Helmut Zander über anthroposophische Identität im Wandel

Helmut Zander betrachtete in einem Vortrag an der Alanus- Hochschule in Alfter in religionssoziologischer Perspektive "Transformationstendenzen in der anthroposophischen Szene" und anthroposophische Identitäten in der Vergangenheit bis heute- und wagt auch Ausblicke in die Zukunft. Sein Resümee: "Braucht man für sein Leben als Anthroposoph und Anthroposophin noch die Anthroposophische Gesellschaft oder die anthroposophische Bewegung? Wie gesagt, in vielerlei Hinsicht eigentlich nicht."

Das liege auch daran, dass die "nicht-anthroposophische Gesellschaft (..) inzwischen viele alternativkulturelle Erfindungen übernommen" habe. Intern schlage die überall um sich greifende Individualisierung hinein, die wenig Freude an Institutionalisierung und Traditionen habe: "Die Individualisierung verändert die Rolle von Institutionen, die man in mancherlei Hinsicht einfach nicht mehr braucht; vielfach gibt es längst eine Anthroposophie ohne Anthroposophische Gesellschaft."

Dazu käme die Pluralisierung, d.h. eine "immer stärkere Konkurrenz auf einem Markt weltanschaulicher Anbieter", aber auch eine wachsende innere Differenzierung zwischen diversen anthroposophischen Strömungen: "Dies wird etwa deutlich, wenn man sich den Abstand zwischen „Dornach“ und einer Zeitschrift wie Info3 ansieht – Ken Wilber neben Rudolf Steiner zu präsentieren, wird das normal? So wie es heute Chi-Gong oder Yoga auch in manchen katholischen Klöstern gibt? Die interne Pluralität der Anthroposophie dürfte jedenfalls zunehmen."

Schließlich komme noch die Internationalisierung dazu, die Zander ebenfalls als Ursache für ein Zerstäuben traditioneller anthroposophischer Identität ansieht: "Die zentrifugalen Kräfte werden dann, dazu braucht man kein Prophet zu sein, zunehmen."

Entscheidend ist aber vielleicht die Haltung zu Rudolf Steiner selbst, die sich im Sinn einer Emanzipation großer Teile der anthroposophischen Bewegung gewandelt habe: "Zu den Innovationen gehört vor allem eine Neudefinition der Rolle Rudolf Steiners: Vielen gilt er heute weniger als der Guru oder der Eingeweihte, der ein System letzter Wahrheiten eröffnet hat, sondern als ein Schlüssel zur Ermöglichung individueller Sinnsuche."

Kommentare

  1. Danke Michael für den Text.
    Interessant ist die Mitarbeit von Herrn Jens Heisterkamp.

    Den gesamten Text lesen, lässt am Ende die Person von Herrn Zander erscheinen, das große Fragezeichen: (Zander) "ich habe eigentlich immer noch nicht Steiner, seinen Impuls verstanden. Ich arbeite mich an den Menschen ab, will die Zukunft erfassen, will indirekt vorgeben, was mit der Anthroposophie Steiners zu geschehen hat..... "
    So wirken die Worte von Herrn Zander. Ich hatte ihm vor Jahren Material von mir zugesandt, unter anderem auch die kleine Schrift zur Weihnachtstagung. Er hat sie gelesen, geantwortet, es sei interessant.
    Soweit ich sein Auftauchen in der Öffentlichkeit erkenne, seinen Werdegang, so liegt seine Zielrichtung offen dar, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Er möchte die Anthroposophie eigentlich gänzlich verschwinden lassen, gerade noch Weleda-Produkte lässt er gelten. Der Vortrag gibt das Nichtverstehen Steiners wieder.
    Was ist der persönliche Gewinn der Beschäftigung mit Steiner: die eigene bewußte Schellenüberschreitung von Tag-Nacht, Geburt-Tod.
    Dadurch verschwindet natürlich Religion im traditionellen Sinne, das was Priester für die Menschen verwalten. Das Gebäude Kirche, das Menschen-Macht-System, ausgeprägt im Mittelalter, aber auch von Steiner für die tibetische Kultur beschrieben, Missbrauch durch tib. Lamas, die das Geistige Wissen als Macht einsetzen.

    Wenn die "Speerspitze" (Jens Heisterkamp äußerte sich so) sich mit Herrn Zander einlässt, mag das als liberal, als fortschrittlich gelten, für beide Seiten. Doch beide bleiben an der Äußerlichkeit der Antkhroposophie letztlich hängen. Sich für die geistigen Methoden eines Ken Wilber einzusetzen usw. mag im Sinne der Zielsetzung von Herrn Zander sein, da er "Anthroposophie" atomisiert sehen mag. Doch es ist nur ein Wort, an dem er hängt, Herr Zander studiert nur das Äußere, malt sich das Äußere der Zukunft aus. Es ist der Mensch selbst, das Zentrum des Bemühens von Steiner, der unsterbliche, der ewige Mensch, der ungeborene, der untote Mensch, der nicht mehr katholisch an einem Symbol festgehalten wird, auch nicht mit "Dämonennägel". Denn mir scheint, als sei der Vortrag von Herrn Zander wie eine Werbung für Frau Halle, so sind seine Worte zu verstehen, mehr nicht. Die Zielrichtung ist katholisch, das will Herr Zander... ....also soll er sich für das Schicksal der katholischen Priester einsetzen, will er weiterhin Wissenschaft betreiben, als Religionssoziologe......

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    1. Ich denke, Helmut Zander sieht einfach die Vergreisung der AG als Ganzes, finanzielle und personelle Probleme zusammen mit gesellschaftlichen Trends. Er nimmt keine Stellung, sondern analysiert. Er konstatiert dabei den Überlebenswillen von Anthroposophie mit gewissem Erstaunen, aber auch mit Anerkennung; er sieht sie als sinnstiftend für das Individuum an, in zunehmender Differenzierung und Globalisierung. Er hat keine "Zielrichtung", auch keine "katholische".

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    2. Was ich unter "katholisch" bei Zander verstehe, ergibt sich aus seinem Interview mit dem DLF:

      "Grote: Also hat Steiner Verschiedenes abgeschrieben, zusammengerührt, und daraus ist dann die Anthroposophie entstanden?

      Zander: Ja, Sie sagen das sehr kritisch, zusammengerührt. Er hat schon gesehen, was passt, was er verwenden kann, aber er hat sich aus dem Fundus seiner Zeit bedient."

      Das gesamte Interview atmet so, als hätte Steiner nur Buchwissen zusammengefasst. Dies ergibt diese Antwort:

      "Zander: Das Problem ist, man würde ganz pragmatisch Anthroposophie betreiben, also man würde gerade das Homöopathische oder ein paar Anweisungen für Weleda-Heilsalben, die würde man vielleicht übernehmen, aber das Zentrum der Anthroposophie stände in Gefahr, weil klar würde, das, was Steiner als höhere Einsicht vorgelegt ist, ist in weiten Teilen eben doch zeitgenössisches Wissen"

      Steiner wird so dargestellt, als würde er den Menschen letztlich die "höhere Einsicht" in -letztlich- Betrugsabsicht getäuscht haben, es sei letztlich nur "zeitgenössiches Wissen".

      Ab diesem Interview war mir die Zielrichtung von Herrn Zander klar, seine Absicht. Als Inhaber eines katholischen Lehrstuhles ist er auch irgendwie seinem Arbeitgeber verpflichtet, trotz Wissenschaft.

      Quelle des Interviews:

      http://www.deutschlandradiokultur.de/kosmische-wirkkraefte.945.de.html?dram:article_id=132578

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    3. Ich beziehe mich nur auf den oben zitierten Vortragstext Zanders.

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    4. Habe den gesamten von Dir vorgestellten Text gelesen.
      Es fand sich ein Hinweis auf Valentin Tomberg. Herr Zander bemüht dann Beziehungen zu Frau Halle, Tomberg sei wegen eigener Hellsichtigkeit noch ausgeschlossen worden usw.. Es entsteht da schon eine bewußte Zielrichtung durch Herrn Zander. Beim Nachschauen fällt auf, Herr Zander wird so vorgestellt:

      "Universität Freiburg / Schweiz Theologische Fakultät"

      Soweit allgemein bekannt, darf auf einer theologischen Fakultät nur unterrichten, wer von den Höchsten Gremien der Katholischen Kirche eine Lehrerlaubnis erhält. Um also den Vortrag von Herrn Zander recht zu würdigen, genügt die Wahrnehmung "Theologische Fakultät".

      Tatsächlich kann allgemein "evangelisches Denken" und "katholisches Denken" für sich festgestellt werden. In der Auswirkung hatte das jeweils bedeutende Folgen für die gesellschaftspolitischen Entwicklungen Europas. Durch Deine Beiträge entsteht ja das interessante Feld verschiedenster Gedankenströmungen, dadurch Bewußtwerdung. Durch Deine letzten Beiträge wird der Gesamtprozeß zwischen Katholischer Kirche und Islam bewußter.

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  2. Genau deshalb sammeln sich gerade jetzt die wahren Anthroposophen um das Goetheanum, die freie Hochschule und ihre Sektionen - um gegen Verwässerung, Soft-Esoterik und Kommerzialisierung anzukämpfen. Wachet über Eure Seelen, das Kama Loka wird kommen. Lasst das Feuer der Michaelschule brennen, und zwar dort, wo Rudolf Steiner sie errichtet hat: In der freien Hochschule am Goetheanum in Dornach, und in der von Rudolf Steiner an der Weihnachtstagung in den Herzen der Anwesenden errichteten Anthroposophischen Gesellschaft mit Sitz am Goetheanum.

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    1. "Lasst das Feuer der Michaelschule brennen,.."

      Das klingt doch ganz katholisch, erinnert mich an den kürzlich erwähnten Film "Das verlorene Labyrinth", da kamen auch die Abgesandten des Papstes und ließen in Südfrankreich die Feuer lodern.
      Also, da gibt es nichts zu verteidigen, keine wahre Lehre von Steiner usw..
      Es ist die michaelische Freude der Selbsterkenntnis, das Feuer muß schon in uns selbst irgendwie brennen, das Feuer zur Wahrheit des Lebens, eben über den Tod hinaus. Jetzt, wo ein anderer Michael mit dem Leben ringt - rtl strahlte fast prophetische Worte dieses Michael aus, da er das Unglück, den Tod gerade nicht auf der Straße sah - jetzt sein Schicksal das bürgerliche Anhängerpotential erschüttert.... der Gral, das Blut, das spielen mit Wahrheiten am Altar.... . Wie sprach heute Morgen ein Kommentator im DLF, wie Herr Gülen seinen Moslems nun - zu recht - predigt, ohne den Islam, hätten die Christen nicht ihre Wissenschaft, also auch Herr Zander nicht sein (un)wissenschaftliches Denken... .Stehen also - ein ganz neuer Gedanke - der traditionelle Islam und das traditionelle Christentum nun mitten in Europa auf einem (selbstgewählten) Prüfstein. Noch wollen beide "Traditionen" Religion für "öffentliche Ordnung" beanspruchen, für Gesetz, für Strafe. Vor den Toren Europas tobt reales Blutvergießen. Das "Idol" des "lanzenstechenden Michael" kann zu leicht für den Aufruf "lasst das Feuer der Michaelschule brennen" mißbraucht werden, um doch nur rückwärtsgewandt das Spiel der Macht über Menschen zu betreiben......

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    2. "Tradition ist nicht das Weiterreichen der Asche, sondern der Streichhölzer!" sagte Kommissar Thiel in einem Münster-Tatort zum Dr. Börne.. ..über Burschenschaften... :-))
      Spaß beiseite! Leute, bitte gebt acht auf Eure Herzen. Wenn ich das Wort "brennen" höre... kommen mir die Tränen. Anthroposophie hat es nicht mit Fackelzügen, ja? Es gab in der Geschichte einen, der schrieb interessanterweise auch ein Buch mit dem Titel "Michael", einer, der es sehr mit Fackelzügen hatte. Das ist doch heller Wahnsinn, nicht?
      Mit Pathos sollte man verdammt vorsichtig sein, nicht einfach bezüglich dem, was "die Loite dann von einem denken": Was nützt es, seine Zungen zu hüten, wenn man sein Herz nicht zu hüten weiß. Mal ein, zwei Nächte drüber schlafen, bevor man Michael als... kriegerischen Impuls ..mißversteht, wie auch immer .. :-(
      LG, mischa butty

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    3. Licht brennt nun mal in den Augen, da kann man nichts gegen tun.

      Wegschauen, vielleicht, oder die Tränen wegwischen.

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    4. "Lasst das Feuer der Michaelschule brennen, und zwar dort, wo Rudolf Steiner sie errichtet hat: In der freien Hochschule am Goetheanum in Dornach,...." ...das war bereits 1923... http://anthrowiki.at/Goetheanum#Zerst.C3.B6rung_durch_Brandstiftung
      Menschenskind! Herzlich. m.butty

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  3. »Braucht man für sein Leben als Anthroposoph und Anthroposophin noch die Anthroposophische Gesellschaft oder die anthroposophische Bewegung? Wie gesagt, in vielerlei Hinsicht eigentlich nicht.«

    Interessante Frage (ich kenne sie gut), und interessant auch, daß gerade Helmut Zander sich offenbar berufen fühlt, sie zu beantworten.
    Ich habe noch nicht die Zeit gefunden, den Artikel zu lesen (das muß wohl bis zum nächsten Jahr warten).
    Noch mehr als Zanders Antwort auf die oben gestellte Frage würde mich allerdings interessieren, wie er auf die meiner Ansicht nach sehr viel näher liegende Frage antwortet, ob er selbst, Helmut Zander, die Anthroposophie, die Anthroposophische Gesellschaft, die Anthroposophische Bewegung und Rudolf Steiners Schriften und Vorträge braucht... und auch: wozu er sie braucht.

    Wenn ich diese Frage zunächst einer rein Zander-wissenschaftlichen Betrachtungsweise unterziehe, indem ich mir so anschaue, was Herr Zander in den letzten Jahren alles publiziert hat, zu welchen Themen er als Vortragender eingeladen wurde oder sich sonst in der Öffentlichkeit geäußert hat - - - lieber Ernst, dann habe ich irgendwie nicht den Eindruck, er möchte die Anthroposophie „eigentlich gänzlich verschwinden lassen“.
    Wäre das nicht so, als würde man die Gans schlachten, die die goldenen Eier legt, oder den Ast absägen, auf dem man sich habilitiert hat? ;-)

    Lieber Mischa, danke für Deinen Hinweis darauf, daß der Erzengel Michael sich nicht für kriegerische Impulse eignet. Ich denke daran (Florian Sydow hat via Michael Eggert vor kurzem daran erinnert), daß sein Speer immer zuallererst auf einen selbst gerichtet ist...

    Herzlichen Gruß in die Runde,
    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,
      ich denke ebenfalls, dass diese Frage sehr vielschichtig ist und wohl kaum einfach so zu beantworten. Ich warte ja auf den Tag, an dem M. Eggert wieder in die anthroposophische Gesellschaft eintritt...
      Ich frage mich auch, warum Steiner eigentlich die anthroposophische Gesellschaft gegründet hat. Wollte er eine einheitliche Gesellschaft? Aber warum hat er dann die Weihnachtstagung als gescheitert angesehen? Oder doch lauter Einzelne, die ihren Weg gehen, und seine Bücher lesen?
      Es gibt Impulse, für brauchst du die anderen, um sie zu verwirklichen. Und dann bilden sich Traditionen, Gewohnheiten. Aber das ist es nicht. Wie soll Eingeweihtenwissen vermittelt werden? In der Allgemeingesellschaft gibt es das durchaus nicht- es gehört ein kultureller Zusammenhang dazu, den man aufnehmen muss. Das menschliche Zusammenspiel. Wenn das fehlt, dann ist die anthroposophische Gesellschaft allerdings tatsächlich überflüssig, da sie ihrer Aufgabe nicht nachkommt. Aber das ist doch nicht gut.
      Das Wort liberal bezeichnet für meinen Sprachgebrauch etwas ganz anderes: die Freiheit, Traditionen anzunehmen oder sie auch mal wegzulegen. Wichtiger als die Frage, ob du einen Fernseher zu Hause stehen hast, oder Zigarette rauchst, oder Fleisch ist, ist doch Erkenntnis.

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  4. Wenn man versucht, die tatsächliche Motivationslage bei Zander ins Blickfeld zu bekommen, dann hat m. E. Ernst Seler die Sache schon ganz gut auf den Punkt gebracht. Es ist ja kaum anzunehmen, dass sich bei Zander ein Sinneswandel vollzogen hat, gegenüber dem, was er in seinem etwa 2000 Seiten umfassenden, anscheinend wenig wissenschaftlichen und in fragwürdiger Weise antisteinerischen Opus zum Ausdruck gebracht hat. In diesem Licht betrachtet, bekommen alle seine Äußerungen durchaus den von Ernst Seler angesprochenen Sinn.
    Bemerkenswert erscheint mir auch die Tatsache, dass Zander nach Alfter eingeladen wurde. Was ja auch wieder Rückschlüsse auf den Geist zulässt, der dort herrscht. Aber wie war das doch noch gleich mit den Kälbern ...?

    hr

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    1. Horst, bitte! Nicht nachquatschen, nicht "anscheinend" fragwürdig. Entweder selber lesen oder sich des Urteilens enthalten.

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  5. Was sollen wir denn lesen?

    Wieso lesen wir nicht einfach Steiner? Das würde ich viel besser finden.

    hr

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  6. Was fragt sich denn der Zander eigentlich wirklich?

    Ich persönlich habe nicht den Eindruck dass er sich was fragt, sondern sucht und sammelt, nach Bausteinen die er in das Gebäude Steiner einzusetzen gewillt ist, bzw. sie auszutauschen trachtet im Sinne einer Destabilisierung, die er dann mit seinen kleinen und vordefinierten "wissenschaftlichen" Mitteln und Gedankenhüpfern zu zementieren sucht.

    Man hat meines Erachtens immer noch nicht die verkümmerten oder besser stark unterentwickelten "Sinnesqualitäten" der sogenannten Wissenschaft bemerkt, die sich anmasst Mass zu sein. Man drehe sich bitte mal geistig um, um zu gewahren, was man dann erblickt!!

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  7. "was sollen wir denn lesen? ..."

    Der Kommentar ist nicht von mir!
    Da hat sich ein nicht wirklich witziger Witzbold einen Witz erlaubt und meinen Nick missbraucht.

    ………

    Apropos "selber lesen": Ich denke, dass es nicht unseriös ist, sich bis zu einem gewissen Grad auf eine Rezension von einem K. Swassjan in der "Historische Zeitschrift“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Historische_Zeitschrift) zu Zanders voluminösen Werke zu verlassen.
    Nicht jeder hat die Zeit und die Lust sich durch 2000 Seiten zu arbeiten, was Swassjan, seinen Worten nach, aber getan hat. Da ich Swassjan persönlich ein wenig kenne, glaube ich auch sagen zu können, dass er eine sehr integre Persönlichkeit ist, auf deren Aussagen man durchaus etwas geben kann.

    Sobald ich die Rezension per OCR verarbeitet habe und sofern sich das mit einer PDF-Datei machen lässt, werde ich deren Text posten, damit jeder selber lesen kann :-)

    hr

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  8. Es soll natürlich "Werk" statt "Werke" heißen ...

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  9. Ja, selber lesen macht schlau. Ganz meine Worte.

    hr

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  10. "Helmut Zander, Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884-1945. 2 Bde. 2., durchges. Aufl. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht 2007. XVlI, XV, 1884 S., € 246,-.

    Eine solide kritische Auseinandersetzung mit dem Werk Rudolf Steiners steht nach wie vor aus. Dies dürfte u. a. daran liegen, daß dieses Werk sowohl seinem Umfang (über 350 Bände) als auch seinem Inhalt nach wie ein erratischer Block in unserer Kulturlandschaft steht. Um so mehr aber auch als Herausforderung: Der Auseinandersetzung mit einem "Okkultismus", der Visionen, Trancepraktiken etc. ablehnt und einen radikalen Empirismus auf absolut rationaler Grundlage für sich in Anspruch nimmt, wäre durch Forschung mit Sicherheit mehr gedient als durch journalistische Kolportage.
    Helmut Zander, von Haus aus katholischer Theologe und derzeit Privatdozent für Neuere und Neueste Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität, will nun diese Lücke geschlossen haben. In der Tat scheint sein fast 2000seitiges Opus (in Teilen zugleich seine Habilitationsschrift) in der ehrsamen Tradition der deutschen Philologie und Quellenforschung zu stehen. Dieser Eindruck verflüchtigt sich allerdings rasch beim Lesen des Buches, das zwei Eigenschaften vermissen läßt, ohne die keine wissenschaftliche Leistung denkbar ist: Unbefangenheit und Sachkenntnis. Dabei steht Zanders unverhohlene Tendenziosität seiner Unfähigkeit nicht nach, das von ihm mit stupendem Fleiß gesammelte Material zu begreifen.
    Diese Defizite sind bereits in der methodisch fragwürdigen Grundhaltung angelegt, über Steiners Werk zu urteilen, ohne sich mit diesem inhaltlich auseinanderzusetzen. Zander positioniert sich als Textkritiker bzw. Quellenforscher, dem es "nicht um eine Verifizierung oder Widerlegung von Steiners Hellsichtigkeit" geht, "sondern um eine Analyse
    seiner verschriftlichten Wahrnehmungen" (S. 619). Daß Texte, bevor sie überhaupt analysiert werden können, allererst verstanden sein müssen, scheint er dabei allerdings zu ignorieren.
    Sein somit bestenfalls als parawissenschaftlich zu bezeichnendes Buch, das sich als "Quellenforschung" ausgibt, stützt sich auf eine Art "Rasterfahndung" nach Begriffen, deren Begreifen indes die Zeichenebene nicht transzendiert: Weil sich diese Begriffe auch bei anderen theosophischen Autoren finden, wird Steiner, dies die idee fixe des Autors, jedwede Original ität aberkannt und sein Werk in toto als alicuius scriptoris imitatio abqualifiziert. Der Vergleich mit einem Historiker drängt sich auf, der etwa Heisenberg des Plagiats bezichtigt, weil er dessen Begriff "Atom" bereits bei Demokrit ausfindig gemacht hat.
    Fügt man zur Fülle der Fehlinterpretationen und Falsifikationen zahlreiche, teils unglaubliche, Fälle von Zitierweisen hinzu, die den ursprünglichen Sinn absichtsvoll in sein Gegenteil verdrehen, so fällt es schwer zu glauben, daß derlei als akademische Qualifikationsschrift angenommen und in einem angesehenen Verlag veröffentlicht werden konnte. Das Schweigen der scientific community wurde derweil durch Medienberichte konterkariert, die (unter lebhafter Teilnahme des Autors) suggerierten, "die Wissenschaft" habe ihr letztes Wort über Steiner und die Anthroposophie gesprochen.
    Basel Karen A. Swassjan"

    Historische Zeitschrift, Band 287, 2008, Seiten 795 und 796

    PS
    Es wäre schön, Michael, wenn du dem Pausenclown, der meinen Nick missbraucht, das Handwerk legen könntest. Der ist einfach nur lästig ...

    hr

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    1. Ich kann bei Google keine IPs auslesen und bin nicht sicher, wer wer ist. Über das Swassjan- Statement war ich von Anfang an erstaunt. Ich kann selbst Zanders kontextualisierende Haltung sehr gut annehmen- selbstverständlich als eine vieler möglichen. Als solche ist er bereichernd und anregend. Das Populistische im Aufschrei gegen seine Steiner- Rezeption finde ich hysterisch.

