solchen Kompilationen als Hörensagen von Hörensagen, gemixt mit ihren umfangreichen Kenntnissen okkulter Literatur, unter dem intensiven Einfluss des Konsums von Tabak und Haschisch aufgeschrieben und dem sehr weit reichenden Einfluss von wechselnden Lektoren überlassen: „Blavatsky was an enthusiastic user of hashish. At the time, this was a perfectly legal substance that could be bought at pharmacies and was often advertised (..) as an “Eastern remedy, Used for Thousands of Years by the Ancient Hindoos, Persians, Jews, Greeks, Chinese, Japanese, Arabians, Egyptians, Chaldeans and the Assyrians.”“ (23) Nichts - nicht einmal Opium- könne, so hat Blavatsky geäußert, ihre Inspiration so nachhaltig beeinflussen wie der Konsum von Haschisch. (25)
Aber - ähnlich wie von Carlos Castaneda berichtet- wären Blavatskys Schriften, wie Hanegraaff aufzeigt, ohne den enormen Einfluss ihrer Lektoren wohl nie in lesbare Form gekommen. Die wechselnde Ausrichtung ihrer Schriften war nicht durch die Inspiration durch die von Rudolf Steiner angenommenen Mahatmas zustande gekommen, sondern durch ihre Co- Autoren, die eher als „Ghostwriter“ zu bezeichnen sind.

Freilich, wer wie der am Anfang persiflierte stereotype Steiner- Anhänger, sein Selbstbild mit der geheimen geistigen Führung der Menschheit verquickt hat, wird von solchen Untersuchungen nicht zu beeindrucken sein. Hanegraaff selbst beendet seine Untersuchung mit dem theosophisch- anthroposophischen Totschlag- Argument „Theosophists ended up with classic no-win logic: “if you had reached enlightenment, you would agree – therefore if you do not agree, clearly you have not yet reached enlightenment” (23) oder- der kritische Betrachter sei eben noch nicht reif, noch im Materialismus gefangen oder gar ganz und gar in Ahrimans Hand.

____

1 Berlin, 28.10.1911
2 Helsingfors, 11.4.1912 GA 158
3 Köln 7.5.1912 in GA 265, S. 145
4 GA 265, S.148: „In den drei unteren Graden wird symbolisch all das erlebt, was an Erkenntnis der Welt der höheren Wesenheiten und Kräfte errungen werden kann. In den sechs höheren macht man dann intimere Bekanntschaft mit den okkulten Kräften selbst.“
5 handschriftliche Vorlagen aus Notizbuch Archivnummer 611
7 „In unserer okkulten Bruderschaft ist, wie in allen, eine Hierarchie statt der Demokratie, da nicht eine Volksabstimmung entscheiden kann, was Wahrheit ist, sondern hierüber nur solche befinden können, denen durch spirituelle Mächte die einzig richtige Erkenntnis geschenkt ist. Es wird eine Vergöttlichung der Arbeit und des Lebens, Weisheitslicht und Liebeswärme gewonnen und jeder erkennt im anderen als dem gleichstrebenden Bruder den göttlichen Wesenskern.“
8 Brief an Marie Steiner, 25.11.1905
9 Hella Wiesberger, Rudolf Steiners esoterische Lehrtätigkeit, Dornach 1997, S. 226
10 R. Steiner, Dornach 3.3.1923, GA 257
11 Wiesberger, S. 228
12 Wiesberger S. 181f
13 Adolf Arenson in einem Rundbrief an die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft vom Oktober 1926 in: GA 265, Anhang
14 GA 165, S. 151 ff „Ritualtexte“
15 dito S. 160
16 dito S. 161
17 Anhang GA 165
18 Hella Wiesberger, S. 145
19 Hella Wiesberger, S. 139
20 Hella Wiesberger, S. 136 R.St Dornach 11.10.1915
21 GA 264, S. 86
22 in: Judith von Halle, Rudolf Steiner – Meister der weißen Loge: Zur okkulten Biographie Gebundene Ausgabe – 10. Juni 2011
23 http://correspondencesjournal.com/wp-content/uploads/2017/12/16401_20537158_hanegraaff.pdf
24 „We learn from him that Dunlap was a wealthy Harvard-educated New York lawyer who had spent a period in Berlin where he studied ancient philology and delved into German Orientalist scholarship. His confused and unsystematic writings on ancient religion and mythology are largely grounded in German Orientalist scholarship, most of which was never translated into English. As already noted by Coleman, Dunlap’s books “consist almost wholly of quotations from and summaries of the writings of other authors, strung together by connecting remarks,” and Dunlap himself admitted that his works were “written by quotations.” Quelle Hanegraaff 23
25 „[Blavatsky] was addicted to the use of haschish. She several times endeavoured to persuade me to try the effect upon myself. She said she had smoked opium, seen its visions and dreamed its dreams, but that the beatitudes enjoyed by the use of haschisch were as heaven to its hell. She said she found nothing to compare with its effect in arousing and stimulating the imagination.“ in Hanegraaff 23


Kommentare

  1. Oha Michael, jetzt hast du aber Allerheiligstes 'entsorgt' (um mal mit St. Hollis Worten zu sprechen)...oder nur eine weitere Droge?
    Den Entzug wird man natürlich nicht hinnehmen; ich sehe schon die Hände zittern vor dem Tintenfass und dann - auf auf zum Gefecht! ;)

    h. Gruß

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich gebe nur weiter, was mir von den Mahatmas mitgeteilt worden ist 😉 im übrigen sind die alten Zöpfe, die da abgeschnitten werden - in Bezug auf Blavatsky- seit 125 Jahren bekannt (laut Hanegraaff).

      Löschen
    2. Die Germanos sind im Hinblick auf spirituelle Entwicklung und im Vergleich zu Volksgruppen mit traditioneller Spiritualität auch ein ziemlich ungehobeltes Rohmaterial.
      Da sollte man nicht so streng ins Gericht ziehen - ich habe mich damals auch für einen großen Champion gehalten, als ich das erste Mal einen Tischtennisschläger in der Hand hatte.
      Wer will's also einem Niederhausener verdenken, dass sich Mysterienpriesterempfindungen in seinem Herzen regen, wenn er seine ersten Buchstaben zu ersten zusammenhängenden Sätzen über Sylphen, Elfen und Mädchenherzenskräfte zusammenzufügen vermag?

      Löschen
    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

      Löschen
    4. @ Valentin,

      Tintenfass?
      Ich denke die letzte Stunde der Tastatur hat geschlagen:

      lang kurz kurz; lang kurz kurz..…..lang kurz kurz…..……laaaaaaaang……..

      Löschen
    5. DIE FORMEL

      In seinem Geiste versammeln wir uns heute, bittend, daß er unsere Schwächen und unsere Unzulänglichkeiten mit dem Glanze seines Wesens überdecke.

      Symbolkultisch wird durch 3 Hammerschlägen: (lang kurz kurz; lang kurz kurz; lang kurz kurz) zum Ausdruck gebracht, wie BEHÄMMERT man sich dabei eigentlich fühlen muss...

      Löschen

    6. Kern des Kultus ist also nicht die Transformation, die Metamorphose, die Verwandlung, sondern das Kaschieren, das Überdecken von Schwächen und Unzulänglichkeiten...

      Löschen
  2. Michael,

    Mein besonderer Dank für den eindruckvollen Beitrag, der auch heute, oder vielleicht sogar gerade heute, nichts an Aktualität einbüßt.

    Frage: Wer sind denn "die drei bösen Gesellen"?
    Und die "Meister KH und M". Gehören sie, wie ich vermute, auch zu den Mahatmas? Die Letzten das sind doch die Hintermänner der "berüchtigten" angloamerikanischen Verschwörerungen…

    "Wenn Du Erleuchtung erreicht hättest, würdest Du zustimmen - also, wenn Du nicht zustimmst, hast Du eindeutig die Erleuchtung noch nicht erreicht".

    Allerdings:

    "Wenn Du die Erleuchtung noch nicht erreicht haben solltest, bliebe nur, um Zustimmung zu ermöglichen, und wer wagt es den Meister nicht zu folgen, er, der sich geopfert hat um "unsere Schwächen und unsere Unzulänglichkeiten mit dem Glanze seines Wesens" zu überdecken, da bliebe doch nur das passive spirituellen Prinzip des "Entgegennehmens". Das allerdings erst in der nächsten Inkarnation, vielleicht, wirken könnte".

    So würde man es sehen nach der Legendenbildung Marie Steiners die ihn wirkungsvoll und theatralisch weihevoll, als Kultobjekt inszeniert hat. Man kann sich bildhaft vorstellen wie sie das damals vorgragen hat, mit entsprechendem sprachgestalterischen Duktus.

    Wir wissen heute aber was der Glauben an den Mahatmas bewirken kann. Sollte man meinen…

    bobby

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. KH und M sind die oben abgebildeten, ziemlich klischeehaften Typen. Es gab auch schon zu Steiners Zeiten in der TS herum gereichte und weitgehend mit Devotion aufgenommene Abbildungen. Ich habe nicht alle Details der von Steiner ausgebreiteten okkulten Gefangenschaft Blavatskys im Gedächtnis- es gibt da einen halben Zyklus zu dem Thema. Es kann sein, dass ich diesbezüglich ungenau geschrieben habe. Ich denke, die obigen Abbildungen entsprechen dem, was tradiert wurde und bis heute in allen möglichen Sekten herum geht.

      Löschen
    2. Rudolf Steiner selbst hatte sich doch schon über die negativen Auswirkungen des "Koot Hoomi" -Schwindels geäussert.

      Löschen
    3. Die drei bösen Gesellen sind die drei zerstörende Meistergesellen Hirams in der Tempellegende (GA 93 und 265): Zweifel, Aberglaube und Illusion des persönlichen Selbst. Eine meisterliche Mitte sei dennoch seit Johannes erreichbar:
      Nach Steiner (1923) gebe es zwei Menschheitströmungen, “zwei Richtungen - in Johannes die Mitte. Erkennen, was von den beiden Richtungen kommt.“ (265.455 f.). “Mit ihm [Lazarus-Johannes] setzte ein die Strömung der Mitte, die zwischen der Kain- und Abel-strömung stand.“ (265.459 f.).

      Dieser mittlere Strömung ist aber nicht gleichzusetzen mit dem – auf dem Johannes-Evangelium basierten – christlich-gnostischen oder kabbalistischen ‘Gefühlsweg‘ zwischen Yoga- und Rosenkreuzerweg, den Steiner ab 1906 darstellte (und den Von Halle ausführlich betont).

      Steiners versöhnende ‘Strömung der Mitte‘ kommt hier eher gleich der ‘sehr wichtigen Zwischenstufe zwischen dem Erkennen der Sinnenwelt und dem der geistigen Welt‘ aus seinen Goetheanistisch-philosophischen Büchern: dieser Weg sei sicherer, genauer, dafür aber auch für viele Menschen schwieriger (13.343 f.), ‘wie eine in sich lebendige Wesenheit‘.

      Löschen
  3. Lieber Michael,

    einmal abgesehen davon, daß Steiner vom „Meisterkult“ nach und nach ganz abgekommen ist, wie die in SKA 7 sichtbar gemachte Veränderung seiner Schulungsschriften im Laufe der verschiedenen Auflagen zeigt (das Zitat aus GA 264, das Du zu zum Beleg dafür anführst, Steiner wäre der Führung durch die „Meister“ »bis zum Ende treu« geblieben, stammt aus einem Brief aus dem Jahr 1905…) – einmal abgesehen davon:

    In Deinem Zitat von Steiners Antwort auf die Frage »Bin ich nicht vielleicht ein spiritueller Genußmensch?« hast Du den für mich wichtigsten Satz ausgelassen: für die Beurteilung der „Meister“ (Steiner bezieht sich hier auf die »atlantische Zeit«) wäre es nicht genug, nur achtzugeben »auf dasjenige, was in den Seelen war der großen Führer in den Mysterien – was übrigens sehr schwierig ist –: man schaut das Richtige erst, wenn man achtgibt auf dasjenige, was durch sie erweckt wurde in den Herzen und Seelen ihrer Schüler.«

    Mag schon sein, daß bei dem, was Rudolf Steiners „Esoterische Stunden“ in den Herzen seiner Zuhörer erweckten, auch etwas war, das sich so karikieren läßt, wie Du es tust:
    »Aber immerhin- zu glauben, das in mir praktizierte Selbsterwachen des Planeten, seiner Geister und Meister, die sich nach Erlösung sehnen, das adelt mich schon ein bißchen, denn die gesamte planetarische Entwicklung verwirklicht sich in mir.«

    Allerdings: wenn derartige „Ich bin auserwählt“-Gefühle Hand in Hand gehen mit entsprechend höherem Verantwortungsbewußtsein und Mut zu diversen Initiativen — dann ist mir das doch sehr viel lieber als die (heutzutage leider häufig anzutreffende) Einstellung „Ich bin ein Niemand, ein Nichts, es ist eh ganz wurscht, was ich tu oder lasse hier auf Erden“.

    :-) Übrigens kann man zu „Ich bin auserwählt“-Gefühlen auch ganz ohne Esoterik und „Meister“ (aber vielleicht mit ähnlich ermutigendem Ergebnis) kommen, zum Beispiel so.

    Herzlichen Neujahrsgruß,
    Ingrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Ingrid, meine zwei Thesen sind ja eben diese: Rudolf Steiner sei in seinen letzten Jahren an der pragmatischen Ausrichtung der anthroposophischen Bewegung ins Zweifeln gekommen- trotz heraus ragender Fortschritte auf vielen Gebieten, z.B. in Bezug auf Heilpädagogik, Medizin und Astronomie. Das ist ein Thema, das nicht fertig ist, sondern in steter Bearbeitung. Mein Beitrag zielt aber vor allem auf den zeitgenössischen Anthroposophen. Ich denke, es ist gerade ein Aspekt des Schulungsweg, über die eigenen Selbstbilder, die seelische Not, die esoterischen Hilfskonstruktionen zu reflektieren. Die elitären Positionierungen, das Gefühl des Auserwähltsein halte ich, wie im Text ausgesagt, für eine typische Ego- Falle, die in Passivität, Selbstgefälligkeit, Arroganz, Wortgläubigkeit und Geschwätz münden- keinesfalls in konstruktive Haltungen. In diesem Sinne einen Kern heraus zu arbeiten, eine essentielle Anthroposophie jenseits des symbolischen, kultischen und zeremoniellen Aspekts halte ich für eine notwendige Beschäftigung, wenn man vertiefend mit dem Thema umgehen möchte. Es gibt ja eine "Treue" (so nannte es Steiner selbst) der Sache gegenüber, die auf höchst individuelle Weise bemüht ist, zu dieser Essenz durchzustossen. Bei dieser Bemühung fällt sozusagen einiges an Schlacke an, wozu ich die Selbstgefühle des Auserwähltseins auch zähle. Mein Beitrag ist also auch ein Stück Selbstdekonstruktion- ich mache mich vor allem über mein eigenes Anthroposophentum lustig.

      Löschen
    2. "Mein Beitrag ist also auch ein Stück Selbstdekonstruktion- ich mache mich vor allem über mein eigenes Anthroposophentum lustig".

      ich glaube kein einziger der den artikel gelesen hat, ist auch nur ansatzweise auf die idee gekommen, das du über dich schreibst. wenn man den artikel liest, denkt man, er handelt ausschließlich über "die anderen" (die dummen anthroposophen, der dumme steiner).

      Löschen
    3. Diese spezifischen Spielarten des spirituellen Narzissmus kann man nur aus der Anschauung von sich selbst kennen- auch wenn es, wie Ingrid vermerkt, viele andere Varianten in allen Lebensbereichen gibt.

      Löschen
    4. schon klar. das das aber eine "anschauung von sich selbst" ist, ging allerdings aus dem artikel überhaupt nicht hervor, da die beschreibung nicht nur sehr negativ ist ("die Honigsauger, die seit jeher die anthroposophische Bewegung umschwärmen" "Karikaturen anthroposophischer Selbstvergottung")- es fehlt auch jeder persönliche hinweis (hat, wie gesagt, auch wahrscheinlich kein anderer leser erkannt).

      Löschen
    5. nee, ist eben gerade nicht gut. erst pauschal die anthroposophen und steiner niedermachen ("sie sind die unproduktiven, aber fanatisierten Anhänger, die den Kult- Aspekt benötigen") um dann zu behaupten "ich mache mich vor allem über mein eigenes Anthroposophentum lustig" - nicht besonders glaubwürdig, oder...?

      Löschen
    6. Offenbar habe ich bei Dir mit dem Thema "Die Auserwählten" einen Nerv getroffen.

      Löschen
    7. einen nerv trifft man bei mir immer, wenn man gutgelaunt über anthros und steiner herzieht, die kommentatoren dazu fröhlich einstimmen und dann eine unglaubwürdige kehrtwende vollzogen wird. egal bei welchem thema.

      Löschen
    8. @Stephan
      ich stimme dir zu, aber zerreißen tut's mich nun nicht...eher verwundern, bei doch eigentlich erwachsenen(?) Menschen im 21. Jahrhundert ;)

      @Rainer-Anonym.

      Oder war's vielleicht doch nur der Frau von Halle-Nerv, der erneut deine Hand erzittern und dein 'Tintenfass' - mal wieder schlecht gelaunt -überlaufen ließ? ;) wer weiß wer weiß...

