Die Anthropotante an sich

Aus: Andrej Belyi "Verwandeln des Lebens" Basel 1990/3

"Einen völlig anderen Stil hatten seine Beziehungen zu den «Tanten» und «Onkeln»; er liebte den Menschen, nicht aber den «Onkel» und die «Tante» im Menschen; seine Späße über die «Tanten» waren zuweilen grausam; aber er hat unter ihnen wirklich gelitten; als sich jemand beklagte, Frau Z. hielte sich für die wiederverkörperte Maria Magdalena, antwortete er seufzend: «Leider ist das der fünfzigste Fall in meiner Erfahrung.»

Die «Tanten» überschütteten ihn mit der kochenden Brühe ihrer Ergebenheit, gemischt mit dem Dunst schwüler Verliebtheit, worüber er sich manches Mal vom Rednerpult aus beklagte, um mit der (zum wievielten Male?) erhaltenen Liebeserklärung in der erhobenen Hand zur Nüchternheit aufzurufen.

«Tante» - das war die Bezeichnung für eine Anthroposophin, die durch dogmatische Haltung die Anthroposophie zum Zerrbild machte; Steiner kämpfte sein Leben lang gegen die «Tante»; aber die «Tante» drängte sich unaufhaltsam in die Gesellschaft, wobei sie zwanzig Jahre lang sämtliche Hindernisse, die ihr im Weg standen, zu überwinden verstand; das heißt, es erschien zunächst nicht eine zudringliche «Tante», sondern eine Dame: nett, zuweilen nicht dumm, nicht einmal unbegabt, mit Ansätzen zu wirklicher Einsicht; aber nach zwei bis drei Jahren entpuppte sich die Dame als eine «Tante»; eine «Tante» ist das Produkt unbewältigter subjektiver Imagination; vielleicht hätte man eine «Tante» in die Anthroposophische Gesellschaft nicht aufgenommen; aufgenommen wurde ein Mensch weiblichen Geschlechts; Steiner unterstützte die Befreiung des «Menschen» in der Frau aus der Gewalt der deutschen Männerfaust; und dem «Menschen als Frau» standen die Tore der Gesellschaft weit offen; aber die kleinbürgerliche Umwelt, in der die Frau in Deutschland sich entwickelte, ließ sie unter der Einwirkung der anthroposophischen Nebelschwaden häufig zur «Tante» werden - zu einer bloßen «Tante»; die «Tante» kann das Verbrennungsprodukt verschiedener Stoffe sein; zur «Tante» konnten Malerinnen werden, aber auch ehemalige Köchinnen, Damen mit höherer Schulbildung, Damen aus Wohltätigkeitsvereinen; das Hoffräulein, die Kaufmanns- oder Beamtenfrau, die Schauspielerin, Haushälterin oder Sozialdemokratin formte sich innerlich in der Esse der Anthroposophischen Gesellschaft zur «Tante»; und für den Doktor ergab sich ein ernsthaftes Problem: die Befreiung von der «Tante»; man konnte sie doch nicht einfach vor die Tür setzen, weil sie ja ein Mensch war; solange sie nichts übles tat, konnte man sie nicht aus der Gesellschaft ausschließen; ebenso wenig ließ sie sich einem Examen unterziehen, was außerdem sinnlos gewesen wäre, da viele «Tanten» einen von der Öffentlichkeit bestätigten hohen Bildungsstand aufzuweisen hatten; ein «geistiges Examen» hätte eine Verletzung jener Freiheit bedeutet, für die Steiner eintrat; und außerdem wäre ein «geistiges Examen» mit den Statuten der Anthroposophischen Gesellschaft als einer sozialen Organisation unvereinbar gewesen.

Mit einem Wort - es blieb kein anderer Ausweg als die Hoffnung, die «Tante» würde, enttäuscht von der Gesellschaft, diese mit einem freiwilligen Rückzug beglücken; aber unglücklicherweise endeten alle Versuche Steiners, die «Tante» zu einem Rückzug aus der Gesellschaft zu veranlassen, mit einem totalen Misserfolg; die «Tante» ertrug in der Folge alle Unbill ihres Daseins innerhalb der Gesellschaft, nur um in der Nähe des Doktors bleiben zu können, einschließlich der Empörung gegen die «Tante», ihre Nachbarin, die ihrerseits von der ersten behauptete, diese sei die klassische «Tante». Unter den Peitschenhieben der «Tantenwitze» bezichtigten die «Tanten» sich gegenseitig des «Tantentums».