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    2. Danke Herr Eggert, sie sprechen mir aus der Seele. Es ist nun einmal so, dass Menschen, die denkend Steiner nach-schöpfen, sich bisweilen so stark mit ihrem Idol identifizieren, dass die zu der Ansicht gelangen, sich zum Richter über andere zu erheben. Tatsächlich entsteht dabei aber selten etwas, das nicht haargenau klingt, als sei es von Rudolf Steiner. Und wenn es dies nicht tut, dann erhebt es zumindest den Anspruch, Rudolf Steiner (seinen Willen, oder sein Denken, oder was auch immer) abzubilden.

      Zander ist zugute zu halten, dass er sich um ein selbständiges Urteil zu Steiner und der Anthroposophie bemüht hat, und das er viele bislang eher unbekannte (bisweilen auch bewusst in den Hintergrund gestellte) Quellen in seinem Buch zu Tage gefördert hat. Sicherlich ist der Duktus in diesem Werk zum Teil schwer erträglich, aber auch welcher junge Wissenschaftler überschlägt sich denn nicht bisweilen vor Begeisterung über sein Forschungsgebiet? Das ist weder neu, noch auffällig.

      Ich bin froh, das ich in einer pluralistischen Gesellschaft leben darf, und ich bin mir bewusst, das akademische Leser das Werk von Zander mit offenen Augen lesen werden (bzw. bereits gelesen haben). Ich möchte kein Buch, das von sich aus den Anspruch erhebt, die endgültige Wahrheit über Steiner oder die Anthroposophie zu verkünden, und genau das tut Zander nicht, im Gegensatz zu einer Vielzahl anthroposophischer Autoren, leider.

      hr

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    3. Da dürftest du etwas verwechseln, Michael, der Populismus liegt sicherlich nicht auf Seiten der Swassjan-Rezension. Und wenn überhaupt von einem Aufschrei bei Swassjan die Rede sein kann (ich nehme an, dass du ihn meinst), dann sicherlich nur durch die reale, seelische Qual, die beim Lesen von etwas qualitativ Unzumutbarem entsteht und die bestenfalls bei Swassjan zwischen den Zeilen vermutet werden könnte, denn seine Kritik an Zander ist ja eine durchaus klar formuliert und sachbezogene.

      Offensichtlich hat Zander dieser Rezension in einer ausgesprochen seriösen und anerkannten Zeitschrift in keiner Weise widersprochen, was also sollte hysterisch an dieser in jeder Hinsicht konkreten Kritik sein?

      hr

      PS
      Nun, wenn du diesem merkwürdigen Spaßvogel nicht Einhalt gebieten kannst, dann muss eben jeder selber sehen, wem er was zuordnet.
      Ach ja, zur Orientierung :-), mein letztes Posting vor diesem hier, war die Swassjan-Rezension.

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    4. Ich habe mich bei der Lektüre von Zander eigentlich nicht gequält, weder seelisch, noch sonstwie. Das ist aber auch ein Buch von 2007, und der vorliegende Aufsatz, um den es ja schliesslich geht, stammt von 2013.

      Da sind sechs Jahre dazwischen, und wenn man sich der Zumutung stellt, einmal die sog. "Nebenübungen" (Ich weiss: Gähn) auf sich selber anzuwenden, anstatt sie nur bei anderen einzufordern, dann wird es einem vermutlich gelingen, den aktuellen Aufsatz ohne allzuviel Abscheu und Qual zur Kenntnis zu nehmen.

      Denn er ist lesenswert, wenngleich auch nicht gerade sensationell. Denn das, was dort steht, ist jedem Anthroposophen im Grunde bekannt und es ist auch nicht neu.

      hr

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    5. “Ich habe mich bei der Lektüre von Zander eigentlich nicht gequält, …“
      Das glaube ich gern, schließlich quält es dich auch nicht, zu versuchen, anderen hier die Identität zu klauen :-). Das lässt auf gewisse charakterliche Defizite schließen, was es insofern auch unmöglich macht, selbige bei anderen (z. B. Zander) zu erkennen :-)

      Insofern will ich des Weiteren Nachsicht üben.

      hr (der originale)

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    6. Im Erkennen charakterlicher Defizite sind manche Menschen sehr talentiert, auch in der Inszenierung derselben. Denn die gesamte Welt, die eine andere Ansicht hat als man selber, kann dies doch nur aus Boswilligkeit oder Uneinsichtigkeit tun. Wäre diese Welt doch aufrichtig, ehrlich und sorgsam, so wie ich es bin, dann würde sie doch zum selben Standpunkte gelangen, der auch der meinige ist (und Rudolf Steiners, selbstverständlich). Werdet doch wie ich, sprach bereits der Apostel Paulus.

      hr

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    7. “Im Erkennen charakterlicher Defizite sind manche Menschen sehr talentiert, …“

      Zum Glück, dann muss man nicht lange rätseln, mit wem oder was man es (z. B. in einem Fall wie diesem hier ablaufenden und von Michael geduldeten Identitätsklau) zu tun hat.
      Und den Zander kann man sich auch nur schönreden, wenn man nicht genau hinschaut oder dies eben nicht vermag.

      hr (der originale :-)

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  11. Der Beitrag von Zander, um den es hier ja geht, ist interessant und wertvoll. Im Grunde spricht er Probleme an, die den Menschen durchaus bewusst sind. Viel Neues findet sich in dem Beitrag nicht, es ist eher eine Bestandsaufnahme. Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, das eine Hochschule wie die Alanus einen Experten für Anthroposophie um einen Beitrag bittet. Ob man damit inhaltlich nun in allen Punkten einverstanden ist oder nicht, ist dabei ja nicht ausschlaggebend.

    Jemand, der ein Nest von aussen betrachtet kann Probleme bisweilen besser erkennen als jemand, der es sich darin bereits gemütlich gemacht hat.

    Tatsächlich ist es so, das Individualisierung, Pluralisierung und Internationalisierung aktuell Chancen und Konfliktfelder sind. Wir haben heute drei verschiedene aktuelle Steiner-Ausgaben unterschiedlicher Verlage und unterschiedlicher Ausrichtung. Damit muss man lernen klarzukommen, auch mit den Unterschiedlichen Interessen und Neigungen der Mitglieder.

    Insofern ist der Beitrag von Zander eigentlich recht konservativ, es ist eine recht nüchterne Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation.

    hr

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  12. Vorab: Helmut Zander und seine Frage:

    „ Warum hat sich die Anthroposophie im Zuge ihrer Pluralisierung nicht längst atomisiert? Ich habe darauf, ehrlich gesagt, keine mich ganz zufriedenstellende Antwort.“, das soll hier lediglich als ein Beispiel dafür dienen, wieso eine bloß wissenschaftliche Herangehensweise an R. Steiners Werke diese nicht erfasst.

    H. Zander :„Heute haben wir es nicht mehr mit „der“ Wissenschaft zu tun, sondern mit einer Pluralität von Wissenschaftskonzepten. Das bedeutet, dass sich die Anthroposophie im Gespräch mit der universitären Welt für ein Wissenschaftskonzept entscheiden muss..“

    Das hat Steiner bereits in seiner Arbeit: „Goethes naturwissenschaftliche Schriften“ getan. Darin steht:

    „Was hat nun gegenüber den übrigen Wissenschaften die Erkenntnistheorie für eine Aufgabe erfüllt? Sie hat uns aufgeklärt über Zweck und Aufgabe aller Wissenschaft. Sie hat uns gezeigt, welche Bedeutung der Inhalt der einzelnen Wissenschaften hat. Unsere Erkenntnistheorie ist die Wissenschaft von der Bestimmung aller andern Wissenschaften. (R. St. „Goethes naturwissen-schaftliche Schriften“ - IX Goethes Erkenntnistheorie)

    Weiterhin in seiner Doktorarbeit „Wahrheit und Wissenschaft“. Darin steht:

    „Die Erkenntnistheorie soll eine wissenschaftliche Untersuchung desjenigen sein, was alle übrigen Wissenschaften ungeprüft voraussetzen: des Erkennens selbst. Damit ist ihr von vornherein der Charakter der philosophischen Fundamentalwissenschaft zugesprochen. Denn erst durch sie können wir erfahren, welchen Wert und welche Bedeutung die durch die anderen Wissenschaften gewonn-enen Einsichten haben. Sie bildet in dieser Hinsicht die Grundlage für alles wissenschaftliche Streben.“ (R. St.„Wahr-heit und Wissenschaft“ - Vorbemerkungen)

    Mithin: Das Erkennen selbst muss man in Gang setzen und „in Folge“ dabei sich in die Methode, also das „Wie“ aller wissenschaftlichen Tätigkeit, versetzen. Man kann eben nicht mit einer bereits vorgefassten wissenschaftlichen „Form“ an Steiners Werk herantreten.

    Zudem: H.Zander setzt ein Begriffspaar voraus, das gänzlich ungeeignet dafür ist, seine Frage: „ Warum hat sich die Anthroposophie im Zuge ihrer Pluralisierung nicht längst atomisiert?“, einer Antwort zuzuführen.

    Im Hinblick auf Steiners Werk muss es lauten: Monismus und Pluralismus. Bei Steiner ist das Denken reiner Monismus und dessen Selbstbeobachtung ereignet sich als dessen Pluralismus. Mithin muss es heißen: Monismus und Pluralismus ist dasselbe!

    Dazu Steiner: Wer in dem Denken etwas anderes sehen will als das im « Ich» selbst als überschaubare Tätigkeit Hervorgebrachte, der muss sich erst für den einfachen, der Beobachtung vorliegenden Tatbestand blind machen, um dann eine hypothetische Tätigkeit dem Denken zugrunde legen zu können. Wer sich nicht so blind macht, der muss erkennen, dass alles, was er in dieser Art zu dem Denken «hinzudenkt», aus dem Wesen des Denkens herausführt. Die unbefangene Beobachtung ergibt, daß nichts zum Wesen des Denkens gerechnet werden kann, was nicht im Denken selbst gefunden wird. Man kann nicht zu etwas kommen, was das Denken bewirkt, wenn man den Bereich des Denkens verläßt. (R.St. Philosophie der Freiheit – Kapitel III)

    Fortsetzung weiter unten -

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  13. Fortsetzung:

    Weiterhin fragt H. Zander:Wohin wird sich die Anthroposophie in Zukunft entwickeln? Er sieht zwei Möglichkeiten:

    „Eine konservative Abgrenzung gegenüber der Gesellschaft, was die Identifizierung eines stabilen Markenzeichens und eine scharfe Identitätsbildung ermöglichen würde. Oder eine liberale Haltung, die sich mit der Umgebungskultur vernetzt, anschlussfähig ist und dabei die Veränderung und Anpassung ihres Markenzeichens einkalkuliert. Der konservative Weg hat alle Chancen, im Getto zu enden, dem liberalen Weg droht die Auflösung in die Gesellschaft. In der Regel versucht man, einen Mittelweg zu suchen: der ist weniger risikoreich, aber eben auch weniger attraktiv.“

    Ich wiederhole: „dem liberalen Weg droht die Auflösung in die Gesellschaft.“

    Die eigentliche wie zukunftsstiftende Möglichkeit bleibt unerwähnt. Diese:

    R. Steiner: „Unser Denken ist nicht individuell wie unser Empfinden und Fühlen. Es ist universell. Es erhält ein individuelles Gepräge in jedem einzelnen Menschen nur dadurch, daß es auf sein individuelles Fühlen und Empfinden bezogen ist. Durch diese besonderen Färbungen des universellen Denkens unterscheiden sich die einzelnen Menschen voneinander. Ein Dreieck hat nur einen einzigen Begriff. Für den Inhalt dieses Begriffes ist es gleichgültig, ob ihn der menschliche Bewußtseinsträger A oder B faßt. Er wird aber von jedem der zwei Bewußtseinsträger in individueller Weise erfaßt werden. (R.St. Philosophie der Freiheit – Kapitel V)

    Wie ist aber ein Zusammenleben der Menschen möglich, wenn jeder nur bestrebt ist, seine Individualität zur Geltung zu bringen? Damit ist ein Einwand des falsch verstandenen Moralismus gekennzeichnet. Dieser glaubt, eine Gemeinschaft von Menschen sei nur möglich, wenn sie alle vereinigt sind durch eine gemeinsam festgelegte sittliche Ordnung. Dieser Moralismus versteht eben die Einigkeit der Ideenwelt nicht. Er begreift nicht, daß die Ideenwelt, die in mir tätig ist, keine andere ist, als die in meinem Mitmenschen. (R.St. Philosophie der Freiheit – Kapitel IX)

    Da das Ganze nicht mein Thema ist, so soll das bisherige genügen. Wer weiterarbeiten will, dem bleibt allerdings ein erneutes Studium der Grundschriften Steiners nicht erspart!



    ~ Burghard

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    1. Ich finde, dass das verschiedene Ebenen sind. Natürlich leben wir in einer gemeinsamen logischen Ordnung. Das heißt aber nicht, dass wir darin nicht unterschiedliche Standpunkte einnehmen. Die sind de facto nun einmal da, und im Sinne eines Pluralismus und einer Suchbewegung auch willkommen. Herr Zander bewegt immer wieder die Gemüter, und das ist ja auch gut so. Er jagt regelmäßig die Löcher aus dem Käse- und bringt Leute dazu, sich zu positionieren. Damit leistet er sicherlich dem Vorschub, was er auch postuliert- die offene, pluralistische anthroposophische Selbstreflexion. Insofern ist er der Bewegung selbst dienlich, selbst wenn er das nicht beabsichtigen sollte.

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    2. Danke Herr Schildt, Ihr Beitrag ist hervorragend, allerdings bleibt das Problem bestehen: Was ist denn, wenn das Interesse am Studium der Grundschriften Steiners nicht so nachhaltig ausgeprägt ist, wie man das gerne hätte?

      Auch dieses Problem ist nicht neu, es ist kein Geheimnis, dass das Interesse am Besuch von Vorträgen und Zweigabenden rapide abnimmt, wenn Erkenntnistheorie und Goethe statt Reinkarnation und Karma serviert werden.

      So manch ein Vortragender hat sich dann überlegt, seine Vorträge eben umzubenennen. Denn irgendwo muss das Publikum ja herkommen.

      Es ist der dt. Anthroposophischen Gesellschaft immerhin zugute zu halten, und mittlerweile auch dem Goetheanum, dass sich die Menschen dort einer solchen Verbiegung mittlerweile verweigern und den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in der Moderation von Inhalten und Anliegen und vermittlung methodischer Grundlagen sehen.

      Denn anders lassen sich der anthroposophische Pluralismus und Individualismus schwer ertragen. Das vergisst man nämlich gerne, das immer jemand dabeisitzen muss, der sich die "Einigkeit der Ideenwelt" irgendwelcher Leute dann auch anhören muss. Möchten Sie das tun, Herr Schildt? Ich denke nicht.

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    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    4. (Ich habe hier zwei meiner Kommentare gelöscht, weil sie nicht an der richtigen Stelle gelandet sind. Hier möchte ich das folgende sagen:)

      Ich finde wie Michael zunächst, daß Burghard eine andere Ebene beschreibt - die der Erkenntnistheorie.
      Ist denn aber Anthroposophie heute darauf, gewissermaßen auf ihren „Ausgangspunkt“, zu reduzieren?
      Vielleicht.
      Angeblich hat Rudolf Steiner gesagt, die Philosophie der Freiheit werde das einzige sein, das von seinem Werk bleiben wird...
      Dennoch: ich glaube nicht, daß es schon so weit gekommen ist.

      Allerdings halte auch ich ein gründliches Studium der Grundschriften für sehr viel wichtiger als die vielen Vorträge und Mitteilungen zu „sensationelleren“ Fragen. Ohne diesen Ausgangspunkt verliert alles andere an Wert. Das gilt für die „Innensicht“, für diejenigen, die sich als „Anthroposophen“ sehen.

      Da die Anthroposophie aber nicht nur im Inneren der Anthroposophen lebt, sondern auch in der Welt ist, muß sie sich gefallen lassen, daß auch „von außen“ an sie herangetreten wird, mit jeder „Methode“, die die Welt heute zu bieten hat.

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    5. Vlt deshalb die Aussage, dass in 10.000 Jahren nur die pdf übrig bleibt, weil es auf sie allein ankommt. Das Zentrum direkt und unmittelbar erkennbar ist duirch dieses Wunderbuch.
      Was nützt uns alle Weisheit des Universums wenn wir nicht haben, was durch die pdf erkannt wird?
      Die den Geist nicht verstehen, die können das doch wirklich nicht. Das ist doch verstehbar.

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  14. Sehr schön den Wesenspunkt beleuchtet Burghard, danke für Deinen Beitrag.

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  15. Da ich nie die Philosophie der Freiheit gelesen habe, lese ich dank Burghard Schildt:

    "R. Steiner: „Unser Denken ....... (R.St. Philosophie der Freiheit – Kapitel V)"

    Das ist eben das objektive Denken, welches nicht von individuellen Färbungen geprägt wird, in seinem Inhalt (Gesetze des Dreiecks). Wir erreichen es, wenn wir den Mut aufbringen, das Individuell-Irdische in das Individuell-Kosmische zu erweitern. Letzteres kann nur durch Anhören von Vorträgen nicht erreicht werden. Solches kann nur ein Anstoß sein. Das Denken von Herrn Zander zu erfassen, also seine Zielrichtung seines Handelns zu erkennen, bedarf es nicht, sein angeblich wissenschaftliches Werk zu lesen. Es genügen kleine Aufsätze, Interviews, um das Wesen seines Wirkens denkerisch zu erfassen. Natürlich mag es für die Anthroposophenszene aufrührerisch sein, sich mit ihm zu beschäftigen, aber wie in der Rassismusdebatte, da die holländische Sektion der AAG das Werk der Feinde betrieb, war verwundert festzustellen, Herr Zander wird von anthroposophischen Institutionen eingeladen und kann so seine katholische Zielrichtung hinein ins (marode) Herz der Anthroposophie tragen. Ich hatte mich ja so intensiv für die Freiheit von Herrn Mollath eingesetzt. In den Schreiben seines Anwaltes, seine öffentlich nachlesbaren Schriften, finde ich das von Steiner beschriebene Denken wieder, diesmal in der Rechtssphäre. Deswegen kann ich auch ohne die Gesetze zu kennen, sofort denkerisch erfassen, was objektiv gegenwärtig unantastbares Menschenrecht sein muß, das ist wie bei dem Dreieck, das Steiner mit dem Denken in Verbindung bringt. Natürlich verdankt Herr Mollath seine Freiheit, weil er nicht gegenüber dem Staat während sieben Jahren Gefangenschaft eingeknickt ist, das war die Grundlage, so wie es sein Anwalt nun beschreibt. Wahr ist aber auch, ohne die öffentliche Arbeit vieler Menschen, wäre Herr Mollath nicht frei gekommen. So ist in dem Fall Mollath, dem ehemaligen Waldorfschüler gerade ein Wirkensprinzip des Denkens erkennbar, wie es Rudolf Steiner beschreibt, wie oben zitiert. Die "Philosophie der Freiheit" wurde so Wirklichkeit in der Seinswelt. Die Worte seines Anwaltes sind gerade für Anthroposophen auch lesenswert, da Steiner das Rechtswesen als die Höchste Form der Kunst ansah:

    http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Anmerkung-der-Verteidigung-2013-12-30.pdf

    Wir befinden uns also in einem Kapitel der Mysteriendramen, der Menschheitsdramen, da wir unmittelbar die Welt als Bühne erfahren, nicht abgesondert als abgehobene Künstler, sondern als Schicksalskunst im Sinne von Beuys. Insofern hat natürlich Herr Zander für sich seine Berechtigung, daß er Rudolf Steiners Geistesimpuls nicht erfasst hat, das signalisieren seine merkwürdigen Fragen. Mag auch sein, aus Rücksicht auf seinen Arbeitgeber, die Katholische Kirche, hat er seine Denkfähigkeit bewußt eingeschränkt. Nicht jeder hat den Mut wie Herr Küng und nimmt den Verlust seiner Lehrerlaubnis in Kauf.

