Einige unangenehme Fragen nach dem "Schulungsweg"

Bleiben wir noch etwas bei Wouter J. Hanegraaff, an dessen "Western Esotericism: A Guide for the Perplexed (Guides for the Perplexed)" und anderen seiner Bücher für jeden an Geschichte der Esoterik und Religionswissenschaft Interessierten kein Weg vorbei führt. Nehmen wir noch einen Text- Schnipsel aus diesem Buch heraus, der auch die, die sich als selbst Tätige auf einem Initiationsweg sehen, berühren muss, weil er ein Kernproblem jedes "Schulungsweges" berührt: "The ideal of ‘working on oneself’ and making spiritual progress by means of disciplined practice has become part and parcel of occultism since the nineteenth century, in tandem with the emergence of evolutionist thought: if human consciousness is supposed to evolve to ever higher levels, it obviously makes sense to try and evolve on the personal level as well."

Ist die Vorstellung von "spirituellem Fortschritt" also ein Abbild des Darwinismus? Die Übertragung der natürlichen und - angeblich- kulturellen Selektion auf den Sektor des persönlichen Bewusstseins- als Selbstverwirklichung, als Elite der Gegenwartskultur? Für Bewegungen wie EnlightenNext, die auf Andrew Cohen zurück gehen, gehört dieser elitäre, "evolutionäre" Gedanke zum Programm. Die Übenden sehen sich als "Führer" und "Pfadfinder" eines "integralen" spirituellen Menschheitsschritts: "EnlightenNext is dedicated to catalyzing evolution in consciousness and culture. We strive to be leaders, examples, and pathfinders in the emerging field of integral and evolutionary spirituality, and to stand for the ultimate relevance of spiritual enlightenment in our time."

Diese elitären Selbstbilder sind aber auch in der anthroposophischen "Schulung" weit verbreitet. Steiner selbst forderte seine Schüler auf, "Wächter ihrer Zeit" zu sein, und diese bemühen sich darum, das für das gemeine Volk erst in ferner Zukunft mögliche "Geistselbst"- Bewusstsein in sich zu entwickeln. Das Problem ist hier wie dort (als immanentes Problem jeder dieser "Schulungen") die Exklusivität; d.h. das elitäre Selbstgefühl gegenüber denen, die nicht praktizieren. Das Sich-auf-dem-Schulungsweg- Sehen als Elite der Menschheit ist verführerisch und korrumpierend; es verhindert das, was es zu geben vorgibt: Den unbefangenen Blick, die klare Selbstsicht, die offene Kommunikation, die essentielle Bereitschaft, zu lernen.

Worin genau, bohrt Hanegraff weiter, unterscheiden sich diese darwinistischen Sei-du-selbst- Wege (die zu gefühlter Macht über Andere führen können) von anderen Karrieren, etwa der eines Aleister Crowley (die zu tatsächlicher Macht über Andere führen können), der auch auf das Sei-was-du-willst zielte? Schließlich darf man den "Schwarz- Magier" Crowley nicht simpel abtun, da sein "Wille" natürlich schon auf ein geistig Existentes, auf eine Offenbarung zugehen wollte: "The case of Aleister Crowley may serve here as an example. At first sight, his famous definition of magic – ‘the Science and Art of causing Change to occur in conformity with Will’ – might seem like a perfect illustration of the occultist’s lust for power over the outside world. But in fact, the wide range of ‘magickal’ practices with which Crowley experimented during his lifetime were not aimed at goals so naïve as the acquisition of Harry Potter-like abilities: rather, they were subservient to a spiritual goal of personal self-realization described as finding one’s ‘true Will’ (more congenial to the category of ‘progress’, below). On the whole, the sensational topos of untrammelled lust for power and control has more to do with stereotypical imaginations of ‘magic and the occult’, pertaining to the level of mnemohistory, than with the actual historical sources of Western esotericism."

Die "Selbst- Realisation" im Sinne eines schrittweisen, exklusiven Schulungsweges hat also unterschiedliche Facetten. Als Abbild eines geistig- spirituellen Darwinismus oder der gefühlten Speerspitze einer Menschheits- Evolution trägt sie den Dünkel vor sich wie eine Monstranz- eben den Dünkel, den sie abzulegen behauptet. Der feinsinnige Schüler der Geisteswissenschaft fühlt sich ebenso seinen bloß intellektuellen Zeitgenossen entwachsen. Dass er sich dabei wie ein Esel um den Pflock seiner Selbstbezüglichkeiten dreht, ist ihm wohl entgangen.