So verliefen alle Versuche im Sande, die «Tante» auszumerzen; die «Tante» hatte dabei nur die Mimikry gelernt und blieb «Tante», ohne es zu zeigen; sie legte ihre auffälligsten Merkmale ab, die sie in den Jahren 1908 bis 1914 ausgezeichnet hatten: kurzes Haar, grelle Stola, Tunika, Brille, lange Nase, starkes Kinn und das Kreuz mit Rosen auf der Brust; so saß sie in den ersten Reihen vor Steiner und lächelte verklärt bei seinen Witzen über die «Tanten».

Der Ausdruck «Tante» ist eine Erfindung von Steiner.

Im nächsten Jahrsiebt, 1915-1921,saß sie in den letzten Reihen, ohne Stola und ohne Kreuz; sie war bemüht, als Dame zu erscheinen, nur als Dame; die ersten Reihen füllten sich mit eifrigen, stets diskussionsbereiten «Mittelalterlichen» Herren, oft mit Brille, glattrasiert, mit Aktentaschen unter dem Arm und einer Menge von Worten im Mund; sie traten nach Steiner an das Rednerpult und äußerten sich etwa so: «Ich bin derselben Meinung und in der Lage, anhand der Ergebnisse der. . . -wissenschaft, in der ich den Doktorgrad erworben habe, weitere Folgerungen aus dem von Doktor Steiner soeben Gesagten zu ziehen und zu beweisen ... »

Das Auditorium war damals nicht mehr mit Kreuzen, sondern mit Formeln angefüllt.

Einmal sah sich Steiner um und sagte schalkhaft: «Wissen Sie, wir haben jetzt nicht nur <Tanten>, sondern auch <Onkel>.»

Die Lachlust des Doktors kannte keine Grenzen; und seine Witze über die «Onkel und Tanten», die in der Gesellschaft klassisch geworden sind, sind zahllos; und wenn ich heute von Außenstehenden höre, wie komisch die Anthroposophen sind, denke ich im stillen: der Aufwand, mit dem man über uns spottet, lohnt sich nicht; wenn man gehört hätte, wie wir uns über uns selbst lustig gemacht haben, wären die besten Witze gar nicht so gut.

Mit den besten Witzen belehrte uns über unsere Schwächen - der Doktor. "

Andrej Belyj – Boris Bugajev

Kommentare

  1. Antworten
    1. Der Begriff ist mir nicht ganz klar. Soll dass ein inneranthroposophisches Synonym zum gemeinen "Spiesser" sein? Hier wäre ich vorsichtig. Aufgrund meiner lebenslangen Erfahrung ist mir nämlich so manch einer begegnet, in Wahrheit Häuslebesitzer/-bewohner, mit einem Beamtenberuf gesegnet (z.B. Lehrer), seit wahrlich Urzeiten mit der/dem Selben verheiratet (selbst bei Homosexualität) der jedoch aufgrund verbaler Geschicklichkeit erfolgreich den Inneren Anthropoonkel gegenüber der Gesellschaft verschleiern kann. Insbesondere gegenüber jenem Fräulein, welches zwanzig Jahre im Wohnprekariat verbracht hat und fast ausschliesslich alternatives Berufstum pflegt, jedoch keine Lust mehr auf Prekariat hat und daher genau so redet...
      Meiner Meinung nach ist so ein Begriff derart nach eigener Vorliebe und Weltsicht dreh und wendbar, dass man tatsächlich an jene Freiheit des Lebensstils erinnern muss, die wohl jedem Mitglied zustehen darf und von Willkür Aussenstehender unabhängig sein muss.

      Löschen
  2. Ja, wir haben gestern gelacht, wie der Faust aufgeführt wurde, am Nockerberg.
    Alles gemixt, erstmals ein tiefes Streichinstrument, das keinesfalls witzig zum Klamauk-Geschehen passte. Ein Durcheinander der Figuren, Persönlichkeiten, Karikaturen.
    Nur "Eingeweihte" bayerischer Verhältnisse konnten so herzhaft lachen,
    ein Lachen das spätestens dann im Halse stecken blieb,
    als unerwartet in den ganzen seelischen Klamauk die Worten hallten,
    wie man ganz unschuldig für Jahre in der Psychiatrie landen kann.

    Wie ein Peitschenhieb hallte der Name: "Mollath"
    in den Raum der Bier-Orgie.

    Ein Totenschädel als Requisite,
    von "Seehofer" extra fabriziert,
    ein ehemaliger "WDR-Monitor-Redakteur"
    so "Seehofer"
    (Monitor drehte einst hier bei uns vor Ort)

    Ja es war ein Witz,
    als Seehofer als imaginäres Kruzifix,
    zwischen zwei "evagelischen" Sündern stand,
    es im Schulpolitik, Ideale ging, die Sünder am Kreuz
    bedauerten "Evangelen" zu sein, keine "Katholiken".