    Übrigens, das Info3-Forum wurde vor Jahren geschlossen, weil Dritte vorhandene Namen missbrauchten und der Forumsbetreiber dem nicht abhelfen wollte, oder konnte. Wenn Dritte nun das Forum zu untergraben versuchen, kann dies auch bedeuten, Dritte sehen die Aktivitäten auf dem Forum für ihre Interessen als Gefahr an?!

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    1. Nein, wir sind in Mitteleuropa in der privilegierten Lage, dass niemand ein kleines Blog als Gefahr ansieht, zu unterwandern oder -graben versucht oder mir ins Knie schießt.

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    2. Da wird gleich wieder spekuliert... Was sind denn die Motive, woher kommt das Böse?

      Ist es katholisch? Besteht eine Gefahr für gewisse Interessen? Oder stecken vielleicht gar die Freimarurer dahinter?

      Wie steht es nun um den kurzen Artikel von Herrn Zander? Hat man es nun geschafft, ihn einmal nüchtern und mit wissenschaftlichem Ernst zu lesen? Oder ergeht man sich auch am zweiten Tage nach seiner Veröffentlichung auf dem Egoistenblog immer noch darin, seinen Autor zu diskreditieren, um sich nicht mit den Inhalten beschäftigen zu müssen?

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    3. Das drastisch Bild "oder mir ins Knie schießt." ließ mich doch noch tiefer forschen und so lese ich das erste Kapitel von Herrn Zander, seine Biografie zu Steiner. Darin der Satz:

      "Das wahre Leben, so kann man Steiners Credo lesen, beginnt nicht mit der biologischen Geburt, sondern mit der Taufe, die den Menschen zu einem geistigen Wesen mache."

      http://www.amazon.de/Rudolf-Steiner-Biografie-Helmut-Zander/dp/349205448X#reader_349205448X

      Zander beginnt gleich mit einer Unterstellung, als hätte Steiner betont, erst mit der Taufe werde der Mensch zu einem "geistigen Wesen". Das ist natürlich Unsinn. Ob und wie eine Taufe eine geistige Bedeutung hat, kann offen bleiben. Wir kennen ja Steiners Hinweis, der Regensburger Bischof Erhard hatte in einer Vision den Auftrag von Christus erhalten, die blinde Odilie zu taufen, die daraufhin sehend wurde. Ob und wie eine Taufe in der Gegenwart geistig zu werten, zu erleben ist, sei dahingestellt. Die Taufe mache den Menschen erst zu "einem geistigen Wesen", ist natürlich vollkommener Unsinn. Die Taufe mag die Richtung der weiteren Entwicklung vorgeben, als quasi magisches Weltbild, sie als die grundlegende Voraussetzung für "ein geistiges Wesen" zu halten, begründet am Ende den anderen Prozeß, den Menschen das Geistige abzusprechen, ihn vernichten zu dürfen, im Namen Christi, wenn es den Kirchenfürsten, den Theologen nicht passt. Ich kenne keine Äußerung Rudolf Steiners, welche die "Fantastik" von Herrn Zander belegt. Herr Zander beginnt seine Biografie, indem er seine katholische Vorstellung von Mensch, die Taufe, als Grundvorraussetzung für Menschsein Rudolf Steiner in die biographischen Schuhe schiebt. Damit ist auch das "katholisch" für Zander im Umgang mit Steiner charakterisiert, die katholische Taufe...... ...nur ein Katholik ist wahrer Christ, das ist auch das Verständnis für das Priesteramt. Nur Katholiken sind echte Priester. Evangelische Pfarrer sind keine echten Geweihten, ebensowenig Pfarrer der Christengemeinschaft. Was kann von einem Manne erwartet werden, der seine Biographie über Rudolf Steiner mit diesen Worten beginnt: "Halbwahr scheint der Satz mit dem Rudolf Steiner seine Autobiografie ...beginnt."
      Geschickt bewirkt Zander das Wort "Halblüge", als sei Steiner ein halber Lügner.

      Wer zu einer anderen Motivlage von Herrn Zander kommt, will eben das von Steiner vorgestellte Denken nicht üben. Natürlich ist Denken individuell gefärbt, die Inhalte sind jedoch kosmisch und sind daher von Jedem denkbar, überprüfbar. Wenn Steiner betont, gerade die Katholische Kirche verhindert das Verstehen des Kosmischen Christus, also das Verstehen der Wesenheit des Christus, dann kann auch das bewußte, oder unbewußte Motiv für den Professor für katholische Theologie gefunden werden; denn das individuelle Verstehen können von Christus, heraus aus magischen Handlungen, macht den Menschen frei von Handlungen eines Priesters, damit mündig in der Geistigen Welt...... .

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    4. Es geht hier im den vorliegenden Essay nicht um Zanders Steiner-Biografie, und nicht um Zanders Studie "Anthroposophie in Deutschland" und schon gar nicht um Zanders (angebliche) Motive.

      Es benötigt in der Wissenschaft keine Menschen, die Zitate aus anderen Werken eines Wissenschaftlers heraussuchen und kommentieren, um den Wissenschaftler zu "enttarnen". Das ist nicht einmal in der Anthroposophie üblich, und dort, wo dieses Verfahren angewandt wird, macht sich der Autor in 100% der Fälle lächerlich. Das ist wichtig zu verstehen, wenn ein Beitrag, der einem wichtig ist, vielleicht von einer Zeitschrift abgelehnt wird, was vorkommen kann.

      Manch ein Autor meint dann, Grund dafür sei die besondere Sprengkraft seiner Gedanken. In vielen Fällen ist der wahre Grund jedoch das methodische Defizit des Dargelegten.

      Man benötigt in der Wissenschaft Menschen, die in der Lage sind, ein Werk, so wie es ist, als einzelnes Werk zu nehmen und zu lesen. Nüchtern, sachlich, und mit Bezug auf das, was in dem Text zum Ausdruck gebracht werden möchte.

      Im vorliegenden Essay von Zander geht es eigentlich gar nicht um Steiner. Es geht eigentlich darum, wie sich die Gruppe seiner Schüler (früher nannte man das noch: "Die Anthroposophen") heute in der Gegenwart und in der Realität positioniert.

      Und tatsächlich verändert sich momentan ja einiges, manche anthroposophische Initiativen geben gerade ihre Identität auf, d.h. sie hören auf, als eigenständiger Organismus zu existieren. Dies hat ja Gründe. Auf der anderen Seite haben wir momentan eine Zersplitterung in ideologische Kleinstgruppen, obwohl es dafür kaum sachliche, wohl aber ökonomische Gründe gibt. Das manch ein anthroposophischer Autor und Vortragsredner seine Werke heute im Eigenverlag vertreibt, hängt eben auch damit zusammen, dass man dadurch das Dreifache an Gewinn einnimmt.

      Nur führt dies eben tatsächlich zur Zersplitterung der Schülerschaft Rudolf Steiners in ihrer gegenwärtigen Form, da sich die Menschen gegenseitig überhaupt nicht mehr wahrnehmen, sondern nur noch bekämpfen (im Namen der Wahrheit, Michaels, Rudolf Steiners, sonder von sonstwas).

      Und das hat Zander in seiner Grundform sehr nüchtern betrachtet in seinem vorliegenden Essay.

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    5. Interessant ist, wie "Wissenschaft" vorgegeben wird, wie die Herangehensweise an einen von Herrn Michael Eggert hereingestellten Text, der durch einen link ganz gelesen werden kann, im Geistraum zensiert wird, was getan werden darf was nicht, also, es darf dann keinen weiteren Bezug auf ein weiteres Werk von Herrn Zander geben, das fällt nun auf, dieses "Verbot".
      Nun, es geht mir nicht um Wissenschaft, warum auch, wenn eben, gehen wir geschichtlich voran, es eigentlich heißt "Geisteswissenschaft". Wissenschaftliches Denken für sich ist amputiert.

      "Helmut Zander betrachtete in einem Vortrag an der Alanus- Hochschule in Alfter in religionssoziologischer Perspektive "Transformationstendenzen in der anthroposophischen Szene" und anthroposophische Identitäten in der Vergangenheit bis heute- und wagt auch Ausblicke in die Zukunft. Sein Resümee: "Braucht man für sein Leben als Anthroposoph und Anthroposophin noch die Anthroposophische Gesellschaft oder die anthroposophische Bewegung? Wie gesagt, in vielerlei Hinsicht eigentlich nicht.""

      Für mich war der Hinweis von Herrn Eggert interessant, weil dann im gesamten Text Frau Halle auftaucht, ein Hinweis auf HerrnTomberg.
      Insofern - wird provokativ hingestellt - spielt Herr Zander auf einer karmischen Situation der AAG, einer karmischen Klaviatur der Namensnennung, dadurch auch der Auseinandersetzung hier auf dem blog.

      Mir las nun gerade meine Ehefrau ein Kapitel aus dem Buche "Karmische Krankheiten" mit den Unterbegriffen "erkennen - verstehen - überwinden" von Dankiel Meurois-Givaudan vor.
      Es ist Kapitel sieben mit dem Titel "Fußangeln".

      Es wird die Vorgehensweise von Herrn Zander, aber auch das Dilemma von Frau Halle, auch das Dilemma der AAG durch den vorgelesenen Text verständlicher.

      Das Thema von Herrn Zander ist die Anthroposophie ("Transformationstendenzen in der anthroposophischen Szene") deswegen "darf" auch anhand wie er mit der Biographie Rudolf Steiners umgeht, die Motivlage von Herrn Zander erkannt/aufgezeigt werden... .
      Es kann keine Selbstzensur im Namen der Wissenschaft geben, dazu bin ich auch zu sehr Künstler in Musik, Malerei. Vielleicht bedarf es karmischer Künstler um Rudolf Steiner gerecht zu werden, gerade in seiner persönlichen Tragik, die auch eine Tragik des Christentums der Gegenwart ist.... ....es gab ja kein Mitgefühl mit dem Schicksal des ehemaligen Waldorfschülers Mollath. Auch ein Herr Zander hätte ihn im Namen der Wissenschaft in der Psychiatrie verrecken lassen... ...wie die Anthroposophen auch......

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  16. --- Aal bis Zander ---

    "Natürlich leben wir in einer gemeinsamen logischen Ordnung. Das heißt aber nicht, dass wir darin nicht unterschiedliche Standpunkte einnehmen. Die sind de facto nun einmal da, und im Sinne eines Pluralismus und einer Suchbewegung auch willkommen. (Michael Eggert) "

    Geistige Prinzipien können durch das sogenannte Denken erkannt werden. Durch das Denken haben wir Anteil am/im Element Geist und können uns z.B. solche Wahrheiten wie Pi auf- und erschließen, die ja darum so erhaben sind, weil sie eine absolute Wahrheit darstellen, sprich, sie wurzeln nicht in der Logik, sondern diese wird erst durch selbige begründet. Darum bilden diese Wahrheiten auch eine Einheit und keine Beliebigkeit.

    Will sagen, Pi bleibt immer dieselbe Größe, ganz unabhängig von unseren Standpunkten. Sobald wir also einen Standpunkt innehaben, der auf einer geistigen Wahrheit beruht, sofern oder sonah ist es ein Standpunkt, den auch jeder andere Mensch einnehmen könnte, der zur selben Einsicht gekommen ist, sei es nun dreieckig, kreisförmig oder fischig! Der Zander gehört übrigens zu den Raubfischen, das als kleiner Tip für die Kochgiganten hier ;)

    Apropos Giganten: Ich habe mir erlaubt den Blog querzulesen und bin auf ein Gedankengebäude gestoßen, das wahrlich kein gutes Fundament hat, um nicht zu sagen, dessen Konstruktion wurde nicht richtig durchdacht. Ein Stahlgebäude (überhaupt jede Stahlkonstruktion) wird/würde in der gängigen Praxis nie/nicht so akurat zusammenfallen, wie es aller Welt vorgegaukelt wurde. Daß dieser Aberglaube auch hier vertreten wird, das zeugt allerdings von Geistesabwesenheit oder möglicherweise auch Zandermanie :)

    Ein Stahlgerüst würde sich krümmen, verbiegen, brechen, teilweise einstürzen, bersten, sich verzahnen, ...

    Man sagt, die Wahrscheinlichkeit eines 6er im Lotto liegt bei ca. 1 zu 14 Millionen. Okay, manchmal gibt es Anomalien in der Matrix, wer kennt sie nicht, diese sonderbaren "Deja vus"?! Manchmal finden sogar Dopplungen statt, das wäre dann ein zweifacher 6er im Lotto mit derselben Zahlenreihe innerhalb einer Woche. Ihr meint das sei Hokospokus? Nun, die Geschichtschreibung spricht von Zwillingstürmen.

    Grüße auch an Finfo3 ;)
    Omega

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    1. "Manchmal finden sogar Dopplungen statt, das wäre dann ein zweifacher 6er im Lotto mit derselben Zahlenreihe innerhalb einer Woche. Ihr meint das sei Hokospokus? Nun, die Geschichtschreibung spricht von Zwillingstürmen."

      Cosmos und Damian. Mögen sie auf Ewig unser Herz beglücken.

      http://www.zaunschirm.de/beuys.html

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    2. Du ahnst es ja nicht. Darüber muß ich erstmal nachsinnen. Danke für den Hinweis. Grüße an MP ;)

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  17. Nun habe ich den hier in Rede stehenden Artikel Helmut Zanders doch schon heuer gelesen - und bin angenehm überrascht.
    Es klingt für mich ein ganz anderer „Ton“ darin als in vielem, das ich bisher von Herrn Zander gelesen habe.
    Ich glaube auch weiterhin nicht, daß es ihm darum geht, die Anthroposophie zu „vernichten“ oder „verschwinden zu lassen“ oder zu „atomisieren“.

    Zander stellt sich hier auf den Standpunkt eines sachlichen, gewissermaßen „neutralen“ Beobachters von außen - und dieser Aufsatz enthält meiner Ansicht nach tatsächlich etliche zutreffende Schilderungen des derzeitigen „Zustandes“.
    Ich bin aber ziemlich sicher, daß Zander sich trotz seines „Außenstehens“ seines eigenen Mitwirkens an der Entwicklung der Anthroposophie bewußt ist, vielleicht stärker als früher.

    Ernst Seler hat hier etwas zitiert:
    »(Zander) "ich habe eigentlich immer noch nicht Steiner, seinen Impuls verstanden. Ich arbeite mich an den Menschen ab, will die Zukunft erfassen, will indirekt vorgeben, was mit der Anthroposophie Steiners zu geschehen hat....."«
    Lieber Ernst - ist das ein Zitat Helmut Zanders (woher?), oder ist es eine Darstellung der Motive, die Du aus seinen Schriften herausliest?
    Wie auch immer - ich finde, es trifft die Sache ziemlich gut.
    Und ich finde das auch ganz in Ordnung so.
    Wie sich die Anthroposophie künftig in der Welt entwickeln wird, ist - wie bei jeder Entwicklung - nicht nur eine Sache der Anthroposophen, sondern es ist auch eine Sache der Welt.
    Je bewußter wir daran mitarbeiten, desto mehr wird die künftige Entwicklung zu einer Sache jedes einzelnen von uns, sei er nun Mitglied der anthroposophischen Gesellschaft oder der anthroposophischen Bewegung oder nicht.

    Insofern ist auch Zanders „Ausblick“ nicht so einfach von der Hand zu weisen. Er sieht zwei Möglichkeiten, die sicherlich gegeben sind:
    »Eine konservative Abgrenzung gegenüber der Gesellschaft, was die Identifizierung eines stabilen Markenzeichens und eine scharfe Identitätsbildung ermöglichen würde. Oder eine liberale Haltung, die sich mit der Umgebungskultur vernetzt, anschlussfähig ist und dabei die Veränderung und Anpassung ihres Markenzeichens einkalkuliert. Der konservative Weg hat alle Chancen, im Getto zu enden, dem liberalen Weg droht die Auflösung in die Gesellschaft.«

    Wie reagieren wir Anthroposophen auf Zander?
    Emotional abwehrend, ohne auf das, was er sagt, inhaltlich einzugehen? Richtung: Ghetto.
    Oder hofierend, indem wir ihn als „Experten für Anthroposophie“ akzeptieren und seine Argumentationsweise zu der unseren machen? Richtung: Auflösung in die Gesellschaft.

    Läßt sich ein Weg finden, der weder das eine noch das andere zum Ziel hat?

    Zander, der „Beobachter von außen“, schließt so:
    »In der Regel versucht man, einen Mittelweg zu suchen: der ist weniger risikoreich, aber eben auch weniger attraktiv.«

    (Fortsetzung folgt)

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    1. (Teil 2)

      Davor hat Zander aber eine wichtige Frage gestellt, deren Antwort zu finden nicht ihm selbst obliegt, sondern zunächst einmal jedem einzelnen Menschen, der sich als Anthroposoph oder Anthroposophin sieht:
      »Braucht man für sein Leben als Anthroposoph und Anthroposophin noch die Anthroposophische Gesellschaft oder die anthroposophische Bewegung?«
      Zanders eigene Antwort auf diese Frage: »Wie gesagt, in vielerlei Hinsicht eigentlich nicht.« ist keine echte Antwort. Zander bemerkt das wohl auch, oder ahnt es zumindest, sonst hätte er nicht „in vielerlei Hinsicht“ und „eigentlich“ dazugeschrieben.

      Wenn man dieser Frage ein Wort voranstellt, weist sie möglicherweise genau dorthin, wo sich auch die Antwort auf die Frage verbirgt, warum sich die Anthroposophie »im Zuge ihrer Pluralisierung nicht längst atomisiert« habe (eine Frage, auf die Zander zugegebenermaßen »ehrlich gesagt, keine mich ganz zufriedenstellende Antwort« findet):

      »Wozu braucht man für sein Leben als Anthroposoph und Anthroposophin noch die Anthroposophische Gesellschaft oder die anthroposophische Bewegung?«

      Das ist eine Frage, die sich, wie gesagt, schon bisher jeder einzelne zu stellen hatte.
      In einer Zeit, in der (wie Zander zu Beginn seines Aufsatzes feststellt) nicht nur der direkte irdisch-persönliche Kontakt zu Rudolf Steiner selbst, sondern auch zu den Menschen, die ihn noch gekannt haben, nicht mehr möglich ist, wird die Anthroposophie sich auch als Gesellschaft, als Bewegung dieser Frage deutlicher und bewußter als bisher zu stellen haben.

      Hier würde sich wohl auch ein Weg in die Zukunft auftun, der nicht ein „lauer“ Mittelweg ist, wie Zander ihn in seinem Schlußsatz im Auge zu haben scheint, sondern ein Weg, wie er dem des Menschheitsrepräsentanten zwischen Luzifer und Ahriman entspricht...

      Diesen Weg wird man freilich als „Beobachter von außen“ nicht finden können.


      In diesem Sinne:
      Alles Gute für 2014!
      Ingrid

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    2. Liebe Ingrid,
      wird aus meinem Text im Zusammenhang zitiert, ergibt sich die Antwort zu Deiner Frage:

      ""ich habe eigentlich immer noch nicht Steiner, seinen Impuls verstanden. Ich arbeite mich an den Menschen ab, will die Zukunft erfassen, will indirekt vorgeben, was mit der Anthroposophie Steiners zu geschehen hat..... "
      So wirken die Worte von Herrn Zander."

      Indem ich schreibe "so wirken die Worte von Herrn Zander" ist erkennbar eine fiktive Rede formuliert.

      Gruß
      Ernst

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    3. »Wozu braucht man für sein Leben als Anthroposoph und Anthroposophin noch die Anthroposophische Gesellschaft oder die anthroposophische Bewegung?«

      Ich denke das ist noch eine interessante Frage.

      Die Menschen verstehen heute unterschiedliche Dinge unter dieser Gesellschaft. Manche sehen das als Erkenntnis- und Schicksalsgemeinschaft, zum Beispiel. Andere sehen nur ihren lokalen Steiner-Lektürekreis als Anthroposophische Gesellschaft. Manche wollen das Goetheanum fördern, andere möchten ihrer eher abstrakten Begeisterung für Steiner und sein Werk Ausdruck verleihen.

      Steiner jedenfalls hielt es für wichtig und nötig, das seine Ideen auf ein soziales Netzwerk von Menschen trifft, und nicht als rein literarisches Ereignis irgendwo versandet. Das es Anthroposophen heute überhaupt noch gibt, das ist auch gerade den vielgeschmähten Institutionen, die sich im Laufe der Jahre gebildet haben, zu verdanken.

      Kurzantwort: Ein Mensch braucht die Anthroposophische Gesellschaft, weil er als Mensch die Gesellschaft anderer Menschen braucht. Das ist eben eine Grundbedingung für esoterische Tätigkeit, und auch die Grundlage, für all die verschiedenen Initiativen, die bislang aus Steiners Ideen heraus entstanden sind.

      Das ist wichtig zu beachten, dass die Anthroposophische Gesellschaft keine Bekenntnisgesellschaft ist. Im Gegenteil, Mitglied kann explizit jeder werden, der dies möchte.

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    4. Lieber anonym,

      danke - schön, daß Du diese Frage aufgreifst!

      Ja. Die Menschen verstehen heute sehr unterschiedliche Dinge unter dieser Gesellschaft - und deshalb gibt es wohl auch sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage, ob bzw wozu ein Anthroposoph/eine Anthroposophin sie heute „braucht“. Wir werden hier wohl kaum zu einer einheitlichen Antwort kommen.