Kommentare

  1. Elitär? Aber dann ist in dieselbe elitäre Kategorie schon auch ein Mathematiker, eine Germanistin z.B. Jeder Spezialist also.

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    1. Spezialistentum in einer Fachwissenschaft- dagegen ist gar nichts zu sagen. Aber "evolutionär"- elitär bezieht sich auf den Rang als Mensch schlechthin.

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    2. Dann ist auch Rudolf Steiner schuld. Er stellte einen Link her zwischen Bewusstein und Moralität.

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    1. Danke für die Links. Ja, es scheint tatsächlich eine (im übrigen sehr chic) akademische Bewegung zu sein, die darauf beruht, Kulturgeschichte auch im Zusammenhang mit dem Okkulten zu sehen. Es als Aspekt der Bewusstseinsentwicklung schlechthin zu betrachten, rückt den "Okkultismus" in ein klares Licht, wirft Fragen auf, erzeugt aber auch Respekt gegenüber einem kulturgeschichtlichen Stiefkind.

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    2. By the way not only Wouter Hanegraaff and Egil Asprem and others, but also Helmut Zander is member of the board of European Society for the Study of Western Esotericism.

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    3. Schade, den NZZ Artikel kann man hier nur gegen Geld lesen. Ich lese ja gern, ob sich Zander wieder aufbläst.

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    4. I send Zander's review to your google email adress Michael.

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    5. Vielen Dank, John. Ein sehr interessanter Artikel, und gar nicht überheblich. Angerissene Spuren, die nicht annähernd der komplexen Darstellung von Hanegraaff entsprechen. Trotzdem anregend.

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    6. Danke für die interessanten links. Finde auf diese Weise eine neue Information zu Benedikt XIV:

      "My chapter was “Antoine Faivre, Father
      of Contemporary Vampire Studies”. He was extremely pleased with it, and told me that the 8th-century discussion of whether vampires really existed , which involved pretty much everybody from Voltaire to Empress Maria Theresa of Austria and Pope Benedict XIV – who had a great interest in supernatural phenomena, but did not believe in vampires – was the last serious discussion of magic in the history of European culture."

      http://www.esswe.org/uploads/user-files/esswe-newsletter-fall-2012.pdf
      page 11

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  3. Und woran macht man den Rang fest? An der Physis, an den höheren Wesensgliedern oder an allem? Betrachtet man nur die Materie, gibt es evolutionäre Unterschiede zwischen den Menschen, insofern man unter einer Evolution nicht nur den Fortschritt ganzer Lebensformkategorien ("Spezies") versteht. Ein Karatekämpfer kreiert neue Verknüpfungen im Gehirn. Er hat also eine andere Anatomie als jemand, der kein Karate-Training macht. Welche anatomische Unterschied ist evolutionär höher und welcher nicht?

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    1. Genau diese angebliche "evolutionäre" Superiorität versuchte ich in meinem Beitrag anzuzweifeln.

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  4. Demut ist sicher eine allererste Tugend. Aber will Steiner, wenn er von "Wächtern der Zeit" und der Entwicklung von individuellen Fähigkeiten, die andere nicht haben, spricht, an den Hochmut seiner Schüler appelieren? In anderem Zusammenhang sagt er:

    "Niemandes Hochmut möchte ich aufstacheln, aber wiederholen möchte ich doch ein Wort, das einmal gesprochen worden ist, als auch bei großer Gelegenheit die Rede davon war, was geschehen soll durch die Gemüter, die etwas aufgenommen hatten, die es hinaustragen sollten. Es wurde diesen Gemütern - auch nicht um ihren Hochmut zu erregen, sondern an ihre Demut appelierend - gesagt: 'Ihr seid das Salz der Erde.'" (GA 162, zit. nach Selg: "Grundstein zur Zukunft", S. 35)

    Wenn man solche Warnungen vor dem Hochmut nicht ernst nimmt, endet man sicher schnell am Pflock der Selbstbezüglichkeiten. Und dann ist wohl auch der Wille zur Herrschaft über andere nicht weit. Aber muss das Bewusstsein der eigenen Entwicklung und der damit verbundenen Aufgaben und Verantwortungen automatisch dahin führen, das man hochmütig wird? Steiner selbst meinte offenbar: nein. So erkläre ich mir, dass er seine Schüler auf ihre Vorreiter-Rolle aufmerksam macht.

