Pfingsten

Pfingsten ist eine ernsthafte Frage an uns. Sind wir würdig, einen Hauch der Auferstehungskräfte in unserem Leben zu verspüren oder ist und bleibt unser Leben dem gegenüber - im Angesicht des Pfingstlichen- ein wirres Kaleidoskop, ein nicht justiertes Fernglas, ein auf dem Speicher verloren gegangenes zersprungenes Glas? Kannst du dich einbinden in das, was deine Umgebung ist oder bist und bleibst du ein Unikum mit egozentrischen Gewohnheiten? Bist du eine Binneninsel ohne Fährverkehr?

Pfingsten ist das in uns, was wir bestanden haben. Wären wir die weit gewanderten Könige (das sind wir definitiv nicht), was könnten wir dem Kind von uns mitbringen? Ist da etwas, was Bestand hatte und das heilsam und harmonisch in dein Leben einfliessen könnte? Hast du eine Gabe, die du verschenken könntest, auf den Gottesaltar legen wie ein Opfer aus vorvergangener Zeit? Hast du ein Rauchopfer, das die Götter erfreuen könnte?

Pfingsten ist so alt. Es war schon immer die Zeit der Götter mit dem Blick auf dich.

Oder bist du doch so weit, dass du die Zeilen von Rilke verwirklicht hättest, die da lauten (Rilke, Inschrift):

Denn der Geist, der uns vereinsamt, will
völlig sicher sein, uns zu vereinen.



Kommentare

  1. Lieber Michael,

    vielleicht ist Pfingsten auch nur eine Bewusstseinsstätte, an der uns klar werden kann und sollte, was wahre Bescheidenheit ist?

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  2. lieber michael, ob du da nicht was verwechselt hast?

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  3. Liebe Barbara, ja, das ist sehr gut möglich. der Blogbeitrag ist - wie so vieles Andere von mir- vollkommen subjektiv. Man sollte es höchstens als Anregung oder Fragestellung auffassen.

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  4. Also Michael, ich verstehe das, insbesondere den Rilke und man muss das ja auch mal von unserer Seite aus sehen. --

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  5. Lieber Manfred, ich habe nur poetisch tastende Annäherungen zu bieten, keine Sicherheiten und Gewissheiten. Entweder macht der Leser etwas für sich daraus- oder eben nicht. Beides ist okay.

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  6. Denn der Geist, der uns vereinsamt, will
    Völlig sicher sein, uns zu vereinen.


    Meine Rilke Übersetzung, kurz und schmerzlos:

    For the same spirit that isolates us
    Desperately wants to bond us.


    bitte, dieser Vortrag zu lesen

    PFINGSTEN, DAS FEST DER FREIEN INDIVIDUALITÄT
    Hamburg, Pfingsisonntag 15. Mai 1910, GA 118, S. 167
    Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

    Fröhliches Pfingsten!

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  7. Schöne Übersetzung, Tom. Nur hat das "desperately" noch eine Konnotation ("Verzweifelt bemüht"), die nicht so recht auf diesen Geist passt.

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  8. Hallo Ihr - frohe Pfingsten allen und danke für die Mitteilungen.

    Mich würd interessieren, was denn R. Steiner GENAU zu Pfingsten bzw. zu den eindrucksvollen Mitteilungen in der Bibel gesagt hat.
    Hätte jemand einige Zitate parat? :-)

    Ansonsten, was in der Bibel steht, ist für mich erstmal ziemlich eindeutig und auch verständlich geschildert und gleichzeitig scheint es auch ein großes und wunderbares Mysterium zu sein ..(wo dann zu viele Worte und Erklärungen scheinbar kaum hinreichen ?)..

    Hier mal einige allgem. Informationen und Zitate aus der Bibel, gelesen bei wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Pfingsten :

    Pfingsten (von griech. πεντηκοστή [ἡμέρα] pentekostē [hēmera] ‚der fünfzigste Tag‘) ist ein christliches Fest. Gefeiert wird von den Gläubigen die Entsendung des Heiligen Geistes. Es wird am fünfzigsten Tag nach Ostern begangen.

    Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum Pfingstfest (Schawuot) in Jerusalem versammelt waren (Apg 2,1-41 EU). Dieses Datum wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden. Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.

    Im 2. Kapitel der Apostelgeschichte werden die Erfahrungen der Jünger Jesu beim Pfingstfest, dem jüdischen Schawuot-Fest, in Jerusalem geschildert:

    Als der Pfingsttag gekommen war, geschah ein Brausen vom Himmel und sie wurden von dem heiligen Geist erfüllt (Apg 2,1-4 EU):

    „Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“

    Nach der Auferweckung Jesu wurde der heilige Geist ausgegossen und das ganze Haus Israel soll wissen, dass Gott diesen Jesus zum Herrn und Christus gemacht hat (Apg 2,32-36 EU):

    „Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen. Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr hier seht und hört … So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.“

    Als Petrus gefragt wurde, was getan werden solle, antwortete er: Buße zu tun und sich taufen zu lassen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, um den verheißenen heiligen Geist zu empfangen. Am Pfingsttag nahmen dreitausend Menschen sein Wort an (Apg 2,37-41 EU):

    „Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung, und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird … Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen.“

    LG

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  9. Lieber Steffen,

    "Ansonsten, was in der Bibel steht, ist für mich erstmal ziemlich eindeutig und auch verständlich geschildert..."

    Soso. ;-) Kennst Du das auch, dass, wenn man das liest, es versteht und wenn man es erfassen will dann doch nicht rankommt?

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  10. Lieber Manfred, klar kenne ich das auch und so manches scheint symbolhaft, rätselhaft und gleichnishaft zu sein...Ich vertraue darauf, dass es mir zur rechten Zeit etwas klarer wird, wie auch immer das dann geschehen will...

    Versuche aber grundsätzlich mehr intuitiv an etwas herzugehen und lasse den Verstand dann, das Wissenwollen, gerne mal schweigen...
    (man könnte es vielleicht auch Mystik nennen, mehr aus dem Gefühl heraus, das entspricht meiner Veranlagung)..

    LG

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  11. Und dann kann ich es innerlich bejaen ohne es festhalten zu wollen und zu können...aber kann schauen was es mit mir macht...Z.B. Pfingsten beschäftigte mich auch heute noch, zunächst rein innerlich während der Arbeitszeit...konnte es dann sogar etwas thematisieren, mit einem sehr netten und interessierten Arbeitskollegen besprechen .. Wir sprachen u.a. darüber was Pfingsten für jeden von uns bedeute und was es denn überhaupt bedeute, auch in heutiger Zeit usw...

    So, muss nun aber schnell los, zur Elternversammlung...bis dann :-)

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  12. Lieber Steffen, ich meinte das auch nicht im pedantischen Sinne, auch wenn das ein wenig so klingen mag, sondern in dem Sinne, dass man hier den Gleichgewichtspunkt des Verstehens spüren kann und er ab hier in eine andere Dimension des Erfassens übergeht, wenn man weitergeht, es einwirken lässt, sich zu fragen traut, es stehen lassen kann, aber Du hast es ja auch schon umschrieben. Ich bin übrigens auch mehr so ein mystisch Veranlagter ...

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  13. Hallo Manfred,

    zunächst: Es klang nicht pedantisch.

    Es ist für mich auch immer etwas schwer, bestimmte und manchmal auch vage Gedanken, mit relativ wenigen Worten zu schildern...

    Und bezügl. meiner Mitteilung - etwas sei eindeutig für mich, stimmt eigentlich so nicht ganz...Ich reagiere zwar relativ spontan und individuell auf das was z.B. ein Petrus zu dem Pfingstereignis sagt, frage aber jetzt mal:
    Was könnte er mit Sünden gemeint haben?
    Sind 'Sünden' nicht auch teils konstruiert und eingebrannt durch Gesetze, Bürger -und spätere Kirchenmoral?

    Was ist vor Gott, Christus und dem heiligen Geist wirklich Sünde?

    Ist Lieblosigkeit die größte Sünde? Ist es die Feigheit? Oder ist es u.a. das Töten und Essen von Tieren? Sind es die sogen. 7 Todsünden?

    Ein Sündenbewußtsein kann sich ja ganz verschieden mitteilen...meist spricht ja das Gewissen zu/aus einem, was nun gut oder was weniger gut ist...Ich habe z.B. immer ein leicht schlechtes Gewissen, wenn ich mal Fleisch esse (zwar sehr wenig, aber..) oder etwas Fisch...

    Ist Gewissen aber immer gleich Gewissen? Könnte ein Gewissen zum Nachteil beeinflußt und konditioniert worden sein? Gibt es ein jungfräuliches Gewissen? Und wenn ja - wie sollte man dann leben?

    Ja doch, so einige Fragen, wenn es um Sünden, Vergebung und Christus bzw. Pfingsten geht ;-)

    LG

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  14. Ich fahre bei solchen Fragen immer zweigleisig, ich lese in Büchern und in mir, schaus mir an und setze mich dem dann aus. Wenn ich mich in dem Masse wie es mir gelingt selbst befrage, ganz aufrichtig(st), ich glaube dann freut sich der Heilige Geist -- und umgekehrt. Und der ganze "Raum" drumherum, in dem sich das alles abspielt, da frage ich mich schon manchmal, ob der "Liebe Gott" wirklich an alles gedacht hat oder er vielleicht doch der wahre Anarchist ist?

    Und wenn ich soweit bin, also schlecht drauf, dann leuchten im Hintergrund, so als Kulisse, wie auf einer Theaterbühne sowas wie eherne Gesetze auf, Prinzipien, die uns bemerken und uns zuraunen, soufflieren, dann gehts mir wieder besser und fühle mich nicht mehr so allein. Und ich frage mich, ob DAS vielleicht DIE Sünde ist, wennn man die Kulisse vergisst(?)

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  15. Lieber Manfred, danke :-)

    "Wenn ich mich in dem Masse wie es mir gelingt selbst befrage, ganz aufrichtig(st), ich glaube dann freut sich der Heilige Geist -- und umgekehrt."

    Schön gesagt...eine besondere Art 'Buße' (um auf das Bibelzitat zurück zu kommen), die dann auch befreiend wirkt und Freude, Trost spendet?

    Und - Könntest du die Kulisse bzw. die/deine ehernen Gesetze, Prinzipien etc. etwas genauer beschreiben? ich ahne nur etwas bzw. - wenn das VERGESSEN der Bühne also die Sünde wäre, wir aber wohl doch das Vergessen benötigen, um zu Er-innern, um voranzukommen, dann wirkt da ja auch ein anderes Prinzip, nämlich das der Freiheit (Anarchist ?) ...

    Dann fiele sicher auch blockierende Angst (vorher, nachher) völlig in sich zusammen bzw. - die befreiende Wirkung ließe auch keinen weiteren und übermäßigen Verdruss und Frust zu...Man könnte auch sagen, aus Ge-Wissen wird ja innere Ge-Wissheit, selbst wenn man erneut entweder den größten Blödsinn verzapft oder aus irgendeinem Grunde vergisst..

    In der Bibel wird dann noch von Ver-gebung gesprochen, zunächst 'von oben' ... aber, ein Selbstvergeben oder um Vergebung bitten findet ja meist hinzu statt, man erschrickt vielleicht erstmal, wird quasi wachgerüttelt ...
    Gilt das Vergeben auch für die Mitmenschen? - klar, sonst wäre es unlogisch für mich, der heilende Geist macht es ja vor ... Vergebung ja auch allein deswegen, weil ALLE schließlich irgendwie um etwas ringen und wohl auch sehr oft vergessen (was allerdings ein Empören oder Ermahnen bezügl. ganz 'frechem Vergessen', nicht unbedingt ausschließt ;-)..

    nur so Gedankenfetzen ...

    LG

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  16. Lieber Steffen,

    ...jene Kulisse, das ist natürlich lediglich ein Bild, allerdings lese ich das in mir so ab, weil ich mit meinem Erlebenszentrum halt im Zentrum stehe und wenn ich dann da so stehe - alles innerlich imaginativ - bin ich umgeben von einer Landschaft, Gestalten, alles ganz vage jetzt, sich ergebend aus dem was fragend, befragend in mir lebt. Und dass es z.B. Prinzipien gibt ist ja völlig logisch und klar, so wie man sie halt kennt, in der Architektur zum größten Teil würde ich sagen die Statik etc., und das Prinzip jener Prinzipen wäre dann für mich (")Gott("). Und meinem inneren Sinnen stellt sich dann jene "Kulisse" als zunächst schweigende, zuhörende Instanz nicht gegenüber, sondern um mich herum auf, erscheint, hat Beziehung zu meinem Tun. Das kann soweit gehen, dass Fragen direkt in Antworten münden, so als stülpten sie sich um und erscheinen augenblicklich als Antwort und es sind solche, die nicht gerade aus Angelesenem sich einstellen, quasi als aufsteigende Erinnerungen oder so. Und jene Gesetze dann, leite ich daraus ab, dass ich nicht allein da bin mit meiner Willkür sage ich mal, da sind so "richtende" Kräfte aus denen letztlich alles sich herausspinnt, irgendwie sinngebend, ähnlich der uns leichter zugängigen Vernunft oder der Logik gar, die ja fast ganz offensichtlich vor uns liegt und dann verfeinert sich das, jenseits der Vernunft würde ich mal die Einsicht nennen, dann Gewissheit und Gewissheit ist durchstrukturiert und dann bin ich wieder bei jenen "Gesetzen" die absolut nichts mit die Freiheit einschränkenden ... zu tun haben, sondern eher als eine begleitende "Funktion"... jetzt alles ganz spontan andeutend reingetippt. Irgendwie ist es auch der "Stoff" aus dem Gedichte gewoben sind.

    ...nur so Gedankenfetzen ebenfalls

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