    Es war ein Aberwitz, übersteigert;
    hätte Steiner seine Freude gehabt, er konnte ja so verstörend lachen,
    während ernster Theateraufführungen, ob der menschlichen Teile des Menschen,
    wie er selbst berichtet, sein Lachen unangenehm auffiel.

    Ein tödlicher Aberwitz:

    "Mit den besten Witzen belehrte uns über unsere Schwächen - der Doktor."

    So wurde diesmal der Faust nicht im Goetheanum aufgeführt,
    sondern in München, wo Steiner eigentlich seinen Johannesbau hinstellen wollte.
    Der Geistesimpuls kehrte zurück,
    wo Steiner ihn eigentlich plante,
    in das Herz des Bayernvolkes,
    der Name eines ehemaligen Waldorfschülers
    einverwoben in diesem aktuellen Fauststück
    makabrer ging es fast nicht,
    jedem Priester muß das Lachen im Halse stecken bleiben,
    aber vielleicht kann Franziskus deutsch
    und er hätte sich vor Lachen auf die Schenkel geklopft,
    wie hier der Katholizismus
    menschlich dargestellt wurde.......
    Ritual als Witz,
    Witz als Ritual

    Der "Doktortitel" als todbringender Witz:

    "Mit den besten Witzen belehrte uns über unsere Schwächen - der Doktor. "

    Sogar beim Witz, gehts nicht ohne......

    Schavan wird nun mit oder ohne Doktortitel Vertreterin beim Vatikan.
    -- sie klagt heute vor Gericht --

    Wer hat eigentlich den Doktortitel von Steiner überprüft....
    -war nur ein Witz-

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. hier link zum weiteren erforschen des Starkbierfestes:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Nockherberg

      es sei noch darauf hingewiesen, Bruder Barnabas der das Starkbier erfand,
      wurde hier in Fischbach (wo "unsere" Grundschule steht) geboren.

      Das Fauststück am Nockherberg gestern stammt vom Filmemacher Marcus H. Rosemüller

      http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_H._Rosenm%C3%BCller

      Löschen
    2. Ich habe nicht den entferntesten Schimmer, was ein Starkbierfest mit den Anthropotanten zu tun hat. Ich kann sie mir dort auch nicht so recht vorstellen.

      Löschen
    3. Hallo Michael, der innere Bezug ergibt sich aus dem Theater des Lebens,
      dem "Faust" als Hauptkunstwerk am "Goetheanum" in Dornach,
      das in einer "witzigen" Form künstlerisch nun in München aufgeführt wurde.
      Das Stück enthält einen aktuellen karmischen Aspekt zur Anthroposophie,
      damit zu "Anthropotanten", wie wir jetzt durch Deinen Beitrag wissen,
      ein von Steiner gebrauchtes Wort.

      i.d.R.:

      Das Singspiel hat mehrere künstlerische Anspielungen zur Gegenwart.

      Für Interessierte, ab Minute 59 folgt der Satz:

      "Man kommt auch als Gesunder rein, vor allem wenn man Mollath heißt"

      http://www.youtube.com/watch?v=7C40fGWQQ5k

      Es gibt einen inneren Bezug zu dem ehemaligen Schüler Mollath der Rudolf Steiner Schule in Nürnberg,
      sprachlich wird auf die Irrenanstalt verwiesen.
      Der Beitrag von Michael kann auch so verstanden werden,
      das "Goetheanum" selbst ist ein Irrenhaus mit "Tanten" und "Onkeln"?!

      Es fand sich gestern zufällig ein Hinweis von Herrn Niederhausen auf einen Vortragsband von Rudolf Steiner, in welchem in einer Fußnote Steiner zitiert wird:

      "der Wille aber, diese Bildungsstätte «Goetheanum» zu nennen, ist
      ja von anderen ausgegangen"

      Es wird aus einem bisher unveröffentlichten Brief von Emil Molt zitiert, der den Vorschlag der Namensgebung gegenüber Steiner äußerte.

      Wohl aus all diesen neuen Informationen ist der "witzige" Beitrag von Michael nun Grundlage Dornach-München-Mysterienstätte und das Hauptwerk von Goethe, Faust anlässlich der Aufführung auf dem Starkbierfest in einem inneren - schicksalsmäßigen - Zusammenhange zu erleben.

      Immerhin steht nun fest, "Goetheanum" stammt nicht von Rudolf Steiner, als Nebenprodukt von "Anthropotanten" hier veröffentlicht... .

