Die Denunzierung Rudolf Steiners - O.T.O., Theodor Reuss, Aleister Crowley und "Baphomet"

In einer klaren und fachkundigen Übersicht hat Peter-Robert König 1998 das Verhältnis beider Männer - und damit die Beziehung Rudolf Steiners zu Reuss' O.T.O. zusammengefasst. Steiner war natürlich niemals - wie aber immer wieder unterstellt wird - Mitglied des O.T.O., sein Schulungsweg ist ein gänzlich anderer: "Der entscheidende  Punkt   in  Steiners  Schau  ist,  dass  nicht  das Bewusstsein durch körperliche Kräfte, sondern der Körper durch das geistige Bewusstsein  des individuellen  Egos kontrolliert  wird. Eurythmie und  die Sprechübungen  sind  künstlerische  Formen  der Bewusstwerdung und  des Hineinbringens  des Geistes  in den Körper und nicht umgekehrt, des Körperlichen in das Geistige. Sein Weg bildet die Brücke vom Unsichtbaren zum Sichtbaren "hinab" und nicht wie bei den Nicht-Asketikern "hinauf" vom Weltlichen zum Ueberweltlichen (Steiners Chakra-Uebungen arbeiten von oben nach unten. Als  Hauptchakra gilt vedantisch das Herz und nicht yogisch der Solarplexus). Als Verfechter des christlich-rosenkreuzerischen Weges lehnt  Steiner jegliche zeremonielle Magie ab (20.6.1912, GA133) .." (König)

Was Theodor Reuss aus Gral, freimaurerischen Ritualen, Parzival in Drogenexzessen und sexualmagischen Handlungen zusammengebraut, (und damit Aleister Crowley selbstverständlich angezogen hat), kann in keinem Zusammenhang mit einer Erkenntniswissenschaft zusammen gesehen werden: "Nach  Carl Kellners Tod 1905 stülpt Reuss Carl Kellners tantrischen Yoga-Übungen ein freimaurerähnliches System über (..). Reuss führt Kellners Yogapraktiken weiter, indem er den Manichäismus miteinbringt: Die Sexualorgane werden heilig und eine Heilige Messe bildet symbolisch die Schöpfung des Universums ab." (König)  Die unappetitlichen Details sparen wir uns hier.

Die tatsächliche Verbindung Steiners zu Reuss ergab sich durch Steiners Anliegen, in seiner seit 1904 aufgebauten Esoterischen Schule eine selbst geschöpfte, an freimaurererische Formen angelehnte Struktur aufzubauen: "Zum Aufbau  seiner E.S. will Steiner im Gebote  nach "absoluter Wahrhaftigkeit und  Aufrechterhaltung der Kontinuität" auch an symbolisch-rituelles Wirken, d.h. an maurerische Traditionen, "an schon Bestehendes" anknüpfen. So besteht die Steinersche E.S. bald - wie in der Theosophischen Gesellschaft - aus drei Abteilungen. (1) der Esoteric School  of Theosophy, (2) dem Misraim-Dienst und (3) aus einem gescheiterten Versuch, mit 12 "bewährten Schülern"eine Gesellschaft für theosophische Art und Kunst zu gründen." (König)

1905 hatte John Yarker Reuss die Bewilligung erteilt, die Grade seiner Form des Misraim- Dienstes zu bearbeiten und ihn im deutschen Raum zu repräsentieren. Daher zahlten Rudolf Steiner bzw. seine von ihm beauftragte zukünftige Frau Marie von Sivers an Reuss eine Art Lizenzgebühr, um formal korrekt zu handeln. Zugleich hielt Steiner seine persönliche Meinung über Reuss nicht zurück: "Reuss ist kein Mensch, auf den irgendwie zu bauen wäre ... Wir haben es mit "einem Rahmen", nicht mit mehr  in der Wirklichkeit zu tun. Augenblicklich steckt gar nichts hinter der Sache. Die okkulten Mächte haben sich GANZ davon zurückgezogen." (nach König, 30.11.1905, Brief Steiner an von Sivers) Steiners Intention war, "den Misraim-Dienst für die Zukunft zu retten." (König) Im Januar 1906 erhält Steiner die Charta zur Gründung von Steiners Mystica Aeterna: "Reuss unterzeichnet einen "Vertrag und brüderliches Uebereinkommen"zwischen ihm und Steiner, was diesen zum 30°, 67° und 89° von Berlin macht. Für die Aufnahme von Frauen wird Marie von Sivers autorisiert." (König)

