Der glorreiche Mr. Felkin, ertappt

In Ergänzung zu einigen Artikeln über Golden Dawn, Judith von Halle, Stella Matutina usw hier noch eine mir bislang unbekannte Quelle, die ich etwas breiter zitieren möchte, da sie nochmals das Verhältnis von Rudolf Steiner zu Felkin und der Stella Matutina beleuchtet, und damit weitere Hinweise gibt zur Widerlegung von Judith von Halles Loblied auf diesen Kult. Harry Collison war immerhin Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Großbritannien. Er bestätigt, dass Felkin keinerlei "Einweihung" von Rudolf Steiner erhalten hat, geschweige denn geheime Zeremonien, um den dubiosen Stella Matutina- Kult auszubauen. Felkins Versuche, Repräsentant Rudolf Steiners in England zu werden, wurden abgelehnt (obgleich Edith Maryon Steiner in ihren Briefen immer wieder an ihren Arzt Felkin erinnerte). Steiner hat die Praktiken in der Stella Matutina als "alte Form der Hellseherei" bezeichnet, mit hoher Wahrscheinlichkeit des Selbstbetrugs. Die absurden Behauptungen Felkins, Christian Rosenkreutz spräche über Mitglieder seines Ordens direkt zu ihm, sind eine Art illusionären Channelns; eine völlig inakzeptable und illusionäre Praxis, die nicht im geringsten etwas mit anthroposophischer Methodik zu tun hat, ganz im Gegenteil. Dass Judith von Halle auf diese äußerst trüben Quellen verweist, ihnen sogar eine Bedeutung für die Zukunft der Anthroposophischen Bewegung zugestehen möchte, ist ihr Problem.

"One of Steiner’s own men who infiltrated the Stella Matutina, H. Collison, expressed the former’s sentiments on the Stella Matutina and Felkin in a letter on 1921:
The following is what I gathered from an interview with Dr. Steiner in Holland last March.

1. Dr. Felkin was a spectator at one of Dr. Steiner's ceremonies in Munich several years ago. No grades have been given to him by Dr. Steiner. No grades were given to him in Munich. But Dr. Steiner gave Dr. Felkin a great deal of instruction, such as he gives to other people who desire it.

2. Several visits have been paid by various enquirers to castles and other places in Austro-Hungary, but there has never been any true or practical result from these researches.

3. Dr. Felkin was anxious to get a charter from Dr. Steiner and made many attempts to gain this and be appointed his sole representative in England... Dr. Steiner said that he was unable to grant this request.

4. Dr. Steiner cannot say that the forces in the Order are good or bad, but in all spiritualistic practices under the old form of clairvoyance which is resorted to in the Felkin Order, self-deception is very possible and forces may enter which are beyond the power or understanding of those physically present.

5. The Order is decorative and useful to those who need it and are able to distinguish between mere ornament and reality.

So, as can bee seen, we must conclude that Steiner’s personal involvement was scarce in the years between 1912-14, and non existent after that. We also must conclude that Steiner’s own views on the Golden Dawn as a workable vehicle for expounding the mysteries as low or insignificant. But this didn’t hinder Felkin to expand upon the teachings of Steiner and the process of its integration into the Golden Dawn. In November 1915 Dr. Felkin gave this fascinating account of Christian Rosenkreutz and how all of this related to the Golden Dawn system of initiation:

First I will try to explain what I think most of you do not quite realise. The actual as well as the nominal Head of the Inner Order, is out Father in God, C.R.C. himself, who gives us directions and instructions from time to time through Members who are clairvoyant and clairaudient to such an extend that they are able to receive them."

Kommentare

  1. Richtigstellung: Nirgends in Judith von Halles Buch sehe ich ein Loblied auf den Kult - wie das M. Eggert schreibt. Außer der Erwähnung auf S.303 ist den dem Buch über Anna Katharina Emmerick nichts zu finden! Auch der Satz "Dass Judith von Halle auf diese äußerst trüben Quellen verweist, ihnen sogar eine Bedeutung für die Zukunft der Anthroposophischen Bewegung zugestehen möchte, ist ihr Problem." - hat nichts mit dem Buch von Frau Halle zu tun. Denn nirgend steht, daß sie ihnen "eine Bedeutung für die Zukunft der Anthroposophischen Bewegung zugestehen möchte". Auch kann man das nirgends sinngemäß oder verschlüsselt erkennen! Und Judith von Halle selbst betreibt eine vollständig bewußte Geisterkenntnis. Und Meakin ist in dem Buch als Stigmatisierter interessant!

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    1. Steiner als "Großmeister aller in London bestehenden Rosenkreuzer-Logen", wie JvH schreibt, ist natürlich die widerlegte Ansicht eines Felkin und seines Stellvertreters Meakin. Die echten Maurer, die sich ja auch Rosenkreuzer nannten, würden das natürlich zurück weisen. Von den "okkulten" Rosenkreuzer- Logen wie z.B. Stella Matutina oder Golden Dawn ließ Steiner (s. Text) die Finger; im Gegenteil, Felkin und Meakin wollten Steiner ausnehmen und reisten daher zu ihm nach Deutschland, wo sie den Rosenkreuzer- Meister vermuteten. Das ist also alles Quatsch. Meakin als Repräsentant von Stella Matutina war nach vH in der von Steiner gesehene Position für Steiners "grosse Mission als Meister der Weißen Loge" und bereitete angeblich die Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft dort vor. Meakin stand auch als Stigmatisierter in der Vorbereitung der "neuen, höher entwickelten Leiblichkeit des zukünftigen Menschen". Dicker geht es doch wohl nicht. Überhaupt war diese Stigmatisierung ein "Schicksal" der Anthroposophischen Gesellschaft. Meakin (wie gesagt, Repräsentant der Stella Matutina) war einer von Steiners "weitest fortgeschrittenen Schüler", verbunden "mit der Mission des Christian Rosenkreutz", Felkin der "Leiter des rosenkreuzerischen Ordens". Wie diese Gruppe mit der Wahrheit und mit Rosenkreutz umgingen (exklusive Informationen gechannelt), sagen uns die Dokumente.

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    2. Danke sehr M.E. für die Behandlung dieses wirklich interessanten Themas! Obwohl ich eher unpersönliche Erinnerungen an meine jüngeren Jahre habe, kann ich mich hier doch am ehesten wiederfinden. Der Zweck liegt aus meiner Sicht lediglich an einem Interesse für den Entwicklungsgedanken, der dem zukünftigen Menschen jedwede Freiheit lässt!
      Nun, das Rosenkreuzertum nimmt Bezug auf West und Ost, was ich wegen meiner Familie besonders wunderbar finde, aber es liegt bestimmt auch noch so mancher alchemistische Schatz zu entdecken, dort im Verborgenen.
      Wieso übrigens haben die genannten Orden in der anthroposophischen Gesellschaft einen nicht so guten Ruf? Ausserhalb derselben stehen zumindest diejenigen Gruppierungen, die nicht gerade satanistisch sind, in etwas besserem Ruf.

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    3. Die haben einen "nicht so guten Ruf", weil sie indirekte Erkenntnisse über das Benutzen von Medien erreichen - Personen, die man in Trance versetzen kann. Das hat selbst unter guten Verhältnissen langfristig Konsequenzen. Man kann das gut bei Samuel Mathers und seiner ihm vollkommen ergebenen Frau Mina sehen. Sie war ein devotes Wesen, und er wurde immer extremer. Sehr viel unschöner lief die Sache natürlich bei Crowley, obwohl der ein durchaus sehr charmanter Mann sein konnte. Aber seine vielen Frauen waren meist heroin- oder alkoholabhängig, selbstzerstörerisch und verzweifelt. Sie haben ihm immer nur eine gewisse Zeit gedient. Es ist ein langes Thema.

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    4. Hm. Sowas kann natürlich innerhalb der Anthroposophie, wo alle dermassen erpicht darauf sind, ganz allein für sich selbst zu stehen, selbst als Schüler, ohne spirituelle Anleitung, ohne überhaupt irgendwas, noch nicht mal Wohnung oder Arbeit was ja Abhängigkeit bedeuten würde, nicht passieren.

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    5. Herrlich, nicht? So viele eigensinnige Leute. Aber eigentlich geht es ja nur um innere Unabhängigkeit. Sonst lebt man doch immer in Beziehungen, Arbeitsverhältnissen und auch Abhängigkeiten. Das Brot muss doch auf den Tisch kommen.

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    6. Da wo das klappt ist es gut, überall sonst natürlich genauso schlecht wie das andere Extrem. Ich würde empfehlen bei Anfängern mehr auf die Vermittlung von Geborgenheit, Sicherheit und wirklichem Heimatgefühl zu achten. Auch der Anfängerstatus ist ein Status für sich, der seine Würde hat.

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  2. Die "neue, höher entwickelte Leiblichkeit des zukünftigen Menschen" - die wird von R.Steiner beschrieben. Das sog. "Phantom" des Christus vervielfältigte sich - und nun kann jeder Mensch diesen "Auferstehungsleib" aufnehmen. Kann man bei R.St. nachlesen. Und wenn man das Buch über A.K.Emmerick durchliest, dann sieht man, daß Stigmatisierte wie A.K.E. (lt. JvH) in ihrem Karma so weit fortgeschritten waren, diesen Leib aufzunehmen - was ja letztenendes nur eine Verwandlung seiner Selbst ist. Nicht bei jedem Menschen wird diese Aufnahme sichtbar - aber bei manchen Leuten. Wie Du die Dinge hinstellst, gefällt mir überhaupt nicht.
    Und wie seriös sind denn Deine "Internetquellen"? Du suchst und nimmst alles, was man so findet, um damit etwas zu widerlegen von JvH - was nur eine minimale Randgeschichte des ganzen Buches ist. Wie gesagt: Du bauschst maßlos auf, was im Buch S.303 geschrieben steht. Oder zwischen S.302 und 307. Im Nachwort. Nur im Nachwort. Das ganze Buch insgesamt ist derartig gut recherchiert - und ich wäre gespannt, wie Prokofieff allein schon auf die ersten 60 Seiten reagieren könnte - denn alles, was JvH da sagt ist richtiger und klüger und wahrer als alles, was Prokofieff jemals meinte zu dem Thema. Das Buch ist insgesamt ein Juwel der anthroposophischen Literatur - speziell in Bezug auf A.K. Emmerick. Da wird tatsächlich ein Licht daraufgeworfen, wie es einem echten anthroposophischen Geisteswissenschaftler gut ansteht. Daß man sich natürlich darüber lustig machen kann, wissen wir ja alle: man kann mit Zynismus und Unterstellungen alles und jeden kleinbuttern. Kein Problem. Oder aber man würdigt eine Sache, wenn man merkt, daß sich da jemand ernsthafte Gedanken gemacht hat - und klarer sieht als die meisten andern. Auch bezüglich des Themas "Stigmatisation" überhaupt. Vielleicht hätte JvH Meakin gar nicht erwähnen sollen: nun wird versucht, ihr daraus einen Strick zu drehen, der dieses Buch, diesen Juwel, beschmutzt - natürlich von einem seit Jahren hart gegen JvH kämpfenden Gegner von ihr, der allmählich nichts mehr als seine leidenschaftliche Gegnerschaft zu JvH im Kopf hat - und in seinem Blog. Alles dransetzt, JvH zu schaden. Und immer schnell wittert, wo er ansetzen muß. Jemand, der nicht zu Anerkennung in der Lage ist - und von allem das Gegenteil "beweist", was JvH sagt. Versucht, sie in die Ecke der "Theosophen" zu stecken - was ein Witz ist, wenn man JvH näher kennt! Aber viele, die sie nicht kennen, werden natürlich dem "Wissenschaftler" Eggert Glauben schenken und sich überzeugen lassen. Wohl denn, Ihr lieben die Anthroposophie reinigenwollenden Anthros: fängt vielleicht vorher mal an, Euch selbst zu reinigen...- sonst könnte die Reinigung in eine schlimme Beschmutzung ausarten.

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  3. http://www.parareligion.ch/steiner.htm
    Rudolf Steiner: Never a member of any Ordo Templi Orientis

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