      Du machst darauf aufmerksam, daß Rudolf Steiner es für wichtig und nötig hielt, daß seine Ideen auf ein soziales Netzwerk von Menschen trifft, und nicht als rein literarisches Ereignis irgendwo versandet.
      Ja.
      Aber daß Rudolf Steiner etwas „für wichtig und nötig hielt“, das kann erstens niemanden „Außenstehenden“ überzeugen, und zweitens wird es als Motivation im Laufe der Zeit auch im „Inneren“ halt immer „blasser“ --- ich finde es bemerkenswert, daß Helmut Zander zu Beginn seines Artikels genau darauf hinweist.
      Es liegt in der Natur der Sache *), daß ein „Gründungsimpuls“ kräftig wirkt, solange der Gründer selbst sein Unternehmen leitet. Danach wird der Impuls schwächer, wirkt aber noch immer durch die nächste Generation, durch die Menschen, die den Gründer noch persönlich kannten. Spätestens in der übernächsten Generation aber kann man sich nicht mehr auf den ursprünglichen „Gründungsimpuls“ verlassen, ab dann braucht es neue Impulse...

      Um uns über die Richtung eines solchen neuen Impulses klarzuwerden, ist es vielleicht hilfreich, die Frage nach dem „Wozu“ noch ein wenig anders zu stellen --- weniger „persönlich-utilitaristisch“:

      »Wozu braucht nicht der einzelne Anthroposoph, die einzelne Anthroposophin, sondern die Welt heute noch die Anthroposophische Gesellschaft oder die anthroposophische Bewegung?«

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

      ----------
      *) Ich bin ganz sicher, ich habe das auch irgendwo bei Steiner gelesen. ;-) Wenn jemand meint, daß ein Zitat zur Bekräftigung nötig ist, suche ich es heraus.

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    5. Danke für den Beitrag, Ingrid.

      Warum geht es denn immer um Steiner, oder warum soll es denn immer um Steiner und seinen Gründungsimpuls gehen? Die Anthroposophische Gesellschaft gibt es nun 100 Jahre.

      Wenn man die Anthroposophische Gesellschaft als Erkenntnis- und Schicksalsgemeinschaft versteht, dann meint das doch die Erkenntnisse und das Schicksal ganz konkreter Menschen, die man persönlich kennt, und mit denen man sich verbunden fühlt. Auch im Irren und im Scheitern. Das ist doch das, was Anthroposophische Gesellschaft ausmachen sollte, meinem Verständnis nach. Zumindest ist dies der Grund weshalb ich mich mit ihr verbunden fühle.

      Wenn ich in einer anthroposophischen Zeitschrift den Artikel eines Menschen lese, den ich kenne, dann freut mich das ungeheuer. Und mit der Zeit lernt man mehr und mehr Menschen kennen, das bringt die Zeit. Mich interessiert dann einfach, was dieser Mensch zu sagen hat, womit er sich beschäftigt, was sein Anliegen ist.

      Neues über Rudolf Steiner erhoffe ich mir dabei eigentlich nicht, aber es soll ja um Anthroposophie gehen, und wie sie ganz konkret ist. Und das ist sie eben im Gegenüber und nicht in einem selber. Deswegen brauche ich die Anthroposophische Gesellschaft.

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    6. (Ich hatte jetzt einen Abend zum "Nachlesen" verwendet, und danach war es zu spät um selbst was zu schreiben. Nochmal schaff ich das echt nicht, es gibt so viele neue Kommentare! also einfach mal dazwischen: )
      Nun ich könnte einige Dinge dazu sagen. Aber nichts mehr, was sich nicht selbst aufgelöst hätte.

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  18. Nach dem Versuch Dritter das Denken vorzugeben, habe ich nochmals den von Herrn Eggert vorgestellten Artikel gelesen.
    Also, da gibt es Anthroposophen, die laden "zum Thema Anthroposophie" einen katholischen Theologen mit Lehrerlaubnis, also einen katholischen Professor ein. Der veröffentlichte Beitrag wird mit
    "Wie kann man mit Rudolf Steiner sprechen?"
    überschrieben.

    Der Artikel endet:

    "Wohin wird sich die Anthroposophie in Zukunft entwickeln? Ich sehe zwei Möglichkeiten: Eine konservative Abgrenzung gegenüber der Gesellschaft, was die Identifizierung eines stabilen Markenzeichens und eine scharfe Identitätsbildung ermöglichen würde. Oder eine liberale Haltung, die sich mit der Umgebungskultur vernetzt, anschlussfähig ist und dabei die Veränderung und Anpassung ihres Markenzeichens einkalkuliert.
    Der konservative Weg hat alle Chancen, im Getto zu enden, dem liberalen Weg droht die Auflösung in die Gesellschaft. In der Regel versucht man, einen Mittelweg zu suchen: der ist weniger risikoreich, aber eben auch weniger attraktiv."
    Es ist schon bemerkenswert, wenn Anthroposophen einen erkennbaren Gegner Rudolf Steiners einladen, ein esoterischer Titel verspricht Erkenntnisse, Wissen zu erlangen, wie man/frau direkt mit Rudolf Steiner sprechen kann. Davon ist im Artikel dann keinerlei Rede.
    Auffallend ist der Schluß von Herrn Zander. Er gibt seinen Zuhörern, ausgewachsenen Anthroposophen zwei Visionen, eine davon ist, im "Ghetto" zu landen, die andere, "dem liberalen Weg droht die Auflösung...". Dann fällt dem Redner noch der Mittelweg ein, der aber "weniger attraktiv" sei.
    Resumee, ein katholischer Theologe malt seine Wunschvorstellung für die Entwicklung der Anthroposophie an die Wand. Was will er mit seiner katholischen Religionssoziologie denn von der Geisteswissenschaft Steiners verstehen. Und deshalb war es legitim, den Autor Herrn Zander mit seinen Taten zu konfrontieren. Hat nun Rudolf Steiner die These vertreten, die Herr Zander Steiner in den Mund schiebt, bzw. in seine Schrift, der Mensch sei erst mit der Taufe ein "geistiger Mensch".
    Mir ist dergleichen von Steiner bisher nicht bekannt geworden. Kann Herr Zander nicht seine These belegen, dann hat er bewußt ganz am Anfang der Biografie Steiners eine Fälschung begangen, um auf dieser Lüge die Biografie Steiners aufzubauen. Herr Zander ist offen als Fälscher zu bezeichnen, der angeblich wissenschaftlich das Leben Steiners untersucht und gleich am Anfang der Lüge überführt werden kann?
    In dem Zusammenhange, daß bestimmte Anthroposophen Herrn Zander einladen, es um die Identität der Anthroposophen geht, soll dann ein erwiesener Lügner an der Biographie Steiners nicht der Lüge an der Anthroposophie überführt werden dürfen?! Es war notwendig aus dem Werke von Herrn Zander zu zitieren, um die Unwahrheit an der Biographie Steiners aufzuzeigen, es geht schließlich angeblich um die Identität der Anthroposophen. Wenn Steiner uns auffordert, zu erkennen, welcher geistigen Strömung wir angehören, dann auch, ob wir Lügen folgen.... .
    (die Beiträge von Ingrid lese ich erst nach Erstellung obigen Textes)

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  19. "Es ist schon bemerkenswert, wenn Anthroposophen einen erkennbaren Gegner Rudolf Steiners einladen, ein esoterischer Titel verspricht Erkenntnisse, Wissen zu erlangen, wie man/frau direkt mit Rudolf Steiner sprechen kann. Davon ist im Artikel dann keinerlei Rede."

    Haben die Theosophen denn nicht auch einmal einen erkennbaren Gegner der Theosophie eingeladen, einen frechen Journalisten und gescheiterten Philosophicus, der sich öffentlich in übelster Weise über Theosophie lustig gemacht hat?

    Hat dieser Mensch dann nicht auch eine Aufsatzreihe mit dem Titel "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?" veröffentlicht, um Aufmerksamkeit für seine Belange zu generieren? Denn wie das jetzt eigentlich funktioniert mit den Erkenntnissen höherer Welten, das ist ja auch 110 Jahre nach diesen Aufsätzen etwas unklar, gelinde gesprochen.

    Zwei Versionen bietet Zander in seinem Essay.. Tatsächlich? Und beide scheinen wenig attraktiv?

    Die eine Zukunft schwebt luftig in der Höhe. Die andere vergräbt sich verhärtet in der Erde.. Aber, Gottseidank, es gibt noch einen Dritten Weg, der Heil und Zukunft verheisst, wenn sich der Mensch nur in beiden Polen zu finden vermag?

    Moment.. Was schreibe ich da eigentlich? Mir gefriert der Bleistift in der Hand.. Meine Güte..

    Er ist wieder da.

    Seine Heiligkeit, der II. Rudolf Steiner. Unser ozeangleicher Lehrer. Unser höchster Eingeweihter. Er, der unsere Tränen trocken wird. Er, der's allen zeigen wird. Nur seine treuesten Schüler werden ihn erkennen.

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  20. Die wirkliche Basis, die des Denkens, hat uns Steiner in/durch seine(r) Erkenntnistheorie gegeben und aufgezeigt. Erfasst man diese Basis und begegnet ihr im eigenen Denken, dann beantwortet sich augenblicklich die untenstehende Frage Zanders, sie ist offenbar, sogleich. Ich picke mir mal die gleichen Aussagen raus, die auch Burghard gewählt hat, denn die beinhalten des suchenden Denkens Lösung.

    Zander:

    „ Warum hat sich die Anthroposophie im Zuge ihrer Pluralisierung nicht längst atomisiert? Ich habe darauf, ehrlich gesagt, keine mich ganz zufriedenstellende Antwort.“
    -------------------------

    Und hier nun ein Satz Zanders, der seine obige Frage transparent werden lassen könnte:

    "„Heute haben wir es nicht mehr mit „der“ Wissenschaft zu tun, sondern mit einer Pluralität von Wissenschaftskonzepten."

    Die heutige Art Wissenschaft zu betreiben ist atomisiert, weil die meisten der aufklärerisch unterwegs sich befindenden "Wissenschaftler" in ihrem Denken atomisiert sind, sie haben die gesetzmässige Grundbedingung, die Basis des Denkens nicht begriffen und streunen daher herum auf der Suche nach einer Antwort. Sie fliegen atomisiert durch den Kosmos und wissen nicht mehr, wie man ein Molekül zusammensetzt. DAS bzw. DORT liegt der Sinn heutiger Wissenschaft begraben, man hat ihn offensichtlich verloren.

    Und wenn Michael und Ingrid meinen, dass das hier von Burghard Aufgezeigte eine andere Ebene beschriebe, dann mag es zwar faktisch richtig sein, aber nicht in einem tat-sächlichen, lebendigen Sinne, um den es aber doch hier geht, wenn man verstehen möchte, warum sich pluralisierende Phänomene auftun.

    Und wenn man wirklich die Frage hat, wie Zander sie formuliert, "wie man mit Steiner sprechen könne", dann muss man zuallererst begreifen was Wurzeln sind, oder die Basis im und des Denken(s). Dann vermag man auch die pluralisierten Luftballons wieder einzufangen und zu verstehen, zu ordnen und einzugliedern in das Leben.

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  21. Ich war auch Teilnehmer bei diesem Koloquium am 7. Oktober. Ich habe dabei Helmuth Zander gefragt ob es seiner Meinung nach die Möglichkeit gibt um Wahrnehmungen "jenseits der Schwelle" zu machen und zum Beispiel die Akasha Chronik zu "befragen". Er antwortete dass er auf diese Frage keine Antwort geben konnte wegen seiner theologischen Überzeugung, als Anhänger der historisch-kritischen Exegese. Das erklärt nach meiner Meinung auch seinen Abweisung der Anthroposophie, als Steiners Gedankengut. Das Gespräch war
    gut, weil er davor auch meine Meinung gehört hatte (we agree to disagree). Das Gesprächsklima in Alfter war hervorragend.

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  22. English Translation here:

    https://www.facebook.com/groups/IndependentARE/permalink/1443727329172994/

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  23. Ernst Seler regt sich ja so auf, dass Zander behauptet, Rudolf Steiner habe die (angeblich) katholische Vorstellung vertreten, erst mit der Taufe werde der Mensch ein geistiges Wesen.
    Es geht um die Frage, ob Steiner am 25. oder 27. Februar 1861 geboren ist. Während er in "Mein Lebensgang" den 27.2.1861 angebe, habe er bei früherer Gelegenheit einmal den 25.2.1891 angegeben. Jetzt zitiere ich Zander:
    "Einmal, nur dieses eine Mal, wie bei einem Freudschen Versprecher, verlegt Steiner seinen Geburtstag zwei Tage vor. Die Differenz ist minimal und könnte als Versehen durchgehen, ließe sich dahinter nicht ein Programm lesen. Die Lücke von zwei Tagen ist ein Schlüssel zu Steiner Autobiografie, ja zu seinem ganzen Leben. Denn der 27.Februar ist Steiners Tauftag. Das wahre Leben, so kann man Steiners Credo lesen, beginnt nicht mit der biologischen Geburt, sondern mit der Taufe, die den Menschen zu einem geistigen Wesen mache. Diese Differenz zwischen, wie er später sagen wird, exoterischer und esoterischer Existenz war die Grundspannung seines Lebens." (Helmut Zander: Rudolf Steiner. Die Biographie, München 2011, S.13)
    Für mich ist Zanders Behauptung zwar etwas überinterpretiert, aber deutlich als Interpretation erkennbar. Dass die Katholische Kirche, wie Seler behauptet, lehre, erst die Taufe mache den Menschen zu einem geistigen Wesen, kann nur auf einem Mißverständnis beruhen, welche die Begriffe "geistlich" und "geistig" nicht unterscheidet bzw. unterschiedlich interpretiert.Man kann andere Weltanschauungenen/Religionen nie verstehen, wenn man sie nur von vornherein nur im Rahmen der eigenen Interpretation sieht. Das sieht man ja auch an den vcielen gescheiterten Versuchewn einer adäquaten Anthroposophie-Darstellung. Direkte Auseinandersetzung ist besser. Steinersche Interpretationen kann man später hinzunehmen. Wer von vornherein den Islam unter der Ahriman-Arabismus-Keule, die Katholische Kirche unter der 869-Keule, die Theosophische Gesellschaft unter der Keule angeblicher angelsächsischer dunkler Logen, den Buddhismus unter den Rahmen, er sei nicht über die Verklärung Christi auf dem Berge Tabor hinausgekommen liest, wird zwar das erhebender Gefühl des besseren Wissens haben, aber nie eine echte Transzendierung des eigenen Verstehenshorizontes erleben, sondern immer nur seine Welterklärungsideologie bestätigt sehen.


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  24. @Hischam A. Hapatsch
    Sie schreiben:
    "Für mich ist Zanders Behauptung zwar etwas überinterpretiert, aber deutlich als Interpretation erkennbar."
    Die Herangehensweise von Herrn Zander, sofort mit dem ersten!!!! Wort "Halbwahr" der Biographie eine moralisch-geistige Wertung über Rudolf Steiner vorzunehmen ist mehr als fragwürdig. Es bleibt ja vollkommen offen, warum Steiner zwei verschiedene Daten notiert hat. Es handelt sich auch nicht darum Herr Zander "überinterpretiert" Steiner, sondern er schiebt ihm etwas unter. Der Unterschied zwischen "geistig" und "geistlich" dürfte Herrn Zander als ehemaligen Studenten und tätigen Professor bekannt sein. Es sind die Worte von Herrn Zander also zielgerichtet auf die Person Steiners angewendet. Ich bleibe bei meiner Erkenntnis über die Vorgehensweise von Herrn Zander.

    Die Aussage von Rob Steinbuch: "Ich war auch Teilnehmer........Er (Zander) antwortete dass er auf diese Frage keine Antwort geben konnte wegen seiner theologischen Überzeugung, als Anhänger der historisch-kritisch.......en Exegese. Das erklärt nach meiner Meinung auch seinen Abweisung der Anthroposophie, als Steiners Gedankengut.":

    wenn Herr Zander von einer theologischen Überzeugung berichtet, welche ihn in seinem Denken leitet (nämlich eine "Sperre" des Denkens) spricht Herr Zander aus, was ich zuvor als "katholisch" grundsätzlich formuliert habe, was eben aus den Worten, über und in den Worten zu spüren ist, egal was Herr Zander spricht. Ich habe erst Jahre nach Texten von Herrn Zander ein erstes Photo von Herrn Zander gesehen. Ich wunderte mich, daß er Professor werden konnte, mir war auch klar, der Mensch kann niemals Steiner verstehen, er will auch nicht Steiner verstehen, sondern er ist - unbewußt-bewußt- williges Werkzeug. Soweit ich damals erfuhr, hat er seine Habilitationsschrift unter merkwürdigen Umständen erstellt. Es ging in der Schrift um Rudolf Steiner. Also, es braucht ja immer einen "Doktorvater", der das Thema genehmigt. Da ein Sohn gerade als Doktorrand tätig ist, habe ich bescheidene Kunde, wie die Dinge eingerichtet sind. Rudolf Steiner wurde so erstmals zum Objekt der Wissenschaft und in diesem Sinne nach allen Regeln der (theologischen) Kunst zerpflückt. Es sollte eben von dem Geistigen Erleben Steiners nichts übrig bleiben. Er wurde zum Kopist gestutzt, zum bloßen Erzähler eines Zeitgeistes gebrandmarkt. Das Zeitzeugnis von Herrn Rob Steinbuch ist nun sprichwörtlich mehr als Gold wert. Es bestätigt, was von mir über die Vorgehensweise von Herrn Zander dargestellt wurde: er ist und bleibt Katholik und als solcher brandmarkt er Rudolf Steiner und legt ihm mit dem "Credo" gleich zu Beginn der Biografie seine katholische Theologie in den Mund. Er stutzt Steiner zurück zum Katholiken (Taufe) und unterstellt ihm einen Freudschen Versprecher, gar einen Halblügner.... denn das soll "Halbwahr" als erstes Wort der Biografie (bitte nachschauen, link weiter oben) bewirken.

    Und einen solchen Mann laden Anthroposophen zu sich ins Haus. Das ist viel interessanter als Herr Zander selbst. Was ist nur mit der AAG, den Menschen geschehen, wenn sie so geistig blind sind, das frage ich mich. Herr Zander missbraucht (hohe Kunst mancher Priester) Steiner, um ihm seine katholische Exegese wegen des Rätsels der zwei verschiedenen Daten unterzuschieben, das ist keine Überinterpretation, das ist typisch katholische Vorgehensweise, alles Vereinnahmen. Es gibt hier einen Zeitungsartikel, der Jahre nach 1995 den Kruzifixbeschluss selbst als katholischen Impuls uminterpretiert, nur wirkt die Vorgehensweise der Kirche so durchsichtig, wie eben Zanders Biographie über Steiner.

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    1. Als ich am letzten Werktag des Jahres 1995 mit dem Jesuiten Herrn Prof. Hengsbach in dem Aufnahmestudio des Morgenmagazins in Köln (WDR) diskutierte - mir war seine Anwesenheit vorher nicht von der Redaktion mitgeteilt worden, die drei verschiedenen Gesprächsrunden wurden live gesendet - durfte ich die hohe Kunst jesuitisch-katholischen Denkens hautnah Erleben. Ich habe noch die Aufzeichnung. Es geht der Katholischen Kirche in jeder Faser ihres Wesens darum, den vermeintlichen Gegner unter allen Umständen irgendwie "katholisch" zu machen, das verstehen sie unter Feindesliebe. Wir lachten mehrmals, Herr Hengsbach und ich. Seine Grundthese war, er glaube nicht an den reinen Impuls, es werde also immer Institutionen geben. Das war ja die Gefahr, der eigenverantwortliche Mensch, der staatliche und kirchliche Bevormundung (Symbol) nicht mehr akzeptiert, aus einem eigenen Impuls handelt. Das verstand ja auch der Vorstand der AAG nicht. Ich erzählte aber zuvor in einem Thelephongespräch Herrn Kurt Theodor Willmann davon, einem direkten Schüler von Rudolf Steiner - und so kommen wir wieder zu Herrn Zander, der davon spricht, wie die letzten Zeitzeugen Steiners wegsterben. Weil Herr Zander Frau Halle in seinem Vortrag, auch Herrn Tomberg mit hereinnimmt, sind die Aussagen von Herrn Zander, wenn er von Vertretern der AAG eingeladen wird, irgendwie indirekt-direkte Einflußnahme auf die Zukunft der AAG. Es kann also das Auftreten von Herrn Zander als die Bankrotterklärung der AAG erkannt werden, die nicht mehr weiter weiß, etwa mit Frau Halle... ...Michael (Eggert) hat vor einigen Jahren bekanntgegeben, werde Frau Halle weiterhin... ...werde er aus der AAG austreten. Er hat dies kürzlich, möglicherweise auch aus anderen Gründen, nun vollzogen. Das kann uns zum Denken anregen, so wie Dritte nun hoffen, er werde ein zweites Mal wieder in die AAG eintreten. Herr Eggert hat Interesse an Rudolf Steiner, sonst würde er nicht weiterhin Themen (für mich als Gewinn) veröffentlichen. Gerade die Zeugenaussge von Herrn Rob Steinbuch ist unendlich wertvoll, weil es der Diskutiererei um der Diskussion willen ein Ende bereitet, Herr Zander selbst seine Motivgrundlage für sein Denken öffentlich bekannt gibt. Herrn Steinbuch kann bestätigt werden, Gespräche mit Katholiken sind immer gepflegt, durchaus harmonisch, auch mit Witz geführt, wie meine Erfahrung mit Herrn Hengsbach (auch anderen) dies zeigt. Der mentale Scheiterhaufen ist jedoch jederzeit angerichtet und diesen erlebe ich gleich am Anfang der Biografie von Herrn Zander über Rudolf Steiner......