Inhaltliche Überschneidungen zu bestehenden Formen oder zu dem von Reuss Vertretenen gibt es nicht; auch keine selbständige Logen- Organisation. Die Mystica Aeterna (ME) besteht als praktischer Teil der Esoterischen Schule Rudolf Steiners: "Die Intentionen und Inhalte der Steinerschen Rituale entstammen allein seiner eigenen Erkenntnis/Schau: nur  die Form bezieht sich auf Traditionelles. Trotzdem ist die Mystica aeterna keine eigentliche Organisation, vergleichbar mit einem Orden oder einer Loge (obwohl Steiner diesen Begriff in der Lektionsstunde vom 28.10.1911 verwendet); es gibt keine Tochtergründungen, keine Diplome, keine Ermächtigungen und der Kultus wird nur in Anwesenheit Steiners zelebriert und nur von und für Mitglieder(n) der Theosophischen Gesellschaft. In Steiners Schau kann ein äusserer Orden weder von "Meistern" gegründet, noch mentoriert werden. Dies steht allein der "Esoterischen  Schule" zu. Die Mystica aeterna gilt als die zweite, als die sog. "Erkenntniskultische" Abteilung in Steiners Esoterischer Schule." (König) Weitere Kontakte zu Reuss, von dem er sich bei Anfragen und in Briefen weiter deutlich distanziert, gibt es nicht: "Am 22.9.1906 beklagt sich Reuss bei Marie von Sivers, dass Rudolf Steiner ihm auf seinen Brief von vor vier Wochen nicht geantwortet habe. 1.10.1906,  9.2.1907 und 12.3.1907: Reuss bittet vergeblich um ein Treffen mit Steiner. Im Schreiben vom 9.2.1907 an von Sivers bestätigt Reuss, dass kein brieflicher Verkehr zwischen ihm und Steiner stattfinde, und dass er dies auch akzeptiere." (König)

Ein halbes Jahr vor Rudolf Steiners Rückzug aus der Theosophischen und Begründung der Anthroposophischen Gesellschaft 1912 tritt auch Theodor Reuss in Großbritannien offiziell mit dem O.T.O. an die Öffentlichkeit. Er beklagt sich immer wieder über die völlige Abweisung durch Steiner, versucht auch indirekt Kontakte - oder wenigstens durch Verwendung des Wortes "Anthroposophie" eine Verbindung - herzustellen. Auch Alice Sprengel versucht, lange nach Reuss Tod, eine solche Verbindung Steiners zum O.T.O. zu konstruieren: "Ca. 1934: Alice Sprengel (ehemals Mitglied der M.E. bis zu ihrem Austritt 1915, dann Sekretärin von Reuss) notiert aus dem Gedächtnis das angebliche Gelöbnis, das Steiner bei seinem MM- Eintritt unterschrieben und es darauf zerrissen habe, weil es ihn zum O.T.O.-Mitglied gemacht haben soll." (König) Ganz offensichtlich geht es bei diesen Versuchen um eine Denunzierung Rudolf Steiners.

Seriöse Quellen stellen den komplizierten Sachverhalt heute weitgehend korrekt dar. So etwa Richard Kaczynski in der Aleister Crowley- Biografie "Perdurabo, Revised and Expanded Edition: The Life of Aleister Crowley":  "A case in point is the membership of Austrian esotericist Rudolf Steiner (1861–1925), later founder of the Anthroposophical Society and on whose philosophy the Waldorf Schools are based. Because of the uncertainty over precisely when the Academia Masonica of Kellner became the Ordo Templi Orientis of Reuss, Steiner has been erroneously called a member of OTO; indeed, even Crowley quipped that “Rudolf Steiner discovered what the secret of the IX° did actually mean and took flight.” The truth is that Reuss chartered Steiner to operate a Memphis-Mizraim lodge called Mystica Aeterna. This he did from 1906 to 1914, but he ultimately decided to devote his attention to his own Anthroposophical Society."