    Man kann dabei an das Bild der Fußwaschung denken, wo sich das Höherentwickelte vor dem Niederen verneigt. Und zwar ohne Dünkel! Ich glaube tatsächlich, dass es möglich ist, WIRKLICH zu erkennen, was man dem sogenannten Niederen dankt. Kein Haus steht ohne Fundament. Man wird, wenn das gelungen ist, nicht mehr das Bedürfnis zu irgendeinem Dünkel haben. Und doch wird man das "Niedere" und "Höhere" jeweils als das bezeichnen dürfen, was es ist.

    Man kann auch an eine von Steiner genannte Grundvoraussetzung für den Schüler denken, die er in "Wie erlangt man..." ausführt: "sich als ein Glied der ganzen Menschheit fühlen." - Wenn man das ernsthaft durchfühlt, bekommt der eigene spirituelle Fortschritt im Verhältnis zur eventuell langsameren Entwicklung anderer etwas Unpersönlicheres, etwas, auf das man nicht Kraft-seiner-Wassersuppe stolz sein kann. Es wäre, als wollte der Finger Stolz gegenüber dem Arm entwickeln, weil Letzterer zu Ersterem hinführt. Den ganzen Menschen ergeben aber nur beide zusammen.

    Das Problem liegt nicht in Begriffen wie "Fortschritt", "Evolution" oder "Wächter der Zeit", sondern darin, dass man sein Selbstbild daran aufbläst.

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    1. Da stimme ich völlig zu, Stefan. So war der Beitrag auch gemeint.

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  5. Teil 1

    "Der feinsinnige Schüler der Geisteswissenschaft fühlt sich ebenso seinen bloß intellektuellen Zeitgenossen entwachsen."

    Als ich die website von Herrn W. Suhrmann fand, wurde an die e-mail-Adresse geschriebenes Material gesandt. Damals hatte es sich eingesellt, durch e-mail-Kontakt tauchten nachts Lebensbilder der angeschriebenen Person auf. Hatte dann begonnen, den Menschen Dinge davon zu berichten, bei W. Reinstein etwa, ihre tiefe Verbundenheit mit dem Werk Rudolf Steiner, bei Herrn Suhrmann Ausschnitte seines Lebensweges. So kam es dann zu einem intensiveren Kontakt und ich erfuhr von den esoterisch-elitären Vorgängen, dem Bemühen von Herrn Tradowsky in Berlin. Herr Suhrmann war jahrzehntelang mit der Christgemeinschaft verbunden, hatte aber aus "Sicherheit" auch die Mitgliedschaft der AAG. Er war durch Tradowsky Mitglied der AAG geworden. Er erzählte später, wie Frau Halle ihn eines Tages nicht mehr angeschaut habe. Dies sei passiert, nachdem er mir von den internen Dingen zur Stigmatisation erzählte. Sein Bemühen mich auf die Seite von Frau Halle zu ziehen, Interesse zu wecken, brachte es mit sich, mit bescheidenen bisherigen Erfahrungen das Problem aus der Ferne zu prüfen. Eine Fahrt nach Berlin zu einem Vortrag schien zu aufwendig. So kam es, die Ursache der Stigmatisation wurde von ihr selbst mitgeteilt, so meine Erlebnis. Kann Schulung es soweit bringen, selbst zu entscheiden, was objektiv ist, was nicht. Meine erste esoterische Erfahrung war mit einer brennenden Kerze, nach schriftlichen Anweisungen aus Amerika, schriftliches Material von Paramahansa Yogananda. Ich habe die Erfahrung mit einem Bruder der Organisation bei dessen Besuch in Deutschland besprochen. Er riet dann von weiterer Konzentration mit der Kerze ab, nachdem ich mein spirituelles Erlebnis schilderte. Das heißt, es gibt Ausbildung, Schulung, Menschen die mehr Erfahrung haben, helfend beraten. Keiner kann aus sich heraus voranschreiten. Doch der Fall Halle zeigt, wie aus einer kleinen Gruppe etwas Größeres geboren werden will, wie Geheimnis waltet, mit okkulten Methoden gearbeitet wird. Auch ich war durch einen Schüler Rudolf Steiners als junger Mensch gebunden, durch seine Mitteilung von 12 Meistern, er nannte Namen, die Bedeutung haben würden, für mein Leben. Dabei erfolgte der Hinweis, die Einweihung - die er vornahm - erfolge nur, wenn ich bereit sei, die eigene Erkenntnis durchzutragen und wenn die gesamte Menschheit gegen mich sei. Ich gab das Versprechen (Schweigen war nicht Bedingung).
    Elitärer geht es nicht. Erkenntnis bedeutet jedoch nicht Wahrheit, sondern etwas erkennen, Zusammenhänge erkennen, wie die Macht des Symboles. Nicht Erleuchtung, Wahrheit war mein Ziel, es war immer der Mensch, besonders das geheimnisvolle Wirken zwischen Mann und Frau, Geburt und Tod. Es sind Mächte und Kräfte die ganz leicht von "Führern" gelenkt werden können. Eine Gruppe baut sich auf, lenkt die Sehnsüchte der Menschen, um letztlich aus der Zuwendung den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten und hier beginnt der Mißbrauch. Das Enlighten Next-Projekt ist irgendwie ein Wellness-Hotel-Projekt, zieht Menschen an, die andere Menschen führen wollen und schon sind wir auf der schiefen Bahn, der Machtmißbrauch des Elitären beginnt. Geschickt wird Bodo von Plato in ein Interview eingebunden, eine Marke, ein Logo wird geboren, die Umwandlung des eigentlichen Ansatzes von Rudolf Steiner mit seiner Geisteswissenschaft wird aufgegeben.
    Herr Suhrmann war guter „Gegner“. Er versuchte mich okkult anzubinden. Das war, als er ganz am Anfang betonte, er werde bei der ersten persönlichen Begegnung ein Geschenk überreichen, das er allen Freunden gibt, ich solle nicht erstaunt sein. Jeder halte diesen Gegenstand (ein geometrisches Gebilde) zu einer bestimmten Uhrzeit in der Hand, um zu meditieren. Jeder solle so lange dies tun, wie er wolle, es dann zerstören.