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  25. “Nun habe ich den hier in Rede stehenden Artikel Helmut Zanders doch schon heuer gelesen - und bin angenehm überrascht.
Es klingt für mich ein ganz anderer „Ton“ darin als in vielem, das ich bisher von Herrn Zander gelesen habe. Ich glaube auch weiterhin nicht, daß es ihm darum geht, die Anthroposophie zu „vernichten“ oder „verschwinden zu lassen“ oder zu „atomisieren“.“

    Von einem ganz anderen Ton würde ich nicht sprechen wollen. Zander hat meiner Ansicht nach den „Braten“ offensichtlich so serviert, dass man das ihm einverleibte schleichende Gift noch weniger als sonst bemerkt. Ob er das nun bewusst oder unbewusst betreibt, vermag ich nicht genau zu sagen, ich tendiere allerdings zu ersterem, denn das, was er in seinem 2000seitigem Opus praktizierte, war schon ein sehr kalkuliertes, mehr oder weniger grob subversives Vorgehen. Um das erkennen zu können, muss man tatsächlich nicht (wie Ernst Seler richtig bemerkt) die ganzen 2000 Seiten gelesen haben.
    Eindeutig auszumachen ist dieses Vorgehen auch hier, wenn man die auf den ganzen Artikel fein verteilten Anspielungen in kompakter Form vorgesetzt bekommt:

    “Steiner, ein Kind des 19. Jahrhunderts, lud seine Anthroposophie mit einem hohen Wissenschaftsanspruch auf.“
    Das klingt nicht sehr neutral und objektiv, eher so, als ob da jemand einen Luftballon aufgepumpt hat, der über kurz oder lang seinen Inhalt wieder verlieren wird. Diese Formulierung soll und wird ganz sicher keine positiven Assoziationen wecken.

    “In dem Lehrer und Dogmatiker, der er auch ist, …“
    Steiner ein Dogmatiker? Zander, der sich nun eine reichliche Anzahl an Jahren durch Steiners Werk gewühlt hat, auf der Suche nach investigativ zu verwertendem Material, sollte es ganz sicher besser wissen. Warum also behauptet er das? Diese Behauptung entspringt entweder purer Böswilligkeit oder reinster Dummheit.

    “… - ein Valentin Tomberg wurde in der 30er Jahren noch aus der Anthroposophischen Gesellschaft ausgeschlossen, als er ähnlich wie Steiner höhere Erkenntnisse beanspruchte.“
    Auch nicht sehr objektiv formuliert, wenn man hier von „beanspruchen“ redet. Wer Steiner liest, wird leicht feststellen können, wie wenig es ihm darum geht, irgendetwas für sich zu beanspruchen.

    “Wie geht man mit „absoluten“, im Grunde nicht verhandelbaren Wahrheitsansprüchen um?“
    Nun, man prüft sie und wenn man das nicht kann, schenkt man sie demjenigen, der sie stellt. Aber ernsthaft: Die Absicht hinter so einer Formulierung liegt doch auf der Hand und die ist keine wirklich freilassende.

    “Inhalte und Didaktik von Steiners Konzeption sind seit 100 Jahren nicht grundlegend reformiert worden, das steht heute an.“
    Schon Swassjan war neugierig (was diese nicht neue Forderung angeht), wer das zu übernehmen gedenkt. 
Wäre Steiner ein besserer Wald-und-Wiesen-Schreiberling gewesen (was Zander ja in eher weniger lauterer Weise versucht hat zu belegen), könnte das Reformieren dann natürlich jeder auf derselben Augenhöhe agierende Schreiberling übernehmen. Insofern ist es natürlich interessant zu sehen, wer der oder die Reformator(en) auf Augenhöhe mit Steiner sein wollen und was dabei herauskommt.

    “Zum einen gibt es einen Minimalkonsens im Werk Rudolf Steiners, dessen Auslegung nur schwach mit direkten Sanktionen kontrolliert werden kann.“
    Hier wird suggeriert, als gäbe es im Bereich der Anthroposophie bzw. der AAG irgendwelche Sanktionen, denen es ggf. auszuweichen gälte. Das ist alles andere als richtig.

    “Klassisch versprach und verspricht die Anthroposophie eine umfassende und totale Sinnstiftung.
    Das entspricht auch nicht den Tatsachen, denn die Anthroposophie verspricht als solche explizit erst einmal gar nichts. Man achte auf das Wörtchen „totale“. „Umfassende“ hat anscheinend nicht ausgereicht.

    (Fortsetzung folgt)

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    1. (Fortsetzung Teil 2)

      “Zugleich versprach sie maximale Freiheit: individuelle Erkenntnis, keine Dogmen, keine Unterwerfung. Dass Theorie und Praxis hier weit auseinander liegen (können), versteht sich von selbst.
      Wenn in der Anthroposophie Theorie und Praxis weit auseinander liegen, dann folgt daraus im Umkehrschluss zu obiger Aussage, dass in der Praxis der Anthroposophie Dogmen, Unterwerfung und so gut wie keine individuelle Erkenntnis an der Tagesordnung sind.

      Und jetzt behaupte noch einer, dass Zander eine ehrliche Haut sei. Die meisten der obigen Zitate könnten auch von einem Sektenbeauftragten der katholischen Kirche stammen.
      Insofern kann ich Ingrids Einschätzung sicher nicht zustimmen:

      Zander stellt sich hier auf den Standpunkt eines sachlichen, gewissermaßen „neutralen“ Beobachters von außen - …“

      Damit dürfte auch die Frage nach dem wissenschaftlichen Ernst des Zander-Artikels beantwortet sein.

      hr (d. o.)

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    2. "Und jetzt behaupte noch einer, dass Zander eine ehrliche Haut sei."

      Ich habe nun nochmals recherchiert und finde die öffentliche Vorstellung von Herrn Zander durch die Universität Freiburg.

      http://www.unifr.ch/news/de/7258/

      Ich finde, Herr Zander ist sprichwörtlich eine "ehrliche Haut". Dies signalisiert nicht nur sein Photo, sondern sein gesamter Werdegang. Er ist offen, transparent. Niemand kann sich beschweren, er wußte nicht, wen er da einlädt.
      Es müsste erforscht werden, wer hatte die Idee an der Humboldt Universität in Berlin, eine Doktorarbeit über Rudolf Steiner zu verfassen, bzw. verfassen zu lassen oder sie als Thema zu genehmigen. War die Zeit reif, Herrn Steiner auf dem Tisch der Wissenschaft zu sezieren, denn so kommen die Forschungen von Herrn Zander, seine von Michael erwähnte Rede an anthroposophischer Stätte vor. Es sind immer nur Fragmente, gedreht und gewendet, am Ende im Sprachverständnis von Herrn Zander gedeutet. "hr" hat an einigen Zitat-Beispielen aufgezeigt, wie das funktioniert. "Gift" hat in seiner Art und Weise etwas Verstecktes. Das kann ich bei Herrn Zander gar nicht finden. Er schreibt offen, direkt, nur muß man/frau dies auch zur Kenntnis nehmen. Wer eine so umfrangreiche, über 500 Seiten, Biografie mit dem Wort "Halbwahr" beginnt, der will alles Weitere mit dieser Wortschwingung behaftet sehen. Das soll bleiben, ein halbwahrer Steiner, der seine Geburt sogar irgendwie verfälscht. Natürlich können die Ausführungen von Frau Halle nicht das Rätsel lösen, da sie als Okkult-Erklärung verstanden werden müssen, die so veröffentlicht, ganz unabhängig ob wahr oder nicht, nach Außen, außerhalb der Anthroposophenkreise als untauglicher Versuch gewertet werden können, Steiners "Fälschung" (das wird ihm unterstellt) der Geburtsdaten nun einem Priester in die Schuhe zu schieben. Wir haben nun einmal Niemanden, der innerhalb der AAG die anerkannte Autorität besitzt, glaubhaft Forschungen aus der Akasha-Chronik öffentlich zu machen, um das Rätsel zu lösen. Es ist meiner Meinung nach auch nicht ein wesentliches Rätsel.
      Die Frage ist, kann im Namen der Wissenschaft eine Biographie über Rudolf Steiner geschrieben werden, oder ist es nicht immer von vorneherein eine katholische Wissenschaft, wie ja Herr Zander sein Denken freimütig (also "ehrliche Haut") als (selbst)beschränkt, nämlich als theologisch bezeichnet. Wäre das nicht ein Kriterium für den Doktorvater gewesen, das Thema Rudolf Steiner nicht zuzulassen, oder aber - was Nahe liegt - es war gar nicht die Idee von Herrn Zander, er ist nur das -willige- Werkzeug. Der Erfolg der Waldorfschulen, da sogar Kohl, Clement, die Tochter von Strauß usw. ihre Kinder auf Waldorfschulen schick-t-en, wurde von bestimmten Kreisen als Gefahr erkannt. Nach 1995 wurde zielgerichtet versucht, Steiner zu diskretitieren, angefangen mit der Rassismusdebatte, aber auch hinter meiner Person stünden die Scientologen (habe hier durch einen Journalisten die Information, in ihren Kreisen werde das verbreitet). Also es begann da durchaus eine gezielte Aktion gegen Anthroposophie, gegen den Gründer. So wie verwunderlich ein Tennessee Eisenberg von dutzenden Polizeikugeln, sogar hinterrücks, in den Tod geschossen wurde und Niemand sich erklären kann, was da eigentlich geschah, auch in der Seelenverfassung des "Opfers", aber auch öffentlich darauf verwiesen wurde, er war Waldorfschüler und nun ein weiterer Waldorfschüler (Mollath) im öffentlichen Interesse steht, muß auf den "Verursacher" der Waldorfpädagogik, auf Rudolf Steiner geachtet werden, denn seine Ideen, seine Impulse sind die Gefahr, weil sie Menschen innerlich frei machen (Verhalten von Eisenberg während Polizeiaktion, Mollath in Psychiatrie). Insofern ist das Schlußgemälde von Herrn Zander rein das Wunschdenken der Katholischen Kirche, wie sich Anthroposophie entwickeln soll - eine Glanzleistung der Anthroposophen, sie dürfen sich anhören, was ein katholischer Theologe ihnen für die Zukunft vorgibt.

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    3. Fortsetzung

      Schon erstaunlich, besonders die Sprache steht im Mittelpunkt der Anthroposophie und was einem "hr" (ist im Sprachton positiv gemeint) gelingt, die Sprache von Herrn Zander zu erkennen, darzulegen, sollte einem mit der Geisteswissenschaft vertrauten mühelos gelingen. Das Bemühen von Ingrid, immer das Positive zu sehen, ist eine löbliche Haltung, sie führt sie aber zur irrigen Einschätzung, Herr Zander sei neutral (nach Zitat durch "hr"). Herr Zander ist eine "ehrliche Haut", so wie er sich gegenüber Herrn Steinbruch äußerte: er ist und bleibt in seinem Denken der katholischen Theologie verhaftet...... das schließt wissenschatliches Denken aus.

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    4. Lieber hr (der originale ;-), lieber Ernst,

      danke für Eure Antworten.

      Zuallererst: ich behaupte keineswegs, daß Zander „neutral“ sei.
      Es war tatsächlich etwas ungenau, was ich voriges Jahr geschrieben habe:
      »Zander stellt sich hier auf den Standpunkt eines sachlichen, gewissermaßen „neutralen“ Beobachters von außen - …“«
      Ich mache einen neuen Versuch:
      Zander tut in diesem Aufsatz so, als stünde er auf einem solchen Standpunkt.
      Für mich macht es allerdings zunächst keinen Unterschied, ob er wirklich auf einem solchen Standpunkt steht oder das nur von sich behauptet: um ihn zu widerlegen, muß ich mich auf jeden Fall zuallererst auf diesen (behaupteten oder tatsächlich eingenommenen) Standpunkt stellen. Erst wenn ich von dort aus etwas „Fehlerhaftes“ entdecke an dem, was Zander sagt, gewinnt meine Argumentation Gültigkeit (, die auch Zander selbst akzeptieren müßte).*)

      Durch den Hinweis Rob Steinbuchs (den ich erst jetzt gelesen habe) bekommt der (vermeintliche oder tatsächliche) Standpunkt Zanders eine neue Facette - den seiner „theologischen Überzeugung“. Mir wird zwar nicht recht klar, inwieweit sich „historisch-kritische Exegese“ mit „theologischer Überzeugung“ verträgt, aber es scheint so, als würde Zander nicht nur nicht glauben (was ich ihm keineswegs verübeln könnte!), sondern nicht einmal für möglich halten, daß es „Wahrnehmungen jenseits der Schwelle“ oder eine befragbare „Akasha-Chronik“ geben könnte.
      Hier wird es freilich unwissenschaftlich, weil nicht mehr „ergebnisoffen“.
      Aber wenn Zander das selbst so zugibt, dann ist das in meinen Augen tatsächlich ehrlich.
      :-) Für Menschen, die auf einem solchen Standpunkt stehen, eignet sich wohl etwas, was der Dalai Lama vor eineinhalb Jahren in Wien über die Lehren des Buddhismus sagte:
      Sie teilen sich in drei Gruppen: wissenschaftliche (about matter and mind, „reality“), philosophische (about how things are always changing, interdependence, inter-connectedness) und „religöse“ (about next life etc).
      Die ersten beiden Gruppen, sagte der Dalai Lama, seien für jedermann.
      Zu den religiösen Schriften aber meinte er lächelnd: „This is only for buddhists! It may may be a hindrance for the single-pointed faith of Christians.“

      Aber auch Zanders „theologische Einfärbung“ sollte uns nicht daran hindern, uns inhaltlich mit dem auseinanderzusetzen, was Zander sagt, statt einfach nur „abzuwehren“ und so zu tun, als entbehre es jeder Grundlage (etwa wenn er Steiner „auch“ als Dogmatiker bezeichnet: Ich stimme hr insofern zu, als Rudolf Steiner ganz sicher kein Dogmatiker sein wollte.
      Aber ich kann nicht leugnen, daß große Teile seiner „Bekennerschaft“ seine Mitteilungen wie Dogmen behandeln...).


      Ich wiederhole, was ich weiter oben gesagt habe:
      Da die Anthroposophie nicht nur im Inneren der Anthroposophen lebt, sondern auch in der Welt ist, muß sie sich gefallen lassen, daß auch „von außen“ an sie herangetreten wird, mit jeder „Methode“, die die Welt heute zu bieten hat.

      Mich würde interessieren, was Ihr meint zu meiner Ansicht, daß es in Ordnung ist, wenn jemand heutzutage mehr oder minder bewußt (und auch, ohne das groß zu verheimlichen) versucht, die Entwicklung der Anthroposophie von außen zu beeinflussen und dadurch an ihr „mitzuwirken“.
      Ich sehe darin gewissermaßen einen Ausdruck des Interagierens von „Stoff“ und „Form“... nicht nur unvermeidlich, sondern nicht einmal unerwünscht...


      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

      ----------
      *)
      Ich bin normalerweise nicht jemand, der dauernd Steiner zitiert - das tu ich nur, wenn ich es mit Anthroposophen zu tun habe. ;-)
      Also bitte: GA 45:
      »Jede Ansicht kann eine wahre sein, wenn sie treu das Beobachtete wiedergibt. Und sie ist erst dann widerlegt, wenn nachgewiesen ist, daß ihr eine andere berechtigterweise widersprechen darf, welche von demselben Gesichtspunkte aus gegeben ist.«

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    5. Liebe Ingrid,

      ich wage es erneut, einen direkten Austausch.

      Du schreibst:
      "Zander stellt sich hier auf den Standpunkt eines sachlichen, gewissermaßen „neutralen“ Beobachters von außen - und dieser Aufsatz enthält meiner Ansicht nach tatsächlich etliche zutreffende Schilderungen des derzeitigen „Zustandes“.
      Ich bin aber ziemlich sicher, daß Zander sich trotz seines „Außenstehens“ seines eigenen Mitwirkens an der Entwicklung der Anthroposophie bewußt ist, vielleicht stärker als früher."


      Das ist eindeutig von Dir formuliert, was unter "neutral" zu verstehen ist.
      "hr" hatte also mit seiner Feststellung Deines Standpunktes richtig zitiert.

      Deine oben zitierte Aussage passt nun nicht zu:

      "Zuallererst: ich behaupte keineswegs, daß Zander „neutral“ sei."

      Willst Du mit erstem Zitat so formulieren: "Herr Zander tut so, als sei er neutral", dann würde Deine neue Feststellung akzeptiert werden können.
      Was aber indirekt ein schlecher Charakterzug von Herrn Zander durch das erste Zitat beinhalten würde, als Aussage von Dir, als indirekte natürlich.

      Was mir nun auffällt, Du gibst Herrn Zander sogar die Position eines "Mitwirkens an der Entwicklung der Anthroposophie, daß er sich dessen bewußt ist. Woher hast Du diese Information.
      Nach meiner Erfahrung ist das Geistige innerhalb der Geisteswissenschaft nicht mehr entwicklungsfähig im Gefäß "AAG". Das Geistige ist schlichtweg ausgezogen, nach dem Tode von Steiner nicht mehr vorhanden. Also Herr Zander kann höchstens das Ansehen der Anthroposophie nach Außen beeinflussen, prägen, bzw. versuchen innerhalb der AAG durch Vortragstätigkeit seine katholischen Impulse zu pflanzen. Hierzu hat er alles Recht der Welt, vor allem wenn offensichtlich führende Anthroposophen ihn einladen, man/frau kann die Anthroposophen nur beglückwünschen (selbstverständlich ironisch gemeint), wenn nun ein ausgewiesener katholischer Theologe sein Spiel mit Frau Halle weiter fortführt. Schließlich ist Herr Tomberg in den Schoß der Katholischen Kirche zurückgekehrt usw.. Sie (AAG) haben eben nun ihr lebendiges Kruzifix, das ist nun mal Fakt, erkannt durch Herrn Tradowsky, der den ersten Fleck als Stigmata deutete.

      Bevor ich Deinen Text weiterlese, könntest Du das mit "neutral" bitte klären, denn ansonsten schieben wir Beide auf der astralen Ebene eine "heiße Nummer" (verzeihe mir nun meine Art, mich so auszudrücken).

      Da ich den Schluß Deiner Worte ins Auge bekam: man/frau kann sich mit Zitaten von Rudolf Steiner, wenn sie äußerlich nur genommen werden, tatsächlich argumentativ auch totschlagen, nur sind wir nicht im Zen, oder tibetischen Buddhismus.... ....wo so etwas sogar zur Erleuchtung führen kann, der Impuls den Meister zu töten..... .

      Wünsche Dir, Wien, Österreich ein bewegendes neues Jahr,
      wer weiß mit welchen Überraschungen der Weltenhumor neben Ahriman, Luzifer und Christus (Du hast kürzlich das Bild verwendet) uns köstlich überraschen wird.

      Ernst

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    6. Lieber Ernst,

      ich bin nicht ganz sicher, ob ich Dich richtig verstehe, bzw wo genau Du mich mißverständlich findest - aber ich versuche, es besser zu erklären (und danke - ich freue mich, daß Du nachfragst; ebenso wie ich voriges Jahr - sprich: gestern - nachgefragt habe, als ich mir nicht sicher war, ob etwas, das Du in Anführungszeichen gesetzt hattest, ein Zitat von Zander war oder das ausdrücken sollte, wie er Deiner Ansicht nach wirkt. Danke, daß Du das geklärt hast!).

      Zander spricht aus einer „Außensicht“. Weder die Anthroposophie noch Rudolf Steiner sind ihm „heilig“. Für ihn ist Rudolf Steiner wegen seiner „Hellsichtigkeit“ ganz deklariert nicht eine Art „höheres Tier“.
      Das macht seinen (behaupteten oder tatsächlichen) „Standpunkt“ jedenfalls neutraler als eine „Innensicht“ inklusive „Heiligenverehrung“ - nicht wahr?
      Zudem tut er zumindest so, als ob er auch kein Interesse daran hätte, die Anthroposophie zu „vernichten“ (was ich ihm übrigens, aber das ist meine persönliche und vielleicht irrige Ansicht, inzwischen auch glaube).
      Diese von Zander behauptete Sichtweise habe ich als „neutral“ bezeichnet.

      Dennoch behaupte ich nicht, daß Zander tatsächlich „neutral“ ist. Selbst wenn er sich (und wie gesagt: das glaube ich ihm) für derartige Aufsätze und im Sinne eines wissenschaftlichen Diskurses nach Kräften um eine „neutrale“ Sichtweise bemüht, so hat er doch - wie wir übrigens alle! - als Mensch ein (mehr oder weniger bewußtes) Interesse daran, in welcher Weise die Welt (und mit/in ihr die Anthroposophie) sich entwickeln möge.

      Ich hoffe, es ist jetzt klarer, wie ich es gemeint habe - sonst bitte einfach nochmal nachfragen.

      Und noch zu Deiner Frage:
      »Was mir nun auffällt, Du gibst Herrn Zander sogar die Position eines "Mitwirkens an der Entwicklung der Anthroposophie, daß er sich dessen bewußt ist. Woher hast Du diese Information.«
      Ich habe dazu keine besonderen „Informationen“.
      Aber es ist doch seit Jahren zu beobachten, daß Zander mitwirkt. Indem er Themen vorgibt, über die Anthroposophen (zum Beispiel wir hier) dann diskutieren, wodurch sich etwas „bewegt“, das sich ohne die Zander’schen Anstöße nicht oder nicht jetzt oder nicht so bewegt hätte...
      Und ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich, daß Zander das nicht bewußt sein sollte --- er bekommt natürlich viele dieser Diskussionen mit, wird von Anthroposophen eingeladen... aber selbst wenn es ihm tatsächlich nicht bewußt sein sollte: er wirkt nunmal mit. Wir alle wirken mit - jeder auf seine Weise.


      Auch Dir und den Deinen ein bewegendes Neues Jahr! Eines, von dem es sich im Rückblick wird sagen lassen, daß es ein „gutes“ war.