Kaczynski teilt auch noch einige weitere unschöne Details aus Theodor Reuss' Vergangenheit mit- etwa, dass dieser nicht nur Theosoph und Konzertveranstalter gewesen sei, sondern auch Geheimagent der Preussischen Polizei: "Whether performing or promoting concerts, Reuss was simultaneously working as a journalist and a spy: he had joined the Socialist League, working secretly as an informer for the Prussian political police and denouncing the anarchist Victor Dave until Reuss was exposed and expelled in 1886." Zugleich interessierte er sich für die Theosophische Gesellschaft: "Parallel with these activities, Reuss also had an abiding interest in the occult. He states that he joined the TS in London in 1885, knew H. P. Blavatsky, and was at Avenue Road in May 1891 when her ashes were put into a casket."

Vielleicht ist noch aufschlussreich, dass Aleister Crowley, der bereits seit zwei Jahren mit Reuss in einem engen "Arbeitsverhältnis" stand, 1912, bei dem offiziellen Auftreten des O.T.O. in London, ausgerechnet "Baphomet", das ahrimanische Signum, durch das in schwarz- magischen Logen die Inkarnation Ahrimans vorbereitet werden soll, zum Motto wählte - das Signum, das bei der Vernichtung des Templer- Ordens eine wesentliche Rolle spielte: "Crowley presumably received his charter in Berlin, but a formal installation ceremony later took place in London. In any case, AC received the X° title of “Supreme and Holy King of Ireland, Ionia and all the Britains within the Sanctuary of the Gnosis”—or, in plain English, administrative head of OTO for the United Kingdom. In this capacity, Crowley adopted the motto of “Baphomet” after the horned god the Templars were accused of worshiping when persecuted by the Catholic Church in 1307- 1314." (Kaczynski, S. 256)

Dies beleuchtet vielleicht die Kräfte, die hinter den Denunziationen gegenüber Steiner standen, aber auch hinter den Wirkkräften eines O.T.O.

Kommentare

  1. http://egoistenblog.blogspot.nl/2013/08/der-glorreiche-mr-felkin-ertappt.html hier gab ik ein Link zu diesem Thema

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    1. Das war wohl auch ein Hinweis auf König, dem hier bei mir im Link auftaucht, aber auch schon in vieler Hinsicht seit 15 Jahren immer mal wieder studiert wird. Neuerdings ist auf seiner Seite auch ein YouTube- Kanal zu finden, mit informativen und extrem bizarren Beiträgen.

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    2. Was mich mal interessieren würde, gibt es nach Egoisten-Ansicht so was wie weisse Magie? Von denen höre ich ständig von der "Großen Göttin" und vom "Gehörnten", der hier einmal nicht Negativ gesehen wird. Oder wird das einfach unterschlagen? Was ist mit der spirituellen Frauenbewegung in diesem Zusammenhang?
      Für mich ist es auch nicht mit einem "Steiner hat gesagt" getan, ich würde es gern verstehen. Aber so, wie es bislang noch präsentiert wird, ist schon noch etwas Verdrehtes dabei.
      Klar war Steiner ausschliesslich Mitglied der theosohischen, später Gründer der anthroposophischen Gesellschaft.

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    3. Liebe Kerstin, eine offizielle Lehrmeinung gibt es hier nicht, nur meine Ansicht als Autor. Wenn es zum Egokonstrukt von Jemandem oder einer Gruppe gehört, "blütenweiß" zu sein, dann liegt schon in dieser Annahme vielleicht eine Unkenntnis über die eigenen Schatten und die Egoität.

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    4. Übrigens lustig, wenn man Interviews mit Satanisten und extremen Freidenkern liest oder sieht, die dann Homosexualität als "unnatürlich" verwerfen. Plötzlich stehen dann da ultraorthodoxe Moralvorstellungen.