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    1. Teil 2

      Ohne zu überlegen, waren die okkulten Mechanismen klar, das Gebundensein, durch Gegenstand, Meditation sogar mit dem negativen Aspekt "zerstören", um die Vorgänge zu beenden, was geschickt formuliert ist, denn wer will schon "zerstören", bleibt dann also dabei. Wie auch Herrn K.Th.Willmann, dem direkten Schüler von Steiner, so erzählte ich Herrn Suhrmann nicht unbedingt alle Erlebnisse, Erkenntnisse. Zu obigem Vorschlag kam am Telefon von meiner Seite nur lachend: "Sie alter Magier". Diese Reaktion hatte er nicht erwartet. Nun wir wurden trotzdem Freunde, mit der Zeit, wenn ich ihn auch am Anfang auslud, nachdem sich mir ein zukünftiges Ereignis mit ihm zeigte, was mit dem "Vorschlag" zusammenhing. Seine letzte "Verbundenheit" war die Mitteilung, ich war die dritte Person, die von seiner Krankheit erfuhr. Da er mittlerweile keine Rundschreiben mehr schreibt, gehe ich davon aus, er ist hierzu nicht mehr in der Lage, oder ist verstorben. In seiner Person begegnete mir elitäres Bewußstsein, nicht seiner Person, sondern wie es in der Geschichte entsteht, wenn Menschen sich mit okkultem Wissen verbinden. Herr Suhrmann war von dem intensiven Gedanken beseelt, all die Personen der Vergangenheit in der Gegenwart ausfindig zu machen, mit allerlei mathematischen und sonstigen Methoden, wobei er meine Person nicht ausnahm und hier beginnt Verwerfung. Niemand darf sich um frühere Inkarnation eines Anderen bemühen. Solche Dinge tauchen ungewollt auf, nur dann wenn ein höherer Plan dies gestattet. Können wir, bei der Weltlage annehmen, es gibt einen Plan. Ja, es gibt so etwas, da können wir Steiner ernst nehmen. - Ich hatte ja T. Gahart Antwort an meine Person nicht gelesen, bin aber einmal kurz in den Text beim Aufrufen der website gerutscht und las ihre Nachricht mit 1950 und Manu. Nun das ist mein Geburtsjahr und das Todesjahr von Aurobindo, der einer der stärksten Impulsgeber auf der inneren Ebene wurde. Es kann also sein, Frau Gahart hat eine tatsächliche Initiation, sogar ihre "Ansprüche" sind berechtigt, bei allem Wahnwitz ihres Auftretens für uns in Europa. Wenn da Enlighten-Next zusammentrifft mit ihr, dann haben wir wohl das, vor dem Sri Aurobindo schwieg, ein Deutschland der esoterischen Führerschaft, hinein ins Verderben, so verstehe ich ihn in seinen "Abendgesprächen". Ich selbst darf berechtigt sagen, weil ich es erlebt habe, Christus hing einst am Kreuz. Jenes Ereignis liegt im Inneren, doch die Erkenntnis verursacht keinen Schmerz, das Miterleben ist kein Schmerz, sondern ein Erstaunen "ICH" SELBST hing einst am Kreuz.
      Es ist jeder Mensch hierzu veranlagt, solches zu erleben. Er braucht dann keinen Priester, keinen Guru, keinen Führer, er ist frei, seinen erkannten Weg zu gehen, keine Beeinflussung wird ihn ablenken, weder von Menschen, noch von Göttern....... Das bedeutet Elite. (Bedeutung nur für das eigene Selbst)


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    1. Schade, Herr Spreemann. Das war ein sachkundiger Kommentar.

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  7. Die Frage des elitären Herausgehobenseins ist ein typisches Problem aller Gemeinwesen, wo sich die ganze Historie von den Alpha-Tieren bis hinunter zu den Omega-Rängen dreht. "Unser Name ist Legion, denn wir sind viele!" reise ich jetzt mal ein Bibelzitat aus den Zusammenhängen, oder ist das der -eigentliche- tiefere Sinn, wenn dann der böse Geist in ein Fußballstadion, pardon ... fährt. Immer wieder hat mich das Phänomen der Masse doch beschäftigt, wie abgedroschen das Reden darüber auch sein mag, ...wo Kaiserin Sissi schon sagt, "ich liebe den Einzelnen, aber ich fürchte die Masse!"

    Der Einzelne empört sich in seinem Inneren, nur noch Ziffer zu sein. Was gibt ihm halt in der Anonymität?
    Eben! .... "Du bist, wie jeder Mensch, etwas Besonderes!" Das sagen nun mal spirituelle Lehren, von der Amtskirche hin bis zu der Verschwörungstheorien über die NWO ("Neue Weltordnung", wegen den lateinischen Worten auf dem Dollarschein...)

    (Welt-Verschwörungs-Mythen, wenn man sie nicht glaubt, jedoch nicht verwirft, tragen öfter tiefe Wahrheiten in ihren Bäuchen, denen man sich philosophierend annähern kann. Das Wetter wird manipuliert, wir werden mit Chemtrails besprüht? Was ist das "Wetter" in einer Traumdeutung? Auch hier gibt es "Esoterik versus Exoterik".)

    Die reguläre Wissenschaft zeigt immer nur Bedingungen auf, unter die das Individuum unterworfen und ausgeliefert ist, so, daß sich sehr rasch die Fatalismus-Frage stellt. Und wer ohnmächtig, wenig gestaltend in seine Realitäten einzugreifen vermag, korrigiert sich, in einer Welt des Glaubens und der Phantasie dann, seine Ohnmacht in eine neue Macht zurück.

    Das ist ein Riesen-Geschäft, oft mit schwachen Päpsten (Idealisten) und starken Kurien, und ungezählten Gläubigen, wenn ich an bewußt-tv, oder Alpenparlament nur denke. Mancher Gläubige bedient sich längst bei Psiram (vormals Esowatch), nicht um kritisch zu denken, sondern sich per Lexikon einzudecken: Man möchte alles glauben, was einem "Schulwissenschaft" vorenthält, alles...

    Aber immer ... geht es ... im die Herausgehobenheit, das sich Ablösen wollen vom Gefühl der Ohnmacht, des in die "Welt Geworfen Seins"... um irgendwie... dem Gefühl des äußersten Omega-Rang-Inhabers zu entfliehen. Den die anonym verregelte und parzellierte Realität gar zu oft suggeriert.

    Eine Frage der Angst, der Ohnmacht, der Macht. Oft auch, bei Pragmatikern rasch eine Frage des Geschäfts.
    Gläubige Päpste, ungläubige pragmatische Kurien, gläubige Masse. Der Pragmatiker fühlt hierbei wie ein guter Clown sich am allerwenigsten "elitär" und mauert und sichert, und wirtschaftet in seine Tasche, stachelt aber die Fanatiker an. Der Weltuntergang! Ein altes Instrument der Kirche. Zumindest in der Religion der Verschwörungs-Lehren (da müßte ein anderes Wort geschöpft werden...) wird immer auf die Machenschaften der Amtskirchen geschimpft, dabei ..kopiert man deren Konzeptur der Herrschaft und Geldeinnahme.Nur mit dem Unterschied, daß heute Exklusivität verkauft wird: "Du weißt! Andere nicht!" Statt Himmelreich und Sündenvergebung,- endlich wieder "Alpha"-Tier sein. Exklusivität als 'Erlösung".

    (m.butty)

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  8. Fortsetzung v. oben:

    Je omega-anfälliger der Lehrer, desto exklusiver seine Lehren, seine Kompensationen, die er anbietet. Der Lehrer, der es sich leisten konnte, hat sich zu komplizierten, schwer zu erarbeitenden Konstrukten durchgerungen, und die Kompensation nähert sich der akademischen Ebene. Und immer wieder durchzieht auch wie ein roter Faden die Selbstbehauptung manches schwierig zu erarbeitende Werk.

    All dies ist kompliziert verschachtelt, wenn man "das Elitäre" in Frage stellt. Man stößt einen Menschen an, der gerade auf einem Gipfel hoch oben zur Ruhe gekommen ist, und in seiner einsamen Überschau es genießt, daß er jedem jetzt den Weg zeigen könnte... (ein alter Zenwitz)...

    Das Trügerische des Ruhezustandes. Es gilt von Verschwörungslehrern (alle sind bald Lehrende) über Zeugen Jehovas, zu Pietisten und Puritanern usw. Selbst wenn der Gipfel die Wahrheit selber wäre, ist das Gipfelerlebnis offenbar eine Kompensation...

    "Römer! Störe meine Kreise nicht!" ... "Alexander, geh mir aus der Sonne!"
    Letzte Berichte von Gipfeln herab ....

    Man ist immer der Elitäre, der Arrogante, wenn man souverän den anderen aufmerksam macht, das zumindest etwas fehlt, und sei es, daß man dem Ärger Luft macht, daß man es leid sei, daß der Andere "sich für was besseres hält".

    "Willst Du behaupten, ich sei dümmer als Du!?"

    Conclusio: Damit komme ich echt nicht klar! Diese Zeit, in der jeder Zuflucht zu seiner mehr oder weniger eigenen "Exklusivität" nimmt, ob aus der Dose, oder vom tausend Sterne Koch, sie bringt mich zur Verzweiflung!

    Bin ich denn so .. elitär?

    Liebe Grüße
    mischa butty

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  9. ... wenn man mehr mitbekommt, ist man von Haus aus "elitär", vielleicht liegt es einfach nur an jenem Wörtchen, dass "seinerzeit" falsch besetzt worden ist. Und man sich mal fragt, WAS es prägt und warum -- .

    Was ist, das ist.

    Man sollte besser dazu übergehen, wie es in entsprechenden Situationen um das jeweilige Selbst-Bewusstsein bestellt ist und man sich dann selbst gegenüber auch lernt gerecht zu sein oder mal nachzufragen sich traut -- ? Denn es sind nicht immer die elitären, die falsch liegen, auch wenn es vorkommt und womöglich überheblich erscheint.

    Und mit Selbst-Bewusstsein meine ich das innere Licht, dass meinen Horizont abzutasten mich befähigt.

    Ich sehe, was ich sehe und man kann das dann in ein Gespräch leiten, man wird sehen, was dann geschieht.

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  10. Und wenn es ... Streit ...gibt? Man Menschen zu verlieren droht, die einem lange und viel etwas... gegeben, nicht einfach nur genommen ..haben?

    Wir sind Menschen aus Fleisch und Blut ...

    Keine - immer sachlich bleibenden, - keine innerlich stets "neutral" beobachtenden Figuren, die sich selbst in einem komplizierten Schachspiel wiederfinden ...

    Irgendwann möchte man mit der Hand über dieses Schachspiel fahren, ... daß die sachlichen Bleibenden in die Erduldungs-Situation eines Patt führt ... deswegen gehen ja auch, offt topics, viele Menschen nicht mehr wählen, andere verabscheuen die Kontroverse an sich .. "es ist, wie es ist"! .. ja ...schon..

    Und schließlich exkommuniziert man sich womöglich gegenseitig... auch ohne Ergebnis.

    Geduld haben, nicht immer eine "gute Figur abgeben", sich ärgern, und Mensch sein...

    mischa butty

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