      Herzlich,
      Ingrid

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    7. Liebe Ingrid,

      zunächst möchte ich nur auf die in deinem Beitrag zuunterst gestellte Frage eingehen:

      “Mich würde interessieren, was Ihr meint zu meiner Ansicht, daß es in Ordnung ist, wenn jemand heutzutage mehr oder minder bewußt (und auch, ohne das groß zu verheimlichen) versucht, die Entwicklung der Anthroposophie von außen zu beeinflussen und dadurch an ihr „mitzuwirken“.
Ich sehe darin gewissermaßen einen Ausdruck des Interagierens von „Stoff“ und „Form“... nicht nur unvermeidlich, sondern nicht einmal unerwünscht…“

      Es kommt natürlich auf die Art und Weise bzw. die Qualität des Einflussnehmens an. Hat der Einflussnehmende den Sinn, die Intention des jeweiligen Prozesses/Geschehens erfasst und will er diesen Prozess befördern, dann ist eine solche Einflussnahme sicherlich erwünscht und willkommen. Fehlt ein solches Verständnis, dann kann die Einflussnahme eher stören oder zerstören und muss nötigenfalls verhindert werden.

      Das könnte, so denke ich, auch der Grund sein, warum Steiner seine PdF als ein so wichtiges Buch bezeichnet hat. Vor jedem Handeln oder Einflussnehmen sollten die Folgen des eigenen (oder das eines anderen) Handelns erkannt werden können.
      Optimal ist dann hier natürlich der im PdF-Sinne intuitiv aus seiner moralischen Phantasie Handelnde (weil der aus vollkommener innerer Freiheit tut, was er tut).

      Gewöhnlich ist es leider so, dass versucht wird, den jeweiligen Prozess der eigenen Zielrichtung einzuverleiben. Es ist also nachvollziehbar, dass ein Zander mit selber zugegebener katholischer Zielrichtung auf alles eine entsprechende Einflussnahme geltend macht, was seiner Zielrichtung zuwider läuft.

      Darum wundere ich mich auch über manche, die hier schreiben, dass so eine simple Tatsache nicht verstanden wird. Jeder, der sich etwas mehr mit Steiners Anthroposophie beschäftigt hat, müsste eigentlich erkennen, dass die Anthroposophie, sobald sie die Menschen in ihrem Denken und Fühlen erreicht, ein vollkommener Antipode zum Katholizismus ist, weil anthroposophisch „PdF-infizierte“ Menschen sich nichts mehr vorschreiben lassen werden, was ihre innere Freiheit einschränkt. Darum kann jemand wie Zander auch nur ein klarer Gegner der Anthroposophie mit einer Zielrichtung sein, über die man ja nun nicht lange rätseln muss. Es wundert darum kaum, warum Zander sich nicht auf eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Anthroposophie einlassen will, denn damit gefährdet er ja indirekt seine existentielle Grundlage, die er durch seine theologische Lehrtätigkeit gesichert sieht. Swassjan hat dies auch durchschaut und es sinngemäß so ausgedrückt:
      Die Lebensplanung von Zander passt bequem auf die Fläche eines Lehrstuhls.

      Herzliche Grüße zurück
      hr

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    8. Danke lieber hr,
      für die so besonnen Worte
      und den letzten Satz von Swassjan,
      den ich noch nicht kannte.

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    9. "Darum wundere ich mich auch über manche, die hier schreiben, dass so eine simple Tatsache nicht verstanden wird. Jeder, der sich etwas mehr mit Steiners Anthroposophie beschäftigt hat, müsste eigentlich erkennen, dass die Anthroposophie, sobald sie die Menschen in ihrem Denken und Fühlen erreicht, ein vollkommener Antipode zum Katholizismus ist..."

      Rudolf Steiner war Katholik.

      Und: Es ist nicht so, dass "jeder etwas erkennen müsste". Es genügt doch zu schreiben: Ich sehe das so. Das macht einen Beitrag viel sympathischer.

      Einfach mal ausprobieren: "Ich finde, Anthroposophie und Katholizismus, das passt gar nicht zusammen". Heimlich vor dem Spiegel üben. Ich finde, ich meine, ich denke, ich möchte, ich sehne, ich träume, ich hoffe, usw.

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    10. Lieber hr,

      danke für Deine Antwort!

      »… Fehlt ein solches Verständnis, dann kann die Einflussnahme eher stören oder zerstören und muss nötigenfalls verhindert werden.«
      Hier sprichst Du - begreiflicherweise! - als jemand, der voraussetzt, daß der in Frage stehende Prozeß „gut“ ist.
      Wenn aber jemand einen Prozeß für „schädlich“ hält – dann „muß“ er natürlich versuchen, diesen Prozeß zu (zer)stören oder zumindest „umzulenken“.

      »Gewöhnlich ist es leider so, dass versucht wird, den jeweiligen Prozess der eigenen Zielrichtung einzuverleiben.«
      Ja. Ich würde gar nicht „leider“ sagen. Es liegt in der Natur der Sache.
      Wir alle sind Menschen mit „eigenen Zielrichtungen“, und jeder versucht auf seine Art, seinen jeweiligen Zielrichtungen in diesem Leben treu zu sein.

      Aber: „Katholizismus, Unfreiheit, Dogma, Glaube statt Wissen“ versus „Anthroposophie, Freiheit, keine Dogmen, Erkenntnis statt Glauben“ - so einfach ist die Sache nicht.

      Ich habe in meiner persönlichen Bekanntschaft einerseits undogmatische Katholiken (auch Priester), denen es tiefinnerlich nicht um das Nachbeten vorgegebener Glaubensinhalte geht, sondern um Erkenntnis. Und andererseits (es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber es ist nunmal so!) „bekennende Anthroposophen“, die die Tatsache, daß Rudolf Steiner etwas gesagt oder geschrieben hat, als einzigen Beleg für die unumstößliche Wahrheit des Gesagten/Geschriebenen anführen und selbstverständlich erwarten, daß ihre Gesprächspartner das akzeptieren (ich habe miterlebt, daß das auch Nichtanthroposophen gegenüber geschah, was begreiflicherweise auf völliges Unverständnis stieß und schließlich bei diesen Menschen alle Vorurteile bekräftigte, die man gegen die Anthroposophie nur haben kann) – ich weiß nicht, wie ich das anders nennen soll als Autoritätsglaube, Dogmatik, Unfreiheit…

      Zudem argumentiert Zander gar nicht „katholisch“ (zumindest nicht in diesem Artikel, an den ich mich halten möchte. Die berüchtigten 2000 Seiten habe ich nicht gelesen, und auch keine Lust dazu. Nix gegen Swassjan. Aber wenn ich mich in meiner Beurteilung auf andere verlassen wollte, dann würde ich doch nur das Vorurteil bedienen, daß Anthroposophen lieber gewissen Autoritäten glauben, statt sich selbst ein Bild zu machen… :-) und so etwas liegt mir nunmal nicht, dazu bin ich zu sehr „PdF-infiziert“, bzw war es schon, bevor ich sie überhaupt gelesen hatte…).

      Im Gegenteil: Zander argumentiert eher so, als würden Anthroposophen „katholische“ Verhaltensweisen, im Sinne von dogmatisch-unfrei-gläubiger Heiligenverehrung, an den Tag legen.

      Ich selbst habe großes Vertrauen in die Anthroposophie. Ich bin davon überzeugt, daß sie ganz ohne „Heiligenverehrung“ auskommt.
      Und ich bin auch davon überzeugt, daß sie es aushält, mit allen der „Welt“ heute zu Gebote stehenden Methoden ernsthaft geprüft zu werden.

      Statt sich über das, was Helmut Zander schreibt, aufzuregen, fände ich es sehr viel interessanter, ihm Fragen zu stellen.
      Zum Beispiel die Frage, wie er selbst denn mit „absoluten“, im Grunde nicht verhandelbaren Wahrheitsansprüchen umgeht.
      Wie er die katholische Kirche im 20. Jh sieht - ist sie, seiner Ansicht nach, ebenso wie die Anthroposophie, „weit mehr als Traditionsverwaltung“? Wie steht es hier mit der „Konkurrenz auf einem Markt weltanschaulicher Anbieter“?
      Man könnte in Zanders Aufsatz an vielen Stellen für „Anthroposophie“ jeweils „katholische Kirche“ setzen und käme wohl zu ganz ähnlichen Ergebnissen oder Fragen…

      Ein Satz allerdings müßte tatsächlich anders lauten:
      Zander schreibt: »Steiner gibt mir alles, aber glauben muss ich nichts.«
      Über die katholische Kirche müßte er wohl sagen: »Die katholische Kirche gibt mir alles, aber nur dann, wenn ich ihr glaube.«
      Und ich bin mir nunmal ganz und gar nicht sicher, ob es Helmut Zander wirklich behaglich wäre bei einem solchen Satz.


      Herzlich,
      Ingrid

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    11. Eine selten schöne Rede von hr, vielen Dank!


      Ingrid meint:

      "Statt sich über das, was Helmut Zander schreibt, aufzuregen, fände ich es sehr viel interessanter, ihm Fragen zu stellen."

      Und genau hier liegt ein oder gar DAS Problem um das es hier geht, wenn man wirklich meint den Zander zu fragen weil es interessant(er) wäre, hat man eben leider nicht verstanden.

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    12. Liebe Ingrid,

      können wir uns darauf einigen, dass das nächstliegende Ziel der Anthroposophie, der aus moralischer Intuition und damit aus lebensbejahender Freiheit handelnde Mensch sei? Was darunter im Einzelnen zu verstehen ist, müssen wir ja hier nicht erörtern, das kann jeder der will problemlos in der PdF nachlesen.
      Und können wir uns außerdem darauf einigen, dass dieses Ziel ein gutes ist und von jedem als ein solches auch erkannt werden kann, der guten Willens ist?

      Wenn wir bis hierhin übereinstimmen können, dann werden wir sicher auch alle anderen vermeintlich problematischen Punkte zu klären wissen :-).

      Einen abendlichen Gruß
      hr

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    13. Lieber hr,

      :-) freilich können wir uns darauf einigen. Auf beide Fragen: Von Herzen Ja.
      Und ich freue mich, daß Du von „vermeintlich problematischen Punkten“ sprichst. Danke.

      Was ich allerdings nicht so ohne weiteres unterschreiben würde, das ist, daß heute auch von jedem Menschen erkannt werden kann, daß gerade das „das nächstliegende Ziel der Anthroposophie“ ist. Dazu braucht es meiner Ansicht nach „guten Willen“ auf beiden Seiten.
      Und was ich ebenfalls nicht unterschreiben würde, das ist, daß dieses Ziel heute ausschließlich das Ziel der Menschen ist, die innerhalb der anthroposophischen Gesellschaft und/oder Bewegung stehen. Um das zu erkennen, ist ebenfalls „guter Wille“ (auf beiden Seiten) gefordert.

      Hier sehe ich Aufgaben für die Zukunft. Auf beiden Seiten. Innen wie außen.

      Herzlichen Gruß zurück,
      Ingrid

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    14. Kleiner Nachsatz:
      Zu erkennen, daß, wie hr es so schön ausgedrückt hat, »das nächstliegende Ziel der Anthroposophie der aus moralischer Intuition und damit aus lebensbejahender Freiheit handelnde Mensch sei« --- das haben die Anthroposophen mir wirklich nicht leicht gemacht.

      Seit ich denken kann, versuche ich in den Äußerungen anderer Menschen vor allem auf das zu blicken, worin sie „recht haben“ - und nicht auf das, worin sie „unrecht haben“. Selbst dann, wenn das „Unrichtige“ sehr viel mehr ins Auge sticht, und sogar auch dann, wenn mir die gesamte Äußerung im ersten Augeblick „falsch“ vorkommt, von vorn bis hinten.

      Das wird mir hier ja gerne ein wenig angekreidet. :-)

      Aber wirklich: ohne meine Entschlossenheit, zumindest für möglich zu halten, daß jeder Mensch etwas „Richtiges“ meinen könnte, selbst dann, wenn es im ersten Augenblick ganz und gar „falsch“ wirken sollte --- ohne diese Entschlossenheit wäre ich niemals näher mit der Anthroposophie in Berührung gekommen. Ohne sie hätte ich NIEMALS ein Buch von Rudolf Steiner in die Hand genommen, geschweige denn gelesen.
      Meine Überraschung, daß Steiner ausgerechnet eine „Philosophie der Freiheit“ geschrieben hat, hätte nicht größer sein können, angesichts dessen, wieviel Unfreiheit und Dogmatismus (und auch Geringschätzung aller Nichtanthroposophen, inklusive natürlich meiner selbst) ich mit den mir bis dahin bekannten Anthroposophen erlebt hatte...

      Vielleicht wird nun ein wenig besser begreiflich, was ich mit „gutem Willen auf beiden Seiten“ meine.

      Herzlichen Gruß, und Gute Nacht!
      Ingrid

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  26. JvH ist mit Zander einig, das die Geburtsdatum Steiner anders sollte sein als was Steiner in seine Autobiographie Selbst geschrieben hat. Aber ihre Fundierung davon begruendet sie mit eine angebliche Verfaelschung der Geburtsurkunde von einen katholischen Priest (aus ihr Buch ueber die Meister ds weissen Loge).

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  27. Helmut Zander sagt und fragt: „Ein Grundproblem der anthroposophischen Konfliktkultur wird allerdings in diesen Debatten eher verdeckt als gelöst: Wie geht man mit „absoluten“, im Grunde nicht verhandelbaren Wahrheitsansprüchen um?“

    Dazu sagt der Papst:
    „Beginnend würde ich nicht einmal bei jenen, die glauben, von „absoluter Wahrheit“ sprechen, im Sinne, daß absolut das ist, was losgelöst ( * s.w.u. ) ist, das was ohne jede Beziehung ist. Die Wahrheit laut christlichem Glauben aber ist die Liebe Gottes für uns in Jesus Christus. Daher ist die Wahrheit eine Beziehung!“

    Siehe: http://www.katholisches.info/2013/09/12/gibt-es-keine-absolute-wahrheit-missverstaendlicher-papstbrief-an-atheisten-eugenio-scalfari/

    Nachstehendes aus obiger Quellenangabe: - Der Papst habe Scalfari geschrieben, daß es keine „absolute Wahrheit“ gebe. So hat es der Papst nicht geschrieben. Die vom Papst gebrauchte Formulierung bot jedoch Anlaß für Mißverständnisse, die La Repubblica umgehend ausnützte, um den Papst selbst als Verfechter des Relativismus dastehen zu lassen. Die Frage, ob es eine absolute Wahrheit gibt oder nicht, ist von zentraler Bedeutung für den christlichen Glauben.

    „Absolut“ wird meist als Synonym für definitiv, nicht verhandelbar, objektiv und unvergleichlich verwendet. Papst Franziskus präzisierte im Schreiben an Scalfari jedoch, daß er in der Feststellung, daß „die Wahrheit nicht absolut“ ist, es in seiner korrekten etymologischen Bedeutung, die vom Latein herkommt, gebraucht.

    Der Begriff „absolut“ leitet sich vom lateinischen Verb absolvo, absolvere ab, das sich aus der Präposition ab (von) und dem Verb solvo (lösen), zusammensetzt. Konjugiert lautet das Partizip Perfekt solutus, und ist eine Passivform. Absolutus bedeutet also „gelöst, losgelöst von“. Das lateinische Verb solvo bezeichnet nicht nur eine physische Loslösung, sondern auch im Zusammenhang mit einer Beziehung, wie Nuova Bussola Quotidiana festhielt. Dies vorausgesetzt wird die Passage im Papstbrief an Scalfari verständlicher: ----

    Wiederholung: Daher ist die Wahrheit eine Beziehung! ( *Beziehung - s.w.u.) Das ist eine klare Aussage.

    Dazu Rudolf Steiner:

    s. Fortsetzung










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  28. Fortsetzung:

    Rudolf Steiner:

    "Tritt irgendein einzelner Gedanke im Bewußtsein auf, so ruhe ich nicht eher, bis er mit meinem übrigen Denken in Einklang gebracht ist. Ein solcher Sonderbegriff, (*also abgesondert, eben losgelöst von – s.o.) abseits von meiner übrigen geistigen Welt, ist mir ganz und gar unerträglich. Ich bin mir eben dessen bewußt, daß eine innerlich begründete Harmonie aller Gedanken besteht, daß die Gedankenwelt eine einheitliche ist. Deshalb ist uns jede solche Absonderung eine Unnatürlichkeit, eine Unwahrheit.

    Haben wir uns bis dahin durchgerungen, daß unsere ganze Gedankenwelt den Charakter einer vollkommenen, inneren Übereinstimmung trägt, dann wird uns durch sie jene Befriedigung, nach der unser Geist verlangt. Dann fühlen wir uns im Besitze der Wahrheit. Indem wir die Wahrheit in der durchgängigen Zusammenstimmung aller Begriffe, ( mithin deren *Beziehung – s.o. ) über die wir verfügen, sehen, ….."

    R. St. - "Erkenntnistheorie der goetheschen Weltanschauung" – Kapitel X


    Da ich ungern allein andere zitiere folgt gleich ein Selbstzitat.

    Burghard sagte: „Wahrer als wahr kann selbst die höchste Wahrheit nicht sein. Das besagt, die höchste Wahrheit ist die absolute Wahrheit. Als das ist sie diejenige Handlung, die sich selbst gewahrt sieht, indem sie anderes für wahr erachtet.

    Diese „zuhöchst“ stehende Wahrheit ist bezeugt dadurch, d a s es etwas zu gewahren gibt. Selbst eine Lüge ist insoweit eine Erscheinungsform der absoluten Wahrheit. Eben in der Tatsache, dass es sie gibt. Das besagt, die absolute Wahrheit, sie gewahrt die Lüge. Sie erachtet die Rübe, ebenso wie die Madonna und die ebenso wie die Kuh, die die Rübe verspeist, für wahr. Und, und, und. Und, reden wir nicht lange drum herum, sie erachtet das Gute ebenso wie das Böse, für wahr.

    Die Wahrheit nun, das es Gutes, das es Böses gibt, die wirft ein Licht darauf, das es einen Wert gibt, der der absoluten Wahrheit immanent ist und der daher zugleich alle anderen Wahrheiten zu umfassen vermag. Welcher Wert ist das? Welcher? Schlechte Frage! Die nächste bitte. Na gut, wessen Wert ist das? Es ist der Wert desjenigen Wesens, das sein Wesen darin findet, indem es sich, durch anderes wesend, ergreift. Wesen bedeutet: Gut für anderes. Ich wiederhole hierfür bereits andernorts von mir Geschriebenes. Das Wesen eines jeden „Vorganges“ zeigt sich darin, was und wie es für andere „Vorgänge“ sein kann. So ist es das Wesen eines Stuhles, das jemand auf ihm sitzen kann. Das Wesen eines Sitzenden, das anderes sich in ihm setzen kann. Und das Wesen dessen, das sich da setzt, ist: Sich dem Sitzenden zu offenbaren. Das Wesen des so Offenbarem ist, dem Sitzenden durch Offenbarung erweiterten Spielraum zu eröffnen. Das Wesen so eines Spielraumes ist es, für Vorgänge der Weltgesellschaft, spielerisch denjenigen Raum zu geben, in dem Vorgänge sich selbstbestimmt, eben ihrem Wesen gemäß, füreinander entfalten können. ( Ergänzung für diesen Anlass hier: füreinander = Beziehung ) Das Können der absoluten Wahrheit besteht also darin, denjenigen Freiraum in sich zu setzten, in dem anderes sich füreinander entfalten kann. Mithin, das Tun des Wesens ist: Spielraum für anderes zu eröffnen. Die absolute Wahrheit, sie ist zugleich derjenige Wert, der mit keinem Wort benannt werden kann, das sie derjenige Wert ist, der wertfrei für die Werte anderer, jeweils derjenige Wert sein will, den andere frei setzen wollen."

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  29. Sie sehen also, Herr Eggert: Wir haben viel zum Thema beizutragen! Sogar die Kommentar-Vorschau-Anzeigefunktion haben wir soeben zerschossen mit unseren Beiträgen.

    Bleiben Sie uns bitte auch 2014 gewogen.

    Wir bedanken uns für Ihre Mühe und Ihre Bereitschaft, hier bei Ihnen in der guten Stube aufwärmen, zanken und kuscheln zu dürfen; wir bedanken uns, dass Sie uns uns ein kleines Stück "Anthroposophische Gesellschaft" ermöglichen. Eine bessere haben wir nicht, zumindest nicht im Internet.

    Wenn immer Sie sich ärgern über uns: Sie sind unser Dornacher Vorstand, an dem wir uns abrackern mit unseren Nöten, Sorgen und Anliegen. Wenn uns etwas nicht gefällt, dann jammern und meckern wir, und ansonsten liegen wir handzahm in der Ecke und warten geduldig auf ein paar Streichelheiten von denen wir der Ansicht sind, das sie uns ohnehin zustehen.

    hr

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    1. Lieber „hr“-Doppelgänger-Spaßvogel,

      Sie machen mich neugierig (:-) gratuliere! Ich freu mich mit Ihnen, daß Ihnen das gelungen ist!):
      Wieso eigentlich unterschreiben Sie derartige witzige Bemerkungen gerade mit „hr“?

      i.

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    2. Das ist sehr nett, hr2, und witzig ist es tatsächlich. Die kleine Kuschelecke am Ende der Welt wird sicher noch eine Weile bestehen bleiben- jedenfalls solange mir noch ein paar Stichwörter einfallen, die wenigstens ein wenig anecken oder interessieren. Glücklicherweise hat das mit Vorstand wenig zu tun, wenig mit Verwaltung, nicht einmal mit Arbeit- es ist mehr ein Auffangen, Verdichten, spontanes Produzieren. Die Kommentar- Vorschau ist seit dem Jahreswechsel down- ich habe momentan nur einen Umweg über Feed. Vielleicht geht es demnächst wieder, wenn ein Java- Update folgt. Ansonsten bleiben auch Sie dem Blog gewogen, Ihr auch (meistens relativ) handzahmer Egoist.

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  30. Jeder Mensch trägt in sich eine Art Kompassnadel, einen gleichsam magnetisch reagierenden Kern, der sich mich weisend ausrichtet an etwas für mich als ein Ziel Erlebbares. In mir ihn ausmachend ruht er in mir und um mich, schweigender Wille der lauscht, sich anregen lassend von einer mit ihm kommunizierenden Energie. Sie, umgibt mich, ist ständig bei mir und Ich bin ihr zugeneigt, ich höre auf sie, ich schaue auf sie, ich frage sie. Die eigentlich einzig wirkliche Kommunikation findet statt zwischen mir - dem als mich Erlebbarem - und dem, dem ich zugewandt bin, bzw. es mir.

    Mein eigentliches Tun besteht darin, in dieser ursprünglichen Kommunikation so wach als möglich zu sein und zu bleiben, denn hier findet ursächlich statt, was mich bewegen wird und mich bereichern und entfalten wird.

    Was mich ins und im Leben "treibt"?

    Jene Zwiesprache, die mich zu einen angetreten ist durch das, was in dieser Zwiesprache sich ereignet.

    Je genauer und treuer und gewissenafter ich jener Ursprache zu lauschen mich bemühe, desto feiner gliedern sich aus ihr heraus jene Mittel mit denen ich zu verstehen vermag was mich treibt, was ich suche und was ich finden werde. Das Dritte in dieser Kommunikation ist das, was als Frage in mir lebt und ist, dem gilt alles, alles wird sich hier versammeln und sich ausgestalten als ein Einheitsgebilde oder Ergebnis jener Kommunikation. In der Gesamtheit betrachtet, erblickt man hier das Wesen der oder einer Drei-Einig-keit.

    Ob ich nun verständig, logisch, hingegeben, fragend, analysierend, ex-per-mentierend oder wie auch immer mich betätige, hier, im Zentrum, tritt das oder besser (m)ein Ergebnis in die Erscheinung, wird sichtbar und erkennbar als (m)ein Werk, eine Erkenntnis, eine Einheit, augenblicklich, danach als ein neuer Ausgangespunkt.

    "You see the point?"

    Ich bin, besser, habe, was ich sehe. Verbinde ich mich mit dem, was ich sehe, bin ich authentisch und wahr. Schaue ich mich hier um, dann werde ich sehen und danach erkennen, dass ich absolut frei bin in meinem Tun, und zwar deshalb, weil ich Kontakt habe, im Kontakt bin mit jenen beiden obigen Kommunikanten.

    Nun ist es leider noch bei den meisten Menschen so, dass sie sich in einem gewissen Sinne verloren haben z.B. an eine Idee, wenn sie im Namen ihrer sich verhalten, statt sie wie ein Auge zu nutzen. Sie haben sich verlassen, im WAHRSTEN Sinne dieser Bedeutung, z.B. an die vermeintlich wissenschaftlich vorgetragenen Ergebnisse Anderer. Sie glauben, auch der Wissenschaft !! , oder dem Papst, oder einem Autoren ... Sie operieren nicht mehr mit ihren Quellen sondern mit den angeblichen Anderer und verwalten deren Inhalte mit ihrer Logik und dem Verstande, sie verwalten und horten und greifen zurück auf getötete Wissens-Objekte, sie sind alle getötet, alle, wenn sie nicht der eigenen Quelle entspringen oder hier, an den Quellen, wiederbelebt worden sind.

    Kennt man die Quelle, spürt man sie, ahnt man sie, wie dumpf auch immer, DANN ist man in Kontakt mit dem, was Wahrheit schafft, in welcher Form auch immer. Nur dann, wenn jene Wahrheits-Teilchen hier geboren oder wiederbelebt wurden, haben sie einen Wert, ansonsten sind es Steine statt Brot. Unser Erfahrungsgedächtnis ist wie ein Vorratslager, hier liegt der Teig, der gehen muss, um aufzugehen im Kern als Wahrheit.

    Kennt man die Quelle, spürt man sie, dann braucht man --- z. B. --- nicht mehr jene 2000 Seiten eines Zander zu lesen, um zu bemerken, dass sie nicht der freiheitlichen Quelle des Menschen entstammen, man merkt und spürt es und sieht es in einem wahrhaftigen Sinne, untrüglich, man könnte es auch an jenem gewissen Geruch erkennen, der dem entströmt, was nicht die Freiheits-Quelle gesehen hat.

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    1. Lieber monroe,
      "Sie operieren nicht mehr mit ihren Quellen sondern mit den angeblichen Anderer und verwalten deren Inhalte mit ihrer Logik und dem Verstande, sie verwalten und horten und greifen zurück auf getötete Wissens-Objekte, sie sind alle getötet, alle, wenn sie nicht der eigenen Quelle entspringen oder hier, an den Quellen, wiederbelebt worden sind."

      Dein Text liest sich wunderbar, fast heilsam, das Streitige ist weg, das sonst den blog fast beherrscht. Besonders die hervorgehobenen Sätze geben nüchtern das Problem wieder. Dein Text passt zu dem fast zeitgleich von mir hereingestellten Text, so treffen wir uns im Internet.... .
      Schauen wir, was das neue Jahr uns beschenkt, aber auch fordert.....

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    2. Diese "innere Kompassnadel", die Manfred so gern anführt, um seinen Anti- Intellektualismus und Anti- Materialismus zu zelebrieren und zu rechtfertigen, erweist sich, um mich jetzt auch mal zu wiederholen, nicht selten als Pflock, an dem das Muli sich im Kreis dreht. Statt sich offen der Diskussion zu stellen, neugierig auf andere Positionierungen und lernwillig zu sein, bindet sich diese Art von freiwilliger geistiger Selbstkastrierung selbst die Scheuklappen an- und hält das auch noch für "höhere Erkenntnis". Es ist nichts als Selbstverhöhnung, traurig anzusehen und leider nur zu bedauern. Eine Ahnung muss bei den Kastraten da sein, sonst würden sie diese Positionierungen nicht so gebetsmühlenartig wiederholen. Es ist aber beileibe kein spezifisch anthroposophisches Problem. Man kann nur appellieren daran, die Augen aufzumachen, den hellen Tag zu begrüßen, statt im Halbschatten seine eigenen Gefühligkeiten zu züchten.

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    3. Ich stimme manroe zu (danke für Deinen schönen Text!) - auch ich bin der Ansicht, daß jeder Mensch eine Art „Kompaßnadel“ in sich trägt, an der er sich „ausrichtet“.
      Und auch ich erlebe es so, daß viele Menschen, wie manroe wunderbar treffend schreibt, »sich in einem gewissen Sinne verloren haben z.B. an eine Idee, wenn sie im Namen ihrer sich verhalten, statt sie wie ein Auge zu nutzen.«
      Diese „Idee“ kann etwas „Positives“ sein (positiv im Sinne von etwas, das man für „gut“ hält) oder auch etwas „Negatives“ (im Sinne von etwas, das man für „schlecht“ hält) - und so kämpft man „für“ oder „gegen“ diese Idee - - - und bekommt nicht mit, daß sich die „Kompaßnadel“ längst zum „Pflock“ gewandelt hat, an dem sich, wie Michael sagt, »das Muli im Kreis dreht«.

      Dazu kommt, daß sehr viele Menschen bei anderen einen solchen „Pflock“ diagnostizieren, bei sich selbst aber eine „Kompaßnadel“.
      Das ist weder auf Anthroposophen beschränkt, noch ist es eine neue Erkenntnis. Diesen „Pflock“, diese „Nadel“ kennen wir schon sehr lange:
      »Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!« (Matthäus 7, 1-5)

      Wenn wir versuchsweise einmal davon ausgehen, daß auch andere Menschen eine „Kompaßnadel“ haben, und daß diese ganz Richtiges anzeigen kann, auch wenn sie in die entgegengesetzte Richtung weist wie die eigene (dann nämlich, wenn sich das „Ziel“ zwischen uns befindet) - - - dann wäre schon viel gewonnen.

      Herzlichen Gruß in die Runde,
      Ingrid

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    4. Fast will es scheinen, wir alle drehen uns doch irgendwie im Kreise, wer will sich da ausnehmen, wenn er ehrlich ist. Die Qualen der Selbsterkenntnis, des Ringens trägt erst einmal Jeder unter seiner Bettdecke mit sich selbst. Wir alle haben durch die Geburt doch irgendwie jeder einen Ring in der Nase und wir strampeln uns ab, wer daran zieht. Schauen wir die Jugend an, wer will ihr verargen, wenn sie das politische Theater, die Hilflosigkeit derer, welche unsere Realität ja doch vorgeben (etwa Auswirkungen durch Monsanto), letztlich mit Gewalt.... .....da tauchen dann die überlieferten Sprüche von Christus auf, wer wirft den ersten Stein, auch in der intellektuellen Auseinandersetzung. Verbirgt sich in der möglichen Situation des "Muli" eine traurige Sehnsucht und Realität der Inkarnation an sich. Wer will denn Rambo sein, um seinen Willen durchzusetzen. Wegbeten oder wegbomben, immer ist es ein Kräfteringen. Vielleicht fehlt uns der Kreis, jeder bekommt den Stab zum Reden, reicht ihn weiter. Wer sollte wen bedauern, weil bedauern doch wieder Selbsterhöhung auch ist. Wo ist der Mangel an mir, daß ich nicht so eingreifen kann, was dem anderen wir-kl-ich hilft, wenn denn solches angesagt ist. Wir sind auf die Hilfe der Anderen angewiesen, welche vom Schicksal bestellt sind, uns zu helfen, obwohl das gar nicht in ihrem Bewußtsein liegt. Sei bitte nicht so str-eng Michael........

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    5. Liebe Ingrid,
      wir haben es geschafft!
      Wir haben nun zeitgleich an etwas Geistigem gearbeitet,
      ohne uns missversehen zu müssen, was bei uns Beiden bisher immer unser Schicksal war, ohne Schuld des Einzelnen.
      Sehe, Du hast nach meiner Frage eine Antwort gegeben.
      Werde sie später lesen.
      Ich freue mich erst einmal, wir haben beide gleichzeitig ohne Absprache an etwas gearbeitet.

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    6. Ihr Lieben, ich danke euch für eure Betrachtungen, auch die von Michael. :-)

      Gemeint ist das von mir Beschriebene eben "nur" als eine Beschreibung, völlig wertfrei und nicht als Pflock gemeint, mir steht es so vor Augen, jenseits dessen, was hier verhandelt wird. Ich höre zu und lese mit und frage mich, was hier geschieht und vor allem wie und warum. Allerdings nicht als Muli, ich verstehe euch schon :-)

      Und ich glaube ein jeder trägt jene Kompassnadel in sich, denn sie dreht sich um einen/ihren/deren Kern, der wirklich richtig beschrieben wird durch seine Drehungen.

      Und das Kraftfeld, ohne das jene "Nadel" überhaupt keinen SInn ergäbe, scheint mir wohl gegeben durch ...

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    7. Lieber Ernst,

      :-) ja - auch ich freue mich; und wir haben es sogar noch ein weiteres Mal „geschafft“ - denn zu derselben Zeit, zu der Du hier von Deiner Freude erzählt hast, hab ich Dir weiter unten gedankt... :-)

      Ein schöner Einstand zum Neuen Jahr.
      Auch wenn das wohl nicht bedeutet, daß wir einander in Zukunft nicht mehr mißverstehen werden - aber vielleicht kann uns dann die Erinnerung an diesen Augenblick helfen.

      Herzlich,
      Ingrid

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  31. Es ist nun eine weitere Nacht vergangen, die Gedanken des Tages kamen zur Ruhe, die Nacht hatte ihre Gelegenheit, ihren Impuls und so erwache ich mit einem neuen Blick auf das Problemfeld.
    Gestern fiel auf, wie in viel fetteren Buchstaben der Vortrag von Herrn Zander so betitelt ist:

    "Wie kann man mit Rudolf Steiner sprechen?"

    Nun hatte ich beim Ersten Lesen den Titel nicht in das Bewusstsein aufgenommen, sondern nur den Vortrag für sich. Da fiel auf, Herr Zander verdeutlicht mit dem Aufzählen wer verstorben ist, die letzten Zeitzeugen sind verstorben. Er nennt das Jahr 2009, da die letzte Person verstirbt, die noch Rudolf Steiner getroffen hat, also mit ihm sprechen konnte. Wir wissen, die Katholische Kirche, also auch ein katholischer Theologe wie Herr Zander, legt großen Wert auf die Folge der Geschlechter, wer stammt von wem ab, aber auch die Linie der Heiligen. Wer einmal den Katholischen Ritus besuchte, wenn diese Litaneien beginnen, das Aufzählen der Heiligen, der spürt durch den besonderen Sing-Sang, der „Sprache“ der Eingeweihten, welche spirituelle Kraft sich da verbirgt, konservierend, ganz auf die Gemeinschaft der Heiligen Katholischen Kirche abgestimmt.
    Nun, ich kannte ja Herrn Kurt Theodor Willmann
    http://biographien.kulturimpuls.org/detail.php?&id=782
    der erst 2003 verstarb, also auch einer der Letzten, welche noch Rudolf Steiner kannten. Interessant ist, Frau Junko Althaus hat ihn im Priesterseminar während eines Vortrages erleben können, wir hatten uns kurz per mail darüber ausgetauscht.
    Ich bringe dies, weil es ein Verständnis dafür hervorruft, warum Herr Zander sein Thema wählt, aufzeigt, es gibt keinen mehr, der mit Steiner gesprochen hat. Mir ging nun auf, es wirkt das Thema von Herrn Zander (ich gehe davon aus, es stammt von ihm) zusammen mit den Fakten die er bekannt gibt, die unmittelbaren Zeitzeugen sind verstorben, als sei die Anthroposophie irgendwie hilflos, gerade im Zusammenhange der Schlußvisionen von Herrn Zander mit der AAG.
    Herr Zander will gerade mit der Überschrift den Anthroposophen verdeutlichen, was er als Theologe in seiner Kirche anders erlebt, da unmittelbar der Papst auf Papst, eine okkulte Linie nach Verständnis der Kirche besteht, eben in der Aufzählung der Namen. Ich habe das einige dutzend Male miterlebt, wenn in solcher Sprachstimmung plötzlich der Name "Melchisedek" auftaucht, das kann schon auch okkult in Beschlag nehmen, solch ein Sing-Sang. Man/muß sich nur hinzusetzen, versuchen, mit der Namensnennung wird die jeweilig genannte Person direkt angesprochen und sie ist - so machte ich es - dann auch anwesend.

    Herr Zander spricht aber nicht zu dem Thema, welches über dem Text steht, sondern macht als Religionssoziologe seine Analyse, überträgt seine katholischen Vorstellungen - er bleibt eben Katholik - so wie ein Anthroposoph erst einmal Anthroposoph in seiner Denkstruktur bleibt, wenn er mehr äußerlich das Gedankengut aufnimmt, das ist ganz normal.

    Und doch muß ich nun feststellen, im Hintergrund wirkt subtil doch etwas von "Gift", das ich zuerst so von einem Dritten ablehnte. Das würde auch gar nicht zum Charakter von Herrn Zander passen und doch schleicht im Hintergrund diese große Ohnmacht, es ist eine Geistige Ohnmacht, welche letztlich Katholiken und Anthroposophen gleichermaßen berührt. Die Frage nach der Zukunft Europas, der Religionen, des arm und reich (Thema von Franziskus). Herr Zander kennt am Schluß nur die Möglichkeit des Ghetto oder das sich liberale auflösen als Möglichkeit. Er bleibt also rein gesellschaftlich-irdisch.

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    1. Fortsetzung:
      Kann es nicht sein, Christus wirkt auf eine Weise, welche über Katholisch und über Anthroposophie sich befindet.

      Sollte ich noch physisch weiterleben, werde ich in meinen öffentlichen Aktivitäten, die ich nach der physischen Freiheit des ehemaligen Waldorfschülers eingestellt habe in Vorbereitung seines neuen Gerichtsprozesses in Regensburg die Traum-Vision mit den gegenwärtigen zwei Päpsten veröffentlichen. Die Süddeutsche Zeitung hatte 1995 die erste Traum-Vision mit dem damaligen polnischen Papst veröffentlicht. Sie wurde vom Jesuiten Basilius Streithofen in seinem Buch mit veröffentlicht, für so bedeutsam wurden diese Hintergründe gehalten. Es kann also sein, die Katholiken nehmen einen Vertreter der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners durchaus ernst und haben im Gespräch keinerlei Berührungsängste, wie das Gespräch mit dem noch lebenden Prof. Hengsbach zeigt. Im lebendigen Christus haben Katholiken und Anthroposophen eine gemeinsame Zukunft, ein Christus der ahnend im Werke Rudolf Steiners erlebbar wird……

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    2. Zitiert von manroe:

      "Und das Kraftfeld, ohne das jene "Nadel" überhaupt keinen SInn ergäbe, scheint mir wohl gegeben durch ..."

      Lieber Ernst, auch ich stimme Dir hierzu zu :

      "Kann es nicht sein, Christus wirkt auf eine Weise, welche über Katholisch und über Anthroposophie sich befindet."

      Das Bild, das Geschehen, der Glaube, die Idee, die den Katholiken bannt, lebt in einem "Raum" den die Anthroposophie beschreibt, benennt, belichtet, befreit. Fragt man sich nach der befreienden Kraft, kann man eine Vorstellung vom lebendigen Christus bekommen, bzw. hat mit seinem Erleben gar Anteil daran, dann.

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    3. Lieber manroe,

      »Das Bild, das Geschehen, der Glaube, die Idee, die den Katholiken bannt, lebt in einem "Raum" den die Anthroposophie beschreibt, benennt, belichtet, befreit.«
      Sehr schön ausgedrückt. Und ja. Das ist auch meine Ansicht.

      Aber erstens besteht ein Unterschied zwischen dem Wesen Anthroposophia und dem, was die einzelnen Anthroposophen heute dafür halten und/oder daraus machen.
      Zander blickt nur auf das letztere (und behauptet auch nichts anderes) - und das ist nicht nur sein gutes Recht, sondern es kann auch ein wertvoller Hinweis von außen sein.

      Und zweitens lebt das Wesen Anthroposophia heute nicht ausschließlich innerhalb der anthroposophischen Gesellschaft oder der anthroposophischen Bewegung.
      Wenn man unbedingt will, kann man die Gründe dafür sogar auch „vereinnahmend“ ;-) sehen, in dem Sinne, daß Menschen, die in ihrem letzten Erdenleben Anthroposophen waren, heute außerhalb (und möglicherweise sogar in „Feindschaft“ mit) der institutionalisierten anthroposophischen Bewegung leben, ohne die „Essenz“ des früher Erlebten vergessen zu haben...
      Oder vielleicht auch in dem Sinne, daß jetzt lebende Menschen, die zur Zeit Rudolf Steiners nicht verkörpert waren, das zu verwirklichen suchen, was sie aufgenommen haben, als sie an der „übersinnlichen Michaelsschule“ teilgenommen haben - und sie versuchen es dort, wo das Leben sie diesmal hingestellt hat, auch wenn das außerhalb der anthroposophischen Bewegung ist...

      Ich persönlich brauche eine solche „Vereinnahmung“ nicht, aber sie schadet wohl auch nicht (jedenfalls dann nicht, wenn ich sie für mich behalte und den „Gegnern“ nicht gerade „entgegenschleudere“... die mögen das nämlich nicht ;-) ).

      Wie dem auch sein mag: ich finde es hilfreich, solches zumindest für möglich zu halten. Und das Wesen Anthroposophia nicht in mir zu suchen, sondern zwischen mir und den anderen Menschen - ob sie sich nun „Anthroposophen“ nennen oder „Katholiken“ oder sonstwie.

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid

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  32. Lieber Ernst,
    danke für Deine zur Ruhe gekommenen und durch die Nacht gegangenen Gedanken!

    Ja. Ich bin ganz sicher:
    »Christus wirkt auf eine Weise, welche über Katholisch und über Anthroposophie sich befindet.«

    Und auch hier stimme ich Dir zu:
    »Herr Zander kennt am Schluß nur die Möglichkeit des Ghetto oder das sich liberale auflösen als Möglichkeit. Er bleibt also rein gesellschaftlich-irdisch.«
    Allerdings kann ich das Herrn Zander nicht übelnehmen. Die eigentliche Antwort, das Finden der dritten Möglichkeit --- das wäre natürlich die Aufgabe der Anthroposophen, nicht ihrer Beobachter von außen.

    In diesem Sinne wiederhole ich noch einen Satz von Dir:
    »Schauen wir, was das neue Jahr uns beschenkt, aber auch fordert..... «

    Herzlichen Gruß,
    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,
      schon merkwürdig, wieso bedankst Du Dich:
      "danke für Deine zur Ruhe gekommenen und durch die Nacht gegangenen Gedanken!"

      Ich habe die Methode von Burghard Schildt aufgegriffen, was habe ich also geschrieben:
      "Es ist nun eine weitere Nacht vergangen, die Gedanken des Tages kamen zur Ruhe..."

      Im Bewußtsein habe ich all die Gedankentätigkeit der Menschen, Beteiligter am Blog gehabt, dies schließt natürlich meine Gedanken mit ein. Wenn dann Danke, daß die Nacht uns allen die Ruhe der Gedankenwelt schenkt, Danke nicht explizit mir!
      (ich schrieb "die Gedanken", nicht "meine Gedanken")

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    2. Lieber Ernst,

      :-) ich hatte gemeint: danke dafür, daß Du uns hier davon Mit-teilung gemacht hast.

      Meinen Dank dafür, »daß die Nacht uns allen die Ruhe der Gedankenwelt schenkt«, spreche ich hier im Blog nicht aus. Ich spreche ihn überhaupt nicht in Worten aus.

      Herzlich,
      Ingrid

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    3. Wir verstehen uns immer besser,
      Danke Dir

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  33. Lieber Leser, evtl. bist gerade Du es, der zu wissen scheint, was ich nicht weiß. Wie handelt: Ein Christus? Weiterhin: Wie handelt ein Wesen, hier genannt: Anthroposophia? Zudem: Wie sieht es in einer Michaelschule aus? Und: Wie unterscheidest Du eine anthroposophische Gesellschaft von einer anthroposophischen Bewegung? ~ B.

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    1. Lieber Burghard,
      ich versuche eine Antwort auf Deine Frage:
      »Weiterhin: Wie handelt ein Wesen, hier genannt: Anthroposophia?«

      Ich beziehe mich dabei auf das, was Du hier über das „Wesen“ gesagt hast.

      »Wesen bedeutet: Gut für anderes. Ich wiederhole hierfür bereits andernorts von mir Geschriebenes. Das Wesen eines jeden „Vorganges“ zeigt sich darin, was und wie es für andere „Vorgänge“ sein kann. So ist es das Wesen eines Stuhles, das jemand auf ihm sitzen kann. Das Wesen eines Sitzenden, das anderes sich in ihm setzen kann. Und das Wesen dessen, das sich da setzt, ist: Sich dem Sitzenden zu offenbaren. Das Wesen des so Offenbarem ist, dem Sitzenden durch Offenbarung erweiterten Spielraum zu eröffnen. Das Wesen so eines Spielraumes ist es, für Vorgänge der Weltgesellschaft, spielerisch denjenigen Raum zu geben, in dem Vorgänge sich selbstbestimmt, eben ihrem Wesen gemäß, füreinander entfalten können. ( Ergänzung für diesen Anlass hier: füreinander = Beziehung ) Das Können der absoluten Wahrheit besteht also darin, denjenigen Freiraum in sich zu setzten, in dem anderes sich füreinander entfalten kann. Mithin, das Tun des Wesens ist: Spielraum für anderes zu eröffnen.«

      Meine Antwort daher:
      Das „Handeln“ des Wesens Anthroposophia ist es, Raum zu geben für die Entfaltung der Weisheit vom Menschen.

      i.

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    2. Liebe Ingrid, danke. Das Wort "Handeln" kann ich unmittelbar erfassen. Ins Leere greife ich bei dem von dir gewählten Wort: Weisheit. Kannst Du das bitte so veranschaulichen, dass dabei zudem deutlich wird, wie Du unterscheidest: Weisheit ""vom"" Menschen, bzw. Weisheit ""des"" Menschen, bzw. Weisheit ""eines"" Menschen? ~ B.

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    3. Lieber Burghard,

      »Kannst Du das bitte so veranschaulichen, dass dabei zudem deutlich wird, wie Du unterscheidest: Weisheit ""vom"" Menschen, bzw. Weisheit ""des"" Menschen, bzw. Weisheit ""eines"" Menschen?«

      :-) Das ist keine Frage, auf die es eine in wenigen Worten ausdrückbare Antwort gibt, sondern eher eine Lebensaufgabe... :-)

      Diese Unterscheidung „vom“, „des“, „eines“ (es fehlt noch: „aller“...) stammt ja aus der deutschen Übersetzung des griechischen Wortes „Anthropo-sophia“.
      Wenn ich vom „Wesen Anthroposophia“ spreche, das wird mir durch Deine Frage sehr deutlich bewußt, spreche ich aus einem „Raum“, der „vor“ dieser Unterscheidung liegt. Der einerseits alle diese Begriffe umfaßt, andererseits aber die „einseitigen Verhärtungen“ jedes einzelnen dieser Begriffe noch nicht in sich trägt.

      Ich hätte also wohl besser nicht „Weisheit vom Menschen“ schreiben sollen, sondern, wörtlicher übersetzt, „Menschen-Weisheit“ --- allerdings wäre auch das mißverständlich, denn wir leben nunmal in einer Zeit, in der dieser „Raum vor einer Unterscheidung“ für viele unzugänglich oder zumindest nicht leicht be-greifbar ist.

      :-) Und wir sind nun in unserem Gespräch an einem Punkt angekommen, an dem die beiden möglichen Richtungen „pedantische Wortklauberei“ oder „frustriertes Verstummen“ gefährlich naheliegende Optionen sind... finden wir einen mittleren Weg?

      Herzlichen Gruß,
      Ingrid


      P.S.: Ich lese gerade Deine neue Frage:
      »Kannst Du das hier erweitert andeuten, woran Du dachtest?«
      Nein - das möchte ich nicht.
      Warum?
      Ich zitiere nochmal Burghard:
      Da das Ganze nicht mein Thema ist, so soll das bisherige genügen.«
      Wer mehr darüber wissen will, dem bleibt ein Lesen der diesbezüglichen Mitteilungen Rudolf Steiners nicht erspart.

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    4. Finden wir einen mittleren Weg? Sicher! Schönen Aufenthalt! ~ B.

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  34. Lieber Leser, ein Zusatz zu meinem letzten Kommentar - 13:o8. Ich frage genauer: Wie ist dein Tun "gewesen", genau in dem Augenblick, indem Du hier im Blog folgende Worte eintipptest: Christus - Anthroposophia - Michaelschule - Anthroposophische Gesellschaft - Anthroposophische Bewegung - ? Mein Tun dabei war jetzt allein darauf zu achten, das deren Rechtschreibung so halbwegs stimmt. So Du dich nicht mehr erinnern kannst, tippe die Worte einfach erneut ein und schaue hin.

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    1. :-) Diese Frage scheint sich nicht an den „Lieben Leser“ zu richten, sondern eher an die „Lieben Schreiber“ --- denn jemand, der hier nur mitliest, hat ja diese Worte gar nicht eingetippt. „Michaelschule“ habe, außer Dir, überhaupt nur ich eingetippt.

      Ich versuche daher eine Antwort bezüglich dieses Begriffes.
      Als ich „Michaelschule“ eintippte, da dachte ich an das (und tu das auch jetzt beim nochmaligen Eintippen), was ich bei Steiner darüber gelesen habe. Wer mehr hierzu wissen will, kann ja selber bei Steiner nachlesen, oder sich hier einen Überblick verschaffen...
      Ich habe diesen Begriff für diejenigen Leser hingeschrieben, die ihn kennen und daher damit etwas anzufangen wissen.

      i.

      (P.S.: Wieder mal war mein Kommentar zunächst an der falschen Stelle gelandet - ich wiederhole ihn daher hier und lösche ihn dort.)

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    2. Ingrid, Du schreibst und , ja, keine Ahnung was Du zudem noch vor Augen hast, als eine Tastatur. .-)
      Daher: "Als ich „Michaelschule“ eintippte, da dachte ich an das (und tu das auch jetzt beim nochmaligen Eintippen), was ich bei Steiner darüber gelesen habe."

      Kannst Du das hier erweitert andeuten, woran Du dachtest? ~ B.

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    3. Antwort hier im P.S.

      ;-) Und ich habe nicht die Tastatur vor Augen, sondern den Bildschirm...
      Aber nicht mehr lang, ich fahre gleich nach Wien.

      i.

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  35. Ein Blick auf ein ganz anderes Gebiet zeigt, daß gewisse beobachtbare Phänomene bezüglich „Identität im Wandel“ nicht auf die Anthroposophie beschränkt sind - hier ein paar Sätze aus einem Interview mit dem österreichischen Musiker Hubert von Goisern:

    »All diese traditionellen Kulturen, einschließlich unserer Volksmusik, empfinden sich als die letzten Glutnester. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand und haben Angst vor Veränderung. Aber jede Kultur, die sich rigoros abschottet, ist letztlich zum Untergang verurteilt. Das kulturelle Wissen weiterzugeben und gleichzeitig eine Befruchtung, also Wandlung zuzulassen, das ist der große Spannungsboden, der meine Arbeit seit fast drei Jahrzehnten prägt.
    ...
    Es geht ja nicht darum, kulturelles Gut mit allen Mitteln zu erhalten, sondern um ständige Anpassung und Verbesserung unserer Kultur. Vertrautes gibt uns nicht nur Sicherheit. Traditionen sind Anbindung an die Vergangenheit – und da gibt es einiges, worauf ich gerne verzichte.
    ...
    Es besteht die Gefahr, dass aus der „Weltmusik“ eine Allerweltsmusik wird. Aber Kreativität findet ja nicht im geistigen Vakuum statt. Sie speist sich aus vielen Quellen, nie aus einer einzigen. Und gegenseitige Befruchtung gibt es von Anbeginn der Schöpfung.«


    Hier geht es zum vollständigen Interview ( ;-) Achtung: es ist in einer katholischen Wochenzeitung erschienen! ;-) ).

    Herzlichen Gruß in die Runde,
    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,
      Dein humorvoller Wink, "Achtung...." ist angekommen.
      Ich kenne etwas die Musik von Hubert von Goisern.
      Nun ist Dein Zitat beeindruckend.
      Im Zusammenhang gelesen, ergibt sich etwas ganz anderes.
      Herr Goisern erlebt auf der einen Seite ganze Generationen von Musikern:

      " Wenn ich in Afrika oder Nashville oder Louisiana mit der Ziehharmonika dastehe und einen Landler spiele, fühle ich mich nicht mehr allein und angreifbar. Dann stehen Generationen von Musikern hinter mir und halten mich."

      Später diese erstaunlichen Worte:

      "Das finde ich gruselig. Andererseits bin ich davon angezogen und fasziniert, und setze mich immer wieder Situationen aus, in denen ich ausgeschlossen werde. Ich habe mich wochenlang unter den Samen, den senegalesischen Trommlern und den Tuareg bewegt, und bin immer von ihnen geschnitten worden. Ich habe mit keinem dieser Leute Freundschaft geschlossen, obwohl ich mich sehr darum bemüht habe."

      Wie kann es sein, wenn vor Ort das Gefühl, in der genauen Wortverwendung von Herrn Burghardt Schild im Sinne von "Gewissheit" des Verbundenseins mit verstorbenen Musikern, dann der lebendige Faden nicht entsteht. Es macht die Äußerung stutzig "von ihnen geschnitten worden."

      Da entsteht dann ein ganz anderes Gemälde für die Aussage, welche Du verwendest, die natürlich in sich stimmig ist. Ich hatte gestern zufällig den Fernsehsender ktv gesehen, den lieben alten Pastor, der da täglich seinen Ritus vollzieht, nun fast nur mehr irgendwie nuschelt, die alten Leute, welche mitwirken und das ganze Geschehen hatte so etwas kulturell Mißliches, dieses Wandlungsversuchen am Altar, das kultische Geschehen, auch die Musik, die Lieder, wie ein Signal des Zusammenbrechens europäischen... .....ja was eigentlich. Das Geschehen wirkte wie inkarnierte menschliche Hilflosigkeit, die ewige Tretmühle. Ich habe die Worte auf mich wirken lassen, mal anders und festgestellt, da kommt ja immer die Schuld die Ohnmacht, das Kleine des Menschen, das ist in den Kulttexten geschickt eingeflochten, da kommt der Gläubige gar nicht auf die Idee, selbst zu Handeln. Ich habe die Antwort von Michael für Herrn Schildt gelesen, da eben die Selbstinitiative verlangt sei, was stimmt, nehmen wir nur Steiner, der kommende Nöte prophezeit, Naturereignisse, welche die Menschheit voranbringt, mit Erfindungen. Also, viele Dinge entstehen erst durch Druck, auch nach Aurobindo. Der kulturelle, europäische bisherige Druck vom Altar, er funktioniert eben nicht mehr. Als ich das erste Mal Herrn Goisern im Fernsehen erlebte: ein sympathischer Mensch, erfahren mit der Welt, liebe Musikkollegen. Und doch etwas schwebt über seiner Musik, was gerade in seiner volkshaften Art irgendwie nicht passt. Wobei mir der Hype um ihn mehr von den Medien gemacht scheint, als aus seiner Person gewollt, so wirkte die Situation auf mich. Er strömte etwas Verlorenes, trotz der Musik, der - für mich - nur aufgesetzten Fröhlichkeit.

      Und das klärt sich nun indirekt durch Deinen Hinweis, indem ich nachschaue und seine Erklärung finde. Es muß tief in seinem Inneren schmerzen, wenn er auf der einen Seite beim Spielen der Musik die "Generationen von Musikern" erlebt und von den lebenden Musikern vor Ort "geschnitten" wird.

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    2. Lieber Ernst,

      danke!
      Ich freue mich seeehr, daß Du das ganze Interview im Zusammenhang gelesen hast.

      »Es muß tief in seinem Inneren schmerzen, wenn er auf der einen Seite beim Spielen der Musik die "Generationen von Musikern" erlebt und von den lebenden Musikern vor Ort "geschnitten" wird.«
      Ja.
      Ich weiß nicht, wie es ihm heute mit der österreichischen Volksmusikszene geht - soviel ich weiß, wurde er früher auch von dieser Seite „geschnitten“.

      Und nun stelle ich mir einen Katholiken vor, der „Generationen von Katholiken“ hinter sich weiß (unter ihnen Thomas von Aquin), der sich aber, wie Hubert von Goisern, von der „Enge“ seiner „Glaubensströmung“ freigemacht hat*) und offen auf andere „Strömungen“ zugehen will**) . . .

      Oder ich stelle mir einen Philosophen vor, der sich von der „Enge“ der „materialistischen Denkrichtung“ freigemacht hat und Generationen von Philosophen hinter sich weiß (unter ihnen Aristoteles) . . .

      Und ich empfinde Schmerz, wenn ich erlebe, wie solche Menschen gerade von Anthroposophen „geschnitten“ werden.

      Herzlich,
      Ingrid

      ------
      *) Man vergleiche den dieswöchigen Leitartikel der „Furche“ : »Die vermeintliche Unausweichlichkeit der Entwicklungen anno 1914 führte in die Katastrophe, die 1939 die nächste Katastrophe nach sich zog. Das weiß der Zeitgenosse von heute.
      Solches Wissen muss auch Ansporn sein, gegen die Bedrohungen der Zeit anzukämpfen. Und dabei zuvorderst dagegen, dass die Freiheit zur Disposition steht. Denn Gerechtigkeit und Frieden sind ohne Freiheit nicht zu haben.«


      **) Man lese beispielsweise den Folder eines vor kurzem eröffneten Zentrums für „interreligiöse Beratung“ (bei „religiösen“ Konflikten in Schulen) (;-) Achtung! Es handelt sich um eine Zusammenarbeit von Katholiken mit Menschen islamischer Religion! ;-))

      ---

      P.S.: Ich bin in den nächsten beiden Tagen ohne Netz unterwegs und lese hier wohl erst am Sonntag wieder mit.

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    3. Liebe Ingrid,
      danke für Dein mitfühlen mit den Menschen.
      meine Traum-Vision mit den zwei Päpsten wird sicherlich die Katholiken erfreuen. Immerhin hat ein Angestellter des Krankenhauses, ein Religionspädagoge eine Kopie nach Veröffentlichung erbeten.
      Wir warten doch alles nicht nur aufs Christkind, ist nicht ironisch gemeint.

      Gruß
      Ernst

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  36. Liebe Ingrid,

    für dein Erinnern: Ich fragte dich nach dem Handeln der Anthroposophia. Du antwortetest: Das „Handeln“ des Wesens Anthroposophia ist es, Raum zu geben für die Entfaltung der Weisheit vom Menschen.

    Darauf hin fragte ich dich:

    »Kannst Du das bitte so veranschaulichen, dass dabei zudem deutlich wird, wie Du unterscheidest: Weisheit ""vom"" Menschen, bzw. Weisheit ""des"" Menschen, bzw. Weisheit ""eines"" Menschen?«

    Darauf folgt deinerseits eine weitere Formulierung: Menschen-Weisheit. Hier als ganzer Satz:
    Das „Handeln“ des Wesens Anthroposophia ist es, Raum zu geben für die Entfaltung der
    Menschen – Weisheit.

    Zudem schriebst Du: „Das ist keine Frage, auf die es eine in wenigen Worten ausdrückbare Antwort gibt, sondern eher eine Lebensaufgabe.

    Dafür Danke!

    So sah ich mich veranlasst, hier eine der Aufgaben des Lebens mitzutragen. Und ich begann damit, mich darin zu besinnen, wie mir die Anthroposophia erscheint.

    Dabei unterschied ich zwischen Wissen, Gewissheit, Weisheit.

    Wissen ist mir dasjenige, „worüber“ ich etwas weiß. Gewissheit dasjenige, wovon ich etwas weiß. Weisheit ist in mir „wie“ Musik. Also ein Zusammenspiel in gegenseitiger Anerkennung jeweiliger Gewissheiten. Mithin: Weisheit ist mir eine Methode.

    Da das für mich so ist, daher kann ich aus Gewissheit sagen: So denn die Sophia einer der Namen ist, der auf deutsch Weisheit bedeutet, so kann es für mich allein so lauten: Die Weisheit des Menschen.

    Und, da Weisheit, wie bereits gesagt, mir eine Methode ist, daher ist mir das Handeln so einer Anthroposophia diejenige Handlung, die in sich denjenigen Freiraum setzt, in dem Menschen spielerisch den Zusammenklang des Menschen erzeugen können. Mithin, mir ist das Handeln der Anthroposophia, dass sie aus Freiheit so einen Spielraum setzt, in dem sich der Mensch, stets und mehr und mehr, durch das Zusammenspiel freier Menschen, selbst erzeugt.

    Ingrid, Du siehst, Wortklauberei ist mir halt Zauberei.

    Gruß ~ B.




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    1. Lieber Burghard,

      :-) Danke!

      »Ingrid, Du siehst, Wortklauberei ist mir halt Zauberei.«
      Das weiß ich längst (das hast Du wohl mit Heidegger gemeinsam...).
      Und ich kann es auch wirklich schätzen, wenn Du davon mit-teilst.

      Allerdings mir liegt es nicht, das, was in mir lebt, auf eine solche Art in Worte zu fassen. Ich verwende Begriffe in anderer Weise als Du.
      Indem Du mich so fragtest, wie Du es tatest, schienst Du von mir zu verlangen, mit Begriffen in derselben Weise zu „zaubern“, wie Du es zu tun pflegst.
      Mir blieb daher nur (wenn ich nicht frustriert verstummen wollte - und das wollte ich nicht!), an Deine eigenen „Zaubereien“ anzuknüpfen, so gut ich es eben vermochte.

      Nun aber frage ich Dich:
      »Wissen ist mir dasjenige, „worüber“ ich etwas weiß. Gewissheit dasjenige, wovon ich etwas weiß.«
      Wie unterscheidest Du „worüber“ und „wovon“?

      Und:
      »Dabei unterschied ich zwischen Wissen, Gewissheit, Weisheit.«
      Ich hätte erwartet, in dieser Reihe auch den Begriff „Gewissen“ genannt zu finden. Gehört er für Dich nicht dazu?

      Außerdem schlage ich in meinem Gemoll nach (dem Griechischwörterbuch aus meiner Schulzeit) und finde unter dem Stichwort „sophía“:
      1. Geschicklichkeit, Gewandtheit, Kunstfertigkeit.
      2. übertragen:
      a. das Verstehen, Kenntnis, Einsicht, Klugheit, Schlauheit.
      b. Lebensklugheit, Weisheit, Philosophie.

      Gute Nacht!
      Ingrid

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  37. Liebe Ingrid,

    danke für deinen erweiternden Beitrag! Darin fragst Du mich, wie ich „worüber“ von „wovon“ unterscheide. Ich wähle dafür ein alltägliches Beispiel.

    Manche reden gerne „über“ Fußball. So redend, sitzen sie in neuestem und sportlichstem Outfit, mit ner Kiste Bier und zudem pro Person ne Tüte Chips, vor der Glotze.

    Treten die in ihrem übrigen Alltag einmal nüchtern vor ihre Haustüre, stolpern sie dennoch über den nächstbesten Spielball dortiger Kinder. Einfach daher, es ermangelt ihnen jeglicher Erfahrung davon, wie so ein Ball bespielt werden kann.

    Das zu deiner Frage dazugehörige „von“, das ergibt sich Dir, durch das „davon“ und das darauf folgende „wie“, im obigen Beispiel.

    Weiter fragst Du mich, ob ich in der Abfolge: Wissen, Gewissheit, Weisheit, zudem auch das Gewissen sehe.

    Gewissheit erlange, jedenfalls ich, in Gewissenhaftigkeit.

    Gruß ~ Burghard

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    1. Lieber Burghard,

      danke für Deine Verdeutlichung!

      Ich freue mich, daß wir uns in Bezug auf „Gewißheit“ einig zu sein scheinen, wenn ich es auch ganz anders formuliert hätte, nicht als „dasjenige, wovon ich etwas weiß“, sondern als die Art, wie ich etwas weiß (ich denke dabei an den von mir hier schon des öfteren erwähnten Unterschied zwischen den beiden lateinischen Worten credo und puto, für die wir leider im Deutschen trotz ihrer Unterschiedlichkeit nur das eine Wort „glauben“ haben...).

      Und nun noch eine Frage von mir:
      »Das „Handeln“ des Wesens Anthroposophia ist es, Raum zu geben für die Entfaltung der Menschen – Weisheit.«

      Wem wird dieser Raum gegeben?

      Herzlich,
      Ingrid

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  38. Liebe Ingrid,

    Du schreibst, inzwischen weiß ich, zehnfingerblind, folgendes:"Das „Handeln“ des Wesens Anthroposophia ist es, Raum zu geben für die Entfaltung der Menschen – Weisheit.« Wem wird dieser Raum gegeben?"

    Danke für deine, mich in Humor versetzende, Frage! Wem wird dieser Raum gegeben?

    In diesem Raum ereignet sich die Weltentwick(e)lung.

    Ein Berliner sagt „icke“.

    Andere sagen „ich“.

    Mytisch gesehen ist der Eintritt in diesen Freiraum der Austritt aus dem Paradies.

    Aber der Vorgang ist im Wesentlichen ein Einfacher.

    „Ick jehe raus und kieke und wer steht draußen? … Icke.“


    Herzgruss ~ Burghard

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