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    5. Guten Abend,
      danke für die Antwort. Nun, zum Freidenkertum gehört untrennbar dazu zu wissen, dass Liebe keinen Mainstream kennt. Wir sind alle indivuduell, also ist Homophobie doch überflüssig. Selbstverständlich ist die Frauenbewegung freigeistig, warscheinlich sollte man auch besser sagen, es sind freie Seelen (um die Terminologie von Mischa zu verwenden). Man kann sich für oder gegen die okkulten Mächte wenden, die Entscheidung ist frei. Die Anthroposophie beispielsweise habe ich immer für eine Bewegung gehalten, die das Ideal wenigstens anstrebt, auch das Wissen um die Götterwelten alter Zeiten ist ja bekannt, mit Aufkommen des Christentums in Europa wurden sie ja auch nicht nur verunglimpft, es gab ja auch Verschmelzung. Das sollte betont werden.
      Aber Magie? Man kann ja auch innerhalb einer pluralistischen Gesellschaft nicht einfach sagen, dass diese und jene Gruppierungen akzeptiert werden sollen, aber andere, die genauso wenig Sexualmagie oder den Gebrauch von Drogen glorifizieren, nicht. Wie gesagt, ich würde es gerne verstehen. Es spielt ja auch keine Rolle, ob es sich um europäisches Neuheidentum handelt oder alteingesessene Praktiken anderswo. Auch unsere zeitgenössischen Richtungen sind doch irgendwann mal daraus hervorgegangen... Letztlich auch die Anthroposophie...
      Nun wie säkulare Menschen damit umgehen, würde mich allerdings auch interessieren, ob die diese Wirklichkeiten überhaupt sehen, oder ob sich alles nur auf die anthroposophischen Inhalte bezieht.
      In jedem Fall ist es eine vielschichtige Angelegenheit, wie weit man von ursprünglichem Ideal sich entfernt hat, woran man sich ausrichtet, welche Frucht man bringt für die Welt.
      (Die okkulten Mächte kennen wir genau, Mischa, es gibt Menschen die sehr gut zeigen können, worum es hier geht)

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    6. Die wirklichen Magier sitzen heute nicht im magischen Zirkel und spielen Voodoo, sondern bewegen die globalisierten Finanzströme.

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    7. Ich halte mich in meiner diesbezüglichen Verunsicherung an das Motto:
      'An ihren Früchten/Taten werdet Ihr sie erkennen...'.
      Und in dieser Hinsicht kann sich die Anthroposophie für mein Empfinden (trotz aller Kritik) durchaus sehen lassen.
      Das besondere an der Anthroposophie ist eben, dass sie so weit an die Öffentlichkeit und in das praktische kulturelle Leben hineingegangen ist, wie keine mir bekannte andere spirituelle/okkulte Bewegung (die Amtskirchen mal ausgenommen).
      Gerade durch dieses Wirken im praktischen Leben und in der Öffentlichkeit, ergeben sich aber auch erst all die Angriffsflächen,
      die die Anthroposophie auch verwundbar machen.



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  2. Plötzlich internetweit bei allen (ziemlich vielen) "wilden Andersgeborenen" (Alter-Nativen), und ja.. "Frei-Denkern" lauter ultraorthodoxe Moralismen. Antisemitismen, Homophobie, und immer wieder gerne: Weltuntergang. Jetzt war es wieder nix! Bin bereits gespannt, wie das nächste Datum lautet, und warum.. bzw. eher ärgerlich gelangweilt. Das .. so richtig Böse.. sucht und sucht sich immer eine neue Tür, da gibt es kein Rezept, von wo er denn heute hereinwill, der Biba-Butze-Mann, in unseren Kreis, in unsere, nunja.. Gedankenwelt. Niemand ist eine Insel, denn .. sonst wären mir die Antisemitismen, Homophobien, Weltuntergangs-Drohungen, und einseitigsten Sozialängste fast egal. Der Butzemann kommt in jedem Kreis herum, und infiziert mal hier, mal da, und manchmal noch einen selbst, wenn man nicht genau aufpaßt.. Es gibt ein anthroposophisches Wort, es kommt vielleicht aus der Ecke der Eurythmie! "Wach-Sein"! Hier.. da.. dort.. muß man versuchen, sehr wach zu sein! Eurythmie? Weil es da um das Einatmen, - und Ausatmen, um das Ballen- und wieder Lösen geht, um eine Schlinge zu "genießen", dann aber "wachsein!", straks in die Gerade, und wieder lösen.. Da geht es nicht um das kopflastige "was ist richtig", "was ist nur falsch":
    "Wenn man das nur wüßte".. Ich schlage mal als Faustregel vor: "Der Butzemann, das Rumpelstilzchen", die wollen an das Erstgeborene, bzw. an die Seele. Die Seele belegen, besetzen. Das machen sie mit Drohungen. Das Böse droht unentwegt, darum auch die nölige Weltuntergangs-Notwendigkeit fast jeder "Sekte", immer ist da bald Ende, und dann aber wird sortiert.. Es kommt Bürgerkrieg, Naturkatastophen, Bankencrash...
    Fakt ist jedoch, daß die Welt immer ein Stück weit im Untergang begriffen ist (Syrien, Fukushima, Birma, Afrika und Amazonas usw.), was soll man dann da entgegnen?
    Es gibt eine Faustregel... doch auch die braucht eine gewisse Differenzierung, die die Art Intellekt, die "falsch- richtig" festschreiben möchte, nicht leistet.
    Das kleine Mantra (meines hierfür) lautet: "Liebe? oder Angst?"
    Das meint: Wie positionieren wir uns, im innersten Wesenkern, gegenüber den Gefühlen, die durch Drohungen, verdrehte Belehrungen, begeistertes feuriges Reden hervorgerufen werden, ganz wach sein, wenn wir merken daß wir "depressiv" oder .. feige .. werden gegenüber einer suggestiv trüben, doch fordernden Sache. Liebe: Wie möchte man selber nie werden? Was ist man sich, und denen, die man liebt, schuldig? Auch wenn man unbequem wird, sich selber unbequem macht... usw.
    Klinge ich jetzt wie Herr Seb. Gronbach? :-)) .. Klar, es wühlt mich emotional auf.. diese vielen Franz Josef Strauß und Erich Milkes in Stirnband und Rastalocken...Hippiegewändern, schwerelos scheinen sIe mir entgegenzufliegen ... auf einmal .. dann ist es der Nosferatu gewesen .. :-)) .. verkleidet.. mal wieder-..
    Was will man erleben, was will man leben: Liebe? oder Angst?
    LG
    mischa butty

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    1. Mit nöligem weltuntergänglichem, aber entzückten Gruße: Don Michele.

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  3. ..bin auch oft bestürzt und traurig, angesichts der -wirklichen-, nicht der angedrohten.. weltuntergänge.. komisch, angesichts so mancher nachrichten, und unheimlich, dieses elementare satt zu essen, und dach überm kopf zu haben, ('erröt'-smiley) - ganz ohne zu zeigefingerln...
    m.butty

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    1. Na siehst du, so gehst du jetzt in die Geschichte ein als Weltenretter, ist das denn keine Verschmelzung, die dich tröstet, die dich aufrichtet? Denn einer, der mal Welten gerettet hat, braucht ja nicht mehr traurig sein.

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  4. :-) Kerstin.. Du meinst, paar beherzte Posts im Internet, wo ein jeder immerhin auch nicht sooo anonym bleibt, wie mancher hofft, ..so als "Instant-Weltrettung", oder wo unterschreiben, mit email-adresse.de, gegen Robbenentpelzung und Frauenrechte, dort, wo hinten in der Walachei, die Völker aufeinanderschlagen... oder? Oder wie meinst Du das?
    Als Poet und Selbstdarsteller, liebe Kerstin, bin ich eben etwas zur Eitelkeit hin veranlagt. Man wird halt geboren. Mit Eigenschaften. James Bond Filme fand ich eher doof, auch die Wastls, Supermäns, - Spidermän oder Bättmän ganz lustig, wegen der skurill bizarren Techniken, mit denen dort die Welt gerettet wird. Du! Du hattest hier wo.. neulich schon gefragt, ob mancher hier schon davon geträumt hat, einem Andern das Leben zu retten. Ja, hab ich, .. doch als.. hrm.. Hobby-Psychologe war mir da auch immer schmerzlich klar, wenn ich den Wunsch verspürte, jemandem die Welt oder das Leben zu retten... daß ich mich unterbewußt mal wieder nicht wirklich geliebt fühle, weniger bis mehr vermisse, daß mich jemand wirklich liebt. Das ist dann das Giga-Helfer-Syndrom. Wer das Zeug dazu hat, kann ja ne Ausbildung als Notarzt und Rettungs-Sanitäter bestehn. Viel Idealismus wird -auch- von einem "Bin ich wert geliebt zu werden" getragen, aber das ist die halbe Miete. Weil man es nicht kaufen kann, geliebt zu werden. Aber gut kochen, einen Haushalt, oder eine kleine Wirtschaft führen, und auf sich und andre achtgeben, tut es dann auch.
    Und, zu den Göttern, der "Großen Göttin", dem "Gehörnten Gott", - gerade an Dich, liebe Kerstin, meine Ansicht Dir mitteilen - .. wollt ich noch sagen.. Es gibt den Demeter-Landbau (Eine Mutter-Gottheit), und der Gehörnte Gott ist nicht sofort der Ariman, die Hörner nicht immer sofort das Bild von Verhärtungen. Und nichts teufliches. Lebewesen verhornen in ihren End-Prozessen. Und der Gehörnte ist eben der Gott des Waldes. Auffällig viele Tiere haben Hörner, und es sind nicht einmal Raubtiere! Was Hörner noch "machen", liest man im Landwirtschaftlichen Kurs. Und die Große Mutter, die Große Göttin ist doch nicht schwer.. was damit gemeint ist. Es ist eher die Kirche, die da überall "Sekte" fürchtet.
    Als Jugendlicher war ich Zeremonienfreak, schon weil ich Meßdiener war. Ich empfand es als Emanzipation von der Kirche, und als poetischen Akt, eigene Zeremonien zu basteln. Und an z.B. Wicca-Zeremonien von Bekannten teilzunehmen, wo mir dann jedoch rasch .. das vereinsmayerische..solcher "Kreise" auf den Wecker ging. Und ich zog mich zurück. Hier und da hörte ich, wie man sich Grade verlieh, und wer gerade sauer war, daß er oder sie den und den Grad nicht erhalten, und daß der oder die den und den Grad in der Fellowship of Isis habeund dazu noch da und dort einen Grad.. und daß machte mich alles zornig und wütend, aber ich sagte nichts, zog mich zurück, ich fand so Sachen doof, auch wenn ich eben den einen oder andern Menschen gern hatte, obwohl sie da mit vereinsmayerten. Wenn ich die Darstellung von König lese, da seh ich, daß da im Großen schon Sache war, was im kleinen immer weiter vereinsmayert wird, und dazu viel Zeremonien. Wie gesagt: Manche Dinge machen mich zornig, denn, mag die Welt auch schlecht sein, das Leben selbst hält soviel schönes bereit, und das sollte auch gelebt und erlebt werden.
    Vielleicht bin ich zu sehr lebensfroher "Bohemian", als daß ich diesen Kulten und "Voodoo"-Dingen was abgewinnen könnte..
    LG, mischa butty

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  5. Der Ariman wird übrigens auch bei Anthroposophen (als Abbildung, als Kopf, aus der "Gruppe" um den Christus im Goetheanum) auf dem Schreibtisch gefunden. Und, wenn ich's recht versteh, eben als eine Homöopathie (Gleiches mit zubereitetem Gleichem heilen, bzw. in Schach zu halten..). So wehren auch "Naturvölker" Dämonen ab, was uns ja in den Fastnachts-Ritualien, gerade im Süddeutschen Raum auch geblieben ist (Fratzen-Magie)..Dumm nur, siehe Maya, Atzteken, wenn aus der Dämonen-Abwehr eine Dämonen-Anbetung wird! Und, so wird doch auch das Bild des "Baphomet" ursprünglich eher eine Art Bild-Homöopathie gewesen sein, ein Abwehr"zauber"..
    m.butty

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    1. Hi Mischa,
      nun ja, das ist aber der Preis der Freiheit, wie man sagt, die Wachsamkeit. In jeder Generation braucht es ein paar Wachsame. Das ist auch die Aufgabe aller spirituellen Menschen, und dasjenige, was unter anderem hinter all den Kulten und Zeremonien und entsprechenden Kunstwerken und Architektur steht: Gralshüter sein, die Balance halten, alles zum Guten wenden...

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    2. Gut, dass du den landwirtscchaftlichen Kurs erwähnst, Kuhhörner hab ich auch schon vergraben, und rein pflanzlichen Dünger, mit und gegen den Urzeigersinn gedreht usw. Die Kuh ist übrigens ein sehr schönes Tier, denke an alte ägyptische Pharaonen-Kronen oder auch muslimische Symbole, die den zu- und abnehmenden Mond darstellen. Natürlich erinnern wir uns auch noch an unsere alten Bräuche zu den zwölf heiligen Nächten, den Rauhnächten. Da jetzt der Herbstzyklus beginnt, wird es wieder aktuell, würde mich mal interessieren, wie das eigentlich durch die Zeiten gewachsen ist, wie sich das Wissen verändert hat seit der Steinzeit und den alten Kulturen. Ich hab mal bei Monika Neumeyer im Blog einen wissenswerten Artikel gelesen, aber den find ich nicht mehr.

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  6. Habe eine nicht zum Thema passende Frage, vielleicht Michael?? Nämlich, PDF´s aus der GA, kann ich die auf den Kindle laden und wie ist/wäre dann die Darstellung weil ja PDF?

    Schon mal vielen Dank

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    1. Lieber Manfred, die Darstellung und Lesbarkeit lässt dann sehr zu wünschen übrig. Besser ist es, die kostenlose Software "Calibre" zu laden, das Kindle per USB anzuschließen, die PDF- Datei in Calibre umwandeln zu lassen ins echte Kindle- Format. Das wird dann automatisch auf das Kindle geladen. Dann klappt es auch mit Unterstreichungen, Zitaten, usw. Allerdings muss man für das Optimum ein wenig basteln, bis es ganz perfekt ist, inkl. Überschriften, Seitenangaben usw. Aber länger als ein paar Minuten dauert es nicht.

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    2. ...achja noch was, Michael, bei so dann eingelesenen Werken, kann man sich da selbst ein Inhaltsverzeichnis erstellen oder ist es wie am Rechner, dass die Dateinamen ausgewählt werden können, oder sich suchen lassen gar? Text selbst lässt sich wohl nicht suchen, oder?

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  7. Textsuche geht, aber vermutlich auch nur im Kindle- Format, nicht in PDF, da das Bildcharakter hat, nicht Textcharakter. Also unbedingt umwandeln; das Ganze funktioniert inzwischen auch in den Apps auf iPad oder Samsung, also im Kindle- Format auch die nahtlose Synchronisation. Man hört beim Kindle im Buch auf und liest am iPad nahtlos weiter.

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  8. Ich entnehme dem Artikel u.a.
    -Crowleys Motto (Do what thou wilt) ist ahrimanisch? Echt jetzt? Crowley bezog sich auf den wirklichen Willen, dachte ich mir
    -"Sexualorgane werden heilig" / und heilige Messe, die Schöpfung des Universums abbildet - im Zusammenhang mit "was in keinem Zusammenhang mit einer Erkenntniswissenschaft gesehen werden kann", dazu die Verbindung mit unappetitlich

    Fehlen mir hier irgendwelche Dogmen, um mich genau so leicht über erwähntes hinwegsetzen kann?

    Organe in der Mitte zwischen Unter- und Oberleib müssten doch eigentlich prominentere Beachtung finden.

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    1. Zeena LaVey drückt das doch ganz adäquat aus, auch was unter "wirklichem Willen" in diesem Kontext zu verstehen ist http://www.zeena.eu/ Dass diese Art von Fortführung Crowleys aber auch nicht den Klischees in jeder Hinsicht entsprechen muss, wird bei ihr auch klar; sie hantiert mit diesen Kräften ja vor allem, um Aussteigern z.B. aus Scientology zu helfen. Letztlich geht es nicht um Dogmen, sondern um Entscheidungen.

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  9. Danke für die Entgegnung. Mich beschlich die Vermutung, dass bei Crowley noch mehr zu bergen wäre, als diese Vergleiche erwarten lassen. Was das von ihm proklamierte "Do what thou wilt" mit Zeena LaVey zu tun haben will, die ja einen passenden Nachnamen trägt, hat sich mir über den Besuch ihrer Webseite nicht erschlossen.

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