Das Auseinanderfallen der Jahreszeiten

Rudolf Steiner sah (GA 130, "Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit", S. 328ff) bereits 1912 ein Auseinanderfallen der Jahreszeiten: "Auch die Verteilung von Frühling, Sommer, Herbst und Winter war früher anders, gleichmäßiger." Als Ursache sah er noch nicht den (im Grunde nur das Phänomen beschreibenden) Klimawandel, sondern eine leichte Verschiebung der Erdachse: "Das hängt zusammen mit der Änderung der Stellung der Erdachse um 1250. Die Erde beschreibt ja im Laufe von Jahrtausenden eine Kegelbewegung. Seit dem 5., 6. Jahrtausend vor Christus hat die Erdachse sich immer mehr gewendet."

In einem nicht ursächlichen, nicht kausalen, aber inneren Zusammenhang damit sieht Steiner- als typischer Quergedanke- das gleichzeitige Aufflackern der Exzesse eines Persönlichkeitskultes, der auch ein Hintergrundgeräusch der aufkommenden Renaissance war: "Die Liebe zur Persönlichkeit, alles was damit zusammenhängt, hat seine guten und schlechten Seiten. Das brachte auch die Renaissance mit, als sie Menschen hervorbrachte, die ganz in der Persönlichkeit lebten. Es war alles vehement gegen das 13. Jahrhundert hin und noch lange nachher, sowohl bei Künstlernaturen, wie auch bei Cesare Borgia und Papst Alexander VI. Borgia. Auch bei den Führern der Kreuzzüge war es so gewesen." Das führte dazu, dass man sich diese Persönlichkeiten als so "materiell gesinnt als möglich" vorstellen muss.

Was haben wir heute? Die Geburtswehen einer sozialen Weltgemeinschaft, die bereits neue Kriege, neue Revolutionen, den Zusammenbruch alter Feindmuster hervorruft, aber keine neuen sozialen Ordnungen. Nationale Egoismen ringen ebenso mit dem neuen politischen Status Quo wie innere Widersprüche der Gesellschaften, uralte sozial- politische Strukturen in vielen Teilen der Erde, aber auch wachsende Ungleichgewichte zwischen Arm und Reich. Die globalen Geldströme entfachen Blasen und Zusammenbrüche, lenken die Spekulationen in immer neue Investitionsbereiche. Momentan führt das zu einem Aufblähen vor allem der Lebensmittelpreise.

Wie wird das Wetter werden? Auch heute ist es, als spiele das Wetter die Kapriolen und das Chaos nach, das heute noch in den sozialen Ordnungen vorherrscht. Auch die Jahreszeiten globalisieren und bilden in bestimmten Regionen und zu bestimmten Zeiten "Blasen", wie z.B. extreme Niederschläge, Temperaturwechsel oder Trockenheit.

Kommentare

  1. "...aber keine neuen sozialen Ordnungen."

    Damit müssen wir wohl noch warten, bis man die freiwillige "Selbstenthauptung" entdeckt, die würde dann nämlich ein neues Sichtfeld auf die noch schlummernden Möglichkeiten der Demokratie eröffnen, wenn man sie dann überhaupt noch benötigt... Eine wirkliche Metamorphose hin zur Einsicht, realer Einsicht statt einer Verfolgung!! - man beachte das Wort - selbstgesetzter Vorgaben, die man verwirklichen will. Oder die Erdachse ist noch auf der Suche nach dem rechten Winkel. Warten wirs ab?

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  2. die erdachse ist ja in den letzten 1,5 jahren zwei mal leicht verschoben wirden, einmal duch ein erdbeben in südamerika und dann durch das in japan

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  3. Verschiebung der Achse um 10 Zentimeter: http://www.big-screen.de/deutsch/pages/news/allgemeine-news/2011_03_13_6117_erdbeben-in-japan-hat-erdachse-japanische-hauptinsel-verschoben.php

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