      Löschen
    4. Ich habe nichts gegen geistreiche Irre, und habe selbst einige Male im Leben solche Menschen in anthroposophischen Umfeld getroffen. Sehr selten allerdings.

      Löschen
    5. ...mit ein wenig gutem Willen vermag man zu bemerken, dass eh alles miteinander zusammenhängt --- mehr oder weniger, manchmal .

      Löschen
    6. Damit es kein "Gerücht" bleibt :-):

      "Am 18. Juli 1918 schrieb Emil Molt an Rudolf Steiner (unveröffentlicht): «Dürfte ich mir den Vorschlag erlauben, ob nicht bei dieser Gelegenheit [bei der Begründung der Treuhandgesellschaft] der Name Johannesbau mit «Goetheanum» vertauscht werden könnte. Neben anderen Gründen spricht dafür unsere Stellung als Geschäftsleute in der Öffentlichkeit. Uns und der Treuhandgesellschaft selbst würde von seiten der Geschäftswelt und der gebildeten Außenwelt sicher mehr Vertrauen und Verständnis unter dieser Bezeichnung entgegengebracht, und manch unliebsame und sicher auftretende Voreingenommenheit würde von Anfang an vermieden. Was man sich erleichtern kann der Außenwelt gegenüber, sollte man tun. Der Anlaß wäre gegeben, nun auch gleichzeitig den Johannesbau-Verein selbst entsprechend umzutaufen.»

      Seite 254 GA 72a

      Löschen
    7. Und wegen der 'Stellung' in der Öffentlichkeit hat man dann auch den Namen
      'Die Mysteriendramen' in 'Starkbierfest' geändert, damit diesen 'aus der Geschäftswelt und der gebildeten Außenwelt mehr Vertrauen und Verständnis' entgegengebracht werde...

      Löschen
  3. Heisst das, dass Steiner auch als Tantralehrer für seine "Tanten" wirkte?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaube schon:
      "Tantra (Sanskrit) ist eine Strömung innerhalb der indischen Philosophie und Religion, entstanden als zunächst esoterische Form des Hinduismus und später des Buddhismus (vgl. Vajrayana) innerhalb der nördlichen Mahayana-Tradition."
      http://de.wikipedia.org/wiki/Tantra
      //
      Allerdings wahrscheinlich nicht in diesem Sinne:

      "In der westlichen Welt wird Tantra zunehmend seit dem beginnenden 20. Jahrhundert rezipiert, allerdings hauptsächlich verkürzt auf sexuelle Aspekte, die im klassischen Tantra durchaus nicht im Mittelpunkt stehen."
      http://de.wikipedia.org/wiki/Tantra#Rezeption_im_Westen

      Löschen
  4. Und dazu kommen noch die Gipfelanthropotanten. Die Frage ist, ob diese Tierart wirklich ausgestorben ist, oder ob es noch Exemplare da sind.

    AntwortenLöschen
  5. Lieber Ernst,
    ich habe mich gefreut darüber dass Du mich hier wahrgenommen hast.
    Danke, sehr aufmerksam…:-)
    „Natürlich war das eine Herausforderung, (…) für neutrale Beobachter, etwa "Belinda", ihr heller Klang der immer in ihren Worten mitschwang, aus dem Norden.“ (Sonntag, 23. Februar 2014 09:49:00 MEZ)

    Ich bin hier zwar eine „stille Leserin“, aber innerlich nicht immer neutral… ;)
    Ich bin sehr dankbar, weil ich hier viiiiiel lerne, von Dir, von den „Hausherrn“ Michael und anderen Beteiligten (z.B. Burghard, Manfred, Ingrid, Rudolf etc.), die hier so geduldig, höflich und sogar manchmal liebevoll schreiben…
    Ich freue mich auch sehr wenn jemand Zitate von Rudolf Steiner hier reinstellt.
    Ich zitiere auch gerne Steiner und mir geht es so wie Wolfgang „…ich versuche, Steiner-Zitate zu finden, die möglichst das ausdrücken, was ich sagen will.“ (Mittwoch, 12. März 2014 13:08:00 MEZ)
    Er kann das nun mal besser als ich.

    Herzlichst Belinda


    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die heutige Anthrotante ist genderfrei und azzeptiert krtitiklos die Aussagen von Gipfelanthroposophen als absolute Wahrheit. Hiervon gibt es leider noch viele Beispiele. Es ist eine Dekadenzerscheinung.

      Löschen
    2. Liebe Belinda,

      Du schreibst im passenden Moment uns allen,
      verdeutlichst dadurch, es gibt eine Qualität dessen,
      was wir über Zeit und Raum empfinden können, dürfen, wofür Ingrid das Wort "Freundschaft" einst zur Verfügung hatte.