      Löschen
  4. Das kirchliche Christentum entspricht nicht unbedingt in allem dem wahren Christentum. Die europäischen heidnischen Religionen haben den gleichen Wert wie das Christentum. Kruzifixe (in Wohnungen) können Kirchengebäude (und Heilige Messen) ersetzen. Bestimmte andere kirchliche Aktivitäten sind sinnvoller als Gottesdienste. Der Glaube an einen „Sohn Gottes“ ist ein überholter (veralteter) Guru-Glaube. Mystische Erfahrungen sind nicht auf „Gnade“ zurückzuführen, sondern auf Naturgesetze. Die Welt wurde nicht von Gott „erschaffen“, sondern existiert von Natur aus (und seit ewig). Es gibt einen Bereich in der Natur, der dem Menschen (genauer: dem Ich-Bewusstsein) ewig unzugänglich ist.
    Ein Mensch sollte seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Es ist wichtig, gesundheitsbewusst zu leben und sich unegoistisch zu verhalten. Es ist sinnvoll, die körperliche Leistungsfähigkeit zu vergrößern, diverse Herausforderungen zu meistern, die Natur zu schützen usw. Und dann sollte man sich morgens unmittelbar nach dem Aufwachen auf einen Wunsch konzentrieren und sich (nochmal) in den Schlaf sinken lassen. Durch Traumsteuerung (oder im halbwachen Zustand nach dem Aufwachen) kann man zu mystischen Erfahrungen (und Heilen wie Jesus) gelangen. Der Mensch (genauer: das Ich-Bewusstsein) kann mystische Erfahrungen nicht bewirken, sondern nur vorbereiten. Bestimmte Meditations- und Yoga-Techniken, Hypnose, Präkognition usw. sind gefährlich. Traumsteuerung ist auch ohne luzides Träumen (das u. U. gefährlich ist) möglich. Man sollte sich nur dann einen luziden Traum wünschen, wenn man durch Traumdeutung herausgefunden hat, dass man dafür die nötige Reife hat. Oder man kann sich vor dem Einschlafen wünschen, dass sich nur Dinge ereignen, für die man die nötige Reife hat. Es ist gefährlich, während eines luziden Traumes zu versuchen, den eigenen schlafenden Körper wahrzunehmen. Luzide Träume dürfen nicht durch externe Reize (Drogen, akustische Signale usw.) herbeigeführt werden. Man kann sich fragen, ob eine echte (nicht nur eine eingebildete) Zeitdehnung in Träumen möglich ist. Zudem, wie sich Schlaf-Erlebnisse von Tiefschlaf-Erlebnissen (und Nahtod-Erlebnissen usw.) unterscheiden. Die Bedeutung eines symbolischen Traumgeschehens kann individuell verschieden sein und kann sich im Laufe der Zeit ändern.
    Man sollte möglichst dort wohnen, wo man arbeitet. Dadurch werden viele Privatfahrzeuge (nicht Firmenfahrzeuge) überflüssig. Es ist sinnvoll, überflüssige Dinge (Luxusgüter, Kirchengebäude, Werbung, hohe leistungslose Einkommen, Kreditwesen, Urlaubsindustrie, Rüstung usw.) abzuschaffen. Der MIPS muss gesenkt werden (Regionalisierung senkt Transportkosten, ein Öko-Auto fährt über 50 Jahre, ein 1-Liter-Zweisitzer-Auto spart Sprit usw.). Ein Mensch kann im kleinen und einstöckigen 3-D-Druck-Haus (Wandstärke ca. 10 cm) mit Nano-Wärmedämmung wohnen. Wenn die Menschen sich ökologisch verhalten, vergrößert sich die Wahrscheinlichkeit einer günstigen Erwärmung im Winter. Denn das Klima ist (so wie das Leben) in der Lage, sich positiv weiterzuentwickeln. In der Medizin sollte u. a. die Linsermethode gegen Krampfadern (auch dicke) eingesetzt werden. Es ist wichtig, den Konsum von tierischen Produkten (und Süßigkeiten und Eis) zu reduzieren oder einzustellen. Hat man eine bestimmte Reife, kann man sich vegan ernähren oder von Urkost ernähren (oder sogar fast nahrungslos leben). Die berufliche 40-Stunden-Woche kann durch die 4-Stunden-Woche ersetzt werden (bei Abschaffung des Renteneintrittsalters). Wenn die Menschen sich richtig verhalten, werden die Berufe (zukünftig) zunehmend und beschleunigt an Bedeutung verlieren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. @ Öko-Theosoph:

      Wow. Ich bin beeindruckt. Bist Du eine Reinkarnation von Thomas Morus?
      Und ist der Mahatma, dem Du all diese Weisheiten verdankst, derselbe wie der von Theo, dem Ökosophen?

      Und noch eine kleine, wahrscheinlich vollkommen unbedeutende Frage:
      Ist in der von Dir entworfenen Zukunft auch noch Raum für so etwas wie Freiheit?

      Löschen
    2. Nein Ingrid,
      Öko-Theosoph ist mein großer Inspirator!
      Und weil sagt: Kruzifixe (in Wohnungen) können Kirchengebäude (und Heilige Messen) ersetzen.
      ...habe ich meinen Plan geändert:
      Um Heizkosten zu sparen, sollte oben auf dem Pentagon-Dodekaeder-Weltenkörper doch kein Goetheanum draufstehen, das ersetzen wir durch Steinerbilder und Jahreszeitentische in unseren Wohnstuben...

      Löschen
  5. Lieber Michael,

    obwohl Du ja gleich zu Beginn geschrieben hast: »Natürlich existiert der Prototyp des zeremoniellen Anthroposophen nicht in der realen Welt. Er gehört in die Welt der Karikaturen.« – auch ich glaube nicht, daß es viele Leser gibt, die Deinen Artikel als ein Stück Selbstdekonstruktion verstanden haben; zumal Du ja Rudolf (und Marie) Steiner irgendwie die Schuld zu geben scheinst.

    Ich dachte (wie auch schon beim Lesen früherer Artikel) an das, was den Templern einstmals vorgeworfen wurde: an das Bespucken des Kreuzes. Ich habe das (wenn es sich denn tatsächlich so abgespielt haben sollte) immer als den Versuch verstanden, sich selbst (und natürlich den Brüdern) zu beweisen, daß man jegliche „Guru-Anbetungs-Gefühle“ in sich ertötet habe, selbst die gegenüber dem „Guru“ Jesus Christus (und ich habe mich dann immer gefragt, ob nicht gerade dadurch, daß man einen solchen „Beweis“ nötig zu haben glaubt, im Grunde das Gegenteil bewiesen wird...).

    Wie dem auch sei: ich finde es begreiflich, daß das von außen nur als Ketzerei verstanden werden konnte; ebenso wie die Quintessenz von so manchem Deiner Artikel von so manchem Leser als „anthroposophiefeindlich“ wahrgenommen wird...

    Noch zu Deinem:
    »Die Entscheidung für die Ehefrau Steiner- von Sivers, die dem zeremoniell- Symbolistischen nahe stand - und nicht z.B. einer Pragmatikerin wie Ita Wegman- hatte wegweisenden Charakter und führte zu jahrzehntelangen Grabenkämpfen.«
    Naja.
    Dabei sollte man nicht vergessen, daß die Pragmatikerin Ita Wegman in Rudolf Steiner ihren ehemaligen Meister Aristoteles sah, damals, als sie selbst noch Alexander hieß… was ihren Anhängern nicht verborgen blieb und ihren Enthusiasmus wohl kräftig befeuerte.

    Charisma ist eine sehr nützliche Gabe - hat aber, wie jede Medaille, auch eine Kehrseite.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Ingrid, das Verhältnis von Steiner zu Wegman ist in Van Emmichovens dreibändiger Biografie dahin gehend dargestellt worden, dass die karmischen Bezüge dieser Beiden von Rudolf Steiner selbst ausgebreitet worden sind– auf denkbar schwärmerische Weise. Nach seinem Tod wurde das dann als Waffe gegen Wegman verwendet. Diese Darstellung – belegt durch Briefe– sollte man zumindest bedenken. Ob nun irgendwer meine kleine kritische Dekonstruktion als „anthroposophiefeindlich“ ansieht, würde voraussetzen, dass es einen Common Sense anthroposophischer Art gäbe, einen Codex. Gegen genau den würde ich, auch ohne Templer– Attitüde, immer wieder gern verstoßen – schon wegen der damit verbundenen Chance, Denkanstöße zugeben.

      Löschen
    2. @Ingrid und Rainer

      Ich verstehe nicht, wie man Versuche, Steiners hochgeschätztes Werk ordentlich und sauber von bekifften Ideen und beklopptem Gehämmere zu trennen, als Angriff auf Steiner, die Anthroposophie und die Anthroposophenschaft auffassen kann.

      Speziell der Abgrund zwischen Prakmatikern und Esoterikern betrifft mich persönlich am schmerzhaftesten an der ganzen Sache; man fühlt sich wie in zwei Teile zerrissen, wenn man nicht einer der beiden Strömungen den Rücken zukehren möchte.

      Löschen
    3. @ Stephan:
      Ja, das ist mir schon klar, daß Du das wohl nicht verstehen kannst.
      Das tut aber nichts zur Sache. Denn offensichtlich wird es nunmal von manchen Lesern so verstanden (übrigens auch von solchen, die sich hier nicht äußern, sondern mir privat schreiben).
      Ich sage nicht, daß ich ihnen zustimme. Aber begreifen kann ich sie durchaus.

      Löschen
    4. Lieber Michael,
      die karmischen Bezüge zwischen Steiner und Wegman wurden von den einen als Waffe gegen sie verwendet, von anderen aber als Grund, ihr die Führungsposition zuzuschreiben. Beides in meinen Augen ein Fehler - aber das ist halt meine heutige Sicht, nach der Lektüre der drei Emmichoven-Bände.
      Was geschehen wäre, wenn nicht Marie Steiner, sondern Ita Wegman Steiners Erbin geworden wäre, ist schwer zu sagen. Ich für meinen Teil glaube ja nicht, daß es dann weniger "esoterische Verehrung" gegeben hätte. Aber das sind müßige Spekulationen.
      Daß das bis heute ein heikles Thema ist, zeigte sich ja in der letzten Generalversammlung, als es nicht gelang, die 1935 gefaßten Amtsenthebungsbeschlüsse aufzuheben.

      :-) Daß Du jederzeit wieder gern gegen einen auch nur leise vermuteten "Codex" verstoßen würdest, ist mir natürlich klar...

      Gute Nacht!

      Löschen
    5. @Stephan

      noch ein Gedanke dazu (sorry war vorhin etwas verrutscht):
      Versuch doch mal beide Begriffe bzw. Aussagen positiv zu besetzen.
      Z.B.: Erfrischend pragmatisch oder - erfrischend esoterisch bzw. erfrischend mystisch, beides geht sehr gut zusammen (siehe z.B. auch die anthroposophischen Flensburger Hefte/Rassismus-Diskussion... und glaub mir, die leben noch). Zudem, es ist doch niemand gezwungen hier zu lesen! Genauso wenig wie ich bei Holli Niederhausen gerne lese, andere wiederum schon. Scheint etwa eine gewisse Faszination von der Egoistenseite auszugehen was Pragmatik, Offenheit und Ehrlichkeit betrifft? ;) Hey, Steiner vielleicht mal für einen Augenblick als Menschen ansehen, dem man eben nicht in ALLEM zustimmen kann und möchte, wie im richtigen Leben...das wäre für mich eine eigenständige Bewusst-SEINS-Seele, den Mann ernst nehmen, aber eben auch kritisch ernst nehmen - unter Beibehaltung der eigenen Identität..hier erhält der abgedroschene Begriff Freiheit vielleicht mal eine ganz neue Dimension...

      Die Alternative wäre im Ungefähren zu verharren, Opportunismus spielt dabei wohl auch eine Rolle und eine Freude daran, die selbst erschaffende Heiligenstatuen zu polieren, das geht natürlich auch (mit vielen nebenher laufenden, beeindruckenden, Privatemails, schon klar)...

      Löschen
    6. Man kann nicht jeden erreichen, das ist mir schon klar. Ich denke da an einige mir bekannte Anthroposophen– z.B. Die Eurythmistin, die ganz gern nach Terroranschlägen ins von Touristen befreite Ägypten fliegt, weil sie dann mal in den Pyramiden mutterseelenallein spirituelle eurythmische Übungen machen kann. Das hat doch was. Aber für Ironie wird sie daher kaum zugänglich sein. Da kann man nichts machen. Und das jetzt auch schon wieder ironisch, herrje. Man kann’s einfach nicht jedem recht machen.

      Löschen
    7. ;) Ich sag mal so: Alles hat seine Zeit...Und auch eine Eurythmistin wird hier bestimmt mal wieder auf ihre Kosten kommen ;)

      Löschen

    8. Ja, das ist mir schon klar, daß Du das wohl nicht verstehen kannst. Das tut aber nichts zur Sache. Denn offensichtlich wird es nunmal von manchen Lesern so verstanden (übrigens auch von solchen, die sich hier nicht äußern, sondern mir privat schreiben.

      Der universelle Verständnisschlüssel für diesen unter regulären Prämissen nicht zu verstehenden Sachverhalt liegt wohl in der im Beitrag erwähnten Passage:

      In seinem Geiste versammeln wir uns heute, bittend, daß er unsere Schwächen und unsere Unzulänglichkeiten mit dem Glanze seines Wesens überdecke.
      (3 Hammerschlägen: lang kurz kurz; lang kurz kurz; lang kurz kurz...)


      Aber mit diesem universellen Verständnisschlüssel lässt sich eben auch ein lückenloses Verständnis für beispielsweise die Flacherde-Bewegung letztendlich für jede andere x-beliebige Hasenfuß-Weltanschauung(*) generieren...

      * Eine Weltanschauung, bei der alle scharfen Kanten zur Vermeidung der Verletzungsgefahr abgeschliffen sind.

      Löschen
    9. "Steiner vielleicht mal für einen Augenblick als Menschen ansehen, dem man eben nicht in ALLEM zustimmen kann ................ aber eben auch kritisch ernst nehmen - unter Beibehaltung der eigenen Identität..hier erhält der abgedroschene Begriff Freiheit vielleicht mal eine ganz neue Dimension"

      Ja, vielleicht sogar nicht nur für einen Augenblick.
      Ich meine außerdem, dass dies nicht nur in Bezug auf Rudolf Steiner gilt, sondern in Bezug auf alle Menschen, denen man nicht uneingeschränkt zustimmen kann.
      Es sei denn eben, wir wollten die Freiheit "abdreschen" ;-)))

      Löschen
    10. »...in Bezug auf alle Menschen, denen man nicht uneingeschränkt zustimmen kann.«
      Ja.
      Ernst nehmen, zu begreifen versuchen, auch und gerade dann, wenn man nicht zustimmen kann --- das scheint eine sehr schwierige Übung zu sein.

      Löschen
    11. "Ich verstehe nicht, wie man Versuche, Steiners hochgeschätztes Werk ordentlich und sauber von bekifften Ideen und beklopptem Gehämmere zu trennen, als Angriff auf Steiner, die Anthroposophie und die Anthroposophenschaft auffassen kann"

      Was genau schätzt Du persönlich denn an Steiners Werk besonders "hoch"...? Bitte möglichst exakte und konkrete Nennung.

      Eine berechtigte Kritik an anthroposophischen "Abirrungen" kann eine gute und wichtige Sache sein, hat auch eine gewisse Tradition. Z.B. wenn Menschen, die sich mit der "Philosophie der Freiheit" und ähnlichen Schriften zutiefst verbunden fühlen, auf "Mystizismus und Schwärmerei" innerhalb der anthrop. Szene kritisch hinweisen.

      Bei diesem Blog hat man aber eher nicht den Eindruck, dass das Werk Steiners oder auch nur ein Teil des Werkes "hochgeschätzt" ist.

      Löschen
    12. Ernst genommen werden Kritiker oder kritische Denker fast nie in der Anthroposophie, sondern oft nur heftigst bekämpft oder todgeredet, das ist ja das Problem und warum es gerade so zum Hochschaukeln kommt... selbst da wo es eindeutiger nicht mehr geht mit Auswirkungen BIS INS Heute...oder eindeutige Beleidigungen, okkulter Aberglaube, falsche Schauungen etc zu Tage kommen (gehört halt auch zu Steiners Werk) siehe U.A. Negerromane/Mulattenkinder/Schwangere, Judenäußerungen, ichlose Allienkinder, Marsbeschreibungen usw...all das müsste doch ganz locker anzusprechen sein im 21. Jahrhundert, verstehe ich absolut nicht..sorry, für mich grenzt das insgesamt schon an Realitätsverlust...sehr sehr anstrengend...und das wird es sicherlich auch bleiben, auch hier in diesem Blog...

      Löschen
    13. Falsch. Es gibt reichlich kritische Denker innerhalb der Anthroposophie, die bestimmte Aspekte der anthrop. Szene oder Literatur kritisch diskutieren. Z.B. L. Ravagli über Steiners Nietzsche-Verehrung ("Kontinuität und Wandel"), sowie seine langjährige Reihe "Jahrbuch für anthrop. Kritik"; es gibt Autoren wie M.Muschalle, der die bisherige anthrop. Rezeption der PhdF kritisch hinterfragt; es gibt grundsätzlich eine größere "Strömung" in der Anthrop., die sich abgrenzt von der ausschließlichen Steiner/GA - Bezogenheit, uvm.

      Zu den Themen "Negerromane", Rassismus, Anthrop. im 3. Reich usw. gab es bereits in den 90ern diverse ernstzunehmende Publikationen ("Frankfurter Memorandum", Flensburger Hefte, uva) - zudem auf diesem Blog vor etwa 8 Jahren langdauernde Debatten (interessiert mich deshalb nur noch am Rande, auch wenn da jetzt einiges durch diverse VT/Netzgeschichten aktualisiert wird).

      Löschen
    14. Nachtrag: das alles nicht nur an-sprechen, sondern tiefer gehend zu be-sprechen hier im Blog...ich denke, dass das sehr heilsam und tröstlich wäre, gerade für Menschen die in gewisser Hinsicht auch ent-täuscht sind oder sich gar zerrissen fühlen...Und vielleicht entsteht ja etwas völlig neues in einem ganz anderen Gewand, wer weiß - vielleicht würden völlig neue, ungeahnte Aspekte hinzukommen mit einer ganz neuen und anderen Generation Spiritueller, Mystiker, Denker, Liebender....all die Auseinandersetzungen haben sicher einen größeren Sinn, so wie halt alles im Leben...

      Löschen
    15. alles klar Anonym, Rainer, da hast du dir diesen Aspekt herausgepickt...ja, genau es interessierte dich leider immer nur am Rande oder gar nicht und das schon sehr lange...dann erzähl doch vielleicht mal was es mit dir gemacht hat 'damals' und wie du das Problem für dich gelöst hast...bin gespannt denn das wäre doch mal eine menschliche, nämlich anthropo-sophische Geste ;)

      Löschen
    16. Ich find`s eigentlich ganz einfach: Ich versuche mir einen Überblick zu verschaffen über das Gesamtwerk Steiners und stelle fest, dass es dort zwar ein paar fragwürdige oder "rassistische Stellen" gibt, diese aber in den ca. 370 Bänden äußerst überschaubar sind. Gibt daher für mich kein "Problem" bezüglich Steiner.

      Wenn Menschen heute im Netz schräge Dinge behaupten und sich auf Steiner berufen, kann es mir egal sein, zumal er ebenso für "rechte" wie für "linke" Ideologien mißbraucht werden kann.

      @ Stephan
      Mich würde weiterhin interessieren, was Du persönlich an Steiners Werk besonders hochschätzt.

      Löschen
    17. @ Valentin
      Hier noch einmal für Dich als erste Grundlage für eine halbwegs sachlich-fundierte Urteilsbildung das "Frankfurter Memorandum". Wenn man etwas googelt, kann man auch kritische Darstellungen dazu finden (wie gesagt, alles schon sehr alte Diskussionen).
      http://www.themen-der-zeit.de/content/fileadmin/user_upload/Frankfurter_Memorandum.pdf

      Löschen
    18. @ anderer anonym,

      ja, gebe dir vollkommen recht.

      Denn wenn man den Schwerpunkt des Blogs am Herumreiten auf den im Verhältnis zum Gesamtwerk wenigen problematischen Aussagen Steiners festmacht, dann kommt das einer klaren Anti-Anthroposophie-Hetze und einem gezielten Angriff auf die Person Rudolf Steiners bedenklich nahe.

      Löschen
    19. Rainer, es sind ja leider nicht nur ein paar Frag-WÜRDIGkeiten, sondern auch Widersprüchlichkeiten, sowie hellseherische Fehlinterpretationen (was dich sicher sehr fasziniert so wie dich kenne) - mit immensen Auswirkungen...Aber wie man sieht du machst es dir wie immer sehr einfach und möchtest da am liebsten gar nichts von hören, den Eindruck hinterlässt du jedenfalls oder nicht?. Und deswegen versuchst du wahrscheinlich auch hier im Blog ein detaillierteres Gespräch darüber zu verhindern, mal unverblümt, mal sarkastisch spöttelnd..

      Löschen
    20. zu verhindern - ich meinte in der Vergangenheit...

      Löschen
    21. Rainer, Hier mal ein Zitat, ein kleiner Aspekt von vielen und Hinweis MEINES Anliegens. Von Petrus van der Let,
      aus "Kinder des Holocaust"
      http://www.akdh.ch/ps/ps_45VanderLet.html

      "Es geht hier weniger darum nachzuweisen, dass Rudolf Steiner in seiner Zeit verhaftet war und trotz später Einsichten, in denen er sich, sich aufs Individuum Mensch konzentrierend, rassistischen Pauschalisierungen widersetzte, zeitlebens einem evolutionistischen und immanent rassistischen Bild der Menschheit verhaftet blieb. Es geht darum zu fragen, welche Lehren heutige Anthroposophen aus diesen Einsichten ziehen. Und dabei reicht es nicht, ein paar bedenkliche Stellen aus den Texten Steiners zu isolieren. Im selben Masse in dem man von christlichen Gläubigen erwartet, dass sie immer wieder neu die Botschaft Christi in die aktuelle Zeit umzusetzen haben, muss man von Anthroposophen fordern können, Inhalte und implizite Wertungen aller Bereiche der steinerschen Lehre immer wieder neu zu reflektieren. Von einer Vereinigung, die Schulen betreibt und einen grossen Einfluss auf Teile der Jugend ausübt, muss mehr Diskussions- und Aufklärungsbereitschaft erwartet werden können, als dies im deutschen Sprachraum m.W. bisher der Fall war. Die Niederländer haben ein gutes Beispiel gegeben. Vielleicht bewirken die neuen Bücher der Brüder Grandt, für die die Aktion Kinder des Holocaust eine Unterstützungserklärung abgegeben hat - Erlöser und Waldorf Connection -, die längst fällige Diskussion."

      Petrus van der Let 1949 in Wien geboren, Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Uni Wien, seit über 25 Jahren als freier Regisseur und Drehbuchautor tätig.

      Löschen
    22. @anonym Rudolf

      na immerhin, du gibst es ja zu mittlerweile...
      Was wären denn nun für dich problematische Aussagen Steiners?

      Löschen
    23. @ Valentin
      Ob es wirklich bei Steiner "hellseherische Fehlinterpretationen" gibt, kann man am besten aufgrund von eigenen hellseherischen Fähigkeiten beurteilen - die haben wir beide nicht.

      Das Zitat von van der Let überzeugt mich nicht. Ich kenne das Gesamtwerk Steiners sehr gut, er war garantiert nicht einem "immanent rassistischen Bild der Menschheit verhaftet", ebenso wenig überzeugend sind für mich die Brüder Grandt (mit beiden Brüdern gibt es einen "Gesprächsversuch" mit W.Weirauch und Arfst Wagner - Flensburger Hefte 63). Aus dem Jahr 98, wie gesagt, uralte Debatten, Themen.

      Löschen
    24. "Und deswegen versuchst du wahrscheinlich auch hier im Blog ein detaillierteres Gespräch darüber zu verhindern, mal unverblümt, mal sarkastisch spöttelnd"

      Nee, ich versuche nur der auf diesem Blog vehement vertreteten Ansicht, dass sämtliche Anthroposophen entweder rechtspopulistisch und/oder mystizitische Schwärmer sind, entgegenzutreten. Dass es z.B. seit einiger Zeit immer mehr anthrop. Autoren/Forscher gibt, die spirituell neue Methoden entwickeln, wird auf diesem Blog nie erwähnt. Passt nicht ganz zum konstruierten Anthrobild des Blogs.

      Löschen
    25. Ach Rainer, was für dich uralt ist, ist für andere sehr neu (gerade auch für junge Leute) und wichtig oder immer noch bewegend...willst du mich so mit deiner mehr als lapidaren Art überzeugen?
      Und was die Hellsicht von Steiner betrifft, da kannst du dir auch mit einem gesunden Menschenverstand ein EIGENES Bild machen (Mars sei Geleeartig und würde bei einem Zusammenstoß mit der Erde nichts anrichten) ...Zudem - Steiners Aussagen bekommen durch seine Hellsicht und okkulten Art doppelt und dreifaches Gewicht von seinen Anhängern...Also glaubt so mancher, dass z.B. tatsächlich 'grauhaarige Mulatten' entstehen wenn Schwangere 'Negerromane' lesen (denn Steiner weiß das natürlich ganz genau, außerdem kann er das hellsichtig wahrnehmen!!) oder die französische Sprache sei ein Leichnam und und und...da werden hinzu also auch noch Vorurteile vom Feinsten geschürt und einige glauben ihm bedingungslos!

      Nie hört man dazu EXPLIZIT DEINE Meinung, also was die rein menschliche, soziale und psychologische Seite der Medaille betrifft...ist schon ein Phänomen bei vielen Anthroposophen (kommt fast schon kaltherzig und antisozial rüber)...du verdrängst es also einfach? bist ganz teilnahmslos?...kann ich einfach nicht glauben von dir...

      Löschen
    26. @ungeduldiger Anonym
      Deine Frage:
      Mich würde weiterhin interessieren, was Du persönlich an Steiners Werk besonders hochschätzt.

      Meine Antwort:
      Die Wege, welche es eröffnet...

      Löschen
    27. ...aber an der bescheuerten Art Deiner Frage merkt man eh schon wieder, dass Du den Beitrag allenfalls überflogen hast.

      Löschen
    28. Oder auch einfach nur so, damit Dein Gehirn durch meine Antwort nicht zur Detonation gebracht wird:


      Dumm tobt Wurmmolch durch Tor und Turm
      Molchwurm bohrt durch Tor und Turm
      Sturmwort rumort um Tor und Turm
      Nimm nicht Nonnen in nimmermüde Mühlen.
      Marsch Schmachtender klappriger Racker
      Krackle plappernd linkisch
      Flink von vorne fort
      Dass er dir log, uns darf es nicht loben.
      Protzig preist
      Bäder brünstig
      Polternd putzig
      Bieder bastelnd
      Puder patzend
      Bergig brüstend
      Zuwider zwingen zwar
      Zwei zweckige Zwacker
      Zu wenig zwanzig Zwerge
      Die sehnige Krebse
      Sicher suchend schmausen
      Dass schmatzende Schmachter schmiegsam
      Schnellstens schnurrig schnalzen 
      Ketzer petzten jetzt kläglich
      Letztlich leicht skeptisch
      Ketzerkrächzer petzten jetzt kläglich
      Letztlich plötzlich leicht skeptisch
      Lalle Lieder lieblich
      Lipplicher Laffe
      Lappiger lumpiger
      Laichiger Lurch
      Pfiffig pfeifen
      Pfäffische Pferde
      Pflegend Pflüge
      Pferchend Pfirsiche
      Pfiffig pfeifen aus Näpfen
      Pfäffische Pferde schlüpfend
      Pflegend Pflüge hüpfend
      Pferchend Pfirsiche knüpfend
      Rate mir mehrere Rätsel nur richtig.
      Redlich ratsam
      Rüstet rühmlich
      Riesig rächend
      Ruhig rollend
      Reuige Rosse
      Kopfpfiffig pfeifend aus Näpfen
      Napfpfäffische Pferde schlüpfend
      Wipfend pflegend Pflüge hüpfend
      Tipfend pferchend Pfirsiche knüpfend
      Flink von vorne fort
      Krackle plappernd linkisch
      Marsch
      Schmachtender klappriger Racker
      Klipp plapp plick glick
      Klingt Klapper richtig
      Knatternd trappend
      Rossegetrippel
      Erfüllung geht
      Durch Hoffnung
      Geht durch Sehnen
      Durch Wollen
      Wollen weht
      Im Webenden
      Weht im Bebenden
      Webt bebend
      Webend bindend
      Im Finden
      Findend windend
      Kündend
      Schlinge Schlange geschwinde
      Gewundene Funde wecken weg
      Gewundene Funde wecken
      Geschwinde schlinge Schlange weg
      Nur renn nimmer reuig
      Gierig grinsend
      Knoten knipsend
      Pfänder knüpfend

       

      Löschen
    29. Ergänzung: Da bin ich ja ganz froh, dass ich noch einen Menschen und Anthroposophen wie Hans-Peter Dieckmann kennenlernen durfte. Wir hatten eine Zeitlang regen Austausch per mail und auch mal telefonisch...er hatte eine sehr aufgeschlossene Art (auch anderen spirituellen Richtungen gegenüber)...aber teils auch kritische Haltungen bezügl. einiger Inhalte Steiners Lehre und einige seiner Anhänger...
      Man konnte mit ihm zumindest über alles reden, eine offene und grundehrliche Haut...

      Löschen
    30. Valentin, Hans-Peter Peter Dieckmann hat eine sehr lebendige meditative Praxis zwischen Sri Aurobindo und Steiner betrieben, wobei Anthroposophie die Praxis beleuchtet hat. Das auch, nachdem so plötzlich seine Krankheit aufbrach, und er eigentlich die Klinik kaum noch verlassen konnte. Er hat sich immer meditativ gehalten- aber dann brach es auch über ihn hinein. Der Tod begegnete ihm vollbewusst, als Begegnung mit dem ahrimanischen Geist. Er hatte dann die Hoffnung, dass es doch aufwärts ging und die Therapie anschlug. Er wollte nach Hause. Es blieb ihm sehr wenig Zeit, bis ein sehr heftiger Rückfall ihn in wenigen Wochen aus dem Leben riss.

      Löschen
    31. Ja, ich weiß. Und Du hattest ihm dann die bzw. seine letzte Rosenkreuzer-Meditation im Blog gewidmet, nach seinem Tod...
      Er wollte u.a. auch von mir viel über die Rosenkreuzer-Richtung "Lectorium Rosicrucianum" erfahren, ich war dort 12 Jahre Geistesschüler....er ist dann einfach zu deren Vorträge gegangen und berichtete mir später davon...Ich lernte später auch einige nette Leute

      Löschen
    32. aus seinem Gesprächskreis kennen...

      Löschen
    33. Die Unterhaltung mit Hans– Peter, in seiner Haltung, seiner Tapferkeit und seiner Hoffnung hat mir auch sehr vor Augen geführt, dass die Begegnung mit dem existentiellen Schrecken, dem Doppelgänger, niemanden verschont. Das brennt alle Gewissheit in einem Augenblick nieder. Es ist völlig unausweichlich, ein Aspekt der menschlichen Realität. Wir tun fast alles, um diesem Anblick zu entgehen. Aber er holt uns alle ein. Das Bestehen aus dem Nichts, das dieser Augenblick hinterlässt, bringt erst die geistige Realität. Der offene Blick darauf ist der „Ernst“, das Berühren der Essenz. Hans– Peter hat den Blick ausgehalten.

      Löschen
    34. ...aber von Steiners okkulter Evolutionstheorie hielt er gar nichts...auch nichts von - anthroposophischen Holocaust-Verharmlosern (Bondarew), anhtr. Gegnern der Homosexualität und rechten Strömungen usw....und das war schon 2004 (!!)

      Habe übrigens gerade einen guten und vielsagenden Artikel von Heisterkamp/Info3 gefunden...ich glaube ich abonniere seine Zeitschrift wieder ;)) Titel: "Völlig losgelöst in höheren Welten"
      https://www.info3-magazin.de/voellig-losgeloest-in-hoeheren-welten/

      Löschen
    35. Gute Idee. Und Hans– Peter– hatte eben wirklich Haltung.

      Löschen
    36. Der Doppelgänger, vielleicht auch die Urangst im Menschen (manchmal auch anerzogene, eingeimpfte Urangst?), ist ein vielschichtiges Thema...
      Ich bin da vorsichtig mit dem Thema, auch mit Beurteilungen in speziellen Fällen...Hans-Peter hat es natürlich auf so schlimme Art erlebt bzw. aus seinem esoterischem Wissen heraus, auch so definiert, das gilt es hoch zu achten und mitzufühlen...ja, er hatte echt Haltung..

      Und so manch einer erlebt die Urangst sicher auch in anderen Grenzsituationen bzw. Krisen was auch immer, das ist individuell...kann sich also auch zeigen im sogen. 'Alltagsleben'...

      Ich bin mir nicht sicher ob ich dem Ganzen einen esoterischen oder okkulten Anstrich geben will, sehe das eher psychologisch oder in d. Thematik des Unterbewusstseins usw. Das Okkulte macht das ganze für mich eher zu einem festgelegten dramaturgischen Szenarium, manchmal auch Schreckens-Szenarium (mit entspr.Bildern)...Ich sehe das mehr aufs Leben bezogen und dabei auch die evtl. Heilmittel oder Linderung; z.B. Liebe und Mitgefühl, Wahrhaftigkeit, Bewusstwerdung, Freunde, Gespräche usw.

      Keine Chance für Ahriman ;)

      Löschen
    37. Da ich Hans Peter sehr gut kannte ("real life") und mit ihm trotz mancher Differenzen über 20 Jahre befreundet war, hier einige Anmerkungen zu ihm:

      "...aber von Steiners okkulter Evolutionstheorie hielt er gar nichts..."

      Stimmt nicht: Hans Peter hat sich sehr kritisch über Bondarew und revisionistischen Tendenzen in der anthrop. Bewegung geäußert, ich habe von ihm allerdings nicht ein mal gehört, dass er Steiner direkt kritisiert, bzw. seine okkulten Aussagen angezweifelt hat.

      Er war durchaus ein "100%iger Anthroposoph", deshalb hatten wir (in meinen Phasen, als ich mich mit außeranthrop. spirituellen Strömungen beschäftigt hatte) einige Dispute. Er ging auch 100%ig den anthrop. Schulungsweg (und fand Aurobindo bestenfalls anregend, keinesfalls aber hat er "lebendige meditative Praxis zwischen Sri Aurobindo und Steiner betrieben").

      Wir haben ca 92 einen Scaligero-Arbeitskreis zusammen geleitet; die späteren Enthüllungen über Scaligeros Faschismus hatten ihn sehr mitgenommen. Zusammen haben wir für viel Geld diverse Scaligero-Kapitel aus italienischen Büchern übersetzen lassen.

      Valentin, er hat von Dir erzählt, ich weiß jetzt daher auch, wer Du bist (jetzt fällt mir ein, dass wir beide ja auch öfter mal Mailkontakt hatten). Übrigends kann man durchaus "meine Meinung" in meinen Texten entdecken, mein "Stil" ist vielleicht anders als Deiner.

      Übrigends ist der 06.01. Hans Peters Todestag

      Löschen
    38. Da ich Hans Peter sehr gut kannte ("real life") und mit ihm trotz mancher Differenzen über 20 Jahre befreundet war

      Stimmt nicht: (...)Er war durchaus ein "100%iger Anthroposoph...

      Üüüüüüüberzeugend!



      Löschen
    39. Oh doch Rainer, er hat es mir so wörtlich am Telefon gesagt...du kannst eben nicht alles wissen und ich sauge mir das bestimmt nicht aus den Fingern bzw. flunkere hier herum...also, aber nimm es doch einfach mal so hin ;)

      Löschen
    40. Valentin, Du musst Dich verhört haben - die Telefonleitungen rauschen manchmal etwas; wenn Rainer 'stimmt nicht' sagt, dann stimmt's auch nicht!
      Er kannte ihn schließlich 20 Jahre und er war ein 100%iger Anthroposoph von A wie Anthroposophie bis Z wie Zarathustra über B wie Basta!

      Löschen
    41. Rainer, das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass du mit ihm häufiger gestritten hast.. Ich habe nicht mit ihm gestritten, im Gegenteil...und wir hatten ebenfalls u.a. das Thema Rassismus in der Anthroposophie am Wickel, Entstehung, Ursachen usw...er hat dann später auch für meine Aktionen mit dem Afrikaprojekt Ayalolo einen Artikel geschrieben und hat mich unterstützt bei einer Afrika-Kunstaktion (inkl. Vermittlung von Künstlern aus seinem Gesprächskreis) etc....

      Löschen
    42. @ Stephan,

      "Mich würde weiterhin interessieren, was Du persönlich an Steiners Werk besonders hochschätzt.

      Meine Antwort:
      Die Wege, welche es eröffnet..."

      Die "Wege" sind nicht Bestandteil Steiners Werks.
      Sie sind das, was wir selbst finden, d.h. uns unter Zuhilfenahme Steiners Anleitungen selbst erarbeiten müssen.

      Dass Rudolf Steiner kein Guru ist und als Mensch fehlbar, ist die Meinung der allermeisten heutigen Anthroposophen.
      Wer Rudolf Steiner fortwährend lächerlich macht, sich im Wesentlichen (öffentlich) mit seinen Fehlern und problematischen Aussagen auseinandersetzt, macht letztlich die Anthroposophie lächerlich, stellt also auch Steiners Gesamtwerk in Frage.
      Er kann sehr wahrscheinlich nicht nur schwerlich in der Lage sein, selbst persönlichen oder sonstigen Nutzen aus der Anthroposophie zu ziehen, er kann sich auch nicht dem Vorwurf entziehen, objektiv Rudolf Steiner persönlich zu diffamieren und daher im anti-anthroposophischen Sinne zu wirken.
      Sich gleichzeitig selbst als Anthroposoph oder auch nur als jemand zu bezeichnen, der die Anthroposophie lediglich von unnötigem Ballast befreien möchte, natürlich auch nicht.

      Vor allem dann, wenn man partout nicht in der Lage ist, auch nur irgendetwas anzugeben, was man am Gesamtwerk Rudolf Steiners wirklich schätzt.

      Löschen
    43. @Stephan
      Ja, Rainers Basta-ich weiß-alles Tour ist schon recht auffällig ;)
      Aber egal, das sind halt so Phasen ;)

      Löschen
    44. @Stephan
      ohje, noch so ein kleines Teufelchen auf Tour...

      Löschen
    45. Jetzt fliegen hier aber die anthroposophischen Doppel und Einzelgänger nur so durch die Gegend ;) Ich geh dann mal auf ein zweites Frühstück und die Sonne scheint heute auch schön...

      Löschen
    46. @ Valentin,

      "na immerhin, du gibst es ja zu mittlerweile...
      Was wären denn nun für dich problematische Aussagen Steiners?"

      Ich habe niemals geleugnet, dass es problematische Aussagen Rudolf Steiners gibt. Nenne mir ggf. ein Beispiel.

      Ich vermute außerdem, dass sich die meiner Ansicht nach problematischen Aussagen Steiners weitestgehend mit denjenigen decken, welche auch du für problematisch hältst.

      Ich habe es immer nur als problematisch bezeichnet (und unaufrichtig, sollte man sich selbst gleichzeitig als Anthroposoph ausgeben), wenn man durch das ständige einseitige Hervorheben dieser Aussagen und das systematische Veralbern Steiners und mit ihm zusammenhängender 100 Jahre zurückliegender Sachverhalte die Anthroposophie als Ganzes schädigt.

      Löschen
    47. Im Frankfurter Memorandum wurde zwar Steiners Stereotypisierung und Hierarchisierung von homogenen Ethnien kritisiert, aber es fehlen dort die biologisch-evolutionistischen Begriffe ‘Auswanderung‘ (frühe und späte Migration) und ‘Vermischung‘, wie sie von Steiner in GA 107, 121 und 349 betont wurden.
      Vgl. Martins, https://waldorfblog.wordpress.com/2017/03/21/ga121/

      Löschen
    48. @Molchwurm den Rächer der Entsteinerten

      Die "Wege" sind nicht Bestandteil Steiners Werks.
      Sie sind das, was wir selbst finden, d.h. uns unter Zuhilfenahme Steiners Anleitungen selbst erarbeiten müssen.


      Genau das habe ich gesagt!
      Und ich schätze an Steiners Werk, dass es mir Wege eröffnet, die für mich ohne Steiner nie auffind- bzw. gangbar wären.

      Beispielsweise wäre es mir ohne das Mantram 'Molch-Wurm bohrt durch Tor und Turm' aus GA 280 Methodik und Wesen der Sprachgestaltung
      niemals möglich, Wege zum Verständnis Deiner Mitteilungen zu finden.

      Also nicht ich bin partout nicht in der Lage anzugeben, was ich an Steiners Werk schätze, sondern der Molchwurm ist zu verbohrt um die Antwort als Antwort zu interpretieren...

      Löschen
    49. "Rächer der Entsteinerten"

      Lieber Stephan,

      da du mit einer wirklich bemerkenswerten Unnachgiebigkeit und Vehemenz an der Veralberung anthroposophischer Inhalte festhältst und zu allem Überfluss dich selbst als einen "Entsteinerten" bezeichnest (was ja an für sich sehr positiv ist), schließe ich daraus, dass dir die Beschäftigung mit Steiner und der Anthroposophie in gewissen Phasen deines Werdegangs irgendwie nicht gut getan hat, dass du unter einer nun glücklicherweise überwundenen "Versteinerung" gelitten haben musst.

      Da würde es mich schon interessieren, was das war, das dich persönlich in deinem Leben im Zusammenhang mit der Anthroposophie so unerfreulich negativ beeinflusst hat.

      Löschen
    50. @ anonym (Rainer?)
      okay, ist ja in Ordnung...aber ich glaube nicht dass es schädigt....schädigen würde Verdrängung...ich finde es sollte ein vielfältiges und ehrliches Bild von Steiner geben und dieser Blog hat nun mal seine ganz eigene Färbung und arbeitet auch viel auf (was andere Leute und Institutionen vielleicht versäumt haben oder da sich nicht rantrauen) ...Ansgar Martin wiederum hat seine Färbung...Info3 die ihre und Holger Niederhausen hat wieder ne ganz andere (obwohl dort keine Kommentarmöglichkeit besteht, das ist nat. schön einfach...vielleicht sind ja deswegen auch viele hier, eben auch vermehrt die Egoistenblog-Gegner ;))

      Da einige Themen nun mal komplex sind, manchmal auch sehr aktuell, kommen diesbezügl. immer mal kritische Dinge, Einflechtungen und Fragen auf den Tisch...und manchmal werden sie auch geradezu provoziert durch sofortiges Dauersperrfeuer inkl. Hyperidealisierungen usw...Aber Achtung, bei Verdrängung fliegt es einem sicherlich irgendwann um die Ohren, manchmal an ganz anderer Stelle (der anthropos. Psychologe Mathias Wais beschreibt das übrigens sehr schön in seinem Buch "Ich bin was ich werden könnte" -aus seiner Beratungs-Arbeit)

      Löschen
    51. Liebes Anonym,

      weil Du doch etwas unter einer Verständnisblockade zu leiden scheinst (vermutlich sogar unter einer Verständnisphobie) helfe ich Dir nochmals etwas auf die Sprünge:

      Es sind die Wurmmolche und die Molchwürmer in meinem Leben unter dem anthroposophischen Regenschirm, welche mich längere Zeit gar sehr irriert haben.
      Ich bin dann aber drauf gekommen, dass diese Wurmmolche und Molchwürmer nichts so sehr fürchten wie die Begegnung mit sich selbst und die Wahrnehmung ihrer selbst und dass sie sich auf der permanenten Flucht vor sich selbst für alles interessieren wofür sie sich eigentlich gar kein Interesse haben.

      Dieses 'Da würde es mich schon interessieren' ist ja kein 'da interessiert mich...', sondern ein 'bevor ich in irgend einer Weise mit dem konfrontiert sein könnte, was wirklich interessant für mich sein könnte, da würde es mich dann doch schon lieber interessieren, was an anderen so interessant ist'...

      So die 25kg-Anorexe, die den ganzen Tag Kochbücher liest, und so...

      Löschen
    52. Hallo Michael,

      ich möchte dich gerne noch etwas zu dem Thema "Doppelgänger" fragen bzw. würde meinen Blickwinkel in der Hinsicht ja gerne etwas erweitern oder auffrischen. Hast du dazu schon mal etwas geschrieben auf deinem Blog? Ich glaube, dass ich vor Jahren mal einen sehr interessanten Beitrag von dir auf der alten, gesonderten Egoistenseite gelesen zu haben, kann mich aber a.täuschen...

      Oder hättest du gar Lust und Zeit das Thema noch mal ganz neu zu gestalten, auch aus deiner Sicht und Erfahrung? :)
      H.Gruß!

      Löschen
    53. "gelesen habe" sollte es heißen...

      Löschen
    54. Valentin, ich habe da etwas, was mich beschäftigt, bin aber noch nicht sicher, ob sich das zu etwas Formulierbarem rundet.

      Löschen
    55. Lieber Michael,
      ach, das wäre ja sehr schön...aber kein Druck! ;)

      Mich beschäftigt das schon länger...u.a. auch, wenn ich das Geschehen hier im Blog reflektiere, man lernt ja nie aus...Merkwürdigerweise muss ich dann hin und wieder auch an Steiners Jesus-Essener-Geschichte denken aus seinem "5.Evangelium" - da wo Ahriman und Luzifer an den Stadttoren lauern und den Reinen bzw. Essenern beim Eintritt quasi "auf die Füße fallen"...

      Diese kleine Geschichte hat mich aber auch schon früher beeindruckt, rein von der Psychologie her und als konkrete Hilfe, nach 12 Jahren Rückzug aus der 'normalen' Welt, plus Ideologie und Askese etc. bei der besagten Rosenkreuzerbewegung (man könnte auch sagen -Sekte)...

      Löschen
    56. Mit 'Rein' könnte man ja z.B. auch ein vehementes Vertreten der reinen Lehre und Ideologie verstehen...das meinte ich u.a....

      Löschen
    57. @ Valentin
      Nein, das war ein anderer "Anonym", ich habe zuletzt um 07:13 gepostet.

      Ich glaube Dir natürlich, was Du zu dem Dialog mit Hans-Peter und Dir gesagt hast (er hatte mir auch von der Afrika-Sache erzählt) - ich wollte nur betonen, dass ich ihn gekannt habe als jemand, der Steiner 100%ig als okkulte Autorität akzeptiert.

      Löschen
    58. Ach ja, jetzt werde ich auf meine alten Tage tatsächlich noch ein Niederhausen Fan: Sein letzter Aufsatz über die vermeintliche und etwas konfuse "Selbstdekonstruktion" des Blogbetreibers ist sehr gelungen. Stimmt schon, was er sagt.



      Löschen
    59. @ Rainer und Valentin:
      Wie schon gesagt: man kann darüber jetzt bei Dieckmann nachlesen - im 7. Aufsatz, inklusive »Anmerkungen aus meiner anthroposophischen Sicht«.

      Löschen
    60. @Alte Tage

      Ich würde eher sagen, dass Herr Niederhausen auf seine alten Tage als Folge reichlicher hier erhaltener therapeutischer Spott-Abwaschungen doch noch die Mission des Spottes als okkultes Heilmittel zu würdigen gelernt hat:

      Gegen diese „Tanten“, aber auch „Onkel“, wurde Steiner nicht müde, mit feinem Spott zu agitieren, um auch diese Seelen zum Aufwachen zu bringen – was ihm offenbar selten gelang. Denn – und das wusste Steiner natürlich sehr gut –, dieses Aufwachen und vor allem dasjenige, was sich daraus dann ergeben könnte, das muss die Seele selbst wollen.

      Natürlich versucht er das als Errungenschaft seiner eigenen okkulten Forschungen zu verkaufen; abet er verweist dabei sogar noch würdigen auf einen Artikel im Egoistenblog als Quellangabe!

      Löschen
    61. Zur Erinnerung: Bisher war Spot für Niederhausen eher so eine Art okkultes Crystal Meth ohne jegliches therapeutisches Spektrum...

      Löschen
    62. Danke Ingrid!!

      Auch Punkt 2. Hans-Peter Dieckmann: Zu Ralf Sonnenbergs Artikel “Vergangenheit, die nicht vergehen will“ ist sehr schön und interessant (könnte Rainer auch interessieren). Und ich sage nochmals: Er hat mir gegenüber die okkulte Evolutionstheorie Steiners eindeutig kritisiert. Das norddeutsch-afrikanische Ayaloloprojekt besprachen wir auch oft und über meine afrikanischen Freunde usw...er war voll begeistert und wollte da mit einsteigen, hat auch gespendet und wollte den Verkauf der Kunstkarten im Rudolf Steiner-Haus HH angehen...aber dann verstarb er schon bald, ich war total traurig und erschüttert...was für ein menschlicher Verlust)....

      Löschen
    63. Im Grunde ist
      Niederhausens Aufsatz dieses Mal sogar ausnahmsweise sehr gelungen; aufgrund seiner erst sehr geringen Erfahrungen im Umgang mit der Spott-Therapie, hält Nederhausen Eggerts Selbstmedikation mit einer Prise Spott auf sich selbst fälschlicherweise für 'Selbstdestruktion'...

      Löschen
    64. @ Valentin
      "Ralf Sonnenbergs Artikel “Vergangenheit, die nicht vergehen will“ ist sehr schön und interessant (könnte Rainer auch interessieren)"

      Ich (RH) habe etwa 2004 einen Sonnenberg-Artikel dem Vorstand des HH-Rudolf Steiner Hauses zukommen lassen - und kurz darauf eine lebhafte und interessante Diskussion darüber mit dem Vorstand angeregt. Dem voran ging eine Einladung von G.Bondarew ins HH-Steiner Haus, wogegen Hans Peter und ich protestiert hatten.

      Löschen
    65. @Rainer
      Interessant und - Hut ab :)
      Dann ward ihr ja sozusagen die ersten, kleinen, großen Anthro-Revoluzer in HH ;))

      Löschen
    66. ..andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass so etwas auf Dauer ganz schön an die Substanz geht...Gerade Hans-Peter war doch im HH Steinerhaus sicher auch fest etabliert bzw. tätig oder? Bondarew konnte er (ihr) ja auch abwenden nach wohl zähen Verhandlungen mit dem HH-Vorstand, oder?

      Löschen
    67. Nein, ein ganz großartiger und mutiger Mensch und auch noch mittendrin im Getümmel...

      Löschen
    68. @ Valentin
      Ja, das ging etwas an die Substanz und wurde mir auch irgendwann zuviel (ging letztendlich über einige Jahre).
      Hans Peter hatte es tatsächlich schwerer als ich, weil er damals mehr mit der HH-Anthroszene verbunden war und er auch Seminare im Steiner Haus geleitet hatte. Er hatte sich auch grundsätzlich in diesen Dingen mehr engagiert als ich.

      Die Debatte mit dem Vorstand hatte ich allein. Die waren z.T. etwas peinlich berührt, weil sie sich nicht informiert hatten, wer Bondarew war. Soweit ich weiß, bekam er dann immerhin Hausverbot.

      Löschen
    69. Und Rainer, ja, übermorgen ist sein Todestag...
      Zufall, dass wir gerade jetzt an ihn denken und ihn lesen? kann sein, ich glaube eher nicht ;)
      Jedenfalls, mir war sein Todestag nicht bewusst, als er mir gestern plötzlich in den Sinn kam...

      Löschen
    70. Ah, etwas überschnitten...Oha, hört sich ja echt nach dicke-Bretter-bohren an in HH ;)

      Löschen
    71. Das Lesen seiner Texte ist auch eine, wie ich finde, angemessene Würdigung und Erinnerung an ihn (das hätte ihm bestimmt gefallen, dass man sich von seinen Texten, die er immer mit viel Engagement und Liebe verfasst hat, in irgendeiner Form inspirieren lässt). Kann mir zudem vorstellen, dass er das, dort wo er jetzt ist, mitbekommt.

      Die Geschichte in HH mit ihren Ausläufern ist schon seit einigen Jahren vorbei, gab, soviel ich weiß, nichts vergleichbares mehr.

      Löschen
    72. "Kann mir zudem vorstellen, dass er das, dort wo er jetzt ist, mitbekommt."

      Nun: Es ist umgekehrt. Wie das?

      Seit Hans Peter Dieckmann hier mitspielt, seitdem kommt das Leben in diese verstaubte Bude. Und Leben besagt stets: Der gute Wille der Verstorbenen.


      B.

      Löschen
    73. Danke Rainer...
      Ich hatte es auch eher umgekehrt gedacht...aber ist ja egal erstmal...
      es geht sicher auch wieder was zurück, oder haben wir ihn einfach mal herbeigerufen, hier aus der verstaubten Bude? Charmant umschrieben Burghard ;) Ich erinnere mich in diesem bzw. ähnlichen, übersinnlichen Zusammenhang, schmunzelnd, an einen Ausdruck von dir...denn wer weiß, vielleicht war es ja nicht nur der Hans-Peter, sondern gleich eine ganze: Vollversammlung ;))

      Der gute Wille der Verstorbenen..

      Löschen
    74. Hallo Burghard,
      das ist ein schöner Gedanke von Dir, warum sollte es in solch einem Fall keine Wechselwirkung geben - von den Toten zu den Lebenden und zurück.

      Ich beschäftige mich seit einiger Zeit wieder intensiver mit dem Thema, u.a. auch weil es plötzliche Todesfälle in meinem Umfeld gegeben hat.

      Steiners Anregungen und praktische Hinweise zu diesen Dingen sind ja sehr umfangreich, allerdings bezieht er sich natürlich immer darauf, dass es vor dem Tod konkrete Begegnungen "face to face" gegeben hat, das Thema "Verbindung mit den verstorbenen Online-Begegnungen" ist sozusagen noch etwas unerforscht.

      Löschen
    75. Hallo Rainer (oder willst du lieber anonym angesprochen werden oder als RH?)

      Ja, das geht wohl vielen von uns so ab einem gewissen Alter, dass man damit jetzt häufiger konfrontiert wird...

      Ich denke mal, was online betrifft so ist das zunächst vielleicht egal, da es ja eine energetische bzw. eine gedankliche Angelegenheit ist im Kontakt zu stehen. Aber sicher auch (zusätzlich) eine Bildliche (Imaginäre), gerade wenn man Hans-Peter auch als Person gekannt bzw. als Bild vor Augen hat...da bist DU eigentlich noch näher dran, weil du ihn real erlebt bzw. gesehen hast...Ich hingegen er-innere den Klang seiner Stimme (am Telefon) und seine Worte und lese seine Aufsätze mit großem Interesse und es 'bewegt' mich...oder stelle mir vor was er erlebt - oder wie er so gelebt haben könnte etc. (deswegen liebe ich auch Biografien)..

      Bei den Rosenkreuzern wiederum haben wir u.a. auch Loslösungs -bzw. Begleitungsdienste gemacht, wenn jemand gestorben war...Was ich da gelernt oder erfahren habe, war, dass sich auch in dir selbst etwas öffnet in dieser ansonsten unspektakulären und nat. wohlwollenden Medtitation und Begleitung...

      Ich glaube ja, dass unsere Gedankenwelt so dermaßen aktiv und pfeilschnell funktioniert, dass du täglich und sehr schnell mit Verstorbenen Kontakt aufnehmen kannst (auch im Sinne von Trost, Liebe und Inspiration für beide Seiten)...und dann kann man schauen was passiert...man wird auf alle Fälle sensitiver, meine ich...

      Steiner hat diesbezgl. sehr besondere Anleitungen und Erklärungen abgegeben...Naja, ich bin da etwas einfacher gestrickt, mache aber durchaus meine ganz ureigenen und auch sehr interessanten Erfahrungen damit...Steiner würde es in einigen Fällen vielleicht atavistisch nennen, weiß nicht so genau, will das aber auch nicht ewig werten...

      Löschen
    76. Vielleicht interessiert i.d.Zushg. ja auch Erhard Bäzner (1887–1963)...
      er war für mich früher auch so ein 'Baustein' bezügl. übersinnlicher Interessen und allgem. Suche...Er arbeitete mit dem Künstler F.Wenzel zusammen, im 20 Jahrhundert...so entstand später u.a. das Buch:

      "Der entschleierte Tod" (von Wenzels Sohn,hat heute einen anderen Titel, meine ich/ im Aquam.verlag/s.Amazon)

      Zitat / Homepage Wenzel

      "Wie dieses Buch entstand - Mein Vater, Franz Wenzel, lernte Erhard Bäzner nach einem seiner Vorträge, 1919 in Gablonz, auf eine ungewöhnliche Weise kennen. Er trat zu meinem Vater, den er zum ersten Mal sah, reichte ihm die Hand und sagte: „Wollen wir nicht du zueinander sagen? Wir kennen uns schon so lange!“ So begann eine Freundschaft, die ein Leben lang ungetrübt anhielt. Erhard Bäzner, der seit seiner Kindheit hellsehend war, und Franz Wenzel, ein begabter Maler, ergänzten sich auf wunderbare Weise. Mein Vater stellte sein Können ganz in den Dienst des Freundes und blieb selbst bescheiden im Hintergrund. Er ließ seine Umgebung in dem Glauben, dass er lediglich die Angaben Erhard Bäzners in Form und Farbe übersetzte. Erst nach seinem Tod fanden sich im Nachlaß Aufzeichnungen darüber, dass er selbst gelegentlich Schauungen hatte. Mit neunzehn Jahren sah er beide Weltkriege voraus und wusste, welche Auswirkungen sie auf sein Leben haben würden. Auch die schreckliche Bombennacht in Dresden, am 13.2.1945, hatte er vorausgesehen, deshalb konnte er während des furchtbaren Geschehens ruhig und gefasst bleiben, denn er fühlte sich durch sein Vorauswissen der Ereignisse vollkommen geborgen..."

      http://www.himmelsportal.org/Leben%20nach%20dem%20Tod/zustan4.JPG

      http://www.himmelsportal.org/Leben%20nach%20dem%20Tod/zustand_unserer_angela_am_9.htm

      Löschen
    77. Hallo Valentin,
      ich kann mir vorstellen, dass es bei einigen Religionen oder "spirituellen Systemen" Wege oder Methoden gibt um in einen Kontakt oder eine Beziehung zu Verstorbenen zu treten.

      Es ist interessant, was Du über Deine Erfahrung mit den Rosenkreuzern schreibst - allerdings ist die anthroposophische "Methode" auch ebenso "unspektakuär" und eigentlich auch ganz einfach: Steiner beschreibt, dass man sich den Verstorbenen in seinen charakteristischen Gesten und Bewegungen (vielleicht auch in seinem Lachen) vorstellen kann, dann auch eventuell daran anschließend, ein inniges Gefühl der Verbundenheit über die gemeinsame Vergangenheit zu erleben, um dann einen kurzen Text oder ein Gebet mit dem Verstorbenen zu teilen. Ansonsten glaube ich, dass man bei solchen Dingen auch kreativ und experimentell sein kann.

      (Wenn möglich, mich lieber mit "anonym" ansprechen)

      Löschen
    78. Danke für den Tipp mit "Der entschleierte Tod", muss ich nachher mal gucken und googeln.

      Löschen
    79. @anonym R.
      Danke! Hast du evtl. konkrete Steiner GAs /Literaturhinweise? Klingt ja bei R.St. in etwa so wie ich es meinte...Habe von ihm nur noch Bruchstücke im Hinterkopf z.B. das Vorlesen für Tote (war das nicht sogar rückwärts lesen und ohne Vokale etc. ? will aber nichts falsches sagen, vielleicht weiß jemand mehr darüber, ist schon zu lange her...

      Löschen
    80. Es ist eben auch Tiefwinterzeit, Mittwinterzeit, Winterwendezeit, die dreizehn Nächte, eine Zeit für besondere Begegnungen:

      "… die Zeit der dreizehn Tage und dreizehn Nächte [ist] eine tiefe Zeit des geistigen Erlebens. …. Schauen kann in dieser Zeit der dreizehn Tage und der dreizehn Nächte der Sehergeist, was alles über den Menschen deshalb kommen muss, weil dieser Mensch jene Erdeninkarnationen durchgemacht hat, die, so wie sie sind, durch die Kräfte des Luzifer vom Beginn des Erdenwerdens bis in unsere Zeit geworden sind. Usw.” 127.233 f.
      Vgl. http://www.ladwein-reisen.de/Aufs16.html

      Löschen
    81. Nein, nichts mit Rückwärtslesen und k.Vokale...das war sicherlich eine Übungseinheit aus den esoter. Std.

      Ich meinte wohl eher das (Anthrowiki):

      Vgl. GA 214, S 149ff. Zunächst hat der Tote noch eine Beziehung zu der Sprache, die er auf Erden gesprochen hat, nämlich während des Kamalokas (vgl. GA 141 3. Vo); er versteht allerdings schon sehr bald keine Hauptwörter mehr. Am längsten verständig bleibt er für alle Verben, alles, was eine Tätigkeit, ein Werden ausdrückt. Wenn man Fragen an die Toten richtet, muß man auch alles Substantivische in Verbalformen kleiden. "Das beste, was der Tote versteht, sind Verben, die man recht anschaulich macht." Die Antworten der Toten kommen in Verbalform, oder häufig auch als Empfindungswörter, besonders als Interjektionen. Namentlich spricht der Tote in Buchstaben-, in Lautzusammensetzungen, d.h. aus jener tieferen Schicht der Sprache, wo ihre Formkräfte und Empfindungen wohnen; dann verliert er die Konsonanten (Bildekräfte) und lebt in den Vokalempfindungen. Nicht der begriffliche, sondern der empfindungsmäßige Gehalt der Sprache ist wichtig

      Löschen
    82. @ Valentin
      Ich hatte gedacht, bevor es wieder anstrengende Verwechslungen mit anderen Anonymen gibt, lege ich mir hiermit einen flotten Nickname für diesen Blog zu: Also, jene karmisch-okkulte Individualität, die früher den Mysteriennamen "Rainer Herzog" trug, bitte ich, ab sofort unter "Heinz" oder "Herr Fleischmann" anzusprechen (beides ok).

      "Rückwärts lesen ohne Vokale" - nee, das verwechselst Du mit anderen anthrop. Übungen des Rückwärtsvorstellens (u.a. Tagesrückschau). Man kann sich ganz einfach einige "typische" Szenen mit dem Verstorbenen vorstellen, charakteristische Bewegungen, die Art, wie er/sie ging, Berührungen, Handschlag, usw.

      Bei Steiner sind entsprechende Aussagen im Gesamtwerk verstreut, ein Buch, mit dem ich arbeite, ist von einem CG-Priester, Arie Boogert "Mit den Toten leben" (darin auch diverse Mantren von Steiner).

      Löschen
    83. Lieber Heinz,

      ich begrüße die neue Persönlichkeit, die Deine Individualität nun hier auf dem Blog’schen Plan angenommen hat, und wünsche Dir viel Freude in Deinem neuen Blogleben!

      Zu Valentins Frage: müßte man nicht eher ohne Konsonanten lesen, damit die Verstorbenen es verstehen können (siehe Valentins Steiner-Zitat aus GA 214, der Tote verliert die Konsonanten (Bildekräfte) und lebt in Vokalempfindungen…)?
      Ich könnte das übrigens sehr gut nachvollziehen.
      Das Singen eines Textes nur auf Vokalen ist eine Übung, die man als Sänger immer wieder mal macht (es würde mich interessieren, ob es in der anthroposophischen Sprachgestaltung Vergleichbares gibt: ich meine nicht einfach irgendwelche Vokale sprechen, sondern einen konkreten Text, unter Auslassung der Konsonanten – sozusagen das Umgekehrte von Ernst Jandls „verhärtung des wortes durch entzug der vokale“, Schtzngrmm).
      Dabei betritt man innerlich ein „Reich“, das sowohl sehr nahe mit dem jeweiligen Text zu tun hat als auch in der Empfindung „jenseits der Sprache“ angesiedelt ist.

      Erfahrungen der Verbindung mit konkreten Verstorbenen ergeben sich manchmal auch ganz unverhofft und überraschend. Ich habe das ein paarmal erlebt, lange, bevor ich etwas davon bei Rudolf Steiner oder sonst jemandem gelesen hatte (sehr interessant dazu Steiners Ausführungen in GA 168).
      Vergleiche auch Rilkes Gedicht Todes-Erfahrung. Oder, sehr viel länger und komplexer, sein Requiem für eine Freundin.

      Löschen
    84. okay Heinz Fleischmann (sehr gewöhnungsbedürftig ;)

      Nein, die allabendliche Rückschau etc. meinte ich damit natürlich nicht...

      Löschen
    85. @ Ingrid
      Rilkes Requiem für Paula Modersohn Becker halte ich für eines seiner ganz großen Meisterwerke, vergleichbar den Duineser Elegien. Ich kenne kein Gedicht, dass die Nähe zu einer Verstorbenen so gut darstellt. R. macht ihr ja auch fast etwas Vorwürfe, dass sie ihr Totsein nicht richtig ergreifen kann (Es gibt übrigends 2 Versionen, eine ist sehr viel länger als die andere).

      Löschen
    86. @ Heinz,
      ja - geht mir genauso.
      Dieses Gedicht (in der verlinkten Version, ich kenne nur die eine) begleitet mich seit langem.
      Auch einzelne Zeilen - der Schluß zum Beispiel (wie oft habe ich erlebt, daß Hinterbliebene – sehr verständlicherweise, ich mache ihnen nicht etwa einen „Vorwurf“ – versuchen, einen Toten „egoistisch herbeizuzitieren“ und sein Hilfe irgendwo „dort draußen“ erwarten):

      Doch hilf mir so, daß es dich nicht zerstreut,
      wie mir das Fernste manchmal hilft: in mir.


      Oder, immer von neuem eine schwierige, aber (auch unter Lebenden) sehr fruchtbare „Übung“:

      Denn das ist Schuld, wenn irgendeines Schuld ist:
      die Freiheit eines Lieben nicht vermehren
      um alle Freiheit, die man in sich aufbringt.
      Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies:
      einander lassen; denn daß wir uns halten,
      das fallt uns leicht und ist nicht erst zu lernen.

      Löschen
    87. Lieber Ton, danke.
      Ja, das hatte ich gestern auch im Hinterkopf mit den h. Nächsten oder Rauhnächten...du hast es nun hingeschrieben ;)

      H.-Peter ist am 6. Januar (das Ende der Rauhnächte) 2012 gestorben...morgen vor 6 Jahren also...

      und danke für den Link...

      Löschen
    88. "Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies:
      einander lassen; denn daß wir uns halten,
      das fallt uns leicht und ist nicht erst zu lernen"

      Ja, das sind bekannte und tiefe Zeilen aus dem Gedicht. Allerdings glaube ich (anhand seiner Biographie) dass Rilke selbst das gerade nicht so leicht fiel, das "uns halten", er ist ja Beziehungen mit allen dazugehörigen Verantwortlichkeiten und Kompromissen im Zusammenleben manchmal etwas aus dem Weg gegangen (nicht nur zur eigenen Frau, auch zur Tochter). Aber sei`s drum, sonst hätte er vielleicht der Nachwelt nicht ein solch bedeutendes und zeitloses Werk hinterlassen können.

      Löschen
    89. "H.-Peter ist am 6. Januar (das Ende der Rauhnächte) 2012 gestorben...morgen vor 6 Jahren also..."

      Das hatte ich damals auch gedacht, dass es etwas besonderes ist, an einem solchen Tag geboren zu werden oder zu sterben. Am 6.1. feiert man u.a. auch die Geburt Christi bei der Jordantaufe, während am 24.12 die Geburt Jesu in Nazareth gefeiert wird.

      Ein Freund von mir ist letztens am Totensonntag gestorben, das "passte" auch. Wenn ich Pech habe, sterbe ich an Hitlers Geburtstag, oder so.

      Löschen
    90. Ja, ist was besonderes...Das Geb. Datum Hitlers, ist ja an sich nichts schlimmes und beinhaltet sicher auch kein Beton-Fatum ;)
      Der Mann war einfach nur total verkorkst...

      Löschen
    91. "Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies:
      einander lassen; denn dass wir uns halten,
      das fallt uns leicht und ist nicht erst zu lernen" ( Rilke )

      Dieses Halten, es ist ein behalten wollen. Das Halten ist daher umzukehren in das Innehalten.

      Welches?

      Ich sagte es bereits: Die Verstorbenen leben den guten Willen.

      Daher: Das, wovon hier gesprochen wird, das sind Übungen dafür, das all das, das gesprochen ist, zugleich ebenso gewollt ist.

      Also dafür, das der Kehlkopf, allein aus einem reinen Wollen, sich in Bewegung findet.

      Und das wiederum dafür, das weiterhin, ohne jegliche Bewegung des Kehlkopfes, eben in Innehaltung, das Empfindungsleben, in seiner Art und Weise, sich „aussprechen“ kann.

      Gelingt das all - so, kann man Verstorbenen zuhören. Eben so, das dabei kein „eigener“ Gedanke mehr mitschwingt. Dabei wird der Kehlkopf all - ein von Verstorbenen in Bewegung gesetzt.

      Ect. ect. bum bum.

      Bum - da ich hier zu Geborenen spreche, bum - bedarf es keines Schweigens meines Kehl-Kopfes.

      ~ B.

      Löschen
    92. Eine andere kleine Geschichte noch zum Thema:

      Nach der Beerdigung meines lieben Schwiegervaters, saß ich noch eine gewisse Zeit besinnend und ruhig, gemeinsam mit seinen 4 Söhnen, auf einer Bank unmittelbar am Grab. Ich unterhielt mich mit ihm im Geiste..kam irgendwie so...und ganz witzig -auf plattdeutsch...
      Er sagte mir, vor mir anwesend und abschied-nehmend - man solle sich keine Sorgen machen, alles sei gut und schön und befreiend. Dann ging er irgendwann eins weiter neben mir, zu einem der ältesten Söhne (meinem Schwager) und versuchte zu kontakten und ich dachte noch Oha...denn mein Schwager ist eigentlich total naturwissenschaftlich und realistisch ausgerichtet und schon gar nicht-irgendwie nur ansatzweise esoterisch drauf...Nach einer Weile stößt mein Schwager mich an, wandte sich nach links an mein Ohr und flüsterte mir zu:
      "Glaubst du dass es Papa jetzt gut geht da drüben?"...Ich sagte nur:
      "Ja, er hat es mir gerade gesagt."

      das war so mein erstes intensives Erlebnis mit Verstorbenen...später ging es dann noch weiter...vielleicht war es auch nur Einbildung und Zufall...

      Löschen
    93. @Burghard, danke.

      Meditation für einen Verstorbenen

      Es strebe zu dir meiner Seele Liebe,
      Es ströme zu dir meiner Liebe Sinn.
      Sie mögen dich tragen, Sie mögen dich halten
      In Hoffnungshöhen, In Liebessphären.

      Aus einem Notizbuch Rudolf Steiners, GA 268

      Löschen
    94. Leute, ich glaube, die ganze Angelegenheit ist doch sehr, sehr komplex!
      Insbesondere meine ich, dass man doch ganz ausgesprochene Legitimationen oder Gründe haben sollte, wenn man sich an Verstorbene wendet.

      Löschen
    95. Lieber Stephan,

      deinem Beitrag: „Insbesondere meine ich, dass man doch ganz ausgesprochene Legitimationen oder Gründe haben sollte, wenn man sich an Verstorbene wendet.“, dem entnehme ich, das Du in Aufrecht - „erhaltung“ deines Verständnisses des Wortes „Verstorbenheit“ die Beiträge der „Leute“ hier verstehen willst, also deinen Standpunkt bei – „behalten“ willst, indem Du andere zu verstehen suchst.

      Anders könnte es sein, so „man“ danach strebt, sich zu fragen, „wer“ denn den „lebendigen Begriff“der Verstorbenheit allein zu bilden vermag. Eben denjenigen Begriff, der allein weiteren Aufschluss wie Eintritt zu eröffnen vermag in diejenige Lebenswelt, in der das Willensleben von Verstorbenen den ihm innewohnenden Begriff stets erneut aus - wie umbildet.

      ~ B.

      Löschen
    96. Hallo Stephan-Leute ;)

      Also, die Komplexität kam hier doch sehr gut zum Vorschein bei den Kommentaren und Gedanken zum Thema...Aber was meinst du nun genau mit dem etwas merkwürdigen Hinweis der Legitimation? Entweder es kommt oder es kommt nicht, hier hat doch nie niemand von Forcierung gesprochen (wenn du das meinst).

      Ausgangspunkt war die Sache mit Hans-Peter und das war doch total HARMlos, würdigend, unverfänglich, versöhnend und - interessant in der Folge -....Niemand hat hier angefangen z.B. einen aufgeblasenen, sakralen Ritus zu praktizieren, niemand hat vorgeschlagen oder begonnen ihm ritusmäßig etwas vorlesen zu wollen...

      Anderes Beispiel: Auf deinem Klavier steht ein Bildchen eines verstorbenen, lieben Angehörigen von dir und du er-innerst dich an ihn sobald du ihn erblickst, so in einer ganz ruhigen Minute zwischendurch mal oder an seinem Todestag/Geburtstag, was auch immer.
      Lässt dann z.B. alles noch mal Revue passieren was ihr so erlebt habt, auch durchlitten habt, fragst dich oder gar ihn wie es ihm wohl nun geht oder wo er sich gerade herumtreibt, oder fragst grundsätzliches z.B. ob es ein Leben nach dem Tode gibt usw. - jeder auf seine Art...
      Was wäre daran schlimm? Oder müsste ich das durchführen und legitimieren lassen von einem Pastor oder einem hellsichtigen Hoch-Eingeweihten? Das wäre doch totaler Unsinn und unmenschlich hinzu...Das was dann im einzelnen und gesondert noch erlebt wird, z.B. eine spontane, unforcierte Kommunikation oder kleinere, spontan-übersinnliche Schauungen/Erlebnisse (was nicht unselten ist, wie ich selbt erfahren habe von anderen, es wird nur oft verschwiegen, meist aus gutem Grund) - da wird man doch auch nicht nach Legitimation und Autoritäten fragen müssen, es geschieht halt einfach (jedenfalls war das so bei mir)...

      Anderes Beispiel. Ich habe letztes Jahr völlig überraschend, einen nahen Bekannten durch Suizid verloren...Da konnte ich die ersten Wochen überhaupt kaum denken ob der Bestürzung und Trauer, Unverständnis etc...mittlerweile geht's etwas, aber eigentlich immer noch kaum und wenn, dann nur ganz kurz mit ein paar positiven Gedanken oder in einem Gespräch mit nahen Angehörigen/Freunden...So hat doch jeder seinen Umgang damit...Aber mir würde es nie einfallen, nun besondere Rituale zu praktizieren, z.B. des Selbstmörders (und somit auch mein-) Karma bzw. Kamaloka massiv zu beeinflussen, alla Gustav Meyrink oder Max Heindel etc...Ich frage höchstens in mich hinein (und somit auch den oder durch den - Toten? ist nur ne Frage!), ganz normal: Wieso und warum, was war da los... und warum hat er nicht rechtzeitig oder viel mehr geredet usw...Mysterium Mensch...

      Wie gesagt, alles andere ist eben da oder es ist halt nicht da, ohne Wertung...Einige glauben ja auch (so wie meine Mutter) - geht die Kiste zu dann ist nichts mehr...auch das sei jedem frei überlassen so zu denken...

      Löschen
    97. Valentin, in Deinen Beispielen hat sich das ja alles Situativ ergeben und hat dadurch schon Legitimation; ich meine dieses Hantieren mit Mantren, um ohne Situativen (und damit legitimierenden) Kontext in Geistessphären nach Verstorbenen zu stochern...

      Löschen
    98. @ Stephan:

      Von einem solchen Standpunkt aus läßt sich im Grunde der gesamte Schulungsweg in Frage stellen.
      Oder worin liegt, Deiner Ansicht nach, die „Legitimation“ dafür, sich ganz frei, losgelöst von jedem situativen Kontext, um „höhere Stufen der Erkenntnis“ zu bemühen?

      Löschen
    99. @Valentin

      Im konkreten Fall von Hans-Peter habe ich ja auch durch meine Aussage 'S, das kann ich so auch denken' zum Ausdruck zu bringen versucht...

      Löschen
    100. @Ingrid

      Das kann ich so jetztnüberhaupt nicht nachvollziehen!
      Wenn man sich ganz frei losgelöst um höhere Stufen der Erkenntnis bemüht, ist man dabei noch lange nicht legitimiert, jedes x-beliebige Geistwesen anzuquatschen (oder anzumantren), nur weil man frei und losgelöst ist.
      Steiner verweist ja selbst oft genug auf die hier gebotene Fähigkeit zur Zurückhaltung....

      Löschen
    101. "in Geistessphären nach Verstorbenen zu stochern...beliebige Geistwesen anzuquatschen"

      Das hat auch keiner hier ansatzweise behauptet: Grundlage ist eine (positive) Beziehung zum Verstorbenen im Erdenleben, der Wille ihm/ihr auf dem Weg zu unterstützen. Nicht immer alles so kompliziert machen.

      Korrektur: Heute am 6.1. feiert man nicht die Geburt Christi bei der Jordantaufe, sondern die Geburt des "königlichen" salomonischen Knaben (Matthäusevangelium).

      Löschen
    102. @ Stephan:

      :-) Keine Sorge - ich bin sicher, wir können es ruhig den „Geistwesen“ überlassen, nach unserer „Legitimation“ zu fragen, bevor sie sich von uns „anquatschen“ oder auch „anmantren“ lassen.

      Löschen
    103. @Ingrid

      Ja, als Geistes-ABC-Schütze braucht man sich da glücklicherweise noch keine Sorgen zu machen - da ist das alles noch geregelt; so wie der Erstklässler den Lehrer auch noch direkt und ungestraft auf seine große Nase ansprechen darf.

      @Heinz Bratwurst

      Grundlage ist eine (positive) Beziehung zum Verstorbenen im Erdenleben

      Genau das habe ich gesagt!
      Ich habe von Grundlage, Kontext und Legitimation gesprochen.

      Nicht immer alles so kompliziert verstehen!

      Löschen
    104. @Stephan

      ich gebe Rainer vollkommen Recht, Ja Rainer, es wird wieder alles verkompliziert und leider auch falsch interpretiert...

      Und Stephan pass auch du a bisserl auf, sonst haben wir hier recht bald wieder ne verstaubte oder gar recht dunkle bum bum Bude...Und ich habe niemanden 'bequatscht' oder bemantrat, das machst du doch eher, mit deinen, sorry im Kontext eher pietätlosen Äußerungen...es ergab sich einfach so bei mir...solls geben du - und manchmal vielleicht genau da wo ein messerscharfes und zwei--felndes Denken, mal nicht im Vordergrund steht ...

      Ja, doch ich muss es leider erneut sagen: Ich bin froh dass ich einen Menschen und freien Anthroposophen wie Hans-Peter-Dieckmann kennenlernen durfte ;) Hi Hans-Peter, lass es dir gut gehen!

      Ein liebevolles bum bum an die fast schon wieder verstaubte Bude :)

      Löschen
    105. @Stephan
      Und schon wieder so ein fieser Kommentar an Rainer wie 'Bratwurst'...
      Lass es doch einfach...wenns nicht so recht dein Thema ist, dann lass es doch mal so stehen oder frage mal höflich nach, komme ins Gespräch was auch immer.... oder bist du schlichtweg schlecht gelaunt? dass du dich so auffallend oft ungehobelt äußern musst? oder willst du dir dadurch Nachdruck verschaffen oder was auch immer? ;)

      Mysterium Mensch...

      Löschen
    106. Valentin, ich habe mich gar nicht auf Dich bezogen und wie bereits erwähnt Eure Beziehung zu Hans-Peter auch sehr gut nachvollziehen können - in dem Sinne, wie Burghard diesen Gedanken ins Spiel gebracht hat...
      Mein Fehler war, dass ich Dein Mantram nicht speziell in diesem Kontext von Dir an Burghard gerichtet verstanden/gesehen habe, sondern eher allgemein.
      Ich bin da aus meiner über 25-jährigen permanenten beruflichen Sterbebegleitung wahrscheinlich etwas vulnerabel, weil sich zu leicht Tumulte bei dieser Thematik bilden...

      Löschen
    107. Die Bratwurst sollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass ich mit Heinz Fleischmann nicht recht umgehen kann, weil Rainer für mich seit Jahren (beispielsweise bei Facebook) der Rainer ist.
      Ich weiß nicht, was er mit diesen modifizierbaren Pseudoidenditäten bezweckt; verstehe es einfach nicht...

      Löschen
    108. @ Stephan:

      »Ich weiß nicht, was er mit diesen modifizierbaren Pseudoidenditäten bezweckt; verstehe es einfach nicht… «
      Nanu - und bei anderen stört’s Dich nicht?
      Ich meine jetzt nicht Theo, den Ökosophen ;-) –– sondern zB Valentin: an den haben wir uns doch schließlich alle längst gewöhnt… ich sehe nicht, warum es bei Heinz mit der Zeit nicht ebenso sein sollte.

      Mir ist jedenfalls ein nickname, auf den man sich in einer Antwort beziehen kann, wesentlich lieber, als wenn man dauernd »Anonym am soundsovielten um soundsowiel Uhr« schreiben muß…

      Löschen
    109. Ingrid, ich habe nicht gesagt, dass es mich stört, sondern dass ich es nicht einordnen kann - das ist für mich ein Unterschied.
      //
      Da ich der Nick-Name 'Heinz Fleischmann' auf mich den Eindruck eines Scherzes machte, hielt ich auch eine scherzhafte Bratwurst-Modifikatin für passabel; aber vielleivht irre ich mich und Rainer identifiziert sich tatsächlich mit seinem neuen Nick..

      Löschen
    110. @ Stephan
      okay, jetzt durchblicke ich etwas mehr, auch den ersten bejahenden Kommentar an mich... und dann die Fortsetzungen...

      Nein, das Mantram von Steiner fand ich einfach nur schön und war als eine Art Pondon im umgekehrten Sinne gedacht, hätte ich dazu schreiben müssen...Aber! doch nicht als Gestochere, hör mal!
      Das muss doch auch aus meinen vorherigen pers. Schilderungen hervorgegangen sein, dass ich nirgendwo herumstocher...Okay, dann hast du also mehr eine persönliche Abneigung aus inneranthropos. Gründen bzw. aus persönlichen Erlebnissen heraus, auf der Arbeit...ist schon verstehbarer nun

      Ich habe den schönen Spruch Steiners mantramäßig noch nicht praktiziert...sondern halt anders, aber mit ähnlichen Gedanken...
      und merke gerade, ohne Allüren, Angeberei und mit Abstand, dass ich bei bestimmten Angelegenheiten doch viel stärker mit der Anthroposophie Steiners verbunden oder kompatibel bin, als es mir vorher je bewusst war ;) Obwohl es nat. eh wunderbare Themen sind, die sich in der Menschheit seit tausenden von Jahren immer wieder neu bewegen bzw. angesagt sind oder halt besprochen werden ;) ...

      Löschen
    111. oder All-üren...auch schön ;)

      Löschen
    112. Auch das 'Gestochere' hat nichts mit Euch zu tun; bei mir wurde dabei eine Assoziationskette ausgelöst, die ich zu spontan und bergangslos als nachvollziehbar vorausgesetzt habe - mein Irrtum!
      //
      Ich würde es jetzt so formulieren, dass ich das von Euch Erlebte und Berichtete in dem von Burghard bemerkten Zusammenhang sehr beeindruckend und authentisch fand.
      Dann hatte ich aber als das Mantram ins Spiel kam plötzlich den Reflex, dass das was da so real aus der Realität entstanden ist, durch 'künstliche Übungen' verscheucht werden könnte.
      Wie gesagt, wahrscheinlich meinerseits völlig überbewertet...

      Löschen
    113. @ Stephan

      nun ham wirs endgültig verstanden und - danke :)

      Löschen
    114. (oder anders gesagt - das Los des 'berg-gangs' war nicht ganz sinnlos ;)

      Löschen
    115. @ Stephan
      Danke auch von mir.
      (»Ich bin da aus meiner über 25-jährigen permanenten beruflichen Sterbebegleitung wahrscheinlich etwas vulnerabel, weil sich zu leicht Tumulte bei dieser Thematik bilden...«
      Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Wann immer in den letzten Jahren ein Mensch in meinem Umkreis gestorben ist, gab es unmittelbar danach „Tumulte“ der einen oder anderen Art...)

      Löschen
    116. @ Stephan Birkholzkopf

      Bist Du denn eventuell neu im "Internet"...? (Bitte einmal googeln: "Internet") Hast Du noch nie davon gehört, dass Menschen sich in diesem Medium persönlich belästigt oder angegriffen fühlen können...?
      Nach dem Shitstorm (bitte googeln: "Shitstorm") gegen mich letztens hatte ich gedacht, dass ich, wenn überhaupt, lieber nicht mehr mit meinem "Normal-Namen" schreibe.

      Kannst Du das verstehen? Oder wenigstens halbbewusst ahnen?

      Sollte ich hier noch einmal meinen "Normal-Namen" lesen (das geht auch an Dich, Valentin) kommt wieder "Anonym" meinerseits


      Löschen
    117. Heinz, jeder hat so seine Verknüpfungen:
      Mein langjähriger Geschichtslehre, dem ich letztendlich auch zu verdanken habe, dass ich mich mit Anthroposophie auseinandergesetzt habe, hieß 'Heinz Mosmann'.
      Als dann hier ein 'Heinz Fleischmann' auftauchte, kamen auch hier Assoziationsketten bei mir in Gang.
      In einem Personenkreis, der auch mit Heinz Mosmann in Zusammenhang stand, gab es einen entfernten Bekannten, der sich des Nick-Namen 'Hans Heinz Bratwurst' bediente; nicht wegen der sozialen Medien, die gab's damals noch nicht, sondern wegen der Suche nach Originalität, eher so als Künstlername.
      Und damit war die Verknüpfung Heinz+Bratwurst hergestellt.

      Übrigens Heinz, ich glaube wirklich, dass wir uns in Shitstorm-Festigkeit üben sollten...

      Löschen
    118. @Heinz

      ok Heinz, ich dachte es ging dir dabei nur um Verwechselungen verhindern...dass der besagte Name gar nicht mehr fallen darf innerhalb eines Kommentars, wusste ich nicht...

      Naja, Heinz. Im Austeilen, Dauersticheln und Hochschaukeln waren wir alle doch auch Weltmeister und ich habe deswegen jetzt einfach mal "shitstorm-egoistenblog" gegoogelt und es kam u.a. heraus:

      "hey man, learn to forgive and forget, because everyone had dirt on his feet" ;)

      einen schönen abend...

      Löschen
    119. @Stephan

      nachträglich noch gefragt aus Interesse:
      Darf man fragen was genau du beruflich machst? Evtl. Krankenpfleger in einem Anthr.-Krankenhaus?

      Löschen
    120. Generalankläger Niederhausen hat übrigens seinen Vorwurf des Spottes revidiert und die Anklage gegen die Egoistenblogger auf 'BOSHEIT' erweitert.

      Vom Wesen des Spottes

      Das, was aus den Federn dieser Blogger spritzt, ist nicht Therapeutisches, es ist Gift, wie schwarzes Blut aus einer vergifteten Wunde, herauseiternd, weil selbst die Wahrheit nicht vertragen wird, weil selbst keine Hingabe an die Wahrheit besteht, nicht der Weg reiner Gedanken, reinen Fühlens und selbstloser Besinnung, frei von allen Antipathien gesucht und beschritten wird.

      Löschen
    121. Hey Jungs,
      mein neuer Nickname ist mir gestern (kein Witz) bei meiner täglichen Naturwahrnehmungsanthromeditationsübung eingefallen, im HH-Stadtpark. Erst sollte es "Heinz Spackenhorst" sein (den gab`s aber schon mal) oder, noch besser, "Gisela (52, Hausfrau, Single)" gab`s aber auch mal von mir.

      @ Valentin, Ja, es geht auch um "Verwechslungen verhindern", aber da es hier eben doch manchmal "etwas brutal" zugeht, fühlt es sich besser an, ohne Realname. Bei "Valentin" denke ich übrigends immer an V.Tomberg.

      Löschen
    122. @Stephan

      Hui wie kommt das denn...ist das jetzt wirklich ganz neu und sind wirklich wir gemeint? Naja, wir sind schon so ein Haufen böser, aber sicher auch authentischer Taugenichts'ler...Mensch, das klingt ja fast schon nach Hexenhammer und Exorzismus...Gift wie schwarzes Blut herauseiternd...

      ...pass mal auf dass DU da nicht von dem Gift bespritzt wirst ;)

      Löschen
    123. @Heinz

      Ich glaube ja (und hoffe) - das mit der Cholerik und der Sprache ist nun hoffentlich mal durch ;) Sollten 'unserer Staubbude' doch häufiger mal lüften...ist ja auch gut fürs Image :)

      V.Tomberg ja, hab mich ne ztl. mit ihm beschäftigt...aber ich mag den Namen auch vom Klang her sehr, lieber als meinen richtigen...
      (und den Karl Valentin finde ich auch klasse, eine urkomische Gestalt... und sein legd.- "Mögen hätt ich schon wollen,
      aber dürfen habe ich mich nicht getraut" ;)

      Löschen
    124. @Stephan
      ich meinte da auf der Seite von Holli N..

      Löschen
    125. Vielleicht zielt Niederhausen auf Steiners einfache Unterscheidung in 265.454:

      Sommer-Weg ist der Weg der Christengemeinschaft in Erinnerung an eine Gemeinschaft (vorgeburtlich) in der geistigen Welt (Abel-Weg).
      Winter-Weg ist der Weg der Anthroposophen durch kalte Einsamkeit zur Erkenntnis (Kains-Weg).

      Löschen
    126. Selbstvergottung, Selbstverspottung, Spötterdämmerung......

      Löschen
    127. Niederhausen erfasst ausgesprochen Präzise, worum es in unserer Zeit dringlichst geht und kann das auch exzellent gedanklich darstellen. Seine Arbeiten wären Juwelen oder echte Heilmittel für unsere Zeit, wenn er nicht von zwei bestimmten Verzerrungen/Trugbildern gefangen wäre:

      1) Diese zwanghafte Idee, alles in Beziehung zur Mädchenseele setzen zu müssen; die Liebe, liebe Eva, die dem Adam nur den schönen Apfel zeigen wollte und der böse, böse Adam, der einfach unerlaubterweise reinbeißt.

      2) Seine Verurteilungssucht: ' Wer mir widerspricht, ist des Teufels!'

      Aber weil er unüberwindbar auf's Rechthaben fixiert ist, wird er diese Macken wohl nie ablegen und sein Lebenswerk zu etwas gedeihlichen führen können; stattdessen schreibt er lieber noch fünftausend weitere Aufsätze über die Weltenverderber im Egoblog.

      Löschen
    128. Er kommentiert über die Egoisten inzwischen so notorisch, wie Sportreporter am Spielfeldrand. Kaum einer von uns Internet-Manikern war je so heiß besessen von einer Seite, wie der Schlachtenbummler und Starreporter Niederhausen vom Egoistenblog. Bengalisch Feuer für den Herrn mit der fliehenden Stirn. Dreifach donnerndes satyrisches Hurtz Hurtz Hurtz... auf der grünen Wiehiese, da grast das Lamm! Hurtz...

      Löschen
    129. Nicht inzwischen, genau diese Imagination hat mich bereits März 2015 überhaupt zur Einrichtung des Spott-Blogs mit dem ersten Beitrag über den leidenschaftlichen Spott-Reporter H. Niederhausen gebracht...

      Löschen
    130. Und was hat das Spotten gebracht? Ausser euch selbst lächerlich zu machen?

      Löschen
    131. Meine Niederhausen-Studien haben mir essentielle Einsichten in der Verhaltensforschung gebracht...

      Löschen
    132. Und dafür macht sich der Kern der Egoisten, der ja auch vortreffliche "Studienobjekte" abgibt, selbst persönlich lächerlich?

      Löschen
    133. Ein Sprachgestaltungslehrer sagte mir einst, als es ums Aufrichten, um das Befreien der eigenen Denkfähigkeit, um freies Sprechen und um Durchkraftung des Körpers mit Willen, bis an die äußerste Peripherie und bis in den Innersten Punkt ging, etwa beim "Ich denke die Rede!" und dem "I A O" und auch dem Aufrichten aus dem Eingerollt Sein hin zum Dreiteiligem Schreiten: "Das Leben ist Kampf. Es ist ein geistiger Kampf ums Dasein." Manche Kritik wird als Beschämung empfunden, obwohl sie nicht auf Beschämung abzielte. Warum? Weil sie, obschon unangenehm, bereits - fast - akzeptiert ist. Eine Irrtum zugeben? Kann harte Konsequenzen für uns nach sich ziehen. Also klagen wir lieber an, wir seien beschämt worden. Wo werden denn Spötter und "Beschämer" verboten, eingesperrt? Auch manchmal zu "gemeinnütziger Arbeit" angehalten. Auch wenn ich selbst schon oft bösartig verleumdet, verspottet, beschämt wurde, ich habe nie, weder zu Feinden noch Gegnern bebend "Du tust mir leid!" gesagt, bevor der Gegner oder ein Feind nicht wirklich mein Mitleid erweckt hat.

      Mitleid hatte ich und Scham empfand ich, falls der Gegner durch meine Dummheit in seiner Kritik unverstanden blieb, - oft sind Gegner heimliche Freunde - oder ein Feind (Menschen, die uns zerstören, oder gar ans Leben wollen) durch meine Schuld über Gebühr verletzt oder beschädigt wurde, oder sich selbst beschädigt hat. Und ich nichts tun konnte.

      Löschen
    134. Auch Menschen, die sich aufgrund ihres Verlustes des Drangs zur Wahrheit persönlich lächerlich machen, erwecken Mitleid.

      Löschen
    135. Lieber Holger Niederhausen, und andere Kritiker des Humors

      Es gibt die feine Ironie, den bitteren Sarkasmus, die zynische Distanzierung eines Beobachters von tatsächlich zynischen Fakten und Handlungen anderer, oft verbunden mit journalistischem Berufsalkoholismus. (Ich bin Sportler, ich trinke nicht, weiß das aber.) Und es gibt den viehischen Frohsinn der Volksfeste und ihrer Klosprüche, die oft im Verbund mit Kuckucksuhren und Wanderstöcken gehandelt werden. Der "Volksgeist" eben.

      umor, umoris, das weiß ich noch, als ich mal etwas Latein durfte, das kommt von Körperflüssigkeiten, insbesondere der Vagusnerv und das limbische System sind an diesen Vorgängen des Lachens und Weinens beteiligt, und durch den Parasymphaticus-Komplex des vegetativen Nervensystems werden Verarbeitungsvorgänge aller Art, Verdauung, und seelisches Verarbeiten angeregt. Stress drosselt die Körpersäfte, nur das Schwitzen nicht. (u.a. Angstschweiß..)

      Wenn ich regeneriere und verarbeite, lasse ich oft das Weinen zu, nehme Zuflucht zu Sphären, aus denen auch Holgers "Mädchengeister" hervorfluten. Denn ich kann doch gar nicht über etwas schallend lachen, wenn ich gar nicht weinen kann. Beim "Lachyoga", einer Resilienz-Methode, kommt es oft vor, daß es umschlägt: Jemand muß schrecklich weinen, und dann wird Stille, und Frieden in ihr/ihm, aller Regel nach.

      Schaut: Hier hab ich das Hurzvideo "mitgebracht": Ein Busenfreund von mir wird da immer sehr traurig, denn der ist, neben vielen anderen musikalischen Interessen, die der hat, ein leidenschaftlicher Liebhaber experimenteller Klassischer Musik! Der versteht da kaum das Hurzvideo, aber dennoch ein bißchen. Hans Peter Kerkeling sagte mal, er habe am Schluß so hoch gesungen, um sich überhaupt noch beherrschen zu können, weil er sonst laut hätte loslachen müssen. Das Video ist für den "Fernsehzuschauer" mit Kunstgelächter unterlegt, damit der Bürger weiß, daß er lachen darf, nicht wahr? Die Zuschauer dort am Ort wußten es nicht. Diese Geschichte war mal ein großer Gag, dabei war es ein Augenblick, großer, und manches entlarvender Heiterkeit, mehr nicht.

      https://www.youtube.com/watch?v=iyGi5SEI9RI

      Dann, als nächstes, hab ich drei Videos aus meinem vielstündigen Lieblingsfilm, vom "Schicksalsforscher" Edgar Reitz "mitgebracht", der Zweiten Heimat, wo es um diese experimentelle Musik unter vielen andern Themen geht, es gab mal eine sehr populäre, und "genießbare" ;-) Art, experimentelle Klassik zu wagen. Eigentlich darf ich als Nicht-Musiker da gar nicht mitreden. Im letzten Videoausschnit dieser folgenden drei kurzen Demos wird die Stille greifbar, von der Holger spricht.

      Dennoch sage ich, daß alle Seelenstimmungen organisch notwendig sind im Zyklus der Seele, und Mindcontroll unterbricht den Zyklus, verpaßt ihm eine Unwucht. Das "sagt" auch die Musik. H.P. Kerkelings Scherze haben ebenso Platz in diesen Welten.

      https://www.youtube.com/watch?v=hnCuV9y0CdU

      https://www.youtube.com/watch?v=hkDgjVgTvn8

      https://www.youtube.com/watch?v=YdVytP38lPI

      Löschen
    136. Der absurdeste, grenzüberschreitende, niederländische Komiker ist wohl Hans Teeuwen:
      https://www.youtube.com/watch?v=XcAvBKKU0BQ
      https://www.youtube.com/watch?v=KMwKj7POa4c (Englische Untertitel)

      Löschen
    137. Danke Ton, ich seh ihn grade mit Untertitel, der ist wirklich süß. Er scheint mir die Genauigkeit auf die Schippe zu nehmen, mit der manche Leute auf der Bühne stehn. Wehe! Du bist bei so jemand auf Besuch, und willst rasch wieder gehn! Beim Telefonieren mag dich ein leerer Akku retten, besser bei ihm wird der leer...

      Zu'n "Egoisten": Wenn Artikel mit dem Stilelement eines feinen und ironischen Sarkasmus eingeleitet werden, wirbelt Humorresistenz soviel Staub auf, daß die Themen der Artikel verschwinden. Der Spaßmacher war immer erlaubt, auch bei autoritären Menschen. Es gibt die spaßresistenten Akademiker, die ihren Standesdünkel angegriffen sehn, es gibt die Türstehertypen und gewisse Biker, etliche 81er etwa, die enorm Panik schieben, ihr Ehrencodex könnte Schaden nehmen.

      Stan Laurel und Oliver Hardy, beide Clowns, meist unpolitisch, hatten ein Erfolgsrezept: Für die lockeren und etwas intelligenteren Menschen machten sie sehr feine ironische Späße, die die Deppen gar nicht einmal merkten, geschweige denn kapierten, dann nahmen sie den dünkelhaften Akademiker auf's Korn, weswegen die die beiden nicht so gern hatten, und für den Schläger und Proleten gab es Szenen, in denen die Schadenfreude dieser Klientel bedient wurde. Das sich Weiden am armen Deppen, der auf die Nase fliegt, das mögen interessanterweise Leute mit einem gewissen engen Horizont arg gern, sei der Horizont nun speziell akademisch verengt, oder anthroposophisch, oder durch den "Wer hat hier gelacht?!"-Codex eines Hell's Angel... Stan Laurel und Oliver Hardy, auch privat enge Freunde (ich hör das gern, sowas), haben die Schadenfreude der Blöden mit Slapstick bedient, und dieselben dabei herzhaft verarscht, daß es eine tiefe Wonne ist. So rächen bis heute noch die Intelligenz an den Salon- und Scheinintellektuellen.

      Die Blöden mögen den Spaßmacher, den Clown, der ihre Schadenfreude kitzelt, solche Schadenfreude ist etwas, was ich - pur - nie verstanden habe. Nur in der Art von Stan und Olli. Hans Teeuwen ist zwar Spaßmacher, ein Clown, aber hat es weniger mit der Schadenfreude. Er erkundet seziel seelische "Areale". Den Dimitri, den "durften" Anthroposophen ja auch. Der war auch leidenschaftlich unpolitisch, aber ein Kenner der Seele.

      Löschen
    138. Zum Thema "Anthroposophen und Humor" gibt es erfreulicherweise auch positive Entwicklungen, z.B. die musikalisch-künstlerischen Darbietungen der Band "Die Kassierer" (alles Anthroposophen, z.t. Mitglieder der Hochschule und CG).

      Nicht alles Songs sind gelungen, aber manche Songtitel sind, wie ich finde, sehr lustig, z.B. "Ich onanier in den kopflosen Rumpf von Uwe Seeler"

      https://www.youtube.com/watch?v=63dxQOQY0D4

      Löschen
    139. Um Himmels Willen, allzu spitz sticht nicht.
      Wenn wir schon Geschlechtsmusik tauschen müssen, dann denke ich an die nette Monika vom Currywursch-Ständchen von dem Willy da....

      https://www.youtube.com/watch?v=fJ9xGCJM-74

      Löschen
    140. Lachen hält die Seele des Menschen am Leben.

      In einem Land wie Syrien ist Lachen Widerstand gegen den täglichen Horror, gegen die Gräueltaten des Krieges. Lachen ist Widerstand, sich selbst aufzugeben. Humor ist Widerstand, jede Hoffnung aufzugeben. Lachen und Humor sind psychische Werkzeuge, um sich auch von den grauenhaftesten Umständen zu distanzieren.
      (Der syrische Film- und Theaterregisseur Rafat Alzakout)

      Lachen ist die beste Waffe. Lachen hält die Seele des Menschen am Leben. Eine Gesellschaft, die ihren Humor verliert, verkümmert.
      (Safet Plakalo, Direktor des "Sarajevoer Kriegstheaters")

      "Humor ist die Waffe der Seele zur Selbsterhaltung. Der Wille zum Humor, der Versuch, selbst schreckliche Dinge aus witziger Perspektive zu sehen, ist Lebenskunst. Es gibt kaum etwas im Leben, das dem Menschen so sehr und in solchem Ausmaß ermöglicht, Distanz zu gewinnen, wie der Humor."
      So Viktor Frankl, Psychiater, Neurologe und Vater der Logotherapie und Existenzanalyse. Er musste mit ansehen, wie die Nazis seine jüdische Familie, seine Eltern, seinen Bruder und seine Frau in Konzentrationslagern umbrachten. Er musste erleben, wie tausende Menschen gedemütigt, geschändet, getötet, verbrannt wurden, verhungerten oder sich aus Verzweiflung selbst das Leben nahmen. Er selbst überlebte. Die Nazis konnten ihm alles nehmen, aber nicht seinen Humor.

      Diktatoren hassen Humor. Der legendäre deutsche Komiker Werner Finck gründete in Berlin das Kabarett "Die Katakombe". Er war ein Meister des politischen Witzes; kein anderer deutscher Kabarettist war den Nazis so verhasst wie er. Es war leichter, politische Gegner zu ermorden, die offen ihren Widerstand zeigten. Womit die Nazis, so wie alle Diktatoren, nicht umgehen konnten, war der Humor, die die Nazis der Lächerlichkeit preisgaben. In allen Vorstellungen Werner Fincks saßen Mitarbeiter der geheimen Staatspolizei, die seine Gags und Späße mitstenographierten. Er machte sich über diese Leute im Publikum lustig, indem er sie direkt ansprach: »Spreche ich zu schnell? Kommen Sie mit? Oder muss ich mitkommen?«
      Man sperrte ihn ins KZ, ließ ihn wieder frei, sperrte ihn wieder ein, schickte ihn an die Front, doch er überlebte. Nach dem Krieg gründete er seine eigene Partei "Die radikale Mitte". Sie wendete sich gegen den pathetischen Ernst der Rechten und der Linken und forderte, alle Personen in öffentlichen Ämtern, die an chronischer Humorlosigkeit leiden, von diesen Ämtern zu entfernen.

      Aus:
      Laura Chaplin
      "Dein Lachen verändert die Welt"

      Großartiger Humor findet sich auch hier:

      Victor Borge,
      Bürgerlicher Namen: Børge Rosenbaum (* 3. Januar 1909 in Kopenhagen; † 23. Dezember 2000 in Greenwich, Connecticut), war ein dänisch-amerikanischer Pianist und Komödiant.

      Børge Rosenbaum wuchs in einer jüdischen Musikerfamilie auf. Sein erstes Klavierkonzert gab er mit acht Jahren. 1918 erhielt er ein Vollstipendium und studierte am Königlich Dänischen Konservatorium.
      Später wurde er unterrichtet von Victor Schiøler, vom Liszt-Schüler Frederic Lamond und dem Busoni-Schüler Egon Petri; 1926 gab er sein Debüt. In den 1930er Jahren war er einer der beliebtesten dänischen Pianisten.
      Die Ernsthaftigkeit des klassischen Konzertbetriebs gefiel ihm jedoch nicht. Er begann deshalb, seine Auftritte um humoristische Elemente und Parodien zu erweitern. Seine Witze über Adolf Hitler fanden beim dänischen Publikum großen Anklang, bei den deutschen Besatzern im Zweiten Weltkrieg dagegen nicht. Deshalb musste er 1940 in die USA emigrieren, wo er sich Victor Borge nannte.
      Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Borge

      Victor Borge - Franz Liszt - Hungarian Rhapsody 2
      https://www.youtube.com/watch?v=Aajtw30-YG0

      Victor Borge - Page-turner
      https://www.youtube.com/watch?v=LWqFaGwNCMU
      oder
      https://www.youtube.com/watch?v=v6QtY6NYGLw

      Löschen
    141. @bobby, Du gestattest, wenn ich das lese, was Du eben geschrieben hast, muß ich erstmal weinen, in die Kissen, unter der Zudeck freilich, bevor ich dann morgen noch leichter lachen werde. :-)

      Löschen
    142. Ja, ich musste jetzt auch lachen.

      Nicht zuletzt auch wegen des sich aufdrängenden Vergleichs mit der heutigen Situation.
      Ja, auch heute, sogar in diesem Forum gibt es Leute, welche die großen Anthroposophen heraushängen lassen, sich an Steiner-Gedichten delektieren, auch über andere lachen können, was ja vollkommen ok ist, auf der anderen Seite aber, wenn sie selbst herausgefordert werden, wenn also über sie selbst gelacht wird, d.h. ihre Widersprüche nicht mehr unterm Tisch bleiben, es mit ihrem Humor schlagartig aus ist.

      Ja, auch in unserem Publikum hier sitzen Leute, die bei Kritik genau hinhorchen, mitschreiben und im Grunde mit den selben Methoden arbeiten, zumindest aber in derselben Geisteshaltung von damals das Geschehen im Kabarett beobachten.

      Da stört's anscheinend nur eine meist mundtote Minderheit, wenn es schon mal trotz ihrer hehren humoristischen Ansprüche z.B. zu Beschimpfungen und persönliche Angriffen kommt.

      Grübel, grübel.....;-))) ist denn vielleicht doch auch heute die ketzerische Frage noch nicht ganz erlaubt, ob etwa Humor heute - wie schon damals - eine etwas elitäre Angelegenheit ist, kein uneingeschränkt demokratisches Gut etwa?

      Ob es sein könnte, dass wir das Lachen über die heutigen schwarzen Lederjacken unter uns erst noch erlernen müssen?? ;-))))))

      Löschen
    143. Kühlewind hatte mal gesagt, Anthroposophen sind Menschen, die häufig sagen "Humor wäre wichtig".

      Löschen
    144. @ Heinz,

      ok, aber meinte Kühlewind, dass die Anthroposophen Humor generell in der Gesellschaft (außerhalb der Anthroposophie) vermissen, oder dass die diese Ansicht auf die eigene Anhängerschaft beziehen?

      Löschen
    145. »Anthroposophen sind Menschen, die häufig sagen "Humor wäre wichtig"«
      :-) Großartig. Danke - you made my day!

      Löschen
    146. @ Anonym um 12.16:
      Vergleiche - mutatis mutandis - dazu, was Rudolf Steiner über „Gottesbeweise“ sagte:
      »Als man anfing, nach Gottesbeweisen zu suchen, war dieses Suchen selbst schon ein Beweis dafür, daß man den lebendigen Zusammenhang mit der göttlichen Welt verloren hatte.«

      Löschen
    147. "Der kosmische Steiner weint, wenn ein Anthro-Mägdlein fröhlich ist!"

      So, wie man früher im Nonnenkonvent kolportierte, die Maria im Himmel weint, wenn ein Mägdlein pfeift. Wußte ich, weil ich Meßdiener war. Hab ich, uff, dann auch schon im Camphill wieder gehört. "Scheißdreck!" hab ich gedacht. Echt. "Man soll nicht mehr ausgelassen rennen, wenn man über dreißig ist, und nicht pfeifen! Auch gedankenloses Herumträllern schadet dem Ätherleib, der dadurch Formkraft verliert!" Danke.

      Bierdosige Etiketten, weil die Mutti gesagt hat, wer sich wehre, sei Prolet. Duftet aus der selben Ecke aus dem Ärmel. Folgerichtig. Implizit noch ein Seitenhieb auf das männliche Geschlechtsorgan, denn der Lingam, ist der auch ein Prolet? Sex und Bier paßt zusammen, wie die Faust auf's Auge. Pastoren und Humor? Gelächter und Haß? Na gut, wenn Männer Frauen vergewaltigen, was ich nie verstanden habe, wie man da einen hoch kriegt, dann kann vielleicht auch ein banal böser Mensch herzlich lachen. Moralisten lachen meist süßlich, es riecht dann schlecht.



      Löschen
    148. Wenn man kein Chorknabe ist, ist man kein schlechter Mensch. Im Gegenteil hat man dann ganz gut im Gedächtnis, wo die Knollenblätterpilze und Spaßbremsen hocken. Die können in ihrem eigenen Geifer, gegen den sie vollkommen resistent sind, gut schmoren, und lösen sich leider nicht darin auf, aber die gute Laune anderer. Man muß solchen Leuten nicht noch den Hof machen finde ich. Auch wenn sie auf ihre Weise schlau sind. Das kommt vor.

      Löschen
    149. @ Mischa:

      »die Maria im Himmel weint, wenn ein Mägdlein pfeift.«

      :-) Ich bin - übrigens weder katholisch noch anthroposophisch - aufgewachsen mit der „alten Bauernregel“:
      Mädchen, die pfeifen, und Hennen, die kräh’n,
      denen sollt’ man beizeiten den Hals umdreh’n.

      Das sagte vorzugsweise meine Mutter, vor allem dann, wenn meine Schwester oder ich ihr so widersprachen, daß sie nichts mehr zu erwidern wußte.
      :-) Heute ist sie 93; sie hat ihr ganzes Leben lang nicht „gelernt“, den Mund zu halten…

      Löschen
    150. Nein, oder? Was Holger Niederhausen nicht gelungen ist, wird Fleischmann gelingen. Bei den Egoisten endgültig die Spaßbremse zu ziehen, das Lustprinzip zu stoppen, und dafür noch Applaus kriegen. Schulungsweg! Und dranbleiben. Gell?

      Löschen
    151. Lachen ist auf alle Fälle gesund :)

      "Lachen ist gesund - es ist ein echter Gesundbrunnen. Es verbessert die Lungenfunktion, versorgt das Gehirn mit einer Sauerstoffdusche und massiert die inneren Organe. Die Immun-Abwehr steigt, Stresshormone bauen sich ab und Glückshormone werden freigesetzt. Wer regelmäßig ausgiebig lacht, tut also eine Menge für seine Gesundheit."

      https://www.ugb.de/gesundheitsfoerderung/lachen-ist-gesund/

      Es grüßt - Dr. Valentin ;)

      Löschen
    152. Spaß, Lust und Humor bei den Egoisten??? Na gut, wenn ich das jetzt einfach mal als Selbstironie deute stimmt´s ja wieder ;-) ...

      Löschen
    153. @Ingrid
      Danke für dieses Zitat, ich wußte nicht, daß ich eine entschärftere Fassung vermittelt bekam, wo wenigstens keine Hälse gedreht wurden. Der verkappte Fundamentalist sagt dann eh immer bis zur Machtübernahme: "Das mit den Hälsen ist nur symbolisch!"

      Und eben, ich sage, als Sportler eben nicht nur : "Fit for Fun!"
      Sondern auch: "Fit for Sorrow!" weil es nicht immer was zu lachen gibt, denn das Leben ist Kampf, sorry, so seh ich das Leben, und bin immer dankbar für jedes Stück - aufrichtig - errungenen Friedens.

      Aus diesem "halte Dich auch fit, um Kummer und schweren Stunden begegnen zu können, und nicht allein, um besser hedonistisch das Leben zu genießen!" kann ich eine Brücke bauen zu Holger Niederhausens Paranoia vor Spott, Härte, Kälte, Hohn und wehrhafter Widerwortigkeit... anderer.

      Für mich war Trauer und Weinen immer genauso wichtig, wie das Lachen, um die Seele wieder zu ertüchtigen für den Daseinskrieg, der in unseren Breiten gottlob meistens bisher schon lange nur ein seelischer ist, oder bestenfalls auch manchmal bereits ein geistiger Kampf.

      Ich kannte früh das brutale Lachen des Spottes, und das ist ein kriegerisches Lachen, und die spitze Feder des Blogbetreibers ist da für mich nur eine homöopathischste Hochpotenz und heilsam. Ich weiß, was Hohngelächter und Spottgesang wirklich ist, etwa wenn man sich Viedeos aus Lichtenhaagen anschaut! Da hat man es. Aber ist nicht mittendrin, sondern gut geborgen, daheim am PC. Und da ich das Weinen habe, kann ich immer wieder neu mein Lachen verlieren und wiederfinden. Das ist vielleicht ein offenes Geheimnis, für die, der sowas verstehn. Andre werden sich jetzt wieder ein Spaß draus machen, denn "Weinen", hohoho... da hab ich was vom Stapel gelassen. Als jemanden, der das Leben als Kampf zu empfinden gelernt hat. Paßt das? :-)

      Löschen
    154. Gegen wen kämpfst du denn? Auch schonmal gegen dich selbst? Und dein Weinen, geschieht das auch schonmal aus Scham über dich selbst? Oder kennst du nur das genüssliche Weinen über die bösen Menschen da draußen und dich als deren Opfer?

      Löschen
    155. @ Mischa:
      »Nein, oder? Was Holger Niederhausen nicht gelungen ist, wird Fleischmann gelingen. Bei den Egoisten endgültig die Spaßbremse zu ziehen, das Lustprinzip zu stoppen, und dafür noch Applaus kriegen. Schulungsweg! Und dranbleiben. Gell?«
      Wie bitte? Also, wie Du zu einer solchen Schlußfolgerung kommst, ist mir nicht ansatzweise nachvollziehbar.

      Übrigens finde ich nach wie vor: die besten Witze sind die, die jemand über sich selbst macht (oder doch über die „eigene Gruppe“).
      Siehe den jüdischen Witz, der sofort etwas gar nicht mehr Witziges bekommt, wenn er beispielsweise von Antisemiten erzählt wird.

      Was ich leider immer wieder erlebe, das sind Menschen, die gern Witze über andere machen, aber selber höchst empfindlich reagieren, wenn andere (oft als Reaktion) sich das „Recht“ herausnehmen, über sie zu spotten...

      Löschen
    156. Ja, weinen ist ebenso wichtig Mischa...

      Eine gewisse Heiterkeit, irgendwo dazwischen, habe ich mir Gott sei Dank bewahren können, aber auch i. so m.Fällen zurück erobern müssen (u.a. auch im Verbund mit Freunden, dem Gespräch usw., aber auch ganz simpel, durch gemeinsames Musizieren...der Ernst kommt da jedoch nicht zu kurz, weil beides eng zusammenhängt)...

      Klar, es muss nicht immer das schallende Lachen sein...dennoch - etwas Spaß und Lachen zwischendurch ist schon angesagt...das Leben ist ernst genug...Und was den Blog angeht hier...Ach, da wird man immer ein Für und Wider erleben, aber auch Grüppchenbildungen, Anerkennung suchend sowie Dauer-Dampfablassen etc...Hey, da kann man drüber stehen in einigen Fällen, weil mans durchschaut hat oder auch etwas leid ist...der Begriff - Gesundheit - bekommt da auch noch mal eine ganz besondere Bedeutung ;)

      ...ansonsten, alles fließt...

      Löschen
    157. "Oder kennst du nur das genüssliche Weinen über die bösen Menschen da draußen und dich als deren Opfer?" Ich bin kein Opfer.

      Mir tun viele, viele Dinge, die in der Welt passieren leid. Sie gehn mir zu Herzen. Darum schreibe ich vielleicht auch. Man entwickelt sich weiter. Gegner kritisieren. Und Feinde sehn mich eher etwas selektiv. Sie picken sich aus dem, was sie von mir wissen, die Scheiße und den Schmutz heraus, vor allem, wenn man diese Menschen einmal geliebt hat. Was soll ich machen?

      Opfer sind Schlachttiere oder früher mal auch Menschen, die man tötete um die Götter gnädig zu stimmen, da, wo die Naturgewalten feindlich sind. Opfer sind Geiseln, mit denen man Politik macht, durch Übermacht überrumpelt. Gute Leute werden nur durch viele überrumpelt und besiegt.

      "Opfer" ist ein fehlgeleitetes Wort aus der Kriminalistik und Kriminalpsycholgie, lieber Freund, lieber Gegner, wer Du auch seist.

      Es muß heißen: ANGREIFER versus ANGEGRIFFENER.

      Nach Hobbes ist der Urzustand des Menschen ein Futterkrieg. Jeder gegen Jeden. Steiner hat das übernommen, denn er muß selbst gespürt haben, wie schwer der Frieden einer Gesellschaft zur verläßlichen Tradition zu erheben ist!

      Nicht Täter, der das Opfer .. ein Neutrum zudem .. schlachtet. Ist mein Vokabular. Angreifer, Aggressor...

      Nicht "Opfer"! Opfer, das impliziert, daß man mitgeht, wenn die Leute in den Mänteln und Hüten kommen, wenn ein übergriffig gewordener Staat zum Beispiel seine Zivilisten angreift. Statt sich zu wehren, durch's Klofenster auszubüchsen, der Rucksack mit Waffen und Vorräten sei immer gepackt. Niemehr "mal mitgehn!"

      Insofern sehe ich mich schlimmstenfalls als einer, der nicht vergißt, daß in mancher Biographie noch einige Rechnungen offen sein können. Denen ich, wenn mein Mind abgekühlt ist, und es meine eigenen wären, erbarmungslos nachkommen würde, wenn es sich als nötig erweisen mag.

      Ja, die Juden machen Witze über sich selbst. Und sie unterhalten auch einen äußerst effizienten Geheimdienst, dessen Aktionen und dessen Aufbau ich manchmal unterhaltsam finde, wenn ich ein wenig, sagen wir, nachdenklich werde.

      Nein, ich bin kein Opfer anderer. Aber ein natürlicher Feind eines manchen sicherlich. Hab ich das etwa gewollt? Ich hab mir diese Welt nicht ausgesucht. Ich hoffe, diese Fragen sind geklärt. Vielen Dank.

      Löschen
    158. "Nein, ich bin kein Opfer anderer. "
      Na was denn dann? Ein Opfer deiner selbst?

      Über sich selbst lachen wäre eine große Tugend. Die aber nur dann gewinnbringend ist , wenn man es vorher geschafft hat, souverän zu bleiben, wenn andere über einen selbst lachen. Hier könntest du ja mal versuchen anzusetzen. Sonst lachst du nicht wirklich über dich selbst, sondern lachst dich selbst aus. Es gibt da eben diese feinen Unterschiede.

      Da du das Beispiel mit den Juden erwähnst, ein ziemliches Minenfeld.
      Ihnen wurde ja die Möglichkeit genommen, souverän zu bleiben, wenn jemand über sie lacht. Es lacht keiner mehr wirklich über sie. Sehr wahrscheinlich neigen sie gewissermaßen deswegen, im Sinne einer ausgleichenden Maßnahme dazu, mehr als andere Witze über sich selbst zu machen!
      Zur Beruhigung und bevor wieder so ein diffuses Opfergefühl in dir aufkommt, hab keine Angst, es wird noch sehr sehr lange dauern, bis das Lachen über die Juden kein antisemitischer Akt mehr sein wird.

      Löschen
    159. @Mischa: Deine Antwort auf meine Frage die du nochmal zitiert hast hättest du auch kürzer formulieren können. Ein einfaches kurzes, knappes "Ja" hätte ausgereicht.
      Opfer, Angegriffener... ist doch vollkommen egal. Der Angegriffene wird zum Opfer des Angreifers. Ein Opfer, ein Angegriffener muß sich nicht schämen. Es scheint mir, als wäre Opfer-Sein eine Aufgabe der man sich stellen muß mit dem Ziel ein souveränes Opfer zu sein. Jemand zu werden der nicht alles was auch nur, ganz subjektiv empfunden, nach Angriff riecht niederzuknüppeln muß. Weil man es nicht ertragen kann sich klein und machtlos zu fühlen. Dann schon lieber einmal zu viel als einmal zu wenig knüppeln. Aber auch ein um sich schlagendes Opfer ist und bleibt ein Opfer, wenn auch eines das sich selber Stärke vorgaukelt. Das wird aber die Angreifer nicht auf Dauer beeindrucken. Nicht die die man sich einbildet, und erst recht nicht die tatsächlichen.

      Löschen
    160. "Spaßbremse und Lustprinzip" bei den Egoisten:

      Ersteres tritt grundsätzlich dann ein und Letzteres wird ebenfalls grundsätzlich dann für unberechtigt erklärt, wenn jemand ihren Superioritätsanspruch (neudeutsch für Gottgleichheit) in Frage stellt.

      Lachen erlaubt, oder doch nicht? ;))))

      Löschen
    161. Nun, ich bin ein wenig verwöhnt, das gebe ich zu. Menschen, die mir nahelegten, es könne mit mir ein schlimmes Ende nehmen, sind tot. Naja, gut. Ehrlich gesagt hat mir keiner von ihnen je gefehlt, und ich fühle aufrichtig, wie diese Erde für mich zu einem besseren Ort geworden ist.

      Es hätte mir gereicht, wenn mir keiner von euch geantwortet hätte, aber ihr scheint mich sehr zu mögen, und seid treue Mitleser. Darum gebe ich euch auch einen Rat: Ich rate von solchen Gesinnungen ab, die im anderen beliebig ein "Opfer" zu sehn wünschen. Mehr verlange ich nicht.

      Ich bin weder euer Opfer, noch meines, denn ihr wißt: Das nicht mein Vokabular.

      Ich weiß auch so, ob man Menschen schlachten möchte, oder ob man sie nicht schlachten möchte. Oder achtet. Gefahr, Krieg und Hinterlist kann man riechen. Aber, wem sag ich das? :-) Welches Spiel spielen wir? Wer das Wild, und wer der Jäger sein wird?

      Wie dem auch sei, ich mag das Wort Opfer aus dem Vokabular streichen. Mancher bräuchte dafür einen Waffenschein.

      "Weil man es nicht ertragen kann sich klein und machtlos zu fühlen!" Oh. Sie möchten mich klein sehn, und machtlos. Es ist mir eine Ehre, nun zu wissen, was sie mir wünschen. Ja, jeder von uns ist klein und machtlos gegen ein Heer von Schaben. Aber, etwas anderes: Was habe ich Ihnen getan, daß sie mich auf Knien sozusagen, und klein und ohnmächtig machtlos zu sehn, vielleicht zu erleben wünschen? Und wo und wann das, wenn mir die Frage gestattet ist?

      Herzlichen Dank, in Liebe







      Löschen
  6. Auch der italienische Anthroposoph Spagnoli verwendet für seine zwei englischsprachige Aufsätze über Steiner und seinen angeblichen Meister Alois Mailander (auf http://mystica-aeterna.com) eine orale Meister-Tradition: der Autor “Michele Sarà“, d.h. eben: ‘Michael wird sein‘.

    Spagnoli nennt Anthroposophie eine europäische und eine ‘westliche Strömung‘. Die Russischsprachigen (von Sievers, Prokofieff) bilden bei ihm scheinbar eine ‘dogmatische‘ Anthroposophie. Weiter sagt er: “The returning to the esoteric core is what Elizabeth Vreede and Ita Wegman did and now Peter Tradowsky and Judith von Halle are doing.”

    Auf diese Weise kombiniert (die neuen Ausgeschlossenen), kreieren Sarà/Spagnolis Aufsätze neue gegensätzliche Tendenzen zwischen anthroposophischen Dogmatikern (Mystiker, Abelskinder, Eingeweihten) und Pragmatikern (Alchemisten, Kainskinder, Hellseher) ohne selbstkritische Mitte oder essentiellen Kern.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lieber Ton, das – http://mystica-aeterna.com/steiner-and-the-secret-inner-circle-of-twelve/ – trifft in der Tat das Thema, allerdings in einem wilden Ritt, chaotisch und spekulativ. Die Belege z.B. Von Koulias treiben eine fiebrige Lust am Fabulieren voran. Allerdings ist der Rundblick auf die konkurrierenden esoterischen Kreise Stella Matutina, Heindel, Michael Schule, Marie von Sivers MA schon relevant. Diese Konkurrenz kocht ja immer wieder hoch– manchmal auch unausgesprochen.

      Löschen
    2. Ich denke , dass man Inhalte dieses chaotisch spekulativen Artikels keinesfalls als Hinweis auf ein Beispiel "oraler Meistertradition" in der Moderne ansehen kann.
      Auch gibt es nirgendwo einen Hinweis, dass "Sará" etwas anderes bedeuten sollte als der Nachname eines unlängst verstorbenen ganz realen Universitätsprofessors (in diesem Fall also keinesfalls "Michael wird sein", schon wegen des Großschreibung).

      Schließlich ist Spagnoli als Anthroposoph umstritten, es wird in der ital. Anthro-Szene vielerseits sogar in Frage gestellt, ob er überhaupt einer ist, da er - nicht zuletzt über seinen angeblichen Mentor - mit der Philosophie Teilhard de Chardins , angemaßten Rosenkreuzer-Gruppen und dem Jesuitismus in Verbindung gebracht wird.

      Löschen
    3. Über die Meister-Tradition bei Steiner, siehe den anderen Artikel: http://mystica-aeterna.com/dem-m-revealed/

      Das Zweite stimmt: Sara war Zoologie-Professor in Genua und daher bekannt mit Haeckel und Steiner. Vgl. Tarditi über Haeckel http://pikaia.eu/wp-content/uploads/2014/10/181.pdf

      Löschen
  7. Lieber Michael,
    weil die Rede auf Hans-Peter Dieckmann kam:
    Ich habe Hans-Peter leider nie persönlich kennengelernt, aber seine Artikel immer sehr gern gelesen, und ich erinnere mich auch an herzerwärmenden Kontakt mit ihm in den Kommentaren.
    Du hattest früher mal eine extra „Unterseite“ für seine Beiträge hier eingerichtet - ist das alles verschwunden, oder könnte man's wieder aufleben lassen?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Ingrid, gut, ich habe die egoistischen Aufsätze H-P Dieckmanns hier zusammen gestellt: https://egoistenblog.blogspot.de/p/hans-peter-dieckmann.html

      Löschen
    2. Danke!!! Das ging ja schnell!
      Wie schön. Ich freue mich sehr, diese Aufsätze nach so langer Zeit wieder lesen zu können.
      Zur von Rainer und Valentin oben bewegten Frage nach Hans-Peters Anthroposophentum und seinem Verhältnis zu Aurobindo siehe seine »Anmerkungen aus meiner anthroposophischen Sicht« im letzten Aufsatz, »Der Integrale Yoga von Sri Aurobindo«.
      Danke!

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog. Beachten Sie bitte unsere Datenschutz- Erklärung.

Beliebte Posts