Spiegelwelt

"Auf diese Weise sind wir in unserem täglichen Erleben ganz in einer Spiegelbilderwelt, und unser eigenes Sein ist in diese Spiegelbilderwelt hinein verwoben. Denn unser wahres Sein würden wir erfassen, wenn wir außerhalb unseres Leibes uns schwimmend fühlten im geistigen Sein, wenn wir fühlen würden: Jetzt ergreift dich einer der Angeloi; in dem webst du jetzt, du gehst auf in dem Reiche der Angeloi, gehst über in das Reich der Erzengel, in das Reich der Urkräfte und so weiter.


Da würden wir uns getragen fühlen in die Reiche der höheren Wesenheiten. Wir würden fühlen die Unsterblichkeit der Seelen und wissen: so wahr diese Wesen das Geschehen in der Welt von Weltalter zu Weltalter tragen, so tragen sie uns mit von Weltalter zu Weltalter. 


Aber dieses nimmt der Mensch im gewöhnlichen Leben nicht wahr. Er taucht unter in den physischen Leib, und das Erleben des eigenen Selbst im wahren Sein erstirbt während des Lebens im physischen Leibe, und es bleibt nur die Welt der Spiegelbilder."

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R. Steiner, Okkultes Lesen und okkultes Hören, S. 161

Kommentare

  1. Wunderbar dieser Text! Du hast hier eine geniale Blogseite, so viel Wahres. So viel was der Verstand gar nicht erst versuchen sollte zu verstehen oder zu kommentieren, es ist halt einfach nicht "sein" Ding:-)
    Liebe Grüsse
    Eva

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  2. Guten Moren Michael,

    ...damit kann ich leben, insbesondere damit, dass es Spiegel-BILDER sind und keine Texte. Und an deren Beschreibung würde ich gern ran(trauen), ohne gleich davon auszugehen, dass es Gerinnungen blosser Subjektivität seien, Subjektivität in dem Sinne wie sie heute (noch) angeschaut wird. Ich erlebe darin biografische Bilder jenseits der gewöhnlichen Biografie, denn letztlich gibt es eh nur Bilder oder Filme, Texte gibt es nicht, wir verdichten es lediglich runter auf das normale "Niveau" und um uns einigermassen sicher zu fühlen, auf dem "Seil". UND, letztlich sind wir eh objektive SOBJEKTE, ein jeder bestehend aus seinen Text-Bildern. Texte sind Gondeln, in denen und durch die wir transportieren, was wir mitteilen wollen, aber in den Gondeln sitzen wir und keine Texte. Verwandelt man sich in einen Text, ist man verschwunden und aufersteht, wenn man sich wieder sieht, als Bild, das man beschreiben kann. Texte sind "links", wie auf meinem Rechner, wenn ich sie kopiere, habe ich nichts in Händen, gar nichts.

    Danke übrigens für diesen Ausschnitt, ich erlebe mich ein wenig verstanden.

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  3. Mitten hindurch durch die Spiegelbilder Welt. Ein jeder auf seine einzigartige Weise!

    Bernhard Albrecht

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  4. Danke für den berührenden Text.
    Ich habe das Durchwebtsein mit den Angeloi vor kurzem erlebt. Es war Karfreitag, als es zu einem größeren Ereignis in meiner „Spiegelbilderwelt“kam, an dem ich haupt-beteiligt war.
    Um das Ereignis zu verdauen, mußte ich mich erst einmal hinlegen. Auch noch in den nächsten Tagen. Dabei sah ich immer wieder vor meinem inneren Auge, wie die ganze Situation sich abspielte, in Zeitlupe, und diese Wesen hineinwirkten in etwas, dass nach realistischen Maßstäben nie so ausgehen hätte können, wie es ausgegangen ist.
    Das hat mich tief-körperlich berührt, ich bin froh, daß das Verdauen und das Hinlegen ihren Raum gefordert haben. Dadurch konnte das Erlebnis tief in die Zellen hineinsinken und ist Gewißheit geworden. Es hat mich auch fast schmerzlich/glücklich berührt, zu fühlen und zu empfinden, dass ich nicht alleine bin – was ich oft auch bin.

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  5. "was ich oft auch bin" - aber du hast doch uns ;-))

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  6. Klar hab ich euch :-) und auch noch Andere! Aber wenn ich getrennt bin von meinem Wesenskern, von dem, das mich auch führt oder begleitet, dann tut es weh.
    Es tut auch weh, zu spüren, dass es da war, nur, dass ich es nicht bemerkt hab!

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  7. ui, da hat sich ein f eingeschlichen

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