      Bevor ich Deine Zeilen las, atmete ich heute morgen bewußt mit Sauerstoff Licht ein, sie verwandelten die Schmerzen, das Herz wurde ruhig, friedvoll, fast ein schlafendes Herz, fühlte ich mich verbunden mit der Welt.... .
      Worte von Steiner, vor einigen Monaten gefunden, das unterste physische Glied
      eines Geistigen Wesens ist der "Sauerstoff", so Steiner.
      Da wir alle "Sauerstoffatmer" sind,
      leben wir mit diesem Geistigen Wesen,
      sind dadurch mehr als "Tanten" und "Onkeln",
      mehr noch als Brüder und Schwestern,

      danke,
      denn "geistreiche Irre"
      sind die Glückskinder
      Gottes

      Löschen
    3. Hallo Rob,

      was oder wer sind denn "Gipfelanthroposophen"?

      Und was wäre eine Dekadenzerscheinung? Auch die Aussagen der "Gipfelanthroposophen" als absolute Wahrheit anzuerkennen, oder auch nur die Rudolf Steiners?

      Löschen
    4. Vermutlich wäre das der absolute Gipfel der Dekadenz:

      "Gipfel-Tantro-Poposophen" ;-)

      Löschen
    5. Blöd ist nur, wenn man einen Witz trotz vorhandenem Humor nicht recht versteht

      Löschen
    6. Hi Kerstin,

      Mach dir nichts draus. Schliesslich kann sich ja nicht jeder Mensch in allen Gebieten auskennen. Gerade in einigen Bereichen praktisch angewandter Anthroposophie wirds enorm schwierig, da darf man/frau schon auf Verständnis hoffen.

      Löschen
    7. Und woher soll man wissen, womit man sich auskennt?

      Löschen
    8. Na wenn man nicht einmal das weiss, wirds in der Tat schwierig. Da weiss ich auch keinen Rat mehr.

      Löschen
    9. (Franziskus) "Katholische Medien müssten für "saubere Luft" sorgen, die den Leuten "Sauerstoff für Geist und Seele" gebe"

      http://kath.net/news/45363

      Papst Franziskus äußert sich ganz aktuell wie oben zitiert.
      Sicherlich liest Franziskus nicht auf diesem blog mit,
      andere Katholiken höchstwahrscheinlich.
      Jedenfalls ist der "Zufall" zu "Sauerstoff" bemerkenswert.

      Löschen
    10. Du, Ernst, ist dir schon aufgefallen dass seit neuestem sich hier alle Sietzen? Übrigens lieb von Belinda, hier vom FB zur Webseite eine Brücke zu bauen, nicht wahr? Hab sie unlängst dort befreundet.
      Sag hat du mitbekommen wie in einer religiösen FB Gruppe einmal dieses Gespräch stattfand zur Namensgebung gewisser Persönlichkeiten, auch Franziskus war dabei. Der Name hat ja eine Aussagekraft, beispielsweise hinsichtlich der Reinkarnation.

      Löschen
    11. Hallo Kerstin,
      was ist Dein eigentlicher Impuls?!

      Löschen
  6. Zitat aus Anthroposophie im 20. Jahrhundert – ein Kulturimpuls in biografischen Porträts, Bodo von Plato (Hg.), Seiten 950 – 953, über Willem Zeylmans van Emmichoven:
    „Im November wurde die Anthroposophische Gesellschaft in den Niederlanden gegründet. Zeylmans wurde ihr erster Generalsekretär, einige Tage vor seinem 30. Geburtstag. Als er Rudolf Steiner gegenüber Bedenken wegen des gleichzeitigen Artzt- und Generalsekretär- seins äußerte, antwortete Steiner, dass er gerade als Artzt Generalsekretär sein sollte, da die Gesellschaft das Therapeutische immer mehr brauchen werde“.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, aber über das, was therapiebedürftig ist, werden wir uns noch eine Weile streiten.

      Löschen
  7. Herr Eggert, Rudolf Steiner betonte damals dass die Anthroposophische Gesellschaft an sich immer mehr therapiebedürftig sein würde. Es geht also nicht um Personen oder Gruppen von Personen, sondern um Strukturen. Darum habe ich einen Antrag gemacht für einen Vorsitzender bzw. eine Vorsitzende. Leider sind Sie kein AAG Mitglied mehr, anders hätte Sie meinen Antrag unterstützen können.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Herr Steinbuch, ich weiß nicht, was Sie sich von einem Vorstandsvorsitzenden erhoffen. Das widerspricht nach meiner Vorstellung dem Selbstverständnis des heutigen Vorstandes, der gerade aus der Verschiedenheit Gleichberechtigter produktiv tätig sein möchte. Da passen alte autoritative Strukturen doch gar nicht herein! Aber wie gesagt, vielleicht erläutern Sie das einfach, wenn Sie wollen.

      Löschen
  8. Herr Eggert, hierbei der Tekst vom Antrag 1.
    Antrag
    Berufung eines Vorsitzender der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.

    Die Generalversammlung bittet den Vorstand um einen Vorsitzender zu suchen und bei der nächsten Mitgliedersammlung, in 2015, für Zustimmung vorzutragen.

    Begründung
    Artikel 12 der Statuten lautet folgendermaßen:
    „Die Gesellschaft wird von einem Initiativvorstand geleitet. Er besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Die Ernennung des Vorsitzenden und die Ergänzung des Vorstandes geschehen auf Vorschlag des Vorstandes durch Zustimmung der Generalversammlung auf eine Dauer von sieben Jahren. Verlängerungen um jeweils sieben Jahren sind möglich.
    Die Verteilung der Aufgaben innerhalb des Vorstandes und seine Geschäftsführung sind durch ihn selbst zu regeln“.
    Der Vorsitzender wird an erster Stelle erwähnt. Das hat einen Hintergrund. Der Vorsitzender hat bestimmte, sehr bedeutende, Aufgaben zu erfüllen.
    Er ist verantwortlich für die Koordination innerhalb des Vorstandes: „das Ganze sollte grösser sein als jeder der Teile“.
    Er hat eine Aufgabe als „Sprecher“, nach innen und nach außen.
    Er muss das Gespräch innerhalb und außerhalb der AAG initiieren.
    Nach dem Tode von Manfred Schmidt – Brabant am 11. Februar 2001 blieb der Vorsitz unerfüllt.
    Man kann feststellen dass seitdem gerade auf den genannten Punkten erhebliche Probleme aufgetreten sind.
    Die Anforderungen auf diesen Gebieten werden in Zukunft nur zunehmen und auch deshalb ist die vorgeschlagene Handlung dringend erwünscht.

    Rob Steinbuch, Driebergen (NL)

    Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine Meinung ist, dass die Gesellschaft sich weiter international und gleichzeitig individualistischer gestaltet. Schon an Schmidt- Brabant haben sich viele Mitglieder sehr gerieben. Ein Team Gleichberechtigter scheint mir zeitgemäß.

      Löschen
  9. Herr Eggert, Glauben Sie wirklich dass es beim AAG Vorstand geht um sechs "Gleichberechtigter"? Es ist gerade die Aufgabe eines Vorsitzenders um die Bildung von Machtskonzentrationen zu bestreiten. Ein Vorsitzender einer Gesellschaft ist kein Generaloberst.

    AntwortenLöschen
  10. Herr Seler, Wo finden wir noch "saubere Sauerstoff" innerhalb der AAG? Wo es üblich wird Mitglieder öffentlich mit Dreck zu übergiessen?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ist 'öffentliches mit Dreck übergiessen' verwerflicher als 'okkultes mit Dreck übergiessen'?
      Ich für meinen Teil denke manchmal, dass es besser ist, 'öffentlich mit Dreck übergossen zu werden', denn im Licht lassen sich die Dinge manchmal besser korrigieren...

      Löschen
    2. Herr Steinbuch "saubere Sauerstoff" stammt von Franziskus, nicht von Steiner.

      Mir fiel nur auf, der Papst verwendet zufällig "Sauerstoff". Steiners Hinweis ist nicht "moralisierend", er führt eine Tatsache aus, das unterste physische Glied eines Geistigen Wesens sei "Sauerstoff".
      Kommt "sauberer Sauerstoff" hinzu, wie von Franziskus, wird es kritisch, wer sagt, was "sauberer" Sauerstoff ist, denn der Papst meint ja nicht die physische Verschmutzung der Luft, sondern eine moralische Verschmutzung.

      Löschen
  11. 1. In einer gesunden AAG soll überhaupt nicht mit Dreck geschmiessen werden.
    2. Rudolf Steiner hat sich bestimmt auch über Moralität ausgesprochen.
    3. Was der Dienst habende Bisschoff von Rom über Sauerstoff schriebt ist seine Verantwortlichkeit. Ich habe damit als Anthroposoph nichts zu schaffen. Wir sind verantwortlich für Atmosfäre innerhalb der AAG.
    4.Lesen se bitte auch Antrag 3. Dann werden Sie verstehen was ich meine.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Rob Steinbuch: "Wir sind verantwortlich für Atmosfäre innerhalb der AAG."

      Es ist nicht ersichtlich, an wen sich der Text von Herrn Steinbuch richtet, da es ein neuer Beitrag ist. Da aber "Sauerstoff" erwähnt wird, dieses Wort von meiner Person eingebracht wurde etc., könnte der Text an meine Person gerichtet sein, wiewohl er für sich zu "Anthropotante an sich" passt.

      "1. In einer gesunden AAG ...."

      Es hat mir sehr geholfen, den Hinweis Steiners zu finden, gerade die Anthroposophen werden erst einmal moralisch schlechter durch die Meditation, der Beschäftigung mit dem Geistigen, weil all das Verborgene vergangener Inkarnationen wach wird, ja die moralische Situation der Mitglieder der AAG erst einmal "kränker" wird, auf jeden Fall nicht "gesund".
      Ein Problem ist, wir gehen an die Geisteswissenschaft mit unseren normalen Vorstellungen des Lebens heran, so wie wir erzogen sind, selbst individuell herangereift. Wer würde sich mit einer Organisation verbinden, wenn vorher klar ist, es geht mir erst einmal schlechter, kränker, sogar bis hinein in die Physis. Das würde kein normal denkender Mensch tun.
      Also der Anspruch einer "gesunden AAG" ist in sich widersinnig.

      Mir kam es schon so vor, die lieben Anthroposophen lesen einfach nicht ihren Steiner, sie lesen nur selektiv, sonst würde ein solches Statement nicht erscheinen: "1. In einer gesunden AAG ...."

      Löschen
    2. Lieber Herr Steinbuch, wenn Sie mir als Mitglied der AAG Aussagen machen wollen, wäre es dann nicht besser, Sie wählen den direkten mail-Kontakt, oder Telephon, oder Brief?!

      Ihr Satz "Wir sind verantwortlich für Atmosfäre innerhalb der AAG."
      kann nur bedeuten, Sie sind Mitglied der AAG.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ernst Seler

      Löschen
  12. Ja Stephan, das stimmt schon. Wenn auch Dreck immer Dreck bleibt, und demzufolge das "geringere Übel" nicht besser als das "grössere" ist.

    Sicherlich ist okkultes mit Dreck bewerfen bei weitem hinterhältiger und infamer als öffentliches. Weil es bedeutend schwieriger wird, den Urheber dingfest zu machen und den von ihm produzierten Dreck auf ihn selbst zurückfallen zu lassen. Das ist öffentlich leichter zu bewerkstelligen.

    Aber keine Sorge, es wird nicht mehr allzulange dauern, dann wird das öffentliche Aufdecken und Infragestellen der okkulten Dreckschleudern (= moderne Mysterienstätten) zu einer Überlebensfrage der Menschheit werden.
    Und gerade deswegen wird (und muss) es auch so kommen.

    Kein vernünftiger Mensch wird heute annehmen und befürworten, das man mit okkultem Schwachsinn eine heutige aufgeklärte Informationsgesellschaft mit Hilfe derselben "Dreckschleudern" leiten und führen kann, wie vor zwei oder drei Jahrtausenden eine Gesellschaft von grossteils nomadisierenden Ziegenhirten.

    AntwortenLöschen
  13. Lieber Herr Seler,
    es geht mich noch nur um die Aussage von Steiner zu Willem Zeylmans, dass die AAG immer mehr therapiebedürftig sein wird. Das kann man humoristisch sehen, aber es ist doch auch die Wirklichkeit? Es wird nur wirklich schlimm wenn wir glauben das die AAG nicht mehr therapiebedürftig wäre.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Die Generalversammlung bittet den Vorstand um einen Vorsitzender zu suchen und bei der nächsten Mitgliedersammlung, in 2015, für Zustimmung vorzutragen."

      Ich habe jetzt erst den Antrag von Herrn Steinbuch gelesen, sehe sein Anliegen.

      Das Anliegen ist insofern gerechtfertigt, da es sich bei der AAG nicht um eine klassische demokratische Veranstaltung handeln kann, mit Abstimmungen, Mehrheit der gesamten Gesellschaft, wiewohl ein demokratisches Prinzip im Vorstand walten wird und alle Zweige autonom sind in ihrem Handeln... .

      Bleibt fraglich, ob ein "Vorsitzender" ein Vetorecht hat, das aus seiner Funktion entspringt. Hierbei ist zu beachten, im Vorsitzenden, ob als Mann oder Frau wird von den Anderen angenommen, ist eine innere Verbindung zu höheren Ebenen vorhanden. Eine solche Funktion erinnert an das für die Gegenwart von Steiner überkommen bezeichnete Vater-Prinzip eines Dalai-Lama oder Papstes.
      Insofern dürfte soz. der Vorsitzender gar nicht als Entscheidungsträger auftreten, sondern als Vermittler tieferer Einsichten, welche es den Mitgliedern der AAG ermöglichen, individuell Entscheidungen zu treffen. Sozusagen eine beratende Funktion des Vorsitzenden.

      Es ist fraglich ob nach den verschiedenen Problemen der AAG, etwa durch das Auftreten von Frau Halle mit ihren Unterstützern, das Geistige Gebäude, die Vorstellungen von Erzengeln usw. als ein in sich abgeschlossenes System noch tragfähig ist. Tragisch wäre es, wenn die Ereignisse, welche als das Mysterium von Golgatha bezeichnet werden, gerade durch "Anthroposophie" im Lichte menschlicher Vernunft, mit doch allgemein mehr zersetzendem Charakter, für die Welt verloren ginge. Es kann aber auch sein, unser Bangen ist vollkommen umsonst, nehmen wir Steiner ernst, dann liegt die Zukunft der Menschheit von Anfang an, bis Ende nicht in der Entscheidungshoheit der Menschen. Wir haben lediglich die Freiheit, uns das Leben schwer zu machen, das Ziel der Menschheit können wir einzelne Menschen nicht beeinflussen, es liegt auf tieferer Ebene.
      Insofern wird es keinen Antrag der Götter an der Menschheit geben, sondern einfach ein Handeln der Götter, ob wir einverstanden sind oder nicht. Was neu ist, es wird keine Vertreter, keine Priester mehr geben, im Auftrag und Berechtigung eines göttlichen Wesens: wir sind frei verantwortlich für unser Ich-Bin.

      Löschen
  14. Ernst Seler, ich sehe die Verschiedenheit an Grundüberzeugungen innerhalb der Anthroposophie als Notwendigkeit. Es macht es aber nicht einfach! Darum braucht man eine gute "Führung", die auch verantwortlich ist für das Gespräch. Erst dann "wird das Gespräch erquickender als Licht". Das ist sicher innerhalb unsere Gemeinschaft möglich.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt Herr Steinbuch,
      reißt das Gespräch, oder es unterbleibt ganz,
      oder findet nicht auf Augenhöhe statt,
      dann ist das Kind sprichwörtlich in den Brunnen gefallen.

      Erachten Sie es bitte nicht als überheblich,
      wenn ich auf das Traum-Bild von Jelle van der Meulen verweise,
      welches hier auf dem blog veröffentlicht wurde.

      Es scheint ein Impuls der Geistigen Welt gewesen zu sein,
      die AAG als Gemeinschaft auf etwas aufmerksam zu machen,
      das verloren zu gehen droht,
      oder bereits verloren ist.

      Da ich die Traum-Vision mit den zwei gegenwärtigen Päpsten nicht hier auf den blog stellen werde, kann natürlich auch nicht der enthaltene Inhalt ein erkennendes Licht hier entfalten, damit Persönlichkeiten wie Manfred ihre Kerkerphantasien ablegen.

      Im Laufe der Tage hier erinnerte ich mich, es war das ehemalige Vorstandsmitglied Friedrich Hiebel, welches 1973 uns Mitgliedern im Großen Saal mitteilte, 1998 nach der Katastrophe ....werden Steiner, Nietzsche und Morgenstern wiedererscheinen. Ich denke die AAG lebt mit einer "okkulten Last" welche von den Einzelmitgliedern nicht getragen werden kann, dadurch auch "Ausflüchte" wie "Naturgeister" oder "Stigmata" eine gewisse logische Folge sind.
      Alles Gute

      Löschen
    2. (...)"Ausflüchte" wie "Naturgeister" oder "Stigmata" eine gewisse logische Folge sind.

      Eine wunderbare Formulierung!

      Löschen
  15. Das Hauptproblem der Anthroposophie war immer die Verschiedenheit von Meinungen. Dass führte zu Richtungenstreit, Ausschließungen und Abspaltungen. Jetzt ist es dem Institut für Anthroposophische Humanforschung in Basel gelungen einen Anthroklon zu entwickeln, der immer fehlerfrei die richtige anthroposophische Meinung besitzt. Das erste Exemplar ist jetzt fertig und wird am nächsten Dienstag um 11 Uhr Vormittag im Grundsteinsaal vorgeführt. Die 20 Mitglieder der Goetheanumleitung versorgen dabei das Sprechchor.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihre Mitarbeit im Blog.

Egoistisch am meisten